Menschen wie wir
Roman
von Thị Thanh Thảo Trần
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Erscheinungstermin 03.02.2026 | Archivierungsdatum 29.01.2026
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Zum Inhalt
Wie viele Jahre deines Lebens würdest du opfern, damit deine Liebsten die Freiheit spüren können?
Ihre Eltern lernen sich auf einer vietnamesischen Insel kennen. Sie sind arm, aber glücklich miteinander. Als ein Angebot aus der DDR kommt, entschließt sich der Vater, nur für ein paar Jahre dort zu arbeiten. Welche Folgen diese Entscheidung für seine Familie haben wird, kann er da noch nicht abschätzen. Seine Frau und seine Tochter – die Erzählerin des Romans – folgen ihm erst Jahre später nach Deutschland. Dort werden sie jedoch nicht mit offenen Armen empfangen. Immer mehr entlarvt sich das Ankommen als eine Fiktion, aber zurückgehen würde sich wie ein Scheitern anfühlen. „Menschen wie wir“ sind die, deren Namen hier niemand richtig aussprechen kann. Die jedes Jahr bangen müssen, ihre Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert zu bekommen. Sie erinnern sich an die Lieder und Gedichte aus der alten Heimat und wollen doch nicht zurück.
Thi Thanh Thao Trân erzählt davon, was es bedeutet, in zwei Sprachen und zwei Ländern zu leben. Sie zeigt, zu welchen radikalen Entscheidungen uns Armut führen kann und welche Opfer wir bereit sind für unsere Liebe zu geben.
1. Auflage mit Farbschnitt!
Wie viele Jahre deines Lebens würdest du opfern, damit deine Liebsten die Freiheit spüren können?...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hardcover |
| ISBN | 9783701184057 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Frederike J, Lehrende*r
Berührend, kräftezehrend, autobiografisch, einfühlsam und eine bewegende Verflechtung zweier Leben in einem.
Mich hat die Abbildung der Rolle von migrantischen Kindern, die Ungewissheit der Aufenthaltsgenehmigungen und der Machtverhältnisse der Ausländerbehörde besonders berührt, weil ich es bei Freund:innen so oder so ähnlich miterlebe. Es ist wichtig, dass all das festgehalten und ohne Ausschmückung literarisch verarbeitet wird.
Mir war der Wechsel in Gesprächen zu Erinnerungen manchmal ein wenig zu abrupt und langwierig, obwohl es stilistisch den Inhalt fortführt. Für mich persönlich war das Abdriften manchmal ein wenig zäh.
Thảos Eltern sind arm, aber glücklich miteinander. Doch dann beschließt der Vater, ein Angebot aus der DDR anzunehmen und einige Jahre dort zu arbeiten. Seine Familie will er, sobald wie möglich, nachholen, doch es vergehen mehr als 11 Jahre, bis Mutter und Tochter dem Vater nachfolgen. Zurück lässt Thảo ihren besten Freund Thiện und alles, was ihr bisher vertraut war. Auch das neue Land empfängt sie nicht gerade wohlwollend. Niemand kann ihren Namen richtig aussprechen, der kleine Haken über dem a existiert nicht einmal und die Mutter muss jedes Jahr um ihre Aufenthaltsgenehmigung bangen. Doch zurück nach Vietnam, das erscheint ebenso undenkbar.
Thị Thanh Thảo Trần hat mit ihrem Debütroman „Menschen wie wir“ ein sehr persönliches Buch geschrieben. Die Geschichte wird in insgesamt vier Abschnitten erzählt, beginnend mit dem Prolog im Januar 1988, als Thảos Vater die Familie verlässt. Im Sommer 2002 wird die letzte Begegnung mit Thiện geschildert, bevor Thảo ihn für viele Jahre aus den Augen verliert. Im Frühling 2011 steckt sie mitten im Studium, lebt in Berlin und erfährt dort immer wieder offenen Rassismus. Im Herbst 2020 nimmt sie schließlich wieder Kontakt zu Thiện auf – ein Kreis schließt sich.
Die Autorin beschreibt in ihrem Buch einen nicht zu überwindenden Konflikt. Um deutsch zu sein, wird von ihr erwartet, das Vietnamesische hinter sich zu lassen. Als sie als junge Frau aus pragmatischen Gründen die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt, spürt sie einen schmerzlichen Verlust. Und doch scheinen sie und ihre Familie nie so richtig willkommen zu sein. Stets werden die schlechten Sprachkenntnisse der Mutter kritisiert, aber wann soll eine Frau, die sich um ihre Kinder kümmern und arbeiten muss, eine fremde Sprache lernen?
Thảos jüngere Schwester hingegen, ist in Deutschland geboren und spricht kaum Vietnamesisch, was dazu führt, dass sie den Gesprächen beim Abendessen oft nicht folgen kann und Thảo als Bindeglied zu den eigenen Eltern braucht. Zudem ist die Mutter nicht mehr dieselbe Person. Seit sie in Deutschland lebt, scheint sie ihr Lachen verloren zu haben. Was wäre also, wenn beide Schwestern in Vietnam geboren werden? Welches Leben und welche Eltern hätten sie dann?
Ein bewegender, wichtiger Roman über ein Leben zwischen zwei Sprachen und zwei Ländern
Jacqueline R, Rezensent*in
Der Vater der Ich-Erzählerin kommt 1988 als Vertragsarbeiter aus Vietnam in die DDR. Aus geplanten drei Jahren Abwesenheit wird aufgrund der Wiedervereinigung und vieler wirtschaftlicher und bürokratischer Hürden eine Trennung von 11 Jahren. Von all dem weiß die 13 jährige Thảo noch nichts, als sie 1999 mit ihrer Mutter nach Bayern kommt.
Es wird noch viele Jahre dauern, bis sich das Puzzle für sie zusammensetzt. Viele Jahre voller Einsamkeit, Stress und Überforderung für ein Mädchen, eine junge Frau, die vor allem eines will: dass ihre Eltern glücklich werden. Eine Last, die kein Kind tragen sollte. Immer wieder hat mich das zu Tränen gerührt.
Die Ich-Erzählerin berichtet vom kraftraubenden Alltag einer ältesten Tochter asiatischer Migranten in Deutschland. Zwischendurch richtet sie ihren Blick immer wieder zurück auf ihre glückliche Kindheit in Vietnam, auf das Leben allein mit ihrer Mutter, jedoch mitten im ländlichen Verbund einer Großfamilie.
Es finden außerdem einige vietnamesische Gedichte und Liedtexte von großer Poesie und eindringlicher Metaphorik einen Platz in dieser Geschichte. Die Autorin arbeitet mit zahlreichen Einschüben und Zeitsprüngen, was es mir manchmal etwas schwierig machte, den Faden zu behalten… das ist aber meine einzige kleine Kritik.
Eine autofiktionale Erzählung, die exemplarisch für viele steht und Gehör verdient hat.
Der Roman ist ein sehr berührendes Debüt, das ich euch gerne empfehle.
Rezensent*in 1518830
In Menschen wie wir erzählt die Autorin ihre Geschichte aus der Perspektive der ältesten Tochter. Der Roman folgt einer vietnamesischen Familie auf ihrem Weg von Vietnam über die DDR bis ins wiedervereinigte Deutschland. Was als Hoffnung auf ein besseres Leben beginnt, entwickelt sich zu einem langen Prozess des Ankommens, der von Unsicherheit, Entwurzelung und ständiger Anpassung geprägt ist.
Der Vater geht zuerst nach Deutschland, später folgen Mutter und Kinder. Die Familie lebt zwischen zwei Welten, zwischen Erwartungen und Realität. Besonders die älteste Tochter trägt früh Verantwortung und beobachtet vieles still, ohne es aussprechen zu können. Aus ihrer Sicht entfaltet sich eine Geschichte über Pflichtgefühl, familiäre Bindungen und den Wunsch nach einem eigenen Leben. Dass der Roman autofiktional ist, verleiht dem Erzählten eine besondere Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Was dieses Buch für mich so bewegend macht, ist der Schreibstil. Die Sprache ist zart und ehrlich, niemals pathetisch oder erklärend. Vieles bleibt unausgesprochen und wirkt gerade deshalb so stark. Die Autorin vertraut darauf, dass kleine Szenen, Gesten und Gedanken ausreichen, um große Gefühle spürbar zu machen. Man liest nicht über Schmerz, man spürt ihn zwischen den Zeilen. Genau diese Zurückhaltung hat mich an mehreren Stellen so gerührt, dass mir die Tränen kamen.
Der Text ist ruhig, fast behutsam, und dennoch sehr eindringlich. Er urteilt nicht, er zeigt. Er gibt Raum für Widersprüche, für Nähe und Distanz, für Liebe und Überforderung. Dadurch entsteht eine große emotionale Nähe zur Erzählerin und zu ihrer Familie.
Menschen wie wir ist ein leiser, sehr persönlicher Roman über Migration, Familie und das langsame Suchen nach Zugehörigkeit. Ein Buch, das nicht laut sein muss, um lange nachzuwirken, und das vor allem durch seine sanfte, aufrichtige Sprache berührt.
In ihrem autofiktionalen Roman "Menschen wie wir" erzählt die Autorin von dem Leben ihrer Familie zwischen Vietnam und Deutschland. Zuerst ist der Vater für 7 Jahre als Gastarbeiter in die DDR gezogen und war in dieser Zeit nur einmal für einen Monat zu Besuch bei Frau und Kind in Vietnam. Später konnten dann die Autorin und ihre Mutter auch nach Europa ziehen, in das mittlerweile wiedervereinigte Deutschland.
In vielen kleinen Szenen geht es um Kindheitserinnerungen in Vietnam, Ankommen und Aufwachsen in Deutschland, Fremd-Sein und woanders heimisch werden - auch im Unterschied zur später schon in Deutschland geborenen Schwester, die wiederum ein anderes Verhältnis zu den beiden Ländern hat. Das alles in verschiedenen Zeitperioden, die sich von 1988 über 2002 und 2011 bis zum Herbst 2020 erstrecken. Es findet sich so einiges Interessantes in dem Buch, zum Beispiel auch Songtexte vietnamesischer Volkslieder, in denen es ebenfalls um die Liebe zur Heimat geht, und viel über kulturelle Unterschiede und Zuschreibungen.
Wenn man noch nicht viel über Vietnam und die vietnamesische Kultur weiß, lässt sich ein erstes Gefühl dafür in diesem Buch bekommen. Gefehlt hat mir aber ein bisschen ein durchgängiger roter Faden und Spannungsbogen, zwar waren viele einzelne erzählte Details durchaus interessant, aber so richtig einen Sog zum Weiterlesen hat das Buch bei mir nicht ausgelöst.
Rezensent*in 1321195
Menschen wie wir ist ein Roman, der leise erzählt wird, aber unglaublich laut nachhallt. Beim Lesen hatte ich so oft das Gefühl, dass zwischen den Zeilen etwas von mir selbst steckt – Gedanken, Gefühle und Erfahrungen, die man selten so ehrlich und klar formuliert findet.
Die Geschichte beginnt in Vietnam, wo sich die Eltern der Erzählerin kennenlernen: arm, aber voller Hoffnung. Als dem Vater die Möglichkeit geboten wird, in der DDR zu arbeiten, trifft er eine Entscheidung, die eigentlich nur für ein paar Jahre gedacht war – und doch das Leben der ganzen Familie für immer verändert. Erst viel später folgen Mutter und Tochter nach Deutschland. Doch das Ankommen entpuppt sich als Illusion: Fremdsein, Unsicherheit, Angst vor dem Verlust der Aufenthaltsgenehmigung und das Gefühl, nirgends ganz dazuzugehören, bestimmen den Alltag.
Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist die Ehrlichkeit. Thi Thanh Thao Trân schreibt über das Leben zwischen zwei Kontinenten, zwei Sprachen und zwei Identitäten – über das Hin- und Hergerissensein zwischen Erinnerung und Gegenwart, Herkunft und Zukunft. Über Menschen, deren Namen falsch ausgesprochen werden, die bleiben wollen und doch nie ganz ankommen dürfen.
Ich habe mich in so vielen Momenten wiedergefunden, in den kleinen Beobachtungen, den Zweifeln, den stillen Sehnsüchten. Menschen wie wir ist ein zutiefst menschliches Buch über Opfer, Liebe, Armut und die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet. Für mich ein bewegender, wichtiger Roman, der lange im Herzen bleibt. Verdiente 5 Sterne.
Inge H, Rezensent*in
Aus Vietnam nach Deutschland
Thị Thanh Thảo Trần ist eine Schriftstellerin, die in Vietnam geboren ist.
Ihr Roman, Menschen wie wir, zeigt wie Emigranten, das Leben in Deutschland schwer ist.
Es ist ein ruhiger Roman.
Die Autorin beschreibt auch, was ein Kind empfindet, wenn der Vater jahrelang nicht vorhanden ist. Das Verhältnis ist dann gestört.
Die Autorin erzählt detailliert die Probleme und Empfindungen der Vietnamesen. Das hört sich oft beklemmend an, überhaupt, das die Mutter am Ende jedes halbe Jahr, wegen einer Aufenthaltsgenehmigung zum Amt muss.
Es ist interessant zu lesen, aber ich möchte nicht tauschen.
Das Buch ist lesenswert, sollten vielleicht viel lesen, um einen Einblick bekommt.
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