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Unterwasserblau
Roman | Ein frisch und poetisch erzählter Roman über Herkunft, Familie und die Befreiung von alten Mustern
von Petra Hucke
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Erscheinungstermin 12.03.2026 | Archivierungsdatum 06.04.2026
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Zum Inhalt
Jessica verbringt ihren Hochzeitstag auf einer Kanutour im Spreewald – umgeben von der geliebten Schwiegerfamilie und sommerlicher Hitze. Doch als sie einen Anruf bekommt, löst sich die Gegenwart vom Idyll: Der Tod ihres Vaters führt sie zurück in die Heimat, zu einer Familie, die von Schweigen, unzähligen Verletzungen und verpassten Chancen geprägt ist.
Wie tief reichen Wunden aus der Kindheit? Petra Hucke erzählt poetisch und intensiv von einer Frau, die Antworten auf alte Fragen sucht – ein Roman voller Atmosphäre und Emotion über die befreiende Kraft, sich selbst neu zu begegnen.
"Petra Hucke lockt ihre Leser mit leisem Humor in eine immer rasantere Strömung, bis in die Untiefen einer rauen Familiengeschichte. Unterwasserblau ist zart und packend zugleich.“
Julja Linhof, Autorin von Krummes Holz, ZDF aspekte Literaturpreis
Jessica verbringt ihren Hochzeitstag auf einer Kanutour im Spreewald – umgeben von der geliebten Schwiegerfamilie und sommerlicher Hitze. Doch als sie einen Anruf bekommt, löst sich die Gegenwart vom...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hardcover |
| ISBN | 9783961612833 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 256 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Die falsche Tochter ... Können Kindheitswunden heilen? 4,5⭐️
Jessica und Ingwer sind schon seit 20 Jahren ein Paar; seine Familie ist auch Jessicas Familie geworden, denn zu ihrer hat sie kein gutes Verhältnis.
Jessica verbringt den Hochzeitstag mit ihrem Mann Ingwer und dessen Familie im Urlaub, als sie einen Anruf ihrer Halbschwester Sandra bekommt: Jessicas Vater ist gestorben. Auf der Beerdigung reißen alte Wunden aus der Kindheit wieder auf.
„Diese Wohnung aus dem Körper zu bekommen, die Kindheit, das war mir noch nicht gelungen, so wenig hatte sich verändert.“
Die Mutter zeigt nach wie vor offen ihre Verachtung Jessica gegenüber. Jessica fühlt sich wieder so hilflos dem Schweigen und den Verletzugen ausgesetzt wie damals schon:
„Hilflos sah ich Ingwer an. Ich hatte immer Angst, dass ich die fehlende Logik und die Lieblosigkeit meiner Familie übertrieb, und auch wenn es mir peinlich war, dass er hier sitzen musste, war ich froh, ihn als Zeugen zu haben. Sobald ich nicht mehr mit Mutter oder Sandra in einem Raum war, konnte ich sie mit leichter Verachtung aus meinen Gedanken streichen, aber in ihrer Nähe fühlte ich mich hilflos. Warum waren sie so, warum fühlte ich mich immer noch so klein wie damals, warum gehörte ich angeblich zu ihnen, wenn mich doch nie jemand gewollt hatte?“
Und Jessica muss plötzlich immer öfter an ihre Zwillingsschwester Annika denken, die starb, als sie eineinhalb Jahre alt waren. Sie kann sich nicht wirklich an sie erinnern, vermisst sie aber dennoch
„Warum war Mutter so? Warum interessierte mich das noch? Warum war ausgerechnet Vater tot, der mir von allen noch am nächsten gestanden hatte? Warum vermisste ich auf einmal schmerzhaft meine Zwillingsschwester, die ich doch gar nicht richtig gekannt hatte?“
Während Jessicas Ehe plötzlich zu zerbrechen droht, muss sie lernen, ihren Alltag zu meistern und die Wunden der Vergangenheit heilen zu lassen.
„Nichts und niemand konnte ever einen Zwilling ersetzen und auch nichts und niemand einen Vater. Jessica bringt den Tod. Die Beerdigung hätte ein Abschied sein sollen, aber die Worte der Lebenden waren zu laut gewesen, um ihm auf Wiedersehen zu sagen. Jessica bringt den Tod. Falls mir der Satz noch länger im Kopf herumschwirrte, würde ich ihn irgendwann selbst glauben.“
Ich möchte nicht spoilern, daher sage ich zum Inhalt nichts mehr; nur so viel: Mir hat die Entwicklung der Protagonistin richtig gut gefallen, ebenso wie der Schreibstil von Petra Hucke. Ein wirklich emotionaler Roman über Familie und alte Wunden, der mir sehr gut gefallen hat.
Vielen Dank an den Eisele Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
Rezensent*in 596528
Alte Wunden
"Wann wurden wir mehr als das, was unsere Eltern aus uns gemacht hatten?"
Diese Frage stellt sich die Ich -Erzählerin Jessica an einer Stelle. Das Thema, wie wir aufgrund unserer Kindheit zu den Menschen werden, die wir heute sind, durchzieht das gesamte Buch.
Jessica ist Wissenschaftlerin, verheiratet mit dem Lehrer Ingwer, umgeben von einer liebevollen und zugewandten Schwiegerfamilie. Jessica selbst entstammt einfachen Verhältnissen, schämte sich ihrer Eltern, dem Vater, der lieb, aber distanziert war, und der ewig nörgelnden Mutter, die sie mit Lieblosigkeit strafte. Zu ihrer älteren Schwester Sandra hat sie kein besonderes gutes Verhältnis, die Beziehung war und ist geprägt von Missverständnissen. Eine große Lücke hinterließ der Tod ihrer Zwillingsschwester Annika im Kleinkindalter.
In ihrer Ehe begeht Jessica viele Fehler, setzt mutwillig die Liebe Ingwers aufs Spiel. Erst nach und nach wird ihr und der LeserIn klar, warum sie das tut. Jessicas ganzes Denken und Verhalten ist geprägt durch ihre lieblose Kindheit.
Als LeserIn begleitet man Jessica dabei, wie sie nach dem Tid der Eltern auf eine emotionale Reise geht, um sich selbst kennenzulernen und sich besser zu verstehen, um sich am Ende von den prägenden Kindheitserfahrungen zu befreien.
Die Autorin erzählt in leichter, einfühlsamer und doch eindringlicher Sprache. Jessicas Geschichte berührt einen beim Lesen sehr, es ist eine traurige Geschichte voller Wehmut, Einsamkeit und Verlorenheit, jedoch auch eine Geschichte voller Hoffnung auf einen befreienden Neuanfang.
Ein schönes Buch über eine Frau, die sich mithilfe schmerzhafter Erfahrungen selbst findet.
Elena N, Rezensent*in
In Unterwasserblau von Petra Hucke begleitet man Jessica auf einem sehr persönlichen Weg. Nach dem Tod ihrer Eltern setzt sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und versucht, sich von den prägenden Erfahrungen ihrer Kindheit zu lösen. Die Entwicklung der Protagonistin hat mir gut gefallen, da die Darstellung ihrer Figur eine nötige Tiefe aufweist. Der Schreibstil ist leicht und dennoch sehr ausdrucksstark. Jessicas Geschichte berührt, da sie, obwohl von Einsamkeit, inneren Traurigkeit geprägt, dennoch einen Neuanfang findet. Eine klare Leseempfehlung.
Frederike J, Lehrende*r
Zu Beginn fremdelte ich mit Jessis und Ingwers Beziehung, weil mir die Anfangssequenz so vorkam, als würde eine glückliche Ehe und perfekte Schwiegerfamilie erzwungen werden - und weil der Rest der Handlung noch nicht erschlossen war, haderte ich mit mir, ob ich mich damit anfreunden könne. Gleichzeitig glitt ich so schnell in Jessis Leben, ich in jeder freien Minute weiterlesen wollte. Der Kontrast von Jessis Welten, ihre verkappten Beziehungen, ihre Trauer - all das berührte mich und resonierte auch in Teilen mit mir. Für mich war es eine der ersten hetero Beziehungsgeflechte seit langem, die ich gerne kennenlernte und mit Jessi und Ingwer gemeinsam erforschte. Wie schön, dass dieses Buch geschrieben wurde, denn ich konnte mich ganz leicht darin verlieren.
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