zum Hauptinhalt springen
Buchcover für Grüne Welle

Grüne Welle

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht. Jetzt anmelden oder registrieren

NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.


1

Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.

2

Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.

Erscheinungstermin 25.02.2026 | Archivierungsdatum N/A


Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #GrüneWelle #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.

Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE E-Book
ISBN 9783257616132
PREIS 21,99 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley-Reader (EPUB)
NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (EPUB)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Weiterfahren oder umkehren?

„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz hatte mich vom Klappentext her stark angesprochen.
Das Buch handelt von einer (zunächst) namenlosen Frau, die nach dem gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer besten Freundin auf der Heimfahrt mit dem Auto durch eine Umleitung vom Weg abkommt. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen und fährt immer weiter, entfernt sich immer weiter von ihrem Heim und ihrem Mann, der dort auf sie wartet. Und mit jeder Seite wird klarer, dass dort auch eine Gefahr auf sie wartet.

„Wie konnte mir das passieren, fragte die Frau sich jetzt, und sie fragte sich das tatsächlich zum ersten Mal. Was habe ich getan, und warum und womit habe ich das verdient? Den letzten Teil ihrer Frage nahm sie zurück, der war ihr zu blöd, denn natürlich wusste die Frau, dass es nichts brachte zu fragen, womit man irgendetwas verdient oder nicht verdient hatte. Was also habe ich getan und wieso? Die Frau merkte gleich, dass es für diesen Moment genug war, die Frage zu stellen, allein ihr Aussprechen sie in einen Zustand größten Selbstmitleids katapultierte, in dem sie unmöglich imstande sein würde, auch noch eine Antwort zu finden. Sie hatte sich noch nie als so etwas Kleines, Liebenswürdiges wahrgenommen wie ein Reh. Vielleicht war das einer der Gründe dafür, dass man sie auch nie so behandelt hatte, dass sie auf die ersten Gewaltakte mit aus jetziger Sicht gespenstischer Gleichgültigkeit reagiert hatte. Nein, dachte die Frau, ich habe immer gewusst, dass die Schläge, die Tritte, der Würgegriff – ihr wurde auf einmal ganz eng in der Brust –, dass das alles nicht richtig ist, dass ich das nicht verdient habe, weil es niemand verdient hat, aber was hat das schon zu bedeuten? Man kriegt eben nicht immer nur, was man verdient.“

Im Laufe der ziellosen Autofahrt sammelt die Protagonistin zwei junge Anhalterinnen auf und muss sich zudem fragen, ob es nicht besser wären, nie wieder zu ihrem Mann zurückzukehren … aber wird sie es schaffen, einfach immer weiterzufahren und neu anzufangen?

„Wo sollte sie denn bitte schön hin? Eine pathetische Künstlerin, die rote Töne in Rahmen malt, weil sie nicht ausdrücken kann, was sie eigentlich sagen will?
‚Du gehst nirgendwohin!‘, hörte die Frau eine vertraute Stimme in ihrem Inneren zu sich sagen.
Wie sollte sie jemals irgendjemandem alles erzählen, und wie sollte sie es ertragen, alles für sich zu behalten? Die Frau fühlte sich vollkommen ausgebrannt. Der Effekt von Durst, Hunger und Müdigkeit machte sich bemerkbar. Sie zitterte und hätte nicht sagen können, ob es sich dabei um eine psychische oder physische Reaktion handelte. Es war alles eine riesige Katastrophe. Sie hätte nie wegfahren sollen.
Es wird für das alles schon irgendeine Erklärung geben, dachte die Frau vage. Vor allem aber dachte sie an ihr Bett, warm und vertraut, und an den tiefen Schlaf, den sie schlafen würde, wenn sie erst einmal wieder zu Hause war. Zu Hause. Der Stau hatte sich aufgelöst. Die Frau drückte fest auf das Gaspedal. Was soll’s, dachte sie, und was sollte schon jemals etwas. Sie war eine Künstlerin und eine Frau. Eine sensible Seele. Da musste man eben Abstriche machen. Dinge in Kauf nehmen. Sich seinen Weg bahnen. Ihr Weg führte zurück nach Hause.“

Puh, gerade auf den ersten Seiten fand ich den Schreibstil wahnsinnig anstrengend zu lesen!
Sehr, sehr lange Sätze, „Wurmsätze“; der Satzbau anspruchsvoll bis schwer zugänglich.
Fast hätte ich das Buch gleich wieder abgebrochen, das gebe ich zu.
Dann war ich aber doch neugierig, wie die Geschichte weitergeht.

Am Ende des Buchs bleibe ich etwas zwiegespalten zurück. Das Buch ist ungewöhnlich, es war eine interessante Leseerfahrung. Dabei ist die Umsetzung des Themas mal was ganz anderes, konnte mich persönlich jedoch nur bedingt abholen. Mir fehlte es hier ein wenig an Emotionalität. Ich vergebe 3 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den dtv Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Interessantes Motiv mit einigen Leerstellen;
Das Motiv dieses Romans hat mich direkt angesprochen. Eine spontane Fahrt, zufällig getriggert durch eine grüne Welle der nächtlichen Ampeln, das finde ich ein charmantes Thema, das so viele Möglichkeiten bietet. Hier flüchtet eine namenlose Frau, die kurz zuvor ihre namenlose Freundin getroffen hat. Der Ehemann wird als Fluchtgrund angedeutet, aber mir blieb zu viel zu schwammig. Auch das Namenlose und die Verortung der Handlung in einer unbenannten Region war auf Dauer etwas sperrig zu lesen. Man könnte denken, dass diese Details unwichtig sind und der Fokus auf den Gedanken und Emotionen der Protagonistin liegen soll und von der Autorin deshalb so gewählt wurde. Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Mich hat dieses Stilmittel nicht so richtig abgeholt. Die Handlung, Gedanken und Emotionen der Charaktere, vor allem der Hauptfigur, fand ich in ihrer Zerrissenheit sehr gelungen und glaubhaft geschildert. Ich fand den Beginn spannend, das Ende allerdings etwas enttäuschend. Es gab einige Leerstellen, die man noch hätte füllen können und die das Ganze abgerundet hätten. Das Motiv hat ein großes Potenzial, das nur teilweise genutzt wurde.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Eine kurze Flucht nach einem Kinobesuch, ausgelöst durch die fehlende rote Ampel, an deren Stelle man sich orientieren könnte. Die Frau fährt einfach ins Ungewisse, mitten in der Nacht, und währenddessen erfährt man etwas über ihr Leben und ihre Ehe, und die Gewalt zuhause.
Kurz, eindrucksvoll, und voller Hoffnung auf die Solidarität der besten Freundin.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Eindrucksvolle Geschichte einer Frau, die eine Flucht antritt, die sie nicht nur von ihrem gewalttätigen Mann schützt. Sie findet auch wieder ins Leben zurück.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Sehr besonders. Unkonventionell erzählt. Man kann sich dem Sog nicht entziehen, von grüner Ampel zu grüner Ampel fährt man mit. Vieles wird nur angedeutet, bleibt vage und uneindeutig. Ich mochte es wirklich, breit empfehlen kann ich es in der Buchhandlung allerdings leider nicht.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Das Cover passt gut zum Titel und der Inhalt der Geschichte. Eine Frau, die nach einem Kinobesuch nicht nach Hause fährt, sondern eine Autofahrt ohne Ziel unternimmt. Als Leser begleiten wir die Frau auf ihrer Fahrt und lernen so ihr Leben kennen. Zu Anfang spürt man direkt, wie sie auf der Flucht ist. Dies kommt durch den Schreibstil der Autorin sehr gut rüber. Dann der Unfall mit dem Reh, der dann der Anlass ist, dass die Frau ihr derzeitiges Leben reflektiert. Mehr möchte ich nicht zum Inhalt schreiben. Das Buch lohnt sich auf jeden Fall zu lesen und daher empfehle ich es sehr gerne weiter.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Die titelgebende „Grüne Welle“ bedeutet genau das, was man als erstes damit assoziiert. Fahren, ohne anzuhalten. Kein Hindernis, keine Begrenzung – kein Rahmen. Gerade diese vermeintliche Monotonie führt zu einer intensiven Erfahrung, für Protagonisten wie Leser gleichermaßen. Die Emotionen kommen und gehen. Ebenfalls wellenartig ergießen sich positive wie negative Gefühle. Zumeist ohne Ankündigung und mit einer Wucht, durch die ansatzweise deutlich wird, wieviel sich im Inneren der Frau angestaut haben muss.

Das Werk kommt mit wenigen Personen und noch weniger Namen aus. Es geht auch gar nicht darum wie die Frau oder ihre Freundin oder ihr Mann heißen. Sie sind in gewisser Weise jeder und jede. Durch die gewählte Perspektive und den dann doch wieder eng gefassten Rahmen des Geschehens, wird der Fokus sehr deutlich gelegt. Es gibt wenig, das ablenkt, denn ebenso unwichtig wie die Namen der Protagonisten, so irrelevant ist auch die Strecke, die hier zurückgelegt wird.

Hin und wieder gibt es Sequenzen, die sich abseits dieser Strecke ereignen, aber doch immer in Sichtweite. Häufig stellt sich hier unterschwellig die Frage nach der Richtung, die nach einer kurzen Rast eingeschlagen wird. Hochkonzentriert verfolgt der Leser jede Zeile, jedes Wort, um mögliche Knack- oder vielleicht sogar Wendepunkte nicht zu verpassen. Gleichzeitig driften die Gedanken aber auch zu Ereignissen das eigene Leben betreffend, man wird selbst zur Hauptfigur des Buchs.

Mit Sicherheit eine Lektüre, die polarisieren wird. In jedem Fall aber ein unglaublich bildgewaltiges Werk, trotz kaum erkennbarer Licht- und Farbquellen, ebenso wie der klaren Begrenzung des Handlungsortes. Eine Geschichte über Aus- und Aufbruch auf vielen unterschiedlichen Ebenen.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars

Ich war am Anfang sehr neugierig auf die Geschichte, doch fand ich den Schreibstil zunehmend nervig. Sollte es ein Stilmittel sein, dass sich immer wieder Wörter in sich folgenden Sätzen wiederholen? Falls ja, habe ich das nicht nachvollziehen können. Schlimm wäre es, wenn das Buch schlecht lektoriert wurde.
Ich hatte nach der Hälfte des Buches keine Lust mehr, das Buch zu Ende zu lesen.

2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
War diese Rezension hilfreich?
1 star
1 star
1 star
1 star
1 star

Ich habe mich während der gesamten Zeit gefragt, was der Sinn dieses Buches ist. Halbgare Gedanken von unfertigen Figuren, die ständige Anwendung und Wiederholung von Klischees und zudem die baldige Gewissheit, zu wissen, wie und wo diese Geschichte endet.
Ich war selten so gelangweilt.

1 star
1 star
1 star
1 star
1 star
War diese Rezension hilfreich?
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars

Die Ausgangslage von „Grüne Welle“ hat mich sofort neugierig gemacht – vielleicht, weil ich mich selbst recht häufig verfahre und ich dadurch schon an den abstrusesten Orten gelandet bin. Wie wäre es, einfach weiterzufahren, aus dem eigenen Leben spontan auszubrechen, ob für ein paar Tage oder für immer? Nach einem Kinoabend mit ihrer besten Freundin verfährt sich die namenlose Protagonistin an einer Umleitung und entfernt sich immer weiter von zu Hause und ihrem Ehemann. Je weiter sie fährt, desto geringer wird ihr Drang umzukehren oder ihrem Mann Bescheid zu geben, und desto mehr denkt sie über ihr Leben nach. Wie hat sie dieses entwickelt, was ist aus ihren Träumen geworden? Wer ist sie und wie will sie gesehen werden?

Frau, Freundin und Mann bleiben namenlos, auch die Landschaft, durch die die Frau fährt ist ohne Kontur, beliebig. So könnte jede und jeder überall gemeint sein und die Geschichte stellvertretend für viele Frauen an allen Orten stehen. Leider funktionieren die Figuren in diesem Roman für mich nicht. Zu klischeehaft werden die empfindsamen und verpeilten Künstlerinnen und der gewalttätige, Kunst nur nach dem materiellen Wert beurteilende, schon äußerlich abstoßende Ehemann gezeichnet, der natürlich Anwalt ist. Die Freundin der Frau, die sich als eine urbane Künstlerin sieht, blickt abfällig auf das Leben in einer Kleinstadt und ihre Bewohner. Die Karriere der Frau, einst ein aufstrebendes, vielversprechendes künstlerisches Talent, geriet vor Jahren ins Stocken, latent ist auch daran der Mann Schuld. Das ist mir zu einfach und zu holzschnittartig, es fehlt jegliche Ambivalenz. Dies hat zur Folge, dass mir alle drei fremd bleiben und immer unsympathischer werden, bis mir am Ende nahezu gleichgültig ist, was mit ihnen passiert. Die Gedanken und Emotionen der Frau, die über ihr Leben reflektiert, empfand ich auch nicht als besonders überraschend oder tiefgründig. So bleibt für mich am Ende vor allem Ernüchterung, da das Thema so viel Potential geboten hätte, das in meinen Augen leider nicht genutzt wurde.

2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

"Es kam ihr vor, als schaltete innerlich eine Ampel auf Grün, deren jahrelang währende Rotphase sie bisher gar nicht bemerkt hatte."

Eines Abends gehen zwei Frauen ins Kino. Die Freundin der Frau fährt wieder nach Hause, aber für die Frau beginnt ein Roadtrip mit Folgen. Es ist nur eine Umleitung, die sie von ihrem Weg abbringt und die "Grüne Welle", die Grünphase der Ampeln, auf die sie trifft, trägt dazu bei, dass sie nicht nach Hause fährt. Vielleicht ist das auch besser so, denn der Mann, der dort auf sie wartet, ist eher kontrollierend als verständnisvoll. Passenderweise ist auch noch ihr Akku leer und so hält sie für eine lange Zeit nicht mehr an - bis ihr der Sprit ausgeht und sie notgedrungen an einer Tankstelle anhalten muss. Hier macht sie eine Begegnung, die ihr Leben verändern wird.

Ich mochte schon "Ohne mich", den Debütroman von Esther Schüttpelz, sehr, und "Grüne Welle" hat meine hohen Erwartungen definitiv noch übertroffen. Ich mochte das Rauschartige an diesem nächtlichen Roadtrip, der so atmosphärisch geschildert wird, dass man ihn sich sehr gut vorstellen konnte. Ich mochte die technische Umsetzung, den stetigen Spannungsaufbau, der auch beim Lesen für eine "Grüne Welle" sorgt.

Die Frau, von Beruf her Künstlerin, fand ich sehr interessant. Ihr Verhalten bzw. ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte wirkte auf mich sehr nachvollziehbar und menschlich. Sprachlich fand ich es einfach herrlich, ich habe sehr viele Stellen markiert, hier noch ein Beispiel: "Wir fahren, du fährst, weiter und weiter, jetzt immer noch, weiter, und die Richtung heißt: fort."

Für mich definitiv ein Highlight!

4,5/5 Sterne

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars

Meins war es irgendwie nicht. Habe den Sinn des Buches nicht ganz verstanden. Mochte auch die Schreibweise nicht so. Daher konnte mich diese Story nicht überzeugen obwohl ich mir viel davon versprochen habe

2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
War diese Rezension hilfreich?
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars

Grüne Welle
von Esther Schüttpelz

Die Idee und Thematik der Inhaltsangabe hat mich sehr angesprochen, mit der Namenlosigkeit und der anonymen Umgebung und der teilweise langen Sätzen hatte ich auf Dauer als etwas schwierig empfunden.
Nicht zu Hundertprozent mein Buch.

2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
War diese Rezension hilfreich?
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Ein Roman mit einem ungewöhnlichen Schreibstil. Die Protagonisten haben keine Namen, es gibt die Frau am Steuer, die Freundin der Frau, den Mann der Frau und zwei Anhalterinnen: die Große und die Kleine. Es gibt kaum wörtliche Rede. Wir lauschen den Gedanken der Frau. Sie fährt einfach drauflos und denkt über ihr Leben nach. Interessante Erzählweise mit Sogwirkung, denn ich musste weiterlesen auch wenn der Anfang etwas mühsam war!

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Umleitung

Grüne Welle ist ein Roman der Autorin Esther Schüttpelz.
Sie hat dem Roman einen besonderen Stil angedeihen lassen.
Die Protagonistin wird meistens als die Frau betitelt. Dann gibt es noch die Freundin der Frau und den Ehepaar der Frau. Atmosphäre.
Das gibt einen eigenartige
Nach einer Zeit habe ich mich damit abgefunden und die Frau mit Interesse begleitet.
Die Frau fährt nach einem Kinobesuch nach Hause. Durch eine Umleitung fährt sie immer weiter. Zuhause wartet wahrscheinlich ein brutaler Ehemann. Sie lässt ihre Gedanken wandern. Sie fährt immer weiter und lässt alle Abfahrten vorüber gleiten, ohne abzubiegen.
Die Autorin schildert eine Frau, die eigentlich nicht mehr zufrieden ist, die sich befreien will.
Das macht sie besonders gut.
Es geht um häusliche Gewalt und Lieblosigkeit Und um Befreiung.
Der Roman fesselt.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Eine wunderbar geschriebene Geschichte über eine Frau, die nach eines Abends nicht nach Haus fährt, sondern einfach immer weiter solange die Ampeln grün sind. Dabei trifft sie interessante Menschen und denket über ihr Leben nach. Ein toller Roman!

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Eine gekonnt inszenierte Charakterstudie

Zunächst hatte ich das Gefühl, dass sie ein wenig verpeilt wäre. Die Frau, deren Namen man nicht kennt. Nach einem Kinobesuch mit ihrer Freundin fährt sie los, verpasst eine Abzweigung, auch auf der Autobahn lenkt sie ihren Golf geradeaus, versäumt Ausfahrt um Ausfahrt.

Irgendwann dann sind da zwei junge Frauen, eine Große und eine Kleine, die sie an einer Tankstelle trifft. Auch sie werden nicht weiter benannt. Die Frau wundert sich, dass es auch heute noch Anhalterinnen gibt, denn die Zeit dafür ist schon aufgrund der damaligen Vorkommnisse lange vorbei. Der Kofferraum ist schon besetzt, ihre Rucksäcke nehmen die Große und die Kleine auf ihren Schoss.

Wie entrückt kommt mir diese Geschichte vor, als ob einer einen nüchternen Blick auf die Frau und das Geschehen wirft. Eigentlich passiert nichts oder nicht viel und doch möchte man wissen, was es mit dieser Frau auf sich hat. Der Mann daheim wartet auf sie, das schimmert durch. Auch sieht die Große, die auf der Rückbank sitzt, die Frau ganz genau an. Sie spricht sie darauf an, Antwort erhält sie keine.

Das eigene Ich wahrnehmen, die Selbstreflektion einer Frau, die ihre Wirklichkeit ganz genau kennt und diese gedanklich auf dieser Fahrt durchspielt – so kommen bei mir diese Stunden im Golf der Frau an. Aus der Perspektive ihrer Gedanken, die als externer Beobachter fungieren, wird ihre Lebenswirklichkeit seziert. Es liegt an ihr, das für sie einzig Richtige aus ihrem Dasein zu machen. Nur zu oft knicken wir dabei ein, denn die eingefahrenen Bahnen zu durchbrechen – dazu braucht es Stärke und Mut.

Eine Charakterstudie, die sachlich und nüchtern das durchleuchtet, wohin das Leben uns geführt hat und was davon übrig ist. Gekonnt in Szene gesetzt, vorurteilsfrei und doch auf den Punkt gebracht. Nach den ersten Seiten, nachdem ich mich mit diesem doch ungewohnten Schreibstil angefreundet habe, mochte ich das Buch nicht mehr weglegen.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars

Die Ausgangsidee von Grüne Welle hat mich sofort neugierig gemacht: Eine Frau fährt nach einem Kinobesuch nach Hause, gerät wegen einer Umleitung vom Weg ab und entfernt sich Ausfahrt um Ausfahrt immer weiter von ihrem Leben. Das kippt nicht in Action oder Thriller-Spannung, sondern in etwas Ungewisses: ein langsames Verirren, bei dem man sich fragt, ob sie überhaupt noch zurück will.
Genau das hatte für mich auch das Potenzial: ein Sog aus Orientierungslosigkeit, Müdigkeit, innerem Widerstand, dieses schleichende „Irgendwas stimmt hier nicht“, aber eher existenziell als gefährlich. Leider hat mich das Buch trotzdem kaum gepackt. Das Unterwegssein wirkt oft repetitiv, ohne dass sich daraus wirklich ein dichter innerer Druck entwickelt. Ich habe ständig darauf gewartet, dass dieses Ungewisse emotional stärker zuschnappt: dass sich das Verirren nicht nur räumlich, sondern auch psychologisch spürbarer zuspitzt.
Die Idee, dass das Entscheidende gar nicht auf der Straße liegt, sondern in dem, was zu Hause wartet, fand ich grundsätzlich spannend. Aber auch da blieb mir zu vieles zu vage oder zu wenig zugespitzt, um wirklich nachzuhallen. Am Ende war es für mich eher ein Text, der etwas andeutet, als einer, der mich konsequent hineinzieht.

Unterm Strich: Ein starkes Setup und ein Thema mit Wucht, aber für meinen Geschmack zu wenig Tempo, zu wenig Sog, zu wenig „Ich muss jetzt weiterlesen“. Gute Idee, aber leider nicht so packend, wie ich es mir erhofft hatte.

2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
War diese Rezension hilfreich?
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Mit ihrem ersten Buch konnte die Autorin mich sehr begeistern, weshalb ich erwartungsvoll auf diesen Titel gewartet habe.
Nach einem Kinobesuch steigt eine Frau in ihr Auto und fährt los. Nicht etwa nach Hause, sondern immer weiter, bis sie ihre Heimatstadt weit hinter sich zurück lässt. Je weiter sie sich entfernt, desto greifbarer wird der Gedanke nicht zurückzukehren.

Esther Schüttpelz gelingt ein gutes Buch, das in seinen doch wenigen Seiten eine wichtige und aktuelle Thematik verbirgt. Es ist ein Roman über Abhängigkeit, Angst und die stille Gewalt vertrauter Beziehungen.

Für mich bleibt "Grüne Welle" jedoch hinter ihrem ersten Roman zurück.
Einige Passagen empfand ich als langatmig, weshalb sich bei mir die Begeisterung etwas in Grenzen hält.

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Spannend konstruiert. Die Unpersönlichkeit der Figuren - zuerst wissen wir nicht einmal ihre Namen und später nur den Namen der Frau - lässt sich auf viele betroffene Menschen übertragen. Ich habe mitgefiebert und fand das Ende gut gewählt. Die langen Sätze waren gewöhnungsbedürftig, doch darauf eingelassen, unterstützen sie die Hauptfigur auf besondere Weise.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

GRÜNE WELLE von Eva Schüttpelz, erschienen im Diogenes Verlag, 208 Seiten, ET 25.02.2026

Klappentext:
Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim - bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt.
Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.

Zur Autorin:
Esther Schüttpelz, geboren 1993 in Werne, studierte Jura in Münster und arbeitete als Rechtsanwältin, bevor sie freie Schriftstellerin wurde. Für ihren Roman ›Ohne mich‹ wurde sie 2023 mit dem Debütpreis der lit. Cologne ausgezeichnet. Sie lebt im Münsterland.

Mein Leseeindruck:
Metaphorisch zu betrachten, irgendwie wild, klug, sezierend, soghaft, subtil ist diese Geschichte, die Schüttpelz in der 3. Person erzählt. Sie verhandelt Themen wie Selbstfindung, innere Zerrissenheit, häusliche Gewalt, Loslassen und Neuanfang, Midlifecrisis. Das Zusammenspiel von Cover, Titel und Struktur finde ich bemerkenswert und äußerst gelungen.

Fazit: Ein feines, interessantes, klug geschriebenes, nachhallendes Buch mit distanziertem Erzählton, welches ich sehr gerne gelesen und gehört habe.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

„Er läuft und läuft und läuft“, lautet einer der bekanntesten Werbesprüche der Automobilgeschichte. Der Slogan für den VW-Käfer aus den 1960er-Jahren könnte passen zum zweiten Roman einer 1993 geborenen literarischen Hoffnungsträgerin: „Grüne Welle“ von Esther Schützpelz. Die aus Werne im Münsterland stammende Autorin und gelernte Juristin wurde 2023 für ihren Erstling „Ohne mich“ mit dem lit.cologne Debütpreis ausgezeichnet. Schon damals ging es in dem Buch um Liebesverlust, um verpasste Chancen und Orientierung im Leben. So auch in „Grüne Welle“: Eine verheiratete Frau verabschiedet sich nach dem gemeinsamen monatlichen Kinobesuch von ihrer besten Freundin, steigt in ihren metallicblauen Golf-Kombi, und fährt und fährt und fährt…
Es ist eine fesselnde, gewissermaßen durch Umleitungen ermöglichte Erzählperspektive, aus der uns Esther Schüttpelz am inneren Monolog dieser Frau teilnehmen lässt. Eigentlich ist sie auf dem Heimweg, aber sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, jede Ampel springt auf Grün um, wenn der Wagen sich der Kreuzung nähert, und bald ist die Frau raus aus der Stadt. Je mehr sie in dieser Märznacht zwischen Autobahn und Landstraßen den Überblick verliert, desto mehr Gedanken macht sich die einsame Fahrerin über ihr Leben. Der Akku ihres Handys ist leer. Ihren Mann, der zuhause wartet, kann die Frau nicht benachrichtigen. Falls sie es überhaupt wollte: „Selbst wenn die Ampel jetzt rot bliebe, würde sie wahrscheinlich nicht umkehren.“ Eine Nacht und den folgenden Tag wird die Frau, deren Name dem Leser lange vorenthalten bleibt, unterwegs sein.
Währenddessen wird die Freundin aus ihrem Schlaftablettenschlaf geklingelt. Der Ehemann ist am Telefon und fragt nach dem Verbleib seiner Frau. Die von ihrem eigenen Dasein frustrierte Freundin empfand für den Mann, einen selbstherrlichen Anwalt, bislang eigentlich nur Hass. Nach dem Gespräch und nachdem sie die Situation überdacht hat, weiß sie: Sie muss verhindern, dass der Mann die Polizei einschaltet, um die Vermisste ausfindig zu machen.
Dass die wahre Gefahr nicht von den unheimlichen dunklen Dörfern und einsamen Tankstellen ausgeht, die die Frau mit ihrem Golf anfährt, ahnt auch der Leser schnell. Als ihr Auto mit einem Reh kollidiert, identifiziert sie sich auf eigentümliche Weise mit dem toten Tier. Sieht in dem Reh ein Sinnbild für ihr eigenes, ausgebremstes Leben, das eigentlich nur auf Lügen basiert. Die kinderlose Ehe, die nicht von Geldsorgen geplagt wird, sondern von Mangel an Respekt und Anerkennung. Die Versuche, als Künstlerin Fuß zu fassen, mit Ausstellungen in der Bank oder der Volkshochschule der Kleinstadt, einmal hat sogar die Lokalredaktion berichtet.
Ohne zu wissen, warum, nimmt die Frau das tote Tier mit. An einer Tankstelle lässt sie zwei 18-jährige Mädchen aus einem nahen Dorf einsteigen, die mal raus in die Welt wollen. Das Reh im Kofferraum zwingt die Frau zu einem Lügengeflecht. Während sie unterwegs mehr und mehr mit der Wahrheit rausrücken muss, entdeckt „Amy“, wie sie sich nun nennt, Gemeinsamkeiten mit dem, was ihre jungen Begleiterinnen von ihrer Zukunft erwarten. Doch es bleibt ein Hin- und Her, ob sie die Mädchen als Gefährtinnen oder Gegnerinnen betrachten soll.
Mittlerweile wandelt sich zwischen Freundin und Mann in der Kleinstadt die Abneigung in eine Annäherung. Die Freundin hat dem Mann in der kleinen Ausstellung der Frau abgepasst. Man kommt ins Gespräch, das man in einem nahegelegenen Imbiss fortsetzt, bei reichlich Rotwein. Als Leser hat man eine böse Ahnung, wie der Abend enden könnte.
Doch die Katastrophen des Lebens bleiben in diesem Roman verdeckt. Wie die blauen Flecken der Frau, die die mitreisenden Mädchen nur kurz zu Gesicht bekommen, als ein Ärmel ihres Hemdes verrutscht.
Gegen Ende der mitreißend geschilderten, mitunter kafkaesken Irrfahrt merkt die Frau, wieder allein im Wagen, dass sie sich während der vergangenen 23 Stunden im Kreis bewegt hat. Sie nähert sich dem Heimatort, Panik stellt sich ein, wie sie ihr Wegbleiben erklären soll. „Es war alles eine riesige Katastrophe. Sie hätte nie wegfahren sollen.“ Das Romanende, soviel sei verraten, bleibt offen. Ein finales Urteil wie vor Gericht erspart sich die studierte Rechtswissenschaftlerin. Dass es in „Grüne Welle“ alles andere als gerecht zugeht, hat man auch so begriffen.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Was für eine Autofahrt.

Kennt ihr diese Romane, die nur an einem einzigen Ort spielen und nur ein paar Stunden umfassen und trotzdem fühlt es sich wie ein ganzes Leben an? Genau so ein Buch ist Grüne Welle.

Eine Frau verlässt nach dem Kino mit einer Freundin die Stadt und fährt einfach los. Nicht nach Hause. Nicht mit einem Plan. Einfach weiter. Die gesamte Geschichte spielt in einem alten Golf, über wenige Stunden hinweg. Stunden, die sich wie ein Countdown anfühlen und beklemmend, spannungsgeladen, fast klaustrophobisch sind.

Schon während des Lesens war ich innerlich unruhig. Ich wollte verstehen, wollte greifen können, wovor diese Frau eigentlich flieht. Die Autorin lässt vieles nur erahnen. Man bekommt Einblicke in Gedanken, in Stimmungen, in diese unterschwellige Angst, aber kaum harte Fakten. Alles bleibt fragmentarisch, angerissen, fast schwammig. Und doch sind die Gefühle unglaublich greifbar. Druck, Sorge, eine latente Bedrohung.
Für eine Weile wird die Frau eher zufällig durch zwei junge Frauen begleitet und man hofft genau dann auf eine Aufklärung. Leider Fehlanzeige.
Ich weiß nach dem Lesen gar nicht so richtig, wohin mit meinen Gedanken. Nicht, weil ich es schlecht fand, ganz im Gegenteil. Es hat mich beschäftigt, es hat mich nervös gemacht, ich wollte Aufklärung. Ich hätte mir stellenweise mehr Hintergrund gewünscht, mehr Einblick in die Protagonistin, mehr Konkretes. Aber vielleicht ist genau das der Punkt dieses Romans, dass man selbst die Lücken füllt.

Das offene Ende wirkt nicht wie ein Mangel, sondern wie eine Einladung. Eine Einladung, selbst zu entscheiden, was diese Fahrt bedeutet.

Wer mit offenen Enden umgehen kann und Romane mag, die psychisch etwas in einem auslösen, die nicht alles erklären, sondern eher verstärken, der wird hier definitiv fündig. Mich hat es, trotz anderer Erwartungen, sehr gefesselt.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Zum Inhalt:
Eine Frau im Auto auf dem Weg nach Hause. Durch eine Umleitung kommt sie vom Weg ab und sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt und statt Richtung zuhause zu fahren, entfernt sie sich immer mehr und nicht nur von ihrem zuhause sondern auch von ihrem Mann. Und sie gerät ins Grübeln. Wäre es nicht sogar besser, wenn sie nicht mehr zu ihm zurückkehren würde?
Meine Meinung:
Was für eine Geschichte! Quasi durch eine Grüne Welle wird die Frau immer mehr davon abgehalten abzubiegen und Richtung ihres Zuhauses zu fahren und dabei die Gedanken sich quasi nach und nach in eine Richtung drehen, die sie mental immer mehr von ihrem Mann entfernen, was vielleicht auch nicht das Schlechteste ist, den ihr Mann ist schon sehr kontrollierend. Was mich unheimlich überrascht hat, war dass dieses Buch schon einen hohen Spannungsbogen hat, was man nicht unbedingt so erwartet hat. Mich hat das Buch sehr in seinen Bann gezogen, denn auch der Schreibstil hat mich neben der Geschichte sehr begeistert.
Fazit:
Tolles Buch

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Nach einem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin steigt eine Frau ins Auto, um nach Hause zu fahren. Doch eine Umleitung bringt sie von ihrer gewohnten Strecke ab. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen und entfernt sich immer weiter von dem Zuhause, in dem ihr Mann auf sie wartet. Während die Nacht vergeht und ein neuer Tag anbricht, wächst in ihr ein Gedanke: Vielleicht wäre es besser, gar nicht mehr zurückzukehren. Denn so unheimlich die dunklen Landstraßen und verlassenen Tankstellen auch wirken mögen, die eigentliche Gefahr wartet ganz woanders.

Ich hatte beim Lesen ehrlich gesagt etwas völlig anderes erwartet. Statt eines klassischen Roadtrip Romans spielt die Geschichte zwar fast durchgehend im Auto, eigentlich aber vor allem im Kopf der Protagonistin. Während der Fahrt setzt sie sich intensiv mit ihrer Ehe auseinander. Zwischen den Zeilen wird immer deutlicher, dass diese Beziehung von fehlendem Respekt und Gewalt geprägt ist.

Parallel dazu gibt es einen Nebenstrang rund um ihre beste Freundin, die den Ehemann aufsucht und ihn zur Rede stellen will. Dieser Teil hat sich für mich stellenweise etwas ungewöhnlich erzählt angefühlt, auch wenn ich die dahinterliegende Intention nachvollziehen konnte.

Im Verlauf der Geschichte begegnet die Protagonistin außerdem zwei jungen Frauen, die noch einmal eine ganz neue Dynamik hineinbringen. Diese Begegnungen mochte ich sehr, weil sie eine willkommene Abwechslung zu den vielen inneren Monologen geschaffen haben.

Insgesamt ist es ein ruhiger Roman über Gewalt in Beziehungen, über Freundinnenschaft und Loyalität. Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn es anders war, als ich zunächst erwartet hatte.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Schon der Klappentext von „Grüne Welle“ verspricht eine besondere Leseerfahrung – und genau das ist dieser Roman auch: ungewöhnlich, unkonventionell und bewusst sperrig.

Esther Schüttpelz erzählt die Geschichte einer Frau, die nach einem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin nicht nach Hause fährt, sondern sich in der Nacht verliert. Aus einer verpassten Ausfahrt wird eine ziellose Autofahrt, aus dem Weiterfahren ein innerer Aufbruch – oder vielleicht auch eine Flucht.

Die Protagonistin bleibt namenlos, ebenso wie viele andere Figuren und der Ort der Handlung. Während der Fahrt, von grüner Ampel zu grüner Ampel, öffnet sich nach und nach ihr Inneres. Gedanken, Erinnerungen und Andeutungen verdichten sich zu einem Bild von Gewalt in der Ehe, von Erschöpfung, Angst und Selbstzweifeln. Vieles bleibt vage, wird nur angedeutet, nie klar ausgesprochen. Genau darin liegt eine der großen Stärken, aber auch eine der Schwächen des Romans.

Der Schreibstil ist eigenwillig und fordert Geduld: sehr lange, verschlungene Sätze, gedankliche Schleifen, ein Strom des Bewusstseins, der besonders zu Beginn anstrengend sein kann. Nicht wenige Leserinnen und Leser dürften hier kurz davorstehen, das Buch aus der Hand zu legen. Wer jedoch dranbleibt, wird mit einer intensiven, dichten Atmosphäre belohnt, die das Gefühl von Orientierungslosigkeit und innerem Aufruhr sehr eindrucksvoll transportiert.

Thematisch kreist „Grüne Welle“ um Flucht und Stillstand, um die Frage, ob ein Neuanfang möglich ist – und wenn ja, wohin er führen könnte. Die nächtliche Autofahrt wird zur Metapher: kein Anhalten, kein klares Ziel, keine roten Ampeln, an denen man sich orientieren könnte. Die Emotionen der Protagonistin kommen und gehen wie Wellen, mal leise, mal mit großer Wucht. Gleichzeitig bleibt der Roman bewusst offen. Leerstellen, fehlende Auflösungen und ein Ende, das nicht jedem gerecht werden dürfte, sorgen für ein zwiespältiges Lesegefühl.

So ist „Grüne Welle“ kein Buch für alle. Wer klare Handlung, eindeutige Antworten und emotionale Zuspitzung erwartet, könnte enttäuscht zurückbleiben. Wer sich jedoch auf eine reduzierte, psychologisch dichte Erzählweise einlassen kann, findet hier ein literarisch interessantes, stellenweise sehr eindrucksvolles Werk über Gewalt, Selbstbehauptung und die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Ein Roman, der polarisiert – aber gerade deshalb im Gedächtnis bleibt.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Eine Frau steigt nach einem Kinobesuch mit ihrer besten (einzigen) Freundin in ihr Auto und fährt, anstatt nach Hause zu ihrem Mann, nach einer Umleitung ziellos weiter aus der Stadt heraus und die Landstraße entlang. Immer weiter entfernt sie sich von ihrem vermeindlichen zu Hause ohne an einer Ampel stehen bleiben zu müssen. Sie beginnt über ihr Leben, die Beziehung zu ihrem Mann und ihre Wünsche, Hoffnungen und Träume nachzudenken. Eine sachliche und nüchterne Sprache verschafft dabei eine Distanz zu den einzelnen Figuren der Geschichte. Trotzdem berührt das Geschehene einem beim Lesen. Ein lohnenswerter Roman.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

außerhalb des Rahmens

Der Roman beginnt mit einer scheinbar harmlosen Situation, indem eine Frau nach dem Kinoabend mit ihrer Freundin nach Hause fahren will, durch eine Umleitung vom vertrauten Weg abkommt und sich nicht mehr dazu überwinden kann, umzudrehen und nach Hause zu fahren. Der Schreibstil ist distanziert, bewusst aus der Beobachtungsperspektive geschildert. Es werden keine realen Namen genannt, die Frau, der Mann, die Freundin der Frau, zwei Mädchen, sodass man als Leser*in das Gefühl hat, diese beobachtende Person zu sein. Ich habe mir schon lange nicht mehr so viele Notizen zu einem Buch gemacht und so viele Zitate für später herausgeschrieben.
Was als Umweg und intuitive Reise beginnt, wird zunehmend eine Reflexion der aktuellen Lebenssituation. Manches wird aus der Vergangenheit und Jugendzeit geschildert, vor allem Situationen mit der besten Freundin, vieles wird nur angedeutet und es bleibt immer Spielraum für Interpretationen. Was haben sich die beiden Freundinnen damals von ihrem Leben erhofft? Wie haben sie es sich vorgestellt, als sie damals weintrinkend auf der Mauer gesessen sind? Und was ist aus ihren Wünschen und Vorstellungen geworden?
Gewisse Szenen waren skurril, wie das Reh, das plötzlich über die Straße kam und totgefahren wurde. Dass die Frau das Sterben des Rehs mit ihr selbst in Verbindung bringt, löst bei ihr zuerst einen Tränenausbruch aus, bricht das Unterbewusstsein auf und öffnet die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst.
Machtmissbrauch und körperliche Misshandlung werden ebenfalls thematisiert, wenn auch häufig nicht direkt angesprochen. Auch die Müdigkeit, die sich mit der Zeit einstellt, wenn man keine Kraft mehr hat, sich aufzulehnen. Wenn man müde genug ist, ist alles andere egal und unwichtig. Den Anstoß zur ehrlichen Auseinandersetzung mit ihr selbst, wird durch die zwei Mädchen, die sie als Tramperinnen mitnimmt, gegeben.
Ein zentrales Thema für die Frau ist das Thema Kunst, wobei ihr spezielles Thema die Rahmen darstellen. Diese Metapher haben mir persönlich sehr gut gefallen. Die Frau versucht ihre Kunstwerke vom Rahmen aus zu entwickeln und zieht für sich die Erkenntnis, dass Frauen und ihre Empfindungen abhängig von den Rahmenbedingungen sind. Rahmen bilden Einschränkungen und diese sind für Frauen die Realität. Gerade deshalb will die Frau ihre Kunstwerke auch außerhalb des Rahmens weiterführen, aber sie musste erkennen, dass sie dann die Wand nicht mitnehmen konnte, das hat sie zutiefst frustriert und fast an ihrer Kunst und ihrer Lebenssituation verzweifeln lassen. Als Künstlerin ist sie gewohnt, einen gewissen Blick auf die Welt zu haben, die äußeren Eindrücke zu verarbeiten, sie in eine Form zu bringen. Ohne die Kunst wäre die Frau an ihren Beobachtungen und Gefühlen geplatzt, erstickt oder verrückt geworden.
Der Schluss ist melancholisch, fast schon traurig, aber auch mit einem kleinen Hoffnungsschimmer. Auf der einen Seite sieht sich die Frau alleine, sie hat niemanden, aber dann trifft sie dennoch auf ihre beste Freundin und die Hoffnung, dass sich die beiden wieder so ehrlich verstehen und annähern können, wie es in ihrer Jugendzeit der Fall war, bleibt vage.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Eine Frau fährt nach einem Kinobesuch los. Nicht nachhause weil eine Umleitung sie auf einen anderen Weg führt und von da an entfernt sie sich immer weiter von daheim. Was werden wir von ihr im Laufe der Geschichte erfahren ? Etwas über ihre Ehe, ihren Mann, ihre Beziehung zur Freundin, ihre Arbeit als Künstlerin. Sie bekommt keinen Namen die Protagonistin, sie bleibt fremd, sie wird vertraut. Die Sätze kurz, prägnant, mal erscheint mir die Person klar, mal hinter milchigem Glas. Es ist ein Text der sich mir entzieht, der unbequem, der sperrig ist. Er macht es mir nicht leicht, und ich weiß nicht ob er mir gefällt.
Was ich weiß - er ist ungewöhnlich, und verdammt intelligent. Ich empfehle ihn jetzt mal und macht euch dazu eure eigenen Gedanken.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Nach einem Kinobesuch mit der Freundin fährt die Frau los. Eine Umleitung zwingt sie, den gewohnten Weg zu verlassen. Plötzlich findet sie sich auf einer unbekannten Straße. Sie fährt immer weiter und nimmt sich vor, an der nächsten roten Ampel zu wenden.

In "Grüne Welle" beschreibt Esther Schüttpelz wie die Frau scheinbar ziellos durch die Nacht fährt, sich dabei immer weiter von ihrem Mann entfernt und gleichzeitig sich selbst immer näher kommt. Die Figuren bleiben namenlos, ebenso die Orte. Gerade diese Reduktion verleiht dem Roman eine starke Allgemeingültigkeit. Die Frau steht für viele andere Frauen an einem beliebigen Ort - für Frauen, die in einer Beziehung leben, aus der sie sich lösen müssten.

Der Stil ist eindringlich und zugleich distanziert. In der dritten Person erzählt, wirkt der Roman über weite Strecken wie ein inneres Selbstgespräch, das sich während der Fahrt immer weiter verdichtet. Diese konsequent durchgehaltene Perspektive erzeugt eine Sogwirkung, die lange nachhallt.

Mich hat diese stille, konzentrierte Erzählweise sehr beeindruckt. „Grüne Welle“ ist ein dichter Roman über Bewegung, Stillstand und das vorsichtige Ausloten von Möglichkeiten.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.

Der Klappentext des Buches hat mich richtig neugierig gemacht und auch der Anfang der Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil konnte mich zunächst in den Bann ziehen und ich war gespannt wie die Fahrt der Protagonistin, die zunächst nur als "die Frau" bezeichnet wird, so werden wird. Auch die anderen Protagonisten werden übrigens nicht mit Namen genannt, sondern heißen nur "Der Mann der Frau" oder "die Freundin der Frau". Dies macht die Geschichte ungewöhnlich und auch ein Stück unnahbar, andererseits könnte man so jeden beliebigen Namen einsetzten.

Als die Protagonistin also wegfährt und sich immer weiter von ihrem Wohnort entfernt hat mir gut gefallen, dann jedoch trifft die Frau auf zwei Mitreisende und irgendwie wirkte die Handlung dann in meinen Augen zunehmend unrealistisch und es gab einige zähe Passagen die mich nicht so mitreissen konnten. Erst gegen Ende konnte mich die Protagonistin durch eine Wendung überraschen und das Ende hat dann für mich wieder gepasst und war stimmig.

Fazit: Eine etwas durchwachsene Geschichte für mich. Es gab richtig gute Abschnitte in diesem Buch, aber teilweise auch etwas unlogische oder unrealistische. Wen der Klappentext aber interessiert, der sollte der Geschichte ruhig eine Chance geben.

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Mir hat bereits "Ohne mich" super gefallen. Nun ist auch Esther Schüttpelz zweiter Roman ein Volltreffer wie ich finde.
Ein Frau entfernt sich wie in Trance immer weiter von ihrem Zuhause, statt nach einer Verabredung mit einer Freundin zu ihrem Partner zurückzukehren. Super Empfehlung!

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Das Buch hat eine ganz einfache Geschichte. Eine Frau steigt abends ins Auto, bei einer Umleitung verfährt sie sich. Irgendwann, am nächsten Tag dreht sie wieder um.
Doch dazwischen passiert unheimlich viel. Sie war mit einer Freundin im Kino. Danach fährt sie immer sofort nach Hause, denn ihr Mann macht sich sonst Sorgen.
Als die Frau merkt, dass sich nicht mehr auf dem Heimweg ist, denkt sie sich: an der nächsten roten Ampel wende ich. Aber alle Ampeln sind grün. So fährt sie stundenlang durch die Nacht und den nächsten Tag.
Dabei überdenkt sie ihr Leben, ihr Kunststudium, Ausstellungen, Freundschaften und auch ihre Beziehungen zu ihrem Mann.
Durch Andeutungen im Laufe des Buches merkt man, dass etwas überhaupt nicht stimmt in dieser Beziehung. Doch konkret ausgesprochen wird nichts. So wie viele solcher Schicksale in der Gesellschaft nicht veröffentlicht werden. Alles wird totgeschwiegen. Dazu passt, dass die Personen im Buch alle anonym bleiben: die Frau, der Mann, die Freundin. Irgendwann gibt sie sich selbst einen Namen: Amy. Ausgerechnet nach Amy Winehouse.
Sie bleibt auch nicht alleine im Auto. Irgendwann hat sie drei Passagiere, einer davon tot. Der Tote ist ein Reh, dass sie überfahren hat. Dieses Reh steht meiner Meinung nach für ein Sinnbild für die Frau selbst.
Die Anonymität der Personen machte die Andeutungen auf Gewalt für mich noch viel intensiver.
Die Autorin lässt auch immer wieder Dinge in der Schwebe, so dass die eigene Fantasie arbeiten kann. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich mir immer die schlimmere der möglichen Varianten ausgemalt habe. Ich bin aber nicht darauf gekommen, warum das so ist.
In einem sehr interessanten Kapitel verändert sich plötzlich die Perspektive. Der Mann und die Freundin treffen aufeinander. Sie mögen sich nicht, machen eine Art Wetttrinken und batteln sich so um die Frau. Natürlich auf eine unausgesprochene Art. Niemand im ganzen Buch spricht wirklich laut aus was sie/er denkt. Alles passiert über Subtext.
Das ist für mich ganz große Kunst. Ich liebe Bücher, die mich zum Nachdenken bringen, dazu gab mir dieser Roman genügend Gelegenheit.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Was für ein Debüt!

An der nächsten roten Ampel möchte sie umdrehen. Oder ihren Mann anrufen und Bescheid sagen, dass sie später nach Hause kommt. Doch alle Ampeln stehen auf grün - und das Akku des Smartphones ist leer. Trotz ihrer Orientierungslosigkeit und der Ahnung, dass sie in die falsche Richtung fährt, wird die Frau nicht ängstlich. Ganz ruhig fährt sie weiter und weiter und ... weiter - bis in den nächsten Tag hinein. Sie nimmt 2 junge Tramperinnen mit, lädt ein totes Reh in den Kofferraum - und fällt eine Entscheidung.

Die Geschichte sog mich komplett ein, ich habe sie in einem Stück gelesen. Ein ganz außergewöhnliches Gedankenexperiment.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz ist eine Erzählung, die sich bewusst gegen klassische Erzählkonventionen stellt und mir genau dadurch den Einstieg nicht gerade leicht gemacht hat. Die Figuren bleiben namenlos: Die Protagonistin ist „die Frau“, ihr Partner „der Mann“, ihre Freundin schlicht „die Freundin der Frau“. Dieser Ansatz mag darauf abzielen, die Geschichte zu verallgemeinern, sie universeller zu machen, als könnte sie jeder Frau passieren. Gleichzeitig sorgt genau das aber auch für eine gewisse Distanz. Mir fiel es schwer, eine echte Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Erschwerend kam hinzu, dass ich direkt zuvor einen sprachlich sehr zugänglichen, nahezu poetischen Roman gelesen hatte. Der eher sperrige, fordernde Stil von Esther Schüttpelz verlangte mir daher gerade zu Beginn einiges ab. Nach etwa 30 Seiten habe ich das Buch zunächst zur Seite gelegt und war unsicher, ob ich weiterlesen möchte. Und doch blieb diese leise Neugier: Was passiert mit der Frau, die sich nach einem Kinoabend verfährt und plötzlich ziellos durch die Nacht fährt, während ihre Gedanken immer weiter abschweifen?
Also habe ich weitergelesen. Und auch wenn der anspruchsvolle Stil bleibt, entfaltet der Text nach und nach eine ganz eigene Wirkung. „Grüne Welle“ ist kein Buch für nebenbei, keines, das man schnell vor dem Einschlafen noch zur Hand nimmt. Es fordert Aufmerksamkeit, Konzentration und die Bereitschaft, sich auf Leerstellen einzulassen.
Was als kleine Irrfahrt beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer inneren Reise. Während die Frau durch die Nacht fährt, kreisen ihre Gedanken um ihr Leben, ihre Entscheidungen, ihre Vergangenheit. Erinnerungen blitzen auf, insbesondere an die Zeit mit ihrer besten Freundin, aber auch an ihre Ehe. Schnell wird klar, dass die Frau nicht nur “klassische” Eheprobleme hat. Der Roman arbeitet stark mit Andeutungen und lässt bewusst Interpretationsspielräume offen.
Im Verlauf dieser Fahrt nimmt die Frau zwei junge Anhalterinnen mit. Durch die Gespräche mit den Beiden stellt sie sich das erste Mal die Frage, ob sie überhaupt nach Hause zurückkehren soll. Wäre es möglich, einfach weiterzufahren und neu anzufangen?
Gerade hier berührt der Roman ein schweres Thema: eine von Gewalt geprägte Ehe. Doch auch dieses bleibt auffallend distanziert erzählt. Die Beziehung zu dem Mann wirkt blass, beinahe konturlos. Die Gewalt wird eher umkreist als wirklich greifbar gemacht. Das mag eine bewusste Entscheidung sein, die sich in die insgesamt zurückhaltende, indirekte Erzählweise einfügt. Sie hat bei mir aber auch dazu geführt, dass die emotionale Wucht, die dieses Thema eigentlich mit sich bringt, nicht wirklich ankommt. Ich hätte mir hier mehr Tiefe und eine mutigere Auseinandersetzung gewünscht.
So blieb ich am Ende etwas zwiegespalten zurück. „Grüne Welle“ ist ohne Frage ein ungewöhnliches Buch, formal interessant und anders als vieles, was man sonst liest. Die Idee, eine äußere Fahrt mit einer inneren Bewegung zu verknüpfen, funktioniert stellenweise sehr gut. Gleichzeitig hat mich die emotionale Distanz immer wieder auf Abstand gehalten.

Mein Fazit:
“Grüne Welle” von Esther Schüttpelz ist ein literarisch anspruchsvoller, eigenwilliger Roman, der gleichermaßen unbequem wie originell ist und vieles offen lässt. Für mich war es eine interessante Leseerfahrung, aber keine, die mich wirklich berührt hat. Mir fehlte es letztlich an Nähe zu den Figuren und an emotionaler Tiefe, um richtig in diese Geschichte eintauchen zu können.

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
War diese Rezension hilfreich?
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Skurril und mal was Anderes

Die namenlose Protagonistin fährt nach einem Kinobesuch in der Stadt mit dem Auto nach Hause. Durch eine Umleitung kommt sie nicht auf die geplante Autobahnauffahrt. Das Handy hat keinen Akku mehr, ihr altes Auto offensichtlich auch kein Navi. So fährt sie die Landstrasse entlang, immer weiter, durch Dörfer, die ganze Nacht…

Die Idee des Romans fand ich super. Der Roman spielt sich grösstenteils im Auto ab. Die Frau scheint zumindest unbewusst begriffen zu haben, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung ist und eigentlich ihren Mann besser verlassen sollte. Wie viel bewusst ist wird allerdings nicht klar. Sie scheint froh, durch den leeren Akku keine Rechenschaft schuldig zu sein, offensichtlich war das vorher nie eine Option. Die Sprache ist interessant, mit langen, verschachtelten Sätzen und lauter namenlosen Protagonisten („die Frau“, „der Mann“, „die Freundin der Frau“), was es manchmal auch etwas kompliziert zu verstehen macht. Die beiden Anhalterinnen, die sie zwischendurch mitnimmt, bringen zusätzlich etwas Leben und neue Ideen in die Geschichte. Ohne jetzt zu Spoilern bin ich vom Ende etwas enttäuscht und hätte mir doch erhofft, dass sich die Protagonistin insgesamt reflektierter zeigt, allerdings scheint mir das Ende durchaus realistisch.

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
War diese Rezension hilfreich?
1 star
1 star
1 star
1 star
1 star

Der Klappentext des Buches hat mich sehr stark angesprochen. Das Buch ist sehr distanziert geschrieben, als Leser soll man wohl keine Beziehung zu den Personen aufbauen, sondern Beobachter bleiben. Die Autorin schreibt in langen, schwer lesbaren Bandwurmsätzen. Das hat mir das Lesen sehr erschwert. Mir hat das leider gar keinen Spaß gemacht, es war nur anstrengend. Ich habe das Buch dann abgebrochen, deshalb ist meine Bewertung vielleicht auch nicht gerechtfertigt, aber mir war es definitiv kein Lesevergnügen.

1 star
1 star
1 star
1 star
1 star
War diese Rezension hilfreich?
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars

Eine Künstlerin hat mir ihrer besten Freundin das Kino besucht - eine der wenigen Fluchten vor ihrem gewalttätigen Mann, die sich sich noch gönnt.
Auf dem Heimweg verfährt sie sich und verliert komplett die Orientierung, sie fährt einfach immer weiter - schwimmt mit der "grünen Welle" . Ihr Handy-Akku ist leer, sie fährt einfach immer weiter.. Sie denkt beim Fahren über ihr Leben, ihre Ehe, ihre Kunst nach. Sie überfährt ein Reh und sie nimmt zwei junge Frauen als Anhalterinnen mit ... und kehrt am Ende zurück. Sieist im Kreis gefahren, wie ihre Gedanken sich im Kreis drehen.

2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
2 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Roadmovie, ohne ein Roadmovie zu sein... Esther Schüttpelz hat mit ihrem 'Zweitling' entlang einer genialen Ausgangsidee einen Roman erschaffen, dem man sich kaum entziehen kann - ähnlich wie es der Protagonistin in "Grüne Welle" auf der Straße ergeht, ergeht es den Leser:innen - man kann einfach nicht aufhören, sich immer weiter durch die Geschichte ziehen zu lassen. Die Protagonistin war zu ihrem monatlichen, gemeinsamen Kinobesuch bei ihrer letzten verbliebenen Freundin und befindet sich auf der Heimfahrt; es ereignet sich eine Umleitung und sie verpasst immer wieder die Abfahrten, fährt in die Nacht hinein und das auch noch ohne Orientierung, weil ihr Handy den Geist aufgegeben hat. Mit zunehmender Entfernung gewinnt die Protagonistin mehr und mehr Distanz zu ihrem gegenwärtigen Leben, welches sich extrem eingeengt zu haben scheint auf die gewalttätige Beziehung. zu ihrem Mann. Nur mit ihrer Kunst gelingt es ihr, den engen Rahmen zu sprengen, über den Rahmen hinaus zu malen. Wir erleben die Protagonistin bei einem Widunfall, der sie an ihre eigene Lebenslage erinnert; wir erleben sie im Kontakt mit zwei Tramperinnen, die an die eigene Jungend erinnen und nicht immer angenehme Fragen stellen, wir erleben sie, wie sie sich einen neuen Vornamen gibt und damit für kurze Zeit eine neue Identität probt... und vor allem erleben wir die Protagonistin in ihrem Dialog mit sich selbst... und schlussendlich erleben wir noch einen unerwarteten Ausgang der Geschichte. Was also will man mehr!? Unbedingte Leseempfehlung!

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Ich mag den Schreibstil von Esther Schüttpelz. Die Geschichte ist simpel, wenige Figuren, verfolgt eine klare Chronologie und ist daher einfach zu verfolgen. Ich konnte richtig gut eintauchen. Nur das Ende war etwas zu abrupt.

4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: