Bitte melden Sie sich an, um Ihr wertvolles Feedback zu geben.
Jetzt anmelden oder registrieren.
Grüne Welle
von Esther Schüttpelz
Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht. Jetzt anmelden oder registrieren
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.
1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 25.02.2026 | Archivierungsdatum N/A
Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #GrüneWelle #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps
Zum Inhalt
Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.
Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | E-Book |
| ISBN | 9783257616132 |
| PREIS | 21,99 € (EUR) |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Weiterfahren oder umkehren?
„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz hatte mich vom Klappentext her stark angesprochen.
Das Buch handelt von einer (zunächst) namenlosen Frau, die nach dem gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer besten Freundin auf der Heimfahrt mit dem Auto durch eine Umleitung vom Weg abkommt. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen und fährt immer weiter, entfernt sich immer weiter von ihrem Heim und ihrem Mann, der dort auf sie wartet. Und mit jeder Seite wird klarer, dass dort auch eine Gefahr auf sie wartet.
„Wie konnte mir das passieren, fragte die Frau sich jetzt, und sie fragte sich das tatsächlich zum ersten Mal. Was habe ich getan, und warum und womit habe ich das verdient? Den letzten Teil ihrer Frage nahm sie zurück, der war ihr zu blöd, denn natürlich wusste die Frau, dass es nichts brachte zu fragen, womit man irgendetwas verdient oder nicht verdient hatte. Was also habe ich getan und wieso? Die Frau merkte gleich, dass es für diesen Moment genug war, die Frage zu stellen, allein ihr Aussprechen sie in einen Zustand größten Selbstmitleids katapultierte, in dem sie unmöglich imstande sein würde, auch noch eine Antwort zu finden. Sie hatte sich noch nie als so etwas Kleines, Liebenswürdiges wahrgenommen wie ein Reh. Vielleicht war das einer der Gründe dafür, dass man sie auch nie so behandelt hatte, dass sie auf die ersten Gewaltakte mit aus jetziger Sicht gespenstischer Gleichgültigkeit reagiert hatte. Nein, dachte die Frau, ich habe immer gewusst, dass die Schläge, die Tritte, der Würgegriff – ihr wurde auf einmal ganz eng in der Brust –, dass das alles nicht richtig ist, dass ich das nicht verdient habe, weil es niemand verdient hat, aber was hat das schon zu bedeuten? Man kriegt eben nicht immer nur, was man verdient.“
Im Laufe der ziellosen Autofahrt sammelt die Protagonistin zwei junge Anhalterinnen auf und muss sich zudem fragen, ob es nicht besser wären, nie wieder zu ihrem Mann zurückzukehren … aber wird sie es schaffen, einfach immer weiterzufahren und neu anzufangen?
„Wo sollte sie denn bitte schön hin? Eine pathetische Künstlerin, die rote Töne in Rahmen malt, weil sie nicht ausdrücken kann, was sie eigentlich sagen will?
‚Du gehst nirgendwohin!‘, hörte die Frau eine vertraute Stimme in ihrem Inneren zu sich sagen.
Wie sollte sie jemals irgendjemandem alles erzählen, und wie sollte sie es ertragen, alles für sich zu behalten? Die Frau fühlte sich vollkommen ausgebrannt. Der Effekt von Durst, Hunger und Müdigkeit machte sich bemerkbar. Sie zitterte und hätte nicht sagen können, ob es sich dabei um eine psychische oder physische Reaktion handelte. Es war alles eine riesige Katastrophe. Sie hätte nie wegfahren sollen.
Es wird für das alles schon irgendeine Erklärung geben, dachte die Frau vage. Vor allem aber dachte sie an ihr Bett, warm und vertraut, und an den tiefen Schlaf, den sie schlafen würde, wenn sie erst einmal wieder zu Hause war. Zu Hause. Der Stau hatte sich aufgelöst. Die Frau drückte fest auf das Gaspedal. Was soll’s, dachte sie, und was sollte schon jemals etwas. Sie war eine Künstlerin und eine Frau. Eine sensible Seele. Da musste man eben Abstriche machen. Dinge in Kauf nehmen. Sich seinen Weg bahnen. Ihr Weg führte zurück nach Hause.“
Puh, gerade auf den ersten Seiten fand ich den Schreibstil wahnsinnig anstrengend zu lesen!
Sehr, sehr lange Sätze, „Wurmsätze“; der Satzbau anspruchsvoll bis schwer zugänglich.
Fast hätte ich das Buch gleich wieder abgebrochen, das gebe ich zu.
Dann war ich aber doch neugierig, wie die Geschichte weitergeht.
Am Ende des Buchs bleibe ich etwas zwiegespalten zurück. Das Buch ist ungewöhnlich, es war eine interessante Leseerfahrung. Dabei ist die Umsetzung des Themas mal was ganz anderes, konnte mich persönlich jedoch nur bedingt abholen. Mir fehlte es hier ein wenig an Emotionalität. Ich vergebe 3 von 5 Sternen
Herzlichen Dank an den dtv Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!
Rezensent*in 861419
Interessantes Motiv mit einigen Leerstellen;
Das Motiv dieses Romans hat mich direkt angesprochen. Eine spontane Fahrt, zufällig getriggert durch eine grüne Welle der nächtlichen Ampeln, das finde ich ein charmantes Thema, das so viele Möglichkeiten bietet. Hier flüchtet eine namenlose Frau, die kurz zuvor ihre namenlose Freundin getroffen hat. Der Ehemann wird als Fluchtgrund angedeutet, aber mir blieb zu viel zu schwammig. Auch das Namenlose und die Verortung der Handlung in einer unbenannten Region war auf Dauer etwas sperrig zu lesen. Man könnte denken, dass diese Details unwichtig sind und der Fokus auf den Gedanken und Emotionen der Protagonistin liegen soll und von der Autorin deshalb so gewählt wurde. Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Mich hat dieses Stilmittel nicht so richtig abgeholt. Die Handlung, Gedanken und Emotionen der Charaktere, vor allem der Hauptfigur, fand ich in ihrer Zerrissenheit sehr gelungen und glaubhaft geschildert. Ich fand den Beginn spannend, das Ende allerdings etwas enttäuschend. Es gab einige Leerstellen, die man noch hätte füllen können und die das Ganze abgerundet hätten. Das Motiv hat ein großes Potenzial, das nur teilweise genutzt wurde.
Buchhändler*in 920508
Eine kurze Flucht nach einem Kinobesuch, ausgelöst durch die fehlende rote Ampel, an deren Stelle man sich orientieren könnte. Die Frau fährt einfach ins Ungewisse, mitten in der Nacht, und währenddessen erfährt man etwas über ihr Leben und ihre Ehe, und die Gewalt zuhause.
Kurz, eindrucksvoll, und voller Hoffnung auf die Solidarität der besten Freundin.
Eindrucksvolle Geschichte einer Frau, die eine Flucht antritt, die sie nicht nur von ihrem gewalttätigen Mann schützt. Sie findet auch wieder ins Leben zurück.
Buchhändler*in 406819
Sehr besonders. Unkonventionell erzählt. Man kann sich dem Sog nicht entziehen, von grüner Ampel zu grüner Ampel fährt man mit. Vieles wird nur angedeutet, bleibt vage und uneindeutig. Ich mochte es wirklich, breit empfehlen kann ich es in der Buchhandlung allerdings leider nicht.
Maria H, Rezensent*in
Das Cover passt gut zum Titel und der Inhalt der Geschichte. Eine Frau, die nach einem Kinobesuch nicht nach Hause fährt, sondern eine Autofahrt ohne Ziel unternimmt. Als Leser begleiten wir die Frau auf ihrer Fahrt und lernen so ihr Leben kennen. Zu Anfang spürt man direkt, wie sie auf der Flucht ist. Dies kommt durch den Schreibstil der Autorin sehr gut rüber. Dann der Unfall mit dem Reh, der dann der Anlass ist, dass die Frau ihr derzeitiges Leben reflektiert. Mehr möchte ich nicht zum Inhalt schreiben. Das Buch lohnt sich auf jeden Fall zu lesen und daher empfehle ich es sehr gerne weiter.
Die titelgebende „Grüne Welle“ bedeutet genau das, was man als erstes damit assoziiert. Fahren, ohne anzuhalten. Kein Hindernis, keine Begrenzung – kein Rahmen. Gerade diese vermeintliche Monotonie führt zu einer intensiven Erfahrung, für Protagonisten wie Leser gleichermaßen. Die Emotionen kommen und gehen. Ebenfalls wellenartig ergießen sich positive wie negative Gefühle. Zumeist ohne Ankündigung und mit einer Wucht, durch die ansatzweise deutlich wird, wieviel sich im Inneren der Frau angestaut haben muss.
Das Werk kommt mit wenigen Personen und noch weniger Namen aus. Es geht auch gar nicht darum wie die Frau oder ihre Freundin oder ihr Mann heißen. Sie sind in gewisser Weise jeder und jede. Durch die gewählte Perspektive und den dann doch wieder eng gefassten Rahmen des Geschehens, wird der Fokus sehr deutlich gelegt. Es gibt wenig, das ablenkt, denn ebenso unwichtig wie die Namen der Protagonisten, so irrelevant ist auch die Strecke, die hier zurückgelegt wird.
Hin und wieder gibt es Sequenzen, die sich abseits dieser Strecke ereignen, aber doch immer in Sichtweite. Häufig stellt sich hier unterschwellig die Frage nach der Richtung, die nach einer kurzen Rast eingeschlagen wird. Hochkonzentriert verfolgt der Leser jede Zeile, jedes Wort, um mögliche Knack- oder vielleicht sogar Wendepunkte nicht zu verpassen. Gleichzeitig driften die Gedanken aber auch zu Ereignissen das eigene Leben betreffend, man wird selbst zur Hauptfigur des Buchs.
Mit Sicherheit eine Lektüre, die polarisieren wird. In jedem Fall aber ein unglaublich bildgewaltiges Werk, trotz kaum erkennbarer Licht- und Farbquellen, ebenso wie der klaren Begrenzung des Handlungsortes. Eine Geschichte über Aus- und Aufbruch auf vielen unterschiedlichen Ebenen.
Ich war am Anfang sehr neugierig auf die Geschichte, doch fand ich den Schreibstil zunehmend nervig. Sollte es ein Stilmittel sein, dass sich immer wieder Wörter in sich folgenden Sätzen wiederholen? Falls ja, habe ich das nicht nachvollziehen können. Schlimm wäre es, wenn das Buch schlecht lektoriert wurde.
Ich hatte nach der Hälfte des Buches keine Lust mehr, das Buch zu Ende zu lesen.
Norbert W, Buchhändler*in
Ich habe mich während der gesamten Zeit gefragt, was der Sinn dieses Buches ist. Halbgare Gedanken von unfertigen Figuren, die ständige Anwendung und Wiederholung von Klischees und zudem die baldige Gewissheit, zu wissen, wie und wo diese Geschichte endet.
Ich war selten so gelangweilt.
Simone F, Rezensent*in
Die Ausgangslage von „Grüne Welle“ hat mich sofort neugierig gemacht – vielleicht, weil ich mich selbst recht häufig verfahre und ich dadurch schon an den abstrusesten Orten gelandet bin. Wie wäre es, einfach weiterzufahren, aus dem eigenen Leben spontan auszubrechen, ob für ein paar Tage oder für immer? Nach einem Kinoabend mit ihrer besten Freundin verfährt sich die namenlose Protagonistin an einer Umleitung und entfernt sich immer weiter von zu Hause und ihrem Ehemann. Je weiter sie fährt, desto geringer wird ihr Drang umzukehren oder ihrem Mann Bescheid zu geben, und desto mehr denkt sie über ihr Leben nach. Wie hat sie dieses entwickelt, was ist aus ihren Träumen geworden? Wer ist sie und wie will sie gesehen werden?
Frau, Freundin und Mann bleiben namenlos, auch die Landschaft, durch die die Frau fährt ist ohne Kontur, beliebig. So könnte jede und jeder überall gemeint sein und die Geschichte stellvertretend für viele Frauen an allen Orten stehen. Leider funktionieren die Figuren in diesem Roman für mich nicht. Zu klischeehaft werden die empfindsamen und verpeilten Künstlerinnen und der gewalttätige, Kunst nur nach dem materiellen Wert beurteilende, schon äußerlich abstoßende Ehemann gezeichnet, der natürlich Anwalt ist. Die Freundin der Frau, die sich als eine urbane Künstlerin sieht, blickt abfällig auf das Leben in einer Kleinstadt und ihre Bewohner. Die Karriere der Frau, einst ein aufstrebendes, vielversprechendes künstlerisches Talent, geriet vor Jahren ins Stocken, latent ist auch daran der Mann Schuld. Das ist mir zu einfach und zu holzschnittartig, es fehlt jegliche Ambivalenz. Dies hat zur Folge, dass mir alle drei fremd bleiben und immer unsympathischer werden, bis mir am Ende nahezu gleichgültig ist, was mit ihnen passiert. Die Gedanken und Emotionen der Frau, die über ihr Leben reflektiert, empfand ich auch nicht als besonders überraschend oder tiefgründig. So bleibt für mich am Ende vor allem Ernüchterung, da das Thema so viel Potential geboten hätte, das in meinen Augen leider nicht genutzt wurde.
LeserInnen dieses Buches mochten auch:
Petra Bracht; Roland Liebscher-Bracht
Körper, Geist & Gesundheit, Ratgeber, Sachbuch