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Die Enthusiasten
Roman
von Markus Orths
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Erscheinungstermin 12.02.2026 | Archivierungsdatum 30.06.2026
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Zum Inhalt
Glauben Sie uns: Der irrwitzigste Lesespaß seit Langem! Für alle, die die Welt der Literatur lieben!
Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der Decke hängen und in der Geschichten zum Leben erweckt werden. Und über drei Geschwister, die eine innige Liebe verbindet und ein großer Verlust.
Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy, eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam?
Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet.
Glauben Sie uns: Der irrwitzigste Lesespaß seit Langem! Für alle, die die Welt der Literatur lieben!
Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783869713304 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 368 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Buchhändler*in 981431
Ein Buch voll Sprachgewalt, welches einen von Seite Eins an in seinen Bann zieht.
Markus Orths nutzt Laurence Sternes "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" als Aufhänger, um die Lebens und Familiengeschichte der Bärs, bestehend aus drei Geschwistern, einem Vater und einer lange verschwundenen Mutter, zu erzählen.
Das erste Lesehighlight in 2026 - absolut Buchpreiswürdig!
Jutta H, Buchhändler*in
Die Enthusiasten von Markus Orths ist ein Roman, der mich leise, aber nachhaltig beschäftigt hat. Es ist kein Buch, das mit einer spektakulären Handlung oder großen Wendungen auftrumpft – und genau darin liegt seine Stärke. Orths erzählt von Menschen, die für etwas brennen, und von dem Moment, in dem dieses Brennen zu flackern beginnt.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, den Figuren sehr nah zu sein. Sie wirken nicht wie literarische Konstrukte, sondern wie Menschen, denen man im echten Leben begegnen könnte: idealistisch, widersprüchlich, manchmal naiv, manchmal resigniert. Ihr Enthusiasmus ist ansteckend, aber auch fragil. Besonders berührt hat mich, wie Orths zeigt, dass Leidenschaft nicht automatisch glücklich macht – und dass das Festhalten an Idealen ebenso schmerzhaft sein kann wie ihr Verlust.
Der Schreibstil ist ruhig, präzise und immer wieder überraschend humorvoll. Ich musste öfter schmunzeln, obwohl die Themen alles andere als leicht sind. Orths beobachtet seine Figuren mit einer Mischung aus Nähe und Distanz, die ich als sehr angenehm empfunden habe: nie belehrend, nie sentimental, aber immer aufmerksam. Gerade diese Zurückhaltung lässt viel Raum für eigene Gedanken und Identifikation.
Was mir an Die Enthusiasten besonders gefallen hat, ist die Offenheit des Romans. Es gibt keine klaren Antworten darauf, wie man „richtig“ lebt oder wie viel Idealismus ein Mensch braucht. Stattdessen bleibt vieles in der Schwebe – so wie im echten Leben. Nach dem Lesen habe ich mich selbst gefragt, wofür ich eigentlich brenne und was passiert, wenn diese Begeisterung einmal nachlässt.
Die Enthusiasten ist ein stiller, kluger Roman, der nicht laut überzeugen will, sondern sich langsam entfaltet. Für mich ist es ein Buch über das Erwachsenwerden im weitesten Sinne – über das Ankommen in der Realität, ohne die Sehnsucht ganz aufzugeben. Ein Roman, der nachwirkt und gerade deshalb lange im Gedächtnis bleibt.
Hilfe, was für ein Buch! Ab und zu habe ich beim Lesen die Vision gehabt, ich müsse danach ein Gewicht auf den Buchdeckel legen, damit die Wörter und Sätze nicht herausquellen und sich weigern, in ihr Zuhause zurück zu kehren…
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so eingefangen hat und nach dessen Lektüre ich das Gefühl hatte, überrollt worden zu sein von einem Hochgeschwindigkeitszug, vollbesetzt mit wohlgeformten Sätzen, intelligenter, höchst rasanter Handlung, gigantischen Abschweifungen und immer neuen kuriosen Szenen. Noch während ich mich mit der Geschichte um die Hauptfigur Vince Bär beschäftigt habe, ist wie durch Zauberhand das Buch „Leben und Ansichten von Tristram Shandy“ von Laurence Sterne in meinem Sammler-Regal gelandet. Und das „nur“, weil Vince verrückt nach diesem Buch ist.
Eines Tages entdeckte er das Buch in einem Zug, beschrieben mit einem bösen Kommentar, weil es der Leser zuvor zu verschwurbelt fand. Vince las es durch, sprichwörtlich „in einem Zug“ und verließ besagten erst, als er an der Endhaltestelle rausgeworfen wurde. Er las und las und wurde sofort begeisterter Fan dieses Werkes.
Zum jährlichen Todestag von Sterne trifft er sich mit anderen Fans an dessen Grab und genau dort wird ihm etwas angeboten, für das er sein Leben (oder das von anderen?) geben würde. Die Theorie, dass es noch ein zehntes Buch von Sterne gibt, hält sich seit Jahren und nun bietet ein mysteriöser Fremder Vince dieses Manuskript an. Damit löst er eine Reaktion bei Vince aus, die ähnlich dem Anstoß einer Kernreaktion, nicht mehr zu stoppen ist…
Dies ist der Einstieg in einen abenteuerlichen Plot, der mit der Kindheit von Vince beginnt, in der seine Mutter die Familie und das kleine, mit Büchern vollgestopfte Hexenhaus für immer verlässt; ohne Abschied, ohne erkennbaren Grund. Sie ist weg und doch immer präsent in den zukünftigen Leben von Vince, seiner Schwester Elfi, seinem Bruder Marcellus und dem Vater. Rettung in dieser Zeit ist die Literatur, sind die unzähligen Bücher, die Vince und seinen Vater trösten, während seine Geschwister sich auf ihre eigene Suche nach Trost, nach dem Sinn des Lebens machen.
Was das kleine englische Dorf Coxwold, ein Massagesalon, eine Pistole und die Suche nach dem zehnten Band Sternes, mit Dunklen-Materie-Teilchen und einer detonierenden Toilette verbindet?
Nach solch einer sprachlichen Explosion, irrwitzigen Ideen und abenteuerlichen Wendungen, kann ich nur sagen; das muss man einfach lesen!!!
Jutta R, Buchhändler*in
Die Enthusiasten ist ein sprachgewaltiger Roman, der mich gleichermaßen überwältigt und begeistert hat. Markus Orths entfesselt ein Feuerwerk aus Wortschöpfungen, Assoziationen und gedanklichen Verästelungen, das mich immer wieder zwischen Staunen und Erschöpfung pendeln ließ. Gerade diese Spannung zwischen Überforderung und Faszination macht den besonderen Reiz des Buches aus.
Im Mittelpunkt stehen drei Geschwister, die ganz plötzlich und unerwartet von der Mutter verlassen wurden und sich mit unbändiger Leidenschaft ihren jeweiligen Obsessionen hingeben. Ihre Wege kreuzen und überlagern sich, treiben einander an und geraten in immer wildere, teils surreale Entwicklungen.
Es gab Momente, in denen mir die sprachliche Wucht fast zu viel wurde, als wolle der Text selbst jeden Rahmen sprengen. Doch immer wieder zog mich die erzählerische Kraft zurück hinein, fesselte mich mit überraschenden Wendungen und einer Atmosphäre, die zwischen Komik, Abgrund und poetischer Ekstase changiert.
Am Ende bin ich mit rasender Geschwindigkeit durch dieses Buch gerauscht – nicht, weil es leicht wäre, sondern weil es mich nicht mehr losgelassen hat. Die Enthusiasten ist ein Roman, den man nicht einfach liest, sondern erlebt.
Karin M, Rezensent*in
Januar 2026. Das Buch "Die Enthusiasten" von Markus Orths hat bereits jetzt große Chancen mein Lieblingsbuch des Jahres 2026 zu werden.
Ich liebe Markus Orths ausgefallenen Ideen, seinen Sprachwitz, sein Spiel mit Worten und Sätzen, die außergewöhnlichen Protagonisten.
Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Was für ein Buch!
Ich empfehle es allen Buchliebhabern, allen Lesern, die Freude an guter Sprache haben, Menschen mit Sinn für etwas skurrilen Humor.
Und ja, ich empfehle es auch allen, die befürchten, Künstliche Intelligenz könnte irgendwann Autoren überflüssig machen.
Dagmar K, Buchhändler*in
In seinem neuesten Roman entfesselt Orths ein sprachliches Feuerwerk auf hohem literarischem Niveau, das gleichzeitig für irrwitzigen Lesespaß sorgt. Er erzählt die Geschichte von drei Geschwistern, die in ihrem Lebensinn der Verfolgung ihrer persönlichen, etwas skurrilen Ideen widmen. Natürlich tun sie dies mit großem Enthusiasmus, wie der Titel bereits andeutet. Der Roman ist ein turbulentes Werk, das durchaus auch zum Schmunzeln anregt. Doch Vorsicht: Orths’ überbordende Fantasie hat auch einige Fallstricke in die Handlung eingebaut.
Orths Roman zielt nicht nur darauf ab, uns Leser zu unterhalten. Durch sein Verwirrspiel möchte er unsere Sinne und Wahrnehmung schärfen und uns auf ein immer drängenderes Problem unserer Zeit aufmerksam machen. Obwohl sich seine Absicht spätestens zum Ende offenbart, werden aufmerksame Leser bereits durch zahlreiche Andeutungen darauf hingewiesen. Mehr möchte ich nicht verraten. Dieses Buch ist ein Muss.
Johanna L, Buchhändler*in
Das Buch ist ein absolutes Erlebnis. Es quillt förmlich über vor Sprachgewalt, Ideen, Humor, skurrilen Figuren und Wendungen. In dem Moment, wo es zu viel wird, öffnet der Autor ein neues Fass auf und alles beginnt neu zu sprudeln. Gleichzeitig geht es um elementare Dinge des Lebens, einfache Sätze stehen wiederum seitenlangen, ausschweifenden Textpassagen gegenüber. Aber genau so passt es und soll so sein.
Ein Roman wie ein Zehn-Gänge-Menü: von allem zu viel, aber gleichzeitig köstlich, ausgefallen, unvergesslich. Danach ist man satt und glücklich. Schon jetzt ein Highlight in diesem Lesejahr.
Buchhändler*in 772537
Vince ist Tristram Shandy-Experte und fest davon überzeugt, dass ein zehntes Buch des Geniestreichs existiert. Als ihm ein geheimnisvoller Mittelsmann das Werk tatsächlich anbietet, glaubt er sich schon am Ziel seines gesamten Strebens. Doch seine fieberhaften Bemühungen, das Buch in die Finger zu bekommen, katapultieren ihn in einen rasanten Strudel von wahnwitzigen Ereignissen.
Parallel zur Jagd nach Laurence Sternes Erbe erzählt der Erzähler Vince von seiner bücherbesessenen Familie, vom Verschwinden der Mutter und vom obsessiven Verlangen des Vaters nach originellen Formulierungen. Unzählige ausufernde Nebenbemerkungen befassen sich unter anderem mit Sprache und Literatur, mit dem Schreiben und Erzählen und mit künstlicher Intelligenz.
Der sprachgewaltige, irrwitzige, fantasievolle Roman ist eine großartige Hommage an Tristram Shandy und macht einfach Spaß zu lesen. Die ganze skurrile Familie von Vince mit ihrem Hexenhäuschen voller Bücher ist mir ans Herz gewachsen. Und ich war sehr beeindruckt, wie gut der Autor die Vertröstung samt Trostverweigung umsetzt.
Eine fabelhafte, sprachtrunkene Tour de Force für Leserinnen und Leser mit Freude an literarischem Übermut und erzählerischer Abschweifung.
Frauke S, Rezensent*in
‚Die Enthusiasten‘ ist ganz anders als die meisten Bücher - alles ist etwas verrückter, bunter, irrsinniger als in den meisten anderen Büchern. Das mag an der porträtierten Familie Bär liegen, die auch ganz anders ist, als die meisten Familien, und dabei vor allem besessen vom Lesen. Die drei Geschwister gehen schließlich ganz unterschiedliche Wege als Literaturexperten, Teilchenphysikerin und Filmemacher, doch verlieren sie nie den Draht zueinander und ihrem Vater, als ihre Mutter auf unerklärliche Weise eines Tages plötzlich verschwindet.
Es ist irgendwie erfrischend, wie jedes Familienmitglied in diesem Roman seinen Weg geht und dabei völlig ignoriert, was gesellschaftlich vielleicht von ihm erwartet sein könnte. Und auch die Wortspielereien des Autors machen beim Lesen einfach glücklich.
Das Ende der Geschichte hat mich dann doch überrascht, weil es in den heutigen Zeiten mit den heutigen technischen Möglichkeiten so offensichtlich und erwartbar war - und ich es vielleicht gerade deshalb in diesem ungewöhnlichen Roman irgendwie nicht erwartet hatte. Nichtsdestotrotz: Bei diesem Buch ist das Lesen an sich der Genuss und wer es bunt, wild und wagemutig mag, dem wird diese Geschichte gefallen.
Buchhändler*in 1112220
Ein Roman über den Laurence Sterne Enthusiast Vince, der jährlich zum Treffen mit anderen Fans nach England pilgert und dort mit zwei Freunden den unbekannten 10. Band Sternes zum Kauf angeboten bekommt.
Gleichzeitig wird Vince‘ Familiengeschichte ausgebreitet, in der die Mutter unerklärlich die drei Kinder und den Mann verlässt.
Teilweise ist der Roman witzig und humorvoll, berührend geschrieben, Wahrscheinlich muss man Sterne Kenner oder Anglist sein, um die Windungen und Konstrukte Orths zu erkennen und zu würdigen. Mir war es zu viel oder ich habe den Roman nicht richtig verstanden.
Vincent Bär stammt aus einer buchverrückten Familie. Der inzwischen betagte Vater arbeitete als Schrifsetzer und Korrektor, der jüngere Bruder Marcellus gibt als Cineast einen ebenbürtigen Nerd, und die ältere Schwester Elfi forscht an Elementarteilchen. Icherzähler Vincent wird als Anglist und einer der drei maßgeblichen Experten für Laurence Sternes „Tristram Shandy“ als Gutachter um sein Urteil gebeten, ob ein 10. Buch/Kapitel zu Sternes Werk existieren könnte. Sterne zu kopieren war bisher für unmöglich gehalten worden – und doch fragt man sich, ob die Experten vom angeblichen Mr. Minelli über den Tisch gezogen werden sollen. Mit seinen Mitstreitern Bianca Barbosa und Ole Andersson reist Vincent zu Sternes 250. Todestag zum legendären Fan-Treffen in Coxwold an. Tatsächlich wird dort mitten im Fan-Trubel dem Triumvirat die Kopie einer Seite eines handgeschriebenen, ledergebundenes Manuskript aus dem 18. Jahrhundert vorgelegt. Von wem Papier, Tinte und Heftfäden tatsächlich überprüft worden sind, könnte man sich fragen, oder ob das Ganze ein werbewirksamer Hoax sein könnte.
Vincent scheint allein durch seine Herkunft eine faszinierende Figur zu sein. In seiner Familie wurden die Bücher aus Platzmangel bereits auf einer Plattform unter die Decke gezogen und die Kinder wuchsen in der Überzeugung auf, Bücher würden erst bei den Bärs zum Leben erwachen und miteinander flüstern. Schon früh lernen die kleinen Bärs, dass nicht zählt, was ein Autor will, sondern was ein Text erzählen will. Vincent scheint bis heute das Trauma nicht verarbeitet zu haben, dass in seinem 10. Lebensjahr wie in einem fantastischen Kinderbuch seine koboldhafte Mutter verschwand. Der mutterlose Vincent fand offenbar Trost in „Tristram Shandy“, das nur für ihn geschrieben worden zu sein scheint.
Als Nebenfiguren tauchen der Schauspieler Fat Wayne auf und Natcha, seine Untermieterin und Thai-Masseurin, die rätselhafterweise gemeinsam mit den drei Experten mit dem Zug anreiste. Elfi Bär wiederum arbeitet in Gran Sasso, in der Nähe des Ortes, aus dem die Koboldmutter eine Ansichtskarte geschrieben haben soll …
Fazit
„Die Enthusiasten“ lässt hinter einem dynamisch wirkenden Cover eine Geschichte vermuten, für die Farbe auf eine Leinwand aufgetragen und anschließend in einer rotierenden Wäscheschleuder zum Überraschungsbild verzaubert wird. Mit protestantischer Freude am Wort ist ein aberwitziger Roman entstanden, der über die heimliche Macht von Korrektoren, Literaturwissenschaftlern & Paketlieferanten spottet – und wirkungsvoll Lust an der Sprache weckt.
ich bin absolut positiv überrascht über diesen tollen Roman mit seiner blumigen und bunten Sprache, bei der man eher glaubt, Gemälde in einer Galerie zu betrachten als ein Buch zu lesen. Schon alleine das Cover macht auf einen phantasievollen Inhalt aufmerksam. Die Beschreibungen im Buch sind zum Teil ausufernd, beinhalten manchmal Phantasieworte, aber sind immer auf den Punkt genau und eindeutig. Ich bin richtig verzaubert von manchen Redewendungen oder Wortgebilden, die hier benutzt werden. Wirklich wie ein buntes Feuerwerk. Auch die Geschichte selbst ist nicht weniger phantasievoll und auch beim Inhalt geht es um die Sprache und wie man sie verwendet. Worum es geht, ist eigentlich ganz schnell gesagt: um die Suche nach einem verschollenen (oder nie geschriebenen?) Buch eines Autors. Aber die Nebenschauplätze und Nebenhandlungen sind der eigentliche Inhalt des Romans. Das Ende hat mich sehr überrascht und zuerst dachte ich: oh nein... ein blödes Ende für so viel Phantasterei, aber dann hat sich meine Meinung geändert, denn der Autor hat sich am Ende selbst nochmal erklärt und ich stimme ihm in seiner Meinung völlig überein. Ich werde das Buch definitiv weiter empfehlen, es hat mir unglaublich gut gefallen!
Irr und wirr
Dieses Buch ist irgendwie super besonders- exzentrisch, extravagant und exzellent erzählt. Ich würde mir niemals anmaßen schon beim ersten Lesen alles erfasst zu haben, was hier an Perlen verborgen liegt. Sprachaffine Leser kommen hier durchaus auf ihre Kosten.
Ich finde anfangs muss man sich einfach drauf einlassen und hinnehmen, dass nicht alle Zusammenhänge sofort glasklar sind. Aber nach und nach zeichnet sich ein immer deutlicheres Bild. Die Geschichte setzt sich aus verschiedenen Erlebnissen, Anekdoten und Erinnerungen zusammen. Es ist eine durch und durch kuriose Erzählung, sehr ausschweifend und überbordend geschrieben.
Die Geschichte hat was komödiantisches , gleichzeitig gibt es auch Spannungs- und Krimielemente und das ganze wird umspannt von einer Atmosphäre, des Rätselhaften. Gleichzeitig stellt sich Protagonist Vince herrlich impulsiv und dilettantisch an und man fragt sich natürlich, was er da eigentlich vor hat. Liest sich ein bisschen wie ein Fiebertraum, aber mit hohem Unterhaltungswert.
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch nicht für jeden was ist, aber ganz ehrlich: ich hab noch nie was vergleichbares gelesen und dadurch hatte ich echt viel Spaß mit der Geschichte.
Judith M, Rezensent*in
Klug, witzig und unvorhersehbare. Ich habe mich schon lange nicht mehr so amüsiert beim lesen. Dieses Buch ist eine Hommage auf das Wort und die Wortgewandtheit. Sehr lesenswert.
Florian R, Journalist*in
Was für eine herrliche Räuberpistole, die Markus Orths hier auffährt. Im Zentrum: Drei Literatur-Enthusiasten, die in Coxwold beim jährlichen Treffen der Bewunderer Laurence Sternes mit anderen Nerds zusammenkommen, um des Todestags des großen Literaten zu gedenken. Dort wird ihnen ein Manuskript angeboten, über dessen Existenz Vincent Bär wissenschaftliche Vermutungen veröffentlicht hat - das 10. Buch von Tristam Shandy. Das ist der Startschuss zu einem wilden Ritt durch die Genres und einer Schnitzeljagd, die sämtlichen Helden der Literaturwissenschaft huldigt, Roland Barthes, Paul Celan und Co. Fanfiction im besten Sinne, irre witzig, unfassbar und unberechenbar zu gleich. Ein Vergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte. 6 von 5 Sternen!
Buchhändler*in 406819
Literatur als Lebensinhalt, darum geht es in "Die Enthusiasten". Geschrieben in einer wunderschönen Sprache. Die Charaktere sind wunderbar skurril und originell. Ein Traum für Leser*innen, die ebenfalls buchverrückt sind und eine etablierte Sprache zu schätzen wissen.
Ingeborg J, Journalist*in
Was für eine abgedrehte Familie: literaturaffin, sprachverliebt, redegewandt. Mittendrin der Literaturwissenschaftler Vincent Bär auf der aberwitzigen Suche nach einem vermeintlichen zehnten Band von Laurence Sternes „Tristram Shandy“. Auf zwei miteinander verschlungenen Erzählsträngen mäandert das Geschehen durch entlegene Vorstellungswelten, Visionen und Obsessionen, flankiert von einem skurrilen Personal, das exzentrischer nicht sein könnte.
Mit überbordender Fabulierlust und leidenschaftlicher Verve entführt Markus Orths den willigen Leser in einen brodelnden Kosmos an Absonderlichkeiten und ungelösten Rätseln. Für alle, die sich auf diese Experimentierfreude und Sprachgewalt einlassen, ein unendlicher Spaß!
Eva S, Buchhändler*in
Ein verrücktes Buch! Mit mindestens so viel Fabulierlust wie Laurence Sterne in seinem „Tristam Shandy“. Denn um dieses Buch geht es hauptsächlich in den „Enthusiasten“ von Markus Orths. Genauer gesagt um den 10. Band des Tristam Shandy , der scheinbar verschollen ist. Und als der Ich-Erzähler Vince mit zwei seiner Freunde am Grab von Laurence Sterne steht und alle eine SMS erhalten, dass der 10. Band aufgetaucht ist, ist die Freude groß und Vince lässt sich auf haarsträubende Ideen ein, diesen Band in seinen Besitz zu bringen.
Auch Vince buchbegeisterte Familie wird so herrlich beschrieben, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag.. und die Frage, was wahr und was erfunden ist, stellt sich bei diesem Lesespass erst gar nicht.
Ute M, Buchhändler*in
Was für ein überbordendes Leseerlebnis!
So ein Buch habe ich im langen Laufe meines Lebens als Leserin noch nicht gelesen. Ein literarisches Feuerwerk auf ganz hohem Niveau. Was für eine Sprachgewalt!!! Da wird mit Wörtern gespielt, Sätze verdreht und spannend und witzig ist das Ganze auch noch.
Diese buchverrückte Familie, die mit und zwischen ihren Büchern lebt...herrlich.
Als Leserin, die sich an Sprache erfreut, muss man diesen Roman einfach lesen. Wie gesagt, ich habe noch nichts vergleichbares gelesen.
Toll, toll, toll... Und wenn man dann denkt, jetzt wird es mir gleich zu viel und zu ausufernd, dann macht der Autor noch einen neuen Handlungsstrang auf und fängt einen damit wieder ein. Bis in die skurrilen Nebenfiguren hinein sehr gut gezeichnete Protagonisten. Und trotz der ausufernden Beschreibungen eine rasante und intelligente Handlung. Ich weiß gar nicht, was ich sonst noch alles zu diesem Buch schreiben soll. Also...LESEN!!!
Journalist*in 438414
Literarische Funde machen immer wieder Schlagzeilen, und sei es nur in der Fiktion. [...]
Auch Markus Orths trumpft in seinem heute erscheinenden Roman «Die Enthusiasten» mit einer sensationellen Entdeckung auf. Ein mysteriöser Unbekannter bietet drei Laurence-Sterne-Expert:innen das zehnte Buch des «Tristram Shandy» an. Ist es echt? Und können die drei die erforderliche Summe auftreiben?
Für den Ich-Erzähler Vince, einen glühenden Verfechter der Theorie, dass es dieses verschollene zehnte Buch tatsächlich gibt, beginnt ein irrwitziges Abenteuer, das ihn nicht nur zu den Schmerzpunkten seiner Familiengeschichte führt, sondern weit über seine Grenzen katapultiert. Markus Orths Roman ist ein erzählerischer Höllenritt in der Tradition des «Tristram Shandy» – voller Überraschungen, Abschweifungen, Sprachwitz und literarischen Anspielungen.
„Für dieses Buch würden sie töten! Sie alle drei!“
Dem vierundvierzigjährigen Vincent Bär fiel das Erzählen schon immer leichter als das Schreiben. Deswegen lässt er als Ich-Erzähler daran teilhaben, wie im März 2018 sein Leben zu kippen begann. Als großer Bewunderer des irischen Schriftstellers Laurence Sterne reist Vincent jedes Jahr nach Coxwold und trifft dort seine Kollegin Bianca und Ole. Zusammen sind sie große Anhänger des meisterlichen Pioniers der modernen Literatur, denen ein ungeahntes Wunder begegnet: ein Mann namens Morton Minelli behauptet, ein unbezahlbares Manuskript des zehnten Buches zu besitzen, von dessen Existenz niemand wusste – es gab nur Gerüchte. Er will den Inhalt von ihnen auf Echtheit prüfen lassen. Vincent ist Feuer und Flamme. „Sie hatten nicht die geringste Ahnung, wozu ich fähig und was ich zu riskieren bereit wäre…“
In den Rückblicken erfährt man viel über Vincents Familie, die lese- und wortverrückte Kindheit der drei Geschwister und wie einschneidend es die Familie verändert hat, als die Mutter spurlos verschwand. So manche bezaubernde Erinnerung wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Der letzte Auftrag vor dem Ruhestand des ‚Wiederholungsphobikers‘ und ‚Herrn der Kommas‘ schenkte mir ein inneres Lächeln, ebenso wie die verrückte Europameisterschaftsgeschichte oder der erste Film von Vincents Bruder Marcellus. Jedes Familienmitglied bekommt seinen Moment, eingebetet in einfallsreiche Sprachgemälde für unvergleichliches Kopfkino. „Er nebelte wie ein Gespenst durch sein Leben. Die Traurigkeit legte sich wie ein klebriger Film auf sein Gemüt.“ Erfundenes trifft auf Wahres und offene Fragen treffen auf Dazu-später-mehr-Vertröstungen, die es spannend machen und ins Konzept passen. Gewoben wird ein spielerisches Kunstwerk um Laurence Sterne, das im Stil und der leicht ausschweifenden Erzählweise gewollte Verknüpfungen aufweist.
Insgesamt eine außergewöhnliche Geschichte, bei der ich mich auf vielen Ebenen abgeholt gefühlt habe - vor allem vom Ende. Mein Buch ist voller Markierungen. Ich könnte es irgendwo aufschlagen und garantiert einen Satz finden, der mir Freude macht. Nicht nur durch die unvorhersehbare Handlung und prägnante Botschaft, sondern auch wegen des ironischen Humors, der reflektierenden Ebene, der wunderbaren Bär-Familie, der Intertextualität und dem experimentellen Sprachcharakter, der dem Roman eine besondere Note verleiht.
Ein uferloses Vergnügen und ein spaßiges Ereignis, bei dem man nie so genau weiß, was man findet und wie irrsinnig es sein wird. Wer sich einmal auf den „frohlockenden Stil“ von Markus Orths eingelassen hat, wird mehr wollen. Dazu gehört sicher ein bisschen Begeisterung für den Sprachwahnsinn und eine Liebe zu unkonventionellen Geschichten, die Brücken zwischen Menschen bauen. Ich fand es großartig und kann es jedem empfehlen, der sich für literarische Vielfalt und ihre Kunst begeistert.
Das Buch erzählt vom Schicksal einer Familie, von der andauernden Suche nach etwas Unbestimmtem und vom unermüdlichen Weitermachen. Es weckt die Liebe zur deutschen Sprache und zeigt, warum sie als Sprache der Dichter und Denker gilt – mit Einfallsreichtum, erzählerischer Parallelität und feinem Humor.
Wir begleiten einen Literaturwissenschaftler auf seiner Jagd nach einem Buch, das möglicherweise nie existiert hat. Dabei erfahren wir mehr über seine von Büchern und Worten geprägte Kindheit, über seine zwei Geschwister – eine Teilchenforscherin und einen Filmemacher –, über seinen Vater mit dessen Abneigung gegen Wiederholungen sowie über seine verschwundene Mutter, deren Schicksal die Gedanken der Familie immer wieder bestimmt.
Die Enthusiasten hat mich sehr überrascht, und ich kann kaum in Worte fassen, was ich beim Lesen empfunden habe. In vielem habe ich mich selbst wiedererkannt, habe mich in die Figuren hineinversetzt, mit ihnen gelitten, gelacht und mitgefiebert, als wäre ich selbst Teil dieser Familie gewesen.
Dieses Buch hat mich in eine Welt entführt, die ich nur schwer wieder verlassen wollte.
Mentale Satzlabyrinthe
Shandy, so wird der Ich-Erzählende Vince Bär genannt. Ein Literaturliebhaber, mit weitem Abstand ein Groupie von Laurence Sterne und den neun Bücher des Tristram Shandy, daher der Spitzname. Aufgewachsen in einer Bücherverrückten Familie, daher rührt wohl seine Leidenschaft, in einem Haus welches buchstäblich von den Büchern darin getragen wird.
Auf der jährlichen Reise nach Coxwold zum Todestag seines liebsten Schriftstellers, den 250. Todestag diesmal, beginnt das monologische Gedankenspiel des Romans. Shandy erzählt von Gegenwart, von Vergangenheit, Zukunft, von Wirklichkeit und Unwirklichkeit, die er sich selber ausmalt. Alles in einem Geflecht aus Sätzen und Gedankensprüngen, die wie ein bunter zu strickender Schal wirken, wo auf kurz über lang, eine Farbe die andere ablöst, ein Gedanke den nächsten strickt, um am Ende alle Fäden zusammenlaufen.
Markus Orths hat mit diesem Werk eine verbale Explosion geschaffen. Es war anfangs schwierig, den Gedanken des Erzählers zu folgen. Irgendwann gibt man sich dem Wechselspiel hin und wartet, diese teils skurrilen Sätze mit ihrem Inhalt lesend, ab wohin die mentale Reise führt. Literarisch hat Orths hier etwas ganz Außergewöhnliches geschaffen, auch wenn ich mich mit dem Inhalt erst im letzten Drittel anfreunden konnte, haben mich die Sätze, die Metaphern, der Schreibstil fasziniert zurückgelassen. Am Ende muss sich jeder Leser selbst die Frage beantworten, was Literatur und das damit verbundene Schreiben und Lesen für ihn ist.
Erzählen wird zur Kunst!
Schon das farbenprächtige Cover, sehr dynamisch mit explosiver Farbgebung, ist ansprechend.
Die nordenglische, verschlafene Kleinstadt Coxwold in der Nähe von York und das elterliche Hexenhäuschen bei Frankfurt am Main bilden die besondere Szenerie für die munteren, fantasievollen Erzählungen von Vincent Bär, dem 26-jährigen Ich-Erzähler. Die gemeinsame Familienvergangenheit rund um Kindheit, Jugend, besessener Berufstätigkeit auch der Geschwister mit lesebesessenen Eltern wird alternierend eingestreut in gesamt elf Büchern bzw. Kapiteln. Vince stellt dabei seine liebenswürdige, skurrile Familie als Enthusiasten verschiedener Couleur vor. Er selbst als schillernde Hauptfigur ist besessener Laurence-Sterne-Fan, der bekannt als Mr. Shandy die kuriose bis humorvolle Verfolgung des angeblichen zehnten Bandes von Tristram Shandy auf sich nimmt. Dieser sensationelle Fund führt jedoch final zu tiefgehenden Gedankengängen über menschengemachte Kunst contra künstliche Intelligenz.
Eine vermeintliche Postkarte aus Santo Stefano von ihrer Mutter oder das tagelange Bücher-vergraben des Vaters im Schwimmbadgrab im Garten sorgen zwischendurch für zusätzlichen Wirbel.
Im 10. Buch führen weitere bildlich voluminös beschriebene Eskapaden zu langsam sich steigernder Dramatik in der stetig erweiterten Konferenzschaltung über Vince’ Handy. Vaters abzuarbeitende Liste von 50 Sätzen mit den allermeisten Wiederholungen aus ihm bekannten Büchern wirkt dabei noch zahm, machen die Dialoge miteinander jedoch spritziger, humorvoller. Mit Nebenfiguren wie der rätselhaften Thailänderin Natcha, Fat Wayne mit Quences, dem Hund, oder Morton Minelli erhält der Roman mehr Bodenhaftung, aber auch noch mehr charakterliche Vielfalt. Der Schreibstil ist voller Humor und Kreativität, weltumspannende Klassiker inhaltlich mit einbeziehend. Aber mit dem Abschieben des Vaters ins Altersheim wird auch Gesellschaftskritik geübt.
Insgesamt ein Lesegenuss! 5*
Gertie G, Rezensent*in
Dieser Roman, der durch das farbenprächtige Cover auffällt, ist ein originelles Buch über Menschen, die für ihre Leidenschaften, also für ihre Passionen, leiden und brennen.
Autor Markus Orth rückt dafür eine unkonventionelle Familie in den Mittelpunkt, in der sich fast alles um Bücher dreht. Die Eltern und ihre drei Kinder leben mit und durch Bücher, bis eines Tages die Mutter sang- und klanglos verschwindet.
Die Geschichte, erzählt vom 26-jährigen Ich-Erzähler Vince Bär, pendelt in elf Büchern (Was sonst?) zwischen dem elterlichen Hexenhäuschen bei Frankfurt am Main und der nordenglischen, verschlafenen Kleinstadt Coxwold in der Nähe von York.
Als erwachsener Mann gehört Vince zum engsten Kreis der Tristam Shandy-Fans, die sich alljährlich zum Sterne-Geburtstag in Coxwold trifft. Und mit seinem Vater, der inzwischen im Altersheim gelandet ist, telefoniert er täglich und setzt die Sprachspiele, die in ihrer Kindheit zelebriert worden sind, in geradezu absurd anmutenden Fragespielen, die aber von einer großen Nähe und Zugewandtheit zeigen, fort.
Als Vince und Co. erfahren, dass es zu Laurence Sternes Werk „Tristram Shandy“ ein 10. bislang unveröffentlichter Band existieren soll, wenden die Enthusiasten viel Zeit und Energie für die Suche nach dem möglicherweise existierenden Manuskript auf.
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist temporeich, spielerisch und dabei nie selbstverliebt. Orths experimentiert mit der Sprache und lässt dabei die Kinder der Familie Bär Worte erfinden.
Die Charaktere sind herrlich skurril. Selbst Nebendarsteller wie die rätselhafte Thailänderin Natcha, Fat Wayne oder Morton Minelli sind fein gezeichnet.
Leser die Freude am Lesen sowie der Sprache haben, wird dieser Roman gefallen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Roman, der eine Hommage auf das Lesen, die Phantasie und den Irrsinn des Lebens ist, 4 Sterne.
Sprachfeuerwerk zwischen Wahnsinn, Wortliebe und Familiengeschichte
Die Enthusiasten erzählt die Geschichte von Vince Bär, der aus einer außergewöhnlichen, buchverrückten Familie stammt. Gemeinsam mit seiner Schwester Elfi und seinem Bruder Marcellus wächst er in einer Welt auf, in der Literatur, Kunst und Ideen nicht nur Hobby, sondern Lebensinhalt sind. Besonders Vince verliert sich früh in der Literatur und allen voran in Tristram Shandy von Laurence Sterne. Als plötzlich Hinweise auf einen möglichen zehnten Band auftauchen, entwickelt sich daraus eine fast obsessive Suche, die Vergangenheit, Familie und Gegenwart miteinander verwebt.
Der Roman lebt stark von seiner Sprache. Markus Orths schreibt verspielt, rasant, manchmal überbordend und voller skurriler Ideen, unerwarteter Abschweifungen und origineller Szenen. Dabei entstehen Momente, die gleichzeitig absurd, humorvoll und überraschend berührend sind. Vor allem die Familiengeschichte rund um das Verschwinden der Mutter und die Verbindung der Geschwister zueinander sorgen dabei für emotionale Tiefe zwischen all dem literarischen Chaos. Gleichzeitig verlangt das Buch jedoch viel Aufmerksamkeit. Die Handlung ist bewusst nicht linear, springt zwischen Ideen, Ebenen und Gedankenspielen. Gerade zu Beginn und stellenweise auch später wird das Tempo durch ausführliche Gedankengänge und sprachliche Experimente deutlich gebremst. Wenn man geradliniges Erzählen bevorzugt, tut man sich mit dieser Erzählweise durchaus schwer. Stark gelungen ist jedoch die Verbindung von großen Themen wie Verlust, Identität, Kunst und der Frage, wie Geschichten Menschen prägen. Die Figuren wirken eigenwillig, manchmal exzentrisch, aber immer interessant genug, um neugierig zu bleiben, wohin ihre Wege führen.
Ein ungewöhnlicher, sprachlich intensiver Roman mit vielen verrückten Ideen, emotionalen Familienmomenten und literarischer Leidenschaft. Anspruchsvoll, stellenweise fordernd, aber definitiv besonders.
Susanne D, Buchhändler*in
Der Roman "Die Enthusiasten" von Markus Orths beginnt mit einer Zugreise. Der 44jährige Protagonist Vincent Bär, von Beruf, Literaturwissenschaftler, begibt sich am 18. März 2018, wie jedes Jahr, ins englische Coxwold, um sich dort mit zwei Freunden zu treffen. Sie alle drei verbindet eine Leidenschaft:
Die Literatur von Lawrence Sterne, allem voran sein neunbändiges Meisterwerk "Tristram Shandy". In Coxwold befindet sich das Grab von Lawrence Sterne und in diesem Jahr ist sein 250. Todestag. Nachdem die drei "Shandyianer" das Grab besucht haben, passiert das Spektakulärste, Unglaublichste und Unwahrscheinlichste: Ein Mann namens Morton Minelli zeigt ihnen zwei Kapitel des zehnten Bandes.
Die drei Shandy-Experten sind außer sich vor Enthusiasmus, vertreten sie doch die These, dass so ein zehnter Band existieren müsse.
Vincent muss das ganze Buch besitzen und wandelt sich zum "Raubtier".....
Der Roman umspannt fast vierzig Jahre, denn es gibt Rückblicke in Vincents Kindheit. Aufgewachsen ist er mit zwei Geschwistern:
Elfi, die zwei Jahre ältere Schwester und Marcellus, der vier Jahre jüngere Bruder. Die lesebesessenen Eltern haben ein "Hexenhäuschen" errichtet, das voller Bücher ist. Die "wilde", "schöne" "Koboldmutter" erzählt Vince wunderbare Geschichten..
Doch als Vincent zehn Jahre alt ist, am 30. Juni 1984, verschwindet plötzlich seine Mutter.
Der Schmerz der restlichen Familie ist unfassbar. Die Kinder können dem wortverliebten Vater nur dadurch Trost spenden, indem sie ihm immer wieder neue Wortkreationen darbieten.
Es geht in diesem Werk um die Liebe zur Literatur,, zu den Eltern und Geschwistern. Es geht um noch viel mehr (aber ich möchte nicht spoilern!)
Der Verlust der Mutter plätschert wie ein Schmerzregen durch dieses Himmelbuch.
Ja, dieses Buch ist himmlisch: himmlisch schräg und humorvoll. Es hat mir sehr viel Freude bereitet.
Ein Muss für alle Literaturliebhaber*innen, die nicht nur von den Anspielungen auf die Weltliteratur entzückt sein werden, sondern auch von den vielen neuen Wortkombinationen.
Dem Autor / Protagonisten will ich's einfach glauben:
Er hat sich nicht darum geschert, ob das Buch gefallen wird. Er hat es für sich geschrieben.
Denn als er mit der Geschichte der Sneijder'schen Ratten enorm abschweift (werden Sie verstehen, wenn Sie das Buch lesen),
schreibt er auf Seite 280: und hätte ich die Sneijder'schen Ratten in ein veritables Buchmanuskript gepackt, so würde jeder Lektor.....(die Stelle) rigoros aus dem Manuskript entfernen.
Aber wären, denke ich plötzlich, die van Sneijder'schen Ratten nicht gerade der Punkt, an den das Schreiben zu sich selbst fände?
An dem der Text endlich aufhörte gefallen zu wollen?"
So kann ich dem Autor für seine Abschweifungen nicht böse sein, ja, denke sogar den Sinn zu erfassen.
Lesen Sie selbst! Ein besonderes Buch mit einem superschönen Cover.
Michaela M, Buchhändler*in
Was für ein Buch! Prall und ausschweifend, für Fans von Sprache und leidenschaftlichem Erzählen. Es sollte gelassen und mit Ruhe genossen werden, ohne Hektik, in der Handlung weiter voranschreiten zu wollen.
Es wäre hilfreich, ein Fan von langen kunstvollen Sätzen zu sein und von seitenlangen Ausführungen über ein Thema. Diese Ausführungen sind das Gegenteil von langweilig, da sie überschäumend begeistert sehr genau von etwas berichten. Zu erfahren, wie sehr die Eltern des Erzählers das Lesen lieben, wie Bücher in ihren Alltag integriert sind, wie sie in und mit den Büchern leben - das lässt jedes Buchhändlerherz höher schlagen. Deshalb lesen Sie gerne diese Passage so um Seite 40 herum, die Formulierungen sind etwas für Buchliebhaber! Alles erscheint vor dem geistigen Auge und im Herzen zugleich.
Der Autor schafft es dankenswerterweise, den Showdown am Ende tatsächlich so rasant und abstrus zu schildern, dass man kopfschüttelnd, aber zufrieden das Buch zuklappt. Den Trick, am Ende auf das ganz aktuelle Thema KI zu gelangen und es derart in die Tiefe gehend zu diskutieren, das soll Herrn Orths erst einmal jemand nachmachen.....
Es ist wohl ein Buch für Nerds aller Art, besonders Sprachnerds, und nicht für das ganz breite Publikum. Ich bin sehr gespannt, wie die Rezensionen zu diesem Titel lauten werden in den Feuilletons.
Was soll ich sagen? Ich werde mir ein bisschen zusätzliche Zeit kaufen müssen, um die anderen Romane und Erzählungen des Autors zu lesen und auch in die Kinderbücher einen Blick zu werfen.
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Bärbel Dr. med. Grashoff
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