Bitte melden Sie sich an, um Ihr wertvolles Feedback zu geben.
Jetzt anmelden oder registrieren.
Down Cemetery Road
Zoë Boehm ermittelt in Oxford
von Mick Herron
Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht. Jetzt anmelden oder registrieren
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.
1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 22.10.2025 | Archivierungsdatum N/A
Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #DownCemeteryRoad #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps
Zum Inhalt
»Wenn Sie Zoë Boehm noch nicht kennen, dann wird das Ihre nächste Lese-Sucht.«
- Val McDermid
Zum Serienstart mit Emma Thompson als Zoë Boehm und Ruth Wilson als Sarah Tucker
Ein unvergleichliches Ermittlerinnen-Duo mit Humor und rauem Charme
Die vielgerühmte Oxford-Reihe des Autors von Slow Horses endlich auf Deutsch
Mit einem Vorwort von Emma Thompson
Sarah Tucker lebt in einem beschaulichen Vorort von Oxford, in der Rolle als Hausfrau gestrandet. Als jedoch nach einer Explosion in der Nachbarschaft ein Kind spurlos verschwindet, findet sie keine Ruhe mehr und holt sich Hilfe bei der Privatermittlerin Zoë Boehm. Gemeinsam bringen die beiden Frauen mehr Geheimnisse als Antworten ans Licht – Menschen, die lange für tot gehalten wurden, weilen unter den Lebenden, während sich immer mehr schnell zu den Toten gesellen. Vom ruhigen, abgründigen Pflaster Oxfords in ein Netz aus Verschwörungen von hochoffizieller Seite.
Es ist ein Abend wie jeder andere, als ein Knall durch den grünen Vorort von Oxford hallt, in dem Sarah Tucker ein allzu ruhiges Dasein führt. Ein Haus wurde in die Luft gejagt und versinkt im Fluss, und ein kleines Mädchen verschwindet. Sarah macht sich zusammen mit der Privatermittlerin Zoë Boehm auf die Suche nach dem Kind. Dabei stößt sie auf Geheimnisse, die sie vom ruhigen, abgründigen Pflaster Oxfords bis in die rauen Außenbezirke der britischen Inseln führen, hinein in ein Netz aus Verschwörungen von kaltblütigen Söldnern der Regierung und rachsüchtigen Einzelgängern.
»›Down Cemetery Road‹ beginnt mit der lustigsten Dinner-Szene, die ich je gelesen habe, und begibt sich dann nach einer Explosion auf absolutes Thriller-Terrain.«
- LA Review of Books
»Wenn Sie Zoë Boehm noch nicht kennen, dann wird das Ihre nächste Lese-Sucht.«
- Val McDermid
Zum Serienstart mit Emma Thompson...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783257301151 |
| PREIS | 19,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Anja B, Bibliothekar*in
Es war ein Abendessen, das katastrophaler nicht hätte verlaufen können. Sarah Trafford, arbeitslos und deprimiert, sieht sich gezwungen, den Geschäften ihres Mannes zuliebe den ungehobelten Unsympathen Gerard Inchon zum Essen einzuladen. Nachdem sie sich stichelnde Wortduelle mit ihm geliefert hat, explodiert in der Nachbarschaft ein Haus. Zwei Menschen sterben, nur ein kleines Mädchen überlebt und verschwindet kurz darauf. Mit fast schon manischer Beharrlichkeit macht sich Sarah daran, die Hintergründe des Unglücks aufzuklären und das kleine Mädchen zu finden. Sie ist fest davon überzeugt, dass Inchon etwas damit zu tun haben muss.
Noch während sich der Leser fragt, ob Sarah psychisch labil ist und sich vielleicht zu sehr in verschrobenen Verschwörungstheorien ergeht, ahnt man so langsam, dass die wahren Hintergründe noch viel entsetzlicher sind.
Ich denke, Herron ist zurzeit in dem Genre der Spionagethriller unerreicht. Ich war gespannt, ob die Zoe Boehm-Reihe von Mick Herron genauso gut ist wie "Slow Horses" und wurde nicht enttäuscht.
Hier zeigt sich Herron eher von der literarischen Seite und der Humor ist etwas dezenter. Aber auch hier wird der Leser durch die geschickte Verzahnung der Erzählstränge ein paar Mal in die Irre geführt. Es gibt viele echte und falsche Leichen und einen schönen Showdown. Die Welt der Geheimdienste wird ebenfalls höchst desillusionierend und fernab jeglicher James Bond-Romantik dargestellt. Es ist sogar so, dass man sich nicht mehr fragt, wer auf der Seite der Guten oder Bösen steht, sondern ob es die "Guten" überhaupt gibt.
Nachdem ich die Bände um die Slow horses mit viel Vergnügen gelesen habe, hatte ich hier etwas anderes erwartet. Die Geschichte ist ernst. Humor findet sich nur manchmal in den Dialogen. Dann brauchte ich unbedingt ein Ventil für die Spannung.
Die Kenntnis des Autors, bezüglich geheimdienstlicher Abläufe, hat mich begeistert.
Die Charakterzeichnungen sind großartig. Ich sehe die Figuren quasi vor Augen.
Irgendwie hat mir ein versöhnliches Schlusskapitel gefehlt, um gut einschlafen zu können.
Rezensent*in 861419
Subtiler und langsamer Geheimdienst-Thriller als Debut
Dieses Romandebut von Mick Herron erschien 2003 und spielt auch in den Nuller Jahren. Das wusste ich beim Lesebeginn noch nicht und es wirkte gleichzeitig zeitlos und doch ein bisschen antiquiert auf mich. Der Schreibstil ist mir aus der Reihe der Slow Horses bekannt, man erkennt ihn sofort, auch wenn er noch nicht so verfeinert ist. Ich mag den englischen, unterschwelligen Humor und die kleinen, bösen Analysen von Alltagsdetails. Der Titel ist etwas verwirrend, denn Zoe Boehm kommt im Buch kaum vor und steigt nie so richtig in den Fall ein. Der Plot an sich hat mir gut gefallen,. Eine gelangweilte Hausfrau sticht in ein Wespennest und das Ganze nimmt ungeahnte Ausmaße an, ein sehr subtiler Geheimdienst-Thriller. Allerdings zieht es sich in der ersten Hälfte doch, für mich hätte die Handlung gerade zu Beginn schneller Fahrt aufnehmen dürfen. Das Ende hat mir gut gefallen, obwohl es Raum für Interpretationen lässt.
Buchhändler*in 673522
Wie immer bei Herron ist es ein wahrer Genuss, seine Bücher zu lesen..insbesondere das Tempo der Dialoge, sein Sarkasmus, die Schlagfertigkeit der Protagonisten: All das macht Herron so schnell keiner nach.
Wer die "Slow Horses" geliebt hat, darf sich hier auf den Auftakt zu einer neuen Reihe freuen, Zoë Boehm ermittelt in Oxford.
Die Handlung, die Personen fand ich zunächst etwas verwirrend, man muss aufpassen wie ein Luchs - nichts zum "ein paar Seiten lesen und nach ein paar Tagen wieder einsetzen".. Aber wer will bei Herron mit dem Lesen schon aufhören.
Mit der Ehe von Sarah und Mark steht es nicht zum besten Während sie ein unerfülltes Leben als Hausfrau führt, macht ihr Mann Karriere bei einer Bank Als eines abends ein Geschäftsfreund von Mark bei ihnen zu Gast ist, kommt es zum Eklat und nicht nur das, außerdem explodiert ein Haus in der Nachbarschaft. Sarah entwickelt nun die fixe Idee das kleine Mädchen, das die Explosion überlebt hat, zu finden. doch der Fall nimmt größere. Ausmaße an, als Sarah zunächst gedacht hatte.
das ist wirklich ein spannender Roman, in dem auch wieder der Geheimdienst eine Rolle spielt.
leide erschien mir das Verhalten der Protagonisten, vor allem Sarahs, wenig nachvollziehbar einerseits will sie selber keine Kinder haben und hat auch keine Beziehung zu ihnen, andererseits ist sie völlig davon besessen ein Kind zu suchen, das sie nicht einmal kennt. solche wenig nachvollziehbaren Handlungen tauchen leider öfter in diesem ansonsten recht rasanten Roman auf.mich hat das sehr gestört. die slow horses sind eine ganz andere Klasse als dieser Krimi
Rezensent*in 427080
Start der Oxford-Reihe
Mick Herron ist durch Slow Horses, Romane wie TV-Serie, zum Literaturstar des Genres Spionage&Thriller geworden. Daher ist jetzt auch sein erster Roman neu veröffentlicht: Down Cemetery Road
Zwar hat Mich Herron von Anfang an stilistisch einiges zu bieten, aber an sein Slough House kommt das nicht ganz ran. Doch für den Roman sprechen seine Charaktere. Sarah ist eine gefühlvolle Figur, Michael ist auch emotional, aber oft unberechenbar. Die Privatdetektivin Zoe Boehm spielt lange Zeit nicht mit, erst am Ende nimmt sie eine wichtige Rolle ein. Überhaupt ist das Finale des Romans ganz stark.
Ob die kühle Zoe Boehm als tragende Figur für eine ganze Reihe reicht, ist noch schwer zu sagen, aber Down Cemetery Road ist 4 von 4 Sternen wert.
3257301154
Stephanie S, Buchhändler*in
Ein fulminanter Start mit einer großartigen Dinnerparty, bei der äußerst gegensätzliche Charaktere aufeinandertreffen, Und der Roman läßt in der Folge nicht nach: mit Ironie und britischem Humor nimmt sich Mick Herron eines brisanten politischen Stoffes an. Wie sich alles auf den finalen Showdown verengt ist große Klasse (auch wenn und weil Zoe Boehm erst im letzten Fünftel des Buches auftritt).
Fingerübung
Zum Inhalt:
Während Sarah einen Geschäftspartner ihres Mannes und ein befreundetes Paar bewirtet, fliegt ein Haus in der Nachbarschaft in die Luft. Das bei dem Anschlag anwesende Kind geht Sarah nicht mehr aus dem Kopf; insbesondere deshalb, weil es spurlos verschwunden scheint. Sarah versucht es zu finden und bringt sich und ihr Umfeld in Lebensgefahr.
Mein Eindruck:
Was Mick Herron später in seiner Slow-Horses-Serie in Perfektion betreibt - Licht und vor allen Dingen Schatten im Umfeld von Macht und Geheimdiensten - ist in dem schon vor zwanzig Jahren erschienenen Buch noch eine Fingerübung. Herron zeigt auch hier schon die Distanz der (Schreibtisch-)Täter, die sich an Menschen wie an Schachfiguren bedienen: Gerne nützlich, um sich einen Vorteil zu verschaffen aber zumeist auch einfach nur Kanonenfutter. Mit der Figur der Privatermittlerin Zoe Boehm, die allerdings erst im zweiten Teil des Buches von einer Rand- zu einer Hauptfigur wird, kommt auch der lakonische, schwarze Humor zum Tragen und das Buch gewinnt dadurch nicht nur an Tempo, sondern auch an Esprit. Denn die Spannung ist von Beginn vorhanden, - den perfiden Einfällen Mick Herrons sei Dank, der nicht müde wird, die Politprofis aus der zweiten Reihe gekonnt zu diskreditieren und jedem seiner Leser auch schon in diesen Büchern die Blauäugigkeit und das Glauben an das Gute mit dem Dampfhammer aus dem Leib prügelt... oder mit einer Schrotflinte.... oder Zahnseide.... Kreativität ist Micks zweiter Vorname!
Mein Fazit:
Ein Muss für jeden Verschwörungstheoretiker, der es schon immer gewusst hat
Bibliothekar*in 1846417
Down Cemetery Road beginnt zwar etwas langatmig, aber es lohnt sich durchzuhalten, da die Häufung der Absurditäten der Ereignisse sich immer mehr übertreffen und auf ein fulminantes Ende hinsteuern!
Birte W, Buchhändler*in
Wer Mick Herron nur auf die legendäre und unbestritten geniale Slow Horses-Reihe reduziert, verpasst was. Mit der Ermittlerin Zoe beweist Herron seine ultimative Meisterschaft in der Kombination aus spannenden Plots mit Charakteren, die nicht völlig skurril sind, aber eben doch ein kleines bisschen vom Normalo abweichen - ein Mix, der auf einmalige Weise Spannung mit typisch britischem Humor verbindet. Zur Story gibt es keinen Kommentar, der würde nur spoilern. Großer Lesegenuss!
Maria H, Rezensent*in
Mit diesem Buch ist dem Autor eine spannende und interessante Geschichte gelungen. Für mich ist dies das erste Buch von Mick Herron, das ich gelesen habe. Sarah Tucker lebt als Ehefrau und Hausfrau in einem kleinen Vorort von Oxford. Eines Abends findet eine laute Explosion in der unmittelbaren Nachbarschaft statt. Es gibt zwei Tote und ein verschwundenes vierjähriges Mädchen. Der Gedanke an das Kind lässt Sarah nicht zur Ruhe kommen und sie versucht mit einem Privatermittler das Kind zu finden. Doch dann passieren schreckliche Dinge. Der Ermittler wird ermordet und sie selbst überlebt einen Anschlag nur knapp. Die Ereignisse überschlagen sich. Da sind totgeglaubte Menschen ein angeblicher Freund wird zum Feind. Zusammen mit der Freundin des Ermittlers recherchiert Sarah weiter. Das Buch ist so spannend, man sollte es unbedingt gelesen haben.
“Down Cemetery Road” von Marc Herron ist ein ungewöhnlicher Krimi – so ungewöhnlich wie seine Figur der Detektivin Zoë Boehm. Die greift dieses Mal allerdings erst spät in die Handlung ein, denn im Mittelpunkt steht zunächst Sarah Tucker, deren Welt langsam, aber dann umso krasser zusammenbricht. Und das scheinbar alles nur, weil sie sich für ein kleines Mädchen interessiert, das eine gewaltige Explosion in der Nachbarschaft überlebt hat. War es ein Anschlag auf die Hausbewohner? Oder doch nur ein Unfall? Marc Herron in “Down Cemetery Road” treibt seine Figuren unerbittlich durch seine krasse Story und schafft es, uns mit drastischen Wendungen immer wieder zu überraschen. So ist “Down Cemetery Road” von Marc Herron ein ausgefallener Krimi, in dem sich wirklich nichts so entwickelt, wie anfangs gedacht.
Bibliothekar*in 1614544
Ich bin schon Fan von der Slow Horses Reihe, die für mich raffiniert, genial und spannend ist. Dadurch hatte ich bedenken ob dieses Debüt von 2003 überhaupt etwas ist. Aber ja, es ist ein sehr spannender Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte.
Kleines Manko: das Buch heißt im Untertitel " Zoe Boehm ermittelt " ,aber ich habe immer auf Zoe Boehm gewartet, sie taucht nur kurz am Anfang und Ende in diesen Buch auf.
Trotzdem eine Leseempfehlung!
Sarah Trafford/Tucker ist als Nur-Hausfrau für Bewirtung und Wohlergehen potentieller Geschäftspartner ihres Mannes Mark zuständig. Da Mark seine bessere Hälfte stets herablassend behandelt, provoziert Sarah offenbar ausgerechnet mit der Einladung ihrer exzentrischen Freundin Wigwam samt Ehemann, der den grün eingestellten Proletarier mimt, als Gegenpart zum wichtigen Investor Gerard und seiner Ehefrau, deren Namen Sarah dauernd entfällt. Gäste und Gastgeber haben an diesem Abend Logenplätze, als in Sichtweite der Tucker-Wohnung ein Haus durch eine Gasexplosion zerlegt wird. Obwohl dort nur die alleinlebende Maddie Singleton mit ihrer kleinen Tochter Dinah lebte, werden zwei erwachsene Tote aus dem Haus getragen. Sarah, die von Mark u. a. Männern penetrant ermahnt wird, dass sie nicht arbeitet und keine Kinder hat, entwickelt eine Obsession für das verschwundene Mädchen, dass ja irgendjemand in seiner Obhut haben muss. In der Folge nimmt Sarah auf der Suche nach Dinah Kontakt zur Detektei Joe Silverman & Zoë Böhm auf und gerät in eine groteske Verschwörung des britischen Geheimdiensts.
Zoë Böhm ermittelt in diesem Einstiegsband kaum, sie und Sarah treffen zusammen und erleben ein gemeinsames Abenteuer, das Versager und ihre Fails in den „Diensten“ bloßstellt. Ein kurzer Prolog führt in ein Kriegsszenario in einem Wüstenstaat, in dem offenbar Kindersoldaten eingesetzt werden. Die Szene könnte darauf vorbereiten, dass Frauen wie Sarah (die als simples Gemüt dargestellt wird) sich aus dem Dunstkreis der britischen „Dienste“ besser heraushalten sollten. Auf gefühlt hunderten von Seiten wird Sarahs Hausfrauenrolle ausgewalzt, indem von Mark im Jahr 2003 Einstellungen vertreten werden, die in den 1980ern schon als veraltet galten. Wenn die „Dienste“ auf diesem Niveau operieren sollten, dann Gutenacht. Interessanter hätte ich die Frage gefunden, welche Berufstätigkeit Sarah anstrebt und ob ihre Einstellung zu eigenen Kindern endgültig feststeht. Insgesamt fand ich die Rollen von Sarah und Zoë schwach und hoffe, dass Mick Herron inzwischen auch Frauenfiguren beherrscht. Dass Anfang des Jahrtausends Fahrkarten noch am Schalter gekauft und Bahnangestellte dazu als Zeugen vernommen werden können, wirkt ebenso charmant antiquiert wie das Entfalten einer großen Landkarte aus Papier. Der (Original-)Titel „Down Cemetery Road“ bezieht sich auf das Schlusskapitel.
Fazit
Die Sara Tucker-Serie erschien ab 2003, sodass man sie als Schärfen der schriftstellerischen Schreibfeder für die folgende Serie „Slow Horses“ einordnen könnte. Nach einem belanglosen Einstieg und einem personenreichen Mittelteil nimmt zum Ende der zynische Humor zu, mit dem Herron den britische Geheimdienst aufs Korn nimmt. Die Vermarktung mit „Zoë Böhm ermittelt“ finde ich irreführend, davon erwarte ich eine weibliche Ermittlerin in der Hauptrolle.
Band 1 von 4
3 1/2 Sterne
Juliane Z, Buchhändler*in
Dieses Buch fängt zunächst gar nicht an wie ein Krimi, dafür nimmt sich der Autor Zeit, seine Hauptfigur zu entwickeln und den Lesenden vertraut zu machen. Sarah, eine eigenwillige und blitzgescheite Akademikerin auf Jobsuche, verbeißt sich in die Suche nach einem Kind aus der Nachbarschaft, das als einziges eine schwere Explosion überlebt hat. Es sind ihr analytischer Instinkt und eine gewisse zynische Grundhaltung, die sie Dinge in Zweifel ziehen und hinterfragen lassen, die andere nicht bemerken oder als unwichtig abtun. Wer die Agentenromane von Mick Herron kennt, weiß, dass scheinbar Nebensächliches plötzlich von zentraler Wichtigkeit sein kann. Und so stochert die sture Sarah so lange im Wespennest, bis die Handlung förmlich explodiert und die Geschehnisse uns wie eine Dampfwalze überrollen. Schade, dass die höchst interessante Titelheldin und Ermittlerin Zoe Boehm erst im letzten Dritte wirklich in Erscheinung tritt. Ein Krimi mit langer Lunte an einer hochexplosiven Bombe. Geduld lohnt sich.
Ulla K, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Eine Geheimdienststory, die diesmal etwas anders ist als die um die"Slow Horses". Man erkennt aber sofort die Handschrift von Herron, der es wieder schafft, die Leserschaft immer wieder aufs Glatteis zu führen. Mit Humor und vielen Toten ein perfekter Krimi für die LeserInnen, die schrägen Humor und schräge Typen mögen.
Zum Inhalt:
Sarah ist in einem beschaulichen Vorort von Oxford in ihrer Rolle als Hausfrau gefangen. Als in der Nachbarschaft ein Haus explodiert und ein Kind verschwindet, setzt sie alles daran, das Kind wiederzufinden. Dazu holt sie sich Hilfe bei der Privatermittlerin Zoè. Bei den gemeinsamen Ermittlungen werfen sie mehr Fragen auf als sie Antworten finden. Vermeintlich Tote tauchen wieder auf, andere hingegen gesellen sich ins Land der Toten.
Meine Meinung:
Ich hatte das Vergnügen sowohl Hörbuch als auch Buch genießen zu dürfen und beide Varianten haben mir gut gefallen, wobei das Hörbuch mir ein kleines bisschen besser gefallen hat, aber wirklich nur geringfügig. Der Schreibstil hat irgendwie was besonderes, der dann die Protagonisten oft sehr schlagfertig aber auch sarkastisch wirken lässt. Das hat durchaus einen Reiz. Manchmal konnte ich gerade Sarahs Handlungen nur bedingt nachvollziehen, auch das Zoè eine eher untergeordnete Role spielte, hat mich etwas verwundert. Insgesamt betrachtet fühlte ich mich gut unterhalten.
Fazit:
Hat was
Buchhändler*in 1558980
Ein tolles Buch.
Auf deutsch bekommen wir erst jetzt so richtig mit, dass Herron schon vor den"SlowHorses-Romanen" gut schreiben konnte. Die Geschichte ist vielfältig. Die Personen sind sympathisch, oder eben auch nicht, und entwickeln sich weiter und bilden eigene Profile.
Die Geschichte ist spannend und längst nicht jede Wendung ist vorhersehbar.
Da bin ich gern gespannt auf Weiteres!
Marion S, Journalist*in
Bösartige Geheimdienstoperation in der Vorstadtidylle
Sarah Tucker soll für ihren Ehemann und dessen Geschäftsfreund die nette Gastgeberin spielen. Als die ungleiche Runde gerade beim Abendessen sitzt, fliegt in der Nachbarschaft ein Haus in die Luft. Eine Gasexplosion, sagen die Behörden. Aber obwohl dort nur eine alleinerziehende Mutter mit ihrem vierjährigen Mädchen wohnt, gibt es zwei erwachsene Tote. Das Mädchen überlebt und verschwindet spurlos aus dem Krankenhaus. Sarah macht sich auf die Suche nach Dinah. Sie engagiert dafür den Privatermittler Joe Silverman und seine Partnerin Zoe Boehm und gerät durch ihre Neugier in einer völlig irrwitzigen und blutigen Geheimdienstoperation zwischen alle Fronten.
Mick Herron hat sich mit seinen frechen Romanen um die ausgemusterten Geheimdienstmitarbeiter, den „Slow horses“ eine beachtliche Fangemeinde erschrieben. Jetzt legt der DiogenesVerlag mit der früheren Reihe um die Oxforder Ermittlerin Zoe Boehm nach. Der vorliegende Auftaktband ist ursprünglich bereits 2003 erschienen. Die Titelheldin ist aber eigentlich nur eine Randfigur, die Stadt Oxford spielt nur eine Nebenrolle und auch sonst reicht die wendungsreiche Handlung leider nicht in Sachen Witz und Sarkasmus an die Erfolgsserie heran.
Trotzdem ganz nette Unterhaltung
S R, Buchhändler*in
Down Cemetery Road aus dem Jahre 2003 erlebt eine Revival durch die Netflix Verfilmung.
Sarah lebt in einem Vorort von Oxford und ist momentan Hausfrau. Der Chef ihres Mannes macht bei einem Dinner entsprechende Bemerkungen. Da explodiert ein Haus in der Nachbarschaft - zwei Tote und ein kleines Mädchen, das verschwunden ist. Sarah will nachforschen und ist wie besessen davon, das Kind zu finden. Sie holt sich Unterstützung von einem Privatdetektiv...
Sarah war mir nicht wirklich sympathisch, aber die Geschichte hat mich doch gefesselt und ich werde es sehr gerne empfehlen!
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1282124
Ein toller Autor, spannende und humorvolle Lektüre. Auch die Verfilmung mit Emma Thompson und Ruth Wilson ist bisher sehr lohnenswert und spannend. Empfehlung auch für die Slough House Reihe mit Jackson Lamb, samt der Serie.
Monika P, Buchhändler*in
Ein beschaulicher Vorort von Oxford wird Schauplatz einer Bombenexplosion . Im Haus leben eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter Dinah. Aber nach dem Brand werden die Leichen zweier Erwachsene gefunden, keine Kinderleiche. Wo ist das Kind ? Diese Frage läßt der Nachbarin Sarah Tucker keine Ruhe und so wendet sie sich an die Detektai Silverman & Zöe Böhm und kommt einer Verschwörung des britischen Geheimdienstes auf die Spur.
Ich habe mich anfangs schwergetan mit Lesen. Der Anfang war für mich langatmig und hat sich in Kleinigkeiten verzettelt. Auch habe ich als hauptperson eigentlich Zöe Böhm erwartet, wird ja als Ermittlerin bezeichnet. Zum Ende wurde es ja spannend.
Sarah Tucker führt ein langweiliges Vorstadtleben: Ihr Mann Mark arbeitet bei einer Bank, sie selbst hat ihren Job aufgegeben. Sarah hat das Gefühl, in einem Nichts aus ermattender Hausarbeit gelandet zu sein, während Mark sich längst angekommen fühlt und endlich ein Kind haben will. Für einen unerwarteten Einbruch in diese Idylle sorgt eine Einladung zu sich nach Hause, mit der Mark einen zahlungskräftigen Kunden beeindrucken will. An jenem Abend geht in der direkten Nachbarschaft ein Haus in die Luft.
Obgleich dort nur eine alleinerziehende Mutter mit einem kleinen Kind wohnte, holen die Retter zwei tote Erwachsene aus dem Haus. Die Tochter Dinah überlebt durch einen glücklichen Zufall, verschwindet nach kurzer Zeit aber aus dem Spital. Sarah wird misstrauisch, weil sich weder Polizei noch Spital für diese Ungereimtheiten zu interessieren scheinen. Sie wendet sich an einen Privatdetektiv, um das Mädchen wiederzufinden.
„Down Cemetery Road“ ist der Debutroma von Mick Herron. Die Welt der Geheimdienste hatte es ihm damals schon angetan, bevor er mit den Slow Horses hierzulande mit einem Schlag bekannt wurde. Der Geheimdienst spielt zunächst keine Hauptrolle, doch zeichnet sich bereits die weitsichtige Aufarbeitung vom Geschehen hinter den politischen Kulissen ab. Jemand kalkuliert bewusst damit, dass der Alltag im Viertel schnell wieder Überhand gewinnen wird, dass sich niemand Gedanken um die zweite Leiche machen wird und dass niemand Dinah vermissen wird.
Wäre da eben nicht die Hausfrau Sarah, die in ihrer Rolle höchst unterfordert ist. Ob von Herron so gewollt oder nicht, lässt sich das Tucker’sche Zuhause sehr wohl als gesellschaftlicher Kommentar lesen. Er zeigt eine Welt, in der (im Gegensatz zum großen gesellschaftlichen Bild) eine Form der Unterdrückung praktiziert wird, bei der mehrere Beteiligte bereitwillig kooperieren, sobald jemand auszubrechen scheint — in diesem Fall eine Ehefrau.
Sarah Tucker jedenfalls sucht einen Privatdetektiv auf, der Dinah suchen helfen soll. So kommt zum ersten Mal Zoë Boehm ins Spiel die just dort arbeitet. Sarah Tucker merkt schnell, dass sie einen verdammt gefährlichen Gegner aufgescheucht hat. Es gibt mehr Tote und es gibt plötzlich Drohungen gegen sie. Zoë Boehm hingegen ist das Buch über erstaunlich unsichtbar – obgleich sie freilich eine entscheidende Rolle spielen wird. Das war unerwartet, ist sie doch Namensgeberin der Serie.
Kann es sein, dass der Debutroman zunächst nicht als Start einer „Boehm-Serie“ gedacht war? Als Figur aber ist Boehm bereits in diesen Ansätzen die schlaue „hart, aber herzlich“-Frau, die gerade in den Trailern für die Verfilmung zu sehen ist.
Was schlussendlich mit der Geschichte aus Kriegsverbrechen und Waffentests passiert, die Mick Herron hier anzettelt, und die von der englischen Regierung tunlichst vertuscht werden soll, bleibt am Ende offen. Vermutlich werden die Verantwortlichen die Kurve zumindest so weit kriegen, dass die entscheidenden Hauptpersonen am Leben bleiben, und trotz der vielen Leichen öffentlich nicht zuviel Staub aufgewirbelt wird. Was man mehrheitlich mit einem Seufzen quittiert und – wie einkalkuliert – wieder zum Alltag übergeht.
Die Rezension erscheint am 17.11. auf bleisatz.blog
Gunnar W, Rezensent*in
Mick Herron ist dem Genreleser – und darüber hinaus – seit einigen Jahren natürlich ein Begriff. Mit seiner Reihe um die „Slow Horses“, einer Gruppe abgehalfteter und vom britischen Geheimdienst aufs Abstellgleis geschobener Agenten um den kauzigen Chef Jackson Lamb, die allerdings doch nicht so ineffektiv sind und dem MI5 „pain in the ass“ sind, erreichte Herron einen großen Erfolg bei Lesern und Kritikern gleichermaßen. Die Popularität der Serie stieg noch einmal an, seitdem Apple TV die Serie mit Gary Oldman in der Hauptrolle fürs Streaming adaptierte. Eine Serienverfilmung ist nun auch der Grund, warum Herrons Debütroman „Down Cemetery Road“ nach über 20 Jahren ins Deutsche übersetzt wurde. Wiederum war es Apple TV, die diesen Roman als Serie verfilmt und im Oktober veröffentlicht hat, mit Emma Thompson in der Hauptrolle als Privatdetektivin Zoë Boehm. Der Diogenes Verlag hat das Buch auch mit dem Untertitel „Zoë Boehm ermittelt in Oxford“ versehen, um damit zu unterstreichen, dass es sich hier um eine Serie mit vier Bänden handelt, die Herron bis 2009 vor seiner Slow Horses-Reihe verfasst hat. Allerdings Zoë Boehm als Hauptfigur in diesem ersten Band zu bezeichnen, wäre ein wenig übertrieben, denn eigentlich greift die Detektivin nach zwei Kurzauftritten erst im letzten Viertel des Romans so richtig in die Handlung ein. Doch der Reihe nach.
Sarah Trafford ist auf der Suche: Nach abgeschlossenem Studium lebt sie nun in einem Haus in einer guten – aber nicht sehr guten – Gegend von Oxford, ihr Mann Mark macht irgendwas im Bereich Finanzen, bringt gutes Geld nach Hause, während sie noch nicht so recht den nächsten Schritt ins Berufsleben geschafft hat. Es gibt keine Kinder, sie will auch (noch) gar keine. Sie vertreibt sich irgendwie die Zeit, mit Hausputz oder so. Im Studium hingegen war Sarah Tucker wild und ungestüm – bis zu einem schweren Unfall unter Drogeneinfluss. „BHS – Boring Housewife Syndrom“, so bringt es in der Eingangsszene Gerard Inchon, ein unangenehmer Geschäftspartner ihres Mannes, dann doch irgendwie auf den Punkt. Zu Beginn hat Mark Inchon samt Partnerin zum Essen nach Hause eingeladen, um die Geschäftsbeziehung möglichst zu vertiefen. Sarah darf auch jemanden dazuladen, ihre Wahl fällt auf ihre eher linksalternative Freundin Wigwam und ihren ähnlich schluffigen neuen Freund Rufus. Ein gefundenes Fressen für den konservativ-zynischen Inchon – und der Leser darf sich an einem höchst vergnüglichen Anfangskapitel ergötzen. Doch noch etwas anderes passiert während des Dinners: In der Nachbarschaft gibt es eine Explosion mit zwei Toten, ein kleines Mädchen hat es überlebt.
Sarah ist sofort fasziniert und interessiert. Sie meint sich an das Mädchen Dinah zu erinnern. Ihr kommt die Explosion seltsam vor, sie findet, dass das allgemeine Interesse an der Sache schnell heruntergespielt wird. Am Unglücksort glaubt sie einen verdächtigen Mann gesehen zu haben. Bei der Polizei wird ihr nichts über den Verbleib von Dinah verraten und so reift in ihr der Entschluss, Dinah unbedingt finden zu müssen. Der Leser fragt sich schon irgendwie warum, aber da geht es der Hauptfigur nicht anders. Dennoch bleibt sie dran und engagiert sogar einen Privatdetektiv – Joe Silvermann, Partner von Zoë Boehm. Und selbstverständlich steckt hinter der Explosion sehr viel mehr, und ohne groß spoilern zu wollen, schlittert Sarah in eine Geheimdienstoperation, in der manche ungelegene Beweise und Zeugen im Zusammenhang mit dem Irakkrieg beseitigt werden sollen.
Die Detektei war zwischen einem Pub und einem Zeitungskiosk eingezwängt, und obwohl die Anzeige in den Gelben Seiten „Hightech“ versprochen hatte, hielt dieses Versprechen nicht mal bis zur Türklingel. (Auszug E-Book Pos. 866)
Obwohl Mick Herron hier im Jahr 2002 eine Reihe mit einer Oxforder Privatdetektivin einführt, wirkt der Roman schon als kleine Blaupause für den später folgenden „Slow Horses“-Kosmos. Auch hier gibt es schmutzige Geheimdienstaktionen und es werden einige sehr seltsame Figuren aus dem Geheimdienstmilieu eingeführt. Allerdings bleibt der Autor eng bei seiner Hauptfigur Sarah, die völlig konfus sich in eine Sache einmischt, die ein paar Nummern zu groß für sie ist, aber – und das nötigt dem Leser dann doch Respekt ab – sie zieht es durch (wenn auch irgendwann dann doch Zoë Boehm so richtig in die Geschichte einsteigt). Irgendwann wird Sarah selbst zur Gejagten, eine wilde Flucht mit einem unerwarteten Begleiter beginnt und dennoch bleibt die Suche nach dem verschwundenen Kind immer präsent.
„Down Cemetery Road“ ist auch in der heutigen Betrachtung nach Kenntnis der „Slow Horses“-Romane ein bemerkenswerter Debütroman. Mick Herron entwickelt aus der gediegenen Oxford- und Hausfrauen-Atmosphäre einen temporeichen und intelligenten Geheimdiensthriller. Dabei ist auch hier schon der hervorragende literarische Stil Herrons durchsetzt mit typisch britischem Humor zu beobachten. Insofern ein echter Gewinn, dass es dieser Roman nach 23 Jahre zu einer gelungenen deutschen Übersetzung durch Stefanie Schäfer geschafft hat. Und vielleicht taucht Zoë Boehm in den weiteren Bänden dann auch etwas häufiger auf.
Eva K, Journalist*in
Ich kenne und schätze Mick Herron als Autor der Geheimdienstserie um die "Slow Horses" des MI5. Da war ich natürlich neugierig auf seine Reihe um die Privatdetektivin Zoe Boehm und wurde nicht enttäuscht: Auch hier findet sich die unwiderstehliche Mischung aus Spannung, Geheimnissen und einer ordentlichen Prise britischen Humors, dazu Protagonisten, die eher unfreiwillig in Verschwörungen und finstere Machenschaften stolpern. Zoe Boehm ist allerdings - bis jetzt - eine Nebenfigur, die erst spät in der Handlung Profil entwickelt.
Vor allem geht es um die Hausfrau Sarah, die weder beruflich noch privat gerade viel Freude an ihrem Leben hat. Ehemann Mark ist in der Finanzwelt tätig und verlässt sich darauf, dass sie ihm den Rücken freihält, ohne sie umgekehrt in ihren fast schon vergessenen Ambitionen zu unterstützen. Nun soll sie auch noch als Gastgeberin eines Dinners für einen wichtigen Kunden brillieren, den sie schon sehr schnell nervig und abscheulich findet. Dann allerdings eskaliert der Abend auf ganz andere Weise, denn in der Nachbarschaft explodiert ein Haus, es gibt zwei Tote, was Sara verwundert, denn dort lebte doch eine alleinstehende Frau mit ihrer Tochter, die als gerettet gilt, dann aber unauffindbar ist.
Sara macht sich auf die Suche nach dem kleinen Mädchen, sucht die Hilfe eines Privatdetektivs und erkennt viel zu spät, dass sie plötzlich selber Gejagte in einer Verschwörung ist, die sie - anders als die Leser*innen, denen Herron nach und nach Informationsbrocken serviert - erst viel zu spät erkennt. Ein geheimnisvoller Fremder könnte Freund oder Feind sein, Ehemann Mark führt ein Doppelleben, von dem sie nichts ahnt, und ein durchgeknallter Killer macht Jagd auf sie.
Sehr viel mehr soll hier keinesfalls verraten werden, doch langweilig wird es in "Down Cemetery Road" nie. Einmal mehr hat Mick Herron liebenswerte Protagonisten mit Macken und Schwächen geschaffen, die in der Krise über sich herauswachsen müssen, und als Gegenspieler Machtmenschen, die buchstäblich über Leichen gehen. Das macht neugierig auf den nächsten Band dieser Serie, auch wenn die Slow Horses für mich noch eine Nummer größer sind. Mick Herron enttäuscht nie.
Buchhändler*in 1286175
Mick Herron ist durch die 'Slow horse'-Reihe auch weiteren Kreisen bekannt worden. Die Reihe um die Ermittlerin Zoe Boehm liegt zeitlich vor 'Slow horse'. Hier wie dort dreht es sich um Geheimdienstgeschichten.
Bei 'Down Cemetery Road' ist die Geschichte anfangs etwas undurchsichtig und etwas zusammenhanglos. Dies ändert sich aber relativ schnell. Im wendungsreichen Handlungsablauf scheint nicht immer alles so wie ist. Die Spannung hält bis zum Showdon am Schluss.
Die Protagonistin Zoe Boehm ist leider nur eine Nebenfigur. Vielleicht entwickelt sie sich in einem Folgeband weiter.
Ein frühes Werk von Herron, jetzt rausgekramt, weil er mit den Slow Horses erfolgreich geworden ist. Zu Unrecht lange ignoriert - eine coole Story mit sehr schrägem Personal, der Erzählstil hat schon seine ganz eigene Prägung. Schwarzer Humor vor bitterernstem Hintergrund - und sind die Nullerjahre technisch wirklich so weit von heute entfernt? Von daher - Zeitreise ins prähistorische Großbritannien, viel Vergnügen!
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1073326
Nach Slow Horse die zweite Reihe von Mich Herron. Auch dieses Mal sehr gut. Ich bin gespannt auf mehr.
Ich habe eine Schwäche für britischen Humor.
Dieses trockene, sarkastische, leicht süffisante Understatement hat mich schon bei Black Books und Mr. Bean abgeholt und genau dieses Gefühl hat Mick Herron bei mir wieder ausgelöst.
Down Cemetery Road spielt in Oxford, und unter der ruhigen Oberfläche brodelt es gewaltig.
Sarah Tucker, eine unscheinbare Hausfrau, spürt, dass mit dem Verschwinden eines Kindes etwas nicht stimmt. Eine Explosion im Wohngebiet Tage zuvor scheint kein Zufall gewesen zu sein, auch wenn die Polizei den Fall schnell abtut. Aus Mangel an Alternativen wendet sie sich an Zoë Boehm, eine Ex-Journalistin, deren Karriere spektakulär abgestürzt ist, dafür mit messerscharfem Verstand, lautem Mundwerk und genau dem bissigen Humor, der diese Geschichte trägt.
Zoë ist keine glatte Heldin. Sie ist unbequem, direkt, klug und gerade deshalb absolut faszinierend. Sie übernimmt den Fall nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern weil sie weiß, Sarah ist zu leise für diese Welt. Und jemand muss laut sein.
Was dann folgt, ist eine Geschichte, die viel mehr ist als ein klassischer Krimi. Entführung, Explosion, politische Untertöne, alles greift ineinander. Der Autor erzählt das mit typisch britischer Schärfe, trockenem Witz und einer Eleganz, die nie laut wird, aber konstant wirkt.
Ich mochte das sehr. Kein schneller Action-Thriller, sondern ein intelligenter, atmosphärisch dichter Krimi mit Haltung. Für mich der perfekte Einstieg und ich bin ziemlich sicher, dass wie im Original weitere Bände folgen werde.
Klug, bissig, typisch britisch. Ein Krimi mit Charakter
P. K, Buchhändler*in
Großartig. Für Fans lupenreiner Agentenkrimis mit starken Charakteren und einer gewissen Portion Coolness. Eine perfekte Ergänzung zur gelungenen Verfilmung.
Coole Story
Ich fand den Klappentext eigentlich schon richtig interessant und der Start ins Buch war dann auch direkt super einnehmend. Ich fand die Story selbst richtig spannend und die Charaktere auf ihre leicht überzeichnete Art sehr faszinierend.
Mit dem Erzählstil habe ich aber so ein gehadert, der fühlte sich für mich sehr behäbig an, sodass ich nicht so richtig in einen guten Lesefluss gekommen bin. Die wechselnden Perspektiven haben mich immer so ein bisschen rausgeworfen
Die Handlung ist verquer, fast schon skandalös und die Verwicklungen der Figuren waren wirklich packend. Vor allem Michaels Geschichte hat mich auch total mitgenommen. Generell erfährt man super viel auf indirektem Wege über die Figuren, weil über sie gesprochen oder etwas beobachtet wird. Dadurch bleiben sie eher auf Distanz aber gleichzeitig bekommt man trotzdem so ein Rundumbild.
Überraschenderweise spielt Zoë in diesem Buch erst ziemlich spät eine Rolle. Anhand der Beschreibung hatte ich sie für eine zentralere Figur gehalten. Da es aber genug andere Charaktere gibt, fällt das nicht weiter ins Gewicht, ich war nur irritiert.
Das Ende war große Klasse, ein wilder Showdown, actionreich und mit ordentlich Tempo. Das gesamt Buch ist schon ein ziemlich wilder Ritt, der so ein bisschen an alte Gangsterfilme erinnert, bei denen reichlich viel schief geht. Ich fands cool.
Ute M, Buchhändler*in
Klassischer Krimi mit Geheimdienst und einer Privatdetektivin, die hier den ersten Fall dieser Reihe lösen muss. Der erste Krimi von Mick Herron von 2003. Gerade verfilmt mit Emma Thompson in der Rolle der Privatdetektivin. Sehr unterhaltsam aber auch ganz schön hintergründig. Lebt von komischen Situationen und klasse Dialogen. Typisch britisch mit viel schwarzem Humor. Spielt in Oxford.
Thomas D, Buchhändler*in
Leider bei weitem nicht so witzig wie die Slow Horses. Die Protagonistin scheint schon etwas merkwürdig zu sein, dass sie sich so in den Fall hineinsteigert. Für meinen GEschmack kommt die Privatdetektivin viel zu spät ins Spiel - in der Verfilmung ist sie ja bereits in der zweiten Folge aktiv dabei - danach wird es auch spannender und schneller.
Hausfrau im Geheimdienst-Thriller – etwas unrealistisch
In sieben Kapiteln entwickelt sich aus einer ungewöhnlichen Dinner-Szene mit nachbarlicher Explosion im verstaubten Oxford ein Geheimdienst-Plot mit ungemütlichen und für tot erklärten Kandidaten auf einer unbenannten Insel vor Schottland. Die zunächst unscheinbare Hauptfigur Sarah Tucker, gelangweilte Hausfrau, kommt auf ihrer Suche nach dem 4-jährigen Mädchen Dinah recht unglaubwürdig daher. Ihr Agieren mit dem Privatdetektiv Joseph Silvermann erscheint unrealistisch, durchsetzt von Nebensächlichkeiten. Sarahs langsame Verwandlung in eine rationale, unerschrockene Person an der Seite des Soldaten Michael Downey wirkt glaubwürdiger. Der ruhige Vorort von Oxford versprüht leider nicht das besonders geheimnisvolle Ambiente einer altehrwürdigen Universitätsstadt, sorgt aber bis zu den stürmischen Vorkommnissen an der schottischen Küste am Ende des Plots für einen spannenderen Handlungsverlauf mit zunehmender Vehemenz. Zoë Boehm als Ermittlerin der Detektei Oxford Investigations JOSEPH SILVERMANN BA. taucht erst spät und wenig überzeugend in der Handlung an der Seite von Sarah auf. Das Netz der kaltblütigen Söldner, die im Auftrag der britischen Regierung aufräumen, wird teilweise zu langatmig beschrieben. Der Schreibstil gefällt in seiner humorigen bis sarkastischen Art. 3*
Buchhändler*in 774061
Ein sehr spannender Krimi, der aber von den gängigen Kriminalromanen abweicht. Ich finde die Personen in der Geschichte sehr
interessant und auch besonders. Ich finde die Rolle der Ermittlerin Zoe Böhm kommt in diesem Roman etwas zu kurz. Aber ich kann diesen
Krimi nur empfehlen.
Rezensent*in 497824
Passend für Serie habe ich das Buch gelesen und fand es sehr stark! Tatsächlich funktioniert die Geschichte für meinen Geschmack besser als Roman. Allerdings kommt mir Zoë zu kurz. Ich hoffe, das ändert sich in der Zukunft.
Ruben S, Buchhändler*in
Am Ende stehe ich etwas zwiespältig da. Der Stil von Mick Herron gefällt mir gut, gerade die Dialoge in die Sarah, Zoe und Joe involviert sind, haben hohes Unterhaltungspotential. Die Handlung selbst gefiel mir eher mittelmäßig, es gibt immer wieder Längen. Es beginnt ja im wahrsten Sinne des Wortes mit einem großen Knall, aber dann plätschert die Story vor sich hin und es dauert mir deutlich zu lange bis wieder Tempo in die Geschichte kommt. Der Hintergrund des Buches hat mich auch nicht so wirklich überzeugt und das Ende wird wiederum sehr zügig abgehandelt. Für den nächsten Band bitte etwas mehr Ausgewogenheit.
Buchhändler*in 427194
Sarah Tucker, Hausfrau in einem beschaulichen Vorort von Oxford, gerät nach dem Verschwinden eines Mädchens in der Nachbarschaft in einen Kriminalfall, deren Recherche durch Sarah zusammen mit der Privatermittlerin Zoe Böhm in die höchsten Ebenen der Regierung für reichlich Unruhe sorgt. Das Erstlingswerk von Mick Herron kommt noch lange nicht an die Slow Horses Bände ran, der Spiegel schreibt zutreffend „Ein Genie schreibt sich warm“. Dennoch absolut spannend, lesenswert, mit schrägem Humor. Die Hörbuchversion verdient ebenfalls ein Lob!
Meike S, Rezensent*in
Verwirrend und oberflächlich
Das beschauliche Oxford wird zum Verbrechen. Eine Explosion erschüttert die Nachbarschaft um Sarah Tucker und dann verschwindet auch noch ein Kind... Das wird Sarah zuviel, sie will wissen was geschehen ist und kontaktiert die Privatermittlerin Zoe Boehm. Die beiden Frauen begeben sich auf Spurensuche und finden unglaubliche Dinge heraus. Totgesagte leben noch, es gibt noch mehr Tote und es wimmelt nur so von Intrigen und Undurchsichtigkeit.
Diese Geschichte ist zu flapsig erzählt und verwirrt ziemlich. Die Protagonisten sind sehr redselig und kommentieren einfach alles. Das ist etwas zu viel. Das kann Mick Herron besser, wie ich finde. Leider konnte ich mich so nicht für das Buch begeistern. Schade!
In Oxford verschwindet ein kleines Mädchen, und die Privatermittlerin Zoë Boehm übernimmt die Ermittlungen. Der Fall zieht mehrere Bewohner der Nachbarschaft in Mitleidenschaft, insbesondere die Hausfrau Sarah Tucker.
Ich habe "Down Cemetery Road" mit recht hohen Erwartungen gelesen. Mick Herron ist bekannt für seine scharf gezeichneten Figuren und seinen trockenen, oft sehr treffenden Humor. Der Einstieg klang vielversprechend. Die Privatermittlerin Zoë Boehm ermittelt in Oxford, ein kleines Mädchen verschwindet. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen spannenden, atmosphärischen Kriminalroman.
Leider hat mich das Buch insgesamt eher enttäuscht. Zwar ist Zoë Boehm offiziell die Hauptfigur, doch sie bleibt über weite Strecken erstaunlich distanziert und präsent nur am Rand. Stattdessen nimmt die Geschichte um die Hausfrau Sarah Tucker immer mehr Raum ein. Zeitweise hatte ich sogar den Eindruck, dass Sarah die eigentliche Hauptfigur ist. Eine Entscheidung, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte und die für mich den Fokus der Geschichte abgeschwächt hat. Dazu konnte ich weder zu der einen Frau noch zu der anderen eine Verbindung aufbauen und konnte mit ihnen nicht warm werden. Auch die Spannung konnte mich nicht dauerhaft halten. Das Verschwinden des Kindes ist zwar ein ernstes und emotionales Thema, doch die Geschichte schafft es nur selten, daraus echten Nervenkitzel zu entwickeln. Viele Passagen ziehen sich, und gerade dort, wo ich mir Tempo gewünscht hätte, bleibt die Handlung überraschend ruhig oder verliert sich in Nebensächlichkeiten.
Hinzu kommen einzelne Szenen und Wendungen, die auf mich übertrieben wirkten. Statt die Geschichte zu verdichten, haben sie mich eher aus dem Lesefluss gerissen. Herrons Stil blitzt zwar immer wieder auf, doch diesmal trägt er für mich nicht durch den gesamten Roman. Am Ende blieb bei mir das Gefühl zurück, dass "Down Cemetery Road" mehr hätte sein können. Die Ausgangsidee ist stark, das Setting interessant, doch die Gewichtung der Figuren und der fehlende Spannungsbogen haben mir den Lesegenuss deutlich geschmälert. Es ist kein schlechtes Buch, aber gemessen an meinen Erwartungen und an Herrons Möglichkeiten schlicht zu wenig.
Fazit: Solide Ansätze, interessante Figuren, aber wenig Spannung und ein irritierender Fokus. Für mich insgesamt enttäuschend.
LeserInnen dieses Buches mochten auch:
Karin Kehrer
Krimis, Thriller, Mystery
Oliver Pötzsch
Historische Romane, Krimis, Thriller, Mystery
Arthur Conan Doyle
Belletristik, Historische Romane, Krimis, Thriller, Mystery