Working Class Girl
Aufstieg einer Frau von ganz unten. Der Nummer-1-Bestseller aus Irland
von Katriona O'Sullivan
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Erscheinungstermin 16.09.2025 | Archivierungsdatum 13.10.2025
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Zum Inhalt
Wie viele junge Mädchen ist Katriona klug, neugierig und zukunftsfroh. Wie immer mehr Mädchen wächst sie in Armut auf. »Hosenpisserin« wird sie in der Grundschule von ihren Klassenkameradinnen...
Eine Anmerkung des Verlags
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Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783910372528 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 861419
Intensiv, eindringlich, lesenswert;
Ab der ersten Seite hat mich dieses Buch gefesselt. Katriona schreibt aus ihrer Perspektive und gerade die kindliche Perspektive tut einem richtig weh. Sie lässt einige Leerstellen, was natürlich ist, da Kinder manche Zusammenhänge nicht überblicken, aber umso prägnanter und eindringlicher fand ich die Schilderung ihrer frühen Jahre und die schrecklichen Lebensumstände mit Drogen- und Alkoholabhängigen Eltern. Ihr langer, schwieriger Kampf gegen diese Lebensumstände und den vermeintlich vorgezeichneten Lebensweg wird sehr gut und nachvollziehbar geschildert. Sie bestätigt soziologische Studien zu diesem Thema, da ihr Umfeld sie daran hindern will, sich zu verändern. Das Unbekannte macht einfach Angst. Auch ihr Gefühl, in der akademischen Welt nicht dazu zu gehören, wird sehr ausführlich und intensiv erklärt. Katriona O`Sullivan hat mich als Person und Charakter überzeugt und ihr reflektierter Blick auf die Familie und ihren Lebensweg ist ausgesprochen lesenswert. Der Schreibstil ist gut und das Buch als Ganzes ist empfehlenswert.
Katriona ist eines von fünf Kindern, ihre Eltern sind drogenabhängig und sie und ihre Geschwister wachsen in bitterer Armut in England auf. Und auch ihre Zukunft scheint von den Umständen fest vorgeschrieben: Mit 15 wird sie schwanger, verlässt die Schule und wird selbst suchtabhängig.
Doch mit ganz Wille, dem Glauben ein besseres Leben verdient zu haben und der Hilfe einiger Lehrer und Mentoren geht sie ihren eigenen Weg, der sie schließlich an die Universität und zum Doktortitel führt…
Wow, was ein Buch und was für eine Geschichte!
„Working Class Girl“ ist eine unfassbar ehrliche, herzzerreißenden, mutige und schonungslose Autobiografie, die gleichzeitig auch von tiefer Liebe und dem Glauben an den eigenen Wert handelt.
Sie zeigt aber vor allem wie kaputt das System ist, wie sehr Kinder und Menschen in Armut und im Stich gelassen werden und wie sich Armut, Trauma und Sucht zu einem Teufelskreis formieren, aus dem man es alleine nicht heraus schafft.
Und daher ist dies auch keine klassische „Erfolgsgeschichte“, die vorgaukelt, dass es jeder und jede schaffen kann sofern sie sich nur anstrengen.
So tief beeindruckend der Werdegang der Autorin ist, legt sie großen Wert darauf die Ursachen und Strukturen von Armut und Vernachlässigung zu benennen und die Bedeutung von Bildung und Fürsorge für alle Kinder zu betonen.
Fazit: Ein Buch und eine Biografie, die tief bewegt und die man nicht so schnell vergisst - ganz große Leseempfehlung!
Können wir unser Schicksal ändern?
Ein Buch, das mich sehr mitgenommen hat. Die Autorin beschreibt hier autobiografisch ihre Kindheit, Jugend und wie sie es geschafft hat, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen.
Katriona wächst in Armut auf, wird von Mitschülerinnen verspottet und erlebt früh Scham und Einsamkeit. Ihre Eltern sind drogen- und alkoholabhängig. Mit fünfzehn Jahren wird sie schwanger und obdachlos, ihr Leben scheint aussichtslos. Bis engagierte Lehrerinnen und ein Sozialarbeiter ihr neue Wege eröffnen. Heute ist sie eine erfolgreiche Psychologin und Aktivistin.
Zu Beginn des Buches zeichnet sich schon ab, dass es keine leichte Kost wird. Als dann jedoch noch Missbrauch und ein Jugendamt, das sich nicht darum kümmert, dazu kommt, musste ich Pausen einlegen. Es ist ungeschönt, explizit, aber dennoch so wichtig zu lesen. Nicht nur Katriona erging es so. So viele Kinder leiden unter Erwachsenen, die sie ausnutzen, vernachlässigen und wie Dreck behandelt werden.
Man muss sich beim Lesen bewusst sein, dass es hier nicht um eine leichte Geschichte geht. Wer Themen wie oben beschrieben nicht lesen kann/möchte, dem würde ich davon abraten. Allen anderen kann ich es nur sehr ans Herz legen. Sich bewusst machen, wie es hinter verschlossenen Türen laufen kann. Und dass es Menschen, wie zum Beispiel ihre ersten Lehrerinnen braucht, um Kindern eine helfende Hand zu reichen. Menschen, die nicht wegsehen und da sind, wenn man sie braucht.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es für die Autorin eine Befreiung war, ihre Geschichte zu erzählen. Zu erzählen, wie sie und andere Kinder in Armut aufwachsen müssen und was das mit ihnen machen kann. Denn oft bleiben sie es. Doch Katriona hat es geschafft. Und das wünsche ich allen.
ISBN: 978-3910372528
Autorin: Katriona O´Sullivan
Verlag: Kjona
Veröffentlicht. 16.09.25
Umfang: 256 Seiten
Als Katriona O’Sullivans knapp ein Jahr jüngerer Bruder Matthew mit in ihre Grundschulklasse eingeschult wird, ist sie alles andere als begeistert. Die Schule war bis dahin ein sicherer Ort für sie gewesen an dem Regeln herrschten, nach denen sie sich gern richten wollte. Wenn sie nicht zur Schule gehen und dort mittagessen könnte, gäbe es zuhause nichts zu essen. Ihre Lehrerin war vermutlich die erste Person, die das Mädchen wie einen Menschen wahrnahm. Katrionas Alltag in einem der ärmsten Vororte von Coventry bestand aus suchtkranken Eltern, Hunger, Vernachlässigung, Drogengebrauch und -handel vor den Augen der Kinder und sexueller Gewalt. Ihr irischstämmiger Vater Tony war als Baby ins Heim gegeben worden und in zwei Adoptivfamilien aufgewachsen. Auch seine Familie hungerte, wenn der Wochen-Lohn bereits nach einem Tag ausgeben war. Katriona lernt früh, dass Männer den Wert von Frauen bestimmen und Frauen sich immer auf die Seite von Männern schlagen, selbst wenn die 7-jährige Kinder vergewaltigen. Als die fünf Kinder für kurze Zeit ins Heim kommen, kann Katriona sich nicht eingestehen, dass sie lieber Nahrung, Sauberkeit und feste Regeln im Heim hätte als die ständige Unsicherheit zuhause, welches Chaos ihre Eltern und deren zwielichtige Besucher wieder anrichten würden. Dazu ist es jedoch zu spät, dann sie hat bereits verinnerlicht, dass es nur „wir gegen die“ gibt und Kinder um keinen Preis mit Sozialpädagogen, Lehrern oder Vertretern der Obrigkeit kooperieren dürfen.
Heute ist Katriona O’Sullivan promovierte Psychologin, die sich beruflich damit befasst, welche Auswirkung Armut auf das Selbstwertgefühl und den Lebensweg eines Menschen hat. Ihre rückblickende Wertung verbindet Dankbarkeit, dass sie in einer Phase großzügiger finanzieller Förderung studieren konnte, wie auch Kritik daran, dass sie als vorzeigbare „gute Arme“ gefördert wurde, weil sie dieses Stereotyp erkennen und sich daran anpassen konnte.
Fazit
Katriona O’Sullivans Schicksal ist am besten in kleinen Portionen aufzunehmen, weil die Verachtung, die Behördenvertreter der Familie entgegenbrachten, der sie offiziell „halfen“ schwer zu ertragen ist. Aus ihrem Buch habe ich viel über Kinder gelernt, die „in Obhut genommen“ werden und dennoch eiserne Loyalität zur Familie zeigen, obwohl sie dort vernachlässigt werden.
Weil die Autorin jeweils parallele Ebenen zeigt (kindliche Sicht im Kontrast zu Urteilen Außenstehender, echte und falsche Helfer), spiegelt sie für ihre Leser:innen Voreingenommenheit und verbreitete Stereotype. Sie selbst hat bis zur Promotion noch mit der Killerphrase gelebt, dass die Universität nicht für Arme ist, sie dort nicht hingehört und evtl. nur eine Hochstaplerin sein müsste. Mich hat besonders berührt, welch verheerende Folgen sexuelle Gewalt hat, wenn ein Opfer - wie hier - von der Mutter im Stich gelassen oder die Tat verharmlost wird. Da Leser:innen autobiografischer Texte zu sexueller Gewalt ihre Betroffenheit durchaus relativierend abwehren, verdient O’Sullivan Respekt für ihre differenzierte Darstellung ihrer Mutter aus Sicht der im Stich gelassenen Tochter und der inzwischen erwachsenen Wissenschaftlerin.
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