Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945
von Götz Aly
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Erscheinungstermin 27.08.2025 | Archivierungsdatum 26.10.2025
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Zum Inhalt
Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust – hier stellt er die zentrale Frage: Wie konnte das geschehen?
In einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden?
Die Antwort ist vielschichtig. Die NSDAP versprach den Deutschen Aufstieg und Wohlstand, zugleich hielt man die Menschen in Bewegung, keine Atempause, keine Zeit zum Nachdenken, so ging es Richtung Krieg. Als der Glaube an einen Sieg nachließ, wurde aus der Volksgemeinschaft eine Verbrechensgemeinschaft. Jeder konnte wissen, welche Schuld die Deutschen auf sich luden, die Angst vor dem, was nach einer Niederlage geschehen würde, wurde bewusst geschürt.
Götz Aly schildert in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind.
Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust – hier stellt er die zentrale Frage: Wie konnte das geschehen?
In einer schweren Krise wurde die...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783103973648 |
| PREIS | 34,00 € (EUR) |
| SEITEN | 768 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Das Unheil beginnt damit, dass Hitler nebst Anhang sich wohl unter anderem die Türkei als Vorbild nahm. Massenmord an den Armeniern und das als „Reinigung der Rasse“. Und der Führer hatte zudem noch viele Gefälligkeiten für seine Anhänger parat. Das waren zum Beispiel: Der Besuch des Gymnasiums war künftig auch für sozial schwache Jugendliche möglich. Denn, man höre und staune, die Juden hatten höhere Abschlüsse als Christen. Sie lasen halt mehr und diskutierten ausgiebig. Das wiederum erlaubte ihnen bessere Berufe zu ergreifen und so höhere Einkünfte zu erzielen. Der Neid war also schon vorprogrammiert.
Eine breite Zustimmung bekam Hitler im Saarland. Die Menschen wollten zurück nach Deutschland. Und dann gab es diese sogenannten „Pfaffenprozesse“. Sie wurden vom Volk bejubelt. Endlich, so meinten die Betroffenen, greift der Führer durch. Er beschützt unsere Kinder. So viele weitere Neuerungen führten dann zur Wahl der NSDAP und ihrem erdrutschartigen Sieg.
Herr Aly berichtet in seinem Buch #WiekonntedasgeschehenDeutschland1933bis1945, dass selbst im Jahr 1989 noch gravierende Fakten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ verschwiegen wurden. Und das sogar von „Historikern“. Was versprachen sie sich davon? Schämten sie sich etwa? Begriffe wie „Judenbuße, Reichsfluchtsteuer, Vierjahresplan, blöder Gefühlsakrobat und Gemeinschaftsfremde“ werden in dem Sachbuch erläutert.
Ein Kapitel hat mich besonders bewegt. Das war der Bericht über den Bischof von Münster, Herrn Galen. Er predigte klar und deutlich, was er von der Ermordung Behinderter hielt. Das veranlasste die Täter, diese Aktionen zunächst einzustellen. Fakt ist allerdings, dass dieser Bischof ganz alleine für das Recht der Betroffenen eintrat. Weder geistliche Würdenträger, noch Künstler noch andere in der Öffentlichkeit stehende Personen unterstützten ihn.
Im weiteren Verlauf des Krieges wird klar, dass Deutschland pleite und Hitler praktisch gezwungen ist, weiter Krieg zu führen. Nur so kann er hoffen, dass er das Dilemma vor seinen Anhängern verbergen kann. Dass das nicht funktionierte, wissen wir. Am Schluss des Buches gibt es einen Umfangreichen Anhang. Wer also noch weiter eintauchen möchte in das Grauen, der wird hier Adressen finden, die ihm bei seinen Recherchen behilflich sind.
Heute las ich folgenden Satz: „Götz Aly legt sein letztes großes Werk vor.“ Das stimmt mich traurig. Seine Bücher sind für mich das Sinnbild von Aufklärung. Darüber, wie es sich zur Zeit des Nationalsozialismus leben ließ. Sein Wissen und seine gewissenhaften Recherchen sind einzigartig in der Welt der Historiker. Ohne krampfhafte Versuche, das Vorgehen damals zu entschuldigen, schreibt er klar und deutlich, wie selbst kluge Frauen und Männer sich von den Rattenfängern vereinnahmen ließen. Keine Frage, für mich war das Lesen ein Muss und das empfehle ich allen Menschen, die mitreden wollen. #NetGalleyDE
Es ist, gerade heute, die zentrale Frage, die sich in Bezug auf den Nationalsozialismus, den Aufstieg Adolf Hitlers, die Gräuel seiner Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg stellt: «Wie konnte das geschehen?» Diese Frage versucht Historiker Götz Ali in seinem Buch zu beantworten. Seine Antworten, schreibt er, «sollen zur Diskussion und zum weiteren Nachdenken anregen» – und das tun sie. Schonungslos zeigt er, warum es die «Stillen, die Harmlosen, die fünfzig-oder achtzigprozentigen Unterstützer» waren, die den Boden bildeten für die Herrschaft Hitlers. Diese Herrschaft war zu Beginn vor allem von Schulden geprägt: Die Nazis errichteten «mit Hilfe ungedeckter Kredite» Prunk-und Zweckbauten und streuten breit ihre sozialen Wohltaten. Das habe «schnell integrativ» gewirkt: «Sie erzeugten das bald weit verbreitete Gefühl, man gehe besseren Zeiten entgegen. Auf dem so geschaffenen, zu keinem Zeitpunkt festen Boden entwickelte sich zum einen die Staatsloyalität einer wachsenden Mehrheit, zum anderen die Politik innerer und bald nach aussen gerichteter Expansion.»
Natürlich arbeitete das Regime mit Desinformation und Propaganda. Vor allem aber habe es einen hektischen, ja monströsen Aktionismus ausgelöst, «der Schwindelgefühle erzeugte und das Nachdenken lähmte». Eine eigentliche Ideologie hatten die Nazis nicht. Das Regime sei vielmehr inhaltlich unbestimmt gewesen. Es folgte «den Grundideen des Machtgewinns und des Machterhalts». Auch gebe es keinen genuin nationalsozialistischen Antisemitismus. Die Nazis hätten aber früh erkannt, dass der Kampf gegen Juden ihnen «eine weit über den engeren Kreis ihrer Gefolgsleute hinauswachsende Zustimmung verschaffen würde». Der Antisemitismus war weiter verbreitet als die Parteimitgliedschaft und wurde zum integrativen Faktor der Politik! Hitler und Goebbels förderten das Rauchen und die Versorgung mit Bier, erhöhten die Renten und stellten die Juden an den Pranger. Damit sicherten sie sich die Zustimmung der Mehrheit in Deutschland.
Aly spricht von einer «Verbrechensgemeinschaft»: «Auch mit Hilfe des gemeinsam begangenen und Stück für Stück gesteigerten Unrechts gelang es, die Mehrheit der eigenen Bevölkerung in die Gefolgschaft zu bugsieren, seit 1941 in eine zunehmend fester verbundene und schliesslich an die eigene Führung gekettete Gemeinschaft des Verbrechens.»
Es ist geradezu erschütternd, zu lesen, wie die Nationalsozialisten ein ganzes Volk zuerst mit Geschenken verführte, um es dann zum schweigenden Komplizen ihrer Verbrechen zu machen. Im Kern steht dabei keine Ideologie, sondern vor «ökonomisches» Handeln: Gier nach Geld und Macht.