Der Sommer, in dem alles begann

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Erscheinungstermin 11.04.2024 | Archivierungsdatum 06.04.2025

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Zum Inhalt

Hélène, Marguerite und Odette – drei Frauen aus drei Generationen, deren Wege sich in einem bretonischen Dorf kreuzen und alles verändern:

Hélène ist sechzehn und lebt in einem kleinen Dorf im felsigen Finistère. Sie liebt ihre raue Heimat, ihren Freund Yannick und das friedliche Dorfleben. Doch die Ankunft Marguerites, der neuen eleganten Französischlehrerin aus Paris, und ihres Mannes Raymond, einem charmanten Schriftsteller mit Schreibblockade, wirbelt alles auf. Hélène fühlt sich von Raymond angezogen, während Marguerite heimlich nach ihrer Mutter sucht, die aus dieser Gegend stammen soll.

Und dann ist da Odette, Witwe und Dorfladenbesitzerin, deren Vater während der deutschen Besatzung ermordet wurde. Sie wurde in den 1940ern nach Paris geschickt, wo sie als Hausmädchen vergewaltigt wurde, das Kind abgeben musste und erst Jahre später in ihr Heimatdorf zurückkehrte. Die Lebenswege dieser drei Frauen sind eng miteinander verwoben und führen zu den Wurzeln der bretonischen Geschichte.

Hélène, Marguerite und Odette – drei Frauen aus drei Generationen, deren Wege sich in einem bretonischen Dorf kreuzen und alles verändern:

Hélène ist sechzehn und lebt in einem kleinen Dorf im...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462003871
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 240

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ich war begeistert von den überraschenden Wendungen, die das Buch nahm: dass die verbitterte Alte, die der glamourösen Pariserin das Leben schwer macht, deren Mutter ist. Auch das Ende ist schockierend, selbst wenn man durch die Beerdigung am Anfang vorgewarnt war. Leider habe ich festgestellt, dass der Klappentext zuviel verrät. Das nimmt dem Buch seinen Reiz! Ansonsten ein präziser, brillanter Roman über die französische Provinz.

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Ich fand das Buch schrecklich und grandios zugleich! Die Art, wie erzählt wird und sich die Handlung entfaltet ist sehr fesselnd. Die Stimmung ist sehr melancholisch, von vorsichtiger Hoffnung durchzogen- so fragile, dass man beim Lesen Angst um die Charaktere hat. Das ist auch, was ich so schrecklich fand. Ich wollte manchmal gar nicht weiterlesen, weil ich Schlimmes befürchtete. Aber dieses Buch ist wie das Leben - ehrlich, hart, unfair und gleichzeitig wunderschön. Ein Buch, über welches ich noch immer nachdenke.

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Auf jeden Fall für Fans der hintersten Ecke der Bretagne. Das Buch ließ sich gut lesen, war unterhaltsam, doch auch klischeehaft. Mondäne Pariser kommen aufs Land und bringen die Gefühlswelten in Aufruhr. Alles kommt aus dem Takt.
War ok.

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Hélène ist eine 16-jährige Schülerin die in der Bretagne lebt. Sie ist eigentlich mit ihrem Leben ganz zufrieden, bis die neue Lehrerin Marguerite kommt und das Dorfleben ordentlich durcheinander wirbelt. Vor allem mit der Dorfladenbesitzerin Odette gerät sich aneinander. Marguerite ist nicht zufällig dort, sie sucht nach ihrer Mutter. Was verbindet die drei Frauen?

Der Roman liest sich zu Beginn etwas langweilig und schwerfällig. Es geht viel um das schlechte Wetter in der Bretagne, um die Eigenheiten der Bewohner dort und die Argwohn gegenüber Fremden. Man weiß lange nicht, wo die Erzählung hinführen soll. Wer Marguerites Mutter ist, wird dem aufmerksamen Leser ganz schnell klar. Mir hat aber gut gefallen, dass die Autorin viele Wendungen in die Geschichte eingebaut hat und so Spannung aufgebaut hat. Die Situation spitzt sich am Ende sehr zu und endet nicht so, wie ich es erwartet hätte. Aber das bedeutet nicht, dass das Ende schlecht wäre. Es ist sehr überzeugend. Man darf bei diesem Buch keine heitere, fröhliche Geschichte erwarten, dazu sind die angesprochenen Themen zu ernst. Ich könnte mir das Buch sehr gut als Verfilmung vorstellen!

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Erstaunlich abgründig

Ich hatte aufgrund von Cover und Klappentext eine atmosphärische, aber seichte Familiengeschichte mit dörflichem Setting erwartet und war überrascht, als wie düster und abgründig sich die Geschichte letztendlich herausgestellt hat. Anders als erwartet, aber hat mir erstaunlich gut gefallen.

Zum Inhalt: die Ankunft einer Literaturlehrerin aus Paris bringt ein Dorf in der Bretagne in Aufruhr. Mit ihrer kosmopolitischen Art und ihren aufrührerischen Texten eckt sie nicht nur bei den Dörflern an, sie schlägt auch ihre Schülerin Hélène völlig in ihren Bann. Diese sehnt sich plötzlich nach mehr als einer Zukunft im Dorf und fühlt sich zusehens zu Marguerites Mann hingezogen. Diese wandelt währenddessen auf den Spuren ihrer Vergangenheit.

Die Geschichte bewegt sich fast schon spielerisch durch Erzählzeit und Handlungsorte und ich musste mich erstmal darin zurechtfinden, besonders nach dem doch recht ungewöhnlichen Start. Habe mich aber schnell gefangen und bin dann gut reingekommen. Generell ist die Erzählung auch eher episodenhaft als kontinuierlich aufgezogen und keine der drei Frauen stand für mich so richtig im Fokus. Marguerite und Hélène nahmen für mich ungefähr gleichviel Raum ein, Odette hingegen blieb mir bis zum Ende seltsam fremd.

Es wird innerhalb der Handlung viel von den Traditionen und den Werten der Bretagne angerissen, vom Volksglauben und dem Drang die eigene Kultur nicht zu verlieren. Aber so richtig in die Tiefe geht es nicht und hat es daher auch nicht so wirklich geschafft, mich mitzureißen. Vermutlich auch, weil keine der drei Frauen eine echte Beziehung dazu hat und so steckt das soziale Umfeld zwar den Rahmen der Geschichte ab, durchdringt sie aber nicht.

Was ich großartig umgesetzt fand war die Enthüllung eines Geheimnisses und ein Plan, der ins perfideste kippt und so zum großen Knall innerhalb der Handlung führt. Das Ende des Buches war nochmal ein echtes Highlight und ein bisschen hatte ich gehofft, auch noch einen Einblick in das „danach“ zu bekommen.
Dass die Ereignisse einfach so stehen gelassen werden ist einerseits starkes Stilmittel, lässt mich gleichzeitig aber auch sehr unbefriedigt zurück.

Gelungener Einblick in die Verstrickungen dreier Leben und die große Frage nach dem „was wäre wenn“, für mich aber nicht 100% rund.

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Die Lebenswege dreier Frauen aus drei Generationen kreuzen sich in der Bretagne und verändern das Leben für alle.
Odette wird während der deutschen Besatzung nach Paris geschickt, nachdem die Nazis ihren Vater ermordet hatten. In der Großstadt muss sie als Dienstmädchen bei einer reichen Familie arbeiten, die Vergewaltigung durch den Dienstherren scheint dazuzugehören. Sie darf bei der Familie bleiben, bis ihr Kind geboren wird; das sei nach der Geburt plötzlich gestorben, sagt man ihr. Odette findet eine neue Stelle beim Verein der Bretonen in Paris, bevor sie schließlich in ihr Heimatdorf im Landesinneren der Bretagne zurückkehrt.
Hélène ist Ende der 1990er-Jahre 16, sie ist in ihrem bretonischen Dorf fest verwurzelt und hat in Yannick endlich ihren ersten Freund. Doch dann taucht die weltgewandte Marguerite in ihrem Leben auf. Die Pariserin unterrichtet normalerweise an der Sobonne Literatur, doch eine Schreibblockade ihres Ehemannes Raymond führt die kleine Familie in die Bretagne. Hier übernimmt Marguerite den Französischunterricht unter anderem in Hélènes Abschlussklasse und zum ersten Mal fühlt diese sich inspiriert und begeistert. Gemeinsam arbeiten sie daran, dass Hélène den besten Abschluss des Départements schafft.
Doch dann ist der Traum auf einmal nicht mehr so wichtig, denn Hélène lernt Marguerites Mann Raymond besser kennen und ist fasziniert. Erst, weil er Schriftsteller ist, dann, weil er ein erfahrener Mann ist. Es beginnt keine plumpe Affäre, sondern ein subtiles Spiel des Flirtens. Doch der Dorfklatsch ist weniger feinfühlig und sowohl Marguerite als auch Yannick erfahren von dem angeblichen Verhältnis. Marguerite möchte allerdings die Bretagne noch nicht verlassen, denn sie hat ihre Mutter noch nicht gefunden, nach der sie sucht. Doch im Dorf hat man längst beschlossen, dass die verderbten Pariser wegmüssen …
Eine wunderbar sanfte und doch eindringliche Geschichte über drei Frauen. Sehr zurückhaltend erzählt Claire Léost aus den Leben der drei, wechselt die Perspektive, wie es gerade am besten passt, doch nie plump, nie verharrt sie in den Klischees, die sich an der einen oder anderen Stelle geradezu aufdrängen. Stattdessen scheint sie zarte Fäden zu einer komplexen Geschichte zu spinnen, Gefühle werden häufig eher angedeutet als auserzählt. Ein sehr ruhiger Erzählton, der dennoch fesselt und die Leserin in die Geschichte zieht. Zwar spielt die Bretagne an sich gar keine so große Rolle, wie ich gehofft hatte, aber der Roman entwickelt einen ganz eigenen Sog, dem man sich schwer entziehen kann – aber warum sollte man das wollen?

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Drei Lebenswege, die sich kreuzen

Das Cover zeigt den Blick aus dem belaubten Wald heraus auf einen See mit einer jungen Frau dunkel im Gegenlicht des Abendhimmels – eine passende Szenerie zum felsigen Finistère in Frankreich. Der Roman umfasst den Zeitraum von 1940 bis 2005 und spielt sich in Paris und Bois d’en Haut ab. Thematisiert wird das friedliche Dorfleben, gestört durch deutsche Soldaten im 2. Weltkrieg bis 1944, gefolgt von übertriebenen Aktionen einiger Widerstandskämpfer im Dorf mit Betonung ihrer eigenen bretonischen Sprachwurzeln. Biographisch wird das Leben dreier Frauen aus drei Generationen beleuchtet, im Wechsel an diesen zwei Orten, geprägt durch starke Vorurteile, Hass, Lügen und Angst sowohl bei Parisern gegenüber Bretonen und umgekehrt. Figuren wie die Kräuterfrau, diese Druidin im Roman, lassen die Erinnerung an Obelix und Asterix erwachen. Beschrieben wird hier die Entscheidung für Bildung. Diesen Frauen wird dadurch ein selbstbestimmtes, sinnvolles Leben trotz aller menschlichen Schicksalsschläge ermöglicht und so einen großen Schritt raus aus ihrem kleingeistigen Dorf voller Ressentiments und Reglements wagen zu können. Die Wurzeln der bretonischen Geschichte mit seinen Legenden und Märchengestalten werden tangiert wie auch die Naturschönheiten. Die verschiedenen Lebenswege dieser drei charakterlich unterschiedlichen Frauen sind bis zum Schluss harmonisch bis tragisch miteinander verwoben. Der Schreibstil gefällt.

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Mir gefiel das Buch zuBeginn sehr gut, ich mochte den Schreibstil der Autorin. Dennoch blieben mir die Hauptfiguren fremd, die gesamte Geschichte zu blass, auch wenn das Ende noch einmal spannend wurde.

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Zarter Roman über dramatische Lebenslinien;
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist zart, leicht, poetisch und niveauvoll. Die Schicksale dreier Frauen mit Wurzeln in der Bretagne werden aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Der Roman beginnt mit einer doppelten Trauerfeier und es wird dann in Blenden in verschiedene Zeiten erzählt, wie es dazu kam und auch danach weiterging. Ich fand die Charaktere ausgesprochen gelungen und sehr gut und glaubhaft dargestellt. Auch die Besonderheiten kleiner Gemeinschaften und des Dorflebens sowie die lange andauernden Folgen werden nachvollziehbar und mit großer psychologischer Intelligenz beschrieben. Die Besonderheiten des Lebens in der Bretagne und einige historische Details waren sehr interessant und der Handlung gut dosiert beigemischt. Einige Informationen waren für mich neu und daher umso wissenswerter. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Buch und werde auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen.

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Persönlichkeitsentwicklung auf mehreren Ebenen

Der Roman ist sehr kurzweilig, da er einen großen Zeitsprung enthält und auch zwischen Paris und der Bretagne hin- und herwechselt. Zu Beginn braucht es etwas Zeit um sich einzulesen und in die Hauptcharaktere hineinversetzen zu können. Die 16jähhrige Helene war mir mit ihrer wissbegierigen und zuerst noch sehr unsicheren Art sogleich sympathisch. Ihre Lehrerin Marguerite, die eigentlich für den Unterricht in der ländlichen Schule, überqualifiziert ist, vertritt ihren eigenen Standpunkt und eckt bei der Dorfgemeinschaft häufig an. Für Helene hat sie aber eine prägende Vorbildfunktion und trägt viel zu ihrer geistigen Entwicklung und ihrer Persönlichkeitsbildung bei. Gerade bei Helene sieht man es als Leser*in sehr schön, wie sie sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und von einer unsicheren 16jährigen Schülerin zu einer selbstbewussten jungen Frau wird. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass wir noch mehr über ihre Gefühlswelt erfahren hätten. Teilweise ist es gut gelungen, indem sie sich mit dem Tod und ihrem sterbenden Vater auseinandersetzt und auch ob sie wirklich ihr Leben an der Seite von Yannick in diesem kleinen Dorf verbringen möchte oder doch die weite Welt kennenlernen.
Schön zu erkennen ist im Laufe der Geschichte auch der Zusammenhang zwischen der jungen Odette damals, als sie in Paris gelebt und ihr ihr neugeborenes Kind weggenommen wurde und wie Odette als ältere Frau, wieder zurück an ihrem Heimatort, lebt. Wie sie auf der einen Seite verachtet und belächelt wird und an einem anderen Ort bewundert und zu ihr aufgesehen wird. Wie zwei unterschiedliche Welten, die aufeinandertreffen, muss es sich für sie anfühlen.
Am Ende verbinden sich alle Lebensgeschichten miteinander und auch wenn man schon recht früh erfährt, dass es Verstorbene geben wird und wer dies sein wird, so ist die Geschichte bis es dazu kommt, dennoch sehr lesenswert und spannend. Vor allem die persönliche Entwicklung der Charaktere im Laufe des Romans hat mir gut gefallen.

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Hélène, Marguerite und Odette sind drei sehr unterschiedlichen Frauen aus drei unterschiedlichen Generationen – und doch sind ihre Leben auf eigen- und einzigartige Art und Weise miteinander verbunden.

Das Leben in einem kleinen Dorf in der Bretagne, Eifersucht, Vorurteile, tiefsitzende Ressentiments und der Wunsch nach Bildung und Selbstbestimmung– all das sind Themen und Motive in „Der Sommer, in dem alles begann“.
Durch wechselnde Perspektiven und Zeitebenen, bis zurück zur Zeit der Besatzung durch die Nationalsozialisten, erzählt Claire Léost die Geschichte der drei Frauen aber auch die des kleinen Dorfs in der rauen Bretagne.
Dabei erschafft sie eine atmosphärische und durchaus düstere Stimmung, die hervorragend zu der Geschichte passt und mich sehr gefesselt hat.

Die Charaktere, vor allem ihre Verbindungen und Interaktionen haben mir ebenfalls sehr gut gefallen - ich wollte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie ihre Geschichte ausgeht. Trotz der vielen schweren Themen lässt sich der Roman gut und schnell lesen.

Fazit: Ein atmosphärischer und fesselnder Roman, der uns in die raue Bretagne und eine
Spannende und tragische Geschichte eintauchen lässt!

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Sehnsuchtsort Bretagne
In Claire Léosts Roman stehen drei Generationen von Frauen im Mittelpunkt, die in einem kleinen Dorf im Innern des Landes leben. Der Leser erfährt, was ihnen von 1944 bis in die Gegenwart widerfährt. Da ist die 16jährige Schülerin Hélène, gerade zum ersten Mal verliebt in Yannick, der sich schon in jungen Jahren als Aktivist für die Erhaltung der bretonischen Sprache und Kultur einsetzt. Ihre Mutter kümmert sich um ihren schwerkranken Mann. Die Großmutter hat noch die Zeit des Zweiten Weltkriegs miterlebt, als die Bretagne von deutschen Truppen besetzt war und viele Männer starben oder verschwanden. In der Gegenwart tritt eines Tages Marguerite, eine Lehrerin aus Paris, ihre Vertretungsstelle im Ort an. Sie ist mit einem bekannten Schriftsteller verheiratet, der gerade unter einer Schreibblockade leidet. Sie sucht heimlich nach ihrer unbekannten Mutter, von der sie annimmt, dass sie in der Gegend lebt. Auch eine Frau aus dem Ort, die Witwe Tanguy, hat ein Geheimnis, über das sie nicht spricht. Sie war in Paris als Dienstmädchen beschäftigt, als sie von ihrem Arbeitgeber vergewaltigt wurde. Sie bekam ein Kind, das man ihr sofort nach der Geburt wegnahm, weil es angeblich gestorben war. Die Autorin führt diese Handlungselemente zu einer Geschichte zusammen, die zeigt, dass die traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit für immer nachwirken.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, vor allem, weil es eine Bretagne zeigt, die man als Tourist oder als Leser der Krimis von Jean-Luc Bannalec nicht kennenlernt, denn hier geht es nicht um die malerischen Küsten, sondern um die touristisch weniger erschlossenen Teile der Provinz. Auch mit der sorgfältigen Charakterzeichnung, der sprachlichen Qualität und der Einbeziehung der kulturellen Aspekte hat mich der Roman überzeugt. Sehr empfehlenswert.

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