Noch wach?

Roman

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Erscheinungstermin 19.04.2023 | Archivierungsdatum 01.05.2024

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Zum Inhalt

Berlin: Eine junge Frau erzählt von ihrem neuen Job bei einem großen Fernsehsender, von ihrem neuen Chef, ihrem neuen Leben. Sie wirkt glücklich, beseelt, hoffnungsfroh, es klingt gut. Zu gut?

In Los Angeles geht derweil eine Welt unter. Ein Mann, der damit prahlt, als Berühmtheit könne man sich gegenüber Frauen alles herausnehmen, wird Präsident der Vereinigten Staaten. Im Garten des legendären „Chateau Marmont“, diesem Nachtspielplatz verwöhnter Hollywood Kids jeden Alters, vertreibt sich eine illustre Bande auf der Flucht vor der Realität die Zeit. Auch der Erzähler ist hier – und Rose McGowan, die Schauspielerin, der man nachsagt, neuerdings irgendwie anstrengend geworden zu sein. 

Kurz darauf erschüttert der Weinstein-Skandal Hollywood, und Rose McGowan ist eine der ersten Frauen, die sexuelle Belästigung durch den bis dahin von ganz Hollywood hofierten Filmproduzenten öffentlich gemacht hat. Rose verschwindet, aber sie hinterlässt dem Erzähler eine kryptische Nachricht – oder ist es vielmehr ein Auftrag? Wieso wendet sie sich ausgerechnet an ihn? 

Von Hollywood aus verbreitet sich die #MeToo-Bewegung um die ganze Welt. Doch die alten Machtstrukturen sind widerständiger, als man in der ersten Euphorie vielleicht denken mochte.

Zurück in Berlin findet sich der Erzähler nicht mehr nur als Liegestuhlbeobachter, sondern nun als Akteur mitten in einem unübersichtlichen Geschehen wieder, das ihn in einen tiefen persönlichen Konflikt stürzt.

„Noch wach?“ ist ein Sittengemälde unserer Zeit, ein typischer Stuckrad-Barre. Literarisch brillant, humorvoll und kompromisslos erzählt dieser Roman von Machtstrukturen und Machtmissbrauch, Mut und menschlichen Abgründen.

Berlin: Eine junge Frau erzählt von ihrem neuen Job bei einem großen Fernsehsender, von ihrem neuen Chef, ihrem neuen Leben. Sie wirkt glücklich, beseelt, hoffnungsfroh, es klingt gut. Zu gut?

In Los...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462004670
PREIS 25,00 € (EUR)
SEITEN 384

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Wohl jetzt schon das brisanteste Buch des Jahres: ein Schlüsselroman über Machtmissbrauch in der Medienbranche im typischen Stuckrad-Barre Schreibstil. Auch wenn an den entscheidenden Stellen keine Namen genannt werden, kann man sich denken, um wen sich die Geschichte eigentlich drehen soll. Das ist juristisch zwar verständlich, jedoch finde ich es schwierig, echte Missbrauchsfälle zu fiktionalisieren und so darzustellen, dass niemand mehr unterscheiden kann, was real und was erfunden ist. Des Weiteren beschlich mich beim Lesen oft das Gefühl, dass der Autor hier versucht, seine jahrelangen Verbindungen zum Springer Konzern zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Nichtsdestotrotz ein hochaktueller Roman, der mitreißend geschrieben ist und bei dem man trotz des ernsten Themas immer wieder auflachen muss.

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Eigentlich…. sind die Bücher von Stuckrad-Barre ja nicht so mein Fall, aber dieses hat mich ziemlich fasziniert.
Natürlich lebt die Story zu einem großen Teil davon, daß ich als Leser mich frage: was ist real, was ist erfunden?
Selbst ich als Laie kann viele Parallelen zu den Skandalen der BILD und des Springer Verlages wieder erkennen. Der Autor nennt sein Werk ja bewusst „einen Roman“, aber wenn nur einiges z.B. des Machtmissbrauchs stimmt, dann sind das Verbrechen! Und dem muß auf den Grund gegangen werden, was offenbar jetzt endlich passiert, angefangen auch mit diesem Buch. Nicht nur der Machtmissbrauch Mitarbeiterinnen gegenüber, sondern auch die Hetze (manchmal bis in den Selbstmord!) gegen z. B. Flüchtlinge, Prominente, Unfallopfer etc.
Stuckrad-Barres Stil fand ich manchmal etwas unübersichtlich, aber ich konnte dran bleiben.
Und ich empfehle das Buch jedem einigermaßen politisch interessierten Menschen.

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Ich bin "Stucki" Fan und finde ihn und sein Werk höchst interessant. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und Thematik und sein brillanter Schreibstil sind großartig. Trotzdem konnte ich das Buch leider nicht zu Ende lesen, weil die immer wieder eingestreuten Wörter in Versalien meinen Lesefluss aus dem Konzept bringen. Es ist ein stilistisches Mittel, welches meiner Meinung nach überflüssig und anstrengend ist. Obwohl mir das so geht, werde ich das Buch trotzdem in der Buchhandlung empfehlen.

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Ich habe es nur angelesen; das Buch hat mich überhaupt nicht angesprochen und zum Weiterlesen animiert

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Ich habe das Buch aus Neugier gelesen, vor allem auch weil Autor und Werk stark im Mittelpunkt von Presse und Öffentlichkeit standen. Leider konnte ich mit Inhalt, Stil und Sprache überhaupt nichts anfangen. Das Buch wird aber aufgrund des Autorennamens und der medialen Aufmerksamkeit bestimmt seine Leser finden.

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Noch wach

Die „Personen und Handlungen dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der >Bild<-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“ (Heinrich Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum)

Der Erzähler, selber Künstler und Autor, ist seit vielen Jahren der beste Freund des Chefredakteurs eines bekannten deutschen Senders und er hadert sehr mit den Machenschaften dieses Senders, der vor allem durch laute, reißerische Nachrichten auffällt. Sie machen sich zur Stimme Deutschlands. (WIR!) Dieser Fernsehsender vermarktet hemmungslos jede Nachricht, Hauptsache sie verkauft sich. Die öffentlich bloß gestellte Ehefrau eines bekannten Fußballers nimmt sich das Leben, nachdem ihr Privatleben seziert wurde.

Er erfährt jedoch auch, dass es dort zu sexueller Belästigung von Frauen durch den stellvertretenden Chefredakteur kommt und informiert seinen Freund darüber. Dieser sagt ihm zu, dass er das selbstverständlich ernsthaft verfolgen werde.
In einer Sucht-Selbsthilfegruppe trifft er mit Sophia zusammen, die bei dem Sender arbeitet und mit dem stellvertretenden Chefredakteur eine „Beziehung“ hatte. Sie schildert ihm einige Details.
Der Erzähler, der viel Zeit in einer hippen Gruppe in Hollywood am Pool des berühmten Château Marmont, Hollywoods Kulthotel, verbringt, erfährt von Rose, dass sie ebenso sexuellen Übergriffen ausgesetzt war. Und auch ihre Freundin „Baseballs“, die in der Redaktion des Senders gearbeitet hatte, werde bald in die Öffentlichkeit treten. Dafür bittet sie um seine Unterstützung.
In den USA wird der Skandal zum Harvey Weinstein öffentlich und Rose ist eine der ersten, die ihre Geschichte erzählt.
Und in Berlin rühren sich die Frauen in der Redaktion. Sophia und der Erzähler sammeln die Informationen der Betroffenen. Die Berichte der Frauen sind erschreckend. Die Frage, ob und wie die Öffentlichkeit informiert wird, ist kompliziert. Die Frauen befürchten vor allem berufliche Nachteile sowie Verleumdungen: „Dann müssen die Frauen sich auch nicht wundern.“
Man einigt sich auf ein Compliance-Verfahren, am Ende bleibt der Täter, der Chefredakteur, zwar ein bisschen angeschlagen, weiter in seiner Position.

Der Erzähler zieht den Leser in seinen Sog. Er bestimmt die Sichtweise, auch wenn er das ja eigentlich nicht will. „… und ich mag dieses Gefühl überhaupt nicht. Moralisch im Recht zu sein oder sich auch nur zu wähnen macht so dumm, das ist immer das Problem.“
Die Stimmen der Frauen rütteln auf. Sie bekommen nächtliche Nachrichten. „Noch wach? Scheiß klimanalage-komm und wärm mich-starke vermissung- bin da-köroer an körper jetzt-wo du“ (Anm.: Originalzitat, da es sich um eine „Kurznachricht“ per Telefon handelt) oder werden aufgefordert ihn sofort (nachts) zu treffen. Wenn sie seine Bedürfnisse nicht erfüllen, werden sie „abgelöst“ und öffentlich bloßgestellt.
Benjamin von Stuckrad-Barre beherrscht die Vielfalt der Sprache.
In beißender Ironie zeigt er seine Kritik am Machtgebaren dieses mächtigen Senders und dieser mächtigen Männer, Männer als Karikaturen ihrer selbst. Seine Wortakkrobatik zeigt sich in herrlichen Wortneuschöpfungen (schweinepeinliches Feuerwehrschweifauto, irrer Blendwörter-Lalltext, Peer Group-Reinheitsgebot).
Stakkatohaft werden Ereignisse, Überlegungen, weitere Gedanken aneinandergereiht, es gibt so viel zu „bedenken“.

Es stellt sich die Frage, ob wir bei diesem Buch von einem „Roman“ sprechen können, denn die Geschehnisse sind mehr real als fiktional, das trifft auch auf die Protagonisten zu. Obwohl der Autor, zu Beginn des Buches ausdrücklich darauf hinweist (hinweisen muss?): „Dieser Roman ist in Teilen inspiriert von verschiedenen realen Ereignissen, er ist jedoch eine hiervon losgelöste und unabhängige fiktionale Geschichte.“. Es ist kein Geheimnis, dass es sich bei dem am Ende des Buches Ex-Freund des Erzählers um Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, und den zum Erzählzeitpunkt 2019 sehr mächtigen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt handelt. Da war Heinrich Böll doch mutiger….
Ein wichtiger Blick auf ein wichtiges Thema. Ob der Erzähler nun wirklich auf Seiten der #Metoo-Bewegung steht? Ich weiß es nicht. Er möchte politisch korrekt rüberkommen, ist vorsichtig bei seinen Urteilen. Vielleicht möchte er auch seine Rolle in diesem schauderhaften Schauspiel rechtfertigen. Zum Verhalten seiner Geschlechtsgenossen jedoch ist sein Urteil klar.
Ich kann das Buch unbedingt empfehlen, zumal es gerade so kontrovers diskutiert wird.

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Noch wach“? von Benjamin von Stuckrad-Barre hat mich fasziniert, aufgrund der sehr ähnlichen reellen Fälle in Deutschland und natürlich die Story über den Weinstein-Skandal. #Metoo war in aller Munde und nach Beendigung dieses Romans ist mir klar, warum dieses Thema nicht mehr brandaktuell ist und doch wäre.
Eine junge Frau arbeitet in Berlins großen Fernsehsender und erzählt von ihrem Chef, ihrer Arbeit und ihren Erlebnissen.
Zur gleichen Zeit passieren in Los Angeles unverständliche Dinge. Prominente und berühmte Männer nehmen sich sehr viel den Frauen gegenüber heraus und prahlen damit in der Öffentlichkeit. Plötzlich erschüttert der Weinstein Skandal Hollywood. Und alles verändert sich! Oder nur oberflächlich?
Von Hollywood verbreitet sich nun die #Metoo Bewegung um die ganze Welt. Und doch ist es extrem schwierig, gegen die Machtstrukturen anzukommen.
Der Roman wird in der Ich-Form erzählt. Der Erzähler liegt noch gemütlich in Hollywood im legendären „Château Marmont“ am Pool und wird plötzlich in Berlin mitten in die „#Metoo-Bewegung gerissen. Kompromisslos erzählt der Autor über die sexuelle Belästigung durch Führungskräfte, über toxische Beziehungen, über die Machtstrukturen und Machtmissbrauch im Unternehmen.
Die Themen des Romans werden sehr anschaulich beschrieben, die Freundschaften, Verrat, das Arbeiten in der Medienbranche, sexuelle Belästigung und die Angst vor einem „Karriere-Aus“, werden intensiv beleuchtet. Die Protagonisten werden sehr authentisch beschrieben und man kann sich sehr gut in deren Gefühlslage und die Ängste versetzen. Teilweise als neue Prüderie wird das Verhalten der Opfer beschrieben und die Anklage wird verdreht, letzten Endes handelt es sich im Verleumdung, Rufmord und die Betroffenen werden in der Öffentlichkeit als selbst schuld und nuttig durch die Unternehmen dargestellt.
Die sprachliche Ausdrucksweise ist sehr locker und man fliegt über die Seiten. Immer wieder überlegt man was real oder fiktiv ist. Die Schwere der Thematik wird durch das Geplänkel der Protagonisten aufgelockert.
Ein Roman, der Aufsehen erregt, den Leser berührt und das psychische Leid der Betroffenen beschreibt. Der Autor hat ein brillantes Buch über Machtmissbrauch und Sittenwidrigkeit in der Welt geschrieben.
Persönlich war ich gefesselt von der Story und es hat mich nachdenklich gemacht, dass Frauen in der heutigen Zeit immer noch Opfer sind und nicht gehört werden. Die mächtigen und einflussreichen Personen wenden die Vorwürfe und Anschuldigungen der sexuellen Übergriffe ab, verdrehen die Tatsachen und ruinieren im Anschluss das Leben der Betroffenen. Einen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, die Angst zu überwinden und stark zu sein. Gemäß den Erfahrungen in der Story und nachvollziehbar in der Realität wird jedoch eine komplett andere Methode vermittelt.
Eine Leseempfehlung für dieses intensive Buch.

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"Noch wach" von Benjamin von Stuckrad-Barre

"Noch wach" von Benjamin von Stuckrad-Barre hat mich schon auf den ersten Seiten abgeholt und überrascht. Ja, er kann es einfach - so sagen die Fans und auch wenn ich nie Fan von irgendwem oder was sein werde - es stimmt. Dies ist ein brillantes und geistreiches Buch. Grandios geschrieben, weil von Stuckrad-Barre eine eigene Sprache für diesen Text kreiert und es gleichzeitig reflektiert. Die großgeschriebenen Wörter, die mich sofort an diesen Duktus von Männergesprächen erinnert haben. Dieses: Ich betone es hier noch mal - als müsste man/oder frau jetzt einen Stift zücken und es gleich notieren.


Also - ich bin begeistert. Und ich bin eine Frau. Mir fehlen hier keine Frauen, weil es um den Boys-Club geht. Überhaupt, was für ein merkwürdiger Anspruch an Literatur, dass sie Quoten einhalten sollte. Stuckrad-Barre macht Kunst. Und er spricht über Macht. Macht - ist bekanntlich genderlos, kann von Frauen und Männern und binären Personen ausgeübt werden und – wird.

Eine schöne Vorführung von Macht gab es letztens im literarischen Quartett. Wo Autorin Julie Zeh (und seit wann sitzen Autor.innen denn in dieser Gesprächsrunde? Also Konkurrentinnen andere Autor:innen? Oh, richtig, schon länger ... ich sehe nicht viel fern) erst einmal klar macht, welche Macht sie jetzt über den Autor von Stuckrad-Barre hat. Sie erzählt es wie eine nette Geschichte. Und ich übersetze mal:  Also da lag das Manuskript ( heißt: Frau Zeh ist so wichtig, dass man ihr kein Buch, nein, ein Manuskript des ansonsten Top-Secret-Stoffes vorab zuschickt und sie lesen lässt) auf dem Küchentisch (heißt: das ist ihr aber ziemlich egal, wie geheim das sein soll und wo es rumliegt auch. Also Küchentisch.) und dann schaut der 11 jährige Sohn (männlich) von Julie Zeh (weiblich) auf das Manuskript und sagt: "He? Ist das ein Kinderbuch?" Wow. Und sieh mal an, ein 11 jähriger (Mann) reicht, um den erwachsenen von Stuckrad-Barre zu vernichten. Gut, wenn eine Frau immer einen Mann im Hinterhalt hat, um den anderen Mann zu vernichten, dann kommt sie nicht so aggressiv rüber. Kinderbuch! Genau. Und sie lacht so beiläufig und redet weiter.

Mich erinnert das an Menschen, mit denen man in Kunstausstellungen geht und die dann (auch mal gerne vor Picasso) sagen: Also, das könnte mein 5-jähriger besser.

Kunst - für alle, die Kunst verstehen

Kunst hat es so an sich, dass sie nicht erklärt, nicht sich und auch nichts anderes. Die Künstler:in auch nicht. Kunst ist die Schöpfung der Künstler:in und ja, das kann auch eine Schriftsteller:in sein, obwohl wir das in der Zeit von irritierenden Bestsellerlisten gerne vergessen. Daher bin ich auch in Teilen überhaupt nicht einverstanden mit dem gut gemeinsten Blurb des KiWi-Verlages.

„Noch wach?“ ist ein Sittengemälde unserer Zeit, ein typischer Stuckrad-Barre. Literarisch brillant, humorvoll und kompromisslos erzählt dieser Roman von Machtstrukturen und Machtmissbrauch, Mut und menschlichen Abgründen. (KiWi Verlag)

Sittengemälde - gibt es in der Genremalerei. Und sie hier zu zitieren ist - unpassend. Sittengemälde wollen tatsächlich die Sitten der Betrachter:innen heben, verbessern, sie mahnen und erinnern. Das will von Stuckrad-Barre nicht. Dafür ist er zu schlau. Das man das so deuten kann, wenn er für Frauen das Wort ergreift und den Boys-Club auffliegen lässt - kann ich verstehen, aber so lässt sich das Buch dann eben auch leicht aburteilen. So macht man das nicht. Das hätte man dann schon anders machen müssen. Nee, eben nicht. Weil Kunst - macht was sie macht. Und es ist das Gute und Schöne an der Kunst, dass sie sich keinem Zweck unterstellt. Sich (wenn sie gut ist) nicht instrumentalisieren lässt.

Sprache

Bei der Sprache geht es - mir - vor allem um den Sound. Das Tempo, den Sog den sie entwickelt. Anglizismen stören mich nicht. Anglizismen stören einige Menschen, aber die sagen auch nicht Datenverarbeitunsgerät zu ihrem Computer. Wir leben in einer globalen Welt, wir mixen Sprachen und wer hat da Angst vor Einwanderung von fremden Vokabeln? Die könnten die deutsche Sprache - verunreinigen?  Ich sage also: von Stuckrad-Barre wählt eine globale Sprache und gleichzeitig eine Sprache die im Boys-Club gesprochen. wird. Logisch irgendwie, oder? Ich erinnert mich an einen Produzenten, der immer "am Ende des Tages" sagte. Auf deutsch, aber eben eindeutig aus dem Amerikanischen übertragen.

Viele Phänomen finden wir überall. #metoo zum Beispiel. Und wenn eine Handlung sich zwischen Deutschland und Los Angeles abspielt, dann will ich das auch fühlen können. Brillant.

Autor

Ziemlich irritierend, dass bei von Stuckrad-Barre irgendwann immer das Wort "drogenabhänig" fällt. Anders als andere - hat er darüber ausführlich gesprochen/geschrieben. So etwas nun plump gegen einen Menschen zu verwenden - nicht gut. So muss man dann auch nicht darüber reden, dass er sich da erstaunlich gut von erholt hat. Und einen moralischen Kompass hat, der für die meisten Menschen (und ganz besonders Drogenabhängige) schon längst verloren gegangen ist.

Handlung

Dinge, die passiert sind, schieben wir gerne in die Vergangenheit. Das klappt nur leider nicht gut mit Dingen, die uns traumatisierten. Und an unsere eigene Schwäche erinnern. Die klopfen penetrant wieder an. Gras drüber wachsen lassen - wollen immer nur die Täter, nie die Opfer. Da ist doch schon alles gesagt - trumpft die Autorin im Literarischen Quartett wieder auf. Als ob es hier um einen Zeitungsartikel oder eine Dokumentation ginge. Ja, es gibt Dinge, die kann man sehr leicht mit dem Erzählten im Buch in Zusammenhang zusammenbringen (wer wenig fern sieht und Zeitung liest, hat es hier schwerer). Also hier zu lesen. Oder hier zu sehen. Oder hier. Eigentlich überall. Aber niemand erzählt uns, wie sich das anfühlt. Wir glitschig es überall ist und wie wir uns ständig in der ein oder anderen Rolle wiederfinden und fragen müssen: Hätte ich hier was gesagt? Widersprochen? Stopp! gerufen? Eher nicht, oder?

Was ich damit aber nicht sagen will: Hier wird niemanden ein Spiegel vorgehalten. Weil das wieder eine bestimmte Intention voraussetzen würde. Und um nicht vollständig ausgelacht zu werden, sagt dann der Autor auch nicht: Schreiben hilft gegen den Schmerz meines Schweigens, meiner Passivität. Aber das kann ich ziemlich leicht herauslesen. Das tut allgemein gut, dass jemand darüber spricht, der es nicht von aussen betrachtet, sondern komplett in die Sache verwickelt war.

Fazit

Kein Buch für Otto Normalverbraucher.

Was mir an den Reaktionen auf dieses Buch intensiv klargeworden ist: Ich freue mich auf den Tag, an dem die Machtspiele - von Frauen und Männern - aufhören. Und je mehr Menschen darüber reden und schreiben, vielfältig und subjektiv - desto besser.

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Ein guter Beobachter ist dieser Autor- als Leser:in schüttelt man oft den Kopf über das Gehabe bestimmter Menschen. Schlimmer gehts wohl immer.

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Ja, natürlich kann Stuckrad-Barre schreiben. Aber dass er sich als Teil der Privilegierten hier eines Themas annimmt, bei dem eher Andere sprechen sollten, und dies dann auch noch im "ich bin geläutert, ich bin euer Ally!" tut, schmälert das Lesevergnügen SEHR. Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen.

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Seit seinem grandiosen autobiografischen Werk "Panikherz" beschäftige ich mich mit dem deutschen Popliteraten Benjamin von Stuckrad-Barre. In seinem neuesten Buch "Noch wach?" setzt er sich mit dem BILD-Skandal um den Ex-Chefredakteur Julian Reichelt auseinander, der weibliche Kolleginnen sexuell belästigt haben soll. Das Ganze ist insofern brisant, als dass Stuckrad-Barre einst selbst für den Springer-Verlag gearbeitet hat und gut mit dem Springer-Chef Mathias Döpfner befreundet ist. In "Noch wach?" agiert Stuckrad-Barre unverkennbar als Erzähler und wird ungewollt zum Vorkämpfer für #MeToo in der deutschen Medienlandschaft. Durch Kontakt zu einer jungen BILD-TV-Journalistin lernt er die perfiden männlichen Machtstrukturen im Hause Springer kennen. Infolge melden sich immer mehr weibliche Opfer des Chefredakteurs und verbinden sich zur sog. Bonobo-Gruppe. Aufstieg und Fall waren eng an körperliche Gefälligkeiten gebunden. Mithilfe des Transatlantik-Verlags wird der Skandal dann erstmals publik gemacht, doch die Macht der Medienanwälte scheint größer zu sein. Währenddessen hält sich der Autor bzw. Erzähler immer wieder im legendären Hollywood-Hotel Chateau Marmont auf, in dem er gleichzeitig mit der Weinstein-Affäre konfrontiert wird. So gerät er zwischen die Fronten, verliert seinen Freund und zeichnet zugleich den Fortgang des BILD-Skandals minutiös nach.

Mit seinen typischem nonchalanten Sprachstil vermochte mich Stuckrad-Barre mal wieder ab der ersten Zeile abzuholen. Die Versalienschreibweise mancher Begriffe hat mich nicht gestört, dient sie doch dazu, den Fokus bewusst auf manche Aussagen zu lenken und ist ein Stilmerkmal der Popliteratur. Mit seinen Neologismen wie "Gemeinseligkeit" oder "antiintelligent" traf er stets den richtigen Ton. Stuckrad-Barres Darstellung - eine Mischung aus Fiktion und Realität - zeigt eindrücklich, wie auch heute noch im Journalismus Frauen durch Mansplaining bewusst auf ihr Äußeres reduziert werden und Machtmissbrauch vor aller Augen stattfindet. Es ist beschämend und wichtig zugleich, solch ein hochaktuelles Thema belletristisch zu verarbeiten. Gleichwohl die Lektüre mir nicht immer leicht fiel, auch weil sich einiges im Verlauf wiederholte, habe ich sie bis zum Ende als aufschlussreich empfunden.

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Noch wach?
von Benjamin von Stuckrad-Barre

Ein fiktiver Roman und doch kann man viele parallelen zu wahren Begebenheiten entdecken.
Auf Grund der Medienpräsenz habe ich das Buch zur Hand genommen. Ich wurde nicht enttäuscht.

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Das Buch verkauft sich ja von selbst und ich habe zum Teil das Buch gelesen, zum Teil das Hörbuch gehört. Es war spannend, in diesen Medienkosmos einzutauchen, zum Teil war es mir zu langatmig, bis die Handlung vorangetrieben wurde.

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Ich habe das Buch aus Interesse wegen des Trubels bei Erscheinen lesen wollen und bin nicht weit gekommen.
Das Buch entwickelte für mich keinen Sog. Vielleicht ist das eine wahnsinnig interessante Geschichte, ich fand’s langweilig, weil kein Charakter dabei war, der mich interessiert hätte.
Schade.

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Der Hype um "Noch wach?" von Benjamin von Stuckrad-Barre war schon vor dem Erscheinungsdatum groß. Schließlich stand der Autor schon vor Monaten in der Diskussion um die "Causa Reichelt" als Empfänger von Textnachrichten des Springer-Chefs Döpfner. Dass er dann einen Roman schrieb, in dem es um toxische Männlichkeit, Sex mit abhängig Beschäftigten und Karriere gegen Bettgeschichten ging, ließ natürlich an gewisse Vorgänge erinnern, in denen ganz konkrete Vorwürfe gegen eine ganz gewisse Person erhoben wurden. Ein Schlüsselroman also?

Vermutlich nicht zuletzt aus Erwägungen vor womöglich teuren und langwierigen Rechtsstreiten schrieb der Autor vorneweg, es handele sich um eine fiktive Geschichte, die von realen Ereignissen inspiriert worden sei. Immerhin, der Name Harvey Weinstein - ein Teil der Handlung spielt in Los Angeles - steht im Text. Vermutlich, weil der Mann erstens verurteilt ist und zweitens das Buch nicht lesen dürfte. Da steht Anwaltspost eher nicht ins Haus.

Ganz anders, wenn es um den Ich-Erzähler geht, seinen guten Freund, CEO eines Medienunternehmens, und einen gewissen Chefredakteur, von dessen Art und politischer Einstellung der Erzähler noch nie viel gehalten hat, doch als er von einer jungen Journalistin über das toxische Verhältnis zwischen ihr und dem Chefredakteur erfährt, glaubt er, etwas unternehmen zu müssen. Denn (anders als der Erzähler ist frau nicht sonderlich erstaunt, das zu hören): Der Alpha-Mann an der Senderspitze hat schon des öfteren junge Mitarbeiterinnen avancieren lassen. Frauenförderung ist ja löblich, wenn aber Praktikantinnen und Berufsanfängerinnen ohne Erfahrung Moderatorenjobs oder eigene Sendungen bekommen, fällt das auf. Wenn sie allesamt jung, blond, hübsch und vorzugsweise langbeinig sind, erst recht. Ach ja, im Bett lief da auch was, ihnen wurde suggeriert, es sei echte Liebe, nur die jeweilige Favoritin könne ihn verstehen und seine wunde Seele heilen....

Bis es dann eben vorbei war und die steile schnelle Karriere ebenso schnell wieder stockte.

Als der Erzähler von diesen Vorgängen hört, ist er traurig und empört. So etwas darf es doch nicht geben, und das im 21. Jahrhundert! (Wie gesagt, die meisten Frauen, nicht nur in den Medien, wären vermutlich weit weniger überrascht) Wie er versucht, seinen Buddy, den CEO, von der Schändlichkeit des Chefredakteurs zu überzeugen und sich immer mehr für und mit der Gruppe betroffener Frauen engagiert, darum geht es in dem Buch, das also kein Schlüsselroman ist. Wer die Vorgänge um die Causa Reichelt verfolgt hat, wird von der Entwicklung der Handlung dennoch nicht überrascht werden.

Dass sich der Erzähler als Ally versteht und den Frauen helfen will, ist in diesem locker (gewissermaßen für einen Liegestuhlplatz am Pool ideal) geschriebenen Roman mit dem Spagat zwischen Hollywood und Berlin, zwischen Filmindustrie und Medienwelt, durchaus sympathisch. Doch ach, es geht immer nur um die Kerle. Die Frauen, von der Whistleblowerin (in der gleichen Selbsthilfegruppe wie der Erzähler) vielleicht mal abgesehen, bleiben blass. Und der Erzähler leidet mindestens ebenso wegen seiner nun auf die Probe gestellten Freundschaft mit dem CEO, mit dem ihn Gespräche, durchgemachte Nächte und männerbündische Expeditionen verbiden, wie unter der Ausnutzung junger Frauen durch ihren obersten Chef.

Eben jene Freundschaft, die langjährigen Verbindungen zu dem Haus - das bleibt ebenso wenig hinterfragt, wie die übrigen Geschädigten des Systems. Denn ja, die jungen Frauen sind in eine emotionale Achterbahn geraten, ausgenutzt worden in einer ungleichen Beziehung - aber vorübergehend haben sie auch davon profitiert (und deshalb auch nicht klare Kante gegen Schlüpfrigkeiten und Übergriffigkeit gezeigt). Das bedeutete aber auch, dass anderen Frauen (oder auch Männern) trotz beruflicher Qualifikation und Erfahrung die gleichen schnellen Schritte auf der Erfolgsleiter verwehrt blieben.

Wirklich entlarvend ist "Noch wach?" nicht, die ausführliche moralische Empörung des Erzählers ist auch irgendwann ausgereizt. Ja, ist klar, er will einer von den Guten sein. Es hätte ihm (und dem Autor) aber nicht geschadet, die eigene Rolle stärker zu reflektieren und zu hinterfragen. Und den Frauen das Wort zu geben.

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Kann den Hype nicht nachvollziehen. Der Schreibstil erinnert mich an meine eigenen so dahin geschriebenen Tagebucheintragungen. Ohne Struktur und Sinn.

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Endlich etwas neues von Stucki! Viel beachtet und beworben, man muss zum Inhalt nichts mehr sagen. Stucki ist DER Meister in Beobachtung und Beschreibung von Alltagssituationen. Brillant.

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Das Buch erschien ohne, dass ich mir der Auswahl des Titrels bewusst wäre in meinem Bücherregal.
Da ich den Autor unsympathisch finde, möchte ich es nicht lesen und kann es daher nicht bewerten.

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Vielen Dank für das Lesevergnügen. Der Autor ist, wie immer, ein Meister der Sätze. Und das Thema ist sehr brisant. Kleine Abzüge der Länge geschuldet. Die Hollywoodkapitel fand ich zu langatmig und sich wiederholend. Aber das ist Jammern auf hohen Niveau.

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Das Buch wurde ja von gefühlt allen Diskutiert und behandelt. Ich fande es gut, Was mich jedoch gestört hat war, dass der Protagonist sich schon als Held darstellt und dadurch das eigentliche Thema etwas in den Hintergrund gerückt wurde.

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Leider abgebrochen, ich kam mit dem Schreibstil gar nicht klar. Vielleicht geb ich dem Buch noch einmal eine Chance, aber eher nein

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Ich habe die Bücher von Autor Benjamin von Stuckrad-Barre immer gern gelesen. Insgesamt gesehen habe ich auch dieses Buch gern gelesen, auch wenn es mir vor allem der Anfang der Story schwer gemacht hat.
Von Stuckrad-Barre verwendet in diesem Buch (wie auch schon in weiteren seiner Bücher, in diesem Falle aber inflationär) das Stilmittel des GROSSSCHREIBENS. Wenn es nur einige, pointierte Wörter wären, hätte ich mich gut darauf einlassen könne, zumindest zu Beginn des Buches ist jedoch GEFÜHLT die Hälfte der Seite in VERSALIEN gedruckt. Das hat meinen Lesefluss doch immer wieder durcheinander gebracht. Sprachlich ist dieses Buch ansonsten in der für den Autor bekannten Überspitzung, Wortakrobatik und zeitgleich Klarheit verfasst.
Inhaltlich habe ich mich immer wieder erwischt zwischen Fiktion des Romans und vermeintlicher reeler Parallele zu BILD-Zeitung und Springer-Verlag keine Trennlinie ziehen zu können. Insofern also auch ein signifikantes Werk des Autors. Wie viel Realität, wie viel Wahrheit und wie viel künstlerische Freiheit vorliegen weiß vermutlich nur von Stuckrad-Barre selbst. Die Story lief dann gut vor sich hin, zumeist konnte ich mich in die Erzählfigur einfühlen. Höhen und Tiefen habe ich dann jedoch durchaus hier und da vermisst. Die Beschreibungen zugleich erschütternd wie gleichgültig machend. Es hält durchaus einen gesellschaftlichen Spiegel sehr weit in die Höhe.

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Ein fiktiver Roman, der große Parallelen zur Realität aufweist.
Dieses Buch geschrieben in typischer B. von Stuckrad-Barre Weise
wurde schon vor dem Erscheinen mit einem großen Hype
angekündigt.
Es ist eine Aufdeckung und Aufrüttelung, menschenverachtende
Mechanismen.
Der Autor enthüllt die Machthaber unserer Welt und obwohl viele
dieser Verbindungen bekannt sind, Sexismus, Intrigen und
offensichtliche Ungerechtigkeiten, Machtspiele, hat bisher
keine Veränderung stattgefunden, hoffentlich bewegt
dieses wichtige Buch etwas.

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Wo fang ich an?

Benjamin von Stuckrad-Barre war nie einer meiner bevorzugten Autoren. Aber mit diesem Titel hat er eine Punktlandung erreicht. So viele aktuelle und gleichzeitig schwierige Themen in einem Buch, GROSSARTIG.
Zunächst beginnt die Geschichte mit einer jungen Frau, die einen neuen Job bei einem großen Fernsehsender bekommt und sich geschmeichelt fühlt, dass ihr Chef sie protegiert. Zu spät merkt sie in welch gefährliche Abhängigkeit sie sich begibt.
In den USA wird ein Mann Präsident, der sich damit brüstet, keinen Respekt vor Frauen zu haben. Und noch einiges mehr, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.
Die Schauspielerin Rose McGowan ist eine der ersten, die die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen einen beliebten Filmproduzenten öffentlich macht. Daraufhin schwappt die #metoo Bewegung über die Welt.
Und in Berlin versucht eine Frau den Chefredakteur einer großen Zeitung zur Verantwortung zu ziehen, was sie einiges an Kraft kostet.
Dieses Buch ist nicht einfach zu lesen, allein schon wegen der ständigen Großbuchstaben, aber es lohnt sich dranzubleiben. Es ist, obwohl die Sachverhalte jedem bekannt sind, überraschen in seiner Erzählweise. Schön, dass die Themen nicht ganz selbstverständlich werden.

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Wie wohl Viele, war dann auch ich neugierig auf diesen Titel, der zumindest kurzfristig in aller Munde war. Leider habe ich, trotz dass ich Viel- und Alles-Leserin bin, nicht in das Buch reingefunden. Es ist zeitentechnisch verwirrend und ich mag den Schreibstil (Was sollen die GROßBUCHSTABEN?) des Autors nicht.
Leider keine Empfehlung von mir.

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Mir persönlich bissi zu anstrengend, Herr Stuckradt-Barre



Ich nutze Netgalley für einen ersten Lesedruck, um dann, im besten Fall, das Buch ganz zu lesen und anschließend zu besprechen!
Nicht immer beeindrucken mich die Bücher positiv.
Dann nehme ich von einer Beurteilung Abstand.
Mein Credo ist eben #liesdichglücklich.
Ein grundsätzliches Dankeschön an den Verlag und Netgalley!

Alle positiven Besprechungen finden sich als Buchempfehlung
bei Instagram #fraumitzopf

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Ach Benjamin, ich mag ja deinen Schreibstil. Dein eloquenter Wortsalat bringt mich oft zum Schmunzeln, man liest das einfach locker flockig weg, was du schreibst und ist sehr entertaint und oftmals auch berührt – dein Buch „Panikherz“ habe ich immer noch in guter Erinnerung. Jetzt also „Noch was?“, (angeblich kein) Schlüsselroman mit viel Tamtam, Medienrummel und viel Kritik insbesondere von feministischer Seite.

Der beste Freund des Protagonisten ist Chef eines moralisch zweifelhaften Medienkonzerns, der Chefredakteur nutzt junge Frauen schamlos aus. Der beste Freund will weder vom Thema #metoo noch von zweifelhafter Berichterstattung und Hetzkampagnen wissen, der Protagonist sitzt zwischen den Stühlen. Moralisch überlegen schaut er sich alles an, kritisiert, greift aber nicht ein. Streit kann er gar nicht haben, da muss er als Übersprungshandlung Witze machen, gleichzeitig langweilt ihn, wenn alle die gleiche Meinung haben. Eine eigene Meinung hat er nicht oder möchte er nicht mitteilen, er hört lieber zu. Bezogen auf den Weinstein-Fall identifiziert er sich nicht mit Brad Pitt, der eben jenem Gewalt androhte, sondern mit Courtney Love, die nebenbei erwähnte, man solle Weinsteins Einladungen zu Partys nicht folgen, und damit ihre Schuldigkeit getan hatte. Genau das macht Stuckrad-Barre jetzt auch: Einmal kurz zeigen, was in dem namenlosen, aber leicht zu identifizierenden Medienhaus so abgeht, dann weiter im Leben. Seinem Protagonist hätte ein bisschen Selbstkritik nicht geschadet.

Wie lässt mich das zurück: zwiegespalten. Einerseits ein schriftstellerisch gutes Buch, das ich gerne gelesen habe. Andererseits bleibt Stuckrad-Barre hier deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück und rutscht eher in die Kategorie Mansplaining. Und dann gilt natürlich auch die Kritik von @pinkstinks_de:
Wer erklärt uns #metoo ohne Schaden zu nehmen und verdient sogar enorm viel Geld dabei? Ein Mann. Dabei gibt es bereits fantastische Bücher von Frauen dazu, die nur leider medial nicht so gehyped werden.

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Lesenswert? Hängt davon ab, welcher Leserschaft man angehört. Das Buch ist nicht erhellend für all jene, die sich eh schon mit den Themen #metoo, Machtmissbrauch, Weinstein, Springer Komplex etc auseinander gesetzt haben. Man erfährt weder Neues, noch wird eine erhellende Perspektive eröffnet.
Was allerdings zu bedenken ist: BvSB erreicht als männlicher Autor ein männliches Publikum, das sich eventuell noch nicht ausführlich mit diesen Themen auseinandergesetzt hat. Leider ist es ja statistisch gesehen noch so, dass Männer vor allem Bücher von männlichen Autoren lesen. Das kann hier eine Chance sein: (Männlichen) Lesern ein Thema und die Graubereiche näher bringen, über die sie im Alltag eventuell nicht aktiv nachdenken, die aber dennoch Teil ihrer Alltags und eventuell ihres eigenen Verhaltens sind. Sensibilisierung also und das Verständnis für die weiblichen Perspektiven.
Für alle anderen: kann man lesen, muss man aber nicht.

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Stuckrad-Barre bleibt sich treu. Ähnlich laut und ähnlich ungeschönt wie schon seine bisherigen Werke verhandelt er in diesem Roman Themen, die unsere Gesellschaft scheidet. Dieses Buch bietet Diskussionsgrundlagen, eröffnet Betrachtungsweisen und zeigt bissig Widersprüche unserer Zeit.

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Am Anfang habe ich mich wirklich schwer getan mit diesem Buch. Die ersten Kapitel sind wirklich langatmig und ich wollte das Buch schon abbrechen, allerdings habe ich zwischendurch mit Kolleginnen das gleichnamige Theaterstück im Thalia Theater Hamburg gesehen und habe dem ganzen danach noch eine Chance gegeben. Schlussendlich habe ich die Geschichte gebannt verfolgt und Stuckrad-Barres Schreibstil, der mich zu Beginn ziemlich genervt hatte, "began to grow on me". Alles in allem ist es ein gutes Buch und es hat mich in den letzten Wochen auf meinem Pendelweg zu und von der Arbeit gut unterhalten.

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Mein erster Stuckrad-Barre, mir gefiel sofort sein Schreibstil. Oft sprunghaft, ein wenig provokant und sehr zeitgemäß wird hier die nicht wirklich fiktive Geschichte von den Skandalen eines großen Medienhauses erzählt. Und der Protagonist mittendrin. Über Machtmissbrauch und patriarchale Machtstrukturen in der Medienbranche, ein eindringlicher Roman.

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