Das leise Platzen unserer Träume

Roman | Der neue Roman der Bestsellerautorin über Liebe, Mutterschaft und das Neuerfinden von Lebensträumen

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Erscheinungstermin 31.08.2023 | Archivierungsdatum 29.10.2023

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Zum Inhalt

Bleiben oder Gehen?

Ein Haus auf dem Land. Das hast du dir immer gewünscht, Jule. Dazu ein wilder Garten, durch den eure Kinder rennen. So hast du dir das Glück vorgestellt. Doch die Kinder sind nie gekommen. Und dein Mann hat jetzt eine Affäre in der Stadt. Ihr Name ist Hellen, und Hellen denkt viel an dich. Vielleicht ein bisschen zu viel. Oft fragt sie sich, warum du und dein Mann noch immer zusammen seid. Wie zwei Menschen es so lange miteinander aushalten können, wenn ihre gemeinsamen Träume doch längst geplatzt sind.  Aber von alldem hast du keine Ahnung, Jule. Du weißt nicht von Hellen und nicht von ihren Fragen. Noch nicht. Noch sitzt du da, in deinem hübschen Garten, und überlegst, ob das, was du hast, vielleicht doch reichen könnte, um glücklich zu sein.

Bleiben oder Gehen?

Ein Haus auf dem Land. Das hast du dir immer gewünscht, Jule. Dazu ein wilder Garten, durch den eure Kinder rennen. So hast du dir das Glück vorgestellt. Doch die Kinder sind nie...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783961611720
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 224

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Berührend und Mutmachend zugleich

Inhalt:

„Bleiben oder Gehen?
Ein Haus auf dem Land. Das hast du dir immer gewünscht, Jule. Dazu ein wilder Garten, durch den eure Kinder rennen. So hast du dir das Glück vorgestellt. Doch die Kinder sind nie gekommen. Und dein Mann hat jetzt eine Affäre in der Stadt. Ihr Name ist Hellen, und Hellen denkt viel an dich. Vielleicht ein bisschen zu viel. Oft fragt sie sich, warum du und dein Mann noch immer zusammen seid. Wie zwei Menschen es so lange miteinander aushalten können, wenn ihre gemeinsamen Träume doch längst geplatzt sind.  Aber von alldem hast du keine Ahnung, Jule. Du weißt nicht von Hellen und nicht von ihren Fragen. Noch nicht. Noch sitzt du da, in deinem hübschen Garten, und überlegst, ob das, was du hast, vielleicht doch reichen könnte, um glücklich zu sein.“





Schreibstil/Art:

Wie man dem Klappentext bereits entnehmen kann, gibt es eine Perspektive mit einer direkten Ansprache, die sich der eigentlichen Protagonistin widmet - Jule. Jule ist eine ruhige und nachdenkliche Frau. Sie und ihr Mann haben sich auseinandergelebt, haben sich nichts mehr zu sagen, Sex spielt seit Jahren keine Rolle mehr. Dann gibt es noch Hellen, die Affäre. Ihre Sicht fand ich äußerst reizvoll, weil sie offen darüber spricht wie es sich anfühlt ein Flirt zu sein, was sie über Jule und ihre Ehe denkt und wie sie das Ganze sieht.

Die Konkurrentinnen nähern sich an, es entwickelt sich in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet habe. Die Erzählstimme ist stets leise und unaufgeregt. Diese Art umarmt den Roman, macht ihn trotz des ernsten Thema, liebevoll und achtsam. 



Fazit:

Dieser Roman macht Mut, bestärkt andere (Um)Wege einzuschlagen und sich selbst neu zu erfinden. Mit viel Feingefühl hat die Autorin beiden Frauen geholfen aufzustehen, an sich zu glauben und weiterzumachen.
Ja, Träume können platzen aber genauso Neue wieder entstehen.

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Ein wunderbarer, berührender Roman. Zwei Frauen, ein Mann. Stadt und Land, Mann und Affäre, Kinder und Kinderwunsch,Träume die nicht in Erfüllung gegangen sind. Schonungslos, ehrlich und wunderschön geschrieben.

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Hat mir sehr gut gefallen - und ich habe es gleich verschlungen. Ein tolles Buch und eine klare Leseempfehlung. 5 Sterne!!!

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Eine Geschichte, zwei Frauen, ein Mann und ganz viele unerfüllte Lebensentwürfe. Ganz klassische Betrugsgecshichte denkt man: langjährige Ehe mit unerfülltem Kinderwunsch plus Dorfleben gepaart mit Alltagstrott - der männliche Part geht Fremd, ganz klischeehaft als erfolgreicher Typus Mann. Doch es ist alles eigentlich ganz anders: abwechselnd, aus jeweils der eigenen Perspektive erzählen beide Frauen Kapitel für Kapitel ihre Version der Geschichte und plötzlich ist es gar nicht mehr so klischeehaft, sondern ein Sog aus einzelnen, individuellen Schicksalen, der es zum Glück nicht zulässt, dass man ganz parteiisch schwarzweiß eine Seite wählt.

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Zwei Frauen und ein Mann

Das leise Platzen unserer Träume, ist ein Roman über zwei Frauen und einen Mann von der Schriftstellerin Eva Lohmann. Sie schreibt ruhig und intensiv.

Jule und ihr Mann zogen aufs Land und hofften das bald Kinder in dem Garten herumwuselten. Leider bekamen sie die nicht. So arrangierte sich Jule mit der Kocherei. Sie betrieb ein Catering.
Als nächstes lernen wir Helen kennen, sie ist die Geliebte von Jules Mann.
Sie dachte viel über Jule und ihren Mann nach, warum blieben sie noch zusammen.

Die Autorin hat diese Geschichte angenehm in Worte verpackt. Es ist ein ruhiges Buch, das mich doch gut unterhalten konnte.
Ich möchte den Roman gerne weiter empfehlen.

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Jule und Richard und Hellen: Ehefrau, untreuer Ehemann, Geliebte.
Erstere hatte einst einen Traum vom Landleben, der aber immer mehr der langweiligen Realität weicht. Zudem bleibt ihr Kinderwunsch unerfüllt.
Ihr Mann flüchtet sich in eine Affäre mit einer gleichaltrigen Mutter zweier Kinder. Diese Frau, Hellen, weiß von Jule, ihren Eheproblemen und dem Alltagstrott. Zunächst nur in Gedanken, später auch im wahren Leben, nähert sie sich Jule an, will „die Andere“ kennenlernen, aber nicht, um ihre Ehe zu zerstören, sondern um zu helfen.

Die drei Protagonisten stehen vor unglaublich vielen, schweren Entscheidungen, vor allem die beiden Frauen: ein Leben mit Kindern oder ohne? Mit Partner oder ohne? Landleben vs Stadt? Gehen oder bleiben?
Erst als die alten Träume platzen, entsteht Raum für Neues.

Ganz toller, leider viel zu kurzer Roman! Gern hätte ich Jule und Hellen noch ein Stück begleitet, weil sie so sympathisch und authentisch waren.

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hervorragendes Buch
sprachlich geschickt gemacht
empfehle ich als Alternative zu Daniela Krien und Judith Hermann, falls von diesen Autorinnen schon alles gelesen wurde

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Dieser Roman ist mit so viel Gefühl und dennoch so unaufgeregt geschrieben – beim Lesen ist man mittendrin – möchte Jule zur Seite stehen, sie anstoßen und sagen – jetzt mach endlich – nimm Dein Leben in die Hand.

Mich hat der Roman tief berührt.
Ich freue mich schon diesen Titel im Laden unters Volk zu bringen – mir Freuden werde ich das Buch empfehlen.

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In einem Rutsch durchgelesen, leicht aber nicht oberflächlich. Ich empfehle es besonders den 30 bis 40 jährigen, oder den junggebliebenden, ohne Alter.
Eine zauberhafte Beziehungsgeschichte. Könnte gut von Juli Zeh sein!

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Vor 4 Jahren hatten sich Jule und David ihren Traum erfüllt, hatten ein Haus gekauft und waren aus
der Großstadt aufs Land gezogen. Das Idealbild vom Leben auf dem Land, das Jule sich geschaffen
hatte, war einer großen Ernüchterung gewichen. Die freilaufenden Hühner in ihrer Vorstellung sind
eingesperrt und der Rasen ist immer kurz, obwohle ihr Traumbild das einer Blumenwiese mit vielen
Gänseblümchen war. Und die Beziehung zu ihrem Mann David ist seit der Realisierung ihres Lebens-
projekts auch eine andere geworden. Kinder hatte es keine gegeben, und wirds sauch keine mehr
geben; seit Jahren haben die beiden keinen Sex mehr. Auch die Sprache ist ihnen abhanden
gekommen, ihr Austausch beschränkt sich allein auf pragmatische Dinge. Jule entdeckt durch
Zufall, dass David sie betrügt, nichtsahnend dass die Affäre Hellen ihr ständig Schubladenbriefe
schreibt, in denen sie viel Verständnis und Sympathie für Jule, ihre Situation und ihre Beziehung
zeigt. Als eine herrenlose Katze bei ihnen einzieht, sieht es so aus, als ob das Projekt Katze eine
neue Gemeinsamkeit entstehen lassen würde.

Für mich ist Jule eine ziemlich unsichere Frau, naiv in ihren Vorstellungen vom idyllischen Landleben,
ständig pendelnd zwischen ihrem Land-Ich und ihrem Stadt-Ich.Immer bemüht, in Gesprächen
mit Dorfbewohnern den richtigen Ton zu treffen, aber nicht so sehr bemüht um ihre Beziehung.
Im Gegensatz dazu Hellen, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Eine selbstständige, moderne
Frau, die weiß, was sie will und vor allem was sie nicht will.
Bewundernswert, dass sie in Jule nicht die Rivalin, eher eine Freundin sieht. Schade, dass ihre
Briefe und ihre Empathie Jule nicht erreichen, tröstlich sind sie allemal.

Klasse Roman um zerplatzte Träume, dennoch hoffnungsvoll. Nie belehrend, einfach liebevoll erzählt

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Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Tolles Cover, passender Titel, sehr gut geschrieben, toller Perspektivenwechsel. Wirklich eine Perle im Meer der Neuerscheinungen.

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Jule und Hellen – zwei Frauen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben, lediglich eine Gemeinsamkeit: Sie verkehren bzw. „lieben“ den gleichen Mann. Jule und David haben sich schon länger in ihrer Ehe nichts mehr zu sagen. Der Kinderwunsch ist ausgeblieben, die sexuellen Bedürfnisse sind eingeschlafen bzw. können nicht mehr gegenseitig erfüllt werden und das Haus auf dem Land, welches ihr gemeinsamer Traum war, ist nun wohl eher für Jule der Lebensinhalt, während sich David in seine Arbeit flüchtet. Daneben gibt es Hellen, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, nach ihrer gescheiterten Ehe eher auf der Suche nach einer leichten Beziehung. Es kommt, wie es kommt, Hellen und David beginnen eine Affäre, doch in einem anderen Leben könnte auch Hellen die beste Freundin von Jule sein, denn beide sind sich doch unbewusst sehr ähnlich.
Das Buch „Das leise Platzen unserer Träume“ stammt von der Autorin Eva Lohmann. Das Cover mit den Äpfeln ist sehr schlicht gehalten und hat mich dennoch angesprochen, da ich mich fragte, welche Geschichte sich dahinter verbirgt. In das Buch kommt man recht schnell und der Schreibstil ist sehr modern. Besonders hervorzuheben sind die unterschiedlichen Erzählperspektiven. Während sich die Kapitel von Jule und Hellen abwechseln, wird über Jule in der Erzähler-Form berichtet, während Hellen aus der persönlichen Ich-Form heraus lebt. Die schnelle Abfolge der Kapitel macht das Lesen sehr kurzweilig und zudem sehr interessant. An vielen geschilderten Stellen möchte man förmlich zwischen Jule und David dazwischen springen, um sie wach zu rütteln, dass sie sich endlich trennen sollten, an anderen Stellen kann man sich durchaus damit identifizieren, dass sie versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen und nicht alles aufzugeben. Die Beschreibungen sind äußerst realistisch, manchmal vielleicht nicht konsequent spannend genug, sondern driften ein wenig in die ausschweifende Schiene, da oft Banalitäten den eigentlichen Alltag bestimmen. Letztendlich kann man diese aber als Spiegelbild der Beziehung von Jule und David verstehen, denn auch deren gemeinsamer Alltag beruht nur noch auf Bagatellen und eher keinen tiefgründigen Erzählungen. Prinzipiell ist ein leichter Spannungsbogen erkennbar, den es hier aber nicht vollständig braucht, viel mehr geht es doch um die Personen und ihre Empfindungen und die sind an sich schon sehr interessant, da jede Figur natürlich anders denkt. Ich muss sagen, dass die Darstellung der Gefühlswelten sehr gut gelungen ist. Auch wenn ich mich schlussendlich mit keiner der Frauen identifizieren kann, ist dieses Buch doch ein hervorragendes Beispiel dafür, wie das Leben spielen kann und man es dennoch in der Hand hat zu ändern.
Mein Fazit: Der Roman hat mich sehr gut unterhalten, konnte aber mit seinem schnellen Ende nicht bei mir punkten. Ich vergebe daher sehr gute 4 Sterne.

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Eine Frau und eine andere Frau, die gleichzeitig die Geliebte des Mannes der erstgenannten ist, teilen sich alternierend die Kapitel und erzählen aus der Ich-Perspektive ihre Sicht der Dinge, eine spannende, am Anfang leicht irritierende Idee, die aber an sich gut funktioniert und die lesende Person fesselt. Meiner Meinung bleibt der Charakter der 2. Frau (die der Affäre) ein bisschen blaß.

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Ein gefühlvoller Roman der sich mit einem unbequemen Thema auseinander setzt. Wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht, wofür lohnt es sich dann noch zu träumen? Mit unerwarteten Wendungen und viel Herz geschrieben, in ruhigem und ansprechenden Schreibstil. Sehr zu empfehlen!

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Die beruflich erfolgreiche Jule, mit dem gut verdienenden Anästhesisten David verheiratet, hat sich den Traum vom Landleben in einem alten romantischen Haus verwirklicht. Sie selbst arbeitet nun als Event-Köchin in einem nahen Gutshof.
Von außen betrachtet gleicht ihr Leben einer Idylle à la Bullerbü, doch der ersehnte Kindersegen wollte sich nicht einstellen und da die beiden seit Jahren keinen Sex mehr haben, besteht auch keine Hoffnung, dass sich das noch ändern wird.
So leben die beiden neben einander her, zwar sorgenfrei, aber eben auch nicht wirklich glücklich.

Doch Jules Mann David hat seit längerem eine Affäre. Die heißt Hellen, ist Mutter von Zwillingen aus einer früheren Beziehung und will zwar schöne Stunden mit David genießen, ihm aber keinen festen Platz in ihrem Leben einräumen.
Alles ändert sich, als Jule und Hellen einander kennen lernen...

Ein Roman über eine klassische Dreiecksbeziehung also, in der - wie ja meist - der Mann fremd geht und die Frauen die eigentlich interessanten Figuren sind.

Geschickt gemacht: Während das Leben von Jule in der dritten Person mit ausführlichen Schilderungen erzählt wird, sind die kürzeren Hellen-Kapitel in der Ich-Form geschrieben. Und interessanterweise meist als eine Art "ungeschreibene Nachrichten" an Jule gerichtet. Denn von der weiß Hellen ja von Anbeginn der Affäre aus Davids Erzählungen. Und macht sich Gedanken über sie...

Auch wenn der Roman doch einige Klischees bedient - der fremd gehende Ehemann, die alle Widrigkeiten überwindende Solidarität zwischen Frauen, die letztendlich starke Frau, die ihren Weg findet... - so rührt er doch auch an Themen wie ungewollte Kinderlosigkeit, die falsche Idealisierung von Mutterschaft und die Problematik von Beziehungen, denen die Intimität fehlt.

Und da sich der Roman trotz seiner ruhigen Sprache so leicht und angenehm liest, empfehle ich gern ihn als leichte, aber nicht seichte Sommerlektüre.

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In ihrem neuen Roman erzählt Eva Lohmann von einer klassischen Dreiecksgeschichte: Jule und ihr Mann David haben sich vor einiger Zeit den Traum erfüllt, in ein eigenes Haus auf dem Land zu ziehen. Wohnen im Eigenheim, von der Natur umgeben, und natürlich mit Kind(ern). Doch der Kinderwunsch soll unerfüllt bleiben und wirkt sich in allen erdenklichen Facetten negativ auf die Beziehung der beiden aus. Und dann ist da noch Hellen, Davids Affäre, die – abwechselnd mit Jule – ihre Sicht der Dinge teilt.

In einem andauernden Perspektivwechsel, der für einige Plot Twists sorgt, erhalten wir Einblick in die Leben zweier Frauen, die erst sehr verschieden anmuten, und dann doch immer mehr Gemeinsamkeiten aufweisen. Auch wenn ich weiterhin eine Fürsprecherin Lohmanns bin, habe ich einige Male überlegt, die Lektüre abzubrechen, weil sie mich emotional sehr mitgenommen hat. Letztlich ist es aber genau das, was für diesen Roman spricht – denn meine Reaktion beweist, wie gut es Eva Lohmann gelungen ist, die Themen Beziehung(sprobleme), Kinderwunsch & allgemeine Lebensträume aufzuarbeiten. Die Auflösung hat mich mit dem Geschehenen in gewisser Hinsicht wieder versöhnt und wurde in meinen Augen von der Geschichte auch ganz dringend benötigt. Frau Lohmann, wann erscheint denn Ihr nächster Roman?

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,,Ein merkwürdig fragiles Konstrukt, das wir da erschaffen haben - und von dem du Teil bist, ohne es zu wissen."

David hat eine Affähre mit Hellen. Jule, seine Ehefrau, weiß davon nichts. Hellen hingegen weiß über Jule eine ganze Menge. Dass sie schon lange nicht mehr mit ihrem Ehemann schläft, zum Beispiel. Oder dass sie sich sehnlichst ein Kind wünscht. Doch obwohl Jule nicht weiß, dass ihr Mann sie betrügt, spürt sie, dass ihre Ehe am Ende ist. Den Traum vom Haus auf dem Land haben David und Jule zwar äußerlich in die Realität umgesetzt. Doch in ihren Inneren sieht es leer aus - obwohl beide in der Welt leben, die Großstädter so gerne auf Instagram inszenieren: Natur, Gutshöfe und Kochen mit Kräutern aus dem Garten.

Was nun wie eine typische Dreiecksgeschichte klingt, entwickelt sich im Romanverlauf zu einem interessanten Lehrstück über weibliche Unabhängigkeit und Solidarität unter Frauen. Hellen denkt genauso viel an Jule wie an David. Die Gewissensfrage wird aber nur am Rand verhandelt. Stattdessen fragt sich die Geliebte, wann Jule auffallen wird, dass sie ihre Beziehung schon lange nicht mehr glücklich macht. Sie denkt sogar darüber nach, ob die beiden Freundinnen werden können. Eva Lohmann erzählt sehr einfühlsam von aufgegebene Träumen und davon, wann es womöglich besser ist, einen Schlussstrich zu ziehen - auch wenn es weh tut. Jeder, der sich schon einmal in einer ähnlichen Situation befunden hat, kann hier wunderbar mitfühlen.

Obwohl die beiden Frauen und David im Zentrum der Handlung stehen, verhandelt Lohmann in "Das leise Platzen unserer Träume" viel mehr als nur Affären und Fremdgehen. Es geht um die Frage, was Kinderlosigkeit und Kinderkriegen mit Beziehungen macht. Sie erzählt davon, wie es ist, wenn Berührungen ausbleiben und sich die Kommunikation nur noch auf das Organisatorische bezieht. Mit nur wenigen, schlichten Worten zeichnet sie ein hochsensibles emotionales Portrait einer Ehe. Die Autorin stellt ihre Kunst, den Text auf das Wesentlich zu reduzieren und ihn dadurch so stark wirken zu lassen, unter Beweis.

Interessant ist im Besonderen die Erzählgestaltung. Die Kapitel von Jule und Hellen wechseln sich ab, sodass der Leser (manchmal zeitversetzt) zwei Perspektiven auf dasselbe Geschehen liest. Während Hellen den Anfang macht und als Ich-Erzählerin berichtet, wird über Jule durch einen personalen Er/Sie-Erzähler berichtet. So ist man merkwürdiger Weise zunächst näher bei der Affäre, die man als Leserin so gerne verurteilen würde, es aber doch nicht kann. Gleichzeitig passt diese Nähe gut zu Hellen: Arbeitet sie doch als Influencerin, die davon lebt, andere Mütter an ihrem Alltag als Alleinerziehende teilhaben zu lassen.

"Das leise Platzen unserer Träume" ist nicht nur ein Roman mit einem hoch poetischen Titel. Er hält auch das, was die Aufmachung verspricht: Ein auf den ersten Blick unaufgeregtes Buch, das mit feinem Sprachbewusstsein eine Handlung entwirft, die nicht nur den moralischen Kompass der Figuren durcheinander bringt.

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Eigentlich wollte ich mich doch intensiv mit dem Sub-Abbau beschäftigen, aber da kam mir doch schon wieder dieses Buch mit diesem wundervollen Cover dazwischen. Schockverliebt! Und dann auch noch aus dem Hause Eisele - kann man da widerstehen?
Ich kann es direkt vorwegnehmen: Ich habe es nicht bereut.

DAS LEISE PLATZEN UNSERER TRÄUME
Eva Lohmamm

Abwechselnd erzählen Jule und Hellen ihre Geschichten:

Jule hat alles, was man sich wünschen kann: Gesundheit, ein wunderschönes Landhaus, einen Job, den sie über alles liebt, und einen tollen und gut-aussehenden Ehemann namens David - nur das dieser eine Affäre mit Hellen hat, aber das weiß sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Sie weiß nur, dass sie seit Jahren keinen Sex mehr mit ihm hatte.
Es begann, nachdem sie den "Sex nach Fahrplan“ aufgegeben hatten - der Kinderwunsch blieb unerfüllt.
Gefühle für David schwanden schleichend: Erst ließ nur das Kuscheln nach, dann setze der Abschiedskuss aus und zuletzt berührten sie sich nicht mehr.

Hellen ist alleinerziehende Mutter eines 8-jährigen Zwillingspärchens. Eine neue Beziehung möchte sie nicht - zu lange hatte es gedauert, bis sich die Normalität und Unabhängigkeit nach der Trennung von dem Kindervater wieder einstellten. Nur guten Sex - auf den möchte sie nicht verzichten. Da kommt ihr der verheiratete David nur recht.
Doch je länger das Verhältnis anhält, desto neugieriger wird Hellen auf Davids Frau Jule. Schnell hat sie diese im Netz ausfindig gemacht … und was jetzt passiert, müsst ihr selber herausfinden.

Was für eine tolle Geschichte. So authentisch, locker und leicht erzählt, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen.
Große Leseempfehlung

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Das leise Platzen unserer Träume von Eva Lehmann erscheint am 31.08.23 im Eisele Verlag
„… UNSERE Träume“ – mit uns ist hier Helen und Jule gemeint. Julie ist die Ehefrau von Richard. Helen seine Affäre.
Die Geschichte ist in zwei Erzählsträngen geschrieben. In dem einen wird der Alltag und die Gedanken von Jule beschrieben. Jule ist ein Stadt-Kind, die sich mit Ihrem Mann Richard den Traum vom Leben auf dem Land – so wie man es aus den entsprechenden Zeitschrift kennt – erfüllt hat bzw. wollte. Das schöne alte Bauernhaus ist gekauft und zum größten Teil renoviert, jedoch der Wunsch nach einer Familie bleibt unerfüllt.
Die Ehe – so erfährt man früh – ist keine solche mehr. Es gibt kaum noch Gespräche und Zärtlichkeiten oder gar Sex findet schon lange nicht mehr statt.
In dem anderen Erzählstrang schreibt Helen „imaginäre“ Brief an Jule – also in der Ich-Form. So erfährt der Leser, dass Helen geschieden ist, zwei Kinder hat und keine feste Beziehung mehr haben möchte. Sie kann nicht verstehen, dass sowohl Jule als auch Richard keinen Schlussstrich ziehen, spioniert Jule aus und nähert sich ihr ein wenig.
Was dann passiert, kann ich hier nicht spoilern! :-)
Aber ich kann sagen, dass mir beide Frauen sehr sympathisch waren und mir das Buch sehr gut gefallen hat. Die Story hält einen im Bann und aufgrund der einfachen Sprache, liest es sich flüssig und schnell. Ich kann es gut empfehlen!

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Das "Leise Platzen unserer Träume" ist ein Buch über zwei Frauen, die einen Mann lieben. Jule die" Land- Ehefrau" von David und Hellen seine "Stadt-Geliebte". So wie im Titel die Träume eben leise platzen - so ist auch dieses Buch ein stilles - unaufgeregtes- Buch, in dem der Leser die beiden Frauen begleitet in ihren unterschiedlichen Lebenswelten, in ihren Hoffnungen und Enttäuschungen. Eva Lohmann schreibt mit großem psychologischen Gespür über die Untiefen von Beziehungen und stellt dabei die beiden Frauen in abwechselnden kleinen Abschnitten gegenüber. Ich habe diese " Entwicklungsgeschichte" sehr gerne gelesen, weil die beiden Frauenfiguren- und nur um diese geht es hier - für mich stimmig waren und ihre Innenwelten nachvollziehbar.
Das Ende des Romans möchte ich an dieser Stelle nicht verraten:)

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Im Wechsel wid hier aus der Perspektive der jungen Ehefrau Jule und der Affäre ihres Ehemanns ein ganz normales Leben beschrieben. Hat mir sehr gut gefallen, vor allem der Perspektivwechsel lässt nicht aufkommen, dass man Partei ergreift, denn man versteht beide Seiten. Sehr ruhig, fließend, flüssig geschrieben, trotz der traurigen Situation, vor allem der Kinderlosigkeit und Unsicherheit Jule´s zart und schön geschrieben.

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Hellen lebt in der Stadt, ist seit ihrer Trennung alleinerziehende Mutter von Zwillingen und schlägt sich mehr schlecht als recht als "Mama-Influencerin" durch. Nach ihrer gescheiterten Beziehung weiss sie genau, was sie will und was sie nicht will. Da kommt ihr David gerade recht, er lebt in einer Beziehung ohne Sex, hat sich mit seiner Partnerin Jule entfremdet und wünscht sich endlich einmal wieder körperliche Nähe und, ja Sex. Und genau das, Sex und körperliche Nähe, ohne Verpflichtung, das wünscht sich Hellen auch, möglichst unkompliziert.
Jule, eigentlich ein Stadtkind, ist mit ihrem Partner David auf`s Land gezogen, die beiden wollten ein Nest bauen, den geplant zahlreichen Kindern ein schönes Zuhause bieten mit viel Raum im Grünen, doch der Kindersegen bleibt aus, der Sex wird zur Pflichtübung und kommt nach und nach komplett zum Erliegen, die Nähe ebenfalls. Jule gefällt das Landleben, aber sie ist doch im tiefsten Inneren mehr "Stadt-Jule" als "Land-Jule" und findet wenig Anschluss, allein bei der Arbeit als Köchin auf einem alten Gutshof, fühlt sie sich wohl, David arbeitet als Anästhesist in der Stadt.
Wir verfolgen, wie es mit den Schicksalen der beiden Protagonistinnen weitergeht, mal steht die eine, mal die andere im Mittelpunkt. Hier ist die Erzählperspektive interessant. Während Jules Geschichte von außen betrachtet erzählt wird, wendet sich Hellens Erzählstimme an Jule direkt, spricht sie quasi mit "Du" an, was die Lektüre intensiv macht. Beide Frauengestalten sind sympathisch und als Leser*in lebt und leidet man mit beiden mit und bewundert ihren Mut und letztendlich auch ihre Selbstbestimmung. Ein leiser, wunderschön erzählter Roman, der lange nachhallt...

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Der ungewöhnliche Perspektivenwechsel in dieser Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das bringt zum einen Spannung und Tempo, auf der anderen Seite regt es zum Nachdenken über die jeweilige Wahrheit an. Interessant wäre jetzt noch die Perspektive des Mannes . Jedenfalls ein Buch das einen mitnimmt, gut geschrieben ist und sicher für viele Leserinnen eine gute Unterhaltung.

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Habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen - ein schöner Wohlfühl- und Mutmach-Roman. Trotz der Krisenthemen unerfüllter Kinderwunsch, schleichende Lieblosigkeit eines Paares, Affaire eines Partners, Trennung mit angenehmer Leichtigkeit und trotzdem nicht obenhin geschrieben. Steht auf der Einkaufsliste für August!

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Aus einem Paar wird ein Dreieck, das ist manchmal, aber selten, gewollt. In diesem Fall ein fast klassisches Szenario: Jule und David verwirklichen ihren Traum vom Leben auf dem Land, beide wünschen sich ein oder mehrere Kinder, aber dieser Teil des Traums ist mittlerweile geplatzt. Der Ehe tut das überhaupt nicht gut, weshalb Hellen mit in Spiel kommt: Davids Geliebte.
Aus der Perspektive von Jule und Hellen erfahren wir vom Leben der beiden, das ist sehr reizvoll und interessant konstruiert.
Mich hat das Buch bis zum Schluss gefesselt, und mir fallen schon jetzt jede Menge Kundinnen dafür ein.

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Dieses Buch mochte ich sehr. Mit viel Feingefühl erzählt die Autorin die Geschichte einer Frau, deren Lebensträume scheitern. Zwar ist das Haus auf dem Land gekauft, aber Kinder stellen sich nicht ein und das Landleben wurde von Jule und ihrem Mann deutlich unterschätzt. Als dann auch noch eine Geliebte auftaucht muss Jule ihr Leben überdenken.

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Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die um den gleichen Mann kreisen. Jule, die feste Partnerin, deren Lebensträume scheinbar nicht wahr werden können und Hellen, die Affaire, deren Darstellungen auch nicht immer die Wahrheit abzubilden scheinen.Im Laufe der Geschichte streben die beiden Frauen immer mehr aufeinander zu und von dem Mann fort und durchleben auf dem Weg – jede für sich – neben Zweifel, Wut und Trauer aber auch die Gewissheit, dass es im Leben meist doch immer weiter geht und man mehr Kraft in sich findet, als man anfangs denkt.
Ein wunderbares, eher leises doch sehr ausdrucksstarkes Buch.

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Die Autorin beschreibt sehr gut, wie eine Beziehung ganz allmählich in die Brüche geht. Sehr scharf beobachtet und realistisch beschrieben. Der Titel ist sehr treffend. Empfehlenswert!

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Mein Fazit: Spannende Gedanken über das Leben und die Liebe mit Kindern und ohne Kinder - toller Roman !

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Dieser Roman macht richtig Freude zum Lesen und neben Kleinigkeiten konnte ich diese Ehe/Trennungsgeschichte richtig gut wegsnacken und habe mich über das Ende gefreut. Obwohl das Ende eher kinoreif wirkt, freue ich mich über den Power, den beide Frauen entwickeln.

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Die Dreiecksgeschichte zwischen zwei Frauen und einem Mann. Ganz klassischer und klischeehafte Betrugsgeschichte könnte man meinen, doch hinter Eva Lohmann‘s Roman Das leise Platzen unserer Träume versteckt sich eine weitaus tiefgründigere Geschichte, die den Leser davon abhält, sich eine schwarzweiße Meinung über eine der Seiten zu bilden. Die Art und Weise wie Eva Lohmann, die Charaktere tiefgründig und einfühlsam beschrieb, überzeugte mich. Zwar ist das Buch nicht sonderlich lang, trotzdem kommt keine der drei Hauptfiguren zu kurz. Vor allem Hellen fand ich sehr interessant. Die Geschichte ist sehr realitätsnah, sodass die Handlungen greifbar sind. Eine wirklich eindringliche Geschichte, die vor allem gut in den September/Spätsommer passt.

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Was für eine berührende Geschichte. Wir lernen Jule kennen und David, verheiratet, aufs Land gezogen, ungewollt kinderlos und David hat eine Affäre mir Hellen. Die Geschichte wird zum einen aus der Sicht von Jule erzählt, aber auch Hellen kommt zu Wort. Ihr Part spricht Jule direkt an. So erhalten wir nicht nur Einblick in die Gefühlswelt von Jule, sondern auch von Hellen. Und über Hellen auch von David. Denn David erzählt Hellen viel aus seinem Leben mit Jule.

Jule war mir direkt sympathisch. Hellen war mir zwar nicht unsympathisch, aber als Affäre hatte ich so meine Vorbehalte. David blieb für mich immer recht blass. Aber auch das passte zur Geschichte, denn im Prinzip geht es um zerplatzte Träume von Jule und auch Hellen, um Eheprobleme und den Mut für einen Neuanfang. Alles sorgsam verpackt in eine sehr emotionale und auch realitätsnahe Story. Denn ich denke, dass es vielen Paaren wie Jule und David geht und sich einzugestehen, dass man nicht mehr dieselben Ziele hat. ist oft ein sehr langer Weg.

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Eine Geschichte, wie sie schon viele Male erzählt wurde: einem Paar kommt die Liebe abhanden, er sucht Trost bei einer anderen - eine Entscheidung muss her. Das Projekt beenden oder noch mal Anlauf nehmen? Eva Lohmann lässt in "Das leise Platzen unserer Träume" die beiden Frauen zu Wort kommen. Hellen, die Geliebte, tritt als Ich- Erzählerin auf. Jule begleiten wir aus der Außensicht Das ist im ersten Moment überraschend, funktioniert aber sehr gut.
Weil Hellen zunächst als die stärkere der beiden wirkt (und natürlich von Jule weiß), passt es, dass sie für sich selbst spricht. Jule dagegen sucht anfangs tatsächlich noch nach ihrem eigenen Sound, schwankt zwischen Stadt-Jule und Dorf-Jule, erlernt das Sprechen auf dem Lande fast wie eine neue Sprache. Das ist schön beobachtet, an manchen Stellen für mich fast etwas nah am Klischee. Wer "Altes Land" mochte und Katzen liebt, wird sich sich hier wohlfühlen.
Doch im Verlauf der Geschichte sorgt die Dreierkonstellation für immer mehr Spannung, Eva Lohmann hat noch einige überraschende Wendungen und ein feines Ende parat - kurz gesagt: es lohnt sich. Eine kleine, fein erzählte Geschichte von zwei Frauen, die ihr Schicksal in die Hand nehmen.

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Im Zentrum des Romans stehen Jule und Hellen, zwei Frauen um die vierzig, und David, Jules Ehemann.

Jule und David sind von der Stadt aufs Land in ein altes Bauernhaus mit Garten gezogen, um hier eine Familie mit vielen Kindern zu gründen. Kinder stellen sich nicht ein, dafür beginnt David eine Affäre mit der geschiedenen Hellen, die in der Stadt mit ihren Zwillingen lebt.

Diese Dreiecksgeschichte wird abwechselnd aus der Perspektive Jules und Hellens erzählt, was David fühlt und denkt, erfährt der Leser nur aus der Perspektive der Frauen. Thematisiert werden ungewollte Kinderlosigkeit versus übermässige Idealisierung der Mutterschaft, Stadtleben versus Landleben, Entfremdung in langjährigen Beziehungen nach anfänglicher Verliebtheit. Wie kann das ( zusammen ) Leben gelingen, wenn die Lebenswirklichkeit dazwischen kommt und konventionelle Wege nicht mehr beschritten werden können oder nicht mehr weitergegangen werden wollen ?

Diese Frage beantwortet die Autorin aus der Sicht von Jule und Hellen, deren Leben der Leser in entscheidenden Phasen begleitet und das auf warmherzige und mitfühlende Weise. Das hat mir gut gefallen. Der Wunsch, andere Lebewesen zu lieben, zu umsorgen und im besten Fall zurückgeliebt zu werden, wird besonders bei Jule spürbar. In diesem Zusammenhang fand ich die Geschichte um die Jule und David zugelaufene Katze, der sich besonders Jule hingebungsvoll widmet, gelungen, auch weil ja bei Katzen das Zurückgeliebtwerden so eine Sache ist.

Etwas zu klischeehaft geschildert war mir das Leben in der Stadt versus das Leben auf dem Land. Andererseits, Jules ironischer Gedanke mit Blick auf ihre Nachbarn, "Rasen gemäht, Haus, Garten und Leben unter Kontrolle", quasi als Verfechterin der Wiese und nicht des Rasens, hat mir gefallen. Manchmal hat die Geschichte m. E. jedoch die Grenze zum Kitsch berührt, beispielsweise als der Marianne Rosenberg Song "Marlene, eine von uns beiden usw." zitiert wird.

Fazit: Ein einfühlsamer Roman über die Planbarkeit eines "konventionellen" Lebens mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Lebensgefährten. Im Großen und Ganzen habe ich den Roman gerne gelesen und vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Selten ein so wunderbares Buch über eine Trennung gelesen. Herzerwärmend, ohne Groll und mit Verständnis für alle Parteien, erzählt Eva Lohmann hier die Geschichte von Geliebter und Betrogener. In leisen Tönen beschreibt sie hier das Platzen einiger Träume.

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Sehr schön geschrieben. Regt zum nachdenken an.
Tolle Schreibweise und gut dargestellte Personen.
Ein Frauenroman.

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Jule hat sich immer ein Haus auf dem Lande gewünscht. So hat sie sich ihr Glück vorgestellt. Es gibt keine Kinder, der Mann hat eine Affäre in der Stadt. Sie heisst Hellen und fragt sich, weshalb ihr immer noch zusammen seid. Wenn Jule im Garten sitzt fragt sie sich, ob es vielleicht nicht reichen könnte, so wie es ist, um glücklich zu sein. In diesem Buch liest man sehr eindrücklich, wie eine Ehe zu bröckeln beginnt. Die Sicht auf die Dinge werden abwechselnd einmal von Hellen und Jule geschildert. Die Gedanken der beiden Frauen fand ich spannend zu Lesen. Den Unterschied von der Stadt zum Land ist mir selber nicht fremd. Daher konnte ich die Gedanken sehr gut nachverfolgen. In dieser Geschichte liegt sehr viel Wahrheit zu Grunde. Dieses Buch hat mich Nachdenklich gestimmt und eines ist sicher, ich werde es nochmals lesen. Sehr empfehlenswert.

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Ein ganz starkes und außergewöhnliches Buch zu diversen Themen wie Lebensträume, unerfüllter Kinderwunsch,Fremdgehen Landleben versus Stadtleben, Abtreibung und Trennung.
Ich fand die Erzählweise sehr schön,dass Jule und Hellen sich Kapitelweise abwechseln, wobei wir Jules Sicht vom auktorialen Erzähler erfahren und Hellen ihre Gedanken im Tagebuchstil an Jule richtet.So erfahren wir immer mehr, wieso beiden Frauen auf ganz unterschiedliche Weise leise ihre Träume platzten.David,Jules Mann und Hellens Bettgefährte,kommt persönlich nicht zu Wort,aber in den jeweiligen Berichten der Frauen setzt sich langsam ein Bild von David zusammen,dessen Träume auch geplatzt sind.
Es ist ein ganz warmes und schönes (Mutmach-)Buch,mit dem man abends vor dem Kamin sitzen möchte.
Ein Buch,dass sich meiner Meinung auch prima für Lesekreise eignet.
Ich werde das Buch sehr gerne empfehlen!

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Mir hat im Buch zum großen Teil Jule sehr leidgetan. Da war der große Traum vom Landleben: ein Haus mit Garten, viel Platz für geplante Kinder, weniger Streß und viel Freiheit. Davon ist nichts geblieben. Von Freiheit keine Spur. Jule fühlt sich nicht wohl, fühlt sich beobachtet und eingeengt; ihr Mann David liebt sie nicht mehr.
Eine interessante Idee fand ich dass Davids Geliebte Hellen zu Wort kommt. Zuerst sind ihre Texte unbekannterweise an Jule gerichtet. Hellen reflektiert wie es Davids Ehefrau wohl mit dessen Untreue geht. Durch Hellens Neugier an Jule treffen die beiden sogar aufeinander und die Geheimnisse lüften sich.

Versöhnt mit der traurigen Geschichte von Jule hat mich dann die Wendung durch die Szene mit den platzenden Träumen. Jule sieht ihre Träume bildlich vor sich ablaufen und verabschiedet sich nacheinander von ihnen. Nach ewig langer Lethargie und Gefangensein in ihrer Situation sucht sie sich endlich ihren eigenen Weg.

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Durch die verschiedenen Erzählperspektiven kann man sich gut in die drei Protagonisten hineinversetzen und ihre jeweils unterschiedliche Sicht auf die gleiche Situation verstehen. Die Entwicklung der Beziehungen der drei untereinander entwickelt sich interessant und teilweise unerwartet. Auch der innerliche Konflikt Stadt-/Landleben lädt zum Nachdenken ein.
Das Ende kam mit persönlich etwas zu schnell im Vergleich zu den oft detaillierten Beschreibungen vorher.
Insgesamt aber eine interessante Geschichte.

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Eva Lohmann nimmt den Leser in "Das leise Platzen unserer Träume" mit in einen Ausschnitt des Lebens von Jule. Jule: (Noch?) Ehefrau mit einem unerfüllten Kinderwunsch, in einer Ehe, die sich scheinbar im Sande verlaufen hat. Aber auch Hellen kommt zu Wort, als Affäre von Jules Mann eine mehr oder weniger Außenstehende.

Mit viel Gefühl erschafft die Autorin das Leben von Jule in ihren 40gern, auf das wir in Form der Dritten Person blicken. Während immer im Wechsel Hellen zu Wort kommt, die wiederrum aus der eigenen Sichtweise Einblick in die Handlung gewährt. Beide Erzählformen lassen sich gut lesen und schaffen jede für sich einen sehr intimen Einblick in die beiden Persönlichkeiten der verschiedenen Frauen.

Vor allem mit dem Charakter von Jule konnte ich von Anfang an sehr stark mitfühlen und habe für sie auf ein Happy End gehofft. Sie zeigt die weibliche Seite einer Ehe, die trotz großem Kinderwunsch kinderlos geblieben ist, das Zerplatzen gemeinsamer Träume, aber vor allem auch den Verlust der ganz eigenen.
Aber auch Hellen lernt man nach und nach persönlicher kennen, während sie sich anfangs nur mit ihrer außenstehende Meinung zur Ehe von Jule und ihrem Mann äußert. Sie hat es nie geschafft mir hundertprozentig sympathisch zu werden, aber trotzdem konnte ich mich bis zum Ende auch in sie gut einfühlen.

Mich hat die Geschichte von Anfang an gut abgeholt, ich bin quasi durch die noch überschaubare Seitenanzahl geflogen und war absolut von der Geschichte und den Charakteren vereinnahmt. Der Schreibstil von Eva Lohmann hat die Handlung und Personen dabei für mich gut getragen.

Ich würde den Roman 'Das leise Platzen unserer Träume' jedem empfehlen, egal ob man vielleicht aus eigener Erfahrung mitfühlen kann oder nicht. Wer Geschichten mag, die ohne viel Spannung oder viele besondere Vorkommnisse einfach einen normalen Alltag mit den möglicherweise auftretenden normalen Problemen beleuchtet, ist hier gut aufgehoben.

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Jule hat ihr Leben lang von einem Haus im Grünen geträumt, in dem glückliche Kinder im Garten toben. Zumindest den Traum vom Haus hat sie sich mit ihrem Mann David erfüllt.

Doch das Glück will sich nicht einstellen. Stadt-Jule umd Land-Jule kommen sich ständig in die Quere. Nach dem unerfüllten Kinderwunsch blieb auch irgendwann der Sex auf der Strecke. Zumindest für Jule.

Helen hingegen versucht sich mit ihren Zwillingen als alleinerziehende Mutter durchzuschlagen. Der Alltag ist kräftezerrend, das Geld knapp. Ablenkung findet sie in einer Affäre mit David.

So unterschiedlich das Leben der beiden Frauen ist, so gleich ist doch ihre Sehnsucht nach Glück. Eva Lohmann schafft es mit einem wunderbaren, einfühlsamen Schreibstil uns die Protagonistinnen und ihre Gefühlswelten näher zu bringen.

„Das leise Platzen unserer Träume“ ist ein schmerzhaftes Buch, das die vielen Graustufen im Leben zeigt. Ein Buch über die Sehnsucht nach Lebensfreude und ein bisschen Leichtigkeit. Etwas, das wir gefühlsschwanger und euphorisch klischeehaft viel zu oft in den falschen Dingen suchen. Denn am Ende sind es Beziehungen und Begegnungen, die uns im Herzen berühren; ein Verständnis von Liebe, dass so viel weiter geht als bloßer Sex: Das ist es was das Leben tatsächlich lebenswert macht.

Fazit
★★★★★
Das Buch ist hochklassige Lesefreude und ich hab es in einem Zug durchgelesen. Es hat mir dir Zeit während eines langen Fluges angenehm versüßt. Von mir gibt es eine absolute Lesempfehlung.

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„Das leise Platzen unserer Träume“ ein Buch über den Anfang vom Ende.

Jule ist mit ihrem Mann aufs Land gezogen, die beiden haben ein Haus renoviert und sich schön eingerichtet. Einen neuen Job hat Jule auch. Damit, dass es mit dem gemeinsamen Kind nicht geklappt hat, arrangiert sich das Paar nur langsam. Es läuft eigentlich gut. Aber nur eigentlich. Denn das Paar hat es schon lange aufgegeben, sich zu berühren. Und da ist diese andere Frau Hellen, von der Jule noch nichts weiß. Noch.

Betrug, Zweifel und eine schwindende Liebe. Keine schönen Themen und eigentlich Stoff für ein dramatisches Buch. Aber nicht so „Das leide Platzen unserer Träume“. Der Roman ist sanft und geht gut mit seinen Protagonist.innen um. Ganz einfühlsam wird hier das Ende einer Beziehung beschrieben, mit Hoffnung auf die Zukunft. Wir begleiten Jule, lernen ihre Sorgen und Träume kennen. Sie kann ihren Mann nicht loslassen. Ihre Liebe zu ihm ist nicht mehr die von früher, aber es ist zu viel da um ihn zu verlassen. Zweifel schleichen sich ein, ob es klug war überhaupt aufs Land zu ziehen.

Das Buch entfaltet einen unglaublichen Sog, von Seite zu Seite lebt man mit Jule mit und klebt förmlich an der Geschichte fest. Die beiden Frauen, die nichts gemeinsam haben, außer diesen einen Mann. Ein Roman mit Einfühlungsvermögen und ohne Vorurteile. Leseempfehlung!

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Zwei Frauen, ein Mann, völlig unterschiedliche Lebensmodelle und doch viele Parallelen

Jule hat es aus der Stadt raus aufs Land gezogen und dort wollte sie mit ihrem Mann glücklich werden. Aber dann haben sich die Träume nicht wie gehofft verwirklicht und nun ist da eine andere Frau, durch die sämtliche verbleibende Hoffnung noch einmal in Frage gestellt wird.
Was für ein wunderbar leises, nachdenkliches und doch so mitreißendes Buch! Die Thematik klang von vorneherein interessant, aber dann hat mich die Umsetzung und vor allem der fantastische Schreibstil noch viel mehr begeistert als erwartet, so dass ich es kaum beiseitelegen konnte und an einem Tag weglesen musste.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive beider Frauen, deren Leben große Unterschiede und doch einige Parallelen aufweisen. Eigentlich möchte man Hellen, die Affäre, nicht mögen – so war das zumindest bei mir – aber ihre ehrliche Neugier und Sympathie für Jule machen das ziemlich schwer. Die Darstellung beider Frauen und beider Lebenssituationen wirkt sehr authentisch, so dass es ein Leichtes ist, in ihre Geschichte einzutauchen.
Für mich war „Das leise Platzen unserer Träume“ ein wirkliches Lesehighlight, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte.

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Die Geschichte einer Trennung, die Geschichte, einer Affäre - oder doch die Geschichte von zwei Frauen, die merken, dass sie selbst genug sein können. Ich mochte die beiden Erzählstränge und die unterschiedlichen Erzählstimmen. Jule, die von außen beobachtet wird und Hellen, die sich an Jule wendet. Ein wirklich gut erzählter Roman.

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Dieses Buch hat mich einen Spätsommertag lang begleitet und ich glaube nicht, dass ich es je wieder loslassen kann. Das hier, das ist etwas ganz, ganz Großes. Das hier ist ein Buch, das bleibt.
Eva Lohmann erzählt in „Das leise Platzen unserer Träume“ die Geschichte von Jule, die mit ihrem Mann ein Häuschen in der Natur kauft und vom Landleben träumt. Die Autorin führt in ihrem Roman das weiter, wo so viele Bücher aufhören: Das Paar zieht raus aufs Land, führt dort ein idyllisches Leben und ist glücklich bis an das Ende seiner Tage.
Doch dann bricht die Perspektive und wir erleben eine zweite Sicht der Dinge: Denn die Affäre von Jules Mann, Hellen, lebt mit ihren beiden Kindern in der nahegelegenen Stadt und fühlt mit Jule. Wünscht sich nicht ihr Leben, wünscht sich nicht mal 100 % ihres Geliebten, sondern wünscht sich Verbundenheit mit der Frau, deren Mann sie teilen muss.
Der Text behandelt so viele Themen, die mich derzeit beschäftigen und vielleicht macht auch gerade das für mich den besonderen Zauber dieses Buches aus. Da geht es um unerfüllten Kinderwunsch und die Frage, ob das denn wirklich noch ein Ziel sein kann, wenn die Beziehung krankt und die Verbindung sich nur noch aus Alltag zusammenwebt. Da geht es um ein einfaches Leben auf dem Land und die Frage, ob es denn so viel mehr braucht. Da geht es um Menschen, die die Leben von anderen kommentieren und ein seit Generationen eingeübtes Rollenspiel proben, um die Risse unter ihren Masken zu verdecken.
Was am Ende bleibt, ist die innige Verbindung von Hellen und Jule, ist eine Frauenbekanntschaft, die mich sehr berührt hat, ist die unaufgeregte Art, wie sie miteinander umgehen. Zwischen den beiden Frauen gibt es Fragezeichen, auch mal Wut, aber vor allem gibt es da: tiefes Verständnis.
So viele Sätze habe ich mir lange nicht mehr angestrichen beim Lesen, so sehr habe ich einen Text lange nicht gefühlt. Diese Unaufgeregtheit des Erzählens bei gleichzeitig so hoher atmosphärischer Dichte, gepaart mit nachvollziehbar und menschlich handelnden Protagonist:innen beschreibt für mich schon jetzt das Lesehighlight dieses Herbstes.

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als gebundenes Buch: 22.- Euro, 224 Seiten, erschienen am 31.08.23 in der Julia Eisele Verlags GmbH

als Kindle Ausgabe: 17,99 Euro, 186 Seiten, erschienen am 31.08.23 bei Eisele eBooks

außerdem als Hörbuch bei Audible erhältlich

Ich habe dieses Buch als digitales Leseexemplar vom Eisele Verlag erhalten und bedanke mich auf diesem Wege recht herzlich beim Verlag und bei Netgalley.

Jule und David sind von der Stadt aufs Land gezogen. Jule hat Arbeit auf dem Gutshof im Ort gefunden, David arbeitet weiterhin in der Stadt. Besonders Jule hatte sich das Landleben etwas anders vorgestellt. Beide wollten sie ein Kind und es auf dem Land idyllisch großziehen, doch Jule wird nicht schwanger und nun ist sie schon über 40 und beide haben den Traum vom Kind aufgegeben. An diesem Punkt steigen wir in die Geschichte ein.

Wir erfahren abwechselnd vom innersten Gefühlsleben zweier Frauen. Eine Stimme bekommt Jule von der Autorin und eine zweite Stimme bekommt Hellen. Jules Erzählstrang wird in der 3. Person erzählt, Hellen erzählt in der Ich-Form.

Jule und David leben auf dem Dorf, fühlen sich dort aber nicht zugehörig. David macht das nichts aus, weil er jeden Tag in die Stadt zur Arbeit fahren kann, Jule hingegen hat oft das Gefühl etwas aufgegeben zu haben für nichts, weil sie einfach nicht schwanger wird. So haben sich Jule und David emotional weit voneinander entfernt. Sie haben sich nicht mehr viel zu sagen und auch der Sex ist schon seit einigen Jahren kein Thema mehr zwischen ihnen. Doch keiner von Beiden ist bereit den letzten Schritt der Trennung zu gehen.

Die zweite Stimme im Buch ist die von Hellen. Hellen ist Davids Affaire. Sie ist alleinerziehende Mutter von Zwillingen. Sie kommt gerade so über die Runden, will sich aber nicht wieder ernsthaft binden, weil sie sich nicht noch einmal von einem Mann abhängig machen will. Hellen "kennt" Jule aus Davids Erzählungen und weiß, wie es um die Ehe der Beiden bestellt ist. Jule dagegen weiß zunächst nichts von Hellen.

So erleben wir das leise Sterben der Ehe von Jule und David. Sie wissen Beide schon lange, daß sie nichts mehr verbindet und sie so nicht weitermachen können. Sie haben aber auch Beide nicht den Mut es sich endgültig einzugestehen und die Trennung zu vollziehen. Wie sich die Geschichte am Ende auflöst, wer gewinnt und wer verliert, daß müsst ihr selbst lesen und erfahren.

Mir hat an Jule sehr gut gefallen, daß sie die Schuld für das Scheitern ihrer Ehe auch bei sich sieht und diese nicht nur David zuschiebt. Sie ist auch sehr kritisch mit sich selbst.

David selbst bekommt im Buch zwar keine Stimme doch durch die beiden Frauen erfahren wir genug über David um auch ihn einschätzen zu können. Hier hat mir sehr gut gefallen, dass alle Protagonisten des Buches unheimlich symphatisch sind. Man kann die Beweggründe von allen total nachvollziehen, sie sind verständlich und aus dem echten Leben.

Obwohl der Roman viele Themen beschreibt, wie Fremdgehen des Mannes, ungewollte Kinderlosigkeit, Scheitern von Ehen und Wechsel in ein ganz anderes Leben, fließt er doch seicht plätschernd dahin ohne ganz tiefe Emotionen oder große Dramatik.
Beide Frauen, Jule wie auch Hellen, nehmen die Geschehnisse an, setzen sich mit ihnen auseinander und niemand in dieser Dreiecksbeziehung nimmt ernsthaften Schaden. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es macht das Buch trotz der schwierigen Themen nicht schwermütig.
Mir gefiel der leichte und flüssige Schreibstil. Man fliegt beinahe durch die Seiten.

Ein Buch über starke Frauien aber nicht nur für Frauen. Gut geeignet um sich an Sommerabenden oder am Lieblingsleseplatz festzulesen und auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert. Ich habe das Buch sehr genossen.

4,5*/5*

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Jule hat einst vom perfekten Familienglück geträumt: ein Haus auf dem Land mit einem großen Garten voller Kinder. Das Haus hat sie zwar mit ihrem Mann David zusammen bezogen, aber Kinder sind nicht gekommen – und schleichend hat sich das Paar auseinandergelebt und hat inzwischen nicht mal mehr Sex. Zumindest nicht miteinander: David hat stattdessen nun eine Affäre in der Stadt mit der zweifachen Mutter Hellen, die sehr viel über Jule nachdenkt und ihr hinterherspioniert – zuerst online und dann auch im „richtigen Leben“ …

Meine Meinung
Eva Lohmann erzählt ihren Roman abwechselnd aus Jules und Hellens Sicht. Von Jule hören wir dabei in den entsprechenden Abschnitten aus der dritten Person; Hellen schildert ihren Teil der Geschichte selbst und spricht Jule dabei durchgängig an. Denn Hellen stellt sich viele Fragen und artikuliert das, worüber sich auch viele Leser*innen wundern dürften: Was hält Jule und David überhaupt noch zusammen, wo ihre gemeinsamen Träume doch leise, aber unverkennbar geplatzt sind und neue nicht in Sicht sind? Die Sprachlosigkeit und das „Umeinander-herum-Geeiere“ der beiden wird so spür- und erlebbar, dass es schmerzt.

Mir hat der Wechsel zwischen den beiden Perspektiven sehr gut gefallen, und ich konnte mich gut in beide Frauen hineinversetzen. Hellen ist nicht „die Böse“, die Jule etwas wegnehmen möchte und sich in ihre Ehe drängt, und umgekehrt wird auch Jule nicht ausschließlich als arme Betrogene dargestellt.

Das Konstrukt ist in sich viel komplizierter als eine „übliche“ Dreiecksgeschichte, es geht um die Suche nach Freiheit und Selbstbestimmung, die Frage, wie es dort weitergehen kann und soll, wo eben nicht alles nach Plan verläuft, und nicht zuletzt um eine Bestärkung für Frauen, unabhängig von Beziehungen ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Der Mann spielt hier am Ende nur eine untergeordnete Rolle und stellt zwar die Verbindung zwischen beiden Frauen her, ist aber keinesfalls der Fixpunkt, um den alles kreist, wie es sonst häufig in Geschichten mit ähnlichen Ausgangslagen dargestellt wird.

Eva Lohmann ist eine feine Beobachterin von Gefühlen und leisen Zwischentönen, aber dabei plätschert die Geschichte an keiner Stelle einfach nur so vor sich hin. Mehr als einmal wurden beim Lesen in mir Erinnerungen an „Nebenan“ von Kristine Bilkau wach, ein Roman, den ich im letzten Jahr ebenfalls sehr gern gelesen habe. Ich will gar keine großen Vergleiche anstellen, weil die Geschichten letztlich trotz einer ähnlichen Grundstimmung doch sehr unterschiedlich sind, aber: Leser*innen, denen „Nebenan“ vielleicht etwas zu viel Beobachtung und zu wenig Handlung enthielt, werden „Das leise Platzen unserer Träume“ möglicherweise zugänglicher finden, denn hier passiert auch im Außen mehr.

Ein großartig erzähltes Buch mit einem Ausgang, den ich so nicht vorhergesehen hatte – das rundete die Geschichte perfekt ab und hinterließ einen durchgängig positiven Eindruck.

Fazit
„Das leise Platzen unserer Träume“ kommt, wie der Titel es bereits verheißt, auf leisen Sohlen daher, entwickelt aber trotzdem eine ungeahnte Wucht und traf bei mir voll ins Schwarze. Am Ende hätte die Geschichte vielleicht sogar ein paar Seiten länger sein dürfen – aber nur, weil ich sie so gerne gelesen habe, und nicht etwa, weil ich das Gefühl gehabt hätte, es würde noch etwas fehlen. Große Erzählkunst und eine unwiderstehlich kreierte Stimmung lassen mich eine große Leseempfehlung aussprechen – ich habe hier mit ziemlicher Sicherheit eines meiner Jahreshighlights gelesen.

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Das leise Platzen unserer Träume- Eva Lohmann

Jule und Hellena - Highlight
Eigentlich hatte Jule sich alles so schön vorgestellt. Das Haus auf dem Land mit Naturgarten, die Liebe zu ihrem Mann David, eine große Familie, Bullerbü eben. Doch das Leben scheint andere Pläne zu haben. Kinder sind ausgeblieben, auch nach Jahren tut Jule sich schwer, im Dorf Anschluss zu finden und David hat eine Affäre in der Stadt. Der Titel mit den zerplatzten Träumen trifft hier wie die Faust aufs Auge.
Eva Lohmann hat hier einen grandiosen Roman geschrieben über das Ende einer Liebe, Mutterschaft, ungewollte Kinderlosigkeit und warum es so schwer sein kann, sich von jahrelangen Vorstellungen und Träumen zu lösen und etwas Neues zuzulassen.
Diese Geschichte einer Affäre wird von den beiden Frauen, Jule und Hellena, erzählt. Beide sind sehr offen und sehr sympathisch. Sie gewähren einen tiefen Einblick in langjährige Beziehungen und die schleichenden Veränderungen, die sich beinahe automatisch ergeben. Ich bin mir absolut sicher, dass sich jede Leserin hier an irgendeiner Stelle wiedererkennt.
Es ist ein feministisches Werk. Es geht viel um Frauen und deren Abhängigkeit in Beziehungen. Der gute David kommt nicht selbst zu Wort, wobei auch er sympathisch und als Opfer der Umstände dargestellt wird.
Diese Dreiecksgeschichte wird sehr ruhig und einfühlsam erzählt. Frau Lohmann hat einen einfachen Erzählstil, der mitten ins Herz trifft. Viele Wahrheiten, in denen man die eigene Partnerschaft wiedererkennt. Dabei hat die Autorin großes Verständnis für all ihre Figuren. Es gibt keinen "Schuldigen", nur zerplatzte Träume und möglicherweise Neuanfänge.
Dieser Roman hat mich mit seiner Einfachheit und Authentizität restlos begeistert.
Ein Jahreshighlight. 5 Sterne

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Ein Paar, das sich auseinander gelebt hat, er geht schon lange fremd. Doch trennen können sie sich nicht. Eine alleinerziehende Mutter, die Geliebte, denkt an die Frau, deren Mann in ihrem Bett liegt, spricht mit ihr in Gedanken.

Eva Lohmann gelingt es, den Leser unmittelbar zu involvieren, da er immer in den Gedanken der Protagonistinnen dabei ist. So denkt man lesend mit, fühlt mit, fragt sich, was das mit einem anstellen würde, was man selbst mit einer solchen Situation anstellen würde. Was würde man wissen wollen, was nicht, was könnte man tun, was nicht. Ist es eine Frage der Moral? Gibt es Schuld? Scham? Recht?

Lesend gerät man immer tiefer in die Geschichte hinein, denkt mit, fühlt mit, ist gefangen, kann nicht loslassen. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag.

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Wow. Eine Story, die mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Eine grandiose Erzählweise. Ich fand die Idee große Klasse, dass die Affäre in Gedanken mit der Frau des Mannes spricht. Ich hätte noch ewig weiterlesen können. Eine tolle Geschichte, die mich nicht mehr losgelassen hat.

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„Das leise Platzen unserer Träume“ von Eva Lohmann

#UnbezahlteWerbung #Rezensionsexemplar

Vielen Dank an NetGalley und Eisele Verlag für die Bereitstellung
ET: 31.08.2023
Klappentext: Bild 2/2

Bleiben oder Gehen? Warum es so schwer sein kann, sich von jahrelangen Vorstellungen und Träumen zu lösen und etwas Neues zuzulassen, beschreibt Eva Lohmann sehr beeindruckend. Wir erfahren abwechselnd vom innersten Gefühlsleben zweier Frauen. Eine Stimme bekommt Hellen – die Affäre – in der Ich-Form und eine Stimme bekommt Jule – in der 3. Person erzählt. Die Darstellung beider Frauen und beider Lebenssituationen wirkt sehr authentisch, so dass es ein Leichtes ist, in ihre Geschichte einzutauchen.
Jule hat ihr Leben lang von einem Haus im Grünen geträumt, in dem glückliche Kinder im Garten toben, gemeinsam mit ihrem Ehemann David. Doch das Leben scheint andere Pläne zu haben. Kinder stellen sich nicht ein, dafür beginnt David eine Affäre mit der alleinerziehenden Hellen, die in der Stadt mit zwei Kindern lebt. So zerplatzen langsam und leise die Träume… Wie kann das Zusammenleben gelingen, wenn die Lebenswirklichkeit dazwischen kommt? Wie kann ein Abschied und eine Akzeptanz von verstrichenen Möglichkeiten gelingen? Jule und David wissen schon lange, dass sie nichts mehr verbindet und sie so nicht weitermachen können. Von der Affäre weiß Jule nichts. Viele Anzeichen einer Affäre realisiert Jule nicht. Dafür klammert sie sich zu fest an ihren Traum. Beide wollen sich nicht eingestehen, dass die Ehe am Ende ist und haben nicht den Mut für eine Trennung. Gespräche darüber werden gekonnt vermieden. Diese Stimmung des Ausharrens in einer toten Beziehung und einem erstarrten Leben fängt die Autorin wunderbar ein.

Die Geschichte hat mich von Anfang an abgeholt. Mit ihrem wunderbaren, einfühlsamen Schreibstil, hat es die Autorin geschafft mir die Personen und ihre Gefühlswelten näher zu bringen. Ich habe mit Jule mitgefiebert und gehofft. Die Sicht von Hellen fand ich sehr interessant, auch wenn sie mir zu Beginn nicht wirklich sympathisch war. David möchte ich auch sehr, auch wenn er Jule betrogen hat.

Eine angenehme, ruhige und leise Lektüre. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen.

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Das Buch ist viel zu kurz!
Ich hätte noch hunderte Seiten darin baden können.
Die Erzählperspektive finde ich besonders spannend:
Sie wechselt ständig zwischen Jule und Hannah hinterher. Der Perspektivwechsel schützt uns Leser vor übereilter Verurteilung und macht uns emphatischer. Ganz wunderbar. So wird die klassische Täter- Opferrolle aufgebrochen und jeder als ganzer fehlbarer Mensch dargestellt.
Jule ist mit David verheiratet, für die Familiengründung aufs Land gezogen und ungewollt kinderlos geblieben.
Hannah ist die Affäre von David. Zweifache Mutter und alleinerziehend in einer finanziell prekären Situation.
Anfangs hat Jule keine Ahnung von Davids Affäre. Sie leidet unter der zunehmenden Entfremdung zu ihrem Mann. Schön sind ihre Gedanken, wie sie versucht bei sich selber zu bleiben und sich ein eigenes kleines Landleben aufzubauen, indem sie in einem alten Gutshaus bei Veranstaltungen catert.
Dann tritt Hannah in Jules Leben, indem sie erst anonym Kontakt mit ihr aufnimmt - aber schnell sind die Verhältnisse geklärt und es kommt zu Spannungen in der Dreiecksbeziehung.
Denn Hannah und Jule nähern sich an. Leise wächst Verständnis und später sogar...
ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen.
Es ist ein schönes und so ehrliches Buch. Es zeigt mir, wie wichtig es ist, sich selber gegenüber ehrlich zu sein. Sich nicht immer mit anderen zu vergleichen. Und den Blick auf sich zu wenden.
Sehr empfehlenswerte Literatur.

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Zwei Frauen, ein Mann.
Aus Sicht der beiden Frauen wird der Roman erzählt: Da ist auf der einen Seite Jule, die mit David verheiratet und aufs Land gezogen ist (der große Traum), auf der anderen Seite Hellen, seit Kurzem Davids Affäre in der Stadt. Während Hellen weiß, dass sie die "Nebenfrau" ist, hat Jule lange keine Ahnung, dass David nicht mehr ihr allein "gehört".
Hellens Erzählparts sprechen Jule direkt an, diese Teile lesen sich wie ein Brief an die Ehefrau; bei Jules Kapiteln berichtet der Erzähler über den Alltag des Pärchens, das einst auf dem Land am Ziel seiner Träume war, jetzt aber irgendwie in einer Sackgasse angekommen ist ...
Ein wunderschönes Cover, ein bewegender Inhalt, der vom Loslassen erzählt, vom Sich-wiederfinden, von Neuanfängen und von Wegen, sich neu zu erfinden.

Ein tolles Buch, das mir richtig gut gefallen hat.

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Ich bin verliebt in dieses Buch

Seitdem sich Julia Eisele mit ihrem Verlag selbstständig gemacht hat, bin ich ein Fan von ihren ausgewählten Büchern. Leider schaffe ich es als Buchhändlerin aber nicht, all die tollen Bücher, die sie für uns auswählt, zu lesen. Aber ich gucke immer wieder gerne, was erscheint und picke mir das eine oder andere heraus. Manche möchte ich zwar auch gerne lesen, aber für sie fehlt mir schlicht die Zeit. Sie landen dann auf dem SuB (Stapel ungelesener Bücher).

Das neue Buch von Eva Lohmann hat es aber geschafft. Es wurde von mir mit Begeisterung gelesen. Als ich es im Katalog entdeckt habe, ist es mir sofort auf Grund des Covers, welches ich sehr schön finde, aufgefallen. Den Titel fand ich erst einmal merkwürdig, aber nach der Lektüre des Romans sehr stimmig. Und dass Eva Lohmann vor Jahren bereits ein sehr erfolgreiches Buch – „Acht Wochen verrückt“, erschienen 2011 – geschrieben hatte, habe ich erst gemerkt, als ich ihre Vita gelesen hatte. „Acht Wochen verrückt“ ist auch eins der Bücher, die noch auf den SuB schlummern.

Nun zu diesem Buch: Der Klappentext ist einerseits stimmig, aber bei mir erweckt er ein mulmiges Gefühl. „Du weißt nicht von Hellen und nicht von ihren Fragen. Noch nicht. Noch sitzt du da, in deinem hübschen Garten, und überlegst, ob das, was du hast, vielleicht doch reichen könnte, um glücklich zu sein.“ So steht es im Klappentext. Und bei mir hat dies die Assoziation geweckt, dass Hellen Jule vielleicht stalken würde. Dass sich das Buch zu einem Psychothriller entwickeln würde. Aber so ist es überhaupt nicht.

Eva Lohmann erzählt immer abwechselnd aus den Perspektiven Jules und Hellens. Jules Geschichte wird in der dritten Person erzählt, Hellen erzählt ihre Geschichte selbst in der Ich-Form. Es ist von vorneherein klar, dass Hellen ein Verhältnis mit Jules Ehemann David hat. Und das David verheiratet ist, hat er auch nie verschwiegen. Er erzählt Hellen sogar regelmäßig von seiner Frau. Hellen und David haben eine Affäre, aber mehr soll es auch bitte schön nicht werden. Und doch interessiert sich Hellen sehr für Jule. Sie hat das Gefühl, dass sie und Jule hätten Freundinnen werden können, wenn sie sich unter anderen Umständen kennengelernt hätten. Und sie überlegt, warum Jule und David an ihrer Ehe festhalten, die doch offensichtlich schon ihr Haltbarkeitsdatum überschritten hat. Die Ehe ist schal geworden. Die beiden leben ohne große Emotionsschwankungen nebeneinanderher.

Jules Geschichte wird etwas ausführlicher erzählt. Wie waren die Träume von David und ihr? Warum sind sie aufs Land gezogen? Warum hat es mit den Kindern nicht geklappt? Und warum haben sie es danach nicht geschafft, ihrer Ehe ein anderes Ziel zu geben oder aber sich zu trennen? Ist es immer noch Liebe? Freundschaft? Finanzielle Abhängigkeit? Oder einfach Trägheit?
Mir hat dieser Roman ausgesprochen gut gefallen. Ich mag beide Frauen sehr. Und ich finde es ausgesprochen interessant, wie Eva Lohmann ihre Geschichte aufbaut. Jule hat sich mit ihrem Leben arrangiert. Allerdings ist sie noch nicht richtig auf dem Land angekommen. Sie hat sich dadurch zwei Persönlichkeiten geschaffen, die unterschiedlich reagieren – die Stadt-Jule und die Land-Jule. Eigentlich hat man beim Lesen das Gefühl, dass sie gar nichts vermisst. Hellen hat sich nach einer gescheiterten Ehe ebenfalls in ihrem Leben mit zwei kleinen Kindern eingerichtet. Und sie ist mit dem Arrangement mit David zufrieden. Mehr möchte sie gar nicht. Und doch forciert sie es, dass die beiden Frauen aufeinandertreffen. Natürlich ist anhand des Klappentextes klar, dass auch Jule irgendwann bewusstwird, dass ihr Mann eine Beziehung mit Hellen hat. Dies bringt ihr sorgsames Gerüst der noch existierenden Beziehung ins Wanken. Was wird die Zukunft für sie bringen? Wird Hellen ihren Platz auf dem Land einnehmen? Werden endlich Kinder in dem Garten toben? Was soll sie machen? Irgendwann wird ihr klar, dass ihre gemeinsamen Träume mit David langsam und leise geplatzt sind und sie eine Entscheidung treffen muss.

Mich hat dieses Buch zum Nachdenken gebracht. Jede und jeder, die/der in einer eigentlich auf Dauer angelegten Beziehung lebt, kommt irgendwann einmal an den Punkt, wo sie/er darüber nachdenkt, ob dies noch die Beziehung ist, die man sich am Anfang erträumt hat. Sind die Träume ebenfalls langsam geplatzt? Hat man neue gemeinsame Träume oder Ziele gefunden? Wie wichtig ist Sex für eine stabile Beziehung? Darf sich ein Partner Sex außerhalb holen? Und sollte dies im Einverständnis passieren? Und wenn ja, möchte es die „betrogene Person“ wissen oder lieber nicht? Oder ist die Beziehung dann gescheitert? Kann man eine glückliche Beziehung führen, wenn man eigentlich nur noch eine tiefe Freundschaft füreinander empfindet? Oder macht man sich dann etwas vor?

Eva Lohmann hat ihre beiden Protagonistinnen diese Fragen jede für sich beantworten lassen. David hatte letztendlich kein Mitspracherecht. Und mir hat das Ergebnis gut gefallen! Ein wirklich tolles Buch!

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Mit diesem Buch ist in meinen Augen etwas ganz außergewöhnliches und besonderes gelungen. Man entwickelt Sympathie für beide der Frauen. Denn der Perspektivenwechsel zwischen den Kapiteln bringt einen den beiden Frauen unfassbar nahe und lässt aus beiden Richtungen mitfühlen.
Diese Lektüre hat mir etwas vor Augen geführt und zwar, dass man sich sehr oft, sehr einseitige Meinungen bildet. Sich einem Thema von mehreren Seiten und Blickwinkeln zu nähern schadet meist nicht und das ist Eva Lohmann in Ihrem sehr leisen aber umso einprägsameren Roman definitiv gelungen!

Was ist Glück? Finden wir es wirklich, wenn wir unsere ToDo-Liste für unser Leben, wie wir es uns irgendwann einmal für uns ausgemalt haben, abgehakt haben? Und was tun wir, wenn uns zwischen diesen ganzen abzuhakenden Punkten etwas in die Queere kommt, das sich das Leben selbst nennt?
Dieses Buch liefert meiner Meinung nach zumindest mal eine der doch vielen möglichen Antworten auf diese Fragen.

Klare Empfehlung! Vor allem, wenn Ihr euch mit einer Protagonistin identifizieren könnt die alterstechnisch mit Anfang/Mitte 30 schon etwas mehr im Leben steht. Mir hats sehr, sehr gut gefallen.

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Eine leise erzählte Geschichte über das "Platzen der Träume". Toll erzählt durch die Kaptitelaufteilung und die Sicht von Hellen, die soviel Einblick in die Beziehung von Jule und David hat. Ich fand es gut, dass David nicht zum Zug kam, irgendwas zur Geschichte beizutragen. Das Ende fand ich schlüssig und nachvollziehbar. Ein tolles Buch für Frauen in der Mitte ihres Lebens.

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Jule und ihr Mann David sind von der Stadt aufs Dorf gezogen, doch das Leben dort ist anders als erwartet. Das gewünschte Kind ist ausgeblieben und die beiden haben sich auseinander gelebt. David hat eine Affäre mit der alleinerziehenden Hellen. Die Geschichte wird nun abwechselnd aus ihrer und aus Jules Sicht wird erzählt.

Es ist - wie der gelungene Titel schon vermuten lässt - ein leises, unaufgeregtes Buch und konnte mich dennoch sehr berühren. Sowohl Jule als auch Hellen sind starke, lebensechte Frauenfiguren mit realen Problemen und Sorgen, mit echten Stärken und Schwächen. Die Gründe für ihr Handeln (oder Nicht-Handeln) waren stets nachvollziehbar. Es war nicht schwer, mit ihnen mitzufühlen. Mit vielen der angesprochenen Themen konnte ich mich gut identifizieren. Es geht um Land- versus Stadtleben, langjährige Beziehungen, Kinderwunsch, Mutterschaft, sich verändernde Freundschaften und nicht zuletzt das Loslassen. Es wäre leicht gewesen, in Klischees abzudriften, aber Eva Lohmann vermeidet dies zum Glück.

Was ich persönlich in Büchern immer gerne mag, sind Einblicke in die Berufe der Protagnonist:innen. Man verbringt nun einmal in der Regel viel Zeit im Job und es macht mir Spaß, mir alternative Werdegänge und Lebensweisen für mich vorzustellen. Hier fand ich das sehr gelungen. Sowohl Jule, die Köchin, als auch Hellen, die Influencerin, teilen Momente aus ihrem beruflichen Alltag mit den Lesenden.

Insgesamt eine große Leseempfehlung für diesen leisen, aber nachhallenden Roman. Ich habe Jule und Hellen sehr gerne auf ihrem Weg ein Stück begleitet.

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Jule und Hellen sind bei Anfang vierzig. Jule lebt mit ihrem Mann David auf dem Land, wohin beide gezogen sind, als der gemeinsame Kinderwunsch ausgeblieben ist. In ihrer Beziehung könnte es besser laufen, Jule und David haben sich auseinandergelebt. Hellen dagegen ist geschieden und lebt mit ihren Zwillingen in der Stadt. Auch ihr Leben war lange von einem unerfüllten Kinderwunsch geprägt, bis eine künstliche Befruchtung doch das erhoffte Glück brachte. Was die beiden Frauen verbindet ist David: er und Hellen haben eine Affäre.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Frauen erzählt. Hellen wendet sich dabei in Gedanken an Jule und spricht diese direkt an. Durch dieses - wie ich finde sehr gelungene - Stilmittel erfahren wir sehr viel genauer, wie es ihr geht, als wenn eine andere Erzählperspektive eingenommen würde. Man kann ihr in ihrer Rolle als die andere Frau auch noch nicht einmal böse sehr, so sehr wird hier alles reflektiert. Auch Jule ist sich ihrer Lage sehr wohl bewusst. Ihre Gedanken nachzuvollziehen war ebenfalls sehr spannend Im Laufe der Handlung entwickeln sich einige unerwartete Dynamiken, die ich jetzt hier nicht vorweg nehmen möchte. Ich habe auch lange überlegt, wie ich denn das Ende nun finde. Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass ich es mag. Eine perfekte Lösung hätte es nicht gegeben, die gefundene scheint mir von allen durchdachten mit die beste zu sein.
Mein einziges kleines Manko an der Geschichte ist, dass es das Landleben in meinen Augen doch ein wenig zu romantisch darstellt und auch Jules Job als Caterer/Köchin ein bisschen zu klischeemäßig ist. Gleiches gilt für Hellens Instagram-Dasein. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie zumindest in Teilzeit noch einen normalen Job hätte.
Ansonsten ist das Buch ein schöner kleiner Snack für zwischendurch, der auf wirklich interessante Weise die zwei Seiten einer Affäre aufzeigt (und die Leser*innen zum Glück mit Davids Gedanken verschont).

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Eva Lohmann erzählt von Jule, die zusammen mit ihrem Ehemann David im erträumten Haus auf dem Land lebt. Und sie lässt Hellen erzählen, die eine Affäre mit David hat. Hellen spricht Jule dabei direkt an. Die ungewöhnliche Du-Perspektive und die Beobachtungsgabe der Autorin bewirken, dass wir Lesenden ganz nah an den Protagonistinnen sind. Lohmann zeichnet nach, wie einzelne Bemerkungen oder sich einschleichende Gewohnheiten in Beziehungen etwas verrücken können und wie Gewissheiten und Träume – was für ein Titel! – leise platzen können.
Dabei erzählt die Autorin mit leichtem, nahbarem Ton von zahlreichen relevanten Themen: Von Eltern- und Mutterschaft, von Geld und sozialer Schicht, von Stadt- und Landmenschen und von der Arbeit, die hinter der Selbstermächtigung der Protagonistinnen steckt. Ein Buch, das ich schlicht und einfach sehr gerne gelesen habe.

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Ein überraschendes Buch , das leise daher kommt und so vieles in sich trägt. Klug, authentisch und wunderbar geschrieben ist es ein richtiges Lesehighlight.
Auch platzende Träume können sich erfüllen, wenn auch anders als geplant, man muss es nur wahrnehmen.

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In dieses Buch bin ich sehr schnell eingetaucht. Die Sprache ist nicht unnötig kompliziert, sondern zieht schnell in Bann Eine Erzählung über zwischenmenschliche Beziehungen und das scheitern von Beziehungen die anregt über die eigenen Beziehungen und Verhaltensmuster nachzugrübeln

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Selten empfand ich Titel und Cover so passend zu einem Roman, wie es hier der Fall ist. Eva Lohmann beschreibt in ihrem Roman "Das leise Platzen unserer Träume" das Ende einer Ehe. Dabei wird sehr einfühlsam dargestellt, dass es dafür nicht immer einen lauten Knall benötigt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Jule und ihr Mann sowie dessen Affäre Hellen. Jule und David ziehen aus der hektischen Stadt hinaus aufs Land, um dort ihren Traum eines Bilderbuch-Familienlebens zu verwirklichen. Während Jule sich beruflich als Köchin im nahe gelegenen Guthaus verwirklicht, pendelt David weiterhin in die Stadt, um dort seiner Tätigkeit als Arzt nachzugehen. Gemeinsam renovieren sie mit viel Liebe ein altes Haus mit Garten und wünschten sich Kinder, um dieses mit Leben zu füllen. Mit der Nichterfüllung dieses Wunsches dreht auch die Liebe des Ehepaares ihre letzte Runde, beide wagen aber den finalen Schritt zur Trennung nicht.
David beginnt in der Stadt eine Affäre mit Helen. Sie ist Mutter von Zwillingen, wünscht sich keine feste Beziehung mehr in ihrem Leben und verkörpert im Roman charakterlich und ihren Lebensumständen entsprechend Jules Gegenteil.

Besonders interessant an dieser Geschichte ist für mich die Darstellung der beiden Protagonistinnen. Der Großteil des Romans dreht sich um Jule, Davids Ehefrau. Ihr Beruf, ihre Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte werden aus der Sicht eines personalen Erzählers geschildert. Hellen, Davids Affäre, wendet sich hingegen als Ich-Erzählerin direkt an den Leser oder an Jule.
In diesem Roman wird die "andere Frau" nicht verteufelt. Sehr oft werden Frauen wie Hellen dahingehend beschrieben, dass sie den gut verdienenden Ehemann einer anderen Frau für sich gewinnen wollen, um finanziell abgesichert zu sein. Auch Hellen könnte diese Unterstützung für sich und ihre Familie gebrauchen, verdient sie sich doch ihren Lebensunterhalt als Influencerin und kommt damit gerade so über die Runden. Hellen ist aber anders. Sie möchte um keinen Preis mehr von einem Mann abhängig sein, gar heiraten. Im Roman wendet sie sich in ihren Gedanken auch direkt an Jule, fühlt sogar mit ihr mit und würde sie gerne bestärken, sich aus ihrer unglücklichen Ehe zu befreien - dies tut sie tatsächlich ohne Hintergedanken.

Sehr positiv fühlt sich für mich die parteilose Darstellung aller Protagonisten an. Niemand wird verurteilt, alle Handlungsweisen sind nachvollziehbar, gar fühlbar.
Gerade aus diesem Grund hat mich der Roman total gepackt. Ohne wirklichen Höhepunkt war er trotzdem der absolute Page-Turner und ich konnte ihn kaum aus der Hand legen, um zu erfahren, ob alle Figuren ihr Glück finden werden.
Dieser Roman geht mit seiner Unaufgeregtheit ans Herz.
Die Beklemmung innerhalb der Ehe ist fühlbar, gerade dadurch, dass Hellen diese beim Namen nennt.
In diesem Roman werden einige platzende Träume gezeigt. Größere und kleinere. Da wahrscheinlich viele von uns dieses Gefühl in irgendeiner Form kennenlernen mussten, fällt eine Identifizierung nicht schwer.

Das Cover des Romans greift ganz schlicht die ländliche Idylle als Handlungsort auf. Auch in Jules Garten finden sich Obstbäume. Für mich symbolisiert das Cover die Ruhe und Geborgenheit des Landlebens.

Ich empfehle dieses Werk unbedingt weiter.

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Zwei starke Frauen, ein Mann. Das klassische Beziehungsthema. Allerdings freunden sich in diesem Roman die beiden Frauen - Ehefrau und Geliebte - an.

Ein wunderbares Buch über Beziehung, Frauenfreundschaft, Selbstvertrauen.

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