Ohne mich

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Erscheinungstermin 22.02.2023 | Archivierungsdatum 20.02.2023

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Zum Inhalt

Mitte 20, geschieden und gescheitert? Wie geht es weiter, wenn eigentlich nichts mehr im Leben zusammenpasst?


Sie ist Mitte zwanzig, gerade fertig mit dem Studium und genauso frisch verheiratet wie getrennt. Was tun, nachdem eine erste große Liebe krachend gescheitert ist? Die Erzählerin von Esther Schüttpelz’ Roman sucht. Nach dem Grund für die Trennung. Nach einem Plan für die Zukunft. Nach Freundschaft und nach Nähe und Rausch und Vergessen. Scharfzüngig, verletzlich und komisch erzählt sie von einem Jahr des Danach und Dazwischen, von der Sehnsucht nach Verbundenheit in einer distanzierten Welt.

Mitte 20, geschieden und gescheitert? Wie geht es weiter, wenn eigentlich nichts mehr im Leben zusammenpasst?


Sie ist Mitte zwanzig, gerade fertig mit dem Studium und genauso frisch verheiratet wie...


Marketing-Plan

  • Werbung in Buchhandelskatalogen
  • Autorin auf der Leipziger Buchmesse
  • Newsletter-Marketing im Umfeld junger Frauenzeitschriften/Communities
  • Microsite im Buchtrailer
  • Lesung mit Musik
  • Live-Talk mit der Autorin auf Zoom am 8. Februar 2023


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  • Autorin auf der Leipziger Buchmesse
  • Newsletter-Marketing im Umfeld junger Frauenzeitschriften/Communities
  • Microsite im Buchtrailer
  • Lesung mit Musik
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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257072334
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 208

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Das Debüt von Esther Schüttpelz hat mich sehr berührt! Eine junge Jurastudentin in ihren besten Jahren, in einer der wahrscheinlich besten Zeiten ihres Lebens - ihrer Studienzeit...berichtet von ihrer großen Liebe und der Trennung von dieser. Viel zu überstürzt heiratet sie ihren namelosen "Ehemann" - nur ein Jahr später ist alles vorbei. Die junge Frau macht weiter, denn das Leben geht ja auch bekanntlich weiter. Wir, die Leser*Innen dürfen sie dabei begleiten, bei ihrem Weitermachen ....lesen ihrer Erinnerungen, nehmen Teil an ihrer Gegenwart, ihren Gedanken und versuchen wie sie selbst zu verstehen, wie alles bloß soweit kommen konnte - und dabei werden wir getragen von all ihrem Gefühlschaos, welches man eben dann so hat, nach so einer Trennung. Lesen von Hoffnung, spüren ihre Zweifel und verstehen auch bur allzu gut die Verweiflung und all die verzeilten Taten (zuviel Alkohol) die dieser zu Grunde liegen, sehen das kleine Glück, aber auch den Schmerz der immer auch damit verbunden zu sein scheint. Ein Buch über ein Gefühl was wohl jeder kennt...über Liebe und vom Schmerz der Liebe, übers Erwachsenwerden, über Freundschaft. Vielleicht eher für junge Leute (20-30) - aber vielleicht auch für all jene die sich nur allzugut an diese Zeiten erinnern (oder erinnern wollen) ...Tolles Buch!

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Atemlos, witzig und gleichzeitig nachdenklich. Ich konnte nicht mehr aufhören und musste wissen, wie es weitergeht und endet. Leider war es viel zu schnell vorbei. Teils hat es mich an die schräge, aber wunderbare Leichtigkeit von Bridget Jones erinnert. Manche Formulierungen zwischendurch wollte ich mir fast notieren, weil die Bilder, die sie zeichnete so einmalig waren. Definitve Leseempfehlung für dieses wunderbare und erfrischend neue Debüt. Mehr von ihr!

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Eine wahnsinnig tolle Sprache!
Ich bin von Seite zu Seite geflogen, konnte bzw. wollte aufgrund des (flotten) Sprach-/Schreibstils das Buch fast gar nicht zur Seite legen, sondern in einem Rutsch durchlesen.
Mich hat die Erzählerin sehr beschäftigt. Auch wenn man ihren Namen nicht erfährt, also trotz der von ihr geschilderten Gedanken und Gefühle eine Distanz bewahrt, habe ich mit ihr gefühlt, wollte, dass sie ihren Weg findet.
Sie durchläuft keine großen Entwicklung im Buch, erst ganz am Ende schimmert ein wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auch wenn es nicht gewiss ist - Hoffnung, die man das ganze Buch über immer mal wieder gefühlt, aber dann wieder verloren hat, wenn sie wieder und immer wieder in ein weiteres Loch gefallen ist.
Der Plottwist, dass nicht SIE Ihren Mann verlassen hat, sondern diejenige war, die VERLASSEN wurde, hat mich erschüttert, war SIE doch immer die dominante, toughe Frau.
Ein unfassbares Buch, das ich mit Freude gelesen habe und mit noch mehr Freude verkaufen werde.
Ich freue mich auf mehr Literatur von Esther Schüttpelz!

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Dieses Buch war für mich außergewöhnlich! Eine Mischung aus Tagebuch und Erzählung. Von Anfang an ist da diese Distanz der Protagonistin zu ihrer Umgebung und zu sich selbst, aber gleichzeitig auch eine extreme Nähe sich selbst und ihrem derzeitigen Leben gegenüber. Der Blick ist immer ungeschönt, ständig auf der Suche nach dem Leben, der Liebe und sich selbst.
Der atemlose Schreibstil hat mich aber ehrlicherweise oft überfordert und mich beim Lesen sehr unruhig gestimmt und auch der Protagonistin hätte ich Ruhe und eine Pause gewünscht. So bleibt eine Entwicklung des Charakters irgendwie auf der Strecke. Vielleicht ist genau das aber die eigentliche Message des Buches: endlich anhalten und durchatmen und dann in sich selbst fühlen. Nur so kann man irgendwie zum eigenen Glück finden oder sich auf den richtigen Weg begeben.

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Mit dem Roman "Ohne Mich" liefert Esther Schüttpelz eine Art "Tagebuch einer Trennung". Das Cover ist hübsch und etwas verschnörkelt – genauso wie die Sprache der Autorin. Einfühlend schreibt sie aus der Sicht der Protagonistin über das Chaos ihres Lebens. Sie ist jung, am Ende des Studiums, die Gesellschaft vermeintlich voller Erwartungen an ihr Leben. Doch sie ist frisch geschieden, ohne Plan für die Zukunft und ziemlich mit sich selbst beschäftigt. Als Leser:in wird man für ein Jahr lang auf die Reise mitgenommen. Dabei wohnt ihr und dem frisch getrennten EHEMANN eine Anonymität inne, während andere Protagonist:innen nahbarer und mit Namen erscheinen. Eine seltsame Distanz, die die Protagonistin auch zu sich selbst und ihrem Ex-EHEMANN verspürt? Die Gefühle wirken authentisch und zeigen trotz all den Stürmen, dass es immer irgendwie weitergeht. Leseempfehlung.

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Unsere Heldin, Mitte zwanzig, Jurastudentin, selbst ernannter Tollpatsch, hat wohl noch nicht so den rechten Plan für ihre Zukunft. Vom Ehemann fast geschieden, vielleicht (oder auch nicht) frisch verliebt, stolpert sie kurz vor dem Staatsexamen durchs Leben und durch die Kneipen. Und doch fällt es ihr immer wieder schwer, die Distanz zur Umgebung und sich selbst zu überwinden. Doch dies ist keine humorlose Erzählung: Im Gegenteil. Unsere Protagonistin, die übrigens im Buch keinen Namen hat, trägt soviel Humor in sich, dass (fast) jede Zeile nur so von "Spaß am Leben" sprüht.
Der Autorin Esther Schüttpelz ist etwas besonderes gelungen. Eine humorvolle, lebhafte Erzählung, die ganz ohne wörtliche Rede auskommt.
Ich habe mit unserer Heldin gelacht und gelitten. Manches Mal hätte ich ihr gerne zur Seite gestanden. Selten habe ich mich über ein versöhnliches Ende so gefreut.
Eine kleine, feine Lebensgeschichte über eine liebenswerte junge Frau.

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An diesem Buch hat mich die Kombination aus Artwork auf dem Cover und Titel sofort neugierig gemacht. Der Klappentext las sich interessant, modern, aktuell. Dies ist das Debüt von Autorin Esther Schüttpelz. Die namenlose Protagonistin erzählt schonungslos von einem Jahr der Selbstfindung - des Zweifels, der Nicht-Wissens, des Trotzdem-Weitermachens, des Suchens und vielleicht sogar des Findens. Der Ehemann - und auch sonst vieles - seltsam entfernt, immer wieder schafft es die Autorin eine gewissen Distanz zu Themen zu gestalten, ein gelungenes Stilmittel. Dabei wirkt die geschaffene Kulisse sehr real, könnte mitten aus dem Leben gegriffen sein. Das gefällt mir sehr. Der Schreibstil ist zuweilen sehr direkt, sehr forsch und das Tempo mitunter sehr zügig. All das passt jedoch gut ins Gesamtsetting, in eine schnellebige Welt, in der die Protagonistin lebt.
Der angenehme Stil des Buches lässt sich sehr leicht lesen, auch, weil das Buch thematisch häufig oberflächlich bleibt - an einigen Stellen gibt es jedoch auch den nötigen Tiefgang. Die Zügigkeit der Erzählung spiegelt womöglich die Rastlosigkeit der Protagonistin wieder, lässt mich als Leserin jedoch auch rastlos zurück.
Insgesamt ist dies ein gelungenes Debüt, ich bin gespannt auf weitere Werke der Autorin!

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Gerade erst hatten sie ihre Hochzeit gefeiert und jetzt schon trennen sich ihre Wege. Die namenlose Erzählerin hängt fest im juristischen Referendariat in Münster, das sie nicht im Geringsten interessiert. Der Ehemann hat sein Studium auch endlich beendet und zieht nach Berlin. Mit Mitte zwanzig in der Mid-Life Crisis - Alkohol, Partys, Koks: nichts kann wirklich über die Frustration und die Leere und Sinnlosigkeit hinweghelfen, die die Erzählerin in sich spürt. Wenn man gerade ins Leben starten will und plötzlich vor einem Scherbenhaufen steht, wie soll man damit umgehen?

Esther Schüttpelz hat in ihrem Roman „Ohne mich“ viele autobiografische Elemente verarbeitet und eine Protagonistin erschaffen, die typisch für ihre Generation in ihrer Zeit ist. Man folgt ihrem Gedankenfluss und durchlebt mit ihr Wochen und Monate der Sinnsuche, die auf äußere Impulse angewiesen ist, da aus der Protagonistin heraus kaum mehr eine Entwicklung beginnen kann. Es ist ein sehr persönliches Leiden, dass von der Außenwelt kaum wahrgenommen wird, da sie weiterhin noch funktioniert, obwohl innerlich die Leere immer mehr Raum einnimmt.

Die Erzählperspektive macht es leicht sich in die Erzählerin einzufinden. Sie bleibt namenlos, könnte also jede sein und einige ihrer Gedanken sind sicher jedem Leser bekannt. Motiviert ist sie in ihr Studium gestartet, wollte Karriere machen und sich ein schönes Leben einrichten. Doch dann haben irgendwann die Ziele ihren Sinn verloren. Mit dem Ende der Ehe kommt die vollständige Sinnlosigkeit über sie. Es folgt das tiefe Loch, das nur noch minimales Funktionieren erlaubt.

Es ist keine pathologische Depression, die sie durchlebt, sondern eine Phase der Orientierungslosigkeit, in der sich Fixpunkte auflösen und die Halt gebenden Parameter des Lebens plötzlich fehlen. Was zuvor noch gewiss und leitend war, wird infrage gestellt und durch ein suchendes Hin und Her abgelöst.

Man fragt sich, ob das Empfinden der Erzählerin symptomatisch für eine Generation, eine Lebensphase oder doch mehr eine individuelle Erfahrung ist. Zeiten des Umbruchs, die mit einer gewissen Desorientierung einhergehen, sind menschlich, das Ausmaß jedoch verschieden. Es mag unserer Leistungsgesellschaft geschuldet sein, die durch den schönen Schein der Social Media Kanäle, auf denen sich jeder im besten und glücklichsten Licht darstellt, nochmals in den Erwartungen an das eigene Leben im Vergleich zu anderen intensiviert wurde. Im Umkehrschluss reißt es jedoch auch die Fragen auf: nehmen wir das Empfinden unser Mitmenschen, ja unserer besten Freunde überhaupt noch wahr und wie viel Schein tut uns allen eigentlich gut?

Ein Roman seiner Zeit, der zwar ein versöhnliches Ende bietet, jedoch durchaus wichtige Fragen anreißt.

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Ein überaus interessantes Debüt.

Die junge Ich-Erzählerin schildert in tagebuchartigem Ton ihr Jahr der Trennung vom Ehemann nach nur 1 Jahr Ehe mit Anfang 20. Waren Beide schon reif für die Ehe? Studium, ein Platz im Leben finden und Abfeiern mit Freunden bestimmen den Alltag und dann das große Nichts - Schmerz - Orientierungslosigkeit. Wie die Tage nun füllen? Die Protagonistin distanziert sich von Allem und Jedem bis sie am Ende der Geschichte feststellen muss, das Verdrängen keine Lösung ist.

Sprachlich: flott, fast schon spartanisch.

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"Ich will keine Hilfe, ich habe keine Zeit, denke ich sofort. Ich brauche keine Hilfe, sage ich zu Mama."

Das Buch ist kurz, aber schafft es trotzdem Eindruck zu hinterlassen.
Eine Frau Mitte 20 zeigt ihr Leben, was aus den Fugen gerät, in einem Strudel von Gefühlen und Zweifel verloren geht. Innerlich zerrissen versucht sie trotzdem weiterzugehen. Dabei jammert sie nicht. Sie klammert auch nicht.
Es ist ein Werk, was die heutige Generation klar und deutlich zeigt und wie jemand junges mit großen Umbrüchen umgeht. Zwischendurch kam es mir zwar etwas wiederholend vor, aber das Ende hat mich dann wieder zufrieden gestimmt.

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„Auf eine Art hatte der Ehemann sehr gut zu mir gepasst. Leider war es genau die Art, mit der man sich in die Scheiße reitet.“

Von einer jungen Frau, die eine Trennung erlebt und die Hauptrolle im eigenen Leben verliert. Esther Schüttelpelz ist mit „Ohne mich“ ein grandiosen Debüt gelungen. Brutal ehrlich beschreibt sie das Lebensgefühl der Mittzwanziger. Die namenlose Protagonistin hat eine Trennung vom „Ehemann“, wie sie ihn immer nennt, hinter sich. Eine zunächst einvernehmlich wahrgenommene Entscheidung stürzt sie bald in eine tiefe Krise. Alle außer ihr scheinen ihr Leben im Griff zu haben. Das Buch entwickelt schnell eine Sogwirkung und bald zweifelt der:die Leser:in mit am Jurastudium, der Freundesgruppe, der Protagonistin und der jungen Hochzeit.
Ein Buch, dass die Spannung zwischen Verbundenheit und Distanz grandios meistert.

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Ohne mich ist ein Buch, dass die Lesenden spalten wird. Ich kann mir alle Meinungen zwischen Hä, wie öde und Wow, was ein Meisterwerrk vorstellen und irgendwo kann ich sie alle verstehen. Für mich ging es mehr in Richtung Wow und ich freue mich sehr über alles, was ich hier mitnehmen konnte.

Die namenlose Protagonistin ist am Anfang ihrer 20er. Die Welt steht ihr offen, aber sie scheint nirgendwo wirklich hinzuwollen. Mal taff und zu cool, mal am Rande des Nervenzusammenbruchs stolpert sie durchs Leben. Sie ist frisch single, das mit der Ehe hat nicht funktioniert, dabei klang doch alles so vernünftig. Auch ihr Jura Studium erfüllt sie nicht wirklich. Freundschaften entwickeln sich auseinander, oder werden räumlich getrennt. Während alles um sie herum zusammenzubrechen droht, verliert sie auch immer mehr sich selbst.
Dabei ist sie wirklich bemüht. Sie lässt den Alkohol immer mal wieder weg, geht offen auf neue Leute zu und probiert es sogar mit einem Yoga Retreat, aber Besserung gibt es für sie immer nur kurzfristig.

“Auf eine Art hatte der Ehemann sehr wohl zu mir gepasst. Leider war es genau die Art, mit der man sich in die Scheiße reitet.”

Wir beobachten sie lange dabei, wie sie durchs Leben stolpert. Wie sie Halt sucht und immer wieder abrutscht. Sie feiert den Schmerz weg und eine Entwicklung, ein richtiger Schritt da raus, lässt lange auf sich warten. Es ist frustrierend, es tut weh und damn, es ist realistisch! Wir alle kennen die großen Held*innen Geschichten, die sympathischen Entwicklungen, leidender Charaktere. Das bekommen wir hier nicht. Die Protagonistin steht auf der Stelle, macht Ansätze in verschiedene Richtungen, aber bleibt doch erstmal gefangen.

Ihr Selbstbild ist fragil und so ist es auch beim Lesen nicht immer leicht, alles direkt zu verstehen. Weder Sie noch ‚der Ehemann‘ bekommen einen Namen und bleiben so irgendwo distanziert, obwohl wir so tiefe Einblicke in ihre Gedanken bekommen. Die Sprunghaftigkeit der Erzählung spiegelt die Orientierungslosigkeit der Protagonistin wieder und so könnte ich den ganzen Tag weiter machen. In diesem Werk stecken so viele interessante Gedanken und kluge Beobachtungen, es arbeitet auch nach Tagen noch in mir.

„Die nächsten Wochen bin ich viel unterwegs. Ich bilde mir ein, dass ich dadurch seltener traurig bin, ich bin dann eigentlich gar nichts mehr, nichts außer unterwegs eben“

Obwohl das Buch sehr ernst sein kann und krasse Themen aufgreift, fehlt es nicht am Humor. Ich find die Protagonistin ziemlich witzig und einige Situationen sind sehr amüsant. Das bringt die dringend benötigte Aufheiterung zwischendurch und macht Ohne mich zu einem besonderen Lesegenuss. Einmal angefangen, wollte ich es kaum aus der Hand legen, vor allem zum Ende sind die Seiten nur so dahingeflogen.

In ohne mich sehen wir, wie schnell und tragisch 1 Jahr verlaufen kann, wenn im Leben, oberflächlich betrachtet, eigentlich alles da ist, außer man selbst. Es sprudelt nicht vor Lebensfreude, aber bringt einige Weisheiten mit. Für mich ein besonderes Buch, das ich gerne empfehle, wenn es euch anspricht.

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Eine echte Entdeckung! Ein tolles Romandebüt, dass ich in einem Rutsch durchgelesen habe: Klug, witzig, sehr gut beobachtet - egal, ob es um Paarbeziehungen geht, um die Frage nach dem "Wohin eigentlich in/mit meinem Leben", oder darum, was Freundschaften ausmacht und zusammenhält. Sehr glaubhafte Entwicklungen der Figuren, interessanter Twist nach zwei Dritteln des Romans.
Ich bin doppelt so alt wie die Protagonistin und konnte mich dennoch total in sie einfühlen, habe Passagen des Romans meiner 25-jährigen Tochter vorgelesen, die sofort gefragt hat, wann das Buch rauskommt und sie es lesen kann. Diesen Spagat muss man erstmal schaffen. Freue mich jetzt schon auf weitere Texte von Esther Schüttpelz , zwischendurch kann sie ja gern ein wenig juristisch tätig sein ;-)

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Überraschend, schnell, rasant, direkt und sehr jung. So kommt der Roman von Esther Schüttpelz daher.
Eine sehr junge Sprache, sehr direkt und unverblümt.. Eine junge Frau sucht und findet ihren Weg. Hat mir sehr gefallen.

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Ein Buch, das die Stimmung jüngerer Frauen gut einfängt, auf der Suche nach Liebe und dem Sinn des Lebens, bei dem auch der Humor nicht fehlt

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Es ist konfus, teilweise anstrengend und doch super sympathisch und authentisch. Wahrscheinlich sieht es wohl so aus im Kopf, in den Gedanken einen Menschen der mit Depressionen kämpft. Ich hab etwas gebraucht, um rein zu kommen, aber es lohnt sich und ist solides Buch, das man durchaus lesen kann, aber nicht muss.

Die ausführliche Bewertung erfolgt dann in kürze auf meinem Blog auf Instagram.

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Das Buch "Ohne mich" von Esther Schüttpelz ist besonders. Es handelt um eine junge Protagonistin, die gerade ihren Jura-Abschluss geschafft und sich frisch von ihrem Ehemann, den sie viel zu früh und voreilig geheiratet hat, getrennt hat. Das Buch beschreibt die Zeit zwischen der Trennung, die ihr erst mal den Boden unter den Füßen weg gerissen hat, und der Neufindung und Orientierung in ihrem neuen Leben als junge Juristin.

Mich hat das Buch begeistert, da die Gefühle, die die Protagonistin im Laufe dieses Jahres durchlebt, sehr gut dargestellt werden. Obwohl gar nicht so viel passiert, sondern man der jungen Frau einfach in ihrem Alltag folgt, lernt man sie durch ihre Handlungen und vor allem den ausführlich beschriebenen Gedanken und Selbstgesprächen sehr gut kennen. So spürt sie eine Sinnlosigkeit in ihrem Leben und das Gefühl des nicht verstanden werdens durch ihr Umfeld. Gefühle, die wohl viele LeserInnen nachempfinden können, die schon einmal persönliche Krisen durchgemacht haben.

Durch dieses Unverständnis geht sie auf Distanz zu anderen Menschen, aber auch zu sich selbst. Sie versucht Vieles, um wieder zu sich selber zu finden (so wie z.B. einen Yoga-Trip) oder zumindest Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen, doch kommt nur schwer mit der Situation zurecht und fühlt sich allein gelassen. Besonders deutlich kommt diese Distanz dadurch zum Ausdruck, dass sie von ihrem Ex-Mann im gesamten Buch nur vom "Ehemann" spricht. Erst im allerletzten Satz des Buches erfährt man den Namen. Für mich ein Zeichen dafür, dass sie endlich mit diesem Kapitel abschließen kann und langsam bereit ist für ihr neues Leben.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses Buch. Durch den lockeren Schreibstil ist es angenehm zu lesen. Und der Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin ist durchaus interessant.

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Für eine Coming of Age Geschichte ist die namenlose Ich-Erzählerin aus "Ohne mich" von Esther Schüttpelz mit Mitte 20 bereits zu alt. Das Studium der Rechtswissenschaften steht vor dem Abschluss, die kurze, eher spontan eingegangene Ehe ist sehr schnell gescheitert. Die Protagonistin hadert mit ihrem Leben, kifft, kokst, feiert und geht die praktische Arbeit im Referendariat eher entspannt an. Das Leben muss nicht zu ernst genommen werden. Im Zweifelsfall geht es zur Herkunftsfamilie und lässt sich von Mama aufpäppeln, weil das Verwaltungspraktikum langweilig ist und man sich lieber krank meldet.

Ich gebe zu - mit diesem Buch und seiner Protagonistin wurde ich einfach nicht warm. Vermutlich gehöre ich auch nicht zur Zielgruppe, vielleicht ist es für Gen Z-Leserinnen eine Offenbarung. Ich sah da nur die Luxusprobleme unreifer Bürgerskinder, die nie um etwas kämpfen mussten - außer vielleicht um die Beziehung, aber auch da schien die Protagonistin nicht so wirklich zu wissen, was sie eigentlich wollte.

Ja, Erwachsen werden ist schwer. Für eine Menge Menschen beginnt dieser Prozess deutlich früher und ist wesentlich härter. Ich muss Buchfiguren nicht sympathisch finden, aber ich will sie interessant haben, und hier plätscherten Handlung, Persönlichkeitsentwicklung, Innensichten irgendwie vor sich hin. Meine Motivation, die Hauptfigur näher kennenzulernen, ist beim Lesen nicht gestiegen. Immerhin habe ich erkannt, dass sie eine Vorliebe für Kleidung mit Raubtierprint hat, stammte wohl noch aus der Femme fatale Phase.

Von den Figuren dieses Buches auf die Gen Z zu schließen, wäre jetzt natürlich unfair und gemein. Zum Glück gibt viele junge Menschen dieser Altersgruppe, die sich für das Klima, Gendergerechtigkeit oder Nachhaltigkeit engagieren. Wenn sie so tun, als seien sie die ersten, die diese Themen entdeckt haben, ist das zwar manchmal ein wenig nervig, aber sie plätschern nicht in gleichgültiger Beliebigkeit dahin.

Am Ende des Buches habe ich mich gefragt, was die Autorin eigentlich mitteilen wollte. Sinn- und Orientierungssuche? Die Schwierigkeit des Loslassens? Langer Weg zu mehr Selbsterkenntnis? Hier ist eine junge Frau, die irgendwie für überhaupt nichts zu brennen scheint. Und das finde ich schade.

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Sie ist Mitte zwanzig, gerade fertig mit dem Studium und genauso frisch verheiratet wie getrennt. Was tun, nachdem eine erste große Liebe krachend gescheitert ist? Die Erzählerin von Esther Schüttpelz’ Roman sucht. Nach dem Grund für die Trennung. Nach einem Plan für die Zukunft. Nach Freundschaft und nach Nähe und Rausch und Vergessen. Scharfzüngig, verletzlich und komisch erzählt sie von einem Jahr des Danach und Dazwischen, von der Sehnsucht nach Verbundenheit in einer distanzierten Welt.
Meinung
Ohne mich“ ist vor allem ein wunderbares Lesevergnügen mit Tiefe und Nachdenklichkeit.
Der Leser bekommt sehr gute Eindrücke aus dem Leben unserer Namenlosen Protagonistin.
Wir springen in der Zeit von frisch verliebt, Single, getrennt.
Ein auf und ab der Gefühle und Emotionen.
"Ich schiebe meinen handgepäckgroßen Rollkoffer hinaus, schließe die Wohnungstür hinter mir, drehe mich nicht noch mal um und gehe. Mit jedem Schritt, den ich mich entferne, spüre ich, wie ich leichter werde. Nichts ist weg von dem, was mich unter die Wasseroberfläche zieht, doch verstaut ist es, zurückgelassen und eingesperrt in den vermüllten Zimmern, denen es entsprang".
Ich mochte den schreibstil und die wunderschönen unterschwellig emotionalen Sätze.
Leider fehlte mir der Zugang zur Protagonistin.
Große Lese Empfehlung für die wunderbare Sprache

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Die Trennung

 Die namenlose Erzählerin macht gerade eine Trennung durch. Sie war jung verheiratet.
Sie wirkt ortientierungslos, als wenn sie nicht genau weiss, was sie will.
Dieser Zustand wird lang und breit von ihr beschrieben. Das nimmt viel Raum ein, die Handlung 
Selbst ist alltäglich.
Aber der intensive Erzählton bewirkt, das man mit empfindet.

Ich bezweifle, dsss sie und Ehemann wirklich schon ganz miteinander fertig sind.
Ich denke, eigentlich hat die Protagonistin schon viel geschafft, so ist sie zum Beispiel Anwältin. Aber sie interessiert auch anderes, ihre Musik, das Reisen usw.

Die Beschreibungswut der Autorin  Esther Schüttpelz sehe ich kritisch, ihr Stil ist aber nicht schlecht. Man vermutet ein paar autobiografische Einflüsse, da Esther Schüttpelz auch Juristin ist.

Die Detailversessenheit der Autorin funktioniert wegen der erzählerischen Genauigkeit.
Vielleicht erden ein wenig zu viele kulturelle Bezüge genannt, von Gilmore Girls bis Alicia Keys und Coldplay.

Zwar hat mich der Roman nicht vollkommen begeistern können, aber für ein Debüt ist er bemerkenswert. Ich gebe 3,5 von 5 Sternen.

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Die Ehe nach kurzer Dauer gescheitert, das Examen droht, der Alkoholkonsum bedenklich. Für die Ich-Erzählerin läuft es grad nicht rund. Schnell, scharfzüngig und doch sensibel begleitet die Geschichte eine junge Frau durch ein Krisenjahr.

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MEINUNG:

Ich bin durch Zufall durch eine Freundin auf das Buch aufmerksam geworden. Mir stand momentan der Sinn nach Geschichten von jungen Frauen von Autorinnen, die versuchen ihren Platz im Leben zu finden und deren Geschichten einen ganz eigenen Sound haben. Genau das habe ich mir von Ohne mich erhofft und auch bekommen.

Die namenlosen Ich-Erzählerin ist gerade mit ihrem Jura-Studium fertig und befindet sich bereits mit Mitte 20 auf dem Weg in ihre erste Scheidung und damit auch Trennung. Die junge Frau versucht herauszubekommen, wie es zu dieser Trennung kommen konnte und ob die Heirat nicht an sich schon eine totale Schnapsidee war. Auf diesem Weg muss sie auch herausfinden, wie sie zukünftig ihr Leben nach dem Studium gestalten möchte.

Ich muss sagen, dass der Schreibstil für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war, aber gleichzeitig gilt der Autorin auch meine komplette Bewunderung dafür diesen Stil komplett beizubehalten. Die Sätze kurz, fast schon rhythmisch wie bei Gedichten bzw. Song-Texten und häufig sehr pointiert. Der ganze Text ist praktisch der Gedankenfluss der Ich-Erzählerin. Dadurch fühlte ich mich der Protagonistin sehr nahe, obwohl sie häufig eher distanziert wirkt und auch nicht gerne Nähe zulässt. Viele Stelle fand ich auch sehr lustig, eben gerade weil die Autorin vieles so klug beobachtet und auf den Punkt bringt. Sie beherrscht sehr gut Show and don't tell und so ergibt sich vieles zwischen den Worten.

Mit Mitte 20 gehört die Ich-Erzählerin der Generation Z an. Sie lebt in Münster und hat vergleichsweise früh geheiratet. Zunächst erweckte es den Anschein, dass die Heirat eine wenig durchdachte Art Übersprungshandlung, aber nach und nach merkt man, dass von beiden Seiten auch viel Gefühl noch füreinander da ist. Umso drängender stellte sich die Frage, warum die beiden sich überhaupt getrennt haben. Es ist keine Liebesgeschichte, aber die Geschichte einer Annäherung auch zu sich selbst. Das gelingt der Protagonistin nicht immer so gut. Für meinen Geschmack versucht sie viel zu häufig Probleme, Gefühle und Sorgen mit Alkohol wegzuspülen. Möglicherweise ist es aber ein Stück weit normal in diesem Lebensabschnitt. Es ist allerdings klar, dass die Studienzeit vorbei ist und auch ihre Freunde neue Wege einschlagen. Ich kann gut nachvollziehen, dass es ein Punkt im Leben ist, an dem sich einige Wege trennen und man für sich selbst schauen muss, was im Leben machen möchte und mit wem man es teilen möchte.

FAZIT:

Ohne mich ist von mir eine Leseempfehlung für alle, die Geschichten mit eigener Stimme mögen, für junge Frauen und Männer, aber für auch alle, die manchmal am Leben zweifeln und hier merken, man ist damit nicht allein. Ich bin gespannt, was wir von der Autorin noch lesen werden.

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Leseempfehlung vor allem für jüngere Frauen um die 30.

Der Grund für die Trennung in der kurzlebigen Ehe der jungen Hauptperson bleibt eigentlich unklar. Inhaltlich scheint es um die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Freundschaft und nach einem Plan für eine erfüllte Zukunft zu gehen. Eine gewisse Desorientierung in einer jungen beruflichen, hier juristisch ausgerichteten Lebensphase offenbart auch eine anscheinend schöne Scheinwelt in den Social Media Kanälen, die mit der Realität in unserer Leistungsgesellschaft nichts zu tun hat. Gequält von Trennungsschmerz, Alkohol- und Drogenexzessen, unklaren Zukunftsplänen, Rastlosigkeit auch im Umgang mit Freundschaften greift eine Gefühlswelt voller Einsamkeit und Verzweiflung in einem besonderen Schreibstil um sich, scharfzüngig, verletzlich bis witzig, komisch. Für manchen Leser mag der Inhalt oberflächlich und belanglos sein, dieser innere Konflikt der Rechtsreferendarin, aufgewachsen in einer privilegierten Welt der Gen-Z, offenbare nur ihre Unreife ohne Selbsterkenntnis. Die teils drastisch derbe Wortwahl regt aber auch zum Nachdenken über unser distanziertes Miteinander an.

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Eine Mittzwanzigerin, kurz vor Ende ihres Jurastudiums, frisch getrennt von ihrem „Ehemann“, mit dem sie ein recht kurzes Ehe-Intermezzo hatte, nun ein drogengeschwängertes Partyhopping betreibt.
Im Grunde sind es eine Aneinanderreihung zahlreicher Versuche der namenlosen Hauptprotagonistin, in einer Selbstfindungsphase, ihre eigenen Wünsche, Ziele und Bedürfnisse auszuloten.

Ich beende das Buch und weiß erst einmal nicht genau, was ich von dem Gelesenen halten soll.
Es ist auf eine Weise, die sich nicht näher definieren lässt, einerseits besonders und einzigartig, andererseits habe ich nicht das Gefühl, etwas aus diesem Buch mitzunehmen oder mich mit der Geschichte auch nur ansatzweise identifizieren zu können.
Denn obwohl ich, wie vermutlich jede*r Andere in den Zwanzigern eine Phase der Identitätsfindung und -festigung durchmacht, ist diese Darstellung schon sehr extrem. Die Partywut, nachvollziehbar, der nicht unerhebliche Alkohol-, Koks- und Haschischkonsum finde ich für eine angehende Juristin strange.

Vor allem, weil mir zu dem ein paar Parallelen zwischen der Geschichte und dem Autorinnenkurzportrait auffallen, bei dem ich mir die Frage stelle, ob es sich ein Stück weit, um einen Teil autobiografischer Aufarbeitung handelt??

Schlussendlich bin ich von der Geschichte enttäuscht, nachdem ich den „Wow-Effekt“ leider vergeblich gesucht, aber nicht gefunden habe.
An dieser Stelle kann ich nur empfehlen, sich selbst ein Bild von dem Buch zu machen, das bisher zahlreiche positive Kritiken erhalten hat.
Mein Geschmack war es leider nur bedingt.

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Klappentext:

„Sie ist Mitte zwanzig, gerade fertig mit dem Studium und genauso frisch verheiratet wie getrennt. Was tun, nachdem eine erste große Liebe krachend gescheitert ist? Die Erzählerin von Esther Schüttpelz’ Roman sucht. Nach dem Grund für die Trennung. Nach einem Plan für die Zukunft. Nach Freundschaft und nach Nähe und Rausch und Vergessen. Scharfzüngig, verletzlich und komisch erzählt sie von einem Jahr des Danach und Dazwischen, von der Sehnsucht nach Verbundenheit in einer distanzierten Welt.“



Ich muss klar sagen, Autorin Esther Schüttpelz hat mich mit ihrem Roman „Ohne mich“ komplett begeistert. Ihre namenlose Protagonistin (was hier von der Autorin autobiografisch ist oder nicht kann jeder Leser sich selbst zusammen reimen) erzählt aus ihrem scheinbar komplett verplantem Leben. Sie ist also Mitte zwanzig und scheint jetzt schon bereits völlig überladen mit allem was das Leben so zu bieten hat. Sie ist eine fragende Person, die sich über so vieles einen Kopf macht und sind wir ehrlich, das haben wir alle bereits schonmal getan wenn wir nervlich am Rande unseres Machbaren standen. Die Protagonistin probiert sich aus in allem und bekommt für viele Situationen die Quittung - lebenserfahrene Menschen würden dies eben auch als „Lebenserfahrung“ bezeichnen! Stellt sich nur die Frage, was bewegt unsere Protagonistin so sehr? Was treibt sie um dass sie so ist wie sie ist, dass sie sich so verhält wie sie sich eben verhält? Schüttpelz erzählt klar, unverschnörkelt und dennoch philosophisch nachdenklich ohne Kitsch und Klischee. Schüttpelz hat einen prägnanten Ton und das ist auch gut so. Die Geschichte stimmt nachdenklich. Wir lesen eine Lebens-Geschichte einer namenlosen Person - was soll daran also so spannend sein? Fakt ist halt: es könnte jeder auch von uns sein und Fakt ist auch, dafür braucht es kein Alter. Egal ob mit Mitte zwanzig sich die Große Frage stellen nach dem Warum oder erst mit Mitte siebzig. Fakt ist jedenfalls auch, die Welt um uns herum prägt uns durch all ihr Tun und Handeln, egal ob wir es an uns heran lassen oder nicht. Wenn man selbst darüber nachdenkt ist es eigentlich interessant und unheimlich zugleich. Genau darum geht es hier und genau deshalb hat Schüttpelz auch diesen Ton am Leib wie wir es hier lesen. Die Geschichte passt bestens in unser Zeitgeschehen wo viele so viel wollen in jungen Jahren und gerade auch dort bereits so viel verlieren, es ist die Zeit der sozialen Medien, die Zeit eines Wandels dem wir schlecht aus dem Weg gehen können wenn wir nicht mit ihm mitschwingen. Schüttpelz trifft mit diesem Buch den Nerv der Zeit und regt damit unheimlich die eigene Gedankenwelt an. Ich fand diesen Roman mehr als unterhaltsam in jeglicher Weise und vergebe deshalb auch 4 Sterne inkl. Leseempfehlung. Egal ob „Ohne mich“ oder mit mir - das Buch wird seine Leserschaft finden! Empfehlen kann ich es definitiv!

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Zum Inhalt:
War es ein Fehler mit Mitte zwanzig zu heiraten? Die Freunde meinen, dass das überstürzt war, aber es hat ihr etwas bedeutet. Jetzt, frisch getrennt stürzt sie sich in ihr Studium. Doch statt jetzt richtig durchzustarten, bleibt sie im beschaulichen Münster und genießt scheinbar ihr Leben. Doch ist das wirklich so? Oder lügt sich selbst was in die Tasche?
Meine Meinung:
Ich fand das Buch ziemlich ungewöhnlich. Schon allein, dass die Protagonisten konsequent durch das ganze Buch keine Namen haben, ist sehr ungewöhnlich. Der Ehemann wird mir als Begriff auch haften bleiben. Ich fand das Buch auch interessant, denn es zeigte auch so ein wenig ein Bild eines Menschen, der gar nicht so recht weiß, wohin er eigentlich will und warum Dinge mitunter richtig scheinen, aber dann doch für einen nicht richtig sind.
Fazit:
Ungewöhnlich

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Sie und ihr Ehemann sind nun geschieden und ihre Familie sagt, sie habe sich überstürzt in die Ehe geworfen mit erst Mitte 20.

Nach der Trennung widmet sie sich den beruflichen Zielen, beendet ihr Studium und versucht ihren Traum, als Staatsanwältin zu arbeiten, zu verwirklichen.

Nebenbei verliebt sie sich ein bisschen in David. Doch soll sie sich in eine neue Beziehung wagen oder soll sie sich ihrer grossen Liebe im Leben, der Musik, widmen?



Okay, dies ist der Debütroman der Autorin Esther Schüttpelz. In einem Debütroman kann es zu einer holperigen Handlung, unsicherer Ausdrucksweise oder weniger schlüssigen Passagen kommen, damit rechne ich. Aber was in "Ohne mich" zu lesen ist, ist eine geballte Ladung von allem.

Die Handlung besteht aus der Ich - Erzählung der frisch getrennten Figur, deren Namen man nicht erfährt. Seitenweise zählt sie alles auf, was in ihrem Leben schiefläuft. Ihr Ehemann, der ebenfalls namenlos ist, war anscheinend nicht das Gelbe vom Ei, obwohl er den ganzen Haushalt geschmissen hat. Erst als er auszieht, bemerkt sie nämlich, dass er geputzt, gewaschen, eingekauft und gekocht hat. Plötzlich sieht sie sich mit Schmutz, leerem Kühlschrank und Schmutzwäsche konfrontiert und tut ...nichts.

Ab da ist bei mir der Groschen gefallen. Die Figur ist hochgradig depressiv und jammert sich durch das Buch. Eine Handlung findet nicht wirklich statt, das Buch wird von der Erzählung in Ich - Perspektive bestritten. Dies äusserst langatmig und in einer Belanglosigkeit, die mich schon fast wieder erheitert hat.

Den Schreibstil empfand ich als wirr, unausgegoren und es wird ein Augenmerk auf nichtige Details, wie die haarkleine Beschreibung des Tagesablaufs in einem Yogacamp gelegt, die uninteressant und nicht relevant ist. Die direkte Rede, bei der öfters mal die " und " vergessen werden, scheinen wie von einer 10-Jährigen geschrieben. Was heisst die Dialoge, leider das ganze Buch!

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„Es ist eine Frau!“ – weibliche Stimmen sind rar in Münsters Öffentlichkeitsarbeit zwischen Film und Gegenwartsliteratur. "Ohne mich" ändert das

Für Berlinerinnen, Münchnerinnen, Hamburgerinnen, von mir aus auch noch Leipzigerinnen und Stuttgarterinnen ist es vermutlich ganz normal, eine weibliche Erzählerin, eine Stimme zu haben, die den eigenen Lebensraum in der eigenen Stadt innerhalb eines Romans beschreibt. Für Münsteranerinnen – korrigiert mich, wenn ich falsch liege – ist das allerdings nicht der Standard. Hier erzählen meistens Privatdetektive, Kommissare und Pathologen jenseits der 50 was aus ihrem (Berufs-)Alltag. Nicht immer was für uns, jüngere Frauen unter oder um die 30, die wir eher bei unseren Eltern auf dem Sofa liegen, in der Heimat, und kaum dass wir aus Münster raus sind hören „guck mal, kennste das?“ und beim Blick auf den Fernseher dann direkt wieder Drohnenaufnahmen vom Prinzipalmarkt begutachten und nicken müssen: „ja Papa, da wohne ich“. Da, oder ganz in der Nähe. In Gievenbeck nämlich. Ohne mich bringt Münster endlich durch eine junge, weibliche Stimme ins Spiel. Thank you.

I’m here for the relatability and I feel seen and represented
Ich gebe es zu, was mich an „Ohne mich“ gereizt hat, waren diese drei Dinge:

- die Story spielt in Münster, und kann nicht wie der Tatort oder Wilsberg zu gefühlten 90 Prozent in Köln oder sonstwo gedreht werden – mal sehen, was ich also hier wiedererkenne!
- gescheitert fühlte ich, Mitte 20, mich im vergangenen Jahr auch, nach Burnout und dazugehörigem Jobverlust, also: genau meine Wellenlänge
- Esther Schüttpelz sieht auf dem Portraitfoto von Diogenes dem Portrait, was mein Vater von meiner Mutter gemalt hat und bei uns seit 20+ Jahren im Wohnbereich hängt, frappierend ähnlich: finde ich zumindest, meine Meinung.
Anhand dieser Indizien ergab sich also ein Leseinteresse.

This is what it came down to

Im Nachgang halte ich fest:

- Moment mal, wieso war dieses Buch jetzt schon zu Ende? Es ist doch noch gar nichts so wirklich passiert!
- Hmm. Das war eigentlich echt angenehm. Wie ein entspannter Livevlog, nur ohne stressige Werbung.
- Überhaupt habe ich die Gleichgültigkeit der Protagonistin, die sich auch im unaufgeregten Erzählstil wiederfindet, irgendwie total genossen. Mein Gehirn fand das super. Schließlich übe ich das Lesen zusammenhängender, längerer Texte noch, nach der Erschöpfungsdepression
- Auch das war dann am Ende irgendwie schön, eigentlich war der Erzählerin eigentlich doch alles gar nicht egal. Aber Jura pusht die Hustle Vibes halt, auch wenn man da gar nicht hinter steht und eigentlich Kapitalismus scheiße findet. Nice.
- Bonus: besonders verbunden gefühlt habe ich mich, als es die Schnittverletzung gab (die hab ich auch gerade, eine Lampe und vier Stiche später…), und als im Elternhaus „mitgelebt“ wurde. I do exactly this on a regular basis, oder, wie ich derzeit auf Tiktok häufig lese und denke: „Digga, wir haben doch alle einfach das gleiche Leben, die gleichen Eltern, und überhaupt: keine einzigartigen Erfahrungen!“
- Ja, die genannten Locations in Münster wirken authentisch. Test bestanden!

Allerdings, ich gebe es zu, ich habe es mir einfach gemacht und den Freund „gebraucht, in gutem Zustand“ gekauft, mit 24 geschieden. Beziehung hält seit 2015, den Philosophie-Bachelor hat er aber immer noch nicht fertig. Ich habe ihn spontan gefragt, ob wir wohl mal Schluss machen wollen, ob das seinem Abschluss wohl zuträglich sein könnte. Er denkt, eher nicht. Also lassen wir das.

Vorsichtshalber hab ich ihm das hier grad mal noch vorgelesen, er ist einverstanden.

Mein Fazit:
Ich mochte das, ich empfehle dieses Buch, ich konnte überwiegend „relaten“, auch wenn ich aus verschiedenen Gründen persönlich nie Spaß oder Nutzen im Alkoholkonsum fand, ich bin jetzt noch froher, niemals auf die Idee gekommen zu sein, Jura studieren zu wollen, und ich finde auch, der Kapitalismus gehört in die Tonne getreten. Meine Mutter hat gesagt, heirate nicht jung, mach das nicht, und ich mach das weiterhin nicht.

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Am Ende der Lektüre geht es mir bei der Bewertung des Buchs ähnlich wie der Protagonistin bei der Einordnung ihrer recht kurzen Ehe. Ich bin ein wenig ratlos, warum es nicht gefunkt hat, obwohl durchaus Sympathien vorhanden sind. Vielleicht liegt es daran, daß die Erzählerin noch nicht weiß, wohin ihr weiterer Weg sie führt und immer etwas unstet ist. Am Erzählton und der Erzählart liegt es nicht, denn beide sind sehr unterhaltsam, aber irgendwas hat dann doch gefehlt. Vielleicht liegt es auch an mir?
Ich behalte den Namen Esther Schüttpelz aber auf jeden Fall im Hinterkopf, denn literarisches Potential ist definitiv vorhanden.

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Ziemlich verplant und verloren ist die Mittzwanzigerin in diesem Buch. Schlagfertig und tough auf der einen Seite, verletzlich und suchend auf der anderen.

Schon verheiratet, schon getrennt und gerade mitten im Lernen fürs zweite juristische Staatsexamen. Irgendwie gefühlt noch Studentin ist sie auch schon im Referendariat als Staatsanwältin unterwegs. Eben noch gab es viele mögliche Leben mit dem Ehemann, wie sie ihn konsequent betitelt. Haus mit Garten samt Kinder oder Umzug ins große Berlin? Dann findet sie sich doch wieder in einer WG in Münster.

Man erlebt mit ihr durchzechte Nächte, etwas zufällig verteilte Küsse, ein wiederholtes irgendwie nicht dazugehören und viele, viele Fragen nach dem Leben, was zielführend ist und was nicht und wohin denn überhaupt?



Esther Schüttpelz schreibt auf eine Weise, dass man die namenlose Erzählerin zu HÖREN meint. Ihre Stimme, ihre Gefühle, ihre Suche.

Hab ich gern gelesen.

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Leicht taumelnd, etwas ziellos, und mit viel Humor bewegt sich die Protagonistin in Esther Schüttpelzs Debütroman durch ihr erstes Trennungsjahr und versucht Antworten zu finden. Auf die Frage, ob das denn so gut war, mit der Ehe. Und wie es jetzt weitergehen soll, ohne den Ehemann. Wieviel Alkohol ist eigentlich zu viel? Und will sie überhaupt Juristin werden? Oder doch lieber nach Berlin ziehen, wie alle anderen?

Viele Gen X-er und junge Millenials werden sich mit der namenlosen Ich-Erzählerin identifizieren können und mit ihrer Art, mit viel bissigem Humor an diese ernsthaften Lebensfragen ranzugehen. Inspiriert ist die Geschichte, zugegebenermaßen, so Schüttpelz, auch von ihrem eigenen Leben. Kein Roman einer Generation also, zumindest nicht, wenn es nach der Autorin geht, die mittlerweile schon an ihren nächsten Projekten sitzt. Ich bin gespannt!

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"Ziemlich schlau, ziemlich lost" steht eingangs über dem Roman.
Ich finde, letzteres trifft es ziemlich gut.

Die namenlose Ich-Erzählerin ist Jura-Studentin und beginnt und beendet im Romanverlauf ihr Referendariat.
Den Part an dem Buch mochte ich sehr, man merkt hier, dass die Autorin vom Fach ist und ich fand den Einblick in so ein Jura-Ref spannend und lesenswert.

Ansonsten habe ich mich etwas schwer mit dem Roman getan.
Die Ich-Erzählerin ist frisch getrennt von ihrem im Buch konsequent ebenfalls namenlosen Ehemann, nur ganz am Schluss kommt hier quasi der Paukenschlag.
Ziellos schliddert sie durch ihr Studium und Referendariat. Obwohl - ganz so ziellos ist sie nicht, denn sie bleibt schon dran, wenn auch ohne nennenswerte Begeisterung. Aber von Party zu Party, von Drogenkonsum zu Drogenkonsum.

Das Gefühl das Verlorenseins kam für mich schon sehr gut herüber, das Gefühl, lost zu sein.
Aber für einen ganzen Roman? Das war mir dann doch etwas zu wenig.

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Das Buch hat mich phasenweise gelangweilt, oft aber auch sehr berührt. Dieses Wanken im Leben, dieses nicht wissen, wo der Weg hingehen soll, diese Zweifel, dieses über den Dingen stehen wollen und dieses Suchen nach Geborgenheit und Wegweisern im Leben. Man wünscht der Protagonistin, dass sie ihren Weg findet und ein bisschen Ruhe in ihrem Leben einkehrt. Danke für das Leseexemplar!

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