Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

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Erscheinungstermin 24.09.2022 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

»Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst.«1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist französisch, und Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nur wenig später, als er wieder in Freiheit ist, trifft eine rätselhafte Postkarte bei ihm ein, die 90 Jahre zu ihm unterwegs war.Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm auf einer Insel in den Äußeren Hebriden mit dem Namen Eilean Mor abgebildet, auf der Rückseite steht ein kurzer Text: »Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M.«  Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich und wie kann ein Mann mittleren Alters aus einer 90jährigen Vergangenheit heraus vermisst werden? Und wer ist M.? Joe macht sich schließlich auf die nicht ungefährliche Reise nach Schottland, um den Leuchtturm zu suchen und findet stattdessen einen Weg in die Vergangenheit. Unversehens gerät er in die Turbulenzen der großen Schlachten zwischen England und Frankreich, die lange vor seiner Geburt entschieden wurden. Schnell wird klar, dass jeder Schritt in die Vergangenheit auch seine Zukunft beeinflusst. »Halten Sie sich das Wochenende frei und lassen Sie sich entführen.« New York Times

»Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst.«1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist französisch, und Joe wird in eine...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608986365
PREIS 25,00 € (EUR)
SEITEN 544

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Hatte den Titel schon auf Englisch gelesen und musste ihn mir hier runterladen, um zu sagen, wie grandios originell ich die Schreibe der Autorin finde: schon der erste Roman war der Hammer und auch hier hagelt es wieder Fantasy und eine super Übersetzung.
Die Story spielt in einer alternativen Dimension, wenn man so sagen darf, denn eigentlich ist ja nichts wirklich....
Man sollte sich einfach einlassen auf ein tolles Lesevergnügen, den Kopf schön angeschaltet lassen!

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Natasha Pulley's "Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" ist ein gar wunderbares Werk. Es hat mir mein Wochenende unheimlich versüßt aufgrund des Handlungsorts und der Prämisse des Buchs. Zeitreisen, Paralleluniversen und etliche andere Phänomene sind wir mittlerweile gewohnt aufgrund derer Beliebtheit in popkulturellen Medien. Pulley aber holt einen ganzen Krieg samt des Leidens, den dieser mit sich trägt, in ein völlig anderes Land.

Es ist äußerst spannend mehr und mehr über die nun vorherrschende Welt zu erfahren. Über die Turbulenzen zwischen England und Frankreich sowie eine unbeschreiblich schön geschriebene Reise gen Schottland, zum titelgebenden Leuchtturm.

Das Buchcover ist zudem eines der Schönsten des Jahres. Es zeigt einerseits deutlich um was es in dem Buch geht, aber ist dennoch fantasievoll gehalten und wunderbar gestaltet! Eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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Zum Inhalt:
Joe wacht 1898 ohne Erinnerung am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Was ist nur passiert? Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, kaum wieder in Freiheit erreicht in eine sonderbare Postkarte, die 90 Jahre auf den Postweg gebraucht hat. Auf der Postkarte eine Leuchtturm, auf der Rückseite die Nachricht Komm nach Haus, wenn du dich erinnerst. M. Wer ist M.? Joe macht sich auf den Weg um den Leuchtturm zu finden und findet sich plötzlich in der Vergangenheit wieder.
Meine Meinung:
Schon das Cover fand ich enorm anziehend und das ließ schon auf eine tolle Geschichte hoffen und diese Hoffnung wurde voll erfüllt. Mir hat die Geschichte super gut gefallen, voller Spannung und auch Überraschungen. Ich hatte sowohl Buch als auch Hörbuch und habe beides genossen wobei mir in diesem Fall tatsächlich das Hörbuch noch ein wenig besser gefallen hat, weil es wirklich gut gelesen war.
Fazit:
Tolle Geschichte

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WOW!
Ein Zeitreisebuch ist für mich immer interessant. Dieses Buch ist mehr. Die Hauptcharaktere, deren Gefühlswelt, Denken und Handeln, werden eindrücklich beschrieben. Ab dem ersten Kapitel kann ich mit Joe/Jem mitfiebern.

Die beschriebenen Auswirkungen von Veränderungen in den Zeitlienen haben mich erschüttert. Es ist wohl nach Ansicht der Autorin doch nur der Flügelschlag eines Schmetterlings, der das Gefüge der Welt ändert. Ich hoffe auf eine gewisse Resilienz des Geschichtsverlaufes ;-))

Dieses Buch der Autorin wirkt auf mich noch begeisternder als ihr erstes und lassen mich auf das nächste hoffen.

Gute Fantasy kann also doch noch erscheinen.

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Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, denn es hat so eine Dichte Geschichte das es schwer wird eine Pause vom Lesen zu machen.
Zeitreisen, Parallelwelten eine packende Geschichte was will man mehr.
Ich finde es etwas schwer zum Inhalt etwas zu schreiben, da ich glaube das da ganz leicht zu viel verraten wird. Nur so viel es geht um Joe der eines Tages total verwirrt durch London irrt und siein Gedächtnis verloren hat. Zunächst deutet alles auf eine Krankheit hin, doch die Geschichte ist viel komplexer....

Als Lesender muss man sich auf dieses Buch einfach einlassen und sich einfach von der Geschichte mitreißen lassen. Das ist aber bei dem packenden Schreibstil der Autorin nicht schwer ist. Sie erschafft mit Joe einen Protagonisten der so interessant und gleichzeitig so geheimnissvolle ist, das ich einfach wissen musste was hinter der Geschichte steckt. Wissen will wie das alles sein kann., wissen will wie es weiter geht.

Für mich ist es der Autorin perfekt gelungen eine Welt zu schaffen in die ich einfach für ein paar Stunden versunken bin.

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Joe Tournier ist verwirrt, er irrt durch die Straßen von Londres ( London, England gehört jetzt zum französischen Kaiserreich ) und landet in der Psychiatrie. Er hat einen Gedächtnisverlust und weiß weder wer er ist noch wo her er kommt. Auf der Suche nach seiner Identität macht er einiges durch. Er landet in Schottland und damit in der Vergangenheit.
Das Buch ist faszinierend und verwirrend zu gleich. Auf alle Fälle fällt es schwer es aus der Hand zu legen. Ich wollte wissen wie es weiter geht und gleichzeitig hatte ich Angst den Faden zu verlieren, wenn ich aufhöre zu lesen. Die Geschichte hat mich magisch angezogen, Joe hatte mein Mitgefühl, sich an nichts zu erinnern, stelle ich mir schrecklich vor. Seine Reise erforderte Mut, den Mut der Verzweiflung. Gemeinsam war es aufregend, vor allem als es auf einmal eine Zeitreise wurde. Joe führt durch die Geschichte und die Zeit. Die anderen Figuren sind verhältnismäßig klein, aber sie schmücken und erklären eine Welt die es so nur in Büchern gibt. Es gibt turbulente, stille, romantische und lustige Szenen.
Die Mischung aus Steampunk, Zeitreise und alternative Geschichte macht süchtig.

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Was für eine Geschichte.
Eine Zeitreise zwischen 1800 und 1900, die jede Menge Aufregung und Änderungen in der Historie Englands und Frankreichs parat hat.
Ich will auf den Inhalt gar nicht so sehr eingehen. Das muss man einfach selbst lesen. Historisch ist es sehr interessant, wie eine Änderung in der Gegenwart vielleicht die Zukunft beeinflusst hätte. Stellenweise ist es nicht ganz einfach zu folgen und man muss schon aufmerksam lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen, die doch recht komplex sind und erst zum Schluss aufgelöst werden.
Trotzdem hat mir die Reise gut gefallen und die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen.

Fazit: Eine spannende Annahme, was hätte anders sein können, wenn man Ereignisse der Vergangenheit verändert ala Zurück in die Zukunft - nur um einige Zeit weiter zurück.
Unbedingt lesen!

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Saß am ende nur noch heulend davor 10/10, eines der besten Bücher die ich dieses Jahr gelesen habe,



Ok, ok. Ich erzähl ein bisschen mehr.



Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit ist vor allem gut daran Atmosphäre zu erzeugen, Vom Stil her erinnert es mich ein wenig an Der Nachtzirkus und A River Enchanted, beides Bücher die ich liebe.



Es handelt sich um eine Zeitreise Geschichte mit gleich zwei verschiedenen Timelines, also kann es Stellenweise recht kompliziert werden aber wenn man etwas aufpasst geht das schon. Durch diese Verschiebung wissen wir als Leser Sachen die dem Hauptcharakter Joe unbekannt sind und ich musste mich echt zusammenreißen das Buch nicht anzuschreien wenn ich eine Verbindung hergestellt habe. So etwa nach 40% des Buches kann man als Leser die Puzzleteile zusammenfügen und es ist einfach fantastisch das Gesamtbild zusehen. Joe braucht dafür noch um einiges länger also empfehle ich das Buch wirklich nur wenn man slow-burn mag.



Das Buch hat aber noch mehr zu bieten. Unter anderem auch sehr interessante, dreidimensionale Charaktere mit interessanten Beziehungen zueinander. Gerade das Geschwister-Band zwischen Kite und Agatha war sehr komplex und gut gemacht. Andere Beziehungen zu beschreiben wäre ein großer Spoiler.



Das Setting hilft dem Buch natürlich auch. Ich war schon immer ein Fan von Büchern die viel auf Schiffen und im Krieg im 19then Jahrhundert spielen und das hier ist keine Ausnahme.

Ich finde auch es ist besonders gut darin den Horror und die plötzliche Gewalt eines solchen Krieges darzustellen.



Das Ende war absolut fantastisch. Hatte die ganze Zeit tränen in den Augen und bis zu den letzten Worten bleibt es unglaublich spannend.

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Joe Tournier versteht die Welt nicht mehr: Als er sich ohne Erinnerung im Jahre 1898 am Bahnhof Gare du Roi in Londres wiederfindet, ist England französisch! Hilflos wird er zunächst in eine Klinik eingewiesen, aus der er von Leuten abgeholt wird, die behaupten, seine Familie zu sein. Doch schon bald darauf erhält er eine Postkarte mit dem Abbild eines Leuchtturms einer schottischen Insel. Das Kuriose daran: Die Karte wartete jahrzehntelang darauf zugestellt zu werden! Die Nachricht fordert ihn auf, nach Hause zu kommen, falls er sich erinnern sollte. Als Absender erkennt Joe jedoch nur den Buchstaben M. Umgehend zupft etwas in Joes Gedächtnis und er weiß instinktiv, dass er einen Weg finden muss, um auf diese Insel zu gelangen.

Für mich war dieser Roman mal wieder ein Buchschätzchen aus dem Hause Klett-Cotta. Man ahnte bereits anhand des edlen, passenden Covers, dass diese Geschichte in vielerlei Hinsicht besonders sein könnte, was sich schnell bewahrheitete. Der etwas eigenwillige Erzählstil und die fantastische Handlung verschmolzen spielerisch zu einer Abenteuerreise, die mit so einigen Überraschungen gesät war. Das Buch klebte sozusagen an meinen Händen, bis ich Joes Erlebnisse bis zum letzten Wort verfolgt hatte.

Obwohl mir manche Umstände nicht ausreichend geklärt schienen, begeisterte mich der Ideenreichtum der Autorin und die vorsichtige, leise, aber tiefgehende Liebesromanze, mit der ich in der Art überhaupt nicht gerechnet hatte. Vor allem mochte ich Pulleys Gedankenspielerei mit der Schmetterlingseffekt-Thematik, die so viele Möglichkeiten künftiger Existenzen zugrunde legte, aber auch das unerwartete Piratenflair, welches einen Großteil des Buches durchzog. Allerdings musste ich mich sehr konzentrieren, um den Charakteren in den verschiedenen Zeiten, bzw. Zeitlinien folgen zu können. Doch die Figuren an sich, besonders die Protagonisten, erschlichen sich fast unbemerkt, nach und nach meine volle Sympathie. Besonders Joes und Kites Verlorenheit, die auf verschiedenen Ebenen erkennbar war, lockte mich von Kapitel zu Kapitel, um endlich eine Erklärung für alle meine Fragen zu erhalten, welche jedoch erst gegen Ende restlos klargestellt wurden.

Natasha Pulley konnte mit ihrem Schreibstil viel Unausgesprochenes transportieren. Meiner Meinung nach lebte dieser Roman vor allem von der begleitenden Atmosphäre, die ich stets als gleichzeitig geheimnisvoll nebulös, angespannt und von Wissbegier geprägt empfand. Irgendwann schwang darin sogar eine zurückhaltende, angedeutete Romantik zwischen den Zeilen mit, die sich wunderbar in die Geschichte einfügte. Letztlich konnte ich Joes unerträgliche Erinnerungslücken und emotionale Zerrissenheit so sehr verstehen!

Ich wünsche mir mehr Geschichten dieser Art! „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ hat mich wirklich beeindruckt und ist definitiv ein Highlight meines Lesejahres. Daher bin ich jetzt schon sehr gespannt auf die nächste Buchidee der Autorin.

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Faszinierende Kombination aus Zeitreise-Liebesgeschichte und Kriegsdrama

Joe Tournier, der erst 43 Jahre alt ist, verliert am Bahnhof Gare du Roi in Londres im Jahre 1898 sein Gedächtnis. Plötzlich weiß er nicht mehr, woher er kommt, was ihn an diesen Bahnhof geführt hat und wohin er unterwegs ist. So wird Joe ins Krankenhaus La Nouvelle Salpêtrière gebracht. Dort erklärt ihm sein Arzt, dass er einen Anfall gehabt habe, der eine Form von Epilepsie darstelle. Dies komme recht häufig vor und vergehe in der Regel innerhalb weniger Tage oder gar Stunden. Zur Beobachtung bleibt Joe im Krankenhaus, doch erlangt er auch innerhalb einer Woche sein Gedächtnis nicht wieder. So kann Joe sich weder an Monsieur Saint-Marie, dessen Leibeigener er seit seiner Kindheit ist, noch an seine Frau Alice erinnern. Eines Tages erhält Joe eine rätselhafte Postkarte, die den kürzlich auf den äußeren Hebriden erbauten Leuchtturm Eilean Mor abbildet. Doch die Postkarte ist schon hundert Jahre alt.

Die mysteriöse Ausgangssituation, die Natasha Pulley entwirft, stellt einen starken Einstieg in ihren Roman dar. Dass Protagonist Joe sich desorientiert am Bahnhof Gare du Roi wiederfindet, nachdem er sein Gedächtnis verloren hat, ist als schlimme Erfahrung so glaubwürdig geschildert, dass es mir gleich nahe gegangen ist. Auch die sich daran anschließende Problematik in Gestalt der sich verkomplizierenden Beziehungen, in denen Joe weder sein Herr noch seine Frau Alice bekannt ist, diese sich jedoch an ihre ganze Vergangenheit mit Joe erinnern können, wird gelungen beschrieben. Im Zeitraffer werden dann die nächsten Monate und Jahre aus Joes Leben wiedergegeben, die im ersten Teil des Buchs enthalten sind. Das hohe Erzähltempo, das sich nicht in Joes Erinnerungslücken verliert, nachdem diese Thematik zu Beginn erläutert wurde, treibt die Handlung voran.
An diesen ersten Teil schließen sich fünf weitere Teile an, die u.a. nach dem Titel gebenden Leuchtturm benannt sind und die stets den primären Handlungsort des jeweiligen Teils angeben. Im weiteren Verlauf entwickelt Pulleys Roman eine Komplexität, indem dieser auf größtenteils drei verschiedenen zeitlichen Ebenen erzählt wird und zu Joes Sichtweise gerade in den zeitlich weiter zurückliegenden Kapiteln andere Perspektiven hinzukommen. Da Pulley zwischen den Zeiten, Sichten und verschiedenen Handlungsorten wechselt, führt sie ein recht umfangreiches Figurenarsenal ein, von denen einige zumindest ein zweites Mal auftreten. Ein Personenverzeichnis hätte ich besonders im Hinblick auf die zahlreichen Nebenfiguren als hilfreich empfunden.

Pulleys ungewöhnliche Ideen führen zu besonderen Szenen, die sie so plastisch beschreibt, dass diese lebendig werden. So konnte die Autorin mir zu Beginn gleich dieses andere Londres des Jahres 1898 nahe bringen, das sie in detailverliebten Bildern eingefangen hat. Diese beginnen bei den Metro-Schildern im Bahnhof, führen an der Ruine der St.-Pauls-Kathedrale vorbei und reichen bis hin zur Darstellung von London als schwarzer Stadt. Denn Londres ist in dieser alternativen, historischen Realität für seine Stahlwerke bekannt, deren gewaltige Hochöfen nicht nur das Stadtbild dominieren, sondern auch ganz Londres einrußen. Originell fand ich auch Joes Aufenthalt in einem schottischen Kerker, da er währenddessen die Gefangenen dabei beobachtet, wie sie aus vom Boden aufgesammelten Strohhalmen kleine Kunstwerke herstellen, um sie dann zu verkaufen.
Intensiv wird der Roman, wenn dessen Handlung in ein Kriegsdrama umschlägt. Denn Joe gerät in dessen weiterem Verlauf mitten hinein in den zwischen England und Frankreich tobenden Krieg, als England seine entscheidende Niederlage kurz bevorsteht. Insbesondere die Seeschlachten werden so gewalttätig wie realistisch geschildert, was das Durchbrechen einer Blockade oder auch eine hinterrücks erfolgende, blutige Attacke mit einschließt. Die Blutbäder, die ein überlegender Feind anrichtet, wenn er den ihm unterlegenen Gegner hinschlachtet, sind verstörend. Pulleys komplexe, ambitionierte Erzählweise, die zwischen den Figuren, Handlungsorten und den einander beeinflussenden Zeitebenen hin und her wechselt, lässt das düstere Kriegsdrama ebenso wie die nebenher einfließenden philosophischen Diskussionen und Gespräche über Literatur während der langen Seetage an Bord noch härter wirken. Da der Krieg nicht beschönigt von Pulley dargestellt wird, wenn Soldaten verbrannt, entzwei gerissen oder zu Tode gepeitscht werden, ist dieser Roman wohl weniger gut für zu empfindsame Leser geeignet. Pulleys Roman, der als Kriegsdrama einen viel höheren Blutzoll als von mir erwartet verlangt, ist jedoch in diesen Beschreibungen so intensiv und eindringlich geraten, dass ich mir gewünscht hätte, dass dieser Teil noch stärker im Fokus dieses Buchs gestanden hätte.

Dagegen bleibt Protagonist Joe leider oft erstaunlich blass. Meiner Ansicht nach liegt das in dem Ausgangsszenario, das Pulley für Joe entwirft, begründet. Denn wenn Joe nicht dieser unsichere, ängstliche Typ gewesen wäre, hätte er wohl, nachdem er als Leibeigener groß geworden ist und mit Anfang vierzig auch noch sein Gedächtnis verloren hat, unglaubwürdig gewirkt. Im ersten Teil des Romans hat mich der eher nichtssagende Protagonist wenig gestört, da in diesem Joes Leben im Zeitraffer geschildert wurde. Wenn dann jedoch in späteren Teilen des Romans das Erzähltempo langsamer wird, hätte mir besser gefallen, wenn dem starken Kriegsdrama und einigen interessanten Nebenfiguren mehr Raum gegeben worden wäre. Eindrucksvoll ist mir der gelungene Auftritt von Revelation Wellesley, die die Witwe eines gefallenen Ersten Offiziers ist, als feine Dame in Erinnerungen geblieben. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Eine immer wieder auftauchende Tigerdame hätte sich dafür beispielsweise angeboten.
Vermutlich hatte die Geschichte um Protagonist Joe die ein oder andere Länge für mich, weil ich die Auflösung, wer Joe eigentlich ist und wie die verschiedenen Zeitebenen zusammenhängen, früh habe kommen sehen und mich davon auch nicht durch die von Pulley falsch ausgelegten Fährten habe abbringen lassen. Neben Protagonist Joe ist leider auch die Zeitreise-Geschichte, die im Kern dieses Romans erzählt wird, eher eine schwächere. Denn so ganz glaubwürdig erscheint mir nicht, dass die Engländer in diesen Zeitreise-Krieg die über lange Zeit so eindeutig unterlegende Partei sind, obwohl sie eigentlich den größten Vorteil auf ihrer Seite haben, den sie jedoch kaum nutzen. Filme wie beispielsweise Looper beinhalten da eine weit stärkere, konsistent erzählte Zeitreise-Geschichte. Allerdings konzentrieren sich diese auch auf ihre Zeitreise-Thematik. Und da ist Pulleys Roman so viel mehr. Dieser entwirft alternative Realitäten, wenn darin ein schwarzes London lebendig wird, überzeugt durch ungewöhnliche Ideen wie etwa einen ganz besonderen Leuchtturm auf den äußeren Hebriden, über den ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten möchte, durch ein intensives, blutig brutales Kriegsdrama und erzählt letztlich eine der schönsten Liebesgeschichten.

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Natasha Pulley gehörte zu den AutorInnen, auf die ich in letzter Zeit aufmerksam und mein Interesse an ihnen geweckt wurde. Der Klappentext von "Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" las sich sehr spannend und nach einer Leseprobe schob ich das Buch gleich auf meine Wunschliste. So freute ich mich, als ich es schließlich in die Finger bekam. Hier hatte ich sogar doppeltes Vergnügen, denn ich kam nicht nur in den Lese-, sondern auch Hörgenuss. Dadurch kam ich, wenn ich mal weniger Zeit zum Lesen hatte, etwas zügiger voran und konnte noch besser in die Geschichte eintauchen.

Der Schreibstil gefiel mir und wurde im Hörbuch vom Sprecher Jonas Minthe sehr gut umgesetzt. Stets recht ruhig, aber doch von Anfang bis Ende spannend. Im Grunde sagt der Klappentext ausreichend aus und ich finde, jede weitere Aussage zum Inhalt des Buches würde eventuell zu viel verraten und einem dadurch manch eine Überraschung nehmen. Denn Überraschungen und Wendungen gibt es einige. Manches kann man erraten oder erahnen. Letztendlich ist man aber stetig am Rätseln, was wohl tatsächlich passieren bzw. sich ändern wird.

Die Geschichte ist unglaublich gefühlvoll. Man hofft bei sehr vielen Ereignissen, dass sich alles zum Guten entwickelt. Es ist aber ein stetes Hin und Her zwischen Glück und Tragik, Hoffnung und Verlust. Nichts ist gewiss. So schwimmt man selber im Meer der Ereignisse, wird in alle Richtungen getrieben und weiß nie, wo man letztendlich ankommt. Wie wohl alles zu Ende gehen würde.

So konnte ich recht bald das Buch kaum noch aus der Hand legen bzw. hörte immer sehr gespannt zu, denn ich wollte nichts verpassen. Ich fühlte mit; ich fieberte mit. Und am Ende konnte ich das Buch zufrieden aus der Hand legen; um eine wahnsinns Geschichte bereichert. Das Buch gehört für mich definitiv zu einem Lesehighlight des Jahres.

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Es fällt mir etwas schwer, in Worte zu fassen, was mir so sehr an "Der Leuchtturm an der Schwelle zur Zeit ´" gefallen hat. Für mich ein ganz besonderes Buch. Einmal ist Pulleys Schreibstil einfach sehr sehr schön. Ich könnte mich darin immer und immer wieder verlieren. Die Atmosphäre gefiel mir aber auch deshalb, weil viele Szenen am oder auf dem Meer spielen und auch sonst in einem Setting, das ich generell gerne mag.
Vor allem der Aspekt des ich nicht erinnern Könnens, aber trotzdem sich zu bestimmten Menschen hingezogen zu fühlen, ohne genau zu wissen, weshalb. Das fand ich spannend und interessant umgesetzt.
Lange weiß man nicht, wie Joe und andere Personen wirklich miteinander zusammenhängen, auch wenn man nach und nach immer mehr erahnen kann. Es gefiel mir, dass ich manchmal ein klein wenig mehr als Joe wusste, aber gerade so genug, dass ich die Geschichte nicht zu vorhersehbar fand. Und wer eine klassische und geradlinige Liebesgeschichte erhofft, wird vermutlich eher enttäuscht. Tatsächlich schleicht sich dieser Aspekt erst nach und nach in die Handlung, ganz leise und es braucht seine Zeit. Bis dahin ist man vielleicht manchmal so verwirrt wie Joe.

Mir gefiel, dass die Autorin vor allem das Zeitparadox in ihre Geschichte mit eingebunden hat. Zu weilen war ich aber trotzdem irgendwann verwirrt. Denn all diese Auswirkungen auf Zeiten und Menschen davon kann einem schon mal der Kopf brummen. Dazu kommen ja dann die historischen Umstände, und dieses was wäre wenn. Als jemand, die sich im Alltag sehr viel mit historischen Ereignissen auseinandersetzt, fand ich dieses Gedankenspiel im Roman jedenfalls interessant. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von "Was wäre, wenn Spielen". Aber alternative Geschichte in Romanform mag ich tatsächlich sehr gern. In diesem Fall dann auch noch eine Zeit, die ich persönlich selten auf dem Schirm habe, zu Mal ich mich schwerpunktmäßig selten mit den großen Schlachten des 19. Jahrhunderts beschäftige.

Es war einfach auch unterhaltsam, die Ideen der Autorin dazu zu lesen und sich zu überlegen, welche Auswirkungen das bis heute hätte. An einem Wochenende, kurz nach Queen Elizabeths II. Tod war das irgendwie auch etwas Besonderes.

Aber eigentlich geht es vor allem um die Figuren, Dreh und Angelpunkt ist zwar Joe. Aber auch Kapitän Kite spielt eine zentrale Rolle und nach und nach erfährt man dann auch warum. Die geheimnisvolle Postkarte, die Joe als Anhaltspunkt dient, vielleicht doch noch die Wahrheit zu erfahren, hat dabei so ein bisschen den roten Faden der Handlung ausgemacht. Erst nach und nach entfalten sich dabei das ganze Ausmaß und die Hintergründe, weshalb Joe sein Gedächtnis wirklich verloren hat. Dazu kommt eine Liebesgeschichte, die ich sehr besonders erzählt fand. Denn eigentlich erlebt man die betreffenden Figuren fast gar nicht als Paar, und trotzdem spürt man, wie wichtig sie einander waren und auch das es vielleicht noch Hoffnung gibt.

Ein eher leise erzählter Roman, ruhiger und weniger auf Action fokussiert (obwohl es schon auch Schlachtengetümmel gibt). Für mich persönlich allerdings eines der schönsten Bücher in diesem Lesejahr.

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Natasha Pulleys erstes Buch hatte ich recht begeistert gelesen – bei diesem wusste ich nicht so recht, was mich erwartet: Krimi, Drama, Fantasy …?

Die Geschichte spielt in einer Welt, die unserer zwar ähnlich ist – aber nicht gleich: Aus der Trafalgar-Schlacht ging die britische Flotte nicht siegreich hervor, in der Folge heißt London nun Londres, doch damit nicht genug, denn Joe Tournier kämpft seinen ganz eigenen Kampf, mit oder gegen seine Erinnerungen. Nach der Entlassung aus einer psychiatrischen Klinik bekommt er eine mysteriöse Postkarte: Nicht nur, dass sie 93 Jahre brauchte, um ihn zu erreichen, nein, auch die Karte an sich ist seltsam, denn auf ihr ist der Leuchtturm einer Hebrideninsel abgebildet und die Nachricht an ihn lautet: "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M." Joe hat keine Ahnung: Woran soll er sich erinnern, wo ist „zuhause“, wer ist M. und was soll das mit dem Leuchtturm? Und wie soll jemand seines Alters überhaupt Post bekommen, die älter ist als er selbst? Um Antworten auf seine Fragen zu bekommen, bleibt ihm letztlich nichts anderes, als nach Schottland zu fahren – doch er landet nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in den Schlachten zwischen Briten und Franzosen und stellt fest, dass er Einfluss auf den Zeitenlauf zu haben scheint …

Was verwegen klingt, ist tatsächlich eine ziemlich mühelose Genrewanderung: Mit die größte Leistung Pulleys bei „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ ist wohl, dass die Welt, die sie erschaffen hat, zwar im ausgehenden viktorianischen Zeitalter spielt, aber einem so ganz anderen – und dass das plausibel wirkt, dass sie hier zudem locker eine Zeitreisegeschichte schreibt und auch das plausibel wirkt. Das ist dann wohl Worldbuilding at its best – allerdings für Leser, die sich an sehr leicht verfolgbaren linearen Geschichten erfreuen, denkbar ungeeignet. Mich stört eine solche Erzählweise nicht nur nicht, ich mag sie vielmehr sehr, wenn man erst durch Verbindung verschiedener Stränge über verschiedene Zeiten zu einem Gesamtbild kommt. Garniert ist all das mit einer Romanze zwischen zwei durchweg sympathischen Figuren, denen man unablässig wünscht, dass die Zeiten bzw. Geschehnisse sie zusammenführen mögen. Einmal mehr beweist Pulley, dass sie eine wahre Sprachkünstlerin ist, denn die Geschichte ist wunderschön zu lesen bzw. vorgelesen zu bekommen. In Summe ist dieses Buch sicher ein ganz besonderes, das aber Geduld braucht (schlicht aufgrund der Länge und weil man sich ein wenig konzentrieren muss) – wer die mitbringt, wird „entschädigt“ durch ein Buch, das Genregrenzen überwindet, eine rätselhafte Geschichte erzählt, das alles in wundervoller Sprache und das (zumindest mir) eine Weile in Erinnerung bleiben wird – kann man mehr wollen? Ich finde nein, daher volle Punktzahl.

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Faszinierende, historische Zeitreise;
Das Buch beginnt mit Joe, der sein Gedächtnis verloren hat, und auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist. Die Zeiten um 1900 und um 1800 werden sehr nahbar und glaubhaft geschildert. Man ist den Menschen nah, da die Geschichte sich auf das Menschliche konzentriert und die Verpackung (welche Kleidung, Wohnung, etc.) nicht so wesentlich ist. Es wird eine alternative Geschichte Englands und der Welt erzählt und die Zeit der großen Seeschlachten ist ausgesprochen interessant und faszinierend. In der Erzählung gibt es immer wieder Wechsel in der Erzählperspektive und den Erzählzeiten und das wurde für mich nach ungefähr einem Drittel etwas zu unübersichtlich, da man sich bei jedem Kapitel wieder in Erinnerung rufen mußte, wie dieser Erzählstrang zuletzt geendet hatte. Trotzdem vergebe ich volle Punktzahl, weil es sich am Ende sehr gut aufgelöst und erklärt und ich auch nicht wüßte, wie man es hätte besser machen können. Mit dem Wissen um die Zusammenhänge habe ich jetzt sogar Lust, das Buch noch einmal von vorne zu lesen.

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Natasha Pulley - Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

Meinung
Ein historischer Zeitreiseroman, der in England um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert spielt.
Die Handlung beginnt damit, dass Joe an einem Bahnhof im spätviktorianischen London ankommt,
Joe erinnert sich an seinen Namen, aber an nichts anderes mehr, bevor er am Bahnhof ankam.
Ein freundlicher Mann hilft ihm und bringt ihn in eine Klinik, wo die Ärzte ihm erklären, dass er an einer relativ häufigen Form von Epilepsie leidet, die Amnesie verursacht
Nach einer Weile, erhält Joe eine Postkarte, die fast 100 Jahre zuvor abgeschickt wurde.
Irgendwie ist auf dem Bild der Leuchtturm von Eilean Mor zu sehen, obwohl er erst vor ein paar Jahren gebaut wurde, und die Nachricht lautet: "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich an mich erinnerst. M"..
Nachdem Joe in Eilean Mor angekommen ist, wird dem Leser und Joe nach und nach die Wahrheit über die Geschehnisse enthüllt,
Dies ist ein Geheimnis, das mit Zeitreisen verknüpft ist, eine Geschichte über die Gewalt des Krieges und schreckliche Entscheidungen, die durch Liebe und Pflicht erzwungen werden. Aber vor allem geht es um Liebe.
Sehr empfehlenswert.

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Als ich den Klappentext gelesen und das wundervolle Cover gesehen habe, musste ich das Buch einfach haben. Die Autorin führt schickt den Leser auf eine mysteriöse Zeitreise in einem Paralleluniversum, in dem Napoleon den britisch-französischen Konflikt für sich gewonnen hat und das französische Imperium auf die britischen Inseln ausgeweitet hat. Zu allererst möchte ich betonen, dass der Klappentext in diesem Buch gut zu der Story gepasst hat, was leider ein großer Mangel bei dem Debütroman der Autorin war. Der angenehme, recht einfache Schreibstil macht es dem Leser leicht, die eher anspruchsvolle Lektüre zu verdauen, wobei ich sagen muss, dass der Lesefluss gerade zu Beginn größer ist als ab der Hälfte des Buches. Joe als Protagonist ging mir ehrlicherweise ein wenig auf den Keks. Er wirkt auf den ersten Blick recht intelligent, scheint jedoch wenig ambitioniert herauszufinden, was mit ihm geschehen ist. Auch das wird erst ab der Mitte des Buches wirklich deutlich. Müsste ich das Buch einem Genre zuordnen, dann könnte ich es tatsächlich nicht so wirklich. Es handelt sich zwar um ein Fantasybuch, allerdings mit vielen historischen Elementen, die vom Leser als Hintergrundwissen eingefordert wird. Wie beispielsweise das historische Wissen um den Britisch-Französischen Kolonialkrieg. Wenn dem Leser die nötigen Infos fehlen, wird die Geschichte anstrengend. Das Buch hat mich an einigen Stellen sehr gepackt, besonders das Rätsel um Madeline, an anderen war es jedoch so wenig spannend, dass ich es weggelegt habe, so dass ich es als gut beurteilen, jedoch nicht als Lesehighlight ansehen kann.

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Natasha Pulley überzeugt mit sprachlicher Raffinesse und komplexen Strukturen. Schon in ihrem Debüt hat sie gezeigt, dass ihre Bücher zwar durchaus unterhaltsam, aber zudem auch anspruchsvoll und vielschichtig sind. Geschichtliche Details werden in eine fiktionale Story verwoben und ziehen einen mit viel Spannung und Gefühl in ihren Bann. Doch nicht nur die Handlung, die mit geschickten Plottwists immer wieder für Überraschungen sorgt, überzeugt. Ein besonderes Augenmerk muss man auf die Charaktere legen. Sie alle sind multidimensional, bestechen durch Stärken und Schwächen. Wir erleben keine klassischen Helden, viel mehr Menschen, die wir auf ihrem Weg begleiten dürfen, mit denen wir rätseln, leiden, uns freuen. Eine ganze Bandbreite an Emotionen wird abgebildet; gefühlvoll, intensiv, teils herzzerreißend. Jeder einzelne von ihnen hat eine Geschichte, Schwarz und Weiß verschwimmen zu Grautönen, mit denen man sich mal mehr mal weniger identifizieren kann. Manche Details wirken entrückt und man fragt sich, kann das wirklich sein? Passt das tatsächlich in den historischen Kontext, doch gerade im Bereich Fantasy sind da wohl keine Grenzen gesetzt.
Mich hat die Story sehr gut unterhalten und ich habe tatsächlich bis zum Schluss nicht alle Puzzleteile aus Joes Leben zusammengesetzt bekommen. Ich liebe Bücher, die mich überraschen, mit neuen Ideen und Gedanken überzeugen. Wer fantastische Geschichten mit historischem Hintergrund und Zeitreisen mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

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Nach ihrem grandiosen Erfolg mit dem Uhrmacher aus der Filigree Street hatte ich als nächstes Buch von Natasha Pulley den zweiten Teil der Erzählung erwartet. Stattdessen bekommen wir eine neue Geschichte präsentiert, die glücklicherweise in sich abgeschlossen ist. Zumindest so mehr oder weniger, denn das Tückische an Zeitreiseromanen sind ja die Zeitparadoxen, von denen auch Pulley nicht gefeit ist.

Ich fand das Buch recht anstrengend zu lesen, denn die Handlung springt in einem fort zwischen unterschiedlichen Zeitlinien, die zudem Einfluss aufeinander haben. Es beginnt damit, dass die Handlung in einer Parallelwelt spielt, in der London Londres heißt und unter französischer Herrschaft steht. Zudem gibt es noch die Sklaverei und der Leser weiß zu Beginn genauso viel über dieses Jahr 1898 wie die Hauptfigur Joe Tournier. Nämlich nichts. Ganz anders die Autorin, die sehr viele Informationen zu den Kriegen und Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England recherchiert und in diesen Roman einfließen gelassen hat.

Ja, wie wäre es wohl, wenn wir neuere Technik in die Vergangenheit bringen könnten? Welche Auswirkungen hätte das? In diesem Buch gibt es viele Fragen, aber nicht unbedingt viele Antworten. Vieles muss sich der Leser zwischen den Zeilen erarbeiten, was eben nicht so einfach ist, da wie eingangs erwähnt, die Autorin sich nicht nur auf zwei Zeitlinien beschränkt, sondern auf mehreren. Ich finde die Sprache von Pulley grandios und die Umsetzung der Ideen war auch okay, aber hier und da war mir das Buch teils etwas zu verdreht und kompliziert.

Fazit
Das Debüt von Natasha Pulley fand ich gut geschrieben und die Geschichte konnte mit einigen außergewöhnlichen Theorien und Ideen aufwarten. Mit diesem Buch scheint die Autorin eins draufsetzen zu wollen, was aber in meinen Augen nur bedingt gelingt. Ein paar Zeitsprünge weniger hätten dem Buch sicherlich gutgetan. Wer sich gern in eine Welt der Zeitparadoxen begibt, ist hier bestimmt richtig. Wer lieber schnörkellose Romane mag, sollte von diesem Buch eher Abstand nehmen.

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Natascha Pulley schreibt ja immer tolle Steam-Punk Fantsay. Dieses Mal nicht mit einem geheimnisvollen Uhrmacher sondern mit einem besonderen Leuchtturm,.Der sowohl in der Gegenwart (also das Jahr 1900) als auch in der Vergangenheit (1807) existiert und einem Mann der an Gedächtsnisverlust leidet.

Auch dieses Buch hat mir wieder gut gefallen.

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Fangen wir mit dem Zeitraum an, in der die Handlung spielt. Wir befinden uns zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert. In dieser Zeit fanden einige Kriege, Revolutionen, Durchbrüche und natürlich Ereignisse statt, die unsere Gegenwart stark geprägt haben.
In diesem Buch werden ein paar dieser Dinge immer wieder verdreht, neu ausgelegt und natürlich frei erfunden. Wollte diese Information gleich zu Beginn loswerden. Die Autorin orientiert sich nur sehr lose an den realen Begebenheiten.
Ist das schlimm? Nö. Damit schafft sie sich sehr viel Freiraum und Möglichkeiten, mit der Zeit zu spielen.
In einem dieser Zeitstränge befindet sich zu Beginn Joe, unser Protagonist, der noch einige Abenteuer erleben wird, die seine eigentliche Natur zum Vorschein bringen. Gleichzeitig erfahren wir auch, wie und warum er seine Existenz vergessen hat.
Natürlich hat es mit der Zeit zu tun. Mitten in einem Gewässer gibt es einen Ort, an dem die Zeit verrückt spielt. Dieser wird im Laufe der Handlung sehr genau, und effektiv untersucht. Genauso wie der Rest des Buches wurden diese Szenen mit vielen Details ausgeschmückt.
Joe wird Zeuge davon, was es bedeutet wortwörtlich in der Vergangenheit gefangen zu sein und jeder seiner Schritte „seine“ Gegenwart komplett umkrempelt. Er wird Teil von Schlachten, Intrigen, Mannschaften und vor allem Zeuge wichtiger Ereignisse.
Das klingt nach unfassbar viel, was die Autorin umsetzen muss. Mich würde es nicht wundern, wenn sie sich auf einem Whiteboard mehrere Zeitstränge aufgezeichnet hat, um sich nicht selbst zu verwirren. Der Leser bekommt von letzterem zum Glück nichts mit.
Natürlich gab es Stellen, die meinen Kopf rauchen ließen, aber nie fühlte ich mich überfordert oder war komplett verwirrt.
Es zog sich immer ein roter Faden durch das Buch. Jeder Richtungswechsel wurde vorher ausreichend angekündigt, um nicht den Anschluss zu verlieren.
Neben den normalen Kapiteln gab es größere Abschnitte, die stets einen anderen Schwerpunkt der Handlung behandelt haben. So konnte ich der Geschichte immer gut folgen.
Die Charaktere, die immer wieder im Fokus standen, wurden gut in Szene gesetzt. Vor allem Joes innerer Kampf war jederzeit spürbar. Manchmal hatte ich sogar etwas Mitleid. Trotz der aufgezählten Schwächen war er alles andere als schwach. Er war dabei nicht der einzige. Seine Umgebung wartete mit vielen Details auf, genauso verhielt es sich mit den restlichen Charakteren.
Ganz ehrlich. Es fällt mir sehr schwer, euch nicht zu spoilern. Mit jedem weiteren Detail würde ich euch schon zu viel verraten. Daher würde ich es an dieser Stelle belassen und mein Fazit niederschreiben.
Ein spannender Zeitreiseroman mit einem gut gelungenen historischen Grundgerüst. Ein wahrlich besonderes Buch.

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1898: Joe Tournier steht plötzlich im Bahnhof Gare du Rois. Er hat keine Ahnung, wie er hierhergekommen ist, was er hier wollte und warum plötzlich London Londres heißt. Die Geschichte, wie er sie kennt, ist anders. England hat die Schlacht am Trafalgar Square verloren und ist französische Kolonie. Doch immer mehr Leute mit Gedächtnisverlust tauchen auf und dann bekommt Joe auch noch eine Postkarte mit einem Leuchtturm, auf dem steht: Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. Joe, der sich nach und nach in sein Leben zurückfinden muss, begibt sich auf die Suche: nach dem Leuchtturm, dem Absender der Karte und dem, was mit der Zeit und der Geschichte passiert ist. Und stößt immer wieder auf einen Mann namens Kite, mit dem ihn mehr verbindet, als Zeit und Raum und Gedächtnislücken ihm wegnehmen könnten.

Ich gebe zu, ich bin ganz schön hin- und hergerissen bei dem Buch. Einerseits ist es ein wirklich perfekter Schmöker, ein Buch, das sich Zeit nimmt, das von den LeserInnen aber auch verlangt zu folgen und die Zeitebenen zu beachten. Da schadet es nicht, dass die Autorin einen sehr schönen Schreibstil hat, den man gern geradezu goutiert. Sie nimmt uns mit in verschiedene Abschnitte des 19. Jahrhunderts mit kurzen Abstechern ins ganz frühe 20. und ganz späte 18. Jahrhundert. Und sie hat ihre Recherche, was Schiffe, Leben und Schlachten betrifft, sehr ernst genommen. Es ist zweifellos faszinierend. Genauso jedoch fand ich manche Sachen nicht so richtig nachvollziehbar. Kite ist - auch wenn er fragil wirkt und melancholisch - nicht nur einmal ein eiskalter Mörder, und allein das hat mich schon abgestoßen. Woher die Liebe zwischen ihm und Joe kam, war mir unklar. Auch kamen mir zum Schluss die Veränderungen in der Zeit viel zu schnell hintereinander, warum sollte das plötzlich ständig passieren? Trotzdem, ja. Ich hab's gern gelesen, man kann noch eine Weile darüber nachdenken und es ist bestimmt nichts, was man auf der Stelle wieder vergisst.

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Unerwartete, aber absolut spannende und gut erzählte Geschichte...

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und deshalb musste ich das im Fantasy-Genre angesiedelte Buch unbedingt lesen. Die Inhaltsangabe auf dem Klappentext sagt alles perfekt aus und ich möchte dazu auch nichts weiter ergänzen, um niemanden etwas vorwegzunehmen oder zu spoilern.
In der Geschichte geht es also um Zeitsprünge/Zeitreisen, aber auch historische Ereignisse und eine sich wiederfindende Liebe spielen hier eine Rolle.

Die Autorin springt bei ihrer Erzählung in der Zeit ständig vor und zurück. Daher ist beim Lesen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit unabdingbar.
Der Schreibstil ist teilweise nüchtern, aber andererseits auch sehr anspruchsvoll. Als Leser:in muss man viel mitdenken und sich Zusammenhänge selbst erkennen. Trotzdem ist die Geschichte durchweg sehr spannend geschrieben, es gibt viele unerwartete Wendungen und ich finde die ganze Storyline insgesamt sehr gut durchdacht.

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Natasha Pulley

Der Leutturm an der Schwelle der Zeit

Fantasy Roman


Worum es geht, Klappentext:

»Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst.«

1898 erwacht Joe Tournier
ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof
Gare du Roi in Londres.
Die Welt steht Kopf: England ist französisch,
und Joe wird in eine psychiatrische
Klinik eingewiesen.
Nur wenig später,
als er wieder in Freiheit ist,
trifft eine rätselhafte Postkarte
bei ihm ein,
die 90 Jahre zu ihm unterwegs war.

Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm
auf einer Insel in den Äußeren Hebriden
mit dem Namen Eilean Mor abgebildet,
auf der Rückseite steht ein kurzer Text:
"Liebster Joe, komm nach Hause,
wenn du dich erinnerst. M."
Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich
und wie kann ein Mann mittleren Alters
aus einer 90jährigen Vergangenheit
heraus vermisst werden?
Und wer ist M.?
Joe macht sich schließlich
auf die nicht ungefährliche Reise
nach Schottland,
um den Leuchtturm zu suchen
und findet stattdessen einen Weg
in die Vergangenheit.
Unversehens gerät er
in die Turbulenzen
der großen Schlachten
zwischen England und Frankreich,
die lange vor seiner Geburt
entschieden wurden.
Schnell wird klar,
dass jeder Schritt
in die Vergangenheit
auch seine Zukunft beeinflusst.

„Halten Sie sich das Wochenende frei
und lassen Sie sich entführen.“
- New York Times


Meine Meinung:

Ich kann mich der New York Times nur
anschließen.
Natasha Pulley hat mich wieder
begeistert und mitgenommen
auf eine ganz und gar
ungewöhnliche Reise.

Mit ihrer wundervollen Art zu schreiben,
ihrem einzigartigen Sinn für Humor
und mit ihrer großartigen Fantasie
hat sie sich definitiv einen Platz
in meinem Leserherzen erobert.
Schon ihr Debütroman
"Der Uhrmacher in der Filigreestreet"
war genial und
auch dieser zweite ist hinreißend
und empfehlenswert.

Dies war nun nicht mein erster
Zeitreiseroman, aber ganz sicher
mein außergewöhnlichster.
Superspannend und mitreißend,
nicht aus der Hand zu legen
und auch zum Nachdenken
inspirierend.

Ich weiß wirklich nicht,
was ich an Joes Stelle getan hätte
und es wird mich wahrscheinlich
auch noch eine Weile beschäftigen.
Auf jeden Fall finde ich den Roman
absolut lesenswert und kann ihn nur
aller bestens empfehlen!

Fantastische 5 Sterne für Natasha Pulley
und "Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit"!!!

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Aufmerksam wurde ich durch das schöne Cover, weil es schlicht, aber dennoch aussagekräftig ist und natürlich sehr gut zum Titel passt. Der Klappentext klang geheimnisvoll und vielversprechend, daher musste ich das Buch unbedingt lesen.

Durch den fesselnden und leichten Schreibstil habe ich mich sehr schnell in die Geschichte hineingefunden. Am Anfang tat ich mich tatsächlich etwas schwer mit den ganzen verschiedenen Zeitsprüngen, aber nach einiger Zeit hatte ich den Dreh heraus und habe mich sehr gut orientieren können.

Die gesamte Storyline mit Joe war absolut spannend und fesselnd zugleich. In mir wurde richtig die Neugier geweckt, weil ich unbedingt wissen musste was mit Joe und seinem Gedächtnis los ist. Die ganzen kleinen Geheimnisse und Geschehnisse entdecken zu dürfen war ein richtiges Abenteuer vom feinsten.

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"Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" ist eine teils verwirrende, aber auch originelle, komplexe und spannende Geschichte, die geschickt das Konzept verarbeitet, wie bei einer Zeitreise selbst winzige Veränderungen in einer Zeitebene zu großen Veränderungen in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft führen können.

Im Jahr 1898 kommt Joe Tournier an einem Bahnhof in London an, ohne sich zu erinnern, wer er ist oder wie er dorthin gekommen ist. Er kennt andere Namen und Personen als die, die vor ihm stehen. Noch unheimlicher ist, dass er eine Postkarte von vor 95 Jahren erhält, die ihn auffordert, nach Hause zu gehen. Das ist der einzige Hinweis, den er hat. Die alte Postkarte eines Leuchtturms ist mit M. unterschrieben und Joe ist entschlossen, den Autor zu finden. Die Suche nach M. wird Joe jedoch dazu bringen, die Geschichte und sich selbst neu zu schreiben.

Trotz Natasha Pulleys sehr anschaulichen und stimmungsvollen Schreibstil hatte ich so meine Probleme, der Sache zu folgen. Erst im Nachklang fügte sich für mich das Bild. Allerdings erst, nachdem ich das Hörbuch gehört hatte, und mich nicht auf die Sätze konzentrieren musste.

Das Element der Zeitreise ist gut durchdacht, auch wenn der Roman sich Zeit lässt an dem Punkt in der Geschichte zu gelangen, an dem alles zusammenfällt und einen Sinn ergibt.

Durch den Text fließt zudem eine leichte Magie, die geheimnisvoll und unerklärlich ist, die einen aber völlig in die Geschichte hineinzieht. Eine Liebesgeschichte, die durch Raum und Zeit reist und die die Geschichte verändert.
Auch ist das Buch voller Sehnsucht. Joe sehnt sich die ganze Zeit über nach etwas, das er nicht einmal kennt, aber je weiter man in die Geschichte eindringt, versteht man nach und nach, was sich Joe sehnt und was es mit seinem Gedächtnisverlust auf sich hat.

Ein Buch, das seine Zeit braucht um auf einen zu wirken und zu fesseln aber dann wenn man sich darauf einlässt, einen mit einer außergewöhnlichen und gefühlvollen Zeitreisegeschichte und deren Folgen belohnt wird.

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Im Jahr 1898 erwacht ein Mann namens Joe ohne Erinnerungen. Der Mann ist total verwirrt, weil England französisch ist. Als er in der Psychiatrie ist bekommt er eine Postkarte mit einen Leuchtturm drauf. Diese war 90 Jahre zu ihn unterwegs. Leider hat er keine Erinnerung zu diesen Leuchtturm, aber er macht sich auf die Suche nach diesem Leuchtturm um Antworten zu finden.

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Im unteren Teil des Covers wird der besagte Leuchtturm in neon gelb abgebildet. Der Hintergrund ist einem mysteriösen dunkelblau gehalten. Um den Buchrand der Vorderseite sind gewellte Linien, somit sieht das Cover aus wie eine große Briefmarke.

Der Schreibstil ist angenehm und der Spannungsbogen wird immer weiter aufrecht erhalten, dadurch konnte ich kaum das Buch aus der Hand legen. Nur sind die Zeitsprünge etwas verwirrend. Aber im großen und ganzen hat das Buch sehr Spaß gemacht zu lesen.

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Joe erwacht in London am Gare de Roi und ihm fehlen alle Erinnerungen. Ein unbekannter Mann bringt ihn in ein Krankenhaus, wo er schon bald von seiner Frau abgeholt wird. Einige Zeit später erhält er eine mysteriöse Postkarte mit einem Leuchtturm darauf und dem Text "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M." Nur Joe kann ich nicht erinnern. Aber irgendwann bietet sich ihm eine Gelegenheit, genau diesen Leuchtturm zu besuchen. Und er ergreift sie. Dies ist der Beginn einen spannenden Reise in die Vergangenheit. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es am Anfang recht verwirrend war. England wird von Franzosen regiert. Ein Ergebnis, wenn die Schlacht von Trafalgar anders verlaufen wäre. Die Figuren konnten mich überzeugen und ich habe mitgefiebert ob Joe nun das Rätsel um seine Vergangenheit lösen kann. Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit passt in keine Schublade. Es ist n von allem etwas dabei. Geschichte, Fantasy, Liebe...Herzlichen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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Ein Roman den ich nur schwer aus der Hand legen konnte, obwohl ich gelegentlich Mühe hatte, die verschiedenen Zeitebenen im Fortgang der Geschichte für mich zu sortieren.
Der Autorin ist eine fesselnde Mischung aus Zeitreise-, Liebes-, Mystery- und historischem Roman sowie Alternativweltgeschichte gelungen.
Zusammengehalten und vorangetrieben wird die Handlung durch die Liebe und die Sehnsucht über eine zeitliche Distanz von 93 Jahren hinweg. Das Ende ist ebenso überraschend wie zwingend.
Da tritt der alternativhistorische Hintergrund des Romans, die Entwicklung Englands nach dem gegen das napoleonische Frankreich verlorenen Krieges, fast schon mal zurück.

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Von einem Leuchtturm und verlorenen Erinnerungen...

Nachdem mir das Buch „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ sehr gut gefallen hatte, war ich dementsprechend neugierig auf den neuen Roman von Natasha Pulley. Auch dieser überzeugt mit einem überraschenden Verlauf und interessanten Entwicklungen.

Im Jahr 1898 findet sich der dreiundvierzigjährige Joe Tournier wie aus dem Nichts plötzlich auf dem Bahnsteig des großen Bahnhofs Gare du Roi in Londres wieder und kann sich an nichts erinnern - weder, wie er hierhin gekommen ist, noch woher er kommt.
In der fremd wirkenden Welt, in dem London eine französische Stadt ist, versucht Joe so gut wie möglich, sein Leben zu leben. Doch irgendetwas ist nicht richtig, mysteriöse Erinnerungsfetzen überfallen ihn regelmäßig. Kurz darauf erreicht ihn eine Postkarte mit einer rätselhaften Nachricht:


Liebster Joe,
komm nach Hause, wenn du dich erinnerst.
M
- Seite 41, eBook


Darauf abgebildet ist ein Leuchtturm, der sich abgelegen auf einer Insel an der Westküste Schottlands befindet. Das Seltsamste aber: Die Postkarte scheint 93 Jahre zuvor abgeschickt worden zu sein – im Jahr 1805. Um mehr zu erfahren, macht Joe sich auf den gefährlichen Weg zu dem Leuchtturm. Noch ahnt er nicht, dass ihn diese Reise noch viel weiterführen wird – in die Vergangenheit und in die Wirren des Krieges zwischen England und Frankreich. Joe befindet sich plötzlich zwischen abenteuerlichen und oft beängstigen Entwicklungen - und jeder Schritt kann die Zukunft ändern…

Auch dieses Buch hat wie schon der Vorgänger eine besondere Note und eine geheimnisvolle Hauptfigur. Was bei einem mysterösen Leuchtturm beginnt, zieht weite Kreise, deren Ereignisse über 100 Jahre umspannen. Neben einer außergewöhnlichen Zeitreise geht es in eine alternative Welt mit einem „Was wäre, wenn-Szenario“. Die Story wechselt regelmäßig zwischen verschiedenen Zeitzonen, manchmal ist es etwas schwierig, nicht den Überblick zu verlieren. Dennoch ist es spannend zu verfolgen und nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen. Auch Joes Weg entwickelt sich anders als gedacht.


„Die Panik senkte sich langsam auf ihn herab, nicht wie sonst immer in einer Woge, sondern eher wie etwas Bleischweres. Und sie hatte feste Kanten.“ – Seite 453, eBook


Gut gelungen sind die Beschreibungen der Schauplätze in den verschiedenen Zeiten und Orten – sowohl die bedrückende Atmosphäre auf See und inmitten des Krieges, als auch die Mysterien rund um den Leuchtturm und das französische England.

Besonders gefallen haben mir die Abschnitte rund um den Leuchtturm. Trotz des zentralen Punktes ging dieser etwas unter, gerne hätte es hier noch ausführlicher werden können. Gerade diese Szenen haben eine gelungene und spannend-mysteriöse Note. Insgesamt hat mir das Buch mit seiner außergewöhnlichen Story sehr gut gefallen – von Mystery mit etwas Fantasy, Drama, historischen Elementen und auch einer Liebesgeschichte ist alles vorhanden – Joes Weg und wie sich schließlich zusammensetzt ist überraschend und spannend zu verfolgen.


„Er hatte das schon Hunderte Male gelesen, ja Tausende Male, aber diesmal war es anders. Mit einem Schlag änderte sich die ganze Welt.“ – Seite 386, eBook


Mein Fazit: Mysteriös, geheimnisvoll und außergewöhnlich: Auch der neue Roman von Natasha Pulley hat eine besondere Note: Von einem Leuchtturm, den ein Geheimnis umgibt über eine alternative Welt und einer Zeitreise mit Folgen – nach und nach kommt Licht in die komplexe Geschichte, die einiges zu bieten hat. Es wird dramatisch, traurig und vor allem rätselhaft. Durch die häufigen Wechsel der Blickwinkel in unterschiedlichste Zeiten manchmal etwas verwirrend, aber dennoch sehr lesenswert. Einmal angefangen, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil man unbedingt wissen will, wie es ausgeht. Ich vergebe 4,5 Sterne.

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Mich hatte die Idee fasziniert, dass eine Zeitreise so anders sein kann.
Ich brauchte ein bisschen um mich in der Stil der Autorin einzulesen.
Dann habe ich Joe‘s Reise genossen und mich gerne überraschen lassen, da einige Wendungen absolut nicht vorhersehbar waren.
Eine gute Geschichte, aber definitiv nicht für „schnell mal zwischendurch“ geeignet.

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"Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" von Natasha Pulley

Das Buch ist sehr komplex. Es beginnt damit, dass ein Mann im Bahnhof "Gare du Roi" im Jahre 1898, 93 Jahre nach der Schlacht bei Trafalgar in Londres ankommt. Der größte Teil von Großbritannien ist von den Franzosen besetzt, deshalb heißt London Londres und "King's Cross" "Gare du Roi". Die Franzosen hatten die Briten in der Schlacht von Trafalgar besiegt anders, als wir es aus dem Geschichtsunterricht kennen.

Der Ankömmling, er wird Joe genannt, kann sich an nichts erinnern, noch nicht einmal von wo er nach Londres kam, wahrscheinlich aus Glasgow, wohin der Arm der Franzosen nicht reicht. Er träumt oft denselben Traum und ist sich sicher, dass der was mit seiner Vergangenheit zu tun hat. Außerdem hat er eine Ansichtskarte mit einem Leuchttum an der schottischen Küste, worauf ihn jemand mit dem Anfangsbuchstaben M. bittet zurückzukommen, aber er weiß nicht wohin.

Er richtet sich in Londres ein, heiratet und hat eine Tochter. Sein Ziel ist es, mehr von seiner Vergangenheit zu erfahren und M. zu finden. Er lässt sich in einem Unternehmen anstellen, das die Wartung aller Leuchttürme übernommen hat. Eines Tages kommt dort die Meldung an, dass einer der Leuchtürme nicht mehr funktioniert. Es ist der, der auf der Karte abgebildet ist. Jemand muss dorthin reisen, um die Ursache festzustellen und den Fehler zu beheben. Der Held meldet sich freiwillig und nimmt die lange, beschwerliche Reise auf sich.

Er stellt fest, dass ein Generator zerstört wurde und deshalb kein Licht mehr vom Leuchtturm ausgestrahlt wird. Die Mannschaft der Leuchtturmwärter ist verschwunden. Allein im Leuchtturm hört er Stimmen von Männern, die sich unterhalten, aber niemand außer ihm ist da. Doch dann rettet er einen Mann aus der Brandung, der offensichtlich aus der Zeit um 1805 stammt.

Ab da wird das Buch schwer zu lesen, denn die Autorin springt locker durch die Zeiten. Mal wird berichtet, wie eine Schlacht um 1805 stattfindet und ein andermal ist man in der Nähe der Jahrhundertwende zu 1900, dann wieder zurück nach 1798 und so weiter. Immer wieder, muss man sich mühsam in die Zeit, die handelnden Personen und deren Umfeld versetzen, denn das wird nicht chronologisch sondern dauernd wechselnd beschrieben. Auch die Orte wechseln ständig.

Ich habe die Leistung von Natasha Pulley bewundert, dass sie das fast fehlerfrei hinbekommen hat, bis zu dem Punkt, an dem ich aufgegeben habe, die Zeitstränge im Detail zu verfolgen. Es ist wirklich eine schrifstellerische Leistung und dem Leser wird einiges abverlangt.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich das Werk bewerten soll. Es sollte fünf Sterne für diese Leistung, die Sprache (Übersetzung aus dem Englischen), die Idee und die Fantasie bekommen. Aber es ist nicht immer ein Genuss, es zu lesen, weil es große Gehirnakrobatik erfordert und dadurch anstrengend zu lesen ist.

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Ich lese nicht viele Bücher, die dem Fantasy-Bereich zuzuordnen sind. Das ist normalerweise nicht so mein Genre und innerhalb dieses Genres mag ich in der Regel Steampunk gar nicht. Hin und wieder mache ich aber Ausnahmen und lasse mich auch gerne eines besseren belehren.
Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit von Natasha Pulley ist eine dieser Ausnahmen und ich bin sehr froh, dass ich sie gemacht habe.
Im Jahr 1898 wacht Joe Tournier ohne Erinnerung in einem Londoner Bahnhof auf. Dort ist plötzlich alles Französisch, Englisch wird unterdrückt. Nur in Schottland gibt es noch eine kleine Gruppe Aufständischer, die Saints. Joe wird zunächst in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, erlangt aber seine Erinnerung nicht wieder. Schließlich erhält er eine Postkarte, die über 90 Jahre auf ihn gewartet hatte. Auf ihr ist ein Leuchtturm auf den Äußeren Hebriden abgebildet. Joe macht sich auf den Weg dorthin, da er ahnt, dass er dort Antworten zu seiner Vergangenheit finden kann.
Durch die unterschiedlichen Zeitebenen, die Vielzahl der Personen und durch die Fragen, wer denn nun eigentlich wer ist, ist die Handlung teilweise etwas verworren. Ich habe auch zugegebenermaßen bei den Zeitsprüngen nicht alles verstanden (das geht mir dabei aber meistens so). Ich fand die Geschichte aber äußerst spannend und die Auflösung auch sehr gelungen und logisch. Für mich war es genau das richtig Maß an Fantasy in der Mischung mit dem historischen Setting.

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1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. England ist französisch und Joe ist kein freier Mann mehr. Er kommt in eine Psychiatrie , geht eine Ehe ein, an die er sich nicht erinnert und ist Jahre später ein freier Mann. Da ereilt ihn eine alte Postkarte, die ihn auffordert, nach Hause zu kommen, wenn er sich erinnert. Doch diese Karte ist 90 Jahre alt, wie kann das geschehen? Dann seine Träume und kleinen Erinnerungen, etwas schon mal gesehen oder gehört zu haben. Joe geht der Sache auf den Grund, wo soll er ohne Gedächtnis nur beginnen?

Schnell war ich mitten in der Geschichte, auch wenn ich mich zu Beginn des Buches sehr konzentrieren musste, um keine Kleinigkeit zu verpassen und alle Personen richtig zu ordnen zu können. Doch als mich völlig auf Joes Welt eingelassen hatte, konnte ich von der Geschichte gar nicht genug bekommen.
Der Schreibstil ist ein angenehm anspruchsvoll , ebenso wie die Handlung.
Personen und Handlungsorte sind so gut beschrieben, dass ich sie als Leser gut vor Augen hatte, auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, durch die Zeiten zu reisen und mich genau wie Joe erst zurecht finden musste. Ich muss gestehen, dass dieses einen ganz besonderen Reiz des Buches ausmacht.
Wer glaubt hier einen von vielen Zeitreisenromanen vorliegen zu haben, der hat nur bedingt Recht. Zeitreisen geschehen in diesem Buch , doch es steckt viel mehr dahinter, denn was ist, wenn der Zeitreisende die Zukunft verändert oder durch sein Eingreifen das Leben der Menschen beeinflusst. Genau dieses hat die Autorin in diesem Roman getan, sie hat die Zeiten geändert und somit ihren Verlauf in eine völlig andere Bahn gelenkt.

Mich persönlich hat dieser Roman bestens unterhalten und gab mir herrlich nachdenklich stimmende Lesestunden, die ich nicht missen möchte. Für mich ist dieses Buch eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.

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*Patienten aus der ganzen Republik wurden davon befallen, von Rom bis Dublin.*

Londres, 1898: Joe Turner erwacht ohne Erinnerung am Gare du Roi in Londres. England ist Teil des Französischen Reiches und Joe anscheinend ein Leibeigener. Obwohl er sich an Manches aus seiner Vergangenheit erinnern kann, fehlt ihm jede persönliche Erinnerung. Was ihm bleibt ist eine Postkarte mit einem Leuchtturm. Sie stammt von den Äußeren Hebriden und war 90 Jahre zu ihm unterwegs. Als er die Gelegenheit bekommt, genau zu jenem Leuchtturm zu gelangen, führt ihn sein Weg in die Vergangenheit und mitten in die großen Schlachten zwischen England und Frankreich. Ihm wird klar, dass alles, was in dieser Vergangenheit passiert, seine eigene Gegenwart beeinflusst.

Das Szenario rund um Joe, der in einem London, das kein London mehr ist aufwacht und sich an nichts mehr erinnern kann, fand ich ansprechend. Schon da ist – auf Grund des Klappentextes und einiger Andeutungen klar, dass jemand die Vergangenheit geändert hat. Obwohl auch zu Beginn noch nicht viel passiert, fand ich diesen Teil der Geschichte spannend. Dann jedoch macht es sich Joe in seinem neuen Leben bequem, kommt zu dem geheimnisvollen Leuchtturm und in die Vergangenheit, wo er auf einem Schiff der Marine von Kapitän Kite gefangen genommen wird. An sich klingt auch das spannend – für mich hat sich dieser mittlere Teil des Buches aber doch sehr in die Länge gezogen. Erst als man immer mehr über Kite erfährt – wofür auch einige Rückblicke in seine Vergangenheit sorgen – und das Geheimnis, das um Joes wahre Identität gemacht wird Schritt für Schritt aufgeklärt wird, konnte mich die Geschichte wieder packen.

Als Leser findet man hier eine Mischung aus fantasy-, historischem und Liebesroman wieder, der nicht zögert, auch die dunkleren Seiten seiner Charaktere zu zeigen. Joe ist dabei eher der Verständnislose, der lange im Dunkeln tappt und auch mal ein wenig begriffsstutzig wirkt. Kite und seine Crew hingegen zeigen sich als abgehärtete Soldaten, die nicht umsonst als Pirten bezeichnet werden.

Fazit: Ein guter Beginn und ein gutes Ende haben in meinen Augen den schwächeren Mittelteil aufgewertet. Besonders das Ende der Geschichte mochte ich sehr.

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Schicksalhafte Zeitreise – Ein wunderbarer und tiefgründiger Roman
Es ist das Jahr 1898 als Joe Tournier am Bahnhof Gare du Roi in Londres ohne eine einzige Erinnerung aus einer Ohnmacht erwacht. Obwohl im alles dumpf vertraut vorkommt ist doch alles anders. England ist plötzlich Französisch und Joe fühlt sich so verloren, dass ihm schließlich ein Herr zu Hilfe kommt und ihn in eine psychiatrische Klinik bringt. Nach seiner Entlassung führt Joe Tournier sein Leben weiter, das sich irgendwie falsch anfühlt, doch seine Erinnerungen bleiben weiter im Nebel verborgen. Da erreicht ihn eines Tages eine Postkarte mit einem Leuchtturmmotiv. Es ist der kurze Text und die Tatsache, dass die Postkarte vor 90 Jahren an ihn verschickt wurde, die Joe den Boden unter den Füßen wegzieht. Führt in der Leuchtturm in den Äußeren Hybriden womöglich zurück zu seinen Erinnerungen? Tournier macht sich auf den Weg nach Schottland, um den Leuchtturm zu suchen und M. zu finden, die Person, die die Karte vor 90 Jahren auf den Weg gebracht hat…
Meine Meinung:
Es ist nun schon das zweite Mal, dass Natasha Pulley mich mit einem Buch fasziniert, in dem viel von der Geschichte zwischen den Zeilen erzählt wird. In „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ geht es um Krieg, um die großen Schlachten zwischen England und Frankreich, im Detail um die Schlacht bei Trafalgar, die hier anders ausgeht als man das aus den Geschichtsbüchern kennt. Zudem steht die Seefahrerei, das Reisen durch die Zeit und das sich Verlieren und Wiederfinden im Mittelpunkt. Mit all dem verwoben ist da eine schicksalhafte, wehmütige und leise Liebesgeschichte, die mich sehr berührt hat.
Anders als in „Der Uhrmacher von der Filigree Street“ hat mich Natasha Pulley hier von Anfang an abgeholt, wie eine Sog zieht mich die Geschichte an und sie spuckt mich erst nach der letzten Seite wieder aus. Zusammen mit Joe Tournier begebe ich mich auf die Suche nach seinen Erinnerungen und natürlich nach M., denn mindestens genauso brennend wie Joe möchte ich diese Person finden und wissen, wer hinter diesem Namenskürzel steht und welche Verbindung sie zu Joe hat. Bald schon bin ich nicht mehr nur Leserin, sondern bin irgendwie in Gedanken ein Teil dieser Geschichte, erlebe den Krieg, die Explosionen des Kanonenfeuers, Schreie, Tod, Verzweiflung, das Leid der Menschen erlebe ich beinahe hautnah. Ich reise und springe durch unterschiedliche Zeiten und bald wird klar, dass Joe mit jedem Schritt in die Vergangenheit, mit jeder Handlung und jedem Wort auch seine Zukunft maßgeblich beeinflusst.

Pulley erzählt ruhig aber sehr atmosphärisch und real. So überzeugend, dass ich fast sicher bin, dass es dieses Tor zwischen den Zeiten, nahe der Insel Eilean Mor mit dem Leuchtturm, tatsächlich gibt. Der Leuchtturm, der mir so vertraut ist, weil ich ihn aus dem wunderbaren Buch „Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex kenne. Auf Eilean Mor verschwinden im Jahr 1900 auf mysteriöse Weise drei Leuchtturmwärter, die Umstände sind bis heute unklar. auch Natasha Pulley greift dieses Mysterium auf und verwebt dieses Ereignis gekonnt in ihre Geschichte.
Ich hätte gerne länger auf Eilean Mor verweilt, weil ich die Stimmung und Atmosphäre dort so besonders fand. Still, in sich gekehrt, wenn auch ein bisschen unheimlich. Dennoch habe ich Joe in dieser Zeit nochmal von einer ganz anderen, intimeren Seite kennengelernt, was mir gut gefallen hat.
Es gibt eine Vielzahl von Figuren in diesem Buch und alle sind Teil vom großen Ganzen. Jede Nebenrolle ist es wert, erzählt zu werden, jedes noch so kleine Detail, jedes Schicksal, jede Charaktereigenschaft ist ein Baustein der Geschichte. Wenn die Nebenfiguren die Adern sind, sind die Hauptprotagonisten der Herzschlag, alles zusammen ein auf sich angewiesenes und eingespieltes System mit viel Tiefgang und Lebendigkeit.

"Komm zurück wenn du dich erinnerst"

Mein Fazit:
Ein wunderbarer, intensiver Roman, der mich mitgenommen, gefesselt und berührt und mich auch lange nach dem Ende nicht losgelassen hat. Ein Buch über das ich noch so viel mehr erzählen könnte. Absolute Leseempfehlung!

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Im London von 1898, zur Zeit der Droschken, Dampfloks und Großsegler, findet sich Joe Tournier mit einer Gedächtnislücke wieder, die als Form von Epilepsie diagnostiziert wird. England scheint französisch besetzt zu sein und Joe muss einfach glauben, dass er Leibeigner eines Monsieur Saint Marie wäre, der ihn nach Joes Untersuchung in mehreren Kliniken zurück beansprucht. Angeblich ist der Patient verheiratet mit Alice und hat einen dunkelhäutigen Bruder, Toby. Da diese Art Gedächtnislücke häufig auftaucht, wenden die Beteiligten sich wieder ihrem Alltag zu, in dem man genug damit zu tun hat, nicht als schottischer Separatist verdächtigt zu werden

Eine Postkarte des Leuchtturms auf Eilean Mór/Hebriden von 1805 wird zum Auslöser von Joes Karriere als Leuchtturm-Mechaniker und führt ihn schließlich durch ein Portal an diesem Leuchtturm in die Epoche vor der Schlacht von Trafalgar (1805). Zeitreisen stelle ich mir stets als Zeitfalte vor und fantasiere mit Vergnügen darüber, was aus den Menschen wird – und hier, was mit der Ausrüstung, den Schiffen und Besatzungen passieren wird. Joe Tourniers Zeitreise findet geografisch und zeitlich nicht nur zwischen zwei Ebenen (1891 und 1797) statt, sondern außer u. a. London, Edinburgh, Eilean Mór, Cadiz und mehreren Windjammern als Schauplatz legen die Schiffe Strecken auf See zurück, Joe reist mit der Eisenbahn und an jedem Ort schreitet natürlich die lokale Zeit voran. Als wäre das nicht herausfordernd genug, wechseln die Personen mit dem Ortswechsel auch ihre Namen. Ob Joe auf seinen Reisen das Wissen seines Handwerks ins 18. Jahrhundert transferieren und die Geschichte daraufhin einen anderen Verlauf nehmen wird, diese Frage liegt natürlich nahe.

Angenehm überrascht war ich davon, dass Natasha Pulley für ihre Figuren außer einem denkbaren alternativen Geschichtsverlauf auch alternative Lebensentwürfe und Rollenbilder entwickelt. So können Frauen z. B. an Bord der Schiffe den Rang ihrer im Krieg gefallenen Männer übernehmen und bekommen deren Sold weiter ausgezahlt, anstatt als verarmte Witwen existieren zu müssen. Männern wird trotz des Kriegszustands offenbar Emotionalität und das Leiden an Kriegstraumata zugestanden. Für die Epoche scheint mir das Heraustreten aus vorgeschriebenen Rollen revolutionärer als Joes technische Kenntnisse – und dazu hochaktuell, da wir im 21. Jahrhundert gerade erleben, welch revolutionäre Folgen auch nur die geringste Veränderung von Rollenbildern zeigen kann.

Wer Pulleys „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ kennt, ahnt, dass auf ihre Leser*innen auch hier wieder eine rätselhafte Handlung wartet, die zunächst mehr Fragen offenlässt als Antworten zu bieten.

Der Test, ob Sie reif für "den Leuchtturm" sind
( ) Ich glaube unbesehen, dass an der schottischen Nordwestküste Schiffe mit Mann und Maus verschwinden können.
( ) Ich interessiere mich für die authentische Geschichte der verschwundenen Leuchtturmwächter von Eilean Mór (1900).
( ) Ich mochte Sara Stonex Roman, in dem sie das Leuchtturmwärter-Rätsel an die Küste von Cornwall verlegt.
( ) Ich lese gern Romane, die an Bord von Großseglern spielen.
( ) Ich mag Zeitreisen.
( ) Ich ertrage Alternativen zum traditionellen dualen Rollenmodell.
( ) Ich muss nicht sofort Antworten auf alle Fragen erhalten.
( ) Ich lasse mich beim Lesen gern überraschen.
….

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Wenn die Welt Kopf steht

Eine tolle Geschichte um einen alternativen Geschichtsverlauf mit ein paar Längen, die genutzt werden, um den Lesenden mehr Zeit in der Welt zu schenken. Eine hervorragende Idee erstklassig umgesetzt mit tollem Hauptcharakter. Ein Buch, das man genießen darf und eine Ausgangssituation, die sicherlich jedem Engländer einen gehörigen Schauer über den Rücken jagt.

Joe Tournier erwacht ohne Erinnerungen 1898 am Gare du Roi in Londres. Seine Welt steht Kopf, er hat das Gefühl nicht mehr in seiner Welt zu sein. England ist französisch und für ihn fühlt sich alles falsch an. Wenig später erhält er eine Postkarte aus dem Jahr 1805, auf der ein Leuchtturm abgebildet ist, zu dem er sich begeben soll. Er macht sich auf und hofft, wieder in seine Normalität zurückkehren zu können.

Joe eignet sich perfekt als Identifikationsfigur. Er ist genauso verwirrt wie die Lesenden und mit ihm können wir uns langsam an die neuen Verhältnisse gewöhnen. Hinzu kommen viele weitere interessante Charaktere, die das Buch zu einem emotionalen Erlebnis machen. Insbesondere da es im Mittelteil um die Schlacht von Trafalgar geht und die Kämpfe an Bord der Kriegsschiffe hautnah miterlebt werden können.

Der Titel des Buches passt perfekt zur Rahmenhandlung, verrät aber nichts darüber, dass man einen ziemlich guten historischen Einblick in eine Seeschlacht erhält. Ein Geschichtsverlauf, der sicher nicht für jeden etwas ist. Mir hat es sehr gut gefallen, ich fand die Beschreibungen spannend, bewegend und verstörend. Frauen und Kinder an Bord eines Schlachtschiffs ist schon gewöhnungsbedürftig. Die Autorin lässt einen tief eintauchen in die Zeit des Krieges. Es geht um Verrat, Spionage, Freundschaft, Leid und vieles mehr, ein intensives Leseerlebnis.

Natasha Pulleys Schreibstil gibt den Charakteren viel Raum und neigt zu ausführlichen Beschreibungen. Da ich mich nach dem letzten Buch von ihr daran gewöhnt habe, hat er mir diesmal viel besser gefallen. Dazu kommt sicherlich auch die Handlung, die mich gut abgeholt hat. Die Ausgangssituation ist klasse, die Auflösung hervorragend und der historische Einblick in die Seeschlacht interessant. Es ist spannend mitzuerleben, wie alle Fäden zusammenlaufen und man hinter die Geheimnisse der Handlung kommt.

Ein Buch für Fans von historischer Fantasy, besonderen Zeitreisen und Charakteren, mit denen man einfach mitfühlen muss.

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Ein Mann ohne Gedächtnis, der in einer Welt erwacht, die er nicht mehr erkennt. Natasha Pulley lässt den Leser zusammen mit der Hauptfigur Joe erleben, als dieser sich ohne jegliche Erinnerung an einem Londoner Bahnhof wiederfindet. Doch irgendwie fühlt sich alles falsch an - England ist unter französischer Herrschaft, Schottland ist eine Separatistenregion, und Joe plagt die Erinnerung an einen Namen - Madeline. Wer ist sie? Als Joe dann eine Postkarte mit dem Bild eines schottischen Leuchtturms erhält, die 90 Jahre zuvor an ihn versand wurde, und mit "M." unterschrieben ist, weiß er, dass er sich auf die Suche machen muss.
"Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" ist ein Zeitreiseroman, der geschickt mit den verschiedenen Zeitebenen spielt, aber vom Leser auch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit fordert, um den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen. Sprachlich toll, und wenn man einmal in der Geschichte drin ist, lässt sie einen nicht mehr los.

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Das Buch hat bis zum Ende den Spannungsbogen immer mehr aufgebaut. Am Ende saß ich bibbernd vor den Zeilen und hatte Angst davor, welches Ende die Geschichte nehmen wird. Anfänglich hatte ich es ein wenig schwer in die Geschichte einzutauchen, aber man muss sich einfach darauf einlassen. Es ist kein Buch, dass man einfach so zwischendurch liest, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Joe befindet sich im Jahre 1898 am Bahnhof Gare du Roi in Londres und ist England französisch! Außer seinem Namen hat er keine Erinnerung an seine Vergangenheit. Immer wieder „blitzen“ Erinnerungen in ihm auf die, wie man ihm erklärt, durch eine Epilepsie entstehen.
Eines Tages erhält er eine Postkarte mit einem Leuchtturm die vor 93 Jahren aufgegeben wurde. Von da an beginnt er zu kämpfen und nach seiner eigenen Geschichte zu suchen.
Sie führt ihn in die Vergangenheit und den Leser in eine Zeitreise mit zwei verschiedenen Timelines.

Natasha Pulley versteht es sehr gut den Leser zu fesseln und durch ein Labyrinth von Andeutungen zu führen, die sich nach und nach zu einem Ganzen fügen und so Vorgänge aus vergangenen Kapiteln erklären. Manchmal grausam und manchmal sehr liebevoll – in jeder Situation kann man sich gut in die einzelnen Personen hineinversetzen.

Ein wirklich unglaubliches Buch, bei dem ich zum Ende hin den ein oder anderen Schweißausbruch hatte. Unbedingt lesenswert!

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Rezension „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ von Natasha Pulley




Meinung

Schon in "Der Uhrmacher in der Filigree Street" setzte sich die Autorin mit Unruhen einer längst vergangenen Epoche auseinander und bewies dabei ein meisterhaftes Talent, den Leser hautnah am Erlebnis teilzuhaben. Auch in diesem Buch geht es um einen Krieg, doch reisen wir noch weiter zurück, ins Jahr 1805, zur Schlacht von Trafalgar.

Natasha Pulley zaubert auch hier wieder mit ihrem außergewöhnlichen Stil eine lebendige Geschichte und jedes Wort trug eine Kraft in sich, der ich mich kaum entziehen konnte. Anfangs war es nicht leicht, die verschiedenen Zeitebenen für mich im Kopf zu sortieren, doch nach und nach gelang es mir wunderbar mich zurecht zu finden.

Die Storyline um Joe ist vom ersten Moment an fesselnd und scheint an Hochspannung kaum zu überbieten sein. Welches Mysterium steckte hinter Joe und seinem Gedächtnis? Dies ist nur eines von unzähligen Geheimnissen die die Geschichte umgeben und ein jedes davon aufzudecken, sowie immer wieder in Neue Geschehnisse verwickelt zu werden, war Abenteuer vom Feinsten.

Die Zeitreisen offenbarten Historie, die mit absoluter Detail Liebe gezeichnet war. Auch traten vereinzelte Fantasy Elemente in die Handlung, die zudem noch eine kleine Liebesgeschichte bietet, die aber den Raum nicht dominiert. Der Mix aus diesen zahlreichen Facetten war unbeschreiblich und ich konnte einiges an Wissen aus dieser Story mitnehmen.

Die Charaktere waren authentisch und auch ihnen wurde Leben eingehaucht. Individualität und Vielseitigkeit zeichneten sie aus und ich mochte die vielen verschiedenen Persönlichkeiten sehr.

Natasha Pulley schafft eine strukturierte, komplexe und detailreiche Reise durch die Zeiten. Zweifellos ein jene, die noch lange nachhallt.



Fazit

Natasha Pulley hat mit "Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" einen ausdrucksstarken, ausgefeilten, spannenden und vor Detailreichtum strotzenden Roman erschaffen. Der Mix aus Historie und Fantasy brillierte in allen Punkten. Ein Mysterium und zahlreiche Geheimnisse lassen den Leser Teil etwas ganz großen werden. Erlebnis pur.



Ich vergebe 5 von 5 Sterne

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Worum geht es? Joe Tournier erwacht am Bahnhof Gare du Roi in Londres und weiß weder, wo er ist, noch wer er ist und in welchem Jahr er sich befindet. Moment mal, „Londres“, „Gare du Roi“? Ja, es ist 1898, England ist französisch geworden und alles klingt für Joe extrem befremdlich. Man sagt ihm, dass es in der letzten Zeit einige Menschen mit Gedächtnisverlust gegeben hat und schickt ihn in eine psychiatrische Klinik. Dort bleibt er nur kurze Zeit, denn es stellt sich heraus, dass er ein „familiäres“ Umfeld hat. Frau und Dienstherr haben sich gemeldet und holen Joe nach Hause. Doch wirklich heimisch fühlt er sich dort nicht und seine Erinnerungen bleiben nicht greifbar. Nur ganz langsam findet er sich mit seinem Schicksal ab, denn es geistert immer wieder die vage Erinnerung an eine Person durch seine Gedanken, die auf ihn wartet.

Eines Tages trifft eine Postkarte bei ihm ein, auf der der Leuchtturm Eilean Mór auf den Äußeren Hebriden abgebildet ist. Der Text ist kurz: “Lieber Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M“. Dass diese Postkarte 90 Jahre alt ist, kann er sich nicht erklären, doch er findet einen Weg, um zu diesem Leuchtturm zu reisen und wird von einer Reihe von Ereignissen mitgerissen, wie sie abenteuerlicher nicht sein können, denn er landet in der Vergangenheit und auf Joe und uns wartet eine sehr ungewöhnliche und ereignisreiche Reise; die bei dem sagenumwobenen Leuchtturm beginnt, dessen Besatzung im Dezember 1900 spurlos verschwand („Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex), und weiter geht an Bord eines Kriegsschiffes mitten in eine Seeschlacht.

Es ist der Autorin gelungen, mich mit auf eine Zeitreise zu nehmen, die viele interessante Einblicke in die historischen Ereignisse des englisch-französischen Kolonialkrieges zu bieten hat. Die Kampfszenen auf dem Kriegsschiff sind so plastisch geschildert, dass ich einen ganz anderen Eindruck von den damaligen Seeschlachten gewonnen habe.

Auch die Personen sind sehr gut ausgearbeitet und wirken teilweise erschreckend real. “Erschreckend“, weil sie nicht sehr zimperlich miteinander umgehen. Neben Seeschlachten, politischen Entwicklungen und Zeitreisen, findet sich auch noch eine zart gewobene und überraschende Liebesgeschichte, die die das Ganze zu einem richtig schönen Schmöker für alle macht, die Zeitreisen lieben. Daumen hoch und eine volle Leseempfehlung von mir.

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Dies ist ein Buch, wie man es nicht so oft findet. Ein Zeitreiseabenteuer, das den Leser jedoch aufgrund der tiefschichtigen Charaktere und deren Beziehungen zueinander auch auf tiefer emotionaler Ebene anspricht.

Es geht um Joe Tournier, der sich ohne Erinnerungen an seine Vergangenheit im Jahr 1898 am Bahnhof Gare du Roi im französischsprachigen London wiederfindet. Einige Jahre später, als er sich gerade in seinem Leben eingefunden hat, taucht eine Postkarte auf, die einen geheimnisvollen Leuchtturm zeigt und 90 Jahre lang zu ihm unterwegs war. Für Joe beginnt eine abenteuerliche Reise nach dem Absender, die ihn durch Länder und Zeiten führt.

Dies ist definitiv kein Buch, das man einfach so weglesen kann. Aufgrund der vielen verschiedenen Zeitebenen und Rückblenden innerhalb dieser, ist es manchmal schwer zu folgen und zu verstehen, in welcher Zeit man sich gerade wirklich befindet. Das war manchmal etwas herausfordernd, doch gerade diese Zeitsprünge machen auch den Charme dieses Romans aus. Es ist außerdem interessant darüber nachzudenken, wie die Welt heute aussehen würde, wenn die Schlacht um Trafalgar (eine bedeutende Schlacht auf Joes Reise) anders ausgegangen wäre und England wirklich französischsprachig geworden wäre.

Mir hat das Buch sehr gefallen und ich habe es bereits weiterempfohlen, weil ich ziemlich begeistert davon war.

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Die Engländer haben die Seeschlacht bei Trafalgar verloren. England gehört zu Frankreich.
Das ist das Szenario, in dem Joe Tournier 1898 in einem Londoner Bahnhof erwacht. Er hat sein Gedächtnis vollständig verloren. Nur durch eine Zeitungsanzeige findet er in den Haushalt zurück, dem er entstammt. Hinweise auf einen Leuchtturm und an eine Frau M. führen ihn schließlich nach Schottland, wo eine komplizierte Zeitreise ihren Anfang nimmt.
Joe wird um hundert Jahre zurückgeworfen, und mit ihm nimmt auch der Leser sehr intensiv an der Seeschlacht teil. Das ist nichts für Zartbesaitete.
Die Autorin Natasha Pulley ist mir noch von '"Der Uhrmacher in der Filigree Street" in bester Erinnerung. Auch hier besticht sie wieder mit ihrer bildhaften Erzählweise, die den Leser in die Geschichte bannt. Doch für mich war es ziemlich anstrengend, die Zeitsprünge logisch zu verarbeiten. Deswegen gibt es einen leichten Punktabzug. Trotzdem: ein geniales Buch!

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Fantasievoll, komplex und absolut fesselnd. Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit von Natasha Pulley ist eine wunderbar fantasievolle Geschichte, die mich von der ersten Zeile an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr los gelassen hat. Auch die Figuren sind authentisch und lebensecht dargestellt, der Leser sieht sie alle durch Joes Augen, was ich auf ganz einzigartige Weise faszinierend fand. Die Handlung ist toll beschrieben, sodass ich ihr ohne Probleme folgen konnte.. Dieses wunderbare Leseerlebnis empfehle ich mit Begeisterung weiter.

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Joe Tournier findet sich im Jahr 1898 auf einem Londoner Bahnhof wieder und hat jegliche Erinnerungen verloren. In London, das inzwischen den französischen Namen Londres trägt, erkennt Joe viele Straßen und Orte, dennoch kann er sich des Gefühls nicht erwehren, dass alles um ihn herum ein wenig falsch ist. Als ihn eine Postkarte erreicht, die bereits vor 90 Jahren aufgegeben wurde, rührt der darauf abgebildete Leuchtturm an Joes Gefühlen, die geschriebene Nachricht weckt Erinnerungen, die allerdings niemand aus seinem Umfeld bestätigt. Für Joe steht fest, dass er unbedingt zu diesem Leuchtturm reisen muss, um sein verlorenes Gedächtnis wieder zu finden.

"Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" von Natasha Pulley ist eine wunderbar fantasievolle Geschichte, die mich von der ersten Zeile an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr los gelassen hat. Joe ist ein sympathischer Protagonist, und es hat mir Freude bereitet, seine Persönlichkeit durch den gesamten Roman hindurch von Seite zu Seite immer etwas mehr kennen zu lernen. Auch die Figuren in seinem Umfeld fand ich authentisch und lebensecht dargestellt, der Leser sieht sie alle durch Joes Augen, was ich auf ganz einzigartige Weise faszinierend fand.

Den Schreibstil möchte ich eher als komplex bezeichnen, nicht nur Joe bewegt sich durch verschiedene Zeitebenen, es gibt zwischendurch auch Abschnitte, die die Vergangenheit manch anderer Figur beleuchten. Dennoch konnte ich dem Handlungsfaden problemlos folgen, die Spannung ist meiner Meinung nach an keiner Stelle abgeflaut und die zarte Liebesgeschichte, die nur in wenigen seltenen Momenten durchgeschimmert ist, hat mich emotional berührt. Auch nach dem Ende des Buches war ich geistig noch in Joes wundervoller Geschichte gefangen und habe mich immer wieder in die Handlung zurück geträumt. Dieser Roman war für mich ein absolutes Highlight, für das ich eine begeisterte Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Die Autorin führt ihre Leser auf verschlungenen Pfaden zum Ziel, dabei hat mich sowohl die Spannung als auch die emotionale Seite der Geschichte bis zur letzten Seite gefesselt und fasziniert. Dieses wunderbare Leseerlebnis empfehle ich mit Begeisterung weiter.

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DER UHRMACHER IN DER FILIGREE STREET war schon ein kleines Highlight, aber DER LEUCHTTURM AN DER SCHWELLE DER ZEIT konnte das von der ersten Zeile toppen. Die Geschichte hatte mich von Beginn an gefangen und auch wenn sie etwas nachlässt mit der Zeit (vor allem wenn die Geschehnisse nicht mehr direkt mit dem Leuchtturm zu tun haben), so wird es nie langweilig und selbst die weniger interessanten Szenen sind gut genug um das Niveau der Geschichte oben zu halten. Hier zeigt HOBBITPRESS/KLETT COTTA wieder, dass sie ein Händchen für ungewöhnliche und überaus anspruchsvolle Fantasyliteratur haben.
Freunde von Seefahrergeschichten, Alternativen Zeitlinien und Zeitreisen werden ihren Spaß daran haben, die Geschichte ist abwechslungsreich erzählt, auch wenn man sich gut konzentrieren muss um den Faden nicht zu verlieren, aber wer sich auf das Buch einlässt wird überrascht sein, wenn das Ende gekommen ist ... man hätte noch so viel mehr erzählen können ...
Natasha Pulley erschafft interessante Begebenheiten, vermischt Historisches mit ihrer Fantasie und lässt den Leser an vielschichtigen Charakteren und ihren Gedankengängen teilhaben.

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Die Reisen des Joe Tournier

Schon der Titel und das tolle Cover haben hier mein Interesse geweckt und als ich dann den Klappentext gelesen habe, war ich sofort fasziniert.
Natasha Pulley nimmt ihre Leser mit auf eine aufregende Reise durch die Zeit. Mal befinden wir uns zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dann wieder ein Jahrhundert davor oder gar am Ende des 18. Jahrhunderts. Wir sind genau so verwirrt wie Joe, der Protagonist, der zu Beginn nach einer Zugfahrt in Londres, Gare du Roi, ankommt. London ist französisch geworden und nach einem kurzen Aufenthalt in der Psychiatrie kommt Joe zu seinem Herren. Denn er soll ein bereits schmerzlich vermisster Leibeigener sein. Aber wie kann das sein? Er erinnert sich einfach gar nicht. Bis er eines Tages eine mysteriöse Postkarte aus der Vergangenheit erhält, die ihn zu dem Leuchtturm führt, wo sich eine Zeitspalte befindet. Joe reist durch die Zeit, arbeitet auf einem Kriegsschiff, vergisst immer wieder Dinge, reist hin und her und auch meine Verwirrung ist im Laufe der Lektüre immer stärker gestiegen. Doch ganz langsam wird alles aufgelöst, immer neue Hypothesen bilden sich, müssen verworfen werden und am Ende gibt es eine gute Auflösung nach vielen Überraschungen. Ein Buch, das man aufmerksam lesen sollte, was dann aber eine Sogwirkung entwickelt. Mir hat es sehr gut gefallen.

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Eine Zeitreise Geschichte die von Anfang an sehr viele Verwirrungen beinhaltet und diese erst nach und nach unter noch mehr Verwirrung auflöst. Nicht ganz was ich erwartet hatte aber im großen und ganzen ein sehr gutes Buch.

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Dieses fantasievolle Buch erzählt eine Geschichte, die sich mit
der Zeitreise beschäftigt. Schon das wunderschöne Cover
lädt den Leser ein.
Mit jedem Schritt zurück in die Vergangenheit ändert sich auch die Gegenwart.
Das Buch fesselt sprachlich und inhaltlich.

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Ein ganz großartiger Zeitreiseroman, fern von Klischees! Wunderschön geschrieben, ist das die richtige Lektüre um an einem kalten düsteren Wintertag darin zu versinken. Macht Lust auf mehr!!

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