Die Meerjungfrau von Black Conch

Roman

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Erscheinungstermin 19.10.2022 | Archivierungsdatum 28.11.2022

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Zum Inhalt

»Monique Roffeys Talent ist außergewöhnlich, sie schreibt so vielseitig wie couragiert.« Bernardine EvaristoZwei Liebende. Zwei Welten. Ein unmögliches Glück. Mit beispielloser poetischer Leichtigkeit erzählt Monique Roffey erstmals aus weiblicher Sicht vom Mythos der Meerjungfrau. Sie erzählt vom Fremdsein in der Welt und vom Kampf einer Frau um Selbstbestimmung, sie erzählt von den uralten Narben der Kolonialgeschichte auf den karibischen Inseln und vom ungeheuren Wirbelsturm unserer Gefühle.April 1976: Vor einer karibischen Insel sitzt ein junger Mann allein in seinem Boot. Er wartet auf den nächsten Fang, doch stattdessen taucht neben ihm eine Meerjungfrau auf. Aycayia. Auf ihr lastet der Fluch eifersüchtiger Ehefrauen, seit Jahrhunderten schwimmt sie im karibischen Meer. Ihr Volk, die Taino, gibt es längst nicht mehr. Und auch sie selbst droht als spektakulärer Fang zu enden, als sie von amerikanischen Touristen entdeckt und an Land verschleppt wird. Im letzten Moment kann sie David, der junge Fischer, retten. Er versteckt sie in seinem Haus, während sie sich langsam und schmerzhaft wieder in eine Frau zurückzuverwandeln beginnt. Doch kann Aycayia, hier bei ihm, tatsächlich ihre innere Freiheit finden? Monique Roffey hat eine der ältesten Geschichten der Literatur in ein schillerndes Meisterwerk unserer Zeit verwandelt. Wie begegnen wir uns? Wo gehören wir hin? Und wie unsicher ist der Boden unserer Vergangenheit, auf dem wir uns bewegen?»Ganz gewiss nicht die Meerjungfrau, die Sie kennen.« Margaret Atwood»Monique Roffey erweckt eine unvergessliche Geschichte zu neuem Leben. Ungeheuer kunstvoll und packend erzählt sie von Sexualität und Geschlechterverhältnissen, vom Umgang mit indigenen Menschen und von Verwandlung.« Jury des Costa Book Award»Monique Roffey hat sich einen Namen als furchtlose Autorin gemacht.« The Guardian

»Monique Roffeys Talent ist außergewöhnlich, sie schreibt so vielseitig wie couragiert.« Bernardine EvaristoZwei Liebende. Zwei Welten. Ein unmögliches Glück. Mit beispielloser poetischer...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608505221
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 240

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Monique Roffey - Die Meerjungfrau von Black Conch

Meinung
Jede gelesene Minute, jede Seite wert.
Eine faszinierende Erforschung eines Meerjungfrauen-Mythos,
Das Buch wird erzählt in drei ineinander verflochtenen Abschnitten.
Von einem namenlosen allwissenden Erzähler in der dritten Person,
Davids Tagebuch, das er als älterer Mann im Jahr 2015 geschrieben hat.
Und Aycayias eigenen Worten, die in Versen erzählt werden.
Es erzählt die Geschichte von Aycayia, einer Frau aus einer voreuropäischen karibischen Kultur, die verflucht wurde und gezwungen ist, als fast unsterbliche Meerjungfrau zu leben.
Der Schreibstil, die Fantasie und die Geschichte sind einfach wunderbar.
Ich vermute, dass ich dieses Buch noch lange in meinem Gedächtnis haben werde.
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Ich fand das Buch wirklich interessant, da die Autorin es schafft die Lebensart der Karibik in ihrem Schreiben wiederzugeben.

Die Meerjungfrau, die am Anfang gar nicht sprechen kann, setzt mit der Zeit kurze Sätze zusammen, die dann auch einen Teil ihrer Geschichte oder der Handlung wiedergeben, allerding so wie jemand der die Sprache noch nicht lange spricht.

Ihr Liebhaber erzählt im Rückblick, wie in verschienenden Tagebucheinträgen. Und der allwissende Erzähler nutzt in seiner wörtlichen Rede den Slang der Karibik, sodass man sich richtig gut in die Geschichte einfühlen kann.

Alles in Allem besonders sprachlich total besonders mit einer interessanten Handlung.

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Dieses Buch hat mich wirklich völlig überzeugt und ich kann es, trotz der Liebesgeschichte, wirklich nur jedem sehr ans Herz legen. Die Autorin spielt auf eine besondere Art und Weise mit der mythologischen Figur der Meerjungfrau und auch wenn das Grundgerüst der Geschichte spätestens durch Disneys Arielle bekannt geworden ist, so wird hier doch nochmal eine völlig eigenständige und unerwartete Charakterisierung vorgenommen. Themen wie Fluch, Schicksal, Mythos. Kolonialismus, Geschlecht und Hierarchie werden hier zu einem einzigartigen Ganzen verwoben. Die Sprache ist teilweise roh und brutal - hier tut sich die einzige negative Kleinigkeit auf, die sich für mich ergeben hat. Die sehr umgangssprachliche Ausdrucksweise der Figuren war für mich anstrengend zu lesen, obwohl sie völlig zu den Charakteren passte, wodurch ich immer wieder aus dem Lesefluss gekommen bin. Alles in allem möchte ich dieses außergewöhnliche Buch aber jedem ans Herz legen, vor allem jenen, die sich gerne mit der Darstellung verschiedener mythologischer Figuren und Motive beschäftigen.

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Ich liebe moderne Adaptionen von alten Mythen und Legenden, ich liebe Geschichten mit Elementen des Magischen Realismus, ich liebe starke, sympathische Figuren mit feministischem Touch, ich liebe Bücher, die kritisch und reflektiert mit Kolonialgeschichte und dem Schicksal indigener Völker umgehen. Und ich liebe spannende, humorvolle, überraschende und sprachlich schöne Geschichten. Dieses Buch hat mich also in jeglicher Hinsicht abgeholt, verzaubert, bewegt, zum Lachen und zum Weinen gebracht. Ich werde Aycayia bestimmt noch öfter in die Karibik folgen und dieses Buch auch gern kaufen und verschenken, zumal hier auch das Cover wunderschön und stimmig ist.

Dem Verlag danke ich herzlich für das Rezensionsexemplar.

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Ich hätte von diesem Buch auf jeden Fall noch einige Seiten mehr lesen wollen, als es schon längst zu Ende war. Die Art der Erzählung, die Bildsprache und natürlich die Geschichte als solches, haben mich richtig gefesselt.

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Ein wunderbares Wekt, sowohl sprachlich, fantastisch als auch im Aufbau.
Ein Highlight im Gegensatz zu anderen Meerjungfrauen-adaptionen, die kopiert wirken. Dieses hier hat mich sehr glücklich gemacht.

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Monique Roffey schreibt in einem merkwürdigen, aber nicht unintenterassenten Schreibstil über Sexualität, Liebe, Rassismus, Väter und Mütter und Legenden - in dieser Reihenfolge.

Das ist auf jeden Fall ein neuer Twist bei den Meerjungfrauenbüchern, die man ja eher von den Kinderbüchern kennt.

Man fühlt mit der Protagonistin mit und auch wenn nicht alle Charaktere sympathisch oder sogar ekelhaft sind, macht das das Buch umso spannender.

Apropos ekelhaft; manchmal stört die Sprache, wenn ein Adjektiv doppelt geschrieben wird. Es ist okay, wenn man es ab und zu macht, aber mehrmals pro Seite ist es dann doch nervig. Auch die Wiederholungen, dass die Meerjungfrau ja gleichzeitig unfassbar alt und jung aussehe, müssen nicht sein.

Die Gedichte sind eine freudige Abwechslung, von den Doppel-Adjektiven abgesehen.

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Eine so dramatische wie romantische und betörende moderne Mythe über die Meerjungfrau Aycayia

Im April 1976 heuern Thomas und Hank Clayson für ihre Boston-Whaler-Yacht Dauntless eine einheimische Crew an, um am jährlichen Angelwettbewerb von Black Conch teilzunehmen. Der Vater Thomas hat seinen Sohn Hank, der ihm eine zu große Leidenschaft für Bücher hat und zu sehr zur Poesie neigt, auf diesen Ausflug mitgenommen, um einen richtigen Mann aus ihm zu machen. Eine fatale Kette von Ereignissen setzen die beiden in Gang, als der Sohn im Rahmen des Angelwettbewerbs eine Meerjungfrau am Haken hat und es dem Vater nach einem grausamen, Stunden andauernden Kampf gelingt, die Meerjungfrau Aycayia aus dem Meer ins Boot zu ziehen, zu fesseln und zu knebeln. Denn Aycayia wehrte sich mit allem, was ihr zur Verfügung stand, obwohl sie aus dem Mund blutete, in den der Haken getrieben worden ist. Die Einheimischen wissen, dass es falsch ist, eine Meerjungfrau wie einen Fisch zu angeln. Doch das von Thomas in Aussicht gestellte schnelle Geld, das sie mit der Meerjungfrau verdienen können, die Millionen wert sein muss, bringt ihre Bedenken zum Schweigen. Und so endet Aycayia kopfüber hängend am Pier, als sie wie ein im Rahmen des Angelwettbewerbs gefangener Fisch als Trophäe zur Schau gestellt wird.

Der Roman beginnt als Rückblick von David Baptiste - einem Fischer aus Black Conch, der im Jahr 2015 seine Erinnerungen an die Meerjungfrau Aycayia niederschreibt. David hat sie schon vor dem Angelwettbewerb im Wasser schwimmen gesehen und bestaunt, als sie angelockt von seiner Musik an die Meeresoberfläche geschwommen ist, um ihm beim Singen zuzuhören. Durch das Wissen, über das David in 2015 verfügt, deutet sich die ein doer andere Entwicklung in der Geschichte recht früh an, da entsprechende Gedanken von David einfließen, die manche der sonst chronologisch erzählten Ereignisse vorwegnehmen. Zusätzlich zur Sicht von David wird die Sicht der Meerjungfrau Aycayia, der Landbesitzerin Arcadia Rain und weiterer Inselbewohner im Jahr 1976 wiedergegeben.
Monique Roffey bevölkert die in ihrem Roman erschaffene Welt mit außergewöhnlichen Charakteren. Dazu zählen neben der Meerjungfrau Aycayia auch Miss Arcadia Rain und ihr Sohn Reggie. An Land findet Aycayia, die vor tausend Jahren wegen der Eifersucht anderer Frauen dazu verflucht wurde als Meerjungfrau im Meer zu leben, nach und nach ihre Sprache wieder. Ihre Gedanken erinnern an Gedichte, da sie sie mehr die Form von Versen als Sätzen annehmen. Interessant ist auch die Sicht von Miss Arcadia Rain, deren Familie der Großteil des Nordens von Black Conch gehört. Miss Arcadia lebt als letzte Rain, die noch auf der Insel verblieben ist, in der nun baufälligen, allmählich von Termiten zerfressenen Villa ihrer Familie. Gesellschaft hat sie dort nur von ihrem gehörlosen Sohn Reggie, ihren Hunden und einer Schar von Pfauen, die von einem Albinopfau angeführt wird, der bei jedem Auftritt als Szenendieb agiert. Der kleine Reggie hat seinen Vater Life, der der Onkel von David ist, nie kennengelernt, da der schon vor zehn Jahren die Insel verlassen hat.

Gelungen sind Monique Roffey die Kapitel, in denen Aycayia durch ihr Leben an Land nach und nach wieder menschlicher wird. Da sie vor tausend Jahren zuletzt ein Mensch gewesen ist, hat sie die Worte ihrer eigenen, alten Sprache vergessen und findet ihre Stimme nur mühsam wieder. Die moderne Welt ist ihr fremd und sie kennt weder Autos noch Zahnbürsten. So war es faszinierend für mich an der Seite von Aycayia die Welt an Land zu entdecken, indem ich die sonst so gewohnte Welt durch ihre Augen bestaunen konnte. Mühelos verknüpft die Autorin die bekannte Realität mit alten Mythen und erschafft so eine besondere Geschichte. Als Herzerwärmend habe ich da etwa die Freundschaft zwischen Aycayia und dem kleinen Reggie empfunden, die beide so anders sind, aber beide die Musik lieben, auch wenn Reggie sie nicht hören, sondern nur fühlen kann, wenn sie laut genug aufgedreht wird. Aycayia und Reggie schließen gleich bei ihrer ersten Begegnung Freundschaft, da sie sich verbunden fühlen und sich sogar intuitiv verständigen können, bevor Reggie Aycayia die Gebärdensprache beibringt.
Und die Beschreibungen der Geräuschkulisse der wilden, ungezähmten Natur auf Black Conch, die von den stets gegenwärtigen Brüllaffen dominiert wird, sowie des Meeres, dessen Schönheit Monique Roffey einzufangen weiß, prägen sich ein. Denn nach dem Meer sehnt sich Aycayia, als sie an Land ist, auch wenn das Meer für so lange Zeit ihr Gefängnis gewesen ist. Das Meer ist in diesem Roman so wunderschön wie magisch - ein rauer Sehnsuchtsort, an dem das Leben aber auch sehr einsam sein kann.

"Die Meerjungfrau von Black Conch" sticht durch ihre mythischen Aspekte hervor, die nicht nur durch die Titel gebende Meerjungfrau Aycayia umfassen, sondern auch Flüche, die Menschen in Meerjungfrauen oder Schildkröten verwandeln können, ebenso wie alte Götter, die diese Flüche erfüllen, und in der von Monique Roffey geschaffenen Welt lebendig werden lassen. Der Roman ist aber so vieles mehr, da dieser seine leichten Momente hat, wenn Aycayia das Leben in der modernen Welt entdeckt, und in der Beschreibung der Freundschaft von Aycayia und Reggie zu bezaubern vermag. Romantisch ist nicht nur die Liebe des Fischers David zu Aycayia und tragisch ist besonders die Einsamkeit, zu der Aycayia aufgrund eines uralten Fluchs verdammt ist. Einsam ist jedoch auch Miss Arcadia Rain, auf deren Liebe das Erbe ihrer Familie so lastete, dass sie vom einzigen Mann, den sie geliebt hat, ohne ein Wort verlassen und mit ihrem gemeinsamen Sohn zurückgelassen wurde. Und erschreckend grausam kann der Roman sein, da es Menschen gibt, die aus Aycayia nur Profit schlagen wollen, wenn sie nur das Geld sehen, das eine Meerjungfrau bedeutet und nicht das Wunder. So liest sich der Roman von Monique Roffey für mich auch als Plädoyer für einen weniger unbarmherzigen, verantwortungsvolleren Umgang mit den Wundern der Natur.

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Ein feministischer und sprachlich sehr interessanter Roman.
Ein Buch für AbenteuerInnnen und Unerschrockene, es ist "anders" als man es gewohnt ist. Es macht dennoch oder gerade deswegen Spass diese Welt/Sprache zu erkunden. Man muss sich nur drauf einlassen.
M.R. hat den Meerjungfrau-Mythos neu interpretiert, da ist nix mit Arielle oder sonst einer verträumten Welt.
Diese Meerfrau ist unordentlich, hat Dreadlocks und Tattoos, dazu einen fischigen Körpergeruch.

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Wow, was für eine irre Geschichte! Nach den ersten Sätzen war ich etwas skeptisch, wegen des Schreibstils, der Ausdrucksweise - aber nach wenigen Seiten hatte mich die Story total im Griff und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen! Die verschiedenen Blickwinkel der beteiligten Personen, der Erzählstil, die eigentliche Geschichte - echt krass und total genial! Man fiebert förmlich mit, hofft das Beste und muss der Realität (was in diesem Sinne eigentlich widersinnig ist) Tribut zollen! Fantastische Lektüre!

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Was wäre, wenn Sportfischer zufällig eine Meerjungfrau angeln würden? Sie denken, sie haben einen fetten Fisch an der Angel und der entpuppt sich als Meerfrau. Ein Mensch ist sie nicht, aber ein Fisch auch nicht. Was macht man dann?

1976 soll genau das passiert sein, behauptet dieses Buch, auf Black Conch, einer unbekannten Südseeinsel. Die Angler glauben eine sensationelle Trophäe gefangen zu haben, die man zu Geld machen kann, aber David Baptiste, ein junger, einheimischer Fischer, rettet die schöne Aycayia mit dem Fischschwanz, die sich prompt an Land in eine Frau verwandelt, genau wie im Märchen.

Es entwickelt sich eine tragisch-schöne Liebesgeschichte, die kunstvoll alte Südsee-Mythen mit dem Märchen der Meerjungfrau, etwas Kolonialgeschichte und der Gegenwart verknüpft und dabei Grenzen auslotet.

Was macht Menschsein aus? Hat man das Recht, Lebewesen zu fangen und auszustellen? Passiert es nicht immer wieder, dass wir Wesen ausgrenzen, nur weil wir sie nicht kennen? Das, und noch viel mehr, fragt uns dieses kleine Buch. Welche Auswirkungen hat Geschichte auf unsere Gegenwart? Kann Liebe wirklich kulturelle Unterschiede ausgleichen oder kommt irgendwann der Punkt, an dem man machtlos ist?

Das sind alles wichtige Themen, die hier anklingen und mit Leichtigkeit verwoben werden. An die Sprache muss man sich ein wenig gewöhnen. Sie zeigt eine Art Südsee-Pidgin, das sich dem jeweiligen Erzähler anpasst und je nach Herkunft und Bildungsstand anders klingt. Aycayia spricht sogar in Versen, was für eine Gestalt aus einer uralten Legende sehr angemessen ist.

Dieses Buch ist die originellste Märchenadaptation, die ich je gelesen habe, unterhaltsam, anrührend und tiefsinnig. Eine dicke Empfehlung!

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Ich habe die wunderbare Meerfrau als passende Lektüre am Meer gelesen, allerdings am Mittelmeer, nicht in der Karibik, wo dieser außergewöhnliche Roman spielt. Er ist sehr gleichnishaft: Wie gehen wir mit der Natur um? Wie begegnen wir dem Fremden? Warum gibt es so viele empathielose Idioten? Und ist Liebe die Rettung?

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zwei welten gut miteinander verwoben und sehr angenehm zu lesen - auch das buchcover fand ich sehr schön und passend - ein schönes leseerlebnis

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Ich fand das Buch sehr fesselnd und ungewöhnlich. Die Autorin bedient sich einer
auffallenden Sprache, die sich an englische Kreolsprachen der Karibik anlehnt. Der Schreibstil ist
außergewöhnlich und von einer Poetik geprägt, die die Erzählung fest in ihrem Ursprung aus
karibischen Mythen und Legenden verankert. Trotz der Distanz, die durch das fast Märchenhafte
geschaffen wird, fühlt man als Leser*in mit den Charakteren und lässt sich in die spannende
Geschichte ziehen, die sich der Meerjungfrauentrope mal auf andere Weise nähert. Durch das Buch
ziehen sich viele Themen aktueller Diskurse, ohne vorzugeben Antworten auf große Fragen zu liefern.
Es geht um Leidenschaft und Romantik, aber auch um Sexismus und Geschlechterrollen; um
koloniale Vergangenheit und Gewalt, aber auch deren Überwindung. Ich bin mir sicher, dass sich das
Buch aus verschiedenen, auch kontrastierenden Perspektiven der gender studies, race theory, und
colonial studies betrachten lässt, was es meiner Meinung nach zu einem vielschichtigen Beitrag zu
diesen Debatten macht

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"Die Meerjungfrau von Black Conch" ist eine außergewöhnliche Geschichte, die von einem jungen Fischer und einer verfluchten Frau aus alten Zeiten handelt. Er verliebt sich auf den ersten Blick und rettet sie, als sie von amerikanischen Besuchern aus dem Wasser gefischt wird. Sie verwandelt sich zurück, lernt sprechen und wird dennoch von ihrem Fluch verfolgt. Die Geschichte wird aus der Sicht eines außenstehenden Erzählers, durch spätere Tagebucheinträge des Fischers und durch Gedichtartige Abschnitte aus der Sicht von der Meerfrau erzählt. Dabei wurde auch in der Übersetzung darauf geachtet, dass der karibische Dialekt sinngemäß übertragen wurde. Dadurch wird der Zauber der Geschichte komplett.

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Fesselnde, exotische Legende ueber die Macht der Liebe und die Macht des Neids... Neid zwischen uns Menschen ueber alle Zeit hinweg.

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In dem Buch wird der Mythos der Meerjungfrau völlig neu interpretiert. Ds ist unterhaltsam und witzig zugleich, aber auch abenteuerlich und spannend. Die Figuren sind interessant angelegt und haben auch interessante Hintergründe. Das Cover passt perfekt dazu. Auch der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Ich mochte das Buch sehr gerne und empfehle es deshalb weiter.

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Monique Roffey's "Die Meerjungfrau von Black Conch" ist ein faszinierendes Werk. Einerseits beschreibt es gar wunderbar detailliert und facettenreich die Karibik, samt der typischen Vorzüge des dortigen Lebens. Von Sonnenschein zu Cocktail-schlürfenden Strand-Schönheit zu eben - genau - Meerjungfrauen. Respektive Meerjungfrau, Singular. Eben diese Meerjungfrau geht eines Tages einem ambitionierten Fischer an seine Angel. Andererseits ist diese Geschichte so viel komplexer als es sich vielleicht anhört. Es ist fast schon ein feministischer Roman, der in seinen Grundzügen vieles hinterfragt, aber auf eine dennoch teils fantastische Art und Weise.

Eines der besten Bücher die ich dieses Jahr bisher lesen durfte, ein tolles Erlebnis. Und das Buchcover ist toll gestaltet, es gibt einen sehr guten Eindruck und die Farbgestaltung ist gut getroffen.

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Mein absolutes Lieblingsbuch im Herbst 2022! Wundervoll geschrieben, herzergreifend und spannend bis zur letzten Seite. Nachdem ich das Buch beendet hatte, hätte ich am liebsten direkt wieder von vorne angefangen. Diese Neuadaption des berühmten Meerjungfrauen-Mythos ist nicht nur eine feministische Auseinandersetzung mit der Welt von heute und gestern, sondern auch eine Liebensgeschichte, die mein Herz mit Freude erfüllt hat. Ich bin total begeistert!

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Anfangs hatte ich tatsächlich Mühe, mich mit dem sehr eigenen Schreibstil anzufreunden, doch nach wenigen Seiten passte dieser perfekt zur Geschichte. Ich konnte das Buch bis zum Schluss nicht mehr weglegen.

Die Charakteren sind vielschichtig beschrieben, besonders der Fischer, der Protagonist der Geschichte, der die Meerjungfrau vor ihrem grausamen Schicksal bewahrt.

Faszinierend geschrieben und absolut lesenswert.

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Dieses Buch zu lesen ist toll. Die Autorin hat einen Schreibstil, den man sehr gerne liest und die Handlung ist sehr gut zu verfolgen. Hier liest man eine Geschichte einer Meerjungfrau aus der Sicht einer Frau. 1976 sitzt ein einsamer Fischer, David, in seinem Boot. Er wartet auf den nächsten Fang. Doch neben ihm taucht Aycayia eine Meerjungfrau auf. Sie ist mit einem Fluch behaftet, Das Volk, dem sie angehörte, existiert nicht mehr. Sie selber hat Angst in einem Fang zu landen, als Touristen sie an Land verschleppen. David rettet sie im letzten Augenblick und versteckt sie in seinem Haus. Nun kann man lesen wie sie sich langsam und schmerzlich in eine Frau zurück verwandelt. Wird sie bei David ihre Ruhe finden? Das Lesen des Buches ist ein Meisterwerk, das hier geschaffen wurde. Packend wird von Sexualität, Geschlechterverhältnissen gesprochen. Vieles in diesem Buch regt zum Nachdenken an.

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Zum Inhalt:
Statt des erhofften Fangs rettet der Fischer David eine Meerjungfrau, die von amerikanischen Touristen entdeckt und an Land geschleppt wurde. Auf ihr lastet ein uralter Fluch und schon seit Ewigkeiten ist sie im karibischen Meer. David versteckt sie in seinem Haus und sie verwandelt sich langsam und schmerzhaft wieder in eine Frau. Wird sie auch ihren inneren Frieden finden?
Meine Meinung:
Das ist so ein Buch, bei dem man sich einfach auf die Geschichte einlassen muss ohne darüber nachzudenken, dass es ja Meerjungfrauen gar nicht gibt. Gelingt einem das erwartet einen eine Geschichte, die fast etwas poetischen hat. Die Sprache des Fischers ist etwas derbe, aber das passt gut zur Figur des Fischers. Sprachlich ist das Buch schon ungewöhnlich und auch gestalterisch anders als ich persönlich gedacht hätte.
Fazit:
Poetisch

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David Baptiste von der Antilleninsel Black Conch hält mit Hilfe seines Tagebuchs Rückschau auf seine Jugend vor 40 Jahren, als vermutlich der Hurrican Rosamund eine Meerjungfrau in die Gewässer seiner Heimatinsel getrieben hatte. Ebenso denkbar wäre, dass Meerjungfrauen Hurrican-Serien verursachen. In einer Kultur, die Legenden von Meermännern und Flussnixen pflegt und unausgesprochene Tabus achtet, wirft man diese Wesen am besten sofort ins Wasser zurück, um Unglück von sich und seinen Nachbarn fernzuhalten. Die Tradition stammt noch aus einer Zeit, als Menschen dem Meer nur entnahmen, was sie selbst verbrauchen konnten.

Als beim Angelwettbewerb auf Blauen Marlin und Schwertfisch zwei amerikanische Touristen mit zwei einheimischen Jungen eine Meerjungfrau mit Rücken-Stacheln an Bord ziehen, ist es mit der Vernunft vorbei. Sie sehen allein den Profit, den ein Verkauf ihres Fangs an ein Museum bringen könnte. Insel-Polizist Porthos will Aycayia als gefährliche Fremde ohne Papiere gleich verhaften; denn sie könnte Krankheiten einschleppen. David stiehlt das Wesen, versteckt und beschützt es und wird Augenzeuge, wie Aycayia vom Volk der ausgestorbenen Taino Haut samt Schuppen, Schwimmhäuten und Fischschwanz abwirft und sich wieder in eine Frau zurückverwandelt. Die größere Verwandlung macht jedoch die Dorfgemeinschaft durch – und David, der seine vorgegebene Männerrolle in Frage stellen muss. Bisher kannte er nichts anderes als Frauen, die brav die Hausarbeit erledigen, während Männer durch die Welt strolchen. Davids Gedanken, dass er die Fischerei aufgeben müsse, wenn er mit einer Meerfrau lebt und verhüten müsse, wenn sie kein Mischwesen mehr ist, finde ich sehr berührend.

Bis hierher wäre Monique Roffeys Roman allein eine Fabel über ein Wasserwesen, es tritt jedoch noch die Weiße Miss Arcadia Rain auf, Nachfahrerin von Plantagenbesitzern, die Sklaven aus dem Kongo besaß. Arcadia regiert von der Familienvilla auf dem Hügel aus die Berge, ihre Cousine Ce-Ce herrscht über die Bucht. Arcadia und ihr gehörloser Sohn Reginald/Reggie stehen symbolisch für die Sprachen- und Völkervielfalt der Insel mit ihren roten, weißen und schwarzen Einwohnern, die mehrere Sprachen sprechen und die Gebärdensprache beherrschen. Für die Mischung aus Kreolisch, Pidgin- und normalem Englisch stehen Dopplungen in der Umgangssprache (der Motor tuckertuckerte) und verschliffene Wortenden. Sprachlich ist der Roman ein Fest mit seinen Lästereien über auf dem Meer hilflose Weiße, die verächtliche Feindseligkeit der Touristen gegenüber den Meereswesen (das Viech, das Aas, die Kreatur), Eifersüchteleien der Frauen gegenüber Aycayia und nicht zuletzt Davids Sanftheit seinem Schützling gegenüber.

Es geht u. a. um kulturelle Vielfalt, die Abhängigkeit vom Tourismus, Klimawandel, Machismo, Gewalt und die Herausforderung, wenn aktuelle Probleme mit alten Mustern nicht mehr zu lösen sind. Erzählt wird in drei Tonlagen: aus dem Tagebuch Davids, den Versen Aycayias und aus der Perspektive des allwissenden Erzählers.

Ein sprachlich und inhaltlich ungewöhnliches Buch, das ich sicher noch einmal lesen werde.

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Dies ist die Geschichte einer bittersüßen Liebe; so zauberhaft wie magisch erzählt und unbedingt lesenswert!
Ich nehme mein Fazit einfach schon vorweg, denn ich habe mich beim Lesen in dieses Buch so verliebt, dass ich es noch lange nicht aus meinen Gedanken bekommen werde.

Wir alle kennen die Geschichte der kleinen Meerjungfrau aus dem Märchen von Hans-Christian Andersen. Diese Meerjungfrau jedoch ist anders. In ihrem Element, dem Meer, ist sie riesengroß, ihr Schwanz ist beeindruckend und die wallenden Haare, die mit Seetang und kleinen Meerestierchen bestückt sind, sind ziemlich erschreckend. Dies findet zumindest der Fischer David, der ihr 1976 zum ersten Mal begegnet, als er in seinem Boot Musik macht und sie damit anlockt.

Seitdem fährt er oft hinaus und versucht ihr Vertrauen zu gewinnen, doch eines Tages wird sie von amerikanischen Touristen gefangen und als spektakulärer Fang kopfunter an der Mole des kleinen karibischen Inselhafens aufgehängt. Während die Männer ihren Fang betrinken und sich großen Reichtum vom Verkauf des Wesens erhoffen, bringt David sie in sein Haus und damit in die vermeintliche Sicherheit, doch ist Aycayia wirklich sicher bei ihm? Und kann sie den uralten Fluch hinter sich lassen, der sie vor unendlicher Zeit zu dem gemacht hat, was sie ist?

Bei dieser wunderbaren Geschichte sind nicht nur die Handlung und die Figuren besonders, es ist auch der Einsatz der karibischen Mundart, die der allwissende Erzähler benutzt und auch David, der Jahre später seine Sicht auf die Geschehnisse berichtet, bedient sich dieser Art zu Sprechen. Dabei gibt es zum Beispiel eine ganz eigene Weise, Superlative auszudrücken, denn man steigert, indem man ganz einfach das Wort wiederholt und so entstehen ganz besondere Sätze wie:“ Mir war still-still in der Seele“.

Der karibische Lebensstil, die warmherzige Sicht des Erzählers auf die einzelnen Schwächen der Inselbewohner und die märchenhafte Figur der Meerfrau, machen die Geschichte zu einem wirklich magischen und außergewöhnlichen Leseerlebnis. Für mich mein Jahreshighlight 2022.

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Ein Mythos

Die Schriftstellerin Monique Roffey lebt in Trinidad und London.

In ihrem Roman „Die Meerjungfrau von Black Conch“ beschreibt sie eine Legende.

Ein paar Touristen habe eine Meerjungfrau gefangen und David stiehlt sie ihnen. Eigentlich wollte er sie wieder ins Meer bringen, aber dann krempelt sie sein Leben um.

David und der stumme Ricki sind tolle Charaktere.
Dieser Roman ist mystisch gehalten.
Er konnte mich sogar fesseln, obwohl ich nicht viel mit mystischen Romanen übrig habe. Aber dieser gefiel mir.Der Schreibstil ist fesselnd und auch spannend An der karibischen Küste spielt dieses moderne Märchen. Der Mythos mit der Meerjungfrau kommt immer mal wieder vor.

Die Autorin schreibt poetisch und märchenhaft. Einfach faszinierend.
Sie verknüpft einen Mythos mit der heutigen Zeit.

Das Cover ist passend gestaltet und gefällt.
Dieser Roman konnte mich gut unterhalten.

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Eine Geschichte über eine Meerjungfrau. 'Kennt man ja' dachte ich mir. Aber was dann kam, hab ich nicht erwartet.

Auf einer karibschen Insel fangen Touristen eine Meerjungfrau und wollen diese verkaufen. Der Einheimische David, der diese Meerjungfrau schon öfters gesehen hat, befreit sie und nimmt sie mit nach Hause.
Dort verwandelt sich die Meerjungfrau zurück in einem Menschen.
Aber damit begibt das Drama erst....

Wenn man sich erstmal an den Schreibstil gewöhnt hat, liest sich das Buch echt gut. Man hat hier versucht verschiede Dialekte ins Deutsche zu übersetzen, was natürlich nicht ganz einfach ist.
Aber dadurch hat das Buch seinen ganz eigenen Charme entwickelt.

Teilweise hat mich die rohe Ausdrucksweise ein bißchen schockiert, aber, auch daran gewöhnt man sich. Und irgendwie passt es zur Story

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Diese Geschichte hat mich angenehm überrascht.
Die Autorin will uns eine fast unmögliche Geschichte zwischen einer Meerjungfrau und einem Menschen erzählen, als Erinnerung an das uns allen bekannte Märchen, aber diese Geschichte ist so viel mehr.
Nach und nach erfahren wir dass Aycayia wegen der Eifersucht vieler anderer Frauen zur Meerjungfrau wurde, sie den Preis zahlen musste für die Männer welche ihr nicht widerstehen konnten.
Dennoch man liest ebenfalls dass es in dieser Welt immer noch möglich ist etwas gutes zu finden, welches wir in David sehen, eine Figur welche einfach mögen muss.
Es ist ganz klar, die Autorin will uns mit dieser Geschichte zeigen die Welt hat beides schöne und hässliche Seiten.
Die Meerjungfrau von Black Conch entpuppt sich als eine sehr spezielle Lektüre, originell, melancholisch, fließend zu lesen mit wichtigen Themen welche ansprechend und liebevoll vermittelt werden

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Ein Märchen, komplett aus der Zeit gefallen und trotzdem fest in der Zeit verankert!
Den Mythos der Meerjungfrauen gibt es offenbar überall: die schöne Lau, die griechischen Nereiden und Sirenen, Undine, Melusine, Nixen und so fort - und hier ist es ein Mythos aus der Karibik, und auch hier wird er eng verbunden mit dem Motiv der Erlösung.

Mit verschiedenen Erzählerstimmen wird die bittersüße Liebesgeschichte zwischen dem Fischer David und der Meerfrau erzählt. Diese Erzählstimmen sind wiederum auf verschiedenen zeitlichen Ebenen verankert, was der Geschichte eine Art Zeitlosigkeit verleiht, passend zum Mythos. Einmal ist es David selber, der sich in Form eines Tagebuches an diese wichtigste Episode seines Lebens erinnert. Dazu kommt der auktoriale Erzähler, der aber immer wieder, auch sprachlich, in die Köpfe seiner Protagonisten schlüpft – und schließlich die Meerfrau selber, die liedartig die Geschichte ihrer Verfluchung und ihrer jahrhundertelangen Verbannung erzählt.
Das hört sich kompliziert und schwierig an, ist es aber nicht. Die Autorin entwickelt trotz des märchenhaften Stoffes eine absolut logische Geschichte, der man spannend und mit großer Teilnahme folgt. Sie entwirft Bilder, die ausgesprochen anrührend sind, wie z. B. das Bild des Fischers, der mit seinem Gesang die Meerfrau anlockt und erschrickt über dieses mächtige und bedrohliche Wesen, das da vor ihm aus dem Wasser aufsteigt. Daneben stehen sehr machtvolle Bilder wie die Beschreibung des Hurricans, den die Geister der Ahnen entfesseln und die Meerfrau erneut in die Verbannung zwingen. Mit der Liebesgeschichte verknüpft werden die wechselvolle Geschichte der Insel, das Schicksal der Ureinwohner und die allgegenwärtigen Themen Rassismus, Korruption u. a. Diese Verbindung erfolgt mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Nichts wirkt aufgesetzt oder schwerfällig.
Die Sprache des Romans ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Die Figuren sprechen ihr verschliffenes Kolonial-Englisch, und auch der Erzähler rutscht in seinen inneren Monologen in diese Sprache hinein. Diese besondere Sprache lässt die Figuren aber authentischer wirken, und auch die märchenhafte Geschichte wird dadurch fest in der Jetzt-Zeit verankert.
Ein ganz wunderbarer, mitreißender und außergewöhnlicher Roman über eine bittersüße große Liebe.!

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🐢🧜‍♀️

"Warum sind Frauen so brutal zueinander? Eh?"
"David, wenn wir das Mal wüssten."
"Weil wir Männer die linken? Sind wir Schul, wenn die einander hassen? Wir sind es, die Frauen fertigmachen. Wir wolln nicht für die Kinder da sein, uns kümmern. Sind Frauen so schlimm, weil Männer so schlimm sind?"
🐢
Hier haben wir einen Roman, wo ich mir Anfang meinen Teil bei der Sprache gedacht habe.
Sie ist fehlerbehaftet und beinhaltet viele Wortwiederholungen, die im ersten Moment komisch wirken.
Aber es hat einen Grund. Die Geschichte wird aus drei Sichtweisen erzählt, von einem auktorialen Erzähler, von der Meerjungfrau, die in ihrer alten Sprache spricht und wir lesen das Tagebuch von David dem kreolischen Fischer.
🐢
In David's Tagebuch finden wir viel Umgangssprache, die einfach das damalige Wissen und die Sprache spiegeln soll. Sobald man sich eingelesen hat, ging das Buch aber flott zu lesen.
🐢
Aycayia, die Meerjungfrau wurde von eifersüchtigen Frauen vor Jahrhunderten verflucht und musste ab da ihre Zeit im Meer verbringen. Bis zu dem Tag, als sie auf den Fischer David trifft und sie von Amerikanern aus dem Wasser gezogen wird.
David kann sie noch retten, bevor sie teuer verkauft werden soll, und in seiner Obhut beginnt sie wieder zur Frau zu werden.
🐢
Hier werden extrem viele Themen bearbeitet, die Sklaverei, die Eifersucht unter Frauen, die Entwicklung eines Menschen, der wieder alles von vorne erleben muss. Das Erblühen von Liebe und letztendlich beeinflusst Aycayia die Meerjungfrau alle mit ihrem sanften Wesen und stellt das Leben in Black Conch auf den Kopf.
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Wie im Zitat oben geht es auch viel um das Miteinander, um das Auskommen, um vergeben zu können. Und mich hat die Menschheit hier wieder schockiert, gerade die Kreolen wollen hier die Meerjungfrau um viel Geld verhökern wie ein Stück Fleisch, obwohl es ihnen selbst als Sklaven nicht anders gegangen ist.
Der ewige Kreislauf, der Wunsch, dass jemand anderer das selbe erleiden muss.
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Mich hätte zum Schluss im Abschlusswort der Autorin interessiert, was es mit der Sprache auf sich hat, wo sie da recherchiert hat, oder ob sie das nach Gefühl gemacht hat.

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Eine wunderbare und bittersüße Geschichte die mit diesem Satz beginnt:

"David Baptistes Dreads sind grau, seine Glieder zu harten schwarzen Korallenästen verschrumpelt, und doch gibt es noch Leute in St. Constance, die ihn aus jüngeren Jahren kennen, und die erinnern sich an seinen Part in der Geschichte von 1976, als zwei Yankees aus Florida kamen und Marlins angeln wollten, und dann kaschten sie stattdessen ne Meerfrau."

Schnell habe ich mich als Leserin an den doch etwas ungewöhnlichen Sprachstil gewöhnt und bin völlig in der Geschichte versunken. Vor tausenden von Jahren wurde Aycayia von eifersüchtigen Frauen ihres Stammes verflucht und musste seitdem einsam als Meerfrau leben bis zu dem Tag als zwei amerikanische Touristen sie fing. Der Fischer David Baptiste hatte Mitleid mit der Kreatur und befreite sie, um sie eigentlich wieder zurück ins Meer zu bringen. Doch sie verwandelte sich langsam und unter vielen Schmerzen zurück in die junge Frau, die sie einst war.

Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Einmal aus der von David Baptiste, Aycayia und einem auktorialen Erzähler. Es ist besonders schön, wenn Aycayia ihre Geschichte erzählt, weil es dann fast wie ein Lied klingt, wenn sie von ihrem Leben berichtet. Was im Übrigen äußerst passend ist, da ihr Name „süße Stimme“ bedeutet. Beim Lesen hört man sie fast schon singen.

Mich hatte die Geschichte völlig gepackt. Es geht hier um so vieles. Um Eifersucht, achtsame und aufrichtige Liebe, das Verhältnis zwischen Vätern und ihren Söhnen, Männern und Frauen. Es geht um Kolonialismus und seinen Folgen. Das Ganze eingepackt in einer mythischen Geschichte die auf einer fiktiven karibischen Insel spielt. Für mich gehört das Buch eindeutig zu meinen Jahreshighlights.

Ganz klar 5-Sterne

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Erzählt wird hier die Legende von der Meerfrau Aycayia aus den Gewässern von Kuba und von David, einem einfachen Fischer der auf der Insel Black Conch in der Karibik lebt. Vor tausend Jahren wurde Aycayia, von den Frauen ihres Stammes der Taino, wegen ihrer Schönheit mit einem Fluch belegt. Seitdem muss sie ihr Dasein als Meerfrau fristen.

Eines Tages wird sie von David’s Gesang und Gitarrenspiel beim Angeln angelockt, sodass sie sich zum ersten mal nach tausend Jahren einem Menschen zeigt.
Mit der Zeit knüpfen die beiden ein zartes Band der Freundschaft und der Liebe.

Eines Tages wird Aycayia durch unglückliche Umstände von fremden Anglern auf offenem Meer gefangen genommen. David setzt alles dran um sie zu retten. Gibt es Hoffnung für die Liebenden?

Schon als ich die Leseprobe gelesen habe, war ich einfach nur begeistert. Der Rest des Buches hat mich nicht enttäuscht. und das Cover, finde ich, ist einfach ein richtiger Hingucker😍🐢🧜🏾‍♀️

Die Geschichte wird durch drei unterschiedliche Perspektiven erzählt. Einmal aus David’s Sicht, in Form eines Tagebucheintrags, vierzig Jahre nach den Ereignissen.
Dann aus der Sicht des allwissenden Erzählers, und zuletzt aus Aycayia’s Sicht. Ihre alte Sprache, die in Versform geschrieben ist, klingt sehr zart und melancholisch.

David’s Sprache ist ein sehr einfacher karibischer Slang, ein örtliches Dialekt. Diese ist eine Mischung aus der Sprache der Einheimischen und ehemaligen Kolonialherrn.

Am Anfang mag die einfache Ausdrucksweise etwas irritieren, aber ich konnte mich sehr schnell daran gewöhnen. Hier möchte ich gerne auf die Nachbemerkung der Übersetzerin Gesine Schröder hinweisen. Denn nach dem man diese gelesen hat, versteht man auch diesen Sprachstil besser. Ich würde sogar empfehlen, die Nachbemerkung zuerst zu lesen. Gerade durch diese einfache Sprache wirkt die Story erst recht sehr authentisch.

FAZIT
Hier gehts es nicht nur um ein phantastisches Märchen über eine Meerjungfrau. Diese Geschichte ist so viel mehr. Es geht um Hoffnung und Verlust, es geht um die Selbstbestimmung der Frau, es geht um die Wunden die die Kolonialherrschaft hinterlassen hat. Und ja, es geht auch um eine unmögliche Liebe zwischen zwei sehr unterschiedlichen Wesen🧡 Ich hab’s sehr geliebt und deswegen bekommt das Buch von mir eine klare Leseempfehlung

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Black Conch ist eine kleine Insel in der Karibik. Hier hat der Fischer David bei seiner Arbeit die zauberhafte Begegnung mit einer Meerjungfrau. Er fährt nun täglich zu dieser Stelle und ist fasziniert von diesem unbekannten Wesen. Die Idylle findet ein unschönes Ende, als reiche Amerikaner diese Meerjungfrau beim Wettangeln an den Haken kriegen und als Beute nach Hause schleppen wollen. David kann das Mädchen retten. In seiner Hütte verwandelt es sich wieder in eine Frau zurück und zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte, schöne Liebesgeschichte, die auch mit magischen Elementen versehen ist.
Doch eine intrigante, missgünstige Nachbarin holt die tumben Amerikaner zurück, die auf ihr Recht auf den damaligen Fang pochen. Obwohl sie mit eigenen Augen sehen können, dass eine schöne junge Frau vor ihnen steht, sind sie nur auf Profit aus.
Insgesamt erfährt man hier viel über die Lebensart und die Mentalität der Menschen in der Karibik. Es gibt gute und schlechte Charaktere, vor allem aber ebbt der Hass auf die Kolonisation auch noch nach Generationen nicht ab. 
Dies ist ein Märchen, das den Leser entschleunigt. Es ist poetisch und spannend zugleich, vor allem aber bittersüß. Die Sprache der Autorin ist stark gewöhnungsbedürftig. Ich bin noch hin und her gerissen, ob sie nicht trotzdem oder gerade deswegen den Reiz dieser Geschichte ausmacht. Ich habe in einer anderen Rezension gelesen, dass sich die Fremdartigkeit in der Hörbuchversion verliert. Ich glaube, das ist ein guter Tipp.

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Kann der Fluch durch Liebe besiegt werden?
Es ist im April 1976, als der junge Fischer David sie zum ersten Mal sieht. Er ist allein in seinem Boot vor der karibischen Insel Black Conch als die Meerjungfrau, Aycayia, plötzlich neben ihm auftaucht. Tage später wird sie bei einem Angelwettbewerb von zwei Amerikanern aus dem Wasser gezogen. Sie versprechen sich vom Verkauf der Fisch-Frau in den USA zu Reichtum zu kommen und hängen sie zunächst bis zu ihrer Abreise kopfüber im Hafen auf. Dort entdeckt sie David, rettet sie und nimmt sie mit nach Hause. Dann geschieht das Wunder. Durch Davids Liebe und Fürsorge verwandelt sich die mit einem Fluch beladene Meerjungfrau langsam wieder zurück in die bildschöne junge Frau, die Aycayia einstmals vor hunderten von Jahren war. Doch als Priscilla, eine bösartige neidische Nachbarin, Davids Geheimnis entdeckt und ein schwerer Hurrikan die Insel heimsucht, beginnt der Fluch der neidischen Frauen wieder zu wirken …
Die britische Schriftstellerin Monique Roffey wurde 1965 in Trinidad geboren, wo sie auch ihre frühe Schulzeit verbrachte. Später besuchte sie in Großbritannien das College und studierte anschließend an der University of East Anglia Englisch und Filmwissenschaft und an der Lancaster University Creative Writing. Vor „Die Meerjungfrau von Black Conch“ schrieb sie bereits einige Romane, die in Europa und den USA viel Beachtung fanden und für die sie auch einige Preise und Auszeichnungen erhielt. Die Autorin lebt abwechselnd in London und Trinidad.
Wir erfahren die Geschichte der Meerjungfrau aus drei verschiedenen Perspektiven und in drei Zeitebenen: Die Ereignisse von April 1976 bis zum verheerenden Hurrikan im August 1976 werden von einer bestens informierten, neutralen Person sehr realistisch geschildert, was mitunter den Eindruck eines Tatsachenberichts erweckt. Der zweite Erzähler ist David, der nun 2015/2016, seine damaligen Erlebnisse in Form eines Tagebuchs festhält. Dabei schweifen seine Gedanken zurück und lassen seine große Liebe zu Aycayia nochmals lebendig werden. Die dritte Erzählebene ist die Meerjungfrau selbst, die von einer längst vergangenen Zeit berichtet, als ihr Volk der Taino, die Ureinwohner der Karibik, noch existierte. Wir erfahren, wie sie wegen ihrer Schönheit von den anderen Frauen ihres Dorfes verflucht wurde und seither als Frau/Fisch-Wesen ihr Leben im Meer verbringen musste.
Gleich mehrere aktuelle Themen behandelt die Autorin in diesem Buch: Die Kolonialisierung durch Weiße, unter der die indigene Bevölkerung leiden musste, der daraus entstandene Rassismus, dass sich die weiße Minderheit privilegiert fühlt und nicht zuletzt das Schicksal der Frauen, die über Jahrhunderte hinweg als männliche Sexualobjekte betrachtet wurden. Auch Missgunst und Neid der Frauen untereinander sind bis heute noch ein Thema, was sich mit der Figur der bösen Nachbarin Priscilla zeigt. Leider wird der gute Eindruck der Geschichte durch die gewählte Sprache, die wohl den einfachen Menschen ohne Bildung entsprechen soll, stark gemildert. Auch die Ausdrucksweise der Meerjungfrau in Gedichtform konnte mich nicht überzeugen. Die fehlerhafte Sprache und die häufigen Verdoppelungen von Adjektiven führen bei mir zu Punktabzug, trotz einer Erklärung der Übersetzerin am Ende des Buches, dass sie damit den Dialekt der Inselbewohner hervorheben wollte.
Fazit: Schönes Cover, tolle Geschichte, gewöhnungsbedürftige Sprache.

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Aycayia ist eine Meerfrau und wird zu Beginn der Erzählung von zwei weißen amerikanischen Sportanglern vor der karibischen Küste geangelt und offenbart uns Lesenden ihre Geschichte. Hierbei lässt Roffey Mythen und Realität verschmelzen.

Aycayia erzählt aus weiblicher Sicht vom Mythos Meerjungfrau. Sie berichtet von Gier und Neid, davon wie es sich anfühlt sich fremd zu fühlen. Roffey verwebt die Geschichte der Meerjungfrau mit den Nachwirkungen des Kolonialismus auf den karibischen Inseln und berichtet vom Leben der Menschen, die dort in ganz eigenen gesellschaftlichen Strukturen leben.

Das Sprache des Romans ist an einen einheimischen Dialekt angelehnt. Was mir zuerst holprig erschien, hat nach einer kurzen Gewöhnung zu einem sehr intensiven Leseerlebnis geführt. Die Übersetzerin beschreibt in ihrer Nachbemerkung die Schwierigkeit, diesen Dialekt ins Deutsche zu übertragen, weswegen eine Lektüre im Original sicher sehr zu empfehlen ist.

Kritisieren würde ich an einigen Stellen das Frauenbild, das hier gezeichnet wird. Aycayia ist wunderschön, alle Männer verfallen ihr, während alle Frauen sie mit neidvollen Blicken verwünschen. Diese Sichtweise wird auch im Verlauf des Romans nicht weiter reflektiert, eher als eine Art Naturgesetz standartisiert.

Aycayia selbst wirkt für mich "wie aus der Zeit gefallen". Sie hat Jahrzehnte im Meer verbracht und muss sich nun in einer Welt zurechtzufinden, die nach anderen Regeln funktioniert, trotz allem aber nach wie vor von alter Magie durchwoben zu sein scheint.

"Die Meerjungfrau von Black Conch" ist meiner Meinung nach absolut lesenswert. Es ist ein Buch, das im Gedächtnis bleibt und zu dem ich sicher erneut greifen werde.

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