Graue Bienen

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Erscheinungstermin 24.02.2021 | Archivierungsdatum 24.05.2022

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Zum Inhalt

Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn interessiert nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung. Eines Frühlings bricht er auf: Er will die Bienen dorthin bringen, wo sie in Ruhe Nektar sammeln können.

Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich...


Eine Anmerkung des Verlags

»Andrej Kurkow ist mit ›Graue Bienen‹ ein scharf gezeichnetes Bild des weiterschwärenden Kriegs in der Ukraine gelungen, von dem das übrige Europa seit langem den Blick abgewendet hat.«

Sigrid Löffler / Deutschlandfunk Kultur, Berlin

»Andrej Kurkow ist mit ›Graue Bienen‹ ein scharf gezeichnetes Bild des weiterschwärenden Kriegs in der Ukraine gelungen, von dem das übrige Europa seit langem den Blick abgewendet hat.«

Sigrid...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Taschenbuch
ISBN 9783257245547
PREIS 13,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein starkes und eindrinliches Buch zum Konflikt vor dem Krieg: Mit "Graue Bienen" hat der russischsprachige ukrainische Shriftsteller Andrej Kurkow das Porträt eines Einzelgängers in einem weitgehend verlassenen Dorf zwischen den Linien des Konflikts in der Ostukraine und einer Gesellschaft zwischen Misstrauen und Auflösung gezeichnet. Frührentner Sergej Sergejitsch, einst Bergarbeiter in Donbas, nun Hobbybienenzüchter, ist einer der beiden letzten Einwohner eines aus nur drei Straßen bestehenden Dorfs in der grauen Zone zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee. Bis aus Paschko, mit dem er seit Schultagen ein angespanntes Verhältnis hat, haben alle anderen das Dorf verlassen.

Paschko hält es mit den Separatisten, word von ihnen auch mit Lebensmitteln versorgt, während sich Sergej nicht sonderlich um Politik kümmert, allerdings als russischen Sergej und nicht als ukrainischen Serhej identifiziert. Viel wichtiger ist ihm, dass seine sechs Bienenvölker ausschwärmen können und nicht durch die Kriegshandlungen bedroht werden. Und auch der tote Soldat, den er im Winter auf einem nahen Feld sieht, rührt Sergej an. Ihm ist gleichgültig, wessen Uniform der Tote trägt - er kann doch nicht einfach so liegen bleiben.

Die Sorge um die Bienen ist es denn auch, die Sergej im Frühjahr aus dem Dorf treibt, er lädt die Bienenstöcke in seinen Zhiguli aus Sowjetzeiten und fährt durch russische und ukrainische Checkpoints auf der Suche nach einem Ort, wo seine Bienen friedlich ausschwärmen und Nektar sammeln können. Doch der Konflikt folgt ihm: In einem Dorf wendet sich die Stimmung gegen ihn, als ein im Donbas getöteter Soldat beigesetzt wird und ein traumatisierter Kriegsveteran nicht nur Sergej, sondern auch dessen Bienen attackiert. Auf der Krim, wo er einen befreundeten Bienenzüchter besuchen will, erlebt er die Einschüchterungsversuche der russsischen Behörden gegen die Krimtataren.

Ein wenig erinnert Sergej an einen ukrainischen Forrest Gump: Ein Mann, der seine Bienen liebt, aber im Umgang mit seinen Mitmenschen überfordert ist. An der fehlenden Kommonikation ging einst seine Ehe zugrunde und auch in der Gegenwart gibt es immer wieder Situationen, wo ihm die Worte oder das Gespür für die Lage abgehen. Sergej ist ein einfacher, auch einfach gestrickter Mann mit funktionierendem moralischen Kompass - in Zeiten eines blutigen Konflikts nicht die besten Voraussetzungen. Wenn er instrumentalisiert werden soll oder plötzlich das Interesse des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB erregt, ist Sergej eine Art reiner (wenn auch dem Wodka zugeneigter) Tor, der dann doch noch weitgehend unbeschadet die Krise übersteht.

Dabei wird Sergej nie ins Lächerliche gezogen, wie Kurkow überhaupt langsam und ruhig erzählt, mit einer Geduld, wie sie auch der Bienenzüchter braucht. Gerade durch den Verzicht auf Pathos und Drama wirkt "Graue Bienen" beeindruckend. Er zeigt eine Gesellschaft unter dem Einfluss des Konflikts, der dem aktuellen Krieg in der Ukraine vorausging, die Teilung der Menschen in "Wir" und "Die anderen", die sichtbaren und die unsichtbaren Grenzen, über die nur die Bienen ohne Lebensgefahr fliegen können. Aus heutiger Sicht nimmt "Graue Bienen" viel vorweg von dem jetzigen Krieg, zeigt dabei aber nicht die spektakulären und dramatischen Seiten, sondern die kleinen Orte, die ebenso unwiederbringlich verändert werden. Unbedingt lesenswert.

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Ich gebe zu, dass ich zu Städten wie Donetsk und Luhansk in der Vergangenheit keinerlei Vorstellung im Kopf hatte. Heute assoziiere ich mit diesen Namen leider triste, traurige Bilder vom Krieg. Dennoch würde ich jetzt nicht behaupten, dass ich großes Wissen zu dieser Gegend habe, auch wenn dieses Informationsdefizit gerade leicht zu beseitigen ist. Doch wie ich finde, kann auch Literatur in diesem Zusammenhang einen großen Beitrag leisten.
Eine große Entdeckung war für mich der Roman „Graue Bienen“ von Andrej Kurkow, der bereits 2019 erschienen ist, mir gerade aber wie das Buch der Stunde erscheint. Kurkow führt uns nicht ganz in den Donbass, sondern in die graue Zone, dem Gebiet zwischen dem Territorium der prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee. Das Dorf Malaja Starogradowka, in dem der Protagonist Sergej Sergejitsch lebt, ist inzwischen verlassen. Außer ihm lebt nur noch sein „Feindfreund“ Paschka dort. Alle anderen Bewohner haben ihren Heimatort längst verlassen. Zu groß war die Angst, zwischen den Fronten das Leben zu verlieren.
„Bei den übrigen Malostarogradowkern war gleich zu Beginn der Kriegshandlungen der Wunsch aufgekommen wegzuziehen. Und das hatten sie getan. Weil sie mehr Angst um ihr Leben bekommen hatten als um ihre Besitztümer und von zwei Ängsten die stärkere wählten.“
Und so verharren nun Sergej und Pawlak in friedlicher Koexistenz, denn sie haben doch nur noch sich außer vereinzelte Besucher, die Sergei aus dem ukrainischen Lager bekommt, Paschka aus dem der Separatisten.
Dennoch versuchen die beiden sich so gut es geht aus dem politischen Geschehen herauszuhalten. Bei Sergej sind es insbesondere seine Bienen, die ihm Möglichkeit zur inneren Emigration bieten.
Und diese sind für ihn auch der Anlass, sich auf einen Roadtrip Richtung Ukraine und Krim zu begeben, denn die Bienen sollen frei und unbeschwert vom Donnern irgendwelcher Kanonen ausschwirren und Honig sammeln können. Auf der Reise wird Sergej vielerlei Menschen begegnen, Ukrainern, Russen, Krim-Tartaren, von denen manche freundlich sind, andere weniger.
Eine leise, ernste Geschichte, die Andrej Kurkow aber mit so viel Leichtigkeit erzählt und in der er die Figuren, insbesondere Sergej Sergejewitsch mit so viel Herzenswärme zeichnet. Eine kleine Geschichte, die dennoch sehr zum Verständnis der Situation beitragen kann. Eine wunderbare Geschichte, die ich jedem sehr ans Herz legen möchte.

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Sergej ist Bienenzüchter und lebt im Donbass wo sich täglich ukrainische Soldaten und prorussische Separatisten gegeneinander kämpfen. Fast alle Einwohner haben das Dorf verlassen, wo es schon längst keinen Strom mehr gibt. Einzig Sergej und sein ehemaliger Schulfeind sind übriggeblieben. Mangels Alternativen werden sie fast Freunde, helfen sich gegenseitig. Sergej versucht, neutral zu bleiben, aber die Unruhen tun seinen Bienen nicht gut und so beschließt er, einen ruhigen Ort zu suchen, wo sie im Sommer bleiben und Nektar sammeln können. Obwohl er eine Beziehung zu einer Frau anfängt, die ihn auch gern bei sich aufnehmen würde, fühlt er sich fremd. Er macht sich auf, einen anderen Bienenzüchter auf der Krim zu besuchen, doch auch dort ist die politische Lage nicht einfach und selbst die Bienen scheinen sich zu verändern....
Sergej ist ein kauziger, warmherziger Zeitgenosse. So werden auch die meisten Menschen, die ihm begegnen geschildert, aber das selbstbestimmte Leben, das er gern führen würde, wird ihm unmöglich gemacht.
Ein wichtiges Buch, sehr aktuell, das den Lesenden Einblick in die ukrainische Gesellschaft gibt.

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Der Donbass ist ein Gebiet zwischen Russland und der Ukraine, das sich die Graue Zone nennt. Von hier flüchten die Menschen seit 2014. In dieser Zeit spielt auch der Roman, doch hat man das Gefühl, die Geschichte könnte heute stattfinden.
Sergejitsch lebt mit seinen Bienen in einem kleinen verlassenen Dorf. Außer ihm noch Paschka. Es gibt keinen Strom, die Kirche ist zerbombt.
Den Zugang zu diesem Roman habe ich äußerst schwer gefunden. Düster, männlich, trist -
Dann machte es irgendwann Klick. Nämlich ab dem Moment, wo Sergejitsch beschließt, diesen Ort gemeinsam mit seinen Bienen in seinem alten grünen Lada Shiguli zu verlassen.
Er begegnet starken freundlichen Frauen wie Galja, Ajsylu und ihrer Tochter Ajsche. Sein Leben beeinflussen diese Begegnungen leider immer nur für den aktuellen Moment, denn in seinem Dorf in der Grauen Zone wartet sein Freund Paschka auf ihn ...
Kurkow erzählt mit Humor, aber auch mit traurigem Blick. Die Situation war schon vor acht Jahren so hoffnungslos! Ich kann das Buch uneingeschränkt allen Leser*innen mit Interesse an der Situation in der Ukraine empfehlen, als Urlaubslektüre eher nicht.

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Sergej interessiert sich nur für seine Bienen. Er versucht alles Andere auszublenden.
Bloß nicht zwischen die Fronten geraden!
Sergej lebt im Donbass, wo sich prorussische Separatisten und Ukrainer massiv bekämpfen.
Die Geschichte spielt 2016 und ist heute leider aktueller denn je.
Der Ukrainekonflikt und die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung werden detailliert dargestellt.
Absolut lesenswert, fast schon "Pflichtlektüre".

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Kurzmeinung: Subtile Komik mag ich.
Bienenroadmovie.
Zwei sich alt fühlende Männer verbringen den Winter in Malaja Starogradowka. Sie sind keine Freunde, doch der besondere Umstand, dass sie die einzigen Menschen sind, die das Dorf in der Kriegszone nicht verlassen haben, schmiedet sie zusammen. Das fiktive Dorf liegt in der „grauen Zone“, in einem Verwaltungsgebiet, das teilweise der Ukraine und teilweise Russland zugerechnet wird, also irgendwo im Donbas. Ostukraine.
Nach dem harten Winter verlässt der eine, der sechs Bienenstöcke sein eigen nennt, die Ortschaft und fährt mit seinem alten Auto und den Bienen auf ein paar Umwegen in die Krim, damit die Bienen dort ungestört Honig produzieren können. Denn Granaten und Raketen mögen sie nicht, da sind sie empfindlich. Genauso wie ich.

Der Kommentar:
Bevor der Roman ein Roadmovie wird, ein Bienenroadmovie sozusagen, gefällt er mir am besten. Den ganzen Winter über spielt er in dem kleinen Dorf, dessen Kirche durch Beschuß zerstört wurde und das nur zwei Straßen hat. Der Autor sieht durch die Augen Serges, des Imkers, den mühevollen Alltag dort. Daraus besteht das Leben: Kohleofen anschmeissen, eintönige Mahlzeiten zubereiten, Fotoalben durchblättern und sich erinnern, kurze Spaziergänge, sich mal gegenseitig besuchen und saufen, viel mehr können die beiden Männer nicht tun, die von der Stromversorgung und fast allen Einflüssen von außen abgeschnitten sind. Na ja, und hoffen. Gelegentlich Schnee schippen. Hoffen, dass die beiden feindlichen Lager, die sich vor und hinter dem Dorf in Stellung gebracht haben, über das Dorf feuern werden oder gar nicht. Na ja, bis jetzt ist alles fast gut gegangen. Nur einmal mussten sie ihre Fensterscheiben auswechseln. Wegen der Druckwellen. Und halt die Kirche. Und ein paar Nachbarhäuser und der Grater mitten auf der Straße zu den anderen Dörfern, wo man ab und zu mal hin muss, um Essen zu beschaffen. Aber sonst? Man lebt. Und wer lebt, beklagt sich nicht. Ach ja, und die nicht hochgegangenen Granaten im Garten, so dass man kein Gemüse mehr anpflanzen kann. Das ist schon lästig. Im vergangenen Jahr hat es einen der letzten Nachbarn beim Gärtnern zerfetzt. Schicksal halt. Serge müsste hungern, hätte er nicht seinen Honig: bestes Tauschmaterial.
Die Eintönigkeit des Alltags, das sich Eingraben in sich selbst, im Bett und hinterm Kohleofen, der Stoizismus der Männer, ihr Fatalismus, ihre unterdrückten Gefühle, die Starre eines auf das Allernotwendigste reduzierten Lebens hat der Autor wunderbar eingefangen. Man geht einmal am Tag mit nach draußen, schaut in den Himmel und fragt sich, ob es jemals wieder Frühling wird. Dann kocht man seine Buchweizengrütze oder seine Nudeln. Ach hätte man doch ein paar Eier. Oder Butter. Oder halt irgendwas.
Als es taut und sich Serge auf den Weg macht, wird die Erzählung zu einem skurrilen, dennoch leisen und lakonischen Abenteuer. L’amour, besseres Essen, Sonne, Blumen; Wiesen, Weinberge. Aber auch Grenzkontrollen, Willkür,Tod und Gefahr. Ohne den ihm eigenen Fatalismus würde Serge nachts nicht schlafen können. Manchmal im Zelt, manchmal auf den Bienenstöcken und manchmal in einem warmen Bett einer Frau. Immerhin kann sie gut Bortschtsch kochen. Hat er lange nicht mehr gegessen. Irgendwie hat Serge bisher überlebt. Von irgendwo hat er immer wieder neuen Lebensmut hervorgeholt. Dennoch, dem ist sich Serge bewusst, ist er ein Spielball größerer und unbegreiflicher, weil unrationale Kräfte.

Dieses Roadmovie ist mir eine Spur zu breit angesetzt. Wiederholungen waren unvermeidbar. Andererseits hat uns die Honigernte Freude bereitet.
Fazit: Eine liebenswerte lakonische, subtil komische kleine Erzählung aus einem besetzten Gebiet.
Kategorie:Gute Unterhaltung
Verlag: Diogenes

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Zurzeit beherrschen zwei Länder die Schlagzeilen: Ukraine und Russland – und der Donbass ist auch zu gewissermaßen unerfreulicher Bekanntheit gelangt. Eine literarische Auseinandersetzung mit dem Thema, die ursprünglich bereits 2019 erschien, kann da doch nur erhellend sein?! Und in der Tat das ist sie, darüber hinaus aber noch etwas mehr, doch der Reihe nach.

Die Geschichte erzählt vom im Donbass lebenden Imker Sergej, der sich aus politischen Themen (ja, auch 2019 gab es bereits Auseinandersetzungen zwischen Ukrainern und Russen bzw. prorussischen Kräften dort) heraushält und sich stattdessen nur seinen Bienen widmet. Doch das ruhige Leben findet ein jähes Ende, als er seine Bienen umsiedeln will und eine wilde Reise beginnt.

Viel mehr kann bzw. sollte man zur Handlung als solcher wohl nicht sagen. Das Erstaunliche ist eher die „Weitsicht“ bzw. Beobachtungsgabe Kurkows, denn da fallen Sätze wie: „Als Putin da war, hat er selbst erzählt, dass das hier heilige russische Erde ist.“ Liest man das heute, hätte uns die Lektüre vor 2 bis 3 Jahren wohl gutgetan. Kontrastiert wird dieses „Übersehen“ mit der Weisheit „einfacher Figuren“, allen voran natürlich Sergej, aber auch seiner Bienen (ja, denn da geht es geordnet zu, dient dem großen Ganzen). Kurkow beschreibt über weite Strecken ein einfaches, einförmiges, teils auch mühevolles Leben (man wurschtelt sich durch), aber auch Landschaften. Das kann durchaus Längen haben. Ab dem Moment, wo Sergej sich auf den Weg macht, wird es abenteuerlicher und auch die Sprache interessanter, getragen von einem unterschwelligen, aber treffenden Humor. Der doch merklichen Längen wegen, reicht es für 3,5 Sterne, die jedoch aufgerundet werden, weil wir dieses Buch wohl früher hätten lesen sollen …

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Dies war zugegeben mein erstes Buch eines ukrainischen Schriftstellers, aber definitiv nicht mein letztes Buch von Kurkow. Ich habe dieses Buch bewusst zu Kriegsbeginn begonnen, da ich mir ein bisschen mehr Hintergrundinfos zur Ukraine bzw zu den prorussischen Separatistengebieten erhofft habe und wurde nicht enttäuscht. Mit leisen Tönen erzählt Kurkow die Geschichte des Bienenzüchters und Imkers, der völlig isoliert in der sogenannten grauen Zone bei Donezk lebt. Beim Lesen musste ich immer wieder an die drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen wollen. Ein leiser und doch kräftiger Roman über die Menschen, die in der Zone zwischen Demokratie und Diktatur leben.

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Ein toller Roadmovie, mit starken Charakteren, etwas Witz und Melancholie. Sergje macht sich mit seinen Bienen auf den Weg durch ein durch Krieg zerrissenes Land. Ein Roman über die Schrecken des Krieges, so aktuell wie nie.

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Sergej lebt in seiner eigenen kleinen Welt, lediglich um ein bescheidenes Auskommen und ein ruhiges Dasein bemüht. Zwischenmenschliche Beziehungen zählen nicht zu seinen Stärken (wozu auch? Bienen sind eh die besseren Menschen) und Politik ist ihm egal, solange die Geschosse in seinem Dorf im Donbass die Bienen nicht zu sehr aufstören. Das konfliktreiche Geschehen um sich herum begreift Sergej oft nicht und interessiert sich auch nicht dafür. Ich habe mich wiederholt gefragt, ob man tatsächlich in einer Kriegssituation so naiv sein kann. Natürlich überspitzt der Autor hier, denn warum sollten Menschen wie Sergej, die einfach nur in Ruhe ein einfaches Leben führen wollen, das nicht dürfen? Und zu normalen Zeiten wäre das ja auch kein Problem…

Nachdem man als Leser*in den halben Roman lang und fast über die Schmerzgrenze hinaus Sergejs öden Alltag im fast leeren Dorf geteilt hat, landet der Tropfen zu viel im Fass bzw. das Geschoss zu viel schlägt in der Nähe von Sergejs Bienen ein – Sergej packt seine Sachen und das Geschehen entwickelt sich plötzlich zu einem melancholisch-ironischen Roadtrip. Auch innerlich kommt Sergej nun endlich in Bewegung – aus dem stoffeligen Einzelgänger, der sich nicht einmal für das Befinden seiner Tochter interessiert hat, entwickelt sich im Laufe seiner Odyssee durch die Südukraine ein Mensch, der nicht nur von Anderen nimmt, sondern zumindest gelegentlich auch deren Bedürfnisse wahrnimmt und Hilfe leistet.

Am Ende hinterlässt der Roman etliche offene Fadenenden, und über einige Teile des Schlusses werde ich noch ein bisschen nachzudenken haben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Buchtitel. Dazu möchte ich hier nichts weiter verraten.

Insgesamt war es ein seltsames Gefühl, dass sich bei diesem Buch Fiktion und aktuelle Realität so sehr berührt haben. Manchmal musste ich beim Lesen im Roman und/oder in der Tageszeitung zweimal nachdenken, um das sortiert zu bekommen, und es traf mich auch emotional sehr stark. Zum Beispiel hatte ich in den Medien gelesen, dass russische Truppen die eroberten Gebiete nach Donbass-Veteranen durchsuchen. Also nach solchen Leuten wie dem blutjungen Kerl, der im Roman bei Sergej im Wohnzimmer saß und seine Kalaschnikow nicht ablegen wollte. Im Roman fragen sich die Protagonisten, wie es wohl weitergehen mag mit diesem Konflikt, machen Pläne für ihr Leben nach dem Krieg, überlegen, ob sie bleiben oder gehen sollen. Wenige Jahre später – jetzt – sehe ich den Fortgang des Geschehens in den Nachrichten, sehe die ukrainischen Geflüchteten hier im Ort... Natürlich habe ich schon viele Bücher über reale Konflikte und Kriege gelesen, aber diesmal war ich zeitlich, geografisch und medial besonders nah dran, es fanden zahlreiche Rückkopplungen statt... Das war also definitiv kein Buch, das sich mal so nebenbei in der Freizeit zum Vergnügen weglesen ließ. Aus der Hand legen mochte ich es deshalb nicht – unter anderem, weil ich dankbar für ein tieferes Verständnis der Hintergründe bin. Gleichzeitig stellte das Buch doch auch an sich ein Lesevergnügen dar! Es war also auf jeden Fall eine spezielle und besondere Lektüre.

Ich habe über NetGalley ein unkorrigiertes Rezensionsexemplar erhalten, für das ich dem Verlag herzlich danke, und hoffe, dass Lektorat und Korrektorat die dort noch enthaltenen Unstimmigkeiten rechtzeitig vorm Erscheinen ausgeglichen haben.

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Graue Bienen – Andrej Kurkow
Ein Roman, der vor drei Jahren erschien, nun durch den aktuellen Ukraine-Konflikt nochmal topaktuell geworden ist.
Bienenzüchter Sergej lebt mit seinen Bienenstöcken im Donbass, genauer gesagt in der sogenannten Grauen Zone zwischen Russland und Ukraine. Er befindet sich quasi zwischen den Fronten, immer wieder wird geschossen, Strom gibt es seit Jahren nicht mehr. Doch Sergej hält sich raus aus allen menschlichen Konflikten. Auch um sein eigenes Leben macht er sich kaum Gedanken. Vielmehr treibt ihn die Sorge um das Wohlergehen seiner Bienenvölker um. Diese hält er ohnehin für wesentlich schlauer als die Menschen um ihn herum. Eines Tages beschließt Sergej, dass es nun nicht mehr sicher ist für seine Bienen, auszufliegen. Und so macht er sich mit ihnen auf eine wahnwitzige Reise um einen ruhigen Ort zu finden.
Orte wie Luhansk und Donezk wären mir wohl noch vor einem Jahr kaum ein Begriff gewesen. Nach den aktuellen Ereignissen hat sich das natürlich geändert. Kurkow gibt dieser umkämpften Gegend ein Gesicht und beschreibt die Situation, die dem aktuellen Konflikt vorausging.
Dafür hat der Autor eine ganz besondere Hauptfigur gewählt. Sergej ist ein Eigenbrötler, der seit Jahren kaum Kontakt zu anderen Menschen hat. Außerdem seit Jahren keinen Strom und kaum Nachrichten. Noch extremer: er hat nicht einmal das Interesse daran, zu erfahren, was um ihn vor sich geht. Er beschimpft die schießenden Soldaten als Idioten und macht sich Sorgen um seine Bienen. Auch auf seiner folgenden Reise verhält er sich sorg- und arglos, was die Konflikte der Menschen angeht. Dies ermöglicht eine ganz spezielle Sicht auf den schwelenden Krieg.
Im Prinzip ist dieser Roman total spannend und topaktuell. Tatsächlich konnte er mich allerdings nicht durchgehend fesseln. Immer wieder fand ich ganze Passagen recht zäh. Vielleicht war es für mich einfach nicht der richtige Zeitpunkt für diese Geschichte.
Trotzdem 4 Sterne, weil ich mir sicher bin, dass dies ein hervorragender Roman ist!

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Auch wenn mir dieses Buch außerordentlich gut gefallen hat, wünschte ich, es hätte nie geschrieben werden müssen. Ganz einfach weil dies bedeuten würde, dass es diesen Krieg und die Annexion der Krim nie gegeben hätte bzw. geben würde.
Graue Bienen erzählt von Sergej Sergejitsch, der mit seinen Bienen und seinem Feindfreund aus Kindertagen, Paschka, als einzig Verbleibender in einem kleinen Dorf in der sogenannten "Grauen Zone" im besetzten Donbass lebt. Überleben können die beiden nur dank der gelegentlichen Unterstützung von Separatisten und Baptisten. In diesem ersten Teil der Geschichte geschieht nicht wirklich viel: wo früher Kindergeschrei zu hören war, liegt nun über dem Dorf eine große Stille.
Damit seine Bienen ungestört fliegen können, macht Sergej sich mit ihnen zunächst auf den Weg in die Ukraine, später dann auf die Krim. Unterwegs stellen sich ihm dabei etliche Hindernisse in den Weg, vor allem in Form russischer Checkpoints und Geheimdienstmitarbeiter. Kurkow beschreibt, wie die Schikanen der Russen immer wieder die Unschuldigen treffen: Nicht nur Sergej hat darunter zu leiden, sondern vor allem auch die Krim-Tataren. Sie werden verschleppt und misshandelt; durch Putins Propaganda ist auch die russische Bevölkerung überzeugt, dass die Tataren auf der Krim nur stören und nur angesiedelt wurden, um die Russen zu vertreiben, denn "Putin lügt nicht."
Trotz all dieser Schrecken ist Graue Bienen ein sehr ruhiges Buch. Die Gewalt findet eher im Hintergrund statt. Aber bei jedem Grenzübertritt, bei jeder Begegnung mit russischen Militärs und Geheimdienstlern habe ich mit Sergej mitgezittert und so gehofft, dass alles gut geht.
Sehr gelungen fand ich auch die gelegentlichen Flashbacks und Träume Sergejs. Diese liefern noch einmal eine andere Sichtweise auf viele Dinge - sie erklären manches, lassen aber gleichzeitig auch vieles bewusst ein wenig unklar.
Ein äußerst gelungenes Buch und ein Autor, von dem ich gerne mehr lesen möchte.

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Der Ukraine-Krieg hat mich zu diesem Buch greifen lassen. ich wollte wissen, wie die Bewohner mit der Situation umgehen, dass Krieg in ihrem Land herrscht. Dieses Buch ist bereits vor einigen erschienen und es geht um den Einmarsch der Russen in den Donbass.

Drei Jahre lebt Sergej nun schon in einem kleinen Ort, zusammen mit seinem "Feind" Pascha, alle anderen Bewohner sind bereits weggezogen, denn es gibt keinen Strom mehr, die Frontlinie zwischen der ukrainischen Armee und den prorussischen Separatisten verläuft nur wenige Kilometer entfernt und eine der drei Straßen des Dorfes ist durch einen Minenkrater unbefahrbar geworden. Die beiden Männer haben sich eingerichtet, besuchen sich gegenseitig, beobachten sich, sind aber auch mehr als eine Zweckgemeinschaft, sie geben einander Halt.

Als jedoch die Einschläge näher kommen und es Frühjahr wird, zieht Sergej mit seinen Bienen für die Sommersaison weiter. Er begegnet Menschen, die sehr hilfsbereit sind, denn er kommt ja aus der grauen Zone. Er lernt eine Frau kennen, die ihn gerne halten würde und er landet sogar auf der Krim, bei der Familie eines Bienenzüchters, den er vor etlichen Jahren mal kennen gelernt hat. Die Tataren sind jedoch ein ganz anderer Schlag Mensch und ich fand es interessant, ihnen zu begegnen.

Das Buch ist in einem ruhigen Stil geschrieben, Sergej ist ein ausgeglichener Mann, dem wenig anhaben kann, er macht immer das Beste aus allem. Seine Bienen sind ihm das Wichtigste im Leben und darüber kommt er auch mit anderen in Kontakt. Die Schilderungen der Erfahrungen mit den Russen, die Grenzkontrollen und besonders die Schikanen auf der Krim fand ich bewegend. Trotzdem schafft es der Autor, ein wenig ruhige Gelassenheit zu verströmen, aber trotzdem die Situation nicht zu beschönigen.

Mir hat es wirklich gut gefallen. .

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Ich habe Andrej Kurkows Werke vor Jahren gelesen und habe mich sehr gefreut, Graue Bienen über Netgalley zu erhalten, vielen Dank an Diogenes. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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In „Graue Bienen“ beschreibt Andrej Kurkow das Leben des Bienenzüchters Sergej Sergejitsch, der ungewollt zwischen die Frontlinien des Krieges geraten ist.

Sergejitsch lebt mit seinen Bienen im umkämpften Grenzgebiet zu Donezk. Nur der Imker und sein „Feindfreund“ aus Kindheitstagen sind in dem Dorf zurückgeblieben. Alle anderen sind schon lange weg. Schließlich entschließt sich Sergejitsch seine Bienen zumindest für die Sommermonate aus dem Kampfgebiet fortzuschaffen, damit sie frei fliegen und den für ihn so wichtigen Honig sammeln können. Also hievt er die Bienenstöcke auf den Anhänger seines Schiguli und passiert Checkpoints und Landesgrenzen, um seine Bienen dorthin zu bringen, wo es still ist und kein Krieg herrscht. Doch egal wohin er auch fährt, die Auswirkungen des Krieges verfolgen ihn…

Kurkow beschreibt anschaulich und eindringlich das Leben und den mühsamen Alltag des Bienenzüchters und der unterschiedlichen Menschen die er auf seiner Reise trifft. In ruhiger, schwerer Sprache zeichnet er ein authentisches Bild der zivilen Bevölkerung in der Ostukraine inmitten des bereits seit 2014 anhaltenden bewaffneten Konflikts, der sich derzeit auf seinem traurigen Höhepunkt befindet.

Der Autor hat ein Buch geschaffen, das zeigt welche Auswirkungen ein Krieg auf die Menschen hat, die in dem Land leben. Menschen, die zuschauen müssen, wie ihr bisheriges Leben und ihr Land zerstört werden. Menschen, die sich entscheiden müssen, ob sie gehen oder ob sie bleiben. Und wie sie sich mit ihrer Entscheidung arrangieren.

Ein ganz besonderes Buch! Lesen!

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Sergej Sergejitsch lebt in Malaja Starogradowka in der Grauen Zone, dem Puffergebiet zwischen der Ukraine und dem Dombass. Das Dorf ist mittlerweile verlassen, die Bewohner tot oder geflüchtet. Die Kriegsfront ist in Hörweite, ab und zu verirrt sich ein Geschoss in das Wohngebiet. Außer Sergejitsch ist nur noch Pascha geblieben, der alte Feind aus Schulzeiten, mit dem es sich jetzt, in der neuen Situation, aber leidlich auskommen lässt. Pascha und Sergejitschs Bienen, die in ihren Stöcken Winterruhe halten.
Doch als der Frühling kommt, beschließt Sergejitsch, dass er seine Bienen an einen friedlicheren Ort bringen muss, damit sie in Ruhe Nektar und Pollen sammeln können. Darum macht er sich auf den Weg, erst in die Ukraine, später auf die von Russland besetzte Krim. Wo er auch hinkommt, sind die Folgen des Krieges spürbar. Misstrauen und Vorurteile herrscht überall, Willkür und Machtmissbrauch sind an der Tagesordnung. Aber dasselbe gilt für Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit.

Meine erste Begegnung mit dem Werk Andrij Kurkows war vor einigen Jahren bei einer Lesung zu seinem Roman „Picknick auf dem Eis“ – leider nicht in Anwesenheit des Autors, aber trotzdem so amüsant, dass ich mir das Buch gleich am nächsten Tag besorgt habe. Ich erinnere mich nicht mehr an die Details, aber ich weiß noch, dass ich am Rest des Romans nicht halb so viel Freude hatte, wie an der Lesung.

Auch bei der Lektüre von „Graue Bienen“ war mein Lesevergnügen des Öfteren gedämpft. Ich schiebe das auf den Stil Kurkows, der sich gerne in Details und Wiederholungen ergeht. Was nicht grundsätzlich schlecht sein muss, sich hier aber komplett in bedrückendem Mangel an Signifikanz verliert.

Ein zweiter Punkt, über den ich immer wieder gestolpert bin, ist die Gestaltung des Protagonisten. Sergej Sergejitsch soll, laut eigener Aussage, Ende 40 sein. Aber trotz dieses Wissens und gezielter Anstrengung ist es mir nicht gelungen, ihn mir als solchen vorzustellen. Vor meinen geistigen Augen sah er die ganze Geschichte durch aus wie über 70. Mindestens. Die Art zu sprechen, sich zu bewegen, zu denken…. - 70! Mindestens!

Aber das alles beiseite lassend ist „Graue Bienen“ ein wirklich lesenswerter Roman. Gerade durch die aktuellen Ereignisse neigen wir oft dazu, zu vergessen, dass in Teilen der Ukraine schon seit acht Jahren Krieg herrscht. Und Kurkow erzählt davon. Nicht, indem er die großen Ereignisse erwähnt, sondern er berichtet von den Menschen, die dem Geschehen hilflos ausgeliefert sind. Deren Welt von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wird, und die trotzdem weiter leben müssen, irgendwie. Er zeigt, wie der Krieg alle betrifft, Bewohner der Grauen Zone, Soldaten beider Seiten, Bewohner eines ukrainischen Dorfes, die ihre Männer im Krieg verlieren oder die Tataren auf der Krim. Und wie auf der anderen Seite TROTZ des Krieges und dem Schicksal, das alle verbindet, nicht alle gleich behandelt werden. Dass auch im Krieg, oder vielleicht gerade dann, die Feindschaft zwischen verschiedenen Menschengruppen nicht unbedingt relativiert wird, auch wenn sie auf derselben Seite der Front leben. Kurkow legt hier seinen Finger in mehr als eine Wunde.

Ich kann nicht behaupten, dass ich „Graue Bienen“ mit voller Begeisterung gelesen hätte. Ich hatte ungeduldige Momente bis hin zur Langeweile. Trotzdem habe ich es nicht bereut, dieses Buch gelesen zu haben. Wenn es mir auch nicht viel Aufklärung über die politischen Hintergründe gegeben hat, so doch einen tiefen und beeindruckenden Blick in das Leben der Menschen dort und die Menschlichkeit in Kriegszeiten an sich. Und viel Stoff zum Nachdenken. Darum wünsche ich diesem Buch unbedingt viele Leser.

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Das Buch hätte man früher lesen sollen!!!
Leben im Konfliktgebiet. Zwei Frührentner sind noch im Dorf geblieben - direkt an der Grenze des Konflikts im Donbass.
Kein Strom, keine Post - keine Lebensmittelversorgung.
Zwei alte Männer, die sich seit Kindertagen hassen, als Überlebende im Unkrainekonflikt, bevor der Krieg ausbrach, der Europa wachrüttelte.
Der erste Teil des Buches ist Stillstand ohne Dorfbewohner ohne Infrastruktur, überleben die beiden. Sergejitsch wartet auf den Frühling auf das Aufwachen seiner Bienen, die er sorgsam vor der Kälte geschützt hat. Stillstand im Grenzgebiet.
Doch im Frühling will er den Bienen etwas bieten, Frieden und Nahrung.
Er macht sich auf. Und seine "Ruhe" ist dahin. Der Irrsinn des -bis dahin noch- Konflikts wird immer sichtbarer.
Ob die Bienen als Gegemodell taugen?
Es ist eine wunderschöne Erzählung mit grausamen Hintergrund, Kurkows hintersinnige Erzählkunst lässt einen öfters schlucken.

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Zwischen Kriegs- und Roadtriproman beeindruckt der Autor vor allem durch kluge Vergleichsbilder mit der "Staatsform" eines Bienenstocks.

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