Grenzwelten

Zwei Romane

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Erscheinungstermin 26.01.2022 | Archivierungsdatum 26.03.2022

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Zum Inhalt

Zwei große SF-Romane von Ursula K. Le Guin in vollständiger Neuübersetzung.
Ursula K. Le Guins visionäre Hainish-Romane, die davon erzählen, wie die Menschheit ferne Planeten besiedelt, haben die Landkarte der modernen Science Fiction neu entworfen. In "Das Wort für Welt ist Wald" versklaven Kolonisten einen ganzen Planeten, um sich seiner Ressourcen zu bemächtigen – doch die Waldbewohner wissen sich zu wehren. "Die Überlieferung" ist die erschütternde Geschichte einer Gesellschaft, die ihr kulturelles Erbe unterdrückt hat.
Die Neuübersetzung von Karen Nölle zeigt erstmals Le Guins ganze sprachliche Meisterschaft.

Zwei große SF-Romane von Ursula K. Le Guin in vollständiger Neuübersetzung.
Ursula K. Le Guins visionäre Hainish-Romane, die davon erzählen, wie die Menschheit ferne Planeten besiedelt, haben die...


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AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783596705788
PREIS 16,99 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Das Hainish-Universum
„Das Wort für Welt ist Wald“ und „Die Erzähler" sind Teil des 8-teiligen Hainish-Zyklus, der im alternativen Ekumen-Universum spielt und von dem zuerst "Rocannons Welt" erschien. Von den Hainish dieser alternativen Welt stammen die Menschen aller Planeten ab. Besiedelt ist u. a. auch die Erde (Terra). Le Guin selbst hat (nach Wikipedia) die Definition ihrer Hainish-Welt als Zyklus oder Saga abgelehnt. Da goodreads keine Serienzählung anlegt, wenn Autoren ihre Werke nicht selbst so einordnen, werden die Hainish-Bände dort ohne Zählung gelistet. https://www.goodreads.com/series/49359-hainish-cycle

Büchertreff listet und nummeriert 8 Romane. „Freie Geister“ wäre in der BT-Listung Band 5, die Romane dieses Doppelbandes sind dort Band 6 und 8, der dazwischenliegende Roman „Four Ways to Forgiveness“ ist noch nicht übersetzt.
https://www.buechertreff.de/buchreihe/34791-hainish-universum-ursula-k-leguin-reihenfolge/
1. Das zehnte Jahr
2. Rocannons Welt
3. Stadt der Illusionen
4. Winterplanet / Die linke Hand der Dunkelheit
5. Planet der Habenichtse / Die Enteigneten / Freie Geister
6. Das Wort für Welt ist Wald
7. Four Ways to Forgiveness (noch nicht übersetzt)
8. Die Erzähler
9. The Hainish Novels and Stories (1-8) (noch nicht übersetzt)
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Der Doppelband bei Fischer enthält Neuübersetzungen, frühere Ausgaben erschienen bei Heyne und Argument.
The Word for World is Forest (1976) / Das Wort für Welt ist Wald (Heyne 1975) 978-3453303782, übersetzt von Gisela Stege;
(Argument 1997) ‎ 978-3886199273,Neu bearb. Übers. aus dem Amerikan. von Hiltrud Bontrup auf Grundlage der 1975 bei Heyne erschienenen Übers. von Gisela Stege
The Telling (2000) / Die Erzähler (Heyne 2000) ISBN 9783-453-18861-7, übersetzt von von Biggy Winter
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Inhalt - Das Wort für Welt ist Wald - 4 Sterne
Auf einem 27 Lichtjahre von Terra/Erde entfernten Planeten blicken wir mit wechselndem Focus wie unter einem Brennglas auf drei Kulturbereiche im Konflikt: Wissenschaftler, Militär und naturbewahrende Ureinwohner. Es sind Nachfahren ehemaliger Erdbewohner wie der freundliche, moralisch und sachlich sehr differenziert denkende Dr. Lyubov und weitere Experten, der Berufssoldat Käpitän Don Davidson und Selver von Eschenbaum, ein Angehöriger der versklavten Athsheans, der den Terranern in der fremden Umgebung als Dolmetscher und Vermittler dient. Die im Matriarchat regierten Athsheans kennen in ihrer Sprache nur ein gemeinsames Wort für Wald und Welt. Als klassische Kolonialmacht beuteten die Humanoiden den Planeten in nur 4 Jahren durch Holzwirtschaft aus, obwohl ihnen die Zerstörung der Lebensgrundlagen durch die auf die Abholzung folgende Erosion bewusst sein sollte. Im Vergleich zu Erdbewohnern lebten die Kolonie-Bewohner bisher geradezu üppig von jagdbarem Wild. Die gefällten Bäume werden regelmäßig zur Erde transportiert, wo Holz inzwischen wertvoller sein soll als Gold. Der Kontakt zur Erde ist technisch möglich, jedoch bereits länger unterbrochen, was eigentlich einen Prozess der Selbstkritik auf Seiten der Kolonialmacht anregen sollte. Warum für eine Kultur abholzen, von der unsicher ist, ob sie noch existiert?

Neben den persönlichen Konflikten zwischen den stellvertretenden Figuren lebt die Handlung von den spirituellen Fähigkeiten Selvers, der früher einmal angesehener „Träumer“ war und diese Fähigkeit damals lehrte. Träume können gerufen, geformt, gewebt und gestoppt werden. Konflikte auf diesem Weg lösen zu können, existiert als spirituelle Fähigkeit tatsächlich bei einem Volk in Malaysia, die Le Guin laut eigener Aussage jedoch nicht bekannt war, als die am Roman arbeitete. Selver ist Dr. Lyubov besonders verbunden, seit der ihn aus Lebensgefahr rettete und seine Verletzungen heilte; Davidson wiederum hat sich Selvers unstillbaren Hass zugezogen, als er dessen Frau zu Tode vergewaltigte. Für Selvers Volk sind andere Wesen lebenswert, für die Erdbewohner jedoch nicht.

Neben unbestreitbar brutalen Szenen nimmt in „Das Wort für Welt ist Wald“ Kolonialismus-Kritik und Konflikt-Analyse breiten Raum ein, aber auch die den Erdlingen fehlenden interkulturellen Kompetenzen nach dem Motto: vernichte, was du nicht begreifen kannst. Jede Begegnung mit Selver müsste Lyubov damit konfrontieren, dass er ohne seinen Vermittler aus einer „unterlegenen“ Spezies auf dem Planeten kaum eine Überlebenschance hätte. Fraglich ist, ob Terraner die Eigenheit der Athsheanischen Sprache je begreifen werden, dass dort jeder Begriff, jedes Ding „zwei Seiten“ hat und das Volk selbst dafür auch Vermittler benötigt.

Fazit
„Das Wort für Welt ist Wald“ ist durch die technischen Möglichkeiten der interstellaren Raumfahrt und der Kommunikation als Science Fiction einzuordnen, obwohl diese Möglichkeiten in diesem Band nur im Hintergrund vorhanden sind. Für mich war es ein komplexes, dabei zeitloses Buch zum „Mitwachsen“; denn die in der Handlung ausgelegten Verknüpfungen zu Kolonialismus und Rassismus werden sicher unterschiedlich aufgenommen, je nachdem, in welchem Lebensalter Leser zu diesem Zyklus greifen..
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Inhalt - Die Erzähler - 5 Sterne
In einer Welt der Zukunft hat der steigende Meeresspiegel das uns bekannte Vancouver verschluckt und die Stadt wurde in höherer Lage neu erbaut. Hier lebt die Indo-Kanadierin Sati, genannt nach Shivas Frau, was die junge Linguistin und Observantin in ihrem späteren Leben noch verärgern wird. Klein, dunkelhäutig und sprachbegabt ist Sati die ideale Besetzung, um unauffällig in einer abgelegenen Ecke des Kontinents Aka nach Kultur und Aufzeichnungen des nahezu untergegangenen Volkes der Maz zu suchen und gehorsam alle Aufzeichnungen ihrem Auftraggeber abzuliefern. Erst nach einer anstrengenden Reise samt zweiwöchiger Bootsfahrt beginnt Sati sich zu fragen, wer ein Interesse daran hatte, ein Volk der Erzähler und Rezitatoren auszulöschen und welche Rolle sie eigentlich spielen soll. Sati ist gechipt und aus ihrer Welt gewohnt, ständig kontrolliert zu werden, so dass sie sich ihre Erdlings-Gewohnheiten erst einmal abtrainieren muss. Die vermeintliche Lockerheit ihrer Probanden kann jedenfalls nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sati vom Staatenkonzern genauestens beobachtet wird. Ihre wissenschaftliche Neugier kann evtl. Gegner auf die Spur der letzten Kultur-Reste locken und damit genau das Gegenteil von dem erreichen, das Sati für ihre Aufgabe hält. Sati erarbeitet sich die gefährdete Maz-Kultur über die Sprache, ihre Vermittlung und Veränderung. Ihr wird klar, dass ohne zu notieren, rezitieren und diskutieren z. B. keine Heilkunde möglich wäre und kommt sichtlich ins Grübeln, wer ein Interesse haben sollte, ein Volk und sein gesamtes Wissen auszulöschen. Ihre Forschung hat Sati zu der Erkenntnis gebracht, dass die jetzt über die Maz herrschende Kultur ausdrücklich Begriffe verbietet, die das „Eins-Sein“ oder eine Zweisamkeit beschreiben, und die direkte Folge dieser Zensur „Institutionalisierte Homophobie“ wäre. Inwieweit Sati an einen ihr vertrauten Zusammenhang anknüpfte oder neues Wissen zu diesem Thema erwarb, blieb mir unklar. Schließlich erhält sie den Tipp, dass nur durch eine weitere anstrengende Reise zu einem Bergvolk Reste einer Bibliothek im Berg Silong zu finden wären.

Fazit
„Die Erzähler“ beeindruckt mit der hochinteressanten Figur einer indisch-stämmigen Linguistin und einer bedrohten Kultur, die Reste ihres kulturellen Erbes bisher vor einem übermächtigen Staaten-Konzern verbergen konnte. Hochinteressant fand ich das Setting, in dem Erdbewohner nur durch Bildung ihren ausgebeuteten Planeten verlassen und eine Aufgabe auf einem fernen Planeten finden können. Das Themenfeld Sprache, Wissen, Kultur, und wie letztlich Sprache stets Bewusstsein abbildet, lässt sich bei aller Komplexität der Hainish-Welt gut lesen. Die Neuübersetzung wirkt dabei zeitlos und untermauert den legendären Ruf des Zyklus als SF.Klassiker

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„Grenzwelten“ enthält zwei Science-Fiction Romane von der berühmten SFF-Autorin Ursula K. le Guin: „Das Wort für Welt ist Wald“ und „Die Überlieferung“, die beide zu ihrem Hainisch-Zyklus gehören.

Das Wort für Welt ist Wald

Inhalt

Der Planet Neu Tahiti ist 27 Lichtjahre von der Erde entfernt und eine irdische Kolonie. Er ist von nichts als Meeren und Wäldern bedeckt und Letzteres hat das Interesse der irdischen Menschen (Terraner) geweckt: Die natürlichen Ressourcen ihres verwüsteten Heimatplaneten sind erschöpft und das Holz ist wertvoll genug, um es auf Neu Tahiti zu schlagen und auf die lange Reise zur Erde zu schicken.

Für die Schönheit der unberührten Wälder, die sie mit ihren Kahlschlägen durchziehen, haben die Kolonisten kein Auge. Und auch nicht dafür, dass sie die Heimat und Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen zerstören. Die Athscheaner (sie nennen ihren Heimatplaneten „Athsche“, was dasselbe Wort ist, welches sie auch für „Wald“ verwenden) sind nur etwa einen Meter groß und tragen ein grünes Fell. Doch sie sind Menschen, denn genau wie die irdische Menschenart stammen auch sie von den Hainisch ab. Obwohl das Kolonialgesetz Sklaverei verbietet, werden sie unter grausamen Bedingungen zur Arbeit gezwungen, um an der Zerstörung ihres Heimatplaneten mitzuwirken. Forschungen haben ergeben, dass sie nicht zu Aggression und Gewalt gegenüber anderen Spezies fähig sind, sodass die Terraner sich keine Sorgen zu machen brauchen. Bis eines Tages der erste Athscheaner sich gegen die Eindringlinge auflehnt – und eine Lawine lostritt, die keiner der holzfällenden Kolonisten hatte kommen sehen.

Meinung

„Das Wort für Welt ist Wald“ ist eine Geschichte mit eindeutiger Agenda. Ursula K. le Guin denkt darin die menschliche Ausbeutung von Natur und Umwelt weiter – diese hat die Erde bereits zerstört und dehnt sich auf neue Welten aus. Mir hat sie dabei mit so ziemlich jedem Satz aus der Seele gesprochen. Das Einzige, was man der Story vielleicht vorwerfen könnte, ist ihre allzu eindeutige Moral. Doch selbst der Vorwurf fällt mir schwer, zumal die Autorin auf diesen Makel in einem Vorwort selbst hinweist und ihn zu erklären sucht.

Es geht hier jedoch nicht nur um die Naturzerstörung, sondern auch um den rücksichtslosen Umgang der Kolonialisten mit den Eingeborenen. Deren Lebensart entwirft le Guin mit großartiger Phantasie und wunderbaren Worten: So ist das Träumen für die Athscheaner ein wichtiger Bestandteil ihres täglichen Lebens und die Traumwelt und Wirklichkeit sind ihnen gleichermaßen wichtig. Den Menschen sind sie genauso fremd wie diese ihnen. Die Ankunft der Terraner wird ihre Heimat gefährden und ihr Dasein für immer verändern. Wie immer die Geschichte ausgeht, ob sie den Wald retten oder nicht – das möchte ich natürlich nicht verraten – in jedem Fall haben die Terraner sie das Morden gelehrt.

"Man kann Dinge, die in der Welt existieren, nicht nehmen und versuchen, sie wieder in den Traum zurückzutreiben […]. Was ist, das ist. Es hat jetzt keinen Zweck mehr, so zu tun, als wüssten wir nicht, wie man einander tötet."

Die Überlieferung

Inhalt

Die Terranerin Sati ist als Linguistin und Historikerin ausgebildet worden. Nun wurde sie als sogenannte „Observantin“ auf den Planeten Aka geschickt, um dort Sprache, Lebensart, Literatur und Historie der einheimischen Menschen zu untersuchen und zu dokumentieren. Zum Zeitpunkt ihrer Abreise ahnte jedoch niemand, dass sich auf Aka während ihrer langjährigen Reise durch den Weltraum eine Kulturrevolution vollziehen würde. Als Sati ankommt, sind sämtliche Spuren der ehemaligen akischen Kultur beseitigt worden. Bücher wurden verbrannt und verboten, alles Alte und Überlieferte verteufelt, Menschen verfolgt, die an altem Wissen festhielten. Der neue Konzernstaat predigt Fortschritt, Wachstum und Technik, verdrängt die ehemalige Sprache mit einer Neuen, führt Maschinen ein statt Handwerk, verbietet simpelste Dinge von Begrüßungsformeln bis hin zu Meditationsübungen und überwacht die Einhaltung der neuen Regeln mit eisernem Griff. Auf diese Weise möchte der Konzernstaat den anderen, fortschrittlicheren Planeten und Gesellschaften nacheifern, die bereits zu Raumfahrt fähig sind: Der „Marsch zu den Sternen“ hat begonnen.

Sati steht – genau wie alle anderen – unter Beobachtung, wird gleichzeitig als Gesandte des fortschrittlichen Terra bewundert und so in goldenem Käfig gehalten. Was soll sie noch erforschen auf einem Planeten ohne Literatur, ohne Geschichte? Ihre Rolle scheint überflüssig, sie selbst kommt sich nutzlos vor. Bis zu dem Zeitpunkt als ihr Vorgesetzter sie in ein kleines Bergdorf versetzt, wo unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit die Bewohner*innen die alten Sitten und Gebräuche bewahrt zu haben scheinen. Sati lernt, zuzuhören und stellt fest, dass die alte akische Tradition komplex und schwer zu durchschauen ist. Sie nennt sie bald „die Überlieferung“ und ihre Rolle wird von einer bloßen Zuhörerin zu mehr: Einer Retterin. Doch wird sie das alte Wissen vor einer gänzlichen Zerstörung bewahren können?

Meinung

Auch aus dieser Geschichte lässt sich eine Moral herauslesen. Offensichtlich geht es le Guin um die Bewahrung der Historie, das Weitergeben von Wissen und das Lernen aus begangenen Fehlern, sodass diese sich nicht wiederholen. Gleichzeitig wird gezeigt, dass das kopflose Beharren auf allem Althergebrachten auch nicht der richtige Weg sein kann. Mir scheint, es geht ihr um einen klugen Mittelweg zwischen dem Bewahren und Zurückschauen - und dem Blick nach vorne in die Zukunft. Auch le Guins fortschrittlicher Umgang mit gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehungen in dieser Geschichte ist erwähnenswert. Ihrer Protagonistin war ich in diesem Buch viel näher als den Figuren aus „Das Wort ...“. Es ist leicht, sich mit Sati und ihren Selbstzweifeln und Unsicherheiten zu identifizieren.

"Wir sind die Welt. Wir sind ihre Sprache. Also leben wir, und sie lebt. Verstehst du? Wenn wir die Worte nicht sprechen, was gibt es dann in unserer Welt?"

Abschließendes Fazit
Diese zwei Romane haben meine Bewunderung für Ursula K. le Guin weiter gefestigt. Es ist Science-Fiction, die nicht so sehr auf die Technik guckt (keine Hard Sci-Fi, sorry) und stattdessen den Fokus auf die Erkundung sozio-kultureller Themen legt. Im Vergleich mit modernen Roman wirken Plotentwicklung und Figurenarbeit vielleicht ab und zu ein bisschen schwach. Aber insgesamt frage ich mich, warum nicht viel mehr über diese Bücher gesprochen wird, und ich bin dem Fischer TOR Verlag sehr dankbar für diese Neuübersetzung.

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Dieses Buch beinhaltet 2 Kurzromane der Autorin: „Das Wort für Welt ist Wald“ und „Die Erzähler", die Teil des "Hainish-Zyklus" sind, der 8 Teile umfasst.

Dies war meine erste Lektüre dieser Autorin, obwohl ich gerne SciFi lese und Ursula K. Le Guin eigentlich zu den Urgesteinen dieser gehört. Und obwohl ich wie gesagt öfter SciFi lese, musste ich mich hier zunächst an den etwas eigenwilligen Schreibstil der Autorin gewöhnen. Nach ein paar Seiten ist man allerdings drin und kann sich in der Handlung verlieren.

Insgesamt haben mich beide Kurzromane sehr gut unterhalten und ich würde gerne die weiteren Bände des Zyklus lesen, denn diese zwei hier waren abwechslungsreich, boten interessante Charaktere und Ideen, und waren insgesamt einfach sehr erfrischend.

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Zwei SF-Romane in einem Buch. Ich habe vorher noch kein Buch von Le Guin gelesen. Ja, ich weiß, das war wirklich sträflich, denn die Autorin ist bekannt für ihre anspruchsvolle und intelligente Genre-Literatur. Ich war sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht.

Beide Romane sind aus einem mehrbändigen Zyklus. Trotz des großen Zeitraumes, der zwischen dem Schreiben dieser Erzählungen liegt, gibt es einen wunderbar lyrischen Grundton. Im Vordergrund stehen nicht Action und Spannung, sondern das Innenleben verschiedener Rassen und das Außenleben, dass sie auf verschiedenen Planeten führen. Beleuchtet werden religiöse und gesellschaftspolitische Fragen, die es auch in der Zukunft gibt und die sich in ihren Grundzügen durchaus an gegenwärtige Themen auf der Erde anlehnen. So kann man Parallelen ziehen und durchaus darüber sinnieren, was man aus dieser Literatur für die Gegenwart mitnehmen kann.
Aber keine Angst. Auch wenn das jetzt vielleicht so klingt, so ist es keinesfalls anstrengend das Buch zu lesen. Es macht Spaß der Autorin und den facettenreichen DarstellerINNen zu folgen. Ein sehr passender Titel für ein tolles Buch.

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