Die Verlassenen

Gesprochen von Florian Lukas
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Erscheinungstermin 31.03.2021 | Archivierungsdatum 19.08.2021

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Zum Inhalt

Johannes blickt zurück auf eine ostdeutsche Kindheit, die von feinen Rissen durchzogen war. Der frühe Tod seiner Mutter, das rätselhafte Verschwinden seines Vaters. All seine Fragen dazu blieben unbeantwortet, weshalb er noch als Erwachsener vorsichtig tastend durchs Leben geht. Ein melancholischer Eigenbrötler, der sich in einer stillen Existenz eingerichtet hat.

Als Johannes in einer alten Kiste auf einen Brief stößt – adressiert an seinen Vater und abgeschickt nur wenige Tage, bevor dieser den Sohn wortlos verlassen hatte –, verändert dieser Fund nicht nur seine Zukunft, sondern vor allem seine Vergangenheit als Kind der Vorwende-DDR. Seine Erinnerungen sortieren sich neu und mit ihnen sein Blick auf das eigene Leben.

In eindringlicher Dichte und mit kraftvoller Klarheit erzählt Matthias Jügler von Verlust und Verrat, vom Wert des Erinnerns und den drängenden Fragen einer ganzen Generation. Ein warmherziger, leuchtender Roman von außergewöhnlicher sprachlicher Intensität.

Johannes blickt zurück auf eine ostdeutsche Kindheit, die von feinen Rissen durchzogen war. Der frühe Tod seiner Mutter, das rätselhafte Verschwinden seines Vaters. All seine Fragen dazu blieben...


Vorab-Besprechungen

"Zehn Jahre brauchte Matthias Jügler, um literarisch umzusetzen, was ihn, als er es erfuhr, überhaupt erst zum Schreiben gebracht hat. Es geht um die Einschüchterung von Oppositionellen in der DDR bis hin zur Ermordung ihrer Angehörigen, als Herzinfarkt getarnt. Viele Betroffene trieb das auch nach 1989 noch in den Suizid. Allein, wie Jügler den Abend schildert, an dem sein Protagonist als Sechsjähriger vom schweigenden, später selbst wortlos in den Tod gehenden Vater, den »Herzinfarkt« der Mutter mehr erspürt als erfährt, ist hohe Sprachkunst. Kaleidoskopartig entwickelt sich die Geschichte. Florian Lukas bringt sie aufwandlos einfühlsam zu Gehör."

hr2-Hörbuchbestenliste 6/2021, persönlicher Tipp von Michael Cerha

"Zehn Jahre brauchte Matthias Jügler, um literarisch umzusetzen, was ihn, als er es erfuhr, überhaupt erst zum Schreiben gebracht hat. Es geht um die Einschüchterung von Oppositionellen in der DDR...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hörbuch
ISBN 9783868475968
PREIS 18,00 € (EUR)
DAUER 3 Stunden, 46 Minuten

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (AUDIO)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein Junge der Wende

Der Schriftsteller Matthias Jügler erfuhr von einer wahren Begebenheit aus der früheren DDR. Daraus gestaltet er den Roman „Die Verlassenen“.
Sei Protagonist Johannes ist der Icherzähler der Geschichte. Er ist im Kindergarten mit 5 Jahren, da stirbt seine Mutter. Die nächsten acht Jahre leben er und sein Vater gut miteinander. Johannes entwickelt sich zu einem Eigenbrötler. Dann verschwindet sein Vater und er kommt mit 13 Jahren zur Großmutter. Eigentlich geht es ihm ganz gut, aber er würde gerne wissen, wo sein Vater ist.
Mit 18 Jahren ist er ganz allein. Er findet einen Brief, der an seinen Vater adressiert ist und der kurz vor seinem Verschwinden ankam.-
Johannes macht sich auf den Weg um mehr zu erfahren.
Der Autor schreibt diesen guten Gesellschaftsroman mit Genauigkeit und schnörkellos.
Er ist selber ein Kind der Wende, genau wie Johannes..
Das Hörbuch wird von Florian Lukas gesprochen. Der macht das mit Schwung und toller Betonung. Er fasst die Stimmungen gekonnt auf. So wurde das Buch zu einem Erlebnis.

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Das sehr schöne Titelbild des Hörbuchs und die Thematik hat mich auf das Buch aufmerksam werden lassen. Die Kinder der Übergangsphase, was ist mit denen eigentlich - die haben doch gar nichts mitbekommen - war meine Auffassung bisher! Viele wurden mit der plötzlichen Arbeitslosigkeit der Eltern konfrontiert. Und was war mit den Kindern, deren Eltern unter der DDR gelitten haben?
Diesen gib Jügler eine Stimme.
Aus der Perspektive eines Kindes in der Nachwendezeit in Halle an der Saale. Die Mutter gestorben und der Vater verschwindet eines Tages, ist weg und taucht nie wieder auf. Johannes wächst bei der Großmutter auf und versucht den Alltag zu meistern und den Verlust zu überwinden bis er eines Tages einen Brief findet, der die Gelegenheit gibt seine Kindheit zu erklären.

Florian Lukas' jugendliche Stimme führt uns behutsam durch das Buch und man taucht in die Abgründe des DDR Alltags ein und man fühlt mit Johannes und erlebt die DDR und die Nachwendezeit aus den Augen eines Kindes.
Interessant ist auch der Einschub mit der Verlesung der Stasi-Akten mit viel Geraschel, als ob man es selber gerade überfliegt.
Das Ende hat mich erschüttert, dass ich einfach nur verharrte.
Hätte ich so gehandelt? Ich glaube nicht!

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Verlassen werden kann auf vielerlei Weise erfolgen. Es gehört zu den Augenblicken, die ein Leben grundlegend verändern. Gleich von mehreren dieser Augenblicke handelt das Hörbuch von Matthias Jügler „Die Verlassenen“.

Nachhall der Stasi

Der zwölfjährige Johannes wird verlassen. Von seinem Vater, seinem einzig verbliebenen Elternteil, denn die Mutter starb schon vor Jahren. Angeblich an einem Herzinfarkt. Fortan bleibt Johannes bei der Großmutter.

Dieses Verlassen werden vom Vater geschieht an einem unscheinbaren Tag, gänzlich ohne einen nachvollziehbaren Grund. Jedenfalls vermag Johannes keinen zu sehen und erklärt wird es ihm auch nicht. Die Großmutter spricht von einer Dienstreise, die der Vater unternimmt und hat dabei Tränen in den Augen. Als der Vater Johannes verlässt, ist es 1994. Lange nach der Wende also. Warum dieses Verlassen werden mit der Stasi zu tun haben könnte, wollen wir in den nächsten Abschnitten behandeln.

Auf der Suche nach einem „Warum“

Johannes beendet die Schule, nicht ohne eine ungewöhnliche Nachsicht von alle Seiten erfahren zu haben. Er ist der Elefant im Raum, den alle sehen, über den aber niemand spricht.

Nach der Schule und dem Studium arbeitet er in der Stadtverwaltung, heiratet und bekommt einen Sohn. Eines Tages finde er in den Büchern seiner Eltern einen Brief, der eine Spur nach Skandinavien legt. Johannes begibt sich auf die Suche.

Es sind diese Momente, die ein Leben grundlegend ändern

Bis dahin hatte er nie vermutet, dass die Staatssicherheit sein Leben auch nach der Wiedervereinigung so gravierend hätte beeinflussen können.

Tat die Behörde aber, was er während der Reise in Skandinavien erfährt. Johannes wird vor die Wahl gestellt, ob auch er ein oder mehrere Leben grundsätzlich ändern möchte, wie es mit ihm passiert ist.

Mit klugem Abstand erzählt

Trotz Ich-Perspektive gelingt es dem Autor, den notwendigen Abstand zwischen Leserin und Leser und Protagonist zu schaffen. Er umschifft damit die Falle der Rührseligkeit.

In die könnte man verfallen bei all dem Unglück das Johannes widerfährt. Hier macht sich auch die Auswahl des Sprechers Florian Lukas positiv bemerkbar. Ganz wunderbar lässt Lukas die Schnörkellosigkeit und und Präzision der Erzählsprache hörbar werden.

Bemerkenswert zudem, dass Johannes in all den Schicksalsschlägen auch entdeckt, dass sie zwar das bisherige Leben auseinanderreißen, es aber immer wieder gelingt, nach einiger Zeit, ein neues Gleichgewicht zu finden. Der Autor erzählt die Geschichte an Orten, die mit seiner Biografie in Bezug stehen: Halle/Saale und Skandinavien. Matthias Jügler gelingt ein großes Werk über die Zeit der Wende und über die Veränderungen des Lebens davor und danach.

Matthias Jügler: Die Verlassenen
Verlag Buchfunk 2021
Sprecher: Florian Lukas
3 Stunden 46 Minuten, Hörbuch

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Jürgler erzählt das Schicksal eines DDR-Bürgers in Zeiten der Stasiverfolgung. Als Kind muss Johannes ein schweres Schicksal auf sich nehmen. Die Mutter stirbt früh, der Vater verschwindet als er ein Jugendlicher ist. J. lebt bei seiner Großmutter. J. Ist ein Eigenbrödler, was ihn auch als Erwachsenen prägt.Jahre nach der Wende erfährt er vom Unfall seiner Mutter, Die Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen, die der DDR- Unrechtsstaates auch noch lange Zeit nach der Wende hatte, wird aufgezeigt. Es ist ungeheuerlich, das Buch stimmte mich traurig. Die Verluste, die J. In seiner Kindheit hatte sind ihm bewusst und in der Geschichte entscheidet er sich bewusst gegen eine Rache, die unschuldige Kinder auch wieder leiden ließe. Ein sehr versöhnliches Ende. Für mich eines der besten Bücher in diesem Jahr,

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Was würde man lieber vergessen, wenn man könnte? Johannes blickt zurück auf eine ostdeutsche Kindheit, die von feinen Rissen durchzogen war. Der frühe Tod seiner Mutter, das rätselhafte Verschwinden seines Vaters. All seine Fragen dazu blieben unbeantwortet, weshalb er noch als Erwachsener vorsichtig tastend durchs Leben geht. Ein melancholischer Eigenbrötler, der sich in einer stillen Existenz eingerichtet hat. Als Johannes in einer alten Kiste auf einen Brief stößt – adressiert an seinen Vater und abgeschickt nur wenige Tage, bevor dieser den Sohn wortlos verlassen hatte –, verändert dieser Fund nicht nur seine Zukunft, sondern vor allem seine Vergangenheit als Kind der Vorwende-DDR. Seine Erinnerungen sortieren sich neu und mit ihnen sein Blick auf das eigene Leben.
In eindringlicher Dichte und mit kraftvoller Klarheit erzählt Matthias Jügler von Verlust und Verrat, vom Wert des Erinnerns und den drängenden Fragen einer ganzen Generation. Ein warmherziger, leuchtender Roman von außergewöhnlicher sprachlicher Intensität.

Das Hörbuch hat mich sehr bewegt, es stimmt nachdenklich und ich werde an diese Zeit erinnert, an diesen Unrechtsstaat, den es so oder auch so ähnlich, nie wieder geben darf. Deshalb gebe ich dafür eine Hörempfehlung !

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Johannes ist tief geprägt von seiner Kindheit und Jugend. Seine Mutter verstarb früh, sein Vater für ihn wenig durchsichtig - und zudem immer beschäftigt mit konspirativen Aktionen und Texten. Kurz nach der Wende verschwindet sein Vater urplötzlich, der Junge bleibt zurück und lebt fortan bei seiner Großmutter.

Die Traumata vom Verlassenwerden, von ständiger Unsicherheit machen es auch dem Erwachsenen schwer, sich in Gruppen einzufinden, Freundschaften zu schließen, ein Familienleben zu führen. Als er einen Brief an seinen Vater findet, macht er sich auf die Suche nach dem Verschollenen. Seine schmerzlichen Entdeckungen wirken kathartisch und verändern seinen Blick auf sein Leben, das Leben seiner Eltern, die Vergangenheit.

Matthias Jügler schafft hier einen sympathischen Protagonisten, der ungeschickt im sozialen Leben ist, aber immer versucht, irgendwo und irgendwie dazuzugehören, eigentlich auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit scheint, aber immer wieder Menschen, die ihm nahekommen, verprellt. Ganz unabhängig von der persönlichen Geschichte ist dies auch das Porträt einer Generation, die eigentlich immer auf der Suche ist und große Schwierigkeiten hat, irgendwo anzukommen und sich heimisch zu fühlen. Jügler vermeidet dabei jegliche Lamoryanz, seine ruhige, schnörkellose Sprache lässt den Roman als einen langen inneren Monolog empfinden, ich bin seinem Protagonisten gerne gefolgt.

Dieses Buch kann viel zum Verständnis von Menschen beitragen, deren Biographie von der DDR geprägt ist, ohne dass sie selbst explizit »ostdeutsch« sind.
Florian Lukas liest den Roman wunderbar passend und mit viel Einfühlungsvermögen. Vielen Dank an Autor und Sprecher, mich hat dieses Buch sehr berührt und ich werde es reichlich empfehlen.

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