Durch Nacht und Wind

Die criminalistischen Werke des Johann Wolfgang von Goethe. Aufgezeichnet von seinem Freunde Friedrich Schiller

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Erscheinungstermin 11.03.2017 | Archivierungsdatum 24.07.2017

Zum Inhalt

Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser soll unfehlbar den Tod seines Besitzers herbeiführen. Goethe und Schiller werden zur Hülfe gerufen ... Anna Amalia, die Mutter von Weimars Regenten Carl August, bittet Goethe und Schiller, den Großherzog, der mit seiner Familie im Lustschloss Belvedere bey Weimar untergebracht ist, aufzusuchen. Sie sollen ihn davon überzeugen, dass die Geschichte mit dem Fluch Unfug sey und er sich keine Sorgen machen müsse. Da der Großherzog sich als höchst unsympathisch erweist, beschließen Goethe und Schiller, ihn in seiner Angst noch zu bestärken. Doch in selbiger Nacht verstirbt der Großherzog. Die Umstände sind der Art, dass weder eine natürliche Todesursache, noch Mord oder Selbstmord in Frage kommen. Eine unmögliche Situation. Goethe und Schiller werden gebeten, die Angelegenheit discret zu untersuchen.

Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser...


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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Der Großherzog von N. ist ein sehr abergläubischer Mensch. Als ihm ein Brief von einem Professor Kranigk zugestellt wird, der ihn vor dem Fluch eines Ringes warnt, bittet er Goethe und Schiller zu Hilfe. Denn der verfluchte Ring befindet sich in seinem Besitz.

Goethe und Schiller glauben nicht an einen Fluch, bestärken den Großherzog aber in seiner Angst, da er ihnen beiden unsympathisch ist. Tags drauf ist der Großherzig tot, jedoch war es keine natürliche Todesursache. Mord oder Selbstmord scheinen aber irgendwie auszuscheiden. Hat der Fluch zugeschlagen? Goethe und Schuller gehen der Sache auf den Grund …

Goethe und Schiller, zwei Freunde, wie sie auch im realen Leben einst zu finden waren. Der Autor lässt in seinem Buch Schiller zu Wort kommen, ihn die Geschichte niederschreiben, die sich da einst zugetragen hat. Dabei passt der Autor bewusst die Sprache ein wenig den damaligen Gegebenheiten an, was man zum einen an den Schreibweisen mancher Worte erkennt, aber auch in der Wortwahl und dem Satzbau.

Nichtsdestotrotz hat man schnell eingelesen, taucht in die Geschichte ein, begibt sich mit Schiller und Goethe auf Mörderjagd und Rätselraten. Dabei wird man noch unterhalten, zum einen von den Überlegungen der beiden, zum anderen von der Situationskomik und dem Wortwitz.
Der Autor zeichnet die Charakter der beiden großen Dichter etwas nach, lässt sie lebendig werden vor dem inneren Auge und zieht den Leser förmlich in einen Sog aus genießerischem Lesen und Spannung bis zum Schluss.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nur ungern habe ich Goethe und Schiller wieder verlassen und hoffe, obwohl dieser verzwickte Fall zwar gelöst ist, dass es weitere Folgen mit dem Ermittlerduo Goethe und Schiller geben wird.

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Discrete Ermittlungen in Belvedere

Wer kennt sie nicht, die erste Zeile des Gedichts „Der Erlkönig“? Auch dort geht es um jemanden, der durch Nacht und Wind von einem Ort zum anderen eilt. Die klassische Ballade ist passenderweise von Johann Wolfgang von Goethe, der auch in diesem Krimi eine Hauptrolle besetzt. In diesem Krimi wird das Schaffen des Geheimrats und seynes Freundes Friedrich Schiller in der weniger bekannten Art dargelegt. Geschildert werden die Ereignisse aus dem Jahre 1799, in denen die beiden Dichter von der Mutter des Herzogs von Weimar ins Schloss Belvedere gebeten werden. Es hieß, ein wertvoller Ring, der nun im Besitze der Familie sey, wäret mit einem Fluch belegt. Großes Unglück passiere demjenigen, der ihn trüge. Das ließ nicht lange auf sich warten. Schon bald gibt es die erste Leiche.

Stefan Lehnberg bedient sich hier der zwei bekanntesten deutschen Dichter und lässt sie wie das von Arthur Conan Doyle kreierte Ermittlerduo Holmes und Watson nach dem Mörder suchen. Dichter sind nicht abwegig für derartige Dienste. Sie haben einen klugen Geist, ein erkleckliches Maß an Neugier und viel Phantasie, liest man auf den ersten Seiten. Die gröbsten Zweifel, ob es sich hier um einen Krimi handle sind nun ausgeräumt. Der Fall scheint ebenfalls eines großen Denkers gebührend. Zu enträtseln ist, wie der Herzog in eine von innen verschlossene Truhe gelang, obwohl ihn jemand anderes erwürgt haben muss. Sogleich macht sich Goethe an die Befragung der Verdächtigen und sein Freund Schiller mimt den Assistenten. Doch während sie noch an andere Thüren klopften, befand sich auch der Prinz in Not.

Der Erzählstil passt zur Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Ebenfalls wurde durch die veraltete Schreibweise vieler Wörter das passende Ambiente geschaffen. Da die beiden Ermittler historisch belegte Persönlichkeiten waren, beließ man ihnen ebenfalls die bekannte Charakteristik. Ein paar Kenntnisse darüber und über ihre Werke sollte man aber schon haben, damit nicht zu viel versteckter Humor unbeachtet am Leser vorbeizieht. Weiterhin hilft das Interesse an klassischer Literatur, da die beiden einige Passagen zitieren. Immer wieder werden sie eingebunden und auch spätere Werke bekommen mit diesem Krimi ihren Grundstein gelegt.

Das Buch liest sich trotz der ungewöhnlichen Schreibweise und der gehobenen Sprache leicht und flüssig. Die Spannung zieht sich durch die gesamte Handlung und bis fast zum Schluss tappt auch der Leser im Dunkeln, wie alles zusammenhängen mag. Die Lösung der Verbrechen ist dann umso überraschender. Mich hat der Krimi köstlich unterhalten und ich würde mich über einen weiteren Fall für die beiden Dichter und Denker freuen.

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Stefan Lehnbergs Ich-Erzähler ist Friedrich Schiller, der – ganz im Stile Watsons – Goethe begleitet, der einen mysteriösen Todesfall klären soll.
Großherzog N. besitzt einen äußerst wertvollen Smaragdring. Nun erhielt er von Professor Kranigk die Nachricht, dass dieser mit einem Fluch beladen sei. Prompt stirbt der Großherzog. Seine Leiche wird erdrosselt in einer von innen verschlossenen Truhe gefunden. Goethe und Schiller können nicht glauben, dass er sich allein erwürgt hat.
Doch es bleibt nicht bei dieser einen Leiche.
Was hat der Bräutigam der Prinzessin damit zu tun? Wer schleicht nachts durch den Park? Warum verwest die Leiche des Großherzogs trotz eisiger Kälte so rasant?
Schiller und Goethe haben einiges herauszufinden und das tun sie mit Nonchalance, Sprachwitz und fundierten Kenntnissen.
Hinzu kommt eine ganz und gar unglaubliche Sprache, die sehr an Goethes Tonalität erinnert, auch durch die „angepasste“ Rechtschreibung sehr an alte Zeiten erinnert. Trotzdem lässt sie sich sehr leicht lesen, mindert die Spannung nicht im Geringsten.
Das Format des Buches (ca. 12 x 19 cm) liegt angenehm in der Hand, der dunkelblaue Leinenumschlag mit dem weißen Druck darauf, lässt es wie ein etwas älteres Buch wirken.
Ich mochte die Erzählhaltung, den Sprachwitz der beiden großen Dichter, die im Text versteckten, zahlreichen Informationsdetails aus der damaligen Zeit und die doch recht komplexe Lösung des Falles. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, der Diebstahl des Ballons erscheint mit übertrieben, obwohl ich natürlich verstehen kann, was den Autor dazu getrieben/verlockt hat. Mir war`s zu viel.
Trotzdem würde ich ihn lesen, wenn die beiden Ermittler in einem zweiten Fall unterwegs wären.

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Klappentext
Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser soll unfehlbar den Tod seines Besitzers herbeiführen. Goethe und Schiller werden zur Hülfe gerufe.............

Und schon geht es los. Goethe und Schiller betätigen sich nun als Ermittler und versuchen die gruseligen Ereignisse um den fluchbeladenen Ring zu klären.
Sie begeben sich dabei wirklich in Gefahr. Während ihrer Ermittlungen erfährt man einiges über ihr Leben und
ihre Eigenheiten und Schrullen. Immer wieder tauchen Begriffe in altertümlich gehaltener Sprache wie z. B. Thüre, bey usw. auf.
Die Verfolgungsjagd mit einem Fesselballon erscheint zwar dann doch etwas überdreht. Dies mindert den Spaß am Ermittlerduo Goethe und Schiller nicht.
Ein Lesespaß mit historischen Fakten mit einem Augenzwinkner zu lesen.

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Wer reitet so spät durch Nach und Wind?
Nunja, nicht der Vater mit dem Kind... Dieses Mal sind es Schille rund Goethe persönlich, die den Leser mit auf ihre Reise nehmen.

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Schiller und Goethe lösen gemeinsam einen Fall. Was nicht nur in der Theorie spannend klingt ist auch in der Praxis wunderbar umgesetzt. Die Atmosphäre, die dabei von den Charakteren, der Sprache und dem Setting gebildet werden, überzeugen von Anfang an und machen es schwer, das Buch zur Seite zu legen. Die Anspielen zu Sherlock Holmes und Watson sind dabei nicht zu übersehen und verleihen dem Ganzen noch eine Spur Humor. Einen Punkt Abzug gibt es einfach für die relativ eindimensionale Zeichnung der Figuren, die zwar lustig und spannend zu lesen sind, doch wie Abziehbilder des Originals wirken.

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Ein Buch voller Soannung und Detailverliebtheit. Man mag es nicht aus der Hand legen und ist dann traurig, am Ende zu sein. Genauso soll ein Buch sein.

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Goethe und Schiller werden von Anna Amalia und dem Regenten Weimars Carl August gebeten, den Irrglauben des Großherzogs von N. Einhalt zu gebieten. Dieser ist nämlich der festen Überzeugung, dass ein Ring seiner Familie mit einem Fluch beladen sei. Kurzerhand machen sich Goethe und Schiller auf den Weg ins Lustschloss Belvedere bei Weimar. Doch in der Nacht ihrer Ankunft verstirbt der Großherzog auf mysteriöse und unerklärliche Art und Weise.

Die Idee, diese beiden Größen der deutschen Literatur in einem Krimi agieren zu lassen, machte mich wirklich ganz neugierig. Zumal Goethe und Schiller wirklich befreundet waren.
In einer Sherlock Holmes und Dr. Watson Art machen sich die beiden dann auch gleich ans Werk und versuchen, die mysteriösen Umstände des Todes vom Großherzog zu klären. Doch gestaltet sich dies schwieriger als erwartet.
Woran ich mich aber wirklich erst einmal gewöhnen musste, war der Schreibstil. Dieser war angepasst an die damalige Zeit, weshalb einige Ausdrucksweisen und die Rechtschreibung mich öfters aus dem Konzept brachten. Irgendwann legte sich dies jedoch und kaum hatte ich mich an den Schreibstil gewohnt, so konnte ich ein sehr rasches Lesetempo aufrecht erhalten.
Begünstigt wurde das Tempo durch die wirklich spannende Handlung. Ja, es erinnert schon etwas zu sehr an Sherlock Holmes, doch da ich die Geschichten von Holmes und Watson sehr gerne mag, hatte ich auch an „Durch Nacht und Wind“ große Freude.
Der Autor baute geschickt auch Informationen über Goethe und Schiller und ihre Werke mit in die Geschichte ein, so dass der Leser noch ein wenig mehr über diese erfahren konnte und die Figuren noch lebendiger wirkten.
Die Auflösung stellte mich wirklich zufrieden und alle losen Fäden der Geschichte wurden gekonnt miteinander verknüpft.
Auf den zweiten Band bin ich nun doch gespannt.

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Detektivgeschichten in der Manier von Sherlock Holmes und John Watson sind im Moment sehr in Mode, doch Stefan Lehnberg ist mit seinen Protagonisten Goethe und Schiller etwas Besonderes gelungen.
Schiller ist der Erzähler, wie Watson, und demnach ist Goethe der Sherlock Holmes.
Es beginnt mit einem verfluchten Ring und bald geschehen seltsame Morde, die Rätsel aufgeben. Einige Irrungen und Wirrungen sind bis zur Auflösung vonnöten. Eine spektakuläre Ballonfahrt gehörte für mich zu den Höhepunkten.
Stefan Lehnberg hat sich in Orthographie und Ausdruck der Zeit angepasst, in der die Geschichte angeblich verfasst wurde und so wirkt sie authentischer.
Einiges, jedoch längst nicht alles, war vorhersehbar, doch das nahm mir auf keinen Fall das Lesevergnügen.

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Im Grunde genommen ist das Buch "Durch Nacht und Wind" ein gewöhnlicher Krimi. Der sich aber allein schon der Aufmachung und des Titels wegen als etwas besonderes ankündigt. Schiller schreibt auf, was er selbst und sein Freund Johann Wolfgang von Goethe 1797 erlebt haben.

Selbstredend ist das Geschehene bisher noch nirgends veröffentlicht und diese Aufzeichnung Schillers bis heute unbekannt gewesen. Die beiden Freunde (die sich tatsächlich gekannt haben und tatsächlich auch zusammen Werke veröffentlicht haben) haben sich als Kriminalisten in bester Sherlock Holmes Manier verdingt.

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★ Story
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Ich vergleiche das Duo deshalb mit Sherlock Holmes, weil der Fall, zu dem sie zu Rat gezogen werden, durchaus ungewöhnlich ist und anfangs auf übernatürliche Einflüsse zurückzuführen scheint. Ebenso wie viele Fälle, die Holmes und Watson zu lösen hatten.

Neu ist die Story nicht, aber dadurch nicht gleich schlecht. Hin und wieder vielleicht vorhersehbar und natürlich ein bisschen konstruiert. Allerdings würde ich niemanden das Buch allein deshalb empfehlen, weil es eine gute Handlung zu erzählen weiß.

Auch wenn die ein oder andere Wendung den Spannungsbogen aufrecht zu halten vermag, so ist es doch die Schreibweise, die das Buch erst lesenswert macht.

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★ Stil
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Der Erzählstil ist ein bisschen altertümlich, aber natürlich nicht in Althochdeutsch geschrieben. Die heutigen Leser sollen ja auch noch etwas verstehen. Ich fand den Stil, dass das Altertümliche angedeutet wurde, ohne aber gänzlich darin aufzugehen, sehr passend zum Gesamteindruck des Buches.

Das Buch selbst ist relativ kompakt geschrieben, so dass es ohne Probleme möglich ist, dieses an einem Wochenende zu beenden, ohne dass der Sprachstil einen darin hindern würde. Zusätzlich existieren sehr viele Kapitel, die manche Seite nicht so geschwärzt zurücklassen, so dass in Summe vermutlich noch weniger Seiten zusammen kommen.

Es ist klar, dass die Charaktere bei diesem Umfang nicht ganz so exakt bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurden. Gerade die Figuren der Hauptprotagonisten hätte man ein bisschen mehr ausarbeiten können, zumal es nicht unbedingt zur Geltung kommt, dass hier zwei große Schriftsteller die Ermittlungen aufgenommen haben. Nur an manchen Stellen wird hier Bezug zu genommen, so dass die beiden zuweilen auswechselbar erscheinen.

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★ Fazit
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Wer gerne außergewöhnliche Krimis im Stile der Sherlock Holmes Romane liest, kann hier bedenkenlos zugreifen. In einem interessanten Sprachstil wird eine wendungsreiche, wenn auch hin und wieder konstruierte Geschichte erzählt, die es durchaus vermag, den Leser an die Seiten zu binden. Der Leser nehme sich am Besten ein Wochenende, um diese Geschichte ganz gepflegt in einem Rutsch durchzulesen.

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INHALT
Wir schreiben das Jahr 1797. Die beiden Dichtergrößen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller ermitteln in einem Mordfall. Der Großherzog von N. wurde tot in seinem Schloss aufgefunden und von einem verfluchten Ring ist die Rede. Nun gilt es, das Verbrechen aufzuklären und an Verdächtigen mangelt es nicht - für Goethe und Schiller eine mehr als willkommene Abwechslung vom Literatenalltag...

MEINUNG
Stefan Lehnbergs historischer Kriminalroman "Durch Nacht und Wind" reißt den Leser ab der ersten Zeile mit, was vor allem am kongenialen Ermittlerduo liegt. Goethe und Schiller sind nicht nur große Geistesgrößen des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern auch enge Freunde. Man bewundert einander und disputiert vortrefflich gern miteinander; persönliche Frotzeleien inklusive. Da gerät der eigentliche Kriminalfall schnell in den Hintergrund. Doch zu unrecht, denn die Verbrechersuche ist alles andere als leicht und hält im Stile von Sherlock Holmes allerhand Fallstricke und überraschende Wendungen bereit. Kurzum, der Faktor Spannung wurde nicht vernachlässigt. So erleben die beiden Hobbyermittler einige zeittypische Abenteuer, angefangen von einer Ballonfahrt bis zu einem Pistolenduell. Langweilig ist der Plot somit auf keinen Fall. Zudem hat sich der Autor viel Mühe mit der authentischen Ausgestaltung von Handlungsorten (Weimar, Erfurt, Nürnberg) und -zeit gegeben. Infolge kann der Leser problemlos in die damalige Lebenswelt eintauchen. Doch Lehnberg leistet noch mehr, er schreibt sogar im Stile der Zeit, was altertümliche Schreibweisen von Wörtern wie "bey" und "seyn" belegen. Dadurch schafft er eine wunderbar harmonische Melange aus Fiktion und Wirklichkeit. Vor allem über die Spleens (frühes Aufstehen, verfaulte Äpfel etc.) und z. T. ausweglosen Situationen der beiden Titelhelden konnte ich mich herrlich amüsieren. Lehnberg zeigt damit, dass Krimis rund um Goethe und Schiller durchaus witzig sein können. Besonders Friedrich Schiller, der in die Rolle des Erzählers und spitzfindigen Beobachters schlüpft, hatte sofort mein Leserherz erobert. Aber auch der nimmermüde wie blitzgescheite Goethe belebte die Handlung.

FAZIT
Ein überaus unterhaltsamer Krimi im Stile der Zeit, der eine Fortsetzung verdient hat und darüber hinaus Lust macht, mal wieder die Schriften der "Weimarer Klassik" in die Hand zu nehmen.

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