Bitte melden Sie sich an, um Ihr wertvolles Feedback zu geben.
Jetzt anmelden oder registrieren.
Unsichtbare Musen
Frauen, die unsere Welt veränderten
Loggen Sie sich ein oder erstellen Sie einen Account, um zu sehen, ob dieser Titel zum Anfragen verfügbar ist.
Bestellen oder kaufen Sie dieses Buch in der Verkaufsstelle Ihrer Wahl. Buchhandlung finden.
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.
1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 12.09.2026 | Archivierungsdatum N/A
Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #UnsichtbareMusen #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps
Zum Inhalt
Dieses Buch verändert unser Verständnis von Kunst und Kultur
Was wäre aus den berühmten Malern, Schriftstellern, Komponisten und Popstars geworden, wenn niemand da gewesen wäre, um sie zu inspirieren, zu trösten, zu korrigieren, zu managen, zu lieben? Von den antiken Musengöttinnen hin zu Christiane Vulpius, Sofja Tolstaja, Gala Dalí, Véra Nabokov, Lee Krasner, Uma Thurman und vielen anderen erzählt Elisa von Hof von den Frauen, die unsere Kunst und Kultur prägen, aber kaum anerkannt oder sichtbar gemacht werden.
An wen denken wir, wenn wir von einer Muse sprechen: vielleicht an eine schöne, junge Frau, die sich halbnackt auf einer Chaiselongue räkelt, während ein Mann sie malt oder fotografiert? Das wäre nicht verwunderlich. Das Bild der liegenden Muse ist durch die Gemälde Tizians, Manets, Matisses und vielen anderen in unser Gedächtnis eingeschrieben. Sie dient dem genialen Künstler als Modell, Liebhaberin und Projektionsfläche. Dabei muss sie noch so viele Jobs mehr erledigen. Obwohl sehr vertraut, ist die Idee vom männlichen Genius, der allein schöpft, noch gar nicht so alt. Systematisch hat sie die Frauen – und den einen oder anderen Mann – im Umfeld des Künstlers zu schmuckem Beiwerk degradiert – und sie wirkt bis heute. Elisa von Hof wirft einen Blick hinter die Kulissen, hinterfragt unsere Vorstellungen von Kunst und Kultur und rückt die ins Scheinwerferlicht, die nicht im Programmheft stehen, dafür aber gearbeitet und oft auch gelitten haben.
Dieses Buch verändert unser Verständnis von Kunst und Kultur
Was wäre aus den berühmten Malern, Schriftstellern, Komponisten...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783608967050 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
| SEITEN | 400 |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 18 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Ein faszinierendes Buch über Frauen, die grossen Künstlern zur Seite standen, teilweise aber wenig Beachtung fanden. Die Autorin erzählt ihre Geschichte am Beispiel von Musenhöfen, unter anderem von Picasso. Dabei wird deutlich, dass wie in vielen Bereichen ein "grosser " Mann ohne die verborgene Unterstützung von vielen Frauen im Hintergrund gar kein Erfolg gehabt hätte. Ich habe das Buch als Kunstinteressierter sehr genossen, aber auch für Neugierige auf das System Macht und Erfolg mit Gewinn zu lesen. Sehr empfehlenswert.
Lehrende*r 2087656
„Unsichtbare Musen“ von Elisa von Hof erzählt von Frauen, die im Schatten berühmter Künstler und ihrer Werke standen und dabei selbst viel mehr waren als nur Inspiration oder schmückendes Beiwerk. Das Buch rückt diese oft übersehenen Lebensgeschichten in den Mittelpunkt und zeigt, wie eng Kreativität, Beziehungen und gesellschaftliche Rollen miteinander verbunden waren. Der Ausgangspunkt lautet daher: Wer durfte in der Kunstgeschichte “schaffen”, und wer nur “inspirieren”? Bzw. wie oft war die Kunst für die ein Mann die Lorbeeren erntet ohne die Frau dahinter nicht denkbar. Ihre Beiträge verschwanden aber im Schatten der “Genies”, mit denen sie lebten. Von Hof bezieht sich dabei nicht nur auf Künstler und vor allem Maler in der Vergangenheit, sondern zieht durch aktuelle Beispiele, wie Kim Kardashian, eine Linie bis in die Gegenwart.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin nicht einfach nur bekannte Künstlerbiografien neu erzählt, sondern den Blick konsequent auf die Frauen richtet, die sonst gerne zur Randnotiz werden. Dadurch bekommt man einen ziemlich spannenden Perspektivwechsel und ertappt sich beim Lesen tatsächlich öfter bei dem Gedanken: Warum habe ich von ihr eigentlich noch nie gehört?
Dabei bleibt das Buch angenehm sachlich, ohne trocken zu werden. Elisa von Hof schreibt verständlich und mit einem guten Gespür dafür, die Geschichten lebendig zu machen, ohne sie unnötig zu dramatisieren. Gerade die Mischung aus historischen Fakten, persönlichen Schicksalen und einem Blick hinter die Kulissen der Kunstwelt hat mir gut gefallen.
Für mich ein interessantes und unterhaltsames Buch über Frauen, die lange unsichtbar gemacht wurde und definitiv mehr, wenn nicht alle Aufmerksamkeit verdient haben.
Rezensent*in 2131394
Von Musen haben fast alle in irgendeinem Kontext bereits gehört. Doch was genau macht diese unsichtbar? Diese Frage schlüsselt Elisa von Hof gekonnt in diesem Sachbuch auf. Genie und Muse – dieser Zusammenhang ist für viele klar, gerade in der bildenden Kunst. Doch wofür wird diese vom Genie benötigt? Natürlich als Inspirationsquelle, um Kunst zu schaffen, sei es ein Film, ein Roman oder ein Bild. Doch dies deckt sich oft nicht mit der Wirklichkeit – so wie Care – Arbeit in diesem System oft übersehen wird, leisten Musen im Hintergrund so viel mehr, als benannt und anerkannt wird. In welchen Lebensbereichen Musen in der Vergangenheit und bis heute tätig sind und welche Rollen diese einnehmen, das wird ans Licht geholt und hat absolute Anerkennung verdient. Dabei geht es nicht nur um die „normale“ Hausarbeit oder Kindererziehung, sondern auch um die Regulation der Emotionen des Genies, die meist therapeutischen Charakter haben, das Bewerben und Verkaufen der Kunst bis hin zum Mitwirken und Selbst schaffen der Kunst.
Inhaltlich ist das Buch sehr relevant, denn die (unsichtbare) Arbeit dieser Frauen (und Männer, wenn auch diese deutlich seltener betroffen sind), die maßgeblich daran beteiligt war, dass besagte „Genie“ überhaupt so erfolgreich werden konnten, ist leider heute oftmals in den Hintergrund getreten oder in Vergessenheit geraten. Doch gerade diese Vorstellung des Genies, dass für seinem Erfolg alleine verantwortlich ist gilt es aufzubrechen und das dahinter stehende Netzwerk zu würdigen. Dazu leistet das Buch einen relevanten Beitrag durch eine tiefe, deaillierte und facettenreiche Recherche der Autorin, die die Musen in mühevoller Kleinarbeit zu Wort kommen lasst und sie aus dem Schatten holt.
Für all dies findet die Autorin klare Worte und beschreibt den Lebenslauf verschiedenster Musen im Schatten ihres Künstlers. Mit kleinen Einwürfen der eigenen Meinung schildert die Autorin gut verständlich, wenn auch teilweise etwas sperrig die Zusammenhänge und flicht oft eine heutige, feministische Perspektive ein. Durch eine für mich teils etwas sprunghafte Erzählweise zwischen verschiedenen Genies, langen Kapiteln und der besprochenen sperrigen, manchmal etwas langatmigen Schreibweise, bin ich leider manchmal etwas schwer durch das Buch gekommen. Hier daher ein Stern Abzug von meiner Seite.
Ein hoch relevantes, sehr informatives, feministisches Sachbuch über Kultur und verschiedenste Biographien. Jeder, der Interesse an diesen Themen hat, wird hier auf interessante Fakten, verteilt über verschiedenste Künstler und Jahrhunderte, und einen spannende Perspektivwechsel stoßen.
Rezensent*in 2042432
Ein wirklich spannendes Buch mit sehr viel Hintergrundwissen. Besonders interessant fand ich, dass hier Frauen in den Mittelpunkt gerückt werden, die in der Kunst- und Kulturgeschichte oft kaum Beachtung finden. Einige von ihnen waren mir vorher völlig unbekannt, und gerade ihre Geschichten und ihre Rolle an der Seite der berühmten „Genies“ fand ich sehr aufschlussreich.
Gut gefallen haben mir auch die Erklärungen rund um den Begriff der „Muse“ und die Einordnungen, wie sich unsere Vorstellung davon überhaupt entwickelt hat. Dadurch bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blick auf bekannte Künstler und ihre Werke.
Für mich ein sehr interessantes und informatives Buch, das einige spannende Perspektiven eröffnet.
Rezensent*in 658031
Unsichtbare Musen erzählt ,wie der Name schon vermuten lässt, die Geschichten von Frauen die im Schatten bekannter Männer standen,
Elisa von Hof hat sich einige interessante Frauen herausgesucht und beleuchtet in ihrem Buch deren Geschichten. Oftmals waren sie viel mehr als nur die Musen, also die Inspiration sondern sie waren eine wichtige Stütze für den Künstler. Sie hat sich zum Beispiel mit Göthe und Picasso beschäftigt aber auch mit Kanye West ein aktuelles Beispiel beleuchtet.
Aber nicht die Künstler stehen im Vordergrund des Buches sondern diejenigen die von der Geschichte meist vergessen werden, die Frauen ohne die vieles gar nicht möglich gewesen wäre, die starken Personen im Hintergrund.
Sie erzählt aber auch davon wie die Männer mit ihnen umgegangen sind, was nicht immer als nett zu nennen ist.
Stellt sich die Frage warum blieben sie im Schatten?
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich lese sehr gerne Biographien und fand es sehr gut das in diesem Buch nicht nur ein Leben erzählt wurde, sondern das von vielen. So entsteht ein interessanter Einblick in die unterschiedlichsten Kunstrichtungen und zu den unterschiedlichsten Menschen.
Interessant, gut recherchiert und einfach lesenswert.
Fernande Oliviers kubistisches Meisterwerk „Les Demoiselles d’Avignon“.
Uma Thurmans cineastischer Geniestreich “Kill Bill”.
Véra Nabokovs literarische Sensation „Lolita“.
Klingt ungewohnt, oder?
In Elisa von Hofs „Unsichtbare Musen: Frauen, die unsere Welt veränderten“ bekommen diejenigen den Fokus, die unter dem Label „Muse“ große Kunst ermöglicht haben. Viele mit dem Namen eines männlichen Künstlers verknüpfte Meisterwerke würde es ohne diese Frauen nicht geben. Sie investierten Care-Arbeit, Inspiration und mitunter ihr körperliches und seelisches Wohlergehen in den künstlerischen Prozess eines Mannes. Dabei blieben sie oft unsichtbar, wenn die Welt das vermeintliche Genie feierte.
Von Hof führt uns auf 400 Seiten kreuz und quer durch die Jahrhunderte. Sie begleitet uns durch eine patriarchal geprägte Kulturindustrie, zu der Frauen lange keinen Zugang hatten. Viele Musen waren selbst Künstlerinnen, und die Mitarbeit an der Kunst ihres Mannes war oft die einzige Möglichkeit, sich selbst schöpferisch zu betätigen. Ihre Arbeit war oft unbezahlt und meistens unsichtbar. Im schlimmsten Fall wurde die Muse vom Künstler entwertet, verleugnet oder sogar missbraucht.
Elisa von Hof benennt Picasso, Hitchcock, Lennon und viele andere als das, was sie waren: große Künstler und Gewalttäter. Das eine sollte nicht geschmälert, das andere nicht bagatellisiert werden. Es soll in diesem Buch nicht darum gehen, Meisterwerke zu entwerten, weil die zugeschriebenen Erschaffer Drecksäcke waren. Es geht vielmehr darum, die beteiligten Frauen mit ins Bild zu holen, das Machtgefälle zwischen Genie und Muse auszugleichen und den Mythos des Künstlers, der autonom und aus sich heraus Unsterbliches schafft, gründlich zu hinterfragen. Dabei porträtiert von Hof auch Frauen wie Gala Dali oder Véra Nabokov, die vergleichsweise selbstbestimmt ihre Arbeits- und Liebesbeziehungen eingegangen sind.
Ich war beim Lesen oft entsetzt, angewidert und wütend. Gut so. Die Autorin plädiert dafür, die Wut als Veränderungsmotor anzuerkennen. Damit das Verständnis von großer Kunst sich weitet, den Machtbereich des Genies sich verkleinert und Platz für neue Formen von Kunst und Zusammenarbeit entsteht.
Holen wir die Musen mit ins Bild.
Dieses Buch hat meinen Blick auf den Begriff „Muse“ definitiv verändert. Elisa von Hof rückt Frauen ins Zentrum, die hinter bekannten Künstlern und ihren Werken standen und deren eigener Anteil dabei häufig übersehen oder heruntergespielt wurde. Besonders spannend fand ich, dass dabei nicht nur die romantisierte Vorstellung der inspirierenden Muse thematisiert wird, sondern auch die Machtverhältnisse dahinter. Viele dieser Frauen leisteten kreative, organisatorische und emotionale Arbeit, ohne dafür Anerkennung zu bekommen. Gleichzeitig wird deutlich, wie eng Genialität und problematisches Verhalten bei manchen gefeierten Künstlern nebeneinanderstanden. Die zahlreichen Beispiele aus Kunst, Literatur und Musik machen das Buch abwechslungsreich und regen dazu an, bekannte Werke und ihre Entstehungsgeschichten noch einmal mit anderen Augen zu betrachten. Für mich eine interessante und wichtige Lektüre, die Frauen sichtbar macht, die viel zu lange im Schatten anderer standen.
Eva R, Lehrende*r
Unsichtbare Musen von Elisa von Hof
Ich habe mich auf das Buch beworben, weil ich gespannt darauf war, mehr über die Frauen zu erfahren, die Männer zu ihrem Erfolg verholfen haben. Und ja, das tut man hier auch, allerdings nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte.
Ja, Elisa von Hof macht die Musen sichtbar, so wie es der Titel verlauten lässt. Leider bleiben die Männer es auch und nehmen einen doch ziemlich bedeutenden Teil des Buches ein. Natürlich ist es nicht möglich, komplett auf die Beziehungen zwischen Musen und sogenannten Genies zu verzichten; dennoch hätte ich mir gewünscht, dass den Frauen mehr Raum gegeben wird und wir auch etwas über sie abseits von ihrer Rolle als Muse erfahren. Hier und da blitzt etwas durch, aber so wirklich werden diese Frauen dann doch wieder nur in ihrer Beziehung zu Männern definiert – was ich einfach nicht mehr lesen möchte…
Das liegt weniger an Elisa von Hof, die eine wirklich fundiert recherchierte Arbeit geschrieben hat und ihrem Schreibstil, der sich trotz aller Wissenschaftlichkeit sehr nach Plauderton liest (im guten Sinne!). Es ist einfach das leidige Thema, dass Frauen definiert werden über das, was sie Männern zu bieten haben und wir es heute immer noch nicht schaffen, sie wirklich ins Zentrum zu stellen. Das mag in vielen Fällen einfach daran liegen, dass wir zu wenig über sie wissen, vor allem, wenn es keine Aufzeichnungen (mehr) gibt. Und das ist natürlich nicht der Autorin anzukreiden. Nach Klappentext und Leseprobe hatte ich jedoch gedacht, dass es hier endlich einmal wirklich nur um die Frauen und ihre Leistung geht und war dann eben bei der Lektüre etwas enttäuscht.
Doch auch, wenn meine persönliche Erwartung nicht erfüllt wurde, möchte ich dem Buch gerecht werden und es bewerten für das, was es ist und nicht für das, was ich dachte, dass es sei: Die Autorin hat wirklich ausführlichst geforscht und trägt viele interessante Geschichten zusammen, ordnet sie ein, kommentiert sie und stellt Vergleiche an. Die Lektüre ist kurzweilig und für die richtige Zielgruppe ganz sicher sehr bereichernd.
Rezensent*in 2135645
Ein spannendes und gleichzeitig nachdenklich stimmendes Buch über Frauen, die viel zu lange im Schatten berühmter Männer standen.
Besonders interessant fand ich, wie deutlich das Buch zeigt, welchen Anteil diese Frauen teilweise am Erfolg ihrer Partner hatten – als Inspiration, Unterstützerinnen oder selbst kreative Köpfe – und wie wenig Anerkennung sie dafür bekommen haben.
Manche Geschichten haben mich mehr berührt als andere, aber insgesamt fand ich das Buch sehr lesenswert. Es macht stellenweise wütend, vor allem wenn man sieht, wie selbstverständlich weibliche Leistungen übergangen oder anderen zugeschrieben wurden.
Informativ, gesellschaftlich relevant und trotzdem angenehm zu lesen. Vor allem aber ein Buch über Frauen, deren Geschichten viel früher hätten erzählt werden sollen.
Unsichtbare Musen von Elisa von Hof
Bei einer Muse denke ich ehrlich gesagt zuerst an eine Frau, die irgendeinen berühmten Künstler inspiriert hat. Nach diesem Buch wirkt dieses Wort auf mich allerdings ziemlich anders. Elisa von Hof erzählt von Frauen wie Sofja Tolstaja, Gala Dalí, Véra Nabokov, Lee Krasner oder Christiane Vulpius und davon, welche Rolle sie tatsächlich im Leben und teilweise auch in der Arbeit berühmter Männer gespielt haben.
Ich habe beim Lesen mehrfach gedacht: Moment mal, die hat also nicht einfach nur hübsch daneben gesessen? Bei manchen Frauen wusste ich überhaupt nicht, wie viel sie organisiert, gelesen, korrigiert, beraten oder selbst geschaffen haben.
Und genau das hat mich teilweise richtig geärgert. Am Ende kennt man den großen Schriftsteller, Maler oder Künstler und die Frau daneben wird zur „Muse“. Ein kleines Wort und plötzlich klingt es so, als hätte ihre Aufgabe hauptsächlich darin bestanden, ihn irgendwie zu inspirieren.
Besonders spannend fand ich die Frauen, die selbst Künstlerinnen waren. Da musste ich mich schon fragen, wie anders wir heute vielleicht über ihre Arbeit sprechen würden, wenn sie nicht so lange hauptsächlich über einen berühmten Mann definiert worden wären.
Nicht jede Geschichte hat mich gleich interessiert und bei manchen Frauen hätte ich gerne noch viel mehr gelesen. Teilweise war ich gerade richtig drin und dann ging es schon mit der nächsten weiter.
Seitdem sehe ich den Begriff „Muse“ jedenfalls deutlich kritischer. Denn wenn eine Frau im Hintergrund einen erheblichen Teil der Arbeit übernimmt und wir hinterher trotzdem nur vom Genie des Mannes erzählen, ist sie vielleicht nicht unsichtbar gewesen. Wir haben nur gelernt, sie zu übersehen.
★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Buchhändler*in 1370247
Elisa von Hof gibt den sonst unsichtbaren Frauen der Geschichte eine Stimme, sodass sie nicht nur als "schmuckes Beiwerk" von Männern erscheinen und es wird gezeigt, wie viel Einfluss sie wirklich hatten und haben.
Anja N, Buchhändler*in
Unsichtbare Musen
Frauen, die unsere Welt veränderten
von Elisa von Hof
Hinter jedem großen Mann steht eine großartige Frau…
Ja, wir wissen um diesem Umstand und doch hat sich am Zustand der Unsichtbarkeit der großartigen Frauen - Musen genannt - in hunderten von Jahren nichts geändert. Im Gegenteil, gerade ist wieder ein Schritt rückwärts zu beobachten. Umso interessanter und wichtiger finde ich dieses sehr gut lesbare 400 Seiten starke Werk über Frauen, die fantastisches bis zur Selbstaufgabe geleistet haben.
Die Einteilung und Auswahl ist für mich absolut gelungen. Von Goethe bis Kayne West, Gala Dali bis Uma Thurman.
Überaus kurzweilig und informativ!
Bettina M, Buchhändler*in
Ein Buch, das den Blick auf Kunst und Kultur definitiv verändert. Besonders spannend fand ich, dass hier einmal nicht die berühmten Künstler im Mittelpunkt stehen, sondern die Frauen, die hinter ihnen standen, sie inspirierten, unterstützten, organisierten und teilweise selbst kreativ tätig waren. Die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten machen das Buch abwechslungsreich und zeigen, wie leicht weibliche Leistungen in der Geschichte unsichtbar gemacht wurden. Gleichzeitig liest es sich erstaunlich zugänglich und regt immer wieder dazu an, bekannte Geschichten noch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Rezensent*in 1286111
"Unsichtbare Musen – Frauen, die unsere Welt" veränderten von Elisa von Hof ist 2026 bei Klett-Cotta erschienen. Auf rund 400 Seiten führt die Autorin durch mehrere Jahrhunderte Kunst- und Kulturgeschichte und erzählt von Frauen, deren Leben und Arbeit eng mit berühmten Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Popstars verbunden waren.
Worum geht es genau?
Dabei geht es um weit mehr als die klassische Vorstellung von der schönen Frau, die einem genialen Mann als Inspiration dient. Die Autorin interessiert sich für all die Tätigkeiten, die sich hinter diesem scheinbar harmlosen Begriff verbergen: Frauen haben organisiert, lektoriert, kritisiert, gemanagt, gepflegt, recherchiert, vermittelt, finanziert, geschützt und nicht selten selbst kreativ gearbeitet. Und trotzdem wurde ihre Beteiligung häufig auf die Rolle der passiven Muse reduziert.
Schon deshalb ist der Begriff „unsichtbar“ interessant. Denn viele dieser Frauen waren keineswegs unsichtbar. Sie wurden gemalt oder haben selbst gemalt, fotografiert, gefilmt und besungen. Was unsichtbar gemacht wurde, war vielmehr ihre Handlungsmacht und ihre Arbeit. Die Autorin bringt das früh auf den Punkt: „Sie haben gekämpft. Gelehrt. Gezahlt. Gedacht. Gekümmert. Gepflegt. Gemalt. Geschrieben. Gemanagt. Gehandelt. Und verhängnisvollerweise haben sie auch geliebt.“ (S. 55)
Meine Meinung
Diese Verschiebung des Blicks ist für mich die große Stärke des Buches. Denn die Autorin stellt nicht einfach berühmten Männern unbekannte Frauen gegenüber. Sie stellt grundsätzlich infrage, wie wir überhaupt über künstlerische Genialität sprechen. Der Mythos vom autonomen Genie funktioniert schließlich nur dann, wenn alles, was zu seiner Arbeit beiträgt, außerhalb des eigentlichen Kunstwerks verschwindet. Wer die Mahlzeiten organisiert, die Kinder versorgt, Manuskripte korrigiert, Kontakte pflegt, Geld verwaltet oder den Künstler durch eine Schaffenskrise begleitet, erscheint in dieser Erzählung eben nicht als Teil des kreativen Prozesses.
Sehr eindrücklich fand ich deshalb die zahlreichen Beispiele, in denen die Grenze zwischen Inspiration und tatsächlicher Ko-Produktion verschwimmt. Christiane Vulpius etwa ist bei Goethe nicht nur Partnerin und Inspirationsfigur, sondern sammelt Material, berät ihn und schafft überhaupt erst die Bedingungen, unter denen er arbeiten kann. Véra Nabokov liest, kritisiert und überarbeitet Texte, übernimmt Korrespondenzen und hält sogar Lehrveranstaltungen für ihren Mann. Clara Schumann unterstützt Robert Schumann musikalisch und organisatorisch, während ihre eigene kompositorische Arbeit zunehmend in den Hintergrund tritt. Bei anderen Frauen wird die Beteiligung noch unmittelbarer: Sie sind selbst Künstlerinnen und werden trotzdem primär über ihre Beziehung zu einem berühmten Mann erinnert.
Das macht die Biografien teilweise wirklich erschreckend. Nicht nur, weil einzelne Beziehungen von enormen Machtgefällen, Ausbeutung oder Gewalt geprägt sind, sondern weil sich bestimmte Muster über Jahrhunderte hinweg wiederholen. Die Namen ändern sich, die Kunstformen ebenfalls, aber das strukturelle Problem bleibt erstaunlich stabil.
Die Autorin betrachtet dabei nicht nur heterosexuelle Beziehungen. Gerade das fand ich an "Unsichtbare Musen" besonders gelungen. Sie fragt danach, welche Geschichten überhaupt Eingang in den Kanon finden konnten und welche nicht. Queere Beziehungen zwischen Künstler*innen etwa waren aufgrund von Kriminalisierung und gesellschaftlicher Repression wesentlich schwerer sichtbar zu machen und zu überliefern. Gleichzeitig reflektiert die Autorin ihre eigene Perspektive und die Grenzen ihres Projekts ungewöhnlich offen. Sie schreibt: „Auch mein Blick ist geprägt durch die Privilegien, die ich als weiße, heterosexuelle, cis Frau erhalte. Sicher hat er Leerstellen.“ (S. 369)
Diese Selbstreflexion passt für mich persönlich sehr gut zum eigentlichen Anliegen des Buches: Nicht einfach eine neue, endgültige Geschichte an die Stelle der alten zu setzen, sondern sichtbar zu machen, wer bisher nicht gesehen wurde und warum. Die Autorin benennt dabei auch rassistische, homofeindliche und klassistische Ausschlüsse und macht deutlich, dass der Kanon selbst kein neutrales Abbild dessen ist, was kulturell bedeutsam war.
Besonders interessant wird das dort, wo die Autorin den Begriff der Muse selbst auseinandernehmen muss. Denn ihre Beispiele zeigen, dass „Muse“ häufig ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Tätigkeiten ist. Die Frau kann gleichzeitig Partnerin, Modell, Managerin, Kritikerin, Lektorin, Therapeutin, Haushälterin und selbst Künstlerin sein. Die Autorin versucht deshalb, verschiedene Typen zu unterscheiden; etwa Managerinnen, Ko-Produzentinnen, Supermodels oder Therapeutinnen. Gleichzeitig räumt sie selbst ein, dass diese Kategorien nicht trennscharf funktionieren: „Eine Ko-Produzentin kann auch eine Managerin sein, ein Supermodel auch eine Therapeutin.“ (S. 368)
Hier liegt für mich zugleich eine der Schwächen des Buches. "Unsichtbare Musen" ist so reich an Beispielen, Biografien und Gedanken, dass mir zwischendurch ein stärkerer roter Faden gefehlt hat. Die Kapitel sind sehr lang und hätten für mich mehr Zwischenüberschriften vertragen. Auch hat mir sowas wie "Quintessenzen" gegen Ende jedes Kapitel gefehlt, die mir dabei geholfen hätten, die gerade gelesenen Beispiele noch einmal in einen größeren Kontext einzuordnen. So hatte ich manchmal das Gefühl, von einer Biografie zur nächsten weitergereicht zu werden und mich weniger entlang einer klaren Argumentationslinie zu bewegen. Das ist insofern schade, weil das Material selbst unglaublich stark ist. Die Fülle ist beeindruckend, kann aber auch anstrengend werden. Das Buch hatte daher für mich auch stellenweise ein paar Längen.
Trotzdem bleibt für mich vor allem ein zentraler Gedanke hängen: Wir erzählen Kunstgeschichte noch immer viel zu häufig als Geschichte einzelner Genies. Als hätten Goethe, Picasso, Nabokov oder andere große Namen ihre Werke in einem luftleeren Raum geschaffen. Unsichtbare Musen macht sichtbar, wie viel Beziehung, Arbeit, Wissen, Care und Infrastruktur hinter dieser Vorstellung von autonomer Genialität steckt.
Und dabei entzaubert die Autorin das Genie, ohne zwangsläufig die Kunst selbst zu entwerten. Vielmehr wird sie komplexer, wenn wir wissen, unter welchen Bedingungen sie entstanden ist. Das ist für mich eine der prägnantesten Ideen des Buches: Es geht nicht darum, berühmte Künstler nachträglich vom Sockel zu stoßen und ihre Werke deshalb abzuwerten. Es geht darum, den Sockel überhaupt einmal genauer anzuschauen und zu fragen, wer eigentlich alles daran mitgebaut hat.
Fazit
Ich habe "Unsichtbare Musen" trotz meiner Kritik an der teilweise etwas ausufernden Struktur sehr gerne gelesen und nehme vor allem viele neue Fragen und Perspektiven daraus mit. Die einzelnen Biografien sind spannend, oft erschütternd und zeigen eindrücklich, wie unterschiedlich Frauen mit ihrer Position im Umfeld berühmter Männer umgingen: Manche ordneten sich unter, manche profitierten von der Nähe zum Genie, manche wurden selbst zu erfolgreichen Künstlerinnen und andere kämpften ein Leben lang darum, überhaupt als eigenständige Person wahrgenommen zu werden.
Besonders schätze ich den intersektionalen Blick der Autorin, ihre Sensibilität für Sprache und Diskriminierung und ihre Bereitschaft, die eigenen Leerstellen mitzudenken. Gerade bei einem Buch, das sich mit dem Sichtbarmachen bisher übersehener Menschen beschäftigt, ist diese Selbstreflexion für mich entscheidend.
"Unsichtbare Musen" ist deshalb keine glatt polierte Gegenerzählung zur klassischen Kunstgeschichte, das ist auch nicht der Anspruch. Es ist vielmehr eine umfangreiche Einladung, genauer hinzusehen: auf die Frauen neben den berühmten Namen, auf die Arbeit hinter der Kunst und auf die Geschichten, die wir für selbstverständlich halten. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung.
Sabine K, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Unbedingte Leseempfehlung.
Ein ganz und gar nicht akademisch verfasstes, sehr gut lesbares Buch mit teilweise erschütternden Biographien.
Literatur, Kunst und Kino:svielen erscheint jetzt in einem ganz neuen Licht.
Das Buch animiert, sich mit Künstlern kritischer zu befassen, auch bei Künstler-Muse-Kombinationen, die im Buch nicht beschreiben wurden.
LeserInnen dieses Buches mochten auch:
Philip Banse; Ulf Buermeyer
Business, Karriere & Geld, Politik & Zeitgeschehen, Sachbuch
Felix Oldenburg
Körper, Geist & Gesundheit, Politik & Zeitgeschehen, Sachbuch