King Cobra
Roman | nominiert: Deutscher Buchpreis 2026 Longlist. Eine Spurensuche in der ungarischen Familiengeschichte, die in Befreiung mündet: Ein dringliches Debüt
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Erscheinungstermin 12.03.2026 | Archivierungsdatum 10.09.2026
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Zum Inhalt
»Ein schillerndes und hakenschlagendes Romandebüt.« Annabelle
»Ein sprachgewaltiges und zartes Debüt. Dass Muri Darida viel zu sagen und ein Talent fürs Erzählen hat, ist sicher. Eine Lektüre, die einen mitnimmt und sich lohnt.« Teresa Preis, Buchkultur
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026 (Longlist).
Lazi sitzt im Zug nach Budapest und hat ein Ziel: Das Gewehr des Großvaters András, der während des Ungarnaufstands 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen landete. Im ungarischen Dorf erwarten Lazi unberechenbare Tanten, unzählige Schnäpse und die Großcousine Zsófi, die Lazi das Schießen beibringt. Nur Mónika, die Schwester der Mutter, versteht, was Lazis veränderter Körper zu bedeuten hat, nur sie ahnt den wahren Grund für Lazis Rückkehr: Rache üben, Gerechtigkeit finden. Auf der Suche nach dem Ursprung der Gewalt in der Familiengeschichte trennt Lazi eine Naht aus Scham und Schweigen auf. Hat schließlich das Gewehr des Großvaters und alle Fäden der Erzählung in der Hand. Und trifft eine Entscheidung. ›King Cobra‹ erzählt zwischen Humor, Zärtlichkeit und Wut vom Widerstand gegen das Schweigen und davon, dass die Liebe kein Bluthund ist.
Ausgezeichnet mit dem Robert-Walser-Preis 2026
»Das ist so hinreißend und originell geschrieben, dass man beim Lesen immerzu denkt: So schön also würde die deutsche Sprache klingen, wenn sie von Ungarn entwickelt worden wäre.« Alexander Solloch, NDR Kultur
»Muri Darida erzählt in gewaltigen Bildern von dem, was sich uns eingeschrieben hat, macht daraus Atem, Leben, Befreiung - und entzündet ein Feuer, das die Sprache zum Glühen bringt.« Yael Inokai
»Ein schillerndes und hakenschlagendes Romandebüt.« Annabelle
»Ein sprachgewaltiges und zartes Debüt. Dass Muri Darida viel zu sagen und ein Talent fürs Erzählen hat, ist sicher. Eine Lektüre, die...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783423285186 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 288 |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 10 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Ein ungewöhnliches und beeindruckendes Debüt
Es ist für mich kein Buch, das man einfach nur schnell mal liest. Die Geschichte ist wütend, traurig, manchmal überraschend humorvoll und gleichzeitig unglaublich poetisch. Lazi kehrt nach Ungarn zurück, um das Gewehr des Großvaters zu holen. Doch eigentlich geht es um viel mehr. Je tiefer Lazi in die Familiengeschichte eintaucht, desto mehr kommt ans Licht, was über Generationen verschwiegen wurde.
Besonders beeindruckt hat mich die Sprache. Sie ist eigenwillig, manchmal wild und gleichzeitig sehr zärtlich. Ich musste mich darauf einlassen, aber dann hat mich dieser ganz besondere Ton immer mehr gefangen genommen. Auch die Mischung aus Humor, Schmerz und Wut hat mir gefallen. Trotz der schweren Themen wirkt der Roman nie hoffnungslos. Im Gegenteil: Für mich geht es vor allem darum, das Schweigen zu durchbrechen und sich von dem zu lösen, was eine Familie über Generationen mit sich herumträgt. Lazi hat mich dabei sehr beschäftigt. Die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit führt nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch zu einer wichtigen Entscheidung über das eigene Leben. „King Cobra“ ist ein intensiver, ungewöhnlicher Roman über Familie, Gewalt, Schuld, Schweigen und Befreiung. Ein Debüt, das mich überrascht hat und dessen Sprache mir besonders im Gedächtnis bleiben wird.
King Cobra - Muri Darida
Nominiert für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2026
Das Kind, das sich später Lazi nennt, erinnert sich an eine unbeschwerte Kindheit in Ungarn, besonders den liebenswerten und auch schrulligen Großvater, der nach Deutschland geflüchtet war, doch immer wieder den Sommer mit Lazi nach Ungarn fuhr.
Nun, nach dem Tode des Großvaters, reist Lazi nach Ungarn, offiziell um eine Dokumentation über Schlangen zu machen, inoffiziell um das Gewehr des Großvaters zu suchen und auf einen Täter zu schießen. Einen Täter, der ihn in seinen Träumen verfolgt, bei dem er „Hoppe Reiter“ auf dessen Schoß machen musste. „Was ist dein Ziel?““ fragte Monika (…). „Oder muss ich fragen: wer?“
„Lazi wand sich auf dem Stuhl zu Seite, spürte, wie sich die Organe im Ober- und Unterbauch spiralförmig eindrehten, bis sie sich zu einem einzigen Fusillo verschraubten.“
Lazi reist mit abgebundener Brust und einer Flasche „Testo“.
Die Tanten und restlichen Verwandten sind eine sehr ungewöhnliche Familie, ein wenig verrückt, aber auch sehr liebenswert, es wird viel gegessen, viel selbstgebrannter Schnaps getrunken. Aber über Familiengeheimnisse wird nicht gesprochen.
Lazi bekommt den Auftrag, über die Pride-Parade in Budapest zu berichten, taucht ein in neue Erlebnisse.
„Ging zur Toilette und entschied sich für das Stehpinkelsymbol, ging über dem vollgepissten Rand in die Hocke, leicht panisch, das Gleichgewicht zu verlieren und auf der kaltnassen Keramik zu landen. Vor dem Rausgehen klappte Lazi die Klobrille hoch. Der Nächste, der in die Kabine kam, sollte ruhig denken, dass Lazi gestanden hatte.“
Lazi entschlüsselt einige Familiengeheimnisse und schmiedet einen neuen Racheplan.
Der Roman entfaltet ein Feuerwerk der Sprache, faszinierende sprachliche Bilder, detailverliebte Situationen, grotesker Humor, das Spiel mit Zweisprachigkeit, Experimentierfreude.
Mit sehr eigenem Witz spricht der Übersetzter (oder das „Ich“?) mit und kommentiert.
Der Protagonist, mit sicherem Abstand aus der personalen Erzählperspektive dargestellt, ist unsicher in seiner (neuen) sexuellen Identität, voller Sehnsucht, sich ohne Gedanken auszuleben, auf der Suche nach Liebe.
Die Kapitel eingerahmt von Songs, die tatsächlich das Geschehen „ummalen“.
Die Kobra steht hier mit starker Symbolik, sie bedeutet Kraft, Stärke, aber auch Bedrohung, nicht zuletzt Häutung. Und die englische Version „King Cobra“ ist sicher auch ein liebevoller Hinweis an all die „Kings“ und „Queens“ in einer Welt voller unterschiedlicher sexueller Orientierungen.
Dieser Roman ist ein Buch der Befreiung, es zeigt aber auch Unterdrückung queerer Menschen, mahnt die politische Situation in Ungarn zu Orbans Regierungszeit an.
Das Romandebut von Muri Darida ist für mich inhaltlich und sprachlich ein ganz besonderes Werk.
Ich bin sehr begeistert.
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