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Buchcover für Öffentlicher Nahverkehr

Öffentlicher Nahverkehr

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Erscheinungstermin 05.08.2026 | Archivierungsdatum 22.12.2026


Zum Inhalt

Was tun, wenn das eigene Leben plötzlich unfreiwillig im Netz seziert wird? Wenn die Kontrolle über das eigene Bild verloren geht und der Ekel vor den Blicken der anderen einen aus der eigenen Wohnung treibt?
In ihrem neuen, eindringlichen Roman Öffentlicher Nahverkehr erzählt Thea Mengeler von einer jungen Frau, die genau das erlebt. Sie flieht aus ihrem Leben als erfolgreiche Influencerin in eine fremde Stadt. Ohne Smartphone, ohne Netz. Ihr neuer Zufluchtsort wird die Ringlinie 100 des städtischen Busnetzes. Tag für Tag fährt sie im Kreis, beobachtet die Pendler, die Schüler, die Einsamen – und sucht nach einem Weg, wieder unsichtbar zu werden.
Ein messerscharfer, hochaktueller Roman über die weibliche Gefallenspflicht, die Mechanismen des Internets und den mutigen Akt, sich die eigene Stimme zurückzuholen.

Entdecken Sie dieses literarische Highlight, das die Scham dorthin zurückbringt, wo sie hingehört.

Was tun, wenn das eigene Leben plötzlich unfreiwillig im Netz seziert wird? Wenn die Kontrolle über das eigene Bild verloren geht und der Ekel vor den Blicken der anderen einen aus der eigenen...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783835361539
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 228

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Ein erschreckend aktueller Roman über Social Media, digitale Gewalt und den Mut, die eigene Stimme zurückzuerobern

Ich wollte mal etwas anderes lesen und griff darum zu diesem Buch. Mit „Öffentlicher Nahverkehr“ hat Thea Mengeler einen Roman geschrieben, der mitten in die Gegenwart trifft. Die Geschichte beschäftigt sich mit Themen, die aktueller kaum sein könnten: Influencer-Kultur, digitale Gewalt, Cybermobbing, öffentliche Demütigung, Sexismus und die Frage, welchen Preis Sichtbarkeit im Internet haben kann. Dabei gelingt es der Autorin, diese brandaktuellen Themen in eine sehr persönliche sowie emotionale und sehr nachgehende Geschichte einzubetten, welche einen lange im Kopf bleiben wird und beschäftigt.

Thea Mengeler schreibt modern, extrem beobachtend und für mich schon fast zu emotional. Ich empfand es als sehr krass wie gut die Gefühle der Prota aber auch Unsicherheit, Wut, Scham und Verletzlichkeit transportiert wurde. Es war sehr erschreckend realistisch und ging mir sehr nahe. Viele Szenen wirkten auf mich sehr beklemmend.

Die Grundidee des Romans ist erschreckend und könnte eigentlich jeden treffen der auf Social Media aktiv ist. Eine junge Frau, die als Influencerin erfolgreich ist und ihr Leben öffentlich teilt, wird plötzlich selbst zum Ziel einer digitalen Hetzjagd. Was zunächst wie ein persönlicher Angriff erscheint, entwickelt sich zu einer schonungslosen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen, Vorurteilen und den Mechanismen sozialer Medien. Es geht um Verurteilung und Vorverurteilung ohne Hintergründe zu kennen und was solches Verhalten mit anderen macht, die es erleben. Wie glaubhaft sind wenige Szenen, welche zusammengeschnitten wurden?

Die Geschichte entwickelt sich ruhig, aber sehr eindringlich. Mit jeder Seite wächst das Verständnis für die Hauptfigur und die Herausforderungen, denen sie ausgesetzt ist.
Besonders stark fand ich die Darstellung der Gefahren, die mit dem Leben als Influencerin verbunden sein können. Oft wird Social Media von außen betrachtet mit Erfolg, Reichweite und Aufmerksamkeit verbunden. Hier wird gezeigt was mit einem passieren kann, wenn du vom Liebling zum Hassobjekt im netz gemacht wirst, was passiert wenn Druck und Hass, Mobbing und Drohungen auf einen echten Menschen mit Gefühlen treffen! Ich fand die Aufarbeitung der Themen unglaublich wichtig und gut, da es mich selbst vor einigen Jahren getroffen hat und ich das Gefühl hatte, dieses Buch zu brauchen um das Thema hinter mir zu lassen.

Die Autorin hinterfragt, was cybermobbing mit einem macht, das Buch macht deutlich, welche psychischen Folgen ständige Anfeindungen, Beschimpfungen und öffentliche Demütigungen haben können. Besonders bedrückend ist dabei, wie realitätsnah die geschilderten Reaktionen der Online-Welt wirken. Es zeigt sehr deutlich, dass auch digitale Gewalt sehr ernst genommen werden muss!

Die Protagonistin ist eine Figur, die sich im Verlauf des Romans bemerkenswert entwickelt. Zu Beginn erlebt man sie als jemanden, der durch die Ereignisse verunsichert, verletzt und teilweise handlungsunfähig geworden ist. Schritt für Schritt beginnt sie jedoch, ihre Situation neu zu betrachten und Wege zu finden, sich nicht länger ausschließlich über die Urteile anderer zu definieren. Diese Entwicklung wirkt glaubwürdig, nachvollziehbar und emotional sehr berührend.

Während des Lesens wechseln sich viele Emotionen ab. Man empfindet Wut über die Ungerechtigkeit, Mitgefühl für die Betroffenen und Fassungslosigkeit darüber, wie schnell sich Hass im Internet verbreiten kann. Gleichzeitig regt das Buch dazu an, das eigene Verhalten in sozialen Netzwerken zu hinterfragen.

Das Buch hält der Social Media Welt einen Spiegel hin. Die dargestellten Probleme fühlen sich weder konstruiert noch übertrieben an – im Gegenteil: Vieles wirkt erschreckend (fast schon zu) real und erschütternd glaubwürdig.
Besonders Leserinnen und Leser, die sich mit Social Media, digitaler Kommunikation und den Schattenseiten öffentlicher Sichtbarkeit beschäftigen möchten, werden hier eine eindrucksvolle und wichtige Geschichte finden.

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Das Cover ist außergewöhnlich schön, das Buch ein innerer Monolog, in manchen erinnert es an Schnitzler. Die Icherzählerin wareine erfolgreiche Influenzerin. Dann stellte ihr Expartner ein intime Video online und sie erhielt eine Flut beleidigenden und sexistischer Kommentare, flieht in eine andere Stadt, geht offline und versucht durch Busfahrten, Klarheit zu gewinnen. Es kommen Gedanken über Frau sein, Rollenbilder, Beziehungen, das Internet. Es sind viele kluge Gedanken ,noch flüchtigʻ,immer klarer.
Michhat das Buch beeindruckt

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Von Haltestelle zu Haltestelle

Thea Mengeler hatte viel Aufmerksamkeit für ihren ungewöhnlichen Roman Nach den Fähren bekommen und auch ihr neuer Roman hat eine besondere Energie.
Man begleitet die Protagonistin auf ihren zahlreichen Busfahrten und ihren Gedanken über andere Passagiere. Da sie oft die selben Leute sieht, bekommen diese auch eine Identität.

Sie ist offensichtlich in einer seelischen Krisensituation, da sie als ehemals erfolgreiche Influencerin sich jetzt nicht mehr in der Welt der Social Media befindet. Ein Vorfall mit ihrem Ex-Partner, der ein Video von ihr verbreitete, schickte sie in soziale Abseits. Erschreckend, wie alleine sie ist. Sie hat ihre Beziehung verloren und außer ein paar Anrufe bei ihrer Mutter anscheinend keine Kontakte mehr. Das ändert sich erst durch die Begegnung mit der älteren Rosa im Bus.

The Mengeler schafft es, mit den intensiven Innensichten ihrer Protagonistin deren Situation zu vermitteln. Keine kleine Leistung! Applaus für diesen Roman!

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Ein Buch, welches unfassbar wichtige Themen auf eine Art und Weise erzählt, dass jeder sie meiner Meinung nach nachempfinden kann. Der Aufbau des Buches ist sehr spannend und kreativ gestaltet, was dazu beigetragen hat, dass man es nicht mehr weglegen wollte.

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Ein wichtiges Buch zu einem aktuellen Thema.. Es geht um Bloßstellung durch einen privaten Sexfilm im Netz. Vieles ist natürlich nicht neu, aber es schadet nicht, sich unsere gesellschaftlichen Verhältnisse mal wieder vor Augen zu führen und die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der öffentlichen Beurteilung sichtbar zu machen und zu benennen. Das 21. Jh ist nicht besonders modern, wenn es um Weiblichkeit und Selbstbestimmung geht. Wenn auch Männer dieses Buch lesen würden...
Und ganz davon abgesehen ist der Roman durch die unterschiedlichen literarischen Stilmittel extrem fesselnd und ein echter Pageturner.

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Ein ganz bitterer Roman über digitalen Frauenhass, cyber mobbing, die Illusion sein Gegenüber zu kennen, über missbrauchtes Vertrauen und die Erkenntnis, dass der Feminismus nichts, aber auch gar nichts geändert hat in den letzten 50! Jahren. Sexuelle Übergriffe hat es immer gegeben und wird es immer geben. Sehr naiv, sich in sozialen Netzwerken zu produzieren und everybod'ys darling sein zu wollen und sich dabei den niedersten Instinkten des Mob auszuliefern. Die Frau, das Opfer, aber immer auch die Täterin : der Rock zu kurz, das Make up zu bunt, das Lachen zu schrill, der Auftritt zu selbstbewusst...also selbst Schuld an den Übergriffen usw. Frauen sind auch nicht automatisch solidarisch und letztlich kann Frau sich erst selbst entfalten ab Rentenalter, unterm dem Radar der allgemeinen Wahrnehmung. Fast immer ist es die Frau, die ihre bisherige Existenz verliert. Sehr traurig. Wie geht man mit Ende 30 mit dieser Erkenntnis um? Vielleicht sollte man wirklich die "romantische Ehe" abschaffen und zur arrangierten zurückkehren. Hätte zumindest den Vorteil, dass man bereits vor der Ehe keine Illusionen mehr hat.
Am Ende die Selbstermächtigung. Aber auch die hat Konsequenzen. Das wäre dann der zweite Teil des Romans.

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Eine unglaublich gute und sympathische Autorin. Ich war begeistert. Sowohl von diesem Buch als auch ihrer Vielfältigkeit. Weiter so!

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Nach ein paar Seiten dachte ich: "Hm, wird das jetzt so'n Influencer sharing Ding? Da hab ich ja sowas von Bock drauf. Nicht." Aber eine:r ist ja neugierig und aufgeschlossen gegenüber Experimenten mit ungewohnten Gedanken- und Gefühlswelten. Wenig später wurde es mir fast zu blöd, von einer zu lesen, die Ihre Posts und Reels nur in ihrem Kopf absetzt und über andere sinniert. Ich war kurz davor, abzubrechen und einen Verriss zu schreiben mit dem Vorwurf der Oberflächlichkeit und Inhaltsleere, aber irgendetwas hielt mich bei der Stange. Und ich war sehr froh, als auf einmal sehr kluge Sãtze und feine Beobachtungen auftauchten und sich so nach und nach herauskristallisierte, welches Trauma, diese emotionale Verstörtheit verursacht hat und warum sie sich geradezu vor dem Netz und seinen bösartigen Bewohnern versteckt.
Und berührend, wie sich die Ich-Erzählerin beginnt zu berappeln, Ihren Weg ins Real Life zurückfindet, Ihrer Scham bei wirklichen IRL Friends in einem safe space begegnen kann und sich daraus ganz im Wortsinne emanzipiert. Auf einmal ist alles ganz kraftvoll, stark und stimmig.
Ganz wunderbare Beschreibung einer Transformation und gesundem Self Empowerment.

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*Öffentlicher Nahverkehr* hat mich mit seiner ruhigen, eindringlichen Art sehr beeindruckt. Thea Mengeler erzählt sensibel von digitaler Gewalt, Scham und dem Versuch, nach einer öffentlichen Demütigung wieder zu sich selbst zu finden. Trotz des ernsten Themas wirkt die Geschichte nie belehrend, sondern bleibt nahbar und regt zum Nachdenken an. Ein leiser, aber sehr kraftvoller Roman.

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Die noch namenlose junge Icherzählerin lebt in einer nahezu leeren Wohnung, in die sie offenbar nur das Nötigste mitnehmen konnte. Sie könnte sich in einem Safe House in Sicherheit gebracht haben – aber vor welcher Gefahr? Judith, wie wir später erfahren werden, lebt dort nur nachts, weil sie tagsüber offenbar nonstop mit dem Bus der Ringlinie 100 fährt. Die angezeigten Haltestellen stehen für Stationen ihres Lebens, wie z. B. ihre aktuelle Wohnung. Im Bus etikettiert sie die beobachteten Fahrgäste mit sprechenden @-Nicknames, ebenso gut könnte sie in Gedanken mit Prototypen von Influencern oder Kommentatoren streiten, denen sie zuvor in den Sozialen Medien begegnet ist. Zugleich mit Ereignissen und Figuren, die die Erzählerin streift, arbeitet sie Begriffe der aktuellen Diskussion um Misogynie, Relativierung männlicher Gewalt, sowie das Frauenbild ab, das Gewalt gegen Frauen verharmlost. Judith muss mit Hilfe der betagten Künstlerin Rosa (die sie aus dem Bus kennt) jedoch im übertragenen Sinn erst ihren Unterschlupf verlassen, damit auch für sie die Scham die Seite wechselt.

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Wem gebt ihr eure Scham zurück?


In Thea Mengelers Roman „Öffentlicher Nahverkehr“ geht es um eine ehemals erfolgreiche Influencerin, deren Exfreund gegen ihren Willen ein intimes Video ins Netz stellte. Während es für ihn keine Folgen hatte, musste sie mit Hasskommentaren und Drohungen fertig werden. Also flieht sie in eine neue Stadt, ohne Smartphone, ohne Internet; ihre Social Media Accounts schließt sie.
Um Einsamkeit, Scham und Angst zu entgehen, flüchtet sie sich in die öffentlichen Verkehrsmittel, der Bus mit der Ringlinie 100 wird ihr Zufluchtsort. Während sie täglich im Kreis fährt, beobachtet sie ihre Mitmenschen, erfindet Namen für sie und stellt sich deren mögliche Leben vor:
„Ich sehe euch. Ich stelle Vermutungen über euch an. Ich bewerte euch nach dem flüchtigen Eindruck, den ich von euch bekomme in der kurzen Zeit zwischen zwei Orten. Ich gebe euch Namen [...] Habt ihr ein Problem damit?
Sorry, die Kommentarfunktion ist bei diesem Beitrag deaktiviert.“

Ihre Mutter weiß bisher nicht, was passiert ist – als sie es dann erfährt, war das eine Szene, die mich unheimlich mitgenommen hat:
„‘Warum hast du uns nichts gesagt?’
Ich muss nicht fragen, was sie meint. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie es erfahren musste.
[...]
‘Warum gibt es überhaupt so ein Video von dir?’, fragt sie.
Ich antworte nicht.
‘Damit muss man doch rechnen. Das weiß man doch.’“

Nach und nach setzt sich die Geschichte zusammen. Und man fühlt mit der Protagonistin mit, die alles verloren hat, unfreiwillig alles hinter sich lassen musste und nun ein Leben führen soll, das sie so nicht wollte. Erst als sie eine ältere Frau kennenlernt, findet sie den Mut, sich ihr Leben zurückzuholen …

„@everyone, ich bin zurück.
Nicht für euch, sondern für mich. Ich weigere mich, zu akzeptieren, dass es Räume gibt, die ich nicht mehr betreten kann.
Die meisten von euch wissen, warum ich verschwunden bin. Für alle, die es nicht wissen: Es wurde ein intimes Video von mir veröffentlicht. Shoutout an alle, die es geschaut und mich dafür geshamed haben.
Und ich war beschämt. Ich war so beschämt, dass ich verschwunden bin.
Aber mir ist klar geworden, dass die Scham bei mir nicht an der richtigen Stelle ist.
Es ist Zeit, das richtigzustellen.
Es ist Zeit, die Scham umzuverteilen.“

Der Schreibstil von Thea Mengeler ist einzigartig, ebenso der Aufbau des Buchs: In einer Art inneren Monolos spricht die Protagonistin in Gedanken mit ihren Mitreisenden. Das hat mich emotional tief berührt.
Die Autorin verwebt auf außergewöhnliche Weise eine beeindruckende Themenvielfalt: digitale Gewalt und die Mechanismen der sozialen Medien, Hass, Scham, Frausein, Schönheitsideale, sexistische Rollenbilder, alltäglicher Sexismus, Angst, Trauma, Sprachlosigkeit und die Macht der Worte; aber auch Familienstrukturen und Sozialisierungen, mit denen wir aufwachsen - dieses Buch ist so tiefgründig und vielschichtig, dass es mich absolut sprachlos zurücklässt.

„Man erzieht uns zur Scham. Wer sich schämt, macht sich klein, wer sich schämt, bleibt leise. Mit unserer Scham kontrolliert ihr uns.
Die Scham lebt davon, dass sie im Verborgenen bleibt. Sie wird größer, je weniger man über sie spricht.
Aber wir können uns der Scham verweigern. Wir tun es, indem wir über sie sprechen.“

„Öffentlicher Nahverkehr“ ist ein sehr vielschichtiger, intensiver, bewegender Roman, der noch sehr lange in mir nachhallen wird. - Absolutes Jahres-Highlight !!!

Vielen Dank an den Wallstein Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Ich musste mich erst einlesen, aber vieles, was Thea Mengele beschreibt, kam mir sehr bekannt vor. Sie hat auf unnachahmliche Weise die Erfahrungen vieler Frauen geschildert, über die Frauen aber meistens nicht reden. Die vielen kleinen Verletzungen aufgrund unseres Geschlechts, die wir tagtäglich erleben und als normal empfinden, weil wir es nicht anders kennen und damit groß geworden sind.
Mir hat das Buch auf kompakte Weise gezeigt, dass es noch sehr viel zu tun gibt, bis Männer erkennen, dass Frauen gleichberechtigt sind und nicht dazu da sind, Männern zu gefallen.
Ein großartiges Buch, es hat mich sehr bewegt.

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Heute erscheint „Öffentlicher Nahverkehr“ von Thea Mengeler - doppeldeutig ist der Titel, denn einerseits hat sich die Protagonistin, eine erfolgreiche Influencerin, komplett aus den sozialen Medien zurückgezogen, nachdem ihr Ex ein ohne ihr Einverständnis aufgenommenes intimes Video veröffentlicht hat. Andererseits spielt der kurze Roman zu 80 Prozent in einem Bus.

„Ich sitze in der vorletzten Reihe der Ringlinie 100. Auf einem Zweiersitz, keinem Vierer. Ich will niemanden gegenüber. Ich will niemanden, der mich anschaut.
Es ist an mir zu schauen. Es ist an mir, euch anzuschauen. Spürt ihr meinen Blick?“

Die Protagonistin fährt durch eine imaginäre Stadt (zumindest habe ich nur ein Gemenge an Straßennamen aus Berlin, Hamburg und Wien erkannt, aber vielleicht täusche ich mich). Sie bleibt stets in Bewegung, seit sie aus ihrem Leben und ihrem Job geflohen ist.

Den Leuten, die ihr auf ihren Fahrten regelmäßig begegnen, gibt sie Usernamen. Ihr Internetblick hat sich verselbstständigt. Nach und nach beginnt sie, ihre Umgebung wieder anders wahrzunehmen als durch die Social-Media-Linse.

Thea Mengeler findet in ihrem leicht und schnell lesbaren, aber vielschichtigen Buch klare Worte für Dinge, die selten so deutlich benannt werden. Diese Analyse ist oft schmerzhaft. Es geht um Selbstdarstellung, Abhängigkeit und den Zwang, sich und andere konstant zu bewerten. In ihrem inneren Monolog voller Scham verfestigt sich für die Protagonistin endlich die Wut nach außen. Die Wut auf den Missbrauch durch eine nahestehende Person, auf das zerstörte Vertrauen, auf die Hasskommentare.

Ein wichtiges Buch über Themen, die noch nicht oft genug verhandelt werden, aber die viele von uns betreffen.

4 stars
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