Lehm an meinen Schuhen
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Erscheinungstermin 18.05.2026 | Archivierungsdatum 17.07.2026
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Zum Inhalt
Marie wächst auf einem Hof auf dem Haarstrang auf, verwurzelt in einer Familie, deren Frauen seit Generationen ihre Träume dem Land opfern. Nach dem Tod der Mutter zwingt der Vater sie ins Studium der Agrarwissenschaften – ein Generationenauftrag, der wie Lehm an ihren Schuhen klebt. Doch Marie will ihr eigenes Leben. Zwischen der stillen, tiefen Verbindung zu Jo und der gefährlichen Anziehung zu Hendrik muss sie sich entscheiden, während unausgesprochene Familiengeheimnisse schwer auf ihr lasten. Ein tragischer Verlust zwingt sie in die Knie, doch er wird auch zum Wendepunkt.
Die Erzählung greift weit zurück: in die Bauernstuben von 1879, in die bedrohlichen Jahre des Nationalsozialismus, in das Schweigen der Nachkriegszeit. Schicht um Schicht legt der Roman frei, was Herkunft mit einem Menschen macht – und was es kostet, sich davon zu befreien.
Wird Marie den Mut finden, den Panzer um ihr Herz zu sprengen und das ganze Leben zu wagen?
Ein kraftvoller, psychologisch dichter Roman über Schuld, Freiheit und die heilende Macht der Liebe – erzählt mit poetischer Präzision und erdiger Authentizität.
Monika von Bothmers Generationenroman verbindet westfälische Erde mit den Erschütterungen eines ganzen Jahrhunderts.
Marie wächst auf einem Hof auf dem Haarstrang...
Vorab-Besprechungen
Klappentext
„Erst viel später hatte sie begriffen, dass der ungebrochene Wille das Kostbarste ist, was der Mensch besitzt.“
„Lehm an meinen Schuhen“ erzählt von knorrigen, schweigsamen Gestalten, von Picht und Gehorsam, infrage gestellten Gewissheiten, Aufbegehren und Aufbruch. Es ist eine Geschichte von Versagen und Schuld, Freundschaft, Liebe und Vergebung.
Marie, eine junge Frau in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts, versucht, der festgefügten Welt eines bäuerlich geprägten Dorfes zu entiehen. Als Studentin erlebt sie die Kämpfe um die Emanzipation der Frau und den Beginn der ökologischen Bewegung. Sie verliebt sich in zwei Männer und muss sich entscheiden.
Gleichzeitig beschreibt „Lehm an meinen Schuhen“ aber auch die Geschichte der politischen und sozialen Entwicklung eines Dorfes und die einer Familie über drei Generationen vor dem Hintergrund der Bauernbefreiung, der dunklen Jahre des Nationalsozialismus und der Nachkriegsjahre bis in die Gegenwart.
Klappentext
„Erst viel später hatte sie begriffen, dass der ungebrochene Wille das Kostbarste ist, was der Mensch besitzt.“
„Lehm an meinen Schuhen“ erzählt von knorrigen, schweigsamen Gestalten, von...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Paperback |
| ISBN | 9783949902321 |
| PREIS | 16,00 € (EUR) |
| SEITEN | 284 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Renate S, Rezensent*in
Titel und Cover versprachen ein interessantes Buch. Die Autorin war mir nicht bekannt. Sehr spannend fand ich die früheren Generationen. Die Zeitangaben in der kurzen Kapitelüberschrift erklären, wo man sich befindet. Das hilft,ihre Handlungen zu verstehen. Das Hauptthema ist jedoch Maries Selbstfindung und ihr Erwachsenwerden.das war mir etwas zu ausführlich. Vor allem die Liebe war zu viel da ich anderes erwartet habe
Bewegende Themen, aber ein holpriger Lesefluss
Interessante Familiengeschichte mit viel Vergangenheit, die durch plattdeutsche Passagen etwas ausgebremst wird.
Marie hat ihr Leben längst in feste Bahnen gelenkt. Auf der Insel kreuzt jemand aus früheren Zeiten ihren Weg. Dadurch rücken Erlebnisse wieder in den Vordergrund, die lange keine Rolle mehr gespielt haben. Nach und nach ergeben einzelne Erinnerungen, Gespräche und Familiengeschichten ein größeres Bild.
Viele Figuren richten ihr Leben nach dem aus, was von ihnen erwartet wird. Eigene Pläne geraten dabei nicht selten in den Hintergrund. Gerade die Frauen der Familie tragen Entscheidungen mit sich, die oft Jahre oder sogar Jahrzehnte zurückliegen.
Die Geschichte wechselt regelmäßig zwischen unterschiedlichen Jahren und Lebensabschnitten. Anfangs braucht es etwas Zeit, um sich zurechtzufinden, doch mit jeder weiteren Station fügen sich die einzelnen Teile besser zusammen. So entsteht nach und nach ein Eindruck davon, wie eng die verschiedenen Generationen miteinander verbunden sind.
Zum Hofleben, zur Familie und zu alten Konflikten erfährt man vieles eher nebenbei. Oft sind es kleine Bemerkungen oder Erinnerungen, die Zusammenhänge verständlicher machen. Das wirkt stellenweise angenehm zurückhaltend und überlässt dem Leser eigene Gedanken.
Beim Lesen gibt es jedoch immer wieder Unterbrechungen. Die plattdeutschen Dialoge gehören zwar zur Geschichte und passen zur Umgebung, haben den Lesefluss hier aber deutlich erschwert. Da die Übersetzungen erst am Ende des Buches stehen, war häufiges Nachschlagen nötig. Gerade in längeren Gesprächen hat das immer wieder aus der Handlung herausgeführt.
Manche Figuren bleiben länger im Gedächtnis als andere. Manche Szenen bleiben ebenfalls hängen, weil sie zeigen, wie lange bestimmte Ereignisse nachwirken können. An anderen Stellen zieht sich die Geschichte etwas und verliert an Tempo.
An mehreren Stellen wird deutlich, wie stark die Familie das Leben der einzelnen Personen bestimmt. Das betrifft nicht nur Marie, sondern auch andere Angehörige über verschiedene Generationen hinweg. Dadurch ergeben sich immer wieder Situationen, in denen persönliche Wünsche und familiäre Erwartungen aufeinandertreffen.
Besonders die älteren Familiengeschichten tragen dazu bei, die Menschen besser zu verstehen. Gleichzeitig erreichen nicht alle Abschnitte die gleiche Wirkung. Zusammen mit den häufigen Unterbrechungen durch die plattdeutschen Dialoge entsteht dadurch ein eher wechselhafter Leseeindruck.
Der Roman hatte für mich gute Momente, hat mich aber nicht durchgehend mitgenommen. Vor allem die vielen Unterbrechungen beim Lesen haben dazu beigetragen. Deshalb reicht es am Ende für solide 3 von 5 Sternen.
Mehr Altes wäre schön gewesen
In diesem Roman wird hauptsächlich die Entwicklung von Marie in den Jahren 1977 bis 1979 erzählt. In diesen Jahren sind Dinge passiert, die ihr weiteres Leben maßgeblich beeinflusst haben.
Zwischendrin gab es Rückblicke in die Geschichte ihrer Familie. Diese Kapitel sind mir eindeutig zu kurz geraten, obwohl gerade da viel Potential gewesen wäre und ich aufgrund des Klappentextes davon auch mehr erwartet hätte.
Die Einblicke in das Alte haben mir anfangs besser gefallen, weil der Schreibstil fordernder war.
Bei den Einblicken in das Neue hatte ich bei den ersten Kapiteln den Eindruck, dass die Erzählung zu oberflächlich ist. Diesen Eindruck musste ich dann später aber revidieren.
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