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Buchcover für Dass ich dich besser fressen kann. Rotkäppchen revisited

Dass ich dich besser fressen kann. Rotkäppchen revisited

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Erscheinungstermin 07.09.2026 | Archivierungsdatum 23.07.2026


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Zum Inhalt

So sprachwitzig wie radikal: Lucile Novat bringt das Märchen vom Rotkäppchen in die Realität – was, wenn die eigentliche Gefahr für Kinder gar nicht draußen im Wald lauert?

Aus dem Märchen vom Rotkäppchen haben wir vor allem die Warnung vor dem bösen Wolf, dem unbekannten Fremden aus dem Wald übernommen und die Vorstellung verinnerlicht, dass die Gefahr draußen lauert. Dabei haben sich Charles Perrault in Frankreich und die Brüder Grimm in Deutschland große Mühe gegeben, im Text Hinweise wie Kieselsteine zu verstreuen, um uns auf den rechten Weg zu führen. Doch etwas in uns wehrte sich, eine kollektive Verleugnung, und so besiegelten wir die Fehlinterpretation und verschlossen die Türen unserer Häuser.

Spulen wir also zurück: Warum ist diese Großmutter so »verrückt« nach ihrer Enkelin? Warum verrät das Kind dem Wolf so bereitwillig deren Adresse? Was könnte der Grund dafür sein, auf dem Weg herumzutrödeln und die Ankunft bei der Großmutter hinauszuzögern? Ist wirklich der Wald gefährlich und das Haus sicher? Und vor allem: Wer versteckt sich unter der Decke? Ein als Oma verkleideter Wolf – echt jetzt?!

Durch ein Netzwerk von Geschichten, in denen auf verschlungenen Waldwegen Sigmund Freud, Virginia Woolf, Neige Sinno und David Lynch ebenso wie unausgesprochene Wahrheiten ihrer eigenen Familiengeschichte auftauchen, seziert Lucile Novat das Märchen und zeigt: die größte Gefahr für Kinder lauert im Haus, in der Familie.

Im Anhang des Buches können sich die Leser*innen selbst durch einen Märchenplot spielen und erleben, wie es ist, nicht mehr aus dem Wald zu finden.

Lucile Novat
lebt in Paris und unterrichtet Literatur an einer Mittelschule in Seine-Saint-Denis. Dass ich dich besser fressen kann ist ihr erstes Buch. In Frankreich verkaufte es sich über 10.000 Mal und stand wochenlang in den Top Ten der meistverkauften Essays. Im März 2026 erschien in Frankreich ihr erster Roman, Voir venir, der für den Prix Goncourt du Premier roman nominiert wurde.

Nadine Püschel, geboren in Starnberg, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und lebt als Übersetzerin für englische und französischsprachige Literatur und audiovisuelle Medien in Berlin. Sie übersetzte u.a. Jean Malaquais’ Roman Planet ohne Visum (Edition Nautilus 2022). Für die Übersetzung von Dass ich dich besser fressen kann erhielt sie ein Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds.

So sprachwitzig wie radikal: Lucile Novat bringt das Märchen vom Rotkäppchen in die Realität – was, wenn die eigentliche Gefahr für Kinder gar nicht draußen im Wald lauert?

Aus dem Märchen vom...


Vorab-Besprechungen

»Ein brillanter Essay.« Les Inrockuptibles

»Weg mit der Parabel, die vor den Gefahren der Außenwelt warnt, wo die Raubtiere lauern.« Le Monde diplomatique

»In diesem hybriden Essay verbindet Lucile Novat literarische Untersuchung mit persönlicher Geschichte, legt so die Tiefenschichten des Märchens frei und klärt ein grundsätzliches Missverständnis auf. So wird eine gänzlich andere Botschaft hörbar.« ActuaLitté

»Ein brillanter Essay.« Les Inrockuptibles

»Weg mit der Parabel, die vor den Gefahren der Außenwelt warnt, wo die Raubtiere lauern.« Le Monde diplomatique

»In diesem hybriden Essay verbindet Lucile...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Paperback
ISBN 9783960545088
PREIS 18,00 € (EUR)
SEITEN 136

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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"Das Unheimliche bezeichnet das, was sich im eigenen Heim verbirgt und geheim bleiben muss."

Lucile Novat - Dass ich dich besser fressen kann. Rotkäppchen revisited.

Wir alle kennen das Märchen: Rotkäppchen besucht ihre Großmutter, die wurde vom Wolf gefressen, der sich nun wiederum als Großmutter ausgibt, um Rotkäppchen zu fressen. Die Moral der Geschicht‘: Hüte dich vor Fremden (Wölfen). Lucile Novat dreht das Ganze jedoch um: was, wenn nicht der Fremde die Bedrohung darstellt, sondern das Familiäre (die Oma)? Passieren doch die meisten Übergriffe in den eigenen vier Wänden.

Mit dieser These nimmt Lucile Novat das berühmte Märchen komplett auseinander und geht psychoanalytisch Szene für Szene durch, lässt keine Formulierung unbedacht. Ihr Schreibstil ist dabei sehr unterhaltsam, mir war er stellenweise schon etwas zu humorvoll (bei diesem doch sehr ernsten Thema eigentlich).

Das Buch ist sehr kurzweilig und mit vielen Fußnoten versetzt, die allesamt Bezüge zu Novats eigener Biographie haben. Was mir dennoch den Einstieg etwas erschwert hat, waren die vielen Verweise zu Personen oder Fällen aus Frankreich, zu denen es wiederum keine erklärenden Fußnoten gibt.

Ein riesiges Plus ist der Anhang: Unter dem Titel „Die Ghettobraut und das Biest“ findet man hier ein interaktives Leseerlebnis, in dem man als Märchen-Protagonistin versuchen muss, zu überleben - gar nicht mal so einfach!

Übersetzt von Nadine Püschel.

CN: physische und sexualisierte Gewalt, Kindesmissbrauch, Inzest, Antiziganismus, Suizid

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Wer wurde als Kind nicht mindestens einmal von seinen Elten vor dem bösen fremden Mann gewarnt, zu dem man nicht ins Auto steigen oder wahlweise keine Süßigkeiten annehmen soll? Dabei lauert die Gefahr in der absoluten Mehrzahl der Fälle in denen Kinder Gewalt erleben im eigenen Familien- und Bekanntenkreis. Also in den eigenen vier Wänden. Genau darauf macht Lucile Novat in ihrem Essay mit einer kreativen Analyse des Märchens um Rotkäppchen aufmerksam. Denn lauert die wölfische Gefahr wirklich im Wald? Oder ist nicht vielmehr das Haus der Großmutter der weitaus gefährlicher Ort für das kleine Mädchen?

Novats Argumente sind schon sehr darauf hingebogen, dass sie zu ihrer These passen. Aber so richtig verübeln kann man es ihr nicht. Einmal, weil sie sich dessen selbst sehr bewusst ist und darüber scherzt. Und natürlich, weil sie so auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht, dass allzu oft verdrängt und ignoriert wird. Und dafür darf sie den Grimms und Perrault (dem Erfinder des Rotkäppchens) gerne die Worte im Mund herumdrehen! Oder tut sie das gar nicht, und wir haben die Geschichten einfach jahrhundertelang falsch verstanden?

Die Mischung aus Neuinterpretation alter Märchen, Wortspielen, Etymologie, modernen Statistiken und Anklängen von Popkultur hat mir wirklich gut gefallen. Besonders Novats - schwarzen - Humor mochte ich extrem gerne! Dazu das kleine Escape-Room meets Choose-your-own-Adventure-Spiel mit umfassender Märchenreferenz am Ende hat viel Spaß gemacht. Nur die Anekdoten aus Novats eigener Familiengeschichte passten zwar thematisch ins Bild, waren aber oft etwas wirr und fügen sich für mich nicht immer rund in den restlichen Inhalt ein. Ansonsten hat mich ihr Essay aber sehr gut unterhalten!

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Das war auf jeden Fall mal etwas Neues!
Ein spannender, neuer Blickwinkel auf das allseits bekannte Märchen, der andere Interpretationsansätze zutage fördert als die der lieben Großmutter und des großen, bösen Wolfs. Nicht angenehm, dafür aber äußerst lehrreich.

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Dass ich dich besser fressen kann. Rotkäppchen revisited von Lucile Novat

Lucile Novat nimmt das Märchen vom Rotkäppchen noch einmal ganz neu in den Blick. Sie stellt die bekannte Erzählung auf den Kopf und fragt, warum wir bis heute glauben, die Gefahr für Kinder lauere vor allem draußen, obwohl das Märchen selbst viele Hinweise in eine ganz andere Richtung gibt. Daraus entwickelt sie einen Essay über Gewalt, Familie, gesellschaftliche Verdrängung und die Geschichten, die wir uns bis heute erzählen.

Ich fand den Ansatz unglaublich spannend. Rotkäppchen kennt wahrscheinlich jede und jeder. Trotzdem ist mir nie in den Sinn gekommen, das Märchen auf diese Weise zu lesen. Genau das macht dieses Buch aus. Es zeigt, wie sehr sich unsere Sicht auf bekannte Geschichten verändern kann, wenn man beginnt, die richtigen Fragen zu stellen.

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin sich nicht auf das Märchen beschränkt. Sie verbindet Literatur, Psychologie, Popkultur und persönliche Erfahrungen miteinander und schafft dadurch immer wieder neue Gedankenanstöße. Vieles davon hat mich überrascht und einiges werde ich vermutlich nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Dabei geht es nie nur um Rotkäppchen. Das Märchen wird vielmehr zum Ausgangspunkt für die Frage, warum wir bestimmte Dinge sehen wollen und andere lieber ausblenden. Gerade dieser Gedanke zieht sich für mich durch das ganze Buch.

*Dass ich dich besser fressen kann* ist ein kluger Essay, der ein bekanntes Märchen in einen völlig neuen Zusammenhang stellt. Seit diesem Buch werde ich Rotkäppchen definitiv mit anderen Augen lesen.

★★★★★ (5 von 5 Sternen)

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