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Die Auster
Roman
von Yael Inokai
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Erscheinungstermin 21.07.2026 | Archivierungsdatum 17.08.2026
Hanser Verlag | Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
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Zum Inhalt
Der Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses wird ermordet aufgefunden. Doch bis die Polizei am Tatort eintrifft, hat Leonora Bloch alle Spuren beseitigt, so diskret und gründlich, wie sie schon...
Eine Anmerkung des Verlags
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Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783446284593 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
| SEITEN | 224 |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Christine P, Journalist*in
Was für eine Heldin! Eleonora ist, als Reinigungskraft und auch sonst, nicht vom Leben verwöhnt und hat sich am Rand der Gesellschaft sehr gut eingerichtet. Als ihr Arbeitgeber ermordet wird, gerät die 73-Jährige in ihrem Sosein aus dem Tritt. Sie muss sich zwangsweise auf Neues einlassen. Das Buch begleitet Eleonora auf einem Weg, der nicht nur ihr Gespür für Menschen prüft, sondern auch das der Lesenden. Pflichtlektüre für Hobby-Soziolog:innen und alle, die wissen wollen, dass und wie Deutschland als Gesellschaft funktioniert. Ein literarisches Krimi-Kleinod.
Simone F, Rezensent*in
Dr. Bronstett, der Leiter eines großen Berliner Kaufhauses, liegt tot auf dem Boden, offensichtlich ermordet, als seine Reinigungskraft Leonora Bloch das schmucke Anwesen betritt. Dienstbeflissen sorgt sie erst einmal für Ordnung und putzt, bevor sie die Polizei ruft. Seit über 45 Jahren arbeitet Leonora für Bronstett, einige Jahre auch im Kaufhaus. Während sie als Putzfrau selbst für die meisten unsichtbar bleibt, hat sie ein Gespür für feine Nuancen und kleine Veränderungen, und sie macht sich ihre ganz eigenen Gedanken.
Auch wenn „Die Auster“ auf den ersten Blick wie ein Kriminalroman wirkt, ist es doch keiner, jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Vielmehr liegt der Blick auf den kleinen und großen Geheimnissen des Lebens, den Sehnsüchten und verlorenen Illusionen. Im komplexen Geflecht eines Kaufhauses treffen die unterschiedlichsten Milieus aufeinander. Der schöne Schein, austernschlürfende Restaurantbesucher und kaufkräftige Klientel vor perfekt ausgeleuchteter Kaschmir-Ware stehen im Gegensatz zum kalten Neonlicht im Personaltrakt, wo vertrocknete Brötchen in der Kantine auf die Angestellten warten, die vom Aufstieg träumen, die Wegrationalisierung ihrer Jobs befürchten oder im Niedriglohnsektor vor sich hin schuften.
Yael Inokai beweist einen feinen, differenzierten Blick für die Details und stellt die Menschen ist Licht, die gerne übersehen werden. Sie zeigt, wie sich Hierarchien in Sprache und Haltung äußern, mit welcher Arroganz und Herablassung sich Status im persönlichen Umgang widerspiegelt. Und wie Einsamkeit, Verzweiflung, Leere, Ängste und Unsicherheiten hinter den Fassaden der Großstadt lauern, ungeachtet der sozialen Schicht.
Auch bei diesem Roman von Yael Inkoai ist Queerness wieder ein Thema, das hier, angesichts des bereits sehr facettenreichen Schwerpunkts und der Kriminalgeschichte, leider seltsam aufgepfropft wirkt. Weniger wäre da mehr gewesen.
Buchhändler*in 1100449
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, Leonora ist so eine tolle Heldin. Sie hat mich an Olga Tokarczuks "Gesang der Fledermäuse" erinnert und eine Weile dachte ich, der Text könnte eine ähnliche Wendung nehmen. Die Art wie hier über die Leben und Sorgen einfacher Angestellter eines Kaufhauses in einer charmanten Kriminalgeschichte erzählt wird, ist wirklich schön gemacht. Alle Einzelschicksale - finanzielle Abhägigkeit in Beziehungen, Wohnungsnot, queeres Leben in den 80ern und heute, Aidserkrankungen -, die uns die verschiedenen Personen näherbringen, werden erst nach und nach aufgedeckt.
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