Die Elefanten
von Sasha Filipenko
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Erscheinungstermin 25.02.2026 | Archivierungsdatum 15.04.2026
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Zum Inhalt
Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Straßen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser ein: die Elefanten. Doch niemand nimmt Anstoß an ihnen. Die Leute gehen weiter ihrer Wege, geben vor, es hätte sich nichts geändert. Allein der Stand-up-Comedian Pawel weigert sich zu schweigen und ruft von der Bühne dazu auf, sich der Realität zu stellen. Er riskiert damit alles, sein Leben, seine Freiheit und vor allem seine Liebe zu Anna.
Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Straßen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser ein: die Elefanten. Doch niemand...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783257073737 |
| PREIS | 26,00 € (EUR) |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1171222
Ein sehr schräger, kafkaesker Roman. Mein Stil ist‘s nicht und ich war mehrmals kurz davor, die Lektüre abzubrechen. Trotzdem kann ich dem Autor ein gewisses Talent nicht absprechen.
ann l, Rezensent*in
Plötzlich sind sie da: Elefanten. Überall tauchen sie aus dem Nichts aus. In jedem Haushalt der Stadt steht ein Elefant genauso wie überall sonst, doch die Einwohner ignorieren sie. Der Staat tut alles, um die die Menschen dahingehend zu manipulieren, sich den Elefanten gegenüber auf
die von ihm vorgesehene Weise zu verhalten. Nur der Stand-Up-Comedian Pawel widersetzt sich den Plänen.
Die Geschichte ist schwer zu beschreiben. Eigentlich geht es um die Elefanten – sie tauchen auf, sind dann da und werden wenig erwähnt. Um sie herum entwickelt sich das Drama rund um eine Familie. Der Vater ist Autor (er stellt den Autor dieses Buches dar), die Mutter seine Unterstützerin. Die verwöhnte Tochter Anna spielt in der Geschichte noch eine große Rolle, da sie die „Liebe seines Lebens“ für Pawel ist. Dieser Liebe ordnet er alles unter, auch seinen Ungehorsam dem Staat gegenüber.
Das Ungewöhnlichste an der Geschichte ist ihr Erzählstil. Es ist eine Mischung aus vielen Elementen. Zum einen gibt es Social-Media-ähnliche Kommentare zur Geschichte, die immer wieder Ereignisse vorwegnehmen. Mit ihnen beginnt das Buch auch. Dann gibt es die Erzählung
rund um die Familie und Pawel. In sie verflochten sind die Geschichten des Vaters. Als Autor denkt er sich täglich neue Ansätze aus, von ihnen wird dann auch eine ganz erzählt. Hinzu kommen Mitteilungen der Regierung, die den Umgang mit den Elefanten betreffen. Als
zusätzliches ungewöhnliches Detail steht zu Beginn des Buches ein Kreuzworträtsel. Die Abfragen dazu sind in das ganze Buch verflochten und ersetzen dort die Lösungswörter. Nach jedem Abschnitt findet sich das Kreuzworträtsel – immer weiter ausgefüllt – wieder.
So einzigartig diese Beschreibung kling, so eigen war es auch das Buch zu lesen. Ich war selbst davon überrascht, wie gut es als Ganzes bei mir angekommen ist. Die erste Verwirrung über die vielen Stilelemente, die hier eingebaut wurden, habe ich recht schnell überwunden und danach
fasziniert weitergelesen.
Anna ist Single. Sie lebt in einer exquisiten Villa neben ihren Eltern. Obwohl sie schon 35 Jahre alt ist, gehört das gemeinsame Frühstück zur Normalität. Alexander, ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller und die Mutter Sofija seine „Sekretärin“. Ein junger Mann namens Pinsel ist der Hausdiener des Ehepaars. Pawel, mehr oder weniger erfolgreich als Comedian, verliebt sich in Anna. Beide haben eine wunderbare Zeit miteinander und genießen sie. Und dann gibt es noch diese Elefanten. Sie kommen ohne Anmeldung und es gibt in der Stadt keinen Haushalt, der von ihnen verschont bleibt. Erstaunlich, dass sich kaum jemand an ihnen stört.
#DieElefanten lassen mich im wahrsten Sinne des Wortes ratlos zurück. Was beabsichtigte der Autor mit diesem Buch? Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Und trotzdem las ich den Roman. Weil ich Sasha Filipenko sehr schätze und bisher alle Bücher von ihm verschlang. Filipenko hebt sich von den sonst üblichen 08/15 Autoren ab. Dieses Werk beginnt mit einem Kreuzworträtsel. Es folgen Kommentare zum Buch, die wohl in einem Forum veröffentlicht wurden. Dann gibt es Kapitel über alle Protagonisten und die Elefanten in der Stadt stehen immer an erster Stelle.
Ich denke, dass ich das Buch noch ein zweites Mal lesen werde. Vielleicht sehe ich dann klarer. Was sich wie immer bei Herrn Filipenko wohltuend abhebt, das ist sein Sprachstil und der subtile Humor. Aus dem Grund m u s s es auch für dieses Werk eine sehr gute Bewertung geben. Nein, für „hervorragend“ hat es nicht gereicht. #NetGalleyDE
Simone F, Rezensent*in
Alexander ist Schriftsteller und lebt in einer großen Villa. Seine Frau Sofija himmelt ihn an, lobt jede seiner Ideen. Die erwachsene Tochter, eine erfolglose Schauspielerin, wohnt in einer eigenen Villa nebenan, kommt aber jeden Morgen zum gemeinsamen Frühstück und löst Kreuzworträtsel. Eines Morgens steht plötzlich ein Elefant im Zimmer. Und bei den Nachbarn auch. In der ganzen Stadt tauchen sie plötzlich wie aus dem Nichts auf. Doch die Menschen leben einfach weiter und ignorieren die Tiere. Manchen ist etwas unwohl dabei, aber sie arrangieren sich damit, füttern die Elefanten und räumen ihre Hinterlassenschaften weg. Der Staat gibt Anweisung, wie sich die Menschen zu verhalten haben, manipuliert sie. Niemand widersetzt sich, bis auf den Stand-Up-Comedian Pawel, dessen große Liebe Anna ist. Pawel ruft bei seinen Vorstellungen dazu auf, die Elefanten aus der Stadt zu vertreiben, und zieht damit den Unmut des Staates auf sich.
Der Elefant im Raum, den niemand sehen will – offensichtlicher könnte Sasha Filipenkos Metapher kaum sein. Der belarussische Schriftsteller, der im Schweizer Exil lebt, hat mit „Die Elefanten“ eine großartige Parabel auf autokratische Systeme geschrieben, die zu zivilem Ungehorsam aufruft und die große Masse kritisiert, die ihre Augen vor dem Offensichtlichen verschließt und ihr Leben möglichst unbehelligt weiterlebt. Natürlich hat man beim Lesen sofort Russland und den Krieg gegen die Ukraine im Sinn, die Geschichte passt als Warnung jedoch ebenso gut auf die USA unter Donald Trump oder die deutsche Gesellschaft, die zusieht, wie rechte Kräfte wieder an Einfluss gewinnen.
Pawel, der Stand-Up-Comedian, leistet auf der Bühne Widerstand, nennt die Dinge als einiziger beim Namen – hier musste ich sofort an die amerikanische Late-Night-Szene mit Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon und Stephen Colbert denken. Hier hat Trump ja bereits Versuche unternommen, diese absetzen zu lassen, bei Colbert vermutlich mit Erfolg. Pawel ist der tragische Held des Romans, dessen Schicksal mich stellenweise an Orwells „1984“ erinnert hat.
Was Filipenkos Roman so einzigartig macht, ist die ungewöhnliche Form: Alexander ist gleichzeitig Autor sowie Figur der Geschichte, die stark mit Metafiktion und Selbstreferenzialität spielt. Der Text wird immer wieder unterbrochen durch Social-Media-Beiträge von Usern aus Literaturforen zu eben diesem Buch, sowie durch interne Dienstanweisungen aus dem Innenministerium. Darüber hinaus sind einzelne Schlüsselworte im Text durch Umschreibungen ersetzt, die am Schluss ein vollständiges Kreuzworträtsel bilden. Je weiter man liest, desto stärker wird klar, wie all diese Formelemente miteinander in Zusammenhang stehen, und es ergibt sich ein geradezu absurdes, groteskes Gesamtbild, das gespickt ist mit scharfzüngigem, hintergründigem Humor und beißender Gesellschaftskritik.
Trotz der komplexen Konstruktion ist der Roman erstaunlich gut zu lesen. Wie schon „Der Schatten einer offenen Tür“ hat mich auch „Die Elefanten“ vollends begeistert, und ich werde das Buch in einigen Tagen sicher noch einmal lesen, da ich den Eindruck habe, dass es noch einige Details und Anspielungen zu entdecken gibt, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren.
Ich empfehle „Die Elefanten“ allen, die bereit sind, sich auf einen anspruchsvollen Roman mit komplexer Form einzulassen.
Buchhändler*in 1320767
Der belarussische Autor Sasha Filipengo lebte und arbeitete in Russland, das er 2020 verlassen musste, seitdem wohnt er mit seiner Familie in der Schweiz.
In seinem neusten Roman „Die Elefanten“ erlebt eine Stadt eine Invasion dieser Dickhäuter. Sie sind plötzlich überall zu finden, sowohl im öffentlichen Raum wie auch in Privathäusern und Wohnungen.
Am ersten Tag dieses Phänomens ist die Familie des Schriftstellers Alexander darüber sehr irritiert, aber schon wenige Stunden später ignorieren der egozentrische Autor, seine ergebene Ehefrau Sofija und deren anspruchsvolle 35jährige Tochter Anna die Anwesenheit des Elefanten im Haus. Nur Annas Freund der Philosoph und Stand-Up-Comedian Pawel verweigert sich der allgemeinen Ignoranz.
In seinen Text lässt Sasha Filipengo Kommentare von Literaturliebhabern, die sich in einem Leserforum austauschen, und auch Dienstanweisungen des zuständigen Innenministeriums, das sich mit der Invasion beschäftigen muss, einfließen.
Dieser kritische, durchaus groteske Roman, der eine einzige Metapher über die kollektive Ignoranz der vielschichtigen heutigen Gesellschaft ist, hat mich sehr inspiriert und zur Reflektion veranlasst.
Der Roman „Die Elefanten“ von Sasha Filipenko beginnt mit einer ebenso absurden wie verstörenden Prämisse: Eines Tages ziehen Elefanten mitten unter die Menschen. Sie stehen in Wohnungen, blockieren Straßen und gehören plötzlich ganz selbstverständlich zum Stadtbild. Anfangs sorgt dieses Phänomen noch für Neugier – Menschen fotografieren die Tiere, bestaunen sie, sprechen über sie. Doch das Interesse erlischt schnell. Die Elefanten bleiben, aber man gewöhnt sich an sie. Schließlich werden sie ignoriert, als wären sie nie etwas Außergewöhnliches gewesen.
Dieser zentrale Einfall ist eine konsequente literarische Umsetzung der Redewendung vom „Elefanten im Raum“. Die Tiere stehen sinnbildlich für ein riesiges, offensichtliches Problem – politischer oder gesellschaftlicher Natur –, das alle sehen, aber niemand anspricht. Statt sich der Realität zu stellen, entscheiden sich die Menschen für das bequemere Schweigen. So entsteht eine trügerische Normalität, die nur dadurch funktioniert, dass alle kollektiv wegsehen. Die Elefanten verkörpern damit die Absurdität und das Schweigen in autoritären Systemen: Eine allgegenwärtige Bedrohung wird hingenommen, um Konflikte und persönliche Konsequenzen zu vermeiden.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Pawel, ein Stand-up-Comedian, der sich dieser kollektiven Verdrängung verweigert. Als Künstler nimmt er eine Außenseiterrolle ein, denn er entscheidet sich, das Offensichtliche beim Namen zu nennen. Von der Bühne aus versucht er, die Wahrheit auszusprechen – und bringt sich damit in Gefahr. Seine Figur zeigt, wie riskant es sein kann, in einem repressiven Umfeld Humor als Waffe zu benutzen. Pawels Haltung macht deutlich, dass das Aussprechen der Wahrheit in solchen Systemen Mut erfordert und existenzielle Folgen haben kann.
Auch die Beziehung zwischen Pawel und seiner Partnerin Anna steht unter dem Einfluss dieser bedrückenden Atmosphäre. Ihre Liebe wird zur Bewährungsprobe in einer Gesellschaft, die von Angst und Misstrauen geprägt ist. Persönliche Nähe und Vertrauen geraten unter Druck, wenn äußere Repression in das Private hineinwirkt.
Eine weitere interessante Figur ist Alexander, Annas Vater. Als Autor bringt er immer neue literarische Ideen ein, die zugleich die experimentellen Erzählweisen des Romans widerspiegeln. Besonders originell ist sein Konzept eines Buches, das ausschließlich aus Leserkommentaren besteht – Kommentare, die er selbst verfasst. Diese Idee wird im Roman tatsächlich umgesetzt: Die von ihm erdachten Leserreaktionen erscheinen im Text und durchbrechen die klassische Erzählform. Auch Annas Leidenschaft für Kreuzworträtsel findet auf ungewöhnliche Weise Eingang in die Struktur des Buches. Im Verlauf der Handlung lösen die Leser gewissermaßen selbst ein Rätsel, da an bestimmten Stellen statt eines Wortes lediglich ein Hinweis wie „Waagerecht 32“ steht. Diese spielerische Form ist kreativ und humorvoll, kann jedoch – insbesondere im E-Book-Format – etwas umständlich wirken. Ergänzt wird die überwiegend auktoriale Erzählweise durch eingeschobene Dokumente eines „inneren“ Ministeriums, die der Geschichte zusätzliche Tiefe und eine beklemmende Authentizität verleihen.
Der Text ist deutlich satirisch angelegt und funktioniert zugleich als politische Parabel. Mit Hilfe des Absurden macht Filipenko eine Realität sichtbar, die selbst kaum noch rational erklärbar erscheint. Besonders im belarussischen beziehungsweise russischen Kontext wird deutlich, wie das Unmögliche plötzlich Teil des Alltags werden kann – und wie sich das Bedrohliche schleichend als neue Normalität etabliert.
Insgesamt war das Buch für mich solide, hat mich jedoch nicht vollständig überzeugt. Die Grundidee ist stark und die formalen Experimente sind interessant, doch über weite Strecken blieb die emotionale Intensität für mich etwas auf Distanz. Erst gegen Ende, als das Thema der Entmenschlichung stärker in den Vordergrund tritt, gewinnt der Roman an Schärfe und Provokation. In diesen Momenten wird die Geschichte spürbar eindringlicher und spannender.
Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar (ebook). Meine ehrliche Meinung bleibt davon unberührt.
Maria H, Rezensent*in
"Die Elefanten", so heißt das Buch vom Autor Sasha Filipenko. Eigentlich weiß ich nicht so richtig, was ich jetzt schreiben soll. Die Geschichte lässt mich ein wenig irritiert und ratlos zurück. Das Buch ist unterhaltend geschrieben, aber so richtig einen Zusammenhang habe ich nicht finden können. Vielleicht sollte ich das Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal lesen.
„Die Illusion einer Wahrheit ist nicht die Wahrheit, und wo Illusion ist, kann es keine Gerechtigkeit geben.“ (S. 217)
Plötzlich sind sie da: Der sprichwörtliche Elefant im Raum ist von heute auf morgen Realität. Aber da alle ihre eigenen Elefanten daheim haben, herrschen Schweigen und Anpassung, wo eine Suche nach Ursachen und Lösungen angebracht wäre.
Nur der Stand-up-Comedian Pawel möchte sich nicht mit der Situation abfinden. In seinen Programmen versucht er, den Menschen die Augen zu öffnen und gerät dadurch zunehmend in Konflikt mit dem Staat. Auch seiner Freundin Anna wird er unbequem. Dabei ist Anna Pawels große Liebe - eine Liebe, für die es sich zu kämpfen lohnt?
Der Roman des in der Schweiz lebenden, belarussischen Autors Sasha Filipenko ist auf einer inhaltlichen Ebene zutiefst politisch und gesellschaftskritisch. Die Elefanten können als Metapher für die großen Probleme unserer Zeit gesehen werden. Wie gehen Gesellschaften mit derartigen Herausforderungen und Problemen um? Welche Rolle spielt der Staat? Welche Bedeutung hat die Kunst: Unterhaltung oder Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs? Und was ist auf der individuellen Ebene wichtig: gesellschaftlicher Status, Komfort, Liebe oder die Zukunft?
In Pawels Konflikt mit dem Staat und in den Leitlinien, die von staatlicher Seite für den Umgang mit den Elefanten herausgegeben werden, lassen sich die Mechanismen autoritärer Systeme nachvollziehen. Und das, was dort in letzter Konsequenz passiert, hat mich heftig erschüttert. Gleichwohl sind diese sehr expliziten und grausamen Szenen vermutlich nicht der Phantasie des Autors entsprungen.
Auf einer formalen Ebene arbeitet der Roman mit verschiedenen Textformen und Textebenen. Den Rahmen bilden fiktive Kommentare in einem Literaturforum, die u.a. Deutungen des Textes präsentieren, sowie ein Kreuzworträtsel, dem auch eine metaphorische Bedeutung zukommt: „Wir sind genauso widersprüchlich! In uns sind die seltsamsten Dinge und Begriffe ineinander verwoben, wir sind so komplex. Jeder ist ein Kreuzworträtsel, das nur zur Hälfte gelöst ist, wenn überhaupt.“ (S. 163)
Die Protagonisten kamen mir zum Teil schablonenhaft gezeichnet vor; in ihrer Anlage ähnlich den Kommentatoren des Literaturforums. Das ist jedoch kein Mangel, sondern unterstützt die groteske, komische Note des Textes. Denn trotz der ernsten Themen musste ich beim Lesen häufiger lachen - um dann im nächsten Moment den Atem anzuhalten.
Insgesamt empfinde ich Filipenkos Text als formal spannend, teilweise komisch-überdreht, politisch-gesellschaftlich wichtig und sehr mutig. Ich empfehle das Buch bei Interesse an der Thematik gerne weiter.
PS: Meine kurzen Exkurse in den russischen Originaltext haben mir übrigens bestätigt, dass die Übersetzung von Ruth Altenhofer ganz wunderbar gelungen ist. Gerade den Ton habe ich ähnlich wahrgenommen. Und ich will mir nicht vorstellen, wie schwierig es gewesen sein muss, das Kreuzworträtsel von der einen in die andere Sprache zu übertragen.
Silke K, Buchhändler*in
Hier ist er, der sprichwörtliche "Elefant im Raum": Das, was sich aufdrängt, aber niemand will es wahrhaben.
Die Geschichte ist ein "Buch im Buch", geschrieben von dem berühmten Schriftsteller Alexander. Kommentiert wird es online von den Lererinnen und Lesern. Doch bald stellt sich heraus, dass die Kommentare von Alexander selbst verfasst sind, unter Pseudonym. Möglicherweise würde es sonst so aussehen, als lese niemand dieses Buch.
Außerdem gibt es noch eine Geschichte über die Liebe, die Freiheit - und ein Kreuzworträtsel.
Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Der Autor hat einfach einen ganz eigenen Erzählstil. Der ist sehr besonders, witzig - und dabei knallhart. Ein Roman für Leserinnen und Leser, die gerne mal etwas Unkonventionelles in die Hand nehmen.
Buchhändler*in 516281
Der Elefant im Raum, ein bekanntes Bild, das hier von dem Autoren S. Filipenko gekonnt als Aufhänger genutzt wird.
Viele Elefanten bevölkern die Stadt, die Wohnungen, die Plätze und werden ignoriert, auf Anordnung. Der Comedian Pavel thematisiert das Phänomen und eckt damit an.
Eine sehr gelungene Gesellschaftssatire, die zum Nachdenken anregt.
Leona B, Buchhändler*in
Eines Tages sind die Elefanten da und werden bejubelt oder auch nach dem Motto "Ach, das geht vorbei " ignoriert oder akzeptiert. Nur der Stand-up-Comedian will die Situation nicht akzeptieren. Er stösst damit auf Unmut und wird mundtot gemacht.
Die Situation ist eine Parabel auf die heutige politische Zeit und auch auf das Miteinander im Allgemeinen. Sie hält den Spiegel vor, wird dabei aber auch gegen den Schluss brutal und man fragt sich, ob der Mensch aus der politischen Geschichte nichts gelernt hat.
Die Idee der Elefanten wurde schon in einem anderen Buch verwendet, hier aber mit anderem Ausgang und so kann das Buch gut gelesen werden, auch wenn man das Andere schon kennt.
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