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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
von Christien Brinkgreve
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Erscheinungstermin 17.02.2026 | Archivierungsdatum 16.03.2026
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Zum Inhalt
»Ich kann mich an kein Buch von derart furchtloser Ehrlichkeit erinnern, was den Neuanfang einer Frau angeht. Hier ist jeder Satz mutig, kostbar, einzigartig.« Elke Heidenreich Nach dem Tod ihres...
Eine Anmerkung des Verlags
Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (17.02.2026).
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783446285675 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
| SEITEN | 192 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 596528
Wehmütige Rückschau
In ihrem Buch schaut Christien Brinkgreve nach dem Tod ihres Mannes zurück auf ihr gemeinsames Leben und ihre Ehe. Als LeserIn verfolgt man ihre schonungslose (Selbst-)analyse. In klarer, schnörkelloser Sprache schildert sie die gemeinsamen Jahre, Berufliches und Privates. Irgendwann im Laufe der Jahre verlor sich das Ehepaar, war nicht mehr glücklich. Christien fragt sich im Nachhinein, warum sie bei ihrem Mann geblieben ist. Sehr eindringlich schildert die Autoren, wie sich das einstige Liebespaar verlor und nicht mehr zueinander fand.
In jedem Kapitel schwingt Traurigkeit mit, Wehmut, die beim Lesen betroffen macht. Trauer spricht aus jedem Satz, ohne in Verzweiflung abzudriften. Es ist ein Buch der leisen Töne, tiefsinniger Gedanken und Überlegungen.
Christien Brinkgreve beschreibt in ihrem Buch ein Einzelschicksal, trotzdem zieht sie universelle Erkenntnisse, in denen man sich als LeserIn an so mancher Stelle wiederfindet.
Christien Brinkgreve schafft es mit diesem Werk ein Bild zu zeichnen, was mir als 26 jährige fremd ist und mich doch unfassbar berührt. Sie schreibt über ihren Prozess der Trauer, der Hingabe zu einer Ehe und A, aber auch dem Mut und dem Willen sich sich selbst wieder zu widmen. Das Aufräumen eines vollen Hauses wird genutzt um durch das Buch, die Geschichte und Christien Brinkgreves Leben zu führen. Toll, Toll, Toll!
Enno T, Buchhändler*in
Es hat mich sehr beeindruckt, mit welcher Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber die Autorin auf ihre Ehe zurückblickt und mit welcher Offenheit sie den Leser daran teilhaben lässt. Ein Buch, über das man länger nachdenkt.
Bei der Beisetzung ihres verstorbenen Mannes Arend Jan Heerma van Voss wirkt seine Witwe Christien Brinkgreve gestärkt von ihrer Familie. Auf sie wartet jedoch der schwere Weg, ein verwahrlostes Haus samt umfangreichen Archiven und Sammlungen des Verstorbenen zu entrümpeln. Das vollgestellte Haus symbolisiert die Geschichte einer komplizierten Ehe, in der den Partnern die Worte verlorengegangen waren. „Du kannst hier nicht leben, du musst ausziehen“, hatte Brinkgreves Schwester entsetzt ausgerufen. Der Verstorbene hatte sich vor seinem bevorstehenden Tod vehement gewehrt, eine Verfügung über den Verbleib seines Nachlasses zu formulieren.
Das Paar lernte sich Ende der 1970er in einem beruflichen Zusammenhang kennen. Brinkgreve war Redakteurin und Autorin, der noch in erster Ehe verheiratete Heerma van Voss arbeitete u. a. als Musikredakteur und engagierte sich zum Thema psychatrische Grundversorgung. Innerhalb von 6 Jahren wird Brinkgreve (*1949) eine erstaunliche Karriere absolvieren; sie promoviert 1984, bringt zwei Söhne zur Welt und tritt 1987 eine Professur für Frauenforschung an. In einer Familie mit vier Kindern aufgewachsen, in der die Frauen „dafür sorgten, dass der Laden lief“, die Großmutter stets zum Einspringen bereitstand und Brinkgreves Mutter ihre Karriere als Künstlerin für die Familie aufgab, fehlten der Autorin Rollenvorbilder für die Vereinbarung von Professur und Mutterrolle. Professorinnen mit kleinen Kindern hatte es bis dahin nicht gegeben. Die Autorin hatte eine frisch eingerichtete Professur in einem interdisziplinären Projekt zu organisieren, zwei Kinder zu versorgen und den Ansprüchen von Frauenbewegung und Öffentlichkeit zu genügen, wie nüchtern-professionell sie aufzutreten hätte. Auch fehlten beiden Partnern die Worte, um über die Verteilung der Care-Arbeit zu verhandeln.
Später werden gemeinsame Freunde ihr Befremden darüber ausdrücken, in welch abfälligem Ton Heerma van Voss bereits nach kurzer Ehe mit Kumpels über seine Frau sprach – und Brinkgreve wird erfahren, dass nahezu jeder ihren Mann als depressiv einschätzte.
Die Autorin steht stellvertretend für ihre Generation, in der Frauen angehalten waren, sich in einer Ehe Mann, Schwiegerfamilie und natürlich männlichen Kollegen unterzuordnen und selbst bescheiden im Hintergrund zu bleiben. Die Unvereinbarkeit dieser Ansprüche mit der schwierigen Persönlichkeit ihres Mannes zu realisieren, wird Brinkgreve erst nach einem schmerzhaften Trauerprozess gelingen, in dem sie lernt, auch die Position ihrer Söhne wahrzunehmen.
Christien Brinkgreve war mit Arend Jan Heerma van Voss verheiratet, ihre Söhne sind die Autoren Thomas und Daan Heerma van Vos. Über ihre indonesisch-stämmige Mutter hat sie in „Ik heb ook een verhaal“ erzählt.
Fazit
„Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ (Beladen Huis) zeigt den befreienden Trauerprozess einer Witwe und gibt Einblick in eine Ehe, in der es trotz jahrelanger Therapie den Partnern nicht gelang, die Lasten aus der jeweils anderen Herkunftsfamilie anzuerkennen und gemeinsam abzuwerfen. Ein bedrückendes wie lohnendes Buch.
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