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Weltenwechsel
Roman
von Marion Kraft
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Erscheinungstermin 28.01.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
»Weltenwechsel« schildert den Lebensweg eines Mädchens, das am Rand der Gesellschaft steht und sich trotz der Schatten der Vergangenheit zur selbstbewussten jungen Frau entwickelt. Julias Kindheit ist von Kriegen, Armut, Ausgrenzung, Rassismus und sozialen Gegensätzen geprägt. In einem »bunten Haus« voller außergewöhnlicher Menschen erlebt sie eine Zeit der Geborgenheit, bevor unerwartete Ereignisse ihr Leben verändern und ihren weiteren Weg bestimmen.
Vor dem Hintergrund der beeindruckenden Familiengeschichte von drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen und der Suche nach Identität entfaltet sich ein neues Bild der turbulenten westdeutschen Nachkriegszeit – bewegend, inspirierend und oft verstörend aktuell.
Durch ihre besondere Perspektive liefert Kraft mit ihrem Debütroman einen wichtigen Beitrag zur Zeitgeschichte und eröffnet neue Einblicke.
»Es ist eine Geschichte aus Deutschland, die neben der offiziellen herläuft , als gehöre sie nicht dazu. Marion Kraft erzählt sie in diesem Buch als Teil der Geschichte dieses Landes. Damit sie nicht verloren geht. Sie muss gelesen werden, um sie als Teil der Erinnerung in Deutschland zu bewahren.« Verena Lueken
»Weltenwechsel« schildert den Lebensweg eines Mädchens...
Eine Anmerkung des Verlags
Marion Kraft, * 1946 in Gelsenkirchen, ist afrodeutsche Literaturwissenschaftlerin, Autorin, Dozentin und Übersetzerin. Sie beschäftigt sich in ihren Publikationen mit Rassismus, Literatur von...
Vorab-Besprechungen
»Es ist eine Geschichte aus Deutschland, die neben der offiziellen herläuft , als gehöre sie nicht dazu. Marion Kraft erzählt sie in diesem Buch als Teil der Geschichte dieses Landes. Damit sie nicht verloren geht. Sie muss gelesen werden, um sie als Teil der Erinnerung in Deutschland zu bewahren.« Verena Lueken
»Es ist eine Geschichte aus Deutschland, die neben der offiziellen herläuft , als gehöre sie nicht dazu. Marion Kraft erzählt sie in diesem Buch als Teil der Geschichte dieses Landes. Damit sie nicht...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783949545894 |
| PREIS | 26,00 € (EUR) |
| SEITEN | 416 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Zwischen Ausgrenzung und Selbstfindung
Eine Geschichte, die ans Herz geht und in Erinnerung bleibt
Dieses Buch erzählt von Julia, einem Mädchen, das am Rand der Gesellschaft aufwächst. Als Tochter einer weißen Mutter und eines amerikanischen farbigen GI erlebt sie früh, was es heißt, aufzufallen und nicht dazuzugehören. Ausgrenzung, Armut und die Nachwirkungen des Krieges prägen ihren Alltag.
Ein besonderer Ort in Julias Kindheit ist das sogenannte bunte Haus. Dort lebt sie eine Zeit lang mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen und erfährt so etwas wie Schutz und Zugehörigkeit. Diese Phase fühlt sich beim Lesen wie ein kurzer, kostbarer Halt an. Umso stärker wirkt es, wenn sich das Leben erneut wendet und Julia gezwungen ist, ihren Weg unter veränderten Bedingungen fortzusetzen.
Der Roman verknüpft Julias Geschichte mit der ihrer Familie und spannt dabei einen Bogen über drei Generationen von Frauen. Es geht um die Weitergabe von Erfahrungen, um Verletzungen, die nicht ausgesprochen werden, und um die Frage, wie Herkunft ein Leben formt. Die westdeutsche Nachkriegszeit ist dabei stets präsent. Viele der geschilderten Situationen wirken heute noch nachvollziehbar.
Marion Kraft schreibt klar und aufmerksam. Die Sprache ist einfach und genau. Nähe stellt sich leise ein, ebenso Unruhe und Mitgefühl. Besonders eindrucksvoll ist Julias Entwicklung hin zu einer jungen Frau, die ihren Platz sucht und beginnt, sich selbst ernst zu nehmen. Dieser Weg wirkt glaubwürdig und nachvollziehbar.
Was diesen Roman auszeichnet, ist seine Haltung. Er erzählt von Identität, Fremdsein und Selbstbehauptung. Die Geschichte vertraut darauf, dass das Erlebte für sich spricht.
Ein kraftvoller Debütroman der Autorin, der stark berührt und tief bewegt.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für Leserinnen und Leser, die tiefgehende Romane mögen.
Als im Winter 1945 das Knirschen der Panzerketten der US-Armee schon zu hören ist, will in der Region Karlsruhe/Heidelberg Berta Bernau als Zeichen der Kapitulation eilig ein weißes Bettlaken hissen. Wie immer können Berta und ihr Mann Walter sich in lebenswichtigen Fragen nicht einigen. Ihre Verblüffung, dass auf weiteren US-Panzern tatsächlich Schwarze Soldaten einrücken, ist nachvollziehbar; da vor 80 Jahren viele Deutsche ihren Heimatort noch nie verlassen hatten. Da der erwachsenen Tochter Margarete Bernau ihre Arbeitsstelle im Rathaus gekündigt worden war, nimmt sie Arbeit im Hauptquartier der US-Armee gern an. Der Job war mit zahlreichen Vergünstigungen verknüpft, während für die übrige Bevölkerung z. B. Lebensmittel noch einige Jahre rationiert wurden.
Margarete verliebt sich in den Schwarzen Soldaten Robert aus dem legendären Schwarzen Panzerbatallion 761, der ihr später erzählen wird, dass seine Eltern aus Jamaica eingewandert sind. Als Margarete von Robert schwanger wird, stellt sich heraus, dass er bereits verheiratet ist und trotz aller Beteuerungen nicht nach Deutschland zurückkehren wird. Für Nachkriegsverhältnisse etwas zu märchenhaft, finden Berta und Margarete mit Baby Julia zügig eine Wohnung in einem toleranten Umfeld; Berta versorgt das Baby, Margarete arbeitet sich “beim Ami“ zur Chefsekretärin hoch. Nicht zu übersehen ist der tägliche Rassismus, den Margarete und Julia offen oder hinter ihrem Rücken erfahren. Als eine weitere Familie mit einem dunkelhäutigen Kind ins Haus der Sanders einzieht, findet die jungenhafte Julia mit Betty (und zwei weiteren Mädchen) enge Freundinnen wie sie sie später nie wieder haben wird. Das Zusammenleben im Stadtviertel der Bernaus wirkt noch immer von Werten des Nationalsozialismus geprägt. Neben rassistischem Lästern über Julias Hautfarbe wird getratscht, Vergangenes verdrängt und diskriminiert, wer von der Norm abweicht. Als Julia nach dem Tod Margaretes längst allein mit Berta zusammenlebt, hat ihre Großmutter noch immer nicht realisiert, dass ihre Enkelin „draußen“ wie eine Fremde behandelt wird und sich niemandem zugehörig fühlt. Vor Julia liegen eine bedrückende Schulzeit, überstürzte Berufswahl, auch für sie Arbeit bei der US-Army und die für Frauen ihrer Generation damals häufig folgende Entscheidung, einen Schulabschluss in der Abendschule zu erreichen. Wie Julia sich praktisch häutet und Schritt für Schritt in die Welt tritt, das liest sich, gradlinig aus der Außensicht erzählt, zunehmend spannend. Die Abgrenzung zwischen historischen Ereignissen und fiktiver Handlung erfolgt in der Einleitung.
Fazit
An “Weltenwechsel“ hat mich der amerikanische Einfluss interessiert, da ich unter einer anderen Besatzungsmacht aufgewachsen bin, und besonders die Geschichte der noch vor den Boomern geborenen direkten Nachkriegsgeneration. Mit zahlreichen Nebenfiguren, wie Bertas platonischem Freund Franz/Frankie, dem Schwarzen Batallion, Bertas jüngerer Schwester und den Nachbarskindern fügt Marion Kraft verschiedenste Themen ein, die die Nachkriegsjahre bestimmten. Nicht zuletzt dokumentiert sie eine Mädchenbildung, in der noch jahrelang ein Bild von Frauen erhalten bleibt, die unter männlichen Chefs in Assistenzberufen arbeiten bis sie heiraten. Angesichts der Zahl der Kriegstoten und -versehrten eine weltfremde Sicht.
Ein hochinteressantes Sittenbild über <Schwarze> Deutsche in den Jahren 1945-71 und kursiv geschriebene <weiße>, die damit als Privilegien-Inhaber definiert werden.
4 1/2 Sterne
Bibliothekar*in 1036346
Der Roman Weltenwechsel von Marion Kraft handelt von Julia, die als Tochter einer Deutschen und eines amerikanischen, schwarzen Soldaten im Nachkriegsdeutschland aufwächst. Dabei erfährt sie immer wieder Rassismus und schlechte Behandlung. Am liebsten ist sie bei ihrer Oma, während ihre Mutter arbeiten muss. Trotz Ausgrenzung und Einsamkeit wird Julia eine starke und selbstbewußte junge Frau. Doch auch als junge Frau treffen sie einige Schicksalsschläge. Doch immer wieder geht sie ihren Weg durchs Leben und gibt nicht auf. Mich haben ihr Mut und ihre Stärke sehr beeindruckt. Weil die Autorin ihr eigenes Leben als Inspiration für die Geschichte nahm, wirkt die Erzählung stellenweise sehr berichtend. An anderen Stellen, wenn Ausgrenzung oder Einsamkeit deutlich werden, hat mich das Buch sehr berührt. Es ist auf jedenfall ein gutes Buch zum Thema Nachkriegszeit und Rassismus in Deutschland.
LeserInnen dieses Buches mochten auch:
Bärbel Dr. med. Grashoff
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