Autobiografie meines Körpers
Besondere Ausstattung: ausgestanzter Schutzumschlag mit bedrucktem Einband
von Lize Spit
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Erscheinungstermin 08.10.2025 | Archivierungsdatum 07.12.2025
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Zum Inhalt
»Mama, sage ich, wir müssen anfangen, miteinander zu reden.«
Von außen sieht es aus wie eine ganz gewöhnliche Kindheit in einem kleinen belgischen Dorf in den Neunzigerjahren. Doch Lizes Mutter ist alkoholkrank und ihr Vater unberechenbar, Lizes Aufwachsen geprägt von Ängsten und emotionalem Missbrauch. Über ihre Probleme kann sie mit niemandem sprechen. Was ungesagt bleibt, schreibt sich in ihren Körper ein. Als ihre Mutter unheilbar an Krebs erkrankt, sucht die Tochter endlich das Gespräch.Warum ist es so schwer, mit der eigenen Familie offen zu sprechen? Lize Spit erzählt in »Autobiografie meines Körpers« vom Aufwachsen in einem unsicheren Zuhause, vom Verhältnis zum eigenen Körper und von dem mutigen Versuch, eine toxische Familiendynamik aufzubrechen.
Besonderes Buch mit besonderer Ausstattung: Entlang der Buchstaben des Titels auf dem Schutzumschlag sind winzige Pünktchen ausgestanzt. Sie geben den Blick auf ein Bild aus Lize Spits Kindheit preis, das auf den Bucheinband gedruckt ist. Die metaphorische Bedeutung der kleinen Ausstanzungen erschließt sich beim Lesen des Buches.
»Mama, sage ich, wir müssen anfangen, miteinander zu reden.«
Von außen sieht es aus wie eine ganz gewöhnliche Kindheit in einem kleinen belgischen Dorf in den Neunzigerjahren. Doch Lizes Mutter ist...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783103975611 |
| PREIS | 26,00 € (EUR) |
| SEITEN | 400 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Die Krebserkrankung ihrer Mutter lässt eine junge Frau über das Aufwachsen in ihrer Familie reflektieren, das von Alkoholmissbrauch und emotionaler Vernachlässigung geprägt war. Diese Erfahrungen haben sich auch in ihrem Körper niedergeschlagen, der dem Buch den Titel gibt. Die Autorin schreibt sehr sachlich und distanziert, zugleich auch sehr emotional über diese Geschichte, die ihre eigene ist. Sehr berührend und sehr empfehlenswert.
Ich bin mir nicht sicher, ob und in wie fern man eine Biographie bewerten und besprechen sollte. Wer bin ich, als das ich darüber urteilen könnte? Ich werde dieses Rezension also ganz allgemein halten und ausschließlich über meine Gefühle beim Lesen sprechen.
Es ist bereits mein drittes Lize Spit Buch. Das erste (ich bin nicht da), welches sie als zweites veröffentlich hat, hat mich so gepackt. Das zweite (und es schmilzt), welches ihr Debüt war, habe ich abgebrochen. Mit meinem Wissen jetzt - und nach der wundervollen Lesung in Berlin, werde ich es noch mal lesen. Dieses Buch, welches jetzt ganz frisch erschienen ist, handelt von ihr ganz persönlich. Lize verarbeitet nicht nur den Tod der Mutter in ihrem Buch, sondern auch ihre Kindheit. Ich weiß, das ihre Geschwister es vorher lesen durften - was mich sehr berührte. Alles in diesem Buch hat mich emotional berührt, und sehr nachdenklich werden lassen. Es ist eine Mischung aus traumatischen Erlebnissen und neuen Mut. Eine Mischung aus der kleinen Lize und der erwachsenen Autorin. Da alle Bücher autobiographisch waren, und sie ihre eigenen Geschichte in diesen Bücher niederschrieb und verarbeitete, bin ich sehr gespannt, wohin es sie nun treiben wird. Ob und wann ein neues Buch erscheinen wird. Ich bin sehr dankbar, dieses Buch gelesen zu haben.
Lize Spits Mutter Agnes stirbt an Speiseröhrenkrebs als Folge von Alkoholmissbrauch. In Rückblenden und Tagebucheinträgen der jugendlichen Lize entsteht das verstörende Bild eines Geflechts aus Sucht, Depression, Vernachlässigung der Kinder - und der für das Familienleben charakteristischen Sprachlosigkeit. Die beiden älteren Schwestern sind lange überzeugt, die Eltern würden sich das Leben nehmen, und zucken praktisch bei jedem Ton einer Krankwagensirene zusammen.
Lize Spit ist nach den Zwillingen Siska und Jules das dritte Kind und hat noch eine jüngere Schwester, Tiny. Zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose ist Vater Fred arbeitslos, die Mutter lebt nach erfolglosen stationären Entgiftungsversuchen mit einem neuen Lebenspartner und die 17-jährigen Geschwister haben das Dorf bereits zum Studium verlassen. Im Alter von 12 Jahren wird bei der Autorin Diabetes Typ 1 diagnostiziert, für den eine erbliche Disposition aus der mütterlichen Linie bestand. Obwohl „Liesje“ fachärztlich behandelt wird, entsteht das erschütternde Bild einer Jugendlichen, die mit ihrer Autoimmunerkrankung allein gelassen wird und zu wenig über die konkreten Auswirkungen der Erkrankung weiß. Der Wunsch der Zwillingsgeschwister nach einem eigenen Leben, die Trennung der Eltern und die Erkrankung der zwölfjährigen Lize überschneiden sich praktisch. Dass die mittlere Tochter sich fühlt, als sei ihrer Familie der Akku entfernt worden und als hätte sie die Lasten allein zu tragen, verwundert nicht. Lize wird als Erwachsene durch Depressionen und weitere Erkrankungen ein negatives Bild ihre Körpers erhalten; nicht gegen ihre Eltern wollte sie in der Pubertät rebellieren, sondern gegen diesen kranken Körper.
Vater Fred hat sich für die Rolle des gekränkten Kindes entschieden, das unversorgt zurückgelassen wurde. Spits zentrales Thema ist offenbar die Sprachlosigkeit, die über allen Problemen schwebt: man spricht nicht über Lizes Krankheit, bittet nicht um therapeutische Hilfe – und Agnes wird bis unmittelbar vor ihrem Tod Probleme haben, ihre Schmerzen und ihre Wünsche zu artikulieren. Erst als Lize bereits studiert, erfährt sie, dass für ihre eigene Therapie nur ein symbolischer Preis zu zahlen ist.
Explizit und schonungslos berichtet Lize Spit Details, die ich als Leserin lieber nicht erfahren hätte, die jedoch die erbliche Disposition zu Depressionen und Sucht herausstellen. So entsteht der Eindruck einer pflichtbewussten Berichterstatterin, die alles erklären will und große Empathie aufbringt für ihr kindliches, verletztes Selbst.
Fazit
Wer sich dem Sterben an einer Krebserkrankung gegenüber gefestigt fühlt, wird hier Lize Spits Themen Sucht und Vernachlässigung wiedertreffen, sollte jedoch mit einem in Belgien abweichenden Umgang mit dem Tod rechnen.