zum Hauptinhalt springen
Buchcover für Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt

Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt

Roman

Dieser Titel war ehemals bei NetGalley verfügbar und ist jetzt archiviert.

Bestellen oder kaufen Sie dieses Buch in der Verkaufsstelle Ihrer Wahl. Buchhandlung finden.

NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.


1

Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.

2

Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.

Erscheinungstermin 16.09.2025 | Archivierungsdatum 07.12.2025


Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #DieHändederFraueninmeinerFamiliewarennichtzumSchreibenbestimmt #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Ein poetisches Debüt über die Unterdrückung von Frauenrechten. »Ein außergewöhnlicher Roman, der Körperlichkeit und Nicht-Zugehörigkeit in Sprache übersetzt.« Olga Grjasnowa »Ein unverheiratetes, unschuldiges Mädchen lässt sich leicht von einer verheirateten Frau unterscheiden: Der erste und wichtigste Unterschied sind die Augenbrauen.« Die aserbaidschanische Community, die in Russland in der Diaspora lebt, ist streng konservativ. Schon als Kind kann sich die Erzählerin schwer in die patriarchale muslimische Gesellschaft einfügen. Eine Krankheit drängt und befreit sie zugleich aus ihrer Rolle der schönen, heiratsfähigen Tochter … Jegana Dschabbarowa zeigt uns in ihrem ersten Roman eine verborgene Welt. Sie erzählt ihre eigene und die Geschichte der Frauen ihrer Familie ganz direkt und entlang ihres Körpers und verblüfft mit Eleganz und der poetischen Kraft ihres Erzählens.

Ein poetisches Debüt über die Unterdrückung von Frauenrechten. »Ein außergewöhnlicher Roman, der Körperlichkeit und Nicht-Zugehörigkeit in Sprache übersetzt.« Olga Grjasnowa »Ein unverheiratetes...


Eine Anmerkung des Verlags

Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (16.09.2025).

Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (16.09.2025).


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783552075917
PREIS 23,00 € (EUR)
SEITEN 144

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley-Reader (EPUB)
NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (EPUB)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Ein beeindruckendes Buch, das mich sprachlich wie inhaltlich absolut überzeugt hat. Der Stil ist fast schon poetisch – ruhig, feinfühlig und dabei unglaublich kraftvoll. Es steckt viel Tiefe zwischen den Zeilen, und man merkt, wie durchdacht jedes Wort gewählt wurde.

Was das Buch besonders macht, sind die wichtigen gesellschaftlichen und persönlichen Themen, die auf sehr eindringliche, aber nie belehrende Weise vermittelt werden. Die Geschichte hat mich berührt und gleichzeitig zum Nachdenken gebracht – über Herkunft, Erwartungen, Rollenbilder und den eigenen Platz in der Welt.

Trotz der Schwere mancher Themen wirkt der Text nie zu bedrückend, sondern vielmehr reflektierend und klug. Ein sehr starkes Debüt (oder generell starkes Buch), das ich wirklich jeder*m empfehlen würde, der sich für literarisch anspruchsvolle, gesellschaftlich relevante Romane interessiert.

Sehr lesenswert – ein Buch, das bleibt.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Das Buch Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt hat mich mit seiner Intensität und Klarheit zutiefst beeindruckt. Es erzählt von den Kämpfen, Sehnsüchten und Stimmen von Frauen, die oft zum Schweigen gebracht wurden und davon, wie Sprache und Schreiben zu einem Akt der Befreiung werden können. Dschabbarowa schafft es, eindringlich zu zeigen, wie Tradition, patriarchale Strukturen und Erwartungen über Generationen hinweg wirken und doch Raum für Widerstand und Selbstbestimmung bleibt.

Besonders berührt hat mich, wie persönlich und kraftvoll die Erzählungen wirken. Jede Passage trägt eine Mischung aus Schmerz und Stärke in sich, und ich konnte spüren, wie sehr die Autorin den Stimmen ihrer Familie Gewicht verleiht. Die Verbindung von Intimität und universellen Fragen nach Freiheit, Erinnerung und Identität macht das Werk so eindrucksvoll.

Mein Fazit: Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt ist ein kraftvolles, poetisches Buch, das lange nachhallt und deutlich macht, wie wichtig es ist, das Schweigen zu durchbrechen. Bewegend, aufrüttelnd und tief berührend.

★★★★★ (5 von 5 Sternen)

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Das wichtigste Ereignis eines aserbaidschanischen Mädchens ist die Hochzeit. Danach darf sich, nun die verheiratete Frau, erst die Augenbrauen zupfen. Das wird nur dann zu einem Problem, wenn man dunkle, buschige Augenbrauen hat oder über das Glück einer Monobraue verfügt. Doch das mit dem Heiraten wird unsere Protagonistin höchstwahrscheinlich nicht haben. Sie leidet unter einer seltenen Muskelkrankheit, bei der Körperteile langanhaltend versteifen. Wir begleiten die Hauptprotagonistin wie auf einer Route ihrer Krankheit durch viele Haltestellen auf ihren Körper. Zusätzlich erfahren wir, wie über diese Körperstellen noch immer von Männern dominiert werden.
„Für eine Frau gehört es sich nicht zu sprechen, für eine Frau gehört es sich nicht zu widersprechen, eine Frau darf nie vergessen, dass sie Objekt, nicht Subjekt eines Satzes ist, doch das Wichtigste, das uns seine Fäuste lehrten, war zu schweigen, unsere Hoffnungen und Träume für uns zu behalten, unsere schrecklichen Geheimnisse niemals jemandem anzuvertrauen.“ S.30
„Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“ ist eine tieftraurige und sehr wichtige Geschichte über gesellschaftlich Diskriminierung der Frauen durch das patriarchale System und seine Folgen.
Mich hat das Buch aus eine Leseflaute rauskatapultiert, mit seinen knapp 140 völlig eingenommen und emotional zerstört.
Wenn du „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ von Olga Grjasnowa und „Ein schönes Ausländerkind“ von Toxische Pommes gern gelesen hast, dann ist das dein Buch!

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Jegana Dschabbarowa legt mit „Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“ ein literarisch starkes und ungewöhnliches Debüt vor. Es ist kein klassischer Roman mit Handlung und Spannungsbogen, sondern ein eindringliches literarisches Körperportrait. Jedes Kapitel widmet sich einem Körperteil – Schultern, Hände, Zunge, Rücken, Beine, Hals, Bauch – und verknüpft es mit kulturellen Erwartungen, familiären und eigenen Erinnerungen sowie den Einschränkungen durch Krankheit. So entsteht ein Mosaik aus persönlicher und kollektiver Geschichte.

Im Zentrum steht die Erfahrung der aserbaidschanischen Diaspora: Die Erzählerin lebt in Russland, doch die strengen patriarchalen Traditionen ihrer Herkunftsfamilie bestimmen weiterhin ihren Alltag. Dadurch wächst sie in zwei Welten auf – in keiner ganz zuhause, in beiden fremd. Diese kulturelle Zerrissenheit prägt den Blick auf den eigenen Körper.

Immer wieder wird deutlich, wie der weibliche Körper zum Austragungsort patriarchaler Erwartungen wird: Augenbrauen als Symbol der Unschuld, Haare als Zeichen von Vergangenheit und Familientradition, der Rücken als Last der Generationen. Tabuthemen wie Menstruation, Jungfräulichkeit, Gewalt in der Ehe oder die Sprachlosigkeit der Frauen werden offen und oft erschütternd angesprochen. Dschabbarowa zeigt, wie Frauen selbst das Patriarchat stützen, indem sie andere kontrollieren und ausschließen, wenn diese nicht in die Norm passen.

Besonders bemerkenswert ist, wie Krankheit hier zu einer paradoxen Form der Befreiung wird. Weil der Körper nicht den Erwartungen entspricht, entzieht er die Erzählerin dem Zwang zur Heirat – und zwingt sie zugleich, intensiver auf sich selbst zu hören. Krankheit eröffnet einen Raum der Selbstbestimmung: Sie erlaubt ihr, zu schreiben, die eigene Stimme zu finden und den Zugriff patriarchaler Strukturen teilweise zu umgehen.

Die Sprache ist poetisch, verdichtet und essayistisch; Spannung entsteht nicht durch Handlung, sondern durch Bilder, Symbolik und Reflexionen. Wer sich darauf einlässt, findet ein literarisches Werk, das persönliche Erfahrung, kollektive Erinnerung und kulturelle Reflexion meisterhaft miteinander verschränkt.

Nicht geeignet ist das Buch für Leser:innen, die einen klassischen Roman mit Handlung, Figurenentwicklung und Spannungsbogen suchen.. Auch die intensiven Schilderungen von Krankheit und körperlichen Einschränkungen können fordernd sein.

Fazit: Ein literarisch außergewöhnliches Debüt, das eindringlich zeigt, wie der weibliche Körper zum Schlachtfeld gesellschaftlicher Erwartungen wird – und den Blick öffnet auf weibliche Erfahrung zwischen den Welten: zwischen Aserbaidschan und Russland, zwischen Tradition und Selbstbehauptung, zwischen Schweigen und Stimme.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Jegana Dschabbarowas Icherzählerin, die so heißt wie die Autorin, wächst in einer aserbeidschanischen Minderheit in der russischen Diaspora auf. Die Familie sieht türkische Serien und ist daher dreisprachig. Die Kinder nehmen jedoch bei Familienbesuchen wahr, dass ihnen ihre Muttersprache allmählich entgleitet. Die junge Erzählerin listet anhand von Körperteilen auf, wie weit die Unterdrückung von Frauen und Mädchen in ihr Privatleben greift und zeigt, dass Voraussetzung für diese Unterdrückung ein dichtes Netz aus religiös gerechtfertigter sozialer Kontrolle, Tratsch und Abwertung ist, das größtenteils von Frauen ausgeht. Angefangen mit dem Zustand der Augenbrauen, die den Verheiratungsstatus einer Frau signalisieren, über die Augen, die die Kontrolle ausüben, bis zu den Händen, die keine Minute ruhig zu liegen haben und dazu dienen, Kinderpflege und Hausarbeit als Garanten für weibliches Glück zu überhöhen. In dieser Gesellschaft sind Schönheit und Sittsamkeit von Töchtern ein Vermögensposten auf dem Heiratsmarkt, untrennbar verbunden mit Gewalt und Versklavung. Töchter haben sich jederzeit sittsam zu verhalten, um den Vatersnamen (den sie in der Ehe behalten) reinzuhalten.

Als bei der jungen Jegana eine degenerative neurologische Krankheit (die dem Parkinson-Syndrom ähnelt) diagnostiziert wird, zeigt sich, dass durch Muskelkrämpfe der gesamte Körper betroffen ist – all die Körperteile, die bisher unter der Kontrolle der patriarchalischen Gesellschaft standen, die so ihr kulturelles Überleben in der Fremde sichern will. Jegana erhält nach einer Odyssee zu verschiedenen Ärzten einen Stimulator/Hirnschrittmacher, der die Beschwerden lindert, sie jedoch von Ladegerät und Stromversorgung abhängig macht. Schon vor Ausbruch ihrer Krankheit konnte sie „den Blick nicht senken und den Mund nicht halten“; vorauszusehen war, dass sie gegen die strenge Kontrolle rebellieren würde. Nur wiederwillig realisiert der Clan aus Mutter, Großmutter, Tanten und Cousinen, dass die Krankheit die junge Frau von der vorgezeichneten Rolle befreit. Sie ist frei, zu schreiben, zu sprechen, zu widersprechen und sie hat bei einem Schwimmbadbesuch begriffen, dass böser Tratsch anderer Menschen weibliche Körper nicht für sündig erklären kann. Im letzten Absatz schlägt Jegana Dschabbarowa einen Bogen zum Zusammenhang zwischen männlicher Gewalt (die in der Familie der Icherzählerin seit drei Generationen weitergegeben wird) und Unterdrückung der Frauen. Offenbar hat die aserbeidschanische Parallelgesellschaft sich in Jeganas Fall das eigene Grab gegraben …

Fazit
Ein wichtiger feministischer Text, der auf mich sehr poetisch wirkt, und den ich durch Verknüpfung von Kontrolle über weibliche Körper, Krankheit und Gewalt sehr fordernd fand.

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Ein wirklich tolles Buch, über das ich auch nach dem Lesen noch immer wieder nachdenken muss. Die Sprache ist wunderschön, stellenweise fast poetisch, und es war eine interessante Erfahrung, in eine Kultur einzutauchen, mit der ich bisher noch nicht wirklich viele Berührungspunkte hatte. Auch Geschichte und Charaktere haben mich sehr berührt und ich habe es insgesamt einfach unglaublich gerne gelesen. Ganz große Empfehlung!

5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: