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Buchcover für Die 70er

Die 70er

Roman

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Erscheinungstermin 27.08.2025 | Archivierungsdatum 02.01.2026


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Zum Inhalt

»Literatur sorgt dafür, dass eine Gesellschaft bei Verstand bleibt« – der feministische Klassiker der Philippinen

Amanda Bartolome lebt in einer Subdivision in Manila, einer Mittelklassesiedlung, die eingezäunt ist. Der Rest der Stadt und der Welt bleibt ausgesperrt. Aber dann bringen fünf Söhne und ein Ehemann verwilderte Katzen, Neuigkeiten, Schwiegertöchter und verletzte Untergrundkämpfer ins Haus. Bald folgt die Polizei. Amanda denkt über all das nach und stellt Verbindungen her: zwischen Sex im Ehebett, dem Vietnamkrieg und der Abwertung des philippinischen Pesos. Sie verortet sich im »mittleren Mittelstand« und steckt in tausend Widersprüchen. Davon lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie ringt darum, eine Gesellschaft unter Kriegsrecht, ihre Söhne und Schwiegertöchter zu verstehen: vom Soldaten in der US-Navy bis zur Guerillera, vom Schulverweigerer und dem angehenden Journalisten bis zur jungen Mutter, die ihren Traum vom eigenen Beruf nicht aufgibt.

Lualhati Bautista hat mit ihren Romanen ein Nachdenken über die Rolle der Frau und die politische Lage im Land angeregt. Klar und kraftvoll geschrieben, in der Umgangssprache der Stadt Manila (Tagalog), wurden ihre Werke in preiswerten Ausgaben veröffentlicht und waren für alle zugänglich. Bautista hat viel riskiert und ist bis heute ein Vorbild – auch für die jüngeren Autorinnen auf den Philippinen, wie Beverly »Bebang« Siy in ihrem Nachwort schreibt.

Aus dem Tagalog von Annette Hug.
»Literatur sorgt dafür, dass eine Gesellschaft bei Verstand bleibt« – der feministische Klassiker der Philippinen

Amanda Bartolome lebt in einer Subdivision in...

Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783949545771
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 200

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Eine Dekade

Die 70er ist ein Roman über das gesellschaftliche und politische Leben der Philippinen in den siebziger Jahren.
Eine Frau ist Erzählerin. Sie ist Mutter von 5 Söhnen und muss hilflos die Gefahr dieser unruhigen Zeit mit ansehen, den es herrscht Kriegsrecht und studentische Unruhen sowie revolutionäre Bewegungen werden unterdrückt.
Und ihr Sohn Jules kämpft im Untergrund.
Its a mans world, auch daran leidet sie. Das Buch hat auch eine feministische Note.
Aber in erster Linie ist die Stimme der Protagonistin nachvollziehbar und vermittelt ein Gefühl für die Stimmung und Zustand des Landes in dieser Zeit.
Der Roman ist 1983 erstmals erschienen. Man kann von einem modernen philippinischen Klassiker sprechen. Dass das Buch Bedeutung hat geht auch aus den Nachwörtern der Autorin Beverly Bebang Siy und der Übersetzerin Annette Hug hervor.
Was für ein Glück, das man diese Autorin jetzt auch in Deutsch entdecken kann.

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Amanda Bartolome ist im Manila der 70er des vorigen Jahrhunderts in der klassischen Hausfrauenrolle für Haushalt und ihre fünf Söhne zuständig; ihr Mann Julian senior kümmert sich um seinen Beruf, Lebensunterhalt und politische Diskussionen. Wie politisch das Private ist und wie diese Rollenverteilung u. a. während der Zeit des Kriegsrechts (1972-82) Amandas Urteilsvermögen über die Ereignisse einschränkte, beschreibt sie in Tagebuchform in der Ichform (in der Originalausgabe von 1984) und im populären Taglish/Tagalog-Englisch. Während ihre Söhne heranwachsen und auf Wunsch des Vaters studieren sollen, wird Amanda wiederholt von Julian Bartolome auf ihren Platz verwiesen. Sie hat zu gehorchen, nicht zu fragen, ihren Ton zu mäßigen und die Männerherrschaft zu respektieren, schließlich würden Jungen zum Herrschen geboren. Mit seiner Frau über Tagesereignisse zu sprechen, findet der ältere Julian nutzlos, weil sie von vielen Themen keine Ahnung hätte. Im Vergleich dazu wirkt Amanda ausgesprochen empathisch, wenn sie beim Schreiben ihrer Erinnerungen reflektiert, ob sie z. B. ihrer Mutter gerecht würde, indem sie genug über sie schreibt.

Als 1972 das Kriegsrecht verkündet wird, konfrontiert das die Eltern Bartolome damit, dass sie studierende Söhne haben, um deren Sicherheit sie sich fortan sorgen müssen. Die Bevölkerung ist mit Zensur, Säuberungsmaßnahmen, Ausgangssperre, Beschlagnahmung von Unternehmen und Versammlungsverbot konfrontiert. Sohn Gani will sich bei der US-Navy bewerben, u. a. wegen der attraktiven Bezahlung. Als der im Widerstand aktive Julian junior vom Tod eines Kumpels berichtet, wird den Eltern bewusst, dass die politische Betätigung nur eines Sohnes die gesamte Familie in Gefahr bringt. Während Sohn Em sich für alle überraschend an der Uni zum Regimekritiker entwickelt, müssen die Eltern ihre bisherige Vorstellung von Ehe, Familie und Kinderversorgung komplett revidieren.

Hoch interessant fand ich die Entstehungsgeschichte des Romans, der durch seine klare verständliche Sprache und seine unabhängig denkenden Frauenfiguren praktisch ein neues Genre schuf und auf dem philippinischen Buchmarkt eine Sonderrolle einnahm.

Fazit
Amanda Bartolomes Tagebuch lässt sich in der deutschen Ausgabe flüssig lesen. Das Nachwort hält neben Zeittafel und Personenverzeichnis interessante Details zur Übersetzung des Buchs aus dem Tagalog bereit, u. a. dass es erst 2021 ins Englische übersetzt wurde, 19 Jahre nach der Verfilmung.

Da Bücher von philippinischen Autor:innen auf dem deutschen Buchmarkt bisher selten waren, haben mich Amandas berührendes Schicksal und der umfangreiche Infoteil des Buches hier positiv überrascht.

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Ein Klassiker aus den Philippinen und zugleich ein rasanter Familienroman, der den Alltag in einer Großfamilie so deutlich schildert und sprachlich zuspitzt, das ich zwischenzeitlich sehr lachen musste. Wir erfahren zugleich viel über das Land in den 70er Jahren, die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Guerilla und der Riss, der durch die Gesellschaft und die Familien wie diese ging. Eine sehr lohnenswerte, unterhaltsame Lektüre. Sehr empfehlenswert.

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Schon das Vorwort der Übersetzerin hat mich begeistert. Besonders ihre Erklärung von Tagalog – und wie die Sprache sich mit englischen Einflüssen vermischt – fand ich faszinierend. Sie zeigt sehr anschaulich, wie diese sprachliche Realität funktioniert und warum sie gerade in diesem Roman eine so zentrale Rolle spielt. Für mich war es außerdem ein großer Pluspunkt, dass viele Anglizismen bewusst im Text belassen wurden. Dadurch entsteht ein noch authentischeres Gefühl für den kulturellen Einfluss der USA auf die Philippinen während dieser Zeit.

Da ich mich zuvor kaum mit der Geschichte der Philippinen auskannte, war der Roman für mich umso spannender. Er eröffnet einen eindrucksvollen und oft erschütternden Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Umstände der 1970er Jahre und zeigt, wie sehr sie das alltägliche Leben prägten.

Besonders berührt hat mich Amanda, deren langsame, aber stetige Emanzipation das emotionale Zentrum der Geschichte bildet. Sie lebt – oder überlebt – in einer klaren Männerwelt, und doch findet sie gerade durch ihre Kinder einen Weg, ihre Augen zu öffnen. Trotz aller Herausforderungen bleibt sie empathisch und verständnisvoll, sei es gegenüber ihrer Familie oder Figuren wie Evelyn. Diese leise, beharrliche Entwicklung hat mich tief beeindruckt.

Die 70er ist für mich ein starkes, eindringliches und wichtiges Buch. Es verbindet politische Realität mit persönlichem Erwachen und erzählt eine Geschichte, die auch heute noch nachhallt. Ein wirklich tolles Werk.

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