
Die Nacht der Bärin
von Kira Mohn
Gesprochen von Anne Sofie Schietzold
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Erscheinungstermin 15.07.2025 | Archivierungsdatum 06.08.2025
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Zum Inhalt
Die 26-jährige Jule flüchtet nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund aus der gemeinsamen Wohnung. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. Bei ihren Eltern will sie in Ruhe entscheiden, wie es weitergehen soll. Dann trifft die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter ein, und damit tun sich Abgründe auf. Warum hat Jules Mutter nie von ihr oder der eigenen Kindheit erzählt? Als sie gemeinsam den Nachlass der Großmutter in dem Haus am Waldrand ordnen, findet Jule Spuren lang zurückliegender Ereignisse, die bis in die Gegenwart hinein ihre zerstörerische Macht entfalten.
Die 26-jährige Jule flüchtet nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund aus der gemeinsamen Wohnung. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. Bei ihren Eltern will sie in Ruhe entscheiden...
Verfügbare Ausgaben
AUSGABE | Hörbuch, Ungekürzt |
ISBN | 9788727267111 |
PREIS | |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ich glaube, dieses Buch lässt einen so schnell nicht mehr los. Ein packender Roman mit spannenden Twists und einem genialen Schreibstyle. Auch die Vertonung ist mega gelungen. Klare Empfehlung

Dies ist ein Roman, der sich um häusliche Gewalt dreht, um einen Mann, der durch körperliche Gewalt Frau und Töchter tyrannisiert.
Erzählt wird die Geschichte dieser Familie aus der Sicht der jüngeren Tochter, Maja. Die Erzählweise der Autorin passt sich einfühlsam der kindlichen Gefühlswelt an.
Es gibt aber auch einen Handlungsstrang der Gegenwart, der von der Tochter von Majas großer Schwester, erzählt wird. Sie flüchtet zu ihren Eltern, nachdem sie ihren Freund auch zum ersten Mal gewalttätig erlebt hat und er sie nun mit Entschuldigungen, Erklärungen und Versprechungen zurückgewinnen möchte.
Das Buch zeigt zwei Seiten dieser toxischen Konstellationen. Maja zeigt deutlich, wie verloren und hilflos sich eine Kinderseele in so einer unberechenbaren Familiensituation fühlen muss.
Jule als erwachsene Frau zeigt anschaulich, wie sehr man sich danach sehnen kann, einem geliebten Menschen zu glauben und ihm zu verzeihen. Wie so eine Entscheidung einen zerreißen kann und wie man damit fertig wird.
Das Thema des Buches geht unter die Haut. Die Sprecherin versteht es, mit dem Text einfühlsam umzugehen.

Ich hatte „Die Nacht der Bärin” als Hörbuch bekommen. Es ist eine fesselnde Geschichte über Jule, die nach einem Streit mit ihrem Freund bei ihren Eltern Unterschlupf sucht. Kurz darauf stirbt ihre Großmutter und bei der Ordnung ihres Nachlasses deckt Jule düstere Geheimnisse aus der Vergangenheit ihrer Mutter und deren bis dato unbekannter Schwester auf. Diese sind geprägt von Gewalt, Traumata und dem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben.
Kira Mohn hat die Geschichte wunderschön geschrieben, die doppelte Erzählweise perfekt umgesetzt und Anne Sofie Schietzold hat sie klasse vorgelesen.

Vielen Dank an @sagaegmontdeutschland und @netgalleyde für die zur Verfügungsstellung des Hörbuchs
Inhalt
Die sechsundzwanzigjährige Jule flüchtet sich nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund zu ihren Eltern. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. In dem Haus am Dorfrand will sie jetzt bleiben und in Ruhe entscheiden, wie es weitergehen soll. Doch dann ereilt die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter die Familie, und Jule stutzt. Warum hat ihre Mutter nie von der Großmutter oder der eigenen Kindheit erzählt? Als sie gemeinsam das Haus der Großmutter aufräumen, findet Jule Hinweise auf lang zurückliegende Ereignisse, die bis in die Gegenwart hinein ihre zerstörerische Macht entfalten.
Meinung
Das Buch ist in zwei Zeitabschnitte gegliedert.
In der Gegenwart lernen wir jule kennen die, nach einem Streit zu ihren Eltern flieht.
In der Vergangenheit, erleben wir zwei Mädchen Anna und Marie.
Es wird abwechselnd erzählt, die Geschichte verbindet sich an einem bestimmten Zeitpunkt.
Das Buch ist teilweise sehr erschütternt, es handelt von Häusliche Gewalt, Erniedrigung, Demütigung gegenüber Partnern und Kindern.
Brutal erzählt die Autorin, der schreibstil ist hierbei Leicht. Die Sprache bildhaft.
Die vertonung fand ich sehr gelungen.
Betroffene rate ich dieses Buch ab, wegen potentiell Triggernde inhalte.
Große Lese Empfehlung

Die Nacht der Bärin hat mich von der ersten Minute an nicht mehr losgelassen. Kira Mohns Worte und die Sprecherin erzeugen eine Spannung, die sich langsam ausbreitet und mich umklammert. Ich weiß noch nicht, wann ich sie wieder ablegen kann. Die Kapitel aus Majas Sicht hatten etwas kindlich poetisches. Ich bin mit dem Geist, der Fantasie einer zwölfjährigen umhergewandert. Die Kapitel aus Jules Sicht waren nüchterner, aber voller Beharrlichkeit. Und für mich so nachvollziehbar.
In dieser Geschichte geht es um das schwere Thema der häuslichen Gewalt. Es wird wirklich heftig und jeder, der dieses Buch in die Hand nimmt sollte wissen, worauf er sich einlässt. Aber es wird nie grafisch. Die Autorin findet Worte, Sätze für schlimme Dinge ohne genau auszusprechen, was gerade vorsichgeht. Es fühlte sich immer genau richtig an. Das Ende fühlte sich genau richtig an.
Lest dieses Buch. Jeder. Jeden Geschlechts. Es ist nicht einfach. Nie. Aber es ist möglich.
Die Autorin beendet ihr Nachwort mit folgenden Worten: Du verdienst es, geliebt zu werden.

Kira Mohn schafft es, ein schwieriges Thema, in einem wunderbaren Stil zu transportieren. Es ist emotional, tiefgründig und teilweise schwer zu ertragen. Das Thema Gewalt in der Familie sowie dessen Auswirkungen sind eines, das so eine weitere, wichtige Stimme bekommt. Anne Sofie Schietzolds Stimme trägt diese Geschichte, sanft, zurückhaltend und doch sehr eindrücklich

Eine aufwühlende Geschichte über häusliche Gewalt
Der Roman "Die Nacht der Bärin" von Kira Mohn handelt über häusliche Gewalt. Man sollte sich jedoch nicht davon abschrecken lassen. Denn die Geschichte wird sehr feinfühlig und emotional erzählt. Ich hatte am Ende des Hörbuches eine Gänsehaut!
Die Protagonistin Jule fährt zu ihren Eltern, da sie sich mit ihrem Freund gestritten hat. Sie will noch nicht wahrhaben, was passiert ist. Doch dann erfährt sie dort von dem Tod ihrer Großmutter. Zusammen mit ihrer Mutter fährt sie zum alten Haus, wo sich Schlimmes in der Vergangenheit abgespielt hatte.
Der packende und tiefgründige Schreibstil hat mich sofort gefesselt. Man erfährt nach und nach, was bei dem schlimmen Streit mit Jule passiert ist. Ich konnte mich gut in sie hineinfühlen.
Dann gibt es eine weitere Erzählperspektive von zwei Mädchen, die zu Hause sehr viel Angst haben. Man weiß am Anfang erstmal nicht, wer diese Mädchen sind. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich schwer und die Geschichte von den beiden geht ans Herz.
Das Hörbuch wird von Anne Sofie Schietzold gelesen. Ihre Stimme passt perfekt zu dieser Geschichte. Sie liest an den richtigen Stellen emotional und einfühlsam und man kann die Perspektiven unterscheiden. Durch ihre Art des Lesens konnte mich das Buch noch mehr berühren, da es sehr lebhaft wirkte. Mir kamen öfters die Tränen.
Fazit: Als Hörbuch wird die Geschichte noch lebendiger. Der Roman hat mich sehr aufgewühlt und gefesselt. Zu der Thematik hat Kira Mohn noch ein berührendes Nachwort geschrieben. Eine große Empfehlung!

Wenn das Unheil seinen Lauf nimmt - erschütternd und tragisch...!
"Die Nacht der Bärin" von Kira Mohn ist als ungekürztes Hörbuch bei Saga Egmont erschienen und hat eine Laufzeit von 7 Stunden, 7 Minuten. Gesprochen wird "Die Nacht der Bärin" von Anne Sofie Schietzold.
Jule hat einen heftigen Streit mit ihrem Lebensgefährten Jasper, bei dem etwas Schlimmes passiert - danach braucht Jule erstmal Abstand und fährt zu ihren Eltern. Dort bekommt sie einen Anruf mit, der ihre Mutter über den Tod von Jules Großmutter berichtet. Jule ist erschüttert, wie sehr diese Nachricht ihre Mutter aus der Bahn wirft, denn es besteht doch seit Jahren keinerlei Kontakt und sie selbst hat ihre Großmutter nicht einmal kennengelernt. Die beiden Frauen reisen kurzerhand zusammen zum Haus ihrer Großmutter, um deren Unterlagen zu sichten, und zugleich wird es eine Reise in eine sehr aufwühlende Vergangenheit...
In einem zweiten Handlungsstrang erzählt Kira Mohn die Geschichte der Schwestern Anna und Maja, die in ihrem Elternhaus ständig häusliche Gewalt und teilweise auch sexuellen Missbrauch durch ihren Vater erleben müssen. Es ist erschütternd und beklemmend, was hinter verschlossenen Türen vor sich gehen kann, während nach außen hin immer alles korrekt und harmonisch zu sein scheint...
Kira Mohn erzählt in zwei Handlungssträngen und auf zwei Zeitebenen eine Geschichte über Missbrauch, häusliche Gewalt, verbale Erniedrigung und zahlreiche Demütigungen, aber auch über Zusammenhalt, Vertrauen, Freundschaft und Kraft.
Von Beginn an erzeugt die Autorin mit ihrer feinfühligen und eindrucksvollen Erzählweise eine beklemmende Atmosphäre voller Düsternis und schlimmen Momenten, aber dennoch voller Hoffnungsschimmer und (positiver) Emotionen.
Besonders beeindruckend war für es für mich, die Geschichte aus der Erzählperspektive der kleinen Schwester Maja zu erleben, die Vieles noch gar nicht versteht, aber trotzdem oder teilweise gerade deswegen löst das so Einiges in dem Mädchen aus. In ihr entsteht die ständige dringlicher werdende Sehnsucht, dem gewalttätigen Zuhause zu entfliehen, aber die gößere Schwester Anna, die sich seit einiger Zeit so komisch verändert hat, vertröstet Maja immer und immer wieder. Es tat mir regelrecht weh, wie viel Empathie und positive Gefühle trotz Allem hier im Spiel sind, wie sich Maja und Anna regelrecht aneinanderklammern und füreinander da sind, da doch selbst die Mutter nicht die Kraft hat, ihrem Mann Widerstand zu leisten, und selbst immer wieder verprügelt und vergewaltigt wird.
Definitiv gehört zu Beginn eine deutliche Triggerwarnung, da diese Lektüre zwar mit größter Feinfühligkeit und Sensibilität an die behandelten Themen herangeht, aber dennoch extreme Auswirkungen auf die Psyche hat - dies ist eine Lektüre, die auch bei mir noch lange nachhallen wird und vielleicht sogar das ein oder andere Erlebnis aus der Vergangenheit in Frage stellt...!
Anne Sofie Schietzold liest gaz großartig - so prägnant und zugleich feinfühlig und empathisch, dass mir wirklich oft ganz anders wurde...
#DieNachtderBärin #NetGalleyDE! #DankeNetGalleyDE! #Triggerwarnung #HäuslicheGewalt #Missbrauch

In diesem Roman packt Kira Mohn ein sehr schweres und dunkles Thema an: Gewalttätigkeit und Missbrauch innerhalb der eigenen Familie. Sie erzählt die Geschichte atmosphärisch sehr dicht und verwebt geschickt die Vergangenheit der Familie mit dem aktuellen Geschehen. Durch die Beschäftigung mit dieser scmerzvollen und belasteten Vergangenheit lernt die Protagonisten im hier und jetzt eine Entscheidung zu treffen, die sie aus einer schwierigen Beziehung heraiusführt. Dadurch bekommt alles eine positive Wendung. Die eigentliche Tat, auf die in den Rückblicken alles hinauszulaufen scheint, wird von der Autorin fast schon poetisch geschildert, wodurch man das Geschehen gut naccvollziehen kann..

WARNUNG: PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE GEWALT SIND THEMA!
Okay! Das war heftig! Ich habe den Atem angehalten. An vielen Stellen war ich schockiert und erschüttert. Ich wollte das Buch abbrechen, und konnte nicht - musste es einfach weiter hören! Dieses Cover lässt eine nette Geschichte vermuten, lasst euch gesagt sein, dem ist nicht so!
Inhalt
Wir lesen dieses Buch in zwei Zeitsträngen: Jule flieht nach einem Streit mit Freund zu ihren Eltern. Als dann noch die Nachricht vom Tod der Großmutter kommt, passiert das, was Jule sich wünschte: sie ist abgelenkt von der eigentlichen Thematik. Die Entscheidung ob die Beziehung weiterhin bestand hat, wird vorerst verdrängt. Mutter und Tochter fahren ins Haus der Großmutter, Jules Mutter erzählt von ihrer Kindheit.
Der zweite Strang des Buches ist aus der Sicht der jungen Großmutter, Anna, geschrieben. Wir erfahren von psychischer und körperlicher Gewalt in der Familie (vom Vater ausgehend) und wie die beiden Schwestern (Anna und Maja) dies ausgehalten haben und sich später aus den Augen verloren. An dieser Stelle würde ich gern stoppen - und sagen: man MUSS es einfach gelesen haben!
Eindruck und Fazit
Dieses Buch hat mir alles abverlangt. Dieses Buch ist ziemlich beeindruckend - emotional und tiefgründig. Es ist authentisch und ehrlich. Es ist schockierend und laut. An einigen Stellen leise und ängstlich. Mir fallen noch hunderte Begriffe ein: Fazit: Es ist der Knaller! Danke für dieses Buch! Es wird für immer eines meiner Highlights bleiben!

Nach einem Streit mit ihrem Freund flüchtet Jule zu ihren Eltern. Doch die ersehnte Ruhe findet sie dort nicht, denn die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter erschüttert die Familie. Aber wieso gab es zwischen Jule, ihrer Mutter und deren Mutter nie Kontakt? Worin begründet sich der Bruch zwischen ihnen, das Schweigen?
Zwei Mädchen leben in einem kleinen Haus am Waldesrand und verbringen jede freie Minute draußen, zwischen Bäumen und am See. Die mystische Idylle, die sie in der Natur erleben, steht im starken Kontrast zu ihrem Zuhause...
"Die Nacht der Bärin" ist eine intensive Geschichte, gleichermaßen hart im Inhalt wie feinfühlig erzählt. Die Beziehung vor allem der Mädchen zueinander ist nicht nur feinfühlig beschrieben, sie geht auch nahe. Verstärkt wird das beklemmende, aber nicht unbedingt unangenehme "Lese"-Gefühl von der hervorragenden Interpretation durch Sprecherin Anne Sofie Schietzold. Sie versteht es, dem schmerzlichen Thema und der poetische Sprache gleichermaßen gerecht zu werden.

Kira Mohns "Die Nacht der Bärin" ist ein tief bewegender Roman über familiäre Gewalt, generationsübergreifende Traumata und den schwierigen Weg zur Selbstermächtigung. Die Autorin greift ein sensibles Thema mit grosser Empathie und erzählerischer Kraft auf.
Im Mittelpunkt steht Jule, die nach einem gewalttätigen Vorfall mit ihrem Partner Zuflucht bei ihren Eltern sucht. Dort wird sie Zeugin eines seltsamen Moments: Ihre Mutter erhält die Nachricht vom Tod ihrer eigenen Mutter – und reagiert auffallend emotionslos. Jule beginnt nachzuforschen und stösst auf ein dunkles Familiengeheimnis, das weit in die Vergangenheit reicht.
In eindrucksvollen Rückblenden wird die Kindheit von Jules Mutter erzählt. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester erschuf sie sich eine Fantasiewelt, um der Gewalt des Vaters zu entkommen. Die Szenen häuslicher Gewalt sind erschütternd, besonders weil die Mutter der Mädchen tatenlos zusieht. Die Schwestern versuchen, sich gegenseitig Halt zu geben – ein stiller, aber kraftvoller Akt der Solidarität.
Besonders hervorheben möchte ich die Sprecherin Anne Sofie Schietzold, die mit ihrer ruhigen, eindringlichen Stimme eine dichte, atmosphärische Stimmung schafft. Sie verleiht den Figuren Tiefe und bringt die Emotionen der Geschichte auf sehr authentische Weise zum Ausdruck. Ihre Interpretation hat das Hörerlebnis für mich noch intensiver gemacht.
Das Nachwort hat mich besonders bewegt – es wirkte so persönlich und eindringlich, dass ich mich fragte, ob die Autorin selbst Erfahrungen mit dem Thema gemacht hat oder aus dem Umfeld berichtet. In jedem Fall gelingt es ihr, die Dynamik häuslicher Gewalt mit grosser Sensibilität und Tiefe darzustellen. Kira Mohn beschreibt darin, wie häusliche Gewalt oft schleichend beginnt – nach einer Phase der Verliebtheit, fast unmerklich. Sie macht deutlich, wie sehr sich Betroffene schämen und versuchen, das Erlebte zu verbergen – oft aus Angst oder dem Wunsch, ihre Kinder zu schützen.
Ein wichtiges, aufwühlendes Hörbuch, das noch lange nachwirkt – eindrucksvoll erzählt und hervorragend gelesen.

Jule lebt schon seit mehreren Jahren in einer Beziehung mit Jasper. Als ein Streit eskaliert und es zu körperlicher Gewalt kommt, flüchtet sie aus der gemeinsamen Wohnung und sucht Unterschlupf bei ihren Eltern. Jasper bombardiert sie mit Anrufen, in denen er sich entschuldigt und um eine neue Chance bittet, doch Jule hält ihn erst mal auf Abstand,sie braucht Bedenkzeit.
Als plötzlich die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter kommt, erkennt sie,dass sie über die Verwandtschaft mütterlicherseits, gar nichts weiß. Gemeinsam mit ihrer Mutter fährt Sie zum Haus der Großmutter und begibt sich auf Spurensuche.
Die Geschichte wird nun abwechselnd in zwei Zeitsträngen in Vergangenheit und Gegenwart erzählt und man erfährt die leidvolle Kindheitsgeschichte von Anna ( Jules Mutter) und ihrer jüngeren Schwester Maja.
Die Autorin hat auf eine sehr gefühlvolle, dennoch aber schonungslose Weise sich mit dem Thema „häusliche Gewalt “ auseinandergesetzt. Die intensive Erzählweise führte dazu,dass man sich sowohl in die Geschwister, als auch in die Gefühlswelt der Mutter hineindenken konnte.Sowohl die Erlebnisse selber ,als auch die seelischen Folgen ,werden feinfühlig dargestellt.Ein Buch ,was sehr nachdenklich macht und lange nachhallt.

Wenn Schweigen Wunden reißt
In „Die Nacht der Bärin“ entführt Kira Mohn die Hörer:innen auf eine stille, aber tief erschütternde Reise irgendwo zwischen Wald, Wirklichkeit und Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht Jule, 26 Jahre alt, die nach einem handfesten Streit mit ihrem Freund plötzlich erkennen muss: Das, was sie erlebt, war Gewalt. Sie zieht sich zurück, sucht Zuflucht bei ihren Eltern und wird dort mit dem Tod ihrer Großmutter konfrontiert, einer Frau, zu der nie eine echte Beziehung bestand. Doch als Jule gemeinsam mit ihrer Mutter das alte Haus der Großmutter aufräumt, kommen Dinge ans Licht, die das Bild der Familie für immer verändern.
Mohn erzählt ihre Geschichte auf zwei Zeitebenen: Während wir Jule in der Ich-Perspektive durch die Gegenwart begleiten, entfaltet sich parallel die Kindheitsgeschichte ihrer Mutter und Tante – erzählt in einer stillen, fast märchenhaft entrückten Rückblende. In dieser Vergangenheit steckt viel Dunkelheit: emotionale Kälte, häusliche Gewalt und die stille Not von Kindern, die sich in Fantasiegeschichten flüchten, weil die Realität keinen Schutz bietet. Das Schöne an dieser Konstruktion ist, dass beide Erzählstränge nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich gegenseitig kommentieren, spiegeln und vertiefen.
Als Hörbuch funktioniert dieser Wechsel besonders gut. Die einfühlsame Stimme von Anne Sofie Schietzold verleiht Jules Perspektive etwas Warmes, etwas Verletzliches – ohne jemals sentimental zu klingen. Der Text selbst bleibt klar und zurückhaltend, ohne große Dramen, aber mit einer leisen Wucht, die sich Kapitel für Kapitel verstärkt. Besonders eindrucksvoll sind die kurzen Einschübe: einzelne Sätze, Gedanken oder Erinnerungsfetzen die sich wie Splitter zwischen die Erzählung schieben und das emotionale Gewicht verdichten.
Trotz des schweren Themas gelingt es der Autorin, die Geschichte zugänglich zu halten. Sie schreibt nie plakativ oder dramatisierend, sondern mit viel Gespür für Zwischentöne. Die Art, wie sie von familiärem Schweigen, alten Verletzungen und dem Erkennen von Mustern erzählt, ist sensibel und respektvoll. Am Ende ist es eine Geschichte über Befreiung, über die Kraft des Hinschauens und die Hoffnung, dass Schmerz nicht für immer weitergegeben werden muss.

Die Nacht der Bärin von der Autorin Kira Mohn wird in der Hörbuchfassung einfühlsam gelesen von Anne Sofie Schietzold. Das ist dem Buch auch angemessen, da Kira Mohn schwere Themen von familiärer Gewalt bearbeitet. Ich bin nicht so sehr für Triggerwarnungen, aber dieses Buch ist nichts für Menschen mit eigenen unverarbeiteten Erfahrungen. Die angespannte Atmosphäre wird deutlich spürbar, wohl auch für Menschen, die keine einschlägigen Gewalterfahrungen mitbringen. Die Autorin schreibt abwechselnd aus der Perspektive eines kleinen Mädchens und einer jungen Frau und so baut sich langsam für den Leser die Geschichte über drei Generationen auf.
Zusammenfassend ein literarisch wirklich gelungenes Buch, das jedoch aufgrund der Schwere der Inhalte mit Vorsicht zu lesen/hören ist.

Zusammenfassung:
Nachdem Jule von ihrem Partner nach einem Streit getreten worden ist, fährt sie zu ihren Eltern, um Abstand zu gewinnen. Dort angekommen, erfährt sie, dass ihre Großmutter gestorben ist. Aufgrund des seltsamen Verhaltens ihrer Eltern beschäftigt sich Jule näher mit der Geschichte ihrer Mutter und Großmutter und entdeckt dabei ein aufwühlendes Familiengeheimnis.
Persönliche Meinung:
Wichtig: In diesem Buch geht es um Gewalt an Frauen und Kindern – darauf sollte jede*r vorbereitet sein.
Es gibt einerseits Jules Perspektive und andererseits einen Erzählstrang aus Majas Sicht. Das Thema des Buches ist häusliche Gewalt. Selbstverständlich handelt es sich hierbei um ein sehr beklemmendes Thema, und „schön“ wäre wohl kaum das richtige Adjektiv für ein solches Buch.
Dennoch schafft es Kira Mohn, mit ihren Worten eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, die im Hörbuch von Anne Sofie Schietzolds Erzählart und warmer Stimme behutsam untermalt wird.
Das Buch ist tiefgründig, spannend und, betrachtet man die Zahlen zu Fällen häuslicher Gewalt*, leider erschreckend realistisch.
Besonders beeindruckt hat mich das Nachwort. Gewalt beginnt verbal. Wenn ihr betroffen seid oder auch nur denkt oder fühlt, dass ihr betroffen sein könntet, lest bitte zuerst das Nachwort.
Dieses Buch tut weh und genau deshalb ist es wichtig.
Leseempfehlung - Hörempfehlung
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* 2023 wurden 256.276 Personen Opfer häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer liegt voraussichtlich bei etwa 320.000. Quelle: BMI/ZDF
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