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Buchcover für Lichtungen

Lichtungen

Roman

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Erscheinungstermin 13.01.2024 | Archivierungsdatum 10.02.2025


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Zum Inhalt

»Du hättest zurücksehen müssen, dachte er, allein um zu wissen, ob sie sich nach dir umgewandt hat.«

Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung der europäischen Grenzen weitet ihre Lebensentwürfe und verändert ihre Beziehung für immer. Voller Schönheit und Hingabe erzählt Iris Wolff in ihrem großen neuen Roman von zeitloser Freundschaft und davon, was es braucht, um sich von den Prägungen der eigenen Herkunft zu lösen. 

Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?« Kunstvoll und poetisch verwandelt Iris Wolff jenen Moment in Sprache, wenn ein Leben ans andere rührt, und zeichnet in ihrem großen europäischen Roman das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt.

»Du hättest zurücksehen müssen, dachte er, allein um zu wissen, ob sie sich nach dir umgewandt hat.«

Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608987706
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 256

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Bildstark erzählt

Iris Wolffs Roman Unschärfe der Welt hat mir schon sehr gut gefallen, da war es klar, das ich den neuen Roman „Lichtungen“ auch lesen wollte.
Der Roman spielt wider in Siebenbürgen.
Es geht um eine lange Freundschaft zwischen Lev und Kato.
Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und erzählt Levs Erinnerungen bis in seine Kindheit. Zu der Zeit lernt er Kata kennen. Sie wird Malerin.
Mt dribbelstarker Stimme führt uns die Autorin durch die Zeit.
Die Zeit im Banat ist nicht so einfach.
Die meisten Einwohner zieht es in den Westen. Da die Autorin aus der Gegend stammt, versteht sie es gut die Stimmung herüber zu bringen. Ihr Erzählstil ist einfach brillant. Sie kann mich mit ihrer Kunst wieder begeistern.
Der Roman ist ein Stück Zeitgeschichte, die erwähnenswert ist.

Ich kann den Roman wärmstens empfehlen und ich warte auf das nächste Buch von Iris Wolff.

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Interessante Erinnerungen verstreut wie Lichtungen.

Diese Erzählung ist eine Rückschau, beginnend bei Kapitel 9 mit der gemeinsamen Rückreise von Kato und Lev als Erwachsene auf einer Fähre. Die Gegenwart - aus der Sicht von Lev, einem mehr introvertiertem, schüchternem Charakter erzählt – beschreibt ihn zusammen mit Kato, der Pflastermalerin, der mutigen Lebens-Künstlerin, in Zürich, seit einigen Wochen unterwegs in Frankreich, Deutschland, Schweiz. In neun Kapitel werden rückwärts wandernd Erinnerungen wie Lichtungen bis in beider Kindertage in Rumänien beschrieben, damals noch hinter dem Eisernen Vorhang zu Zeiten Ceauşescus. Diese Rückblende bietet Einblicke in ihre gegensätzliche Entwicklung während ihrer stillen, tiefgehenden Freundschaft, auch Einblicke in Lev´s Suche nach Identität, Zugehörigkeit, seiner Herkunft zwischen Siebenbürgen-Sachsen, Rumänen und Österreichern als Vorfahren. Eingebaut sind historische Fakten wie das Unglück im Atomkraftwerk bei Kiew, Tschernobyl, familiäre Begebenheiten wie die gefährliche Flucht des Großvaters Ferry in den Westen, Lev´s Arbeit im Sägewerk nebst dortigen Diebstählen und der allgemein knappen Versorgungslage, seiner harten Militärzeit im Tunnel, seiner einwöchigen Kur zusammen mit Ferry. Der Schreibstil ist sehr poetisch, gefühlvoll, teils philosophisch. Die zwei Hauptcharaktere sind in ihrer Gegensätzlichkeit gut beschrieben ebenso das dörfliche und familiäre Alltagsleben mit typischen Traditionen.
Eine empfehlenswerte Lesereise in die Vergangenheit.

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Eine um wunderbaren Erzählton geschriebene Geschichte…. Allerdings habe ich immer Schwierigkeiten mit rückwärts erzählten Romanen.

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80er in Rumänien und was seitdem geschah

Iris Wolff ist eine Meisterin der Erzählung und auch das neuste Werk ‚Lichtungen‘ reiht sich in die guten Bücher ein. Es geht um eine Freundschaft, um das Heranwachsen in Rumänien zur Zeit des Eisernen Vorhangs sowie das Gehen und Bleiben in unruhigen Zeiten.
Wieder ein Roman der in Siebenbürgen spielt, wo die Autorin selbst groß geworden ist und somit ein sehr reales selbst erlebtes Bild des Ceaușescu-Regime der 80er Jahre wiedergeben kann.
Der Clou an ‚Lichtungen‘ ist die Erzählweise. Rückwärts in 9 Kapiteln, beginnend mit Kapitel 9. Wir lernen Lev und Kato in der Gegenwart kenne und arbeiten uns mit ihnen in ihre Vergangenheit bis in ihre Kindheit in Siebenbürgen.
Es passiert viel und die unterschiedlichen Lebenswege erschließen sich mit all ihrem Ballast nach und nach. Lev, Sohn einer deutschstämmigen Mutter, die sich in einen Witwer verliebt und so auch Levs Zukunft in Rumänien und seiner Mangelwirtschaft verankert. Er lernt als Kind während einer langen Krankheitsphase Kato kennen, die später so schnell es ging Rumänien den Rücken kehrte und in den Westen ging. Wer bleibt und wer geht? Was macht es mit beiden Seiten? Wer leidet unter diesem Schritt und wer profitiert?
Mir hat dieser Roman äußerst gut gefallen. Da er nicht nur eine gute Geschichte erzählt, die tief in die einzelnen Charaktere eintauchen, sondern weil es ein Bild zeichnet einer Zeit und einem sozialistischen Umfeld das meiner Kindheit und Jugend sehr fern war. Ein gutes Stück Literatur, dass uns die Welt wie sie einst war näherbringt.

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„Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand.“

In Iris Wolffs Roman "Lichtungen" entfaltet sich die Geschichte zwischen Lev und Kato, deren Verbindung seit Kindertagen besteht. Die Öffnung der europäischen Grenzen beeinflusst ihre Lebenswege und verändert ihre Beziehung grundlegend. Das Rückwärtserzählen von Levs Geschichte ermöglicht es den Lesenden, prägende Ereignisse in seinem Leben nicht mehr zufällig zu mitzuerleben, sondern zu verstehen, wie diese ihn zu Kato geführt haben.

Besonders beeindruckend ist Wolffs poetischer Erzählstil, der die Handlung mit einer nuancierten Atmosphäre durchzieht. Die Einblicke in Levs Arbeitswelt, seine Familie und den Alltag im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien verleihen dem Roman eine facettenreiche Tiefe. Dabei werden auch Nebenfiguren wie Levs Arbeitskollegen ausgearbeitet, was dem Leser eine umfassendere Perspektive auf die Welt der Protagonisten bietet.

Allerdings ist der Roman nicht in erster Linie packend oder spannend, sondern zeichnet sich eher durch eine ruhige Erzählweise aus. Der Leser begleitet Lev geduldig auf seinem Weg und wartet gemeinsam mit ihm darauf, dass das Leben ihn dazu drängt, endlich zu handeln. Insgesamt präsentiert Iris Wolff mit "Lichtungen" eine literarische Arbeit, die durch ihre Sprachkunst und die subtile Darstellung der Figuren und ihrer Umgebung besticht. Es ist eine Reflexion über die Veränderungen im Leben und die Macht der Vergangenheit.

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Ein leises, feines Buch. Es beginnt mit der Begegnung mit Kato im Westen. In rückblickenden Kapiteln erzählt Iris Wolff von Levs Leben im Ceausescu-Regime der 80er Jahre. Die Figuren sind dabei zunächst reine Monolithen. Ihre Verbindungen werden so leise und fein gezeichnet, dass sich ihre Beziehungen zueinander und ihre Motive erst nach und nach entfalten. Die lyrische und leichte Sprache macht die Lektüre zu einem großen Vergnügen, und am Ende legt man das Buch mit einem leisen Lächeln aus der Hand und spürt, wie die Geschichte noch lange in einem nachklingt.

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Es ist eine ganz besondere Verbindung zwischen Lev und Kato, eine Verbindung, die Lev nicht gewollt hatte und der er doch nicht entkommen konnte. Nach einem Unfall kann Lev nicht laufen und ist in seinem Zimmer, in seinem Bett gefangen. Kato soll ihm die Hausaufgaben bringen. Sie ist eine Außenseiterin – in der Schule und im Dorf. Doch sie kommt jeden Tag zu Lev und es entsteht eine Freundschaft. Später suchen beide ihren eigenen weg und während es Kato in die Ferne zieht, bleibt Lev dort, wo er schon immer war. Aber die Verbindung bleibt über die Postkarten, die Kato von ihrer Reise schickt. Und dann kommt eine Karte aus Zürich: „Wann kommst du?“ Sie treffen sich wieder und die Freundschaft ist immer noch da.
Es ist eine ungewöhnliche Erzählweise, welche die Autorin Iris Wolff hier nutzt. Die Geschichte beginnt mit Kapitel Neun und geht immer weiter zurück in die Vergangenheit, zurück in die Kindheit von Lev. Aber es ist nicht nur Levs Geschichte, es ist auch Katos Geschichte. Iris Wolff erzählt meisterhaft, poetisch und einfühlsam. Sie verwebt die Erinnerungen von Lev mit den politischen Verhältnissen im Rumänien unter Ceaușescu, der Öffnung der Grenzen und den Traditionen der Menschen.
Lev und Kato sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie nutzt die erste Gelegenheit, um aufzubrechen, frei zu sein und Neues zu erleben. Lev ist eher zögerlich, gibt vor, dass ihn doch einiges zurückhält. Als er nach Katos Abreise eine Fahrradtour macht, mit seinen Brüdern im Wald oder des Militärdienstes im Tunnel arbeitet, immer wieder zieht es ihn zurück nach Hause. Ob Lev und Kato wohl auch Freunde geworden wären, wenn es Levs Unfall nicht gegeben hätte?
Aber auch die anderen Personen sind gut beschrieben und prägend für die Entwicklungen von Lev. Die Menschen um Lev herum wundern sich, dass Lev bleibt. Es braucht erst die Karte mit Katos Frage, die ihn dazu bringt, sein Umfeld zu verlassen.
Mir hat dieser ruhig erzählte Roman um eine besondere Freundschaft sehr gut gefallen.

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Lichtungen
Roman
von Iris Wolff

Ein starkes, bildgeqaltiges und poetisches Buch, dass die Geschichte von Lev erzählt, der seine Kindheit in den 80er Jahren in Rumänien -Siebenbürgen- verbringt. Die unterschiedlichen Wurzeln seiner Familie, seines Landes, der Mangel und die eingeschränkte Freiheit prägen Lev und seine Freundin Katho. Beide gehen gegensätzlich mit ihren Erfahrungen um.
Das besondere der Geschichte, wir erleben sie rückwärts. Beginnend mit Kapitel 9 im Hier und Jetzt in Zürich bis zu Kapitel 1 in Levs Kindheit. Sanft und doch sehr eindringlich nähern wir uns dem Kern....

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Iris Wolff schreibt unfassbar zart und schön. Die Geschichte um Lev und Kato hat einen besonderen Aufbau- sie ist rückwärts geschrieben und die Autorin bietet hierfür eine simple wie schlüssige Erklärung, die dem Buch vorangestellt ist: wir lernen Menschen genau so kennen.. Im Hier und Jetzt und erst allmählich lernen wir in Fragmenten deren Vergangenheit kennen. Die Erinnerungen beschreibt sie als Lichtungen, was ich ein sehr schönes Bild finde, das auch immer wieder mal im Text auftaucht.
Lev wächst in Rumänien auf, seine Familiengeschichte ist kompliziert. Sie streckt sich auch auf deutsche und österreichische Wurzeln, hat keinen Platz an nur einem Ort. So wie seine Freudin Kato, die er durch einen besonderen Schicksalsschlag in seinem Leben kennenlernt. Sie strebt nach der Welt, fühlt die Grenzen der Heimat erdrückend. Er ist etwas unbeholfen, Stille erfüllt ihre undefinierbare Beziehung mehr als leidenschaftliche Diskussionen. Nach und nach wird der Leser vom Heute behutsam in die Vergangenheit geführt, die Antworten und Aufschluss gibt.

Sehr schön erzählt, mit sprachlichen Highlights und einer wundervollen Geschichte. Einige Leerstellen bleiben, so wie sie auch das echte Leben schreibt. Wann kennen wir einen anderen Menschen schon richtig? Genauso wie plötzlich eine Person keine Rolle mehr spielt, weil Lev sie zu einem früheren Zeitpunkt in seinem Leben eben einfach noch nicht gekannt hat. Da muss man sich erst dran gewöhnen ;)
Hätte gern noch länger sein dürfen, ich wäre auch noch 100 Seiten mehr gern in die Geschichte von Lev und Kato abgetaucht.

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Ein Buch, das von der poetischen bezaubernden Sprache von Iris Wolff getragen wird. Das Buch beginnt mit dem 9. und letzten Kapitel. Es ist die Geschichte des Wiederfindens einer großen Liebe. Lev reist nach Zürich, wohin die Straßenmalerin Kato ihn eingeladen hat. Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, die Wolff von hinten nach vorne erzählt. Kapitel für Kapitel gehen wir mit Lev in seiner Lebensgeschichte zurück, an deren Anfang ein großer Verlust steht.
Ein warmherziges Buch, das ich gerne empfehle.

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Lev und Kato haben seit jeher eine besondere Verbindung zueinander. Als Lev über viele Tage ans Bett gefesselt ist, wird Kato die gescheite aber von allen gemieden zu ihm geschickt, um die Hausaufgaben abzugeben. Da beginnt eine unverbrüchliche Verbindung der beiden. Dies bietet ihnen im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien Halt. Lev ist im Ort geblieben, während Kato vor Jahren in den Westen ging. Ihm sind nur ihre Postkarten geblieben. Bis zu dem Tag, als er eine Karte aus Zürich erhält und darauf stand nur ein Satz: Wann kommst Du? Diese Geschichte schildert sehr eindrücklich eine Freundschaft aus Kindestagen und einem Aufbruch in eine veränderte Welt. Dies durch die Öffnung der Grenzen innerhalb Europas. Das Lesen der Geschichte ist spannend und sehr eindrücklich. Es wird sehr eindrücklich geschildert, was es braucht, um sich von einer behüteten Lebensweise der Herkunft zu lösen. Dieses Buch empfehle ich gerne weiter.

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"𝑍𝑤𝑖𝑠𝑐ℎ𝑒𝑛 𝐺𝑒𝑠𝑡𝑒𝑟𝑛 𝑢𝑛𝑑 𝑀𝑜𝑟𝑔𝑒𝑛 𝑔𝑖𝑏𝑡 𝑒𝑠 𝑛𝑢𝑟 𝑒𝑖𝑛𝑒 ℎ𝑎𝑢𝑐ℎ𝑑ü𝑛𝑛𝑒 𝑆𝑐ℎ𝑖𝑐ℎ𝑡."

Lichtungen war mein erstes Buch von Iris Wolff und ich bin sehr begeistert von ihrem Schreibstil! Die Geschichte von Lev (und Kato) fühlt sich ein bisschen verwunschen an, ein bisschen wie ein Märchen oder eine Sage. Es hat eine bestimmte Stimmung, die ich nicht wirklich beschreiben kann. Es ist außerdem das erste Buch, das ich in gelesen habe, das in Rumänien spielt und das war auch eine sehr schöne Leseerfahrung!
Besonders an diesem Buch war die rückwärtsgerichtete Erzählweise. Wir starten mit Kapitel Neun und reisen rückwärts durch die Zeit, zurück in Kapitel Eins. Das hat mir sehr gut gefallen, auch die Begründung der Autorin, dass es wie eine Erinnerung ist.

Neben dem tollen Schreibstil und der besonderen Erzählweise ist der Inhalt der Geschichte eigentlich ziemlich bedrückend, auch wenn man weiß, dass es in der Zukunft ein bisschen mehr Hoffnung für Lev und Kato gibt als in der Vergangenheit. Lev war nach einem Unfall eine Zeit lang ans Bett gefesselt, und so lernt er auch Kato besser kennen, die im Dorf als Außenseiterin behandelt wird. Die Beziehung der beiden bleibt für mich aber immer ein wenig ungreifbar und zu undefiniert, was wahrscheinlich auch durch die Zeitsprünge kommt.
Es gibt keinen offensichtlichen roten Faden, der die Kapitel zusammenhält. Wir haben den POV von Lev, der innerlich immer auf der Flucht vor sich selbst zu sein scheint. Ich konnte leider keine engere Bindung zu ihm oder zu Kato aufbauen, auch weil mir ein wenig die Spannung gefehlt hat.

Empfehlen kann ich das Buch aber auf jeden Fall, allein weil es eine einzigartige Leseerfahrung ist. Deshalb runde ich auch auf 4 Sterne, da ich sicher bin, dass mich die Stimmung des Buches noch eine Weile begleiten wird.

3,5/5 Sterne

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Als Levs deutschstämmige Mutter Sis sich als 18-Jährige in einen rumänischen Witwer mit drei Kindern verliebt, ahnt sie nicht, wie stark diese Begegnung das Schicksal ihres einzigen Sohnes im sozialistischen Rumänien der 80er des vorigen Jahrhunderts bestimmen würde. Lev wächst im rumänischen Umfeld innerhalb des Vielvölkerstaats auf, in dem Begegnungen mit Fremden mit der Frage nach Heimatort und Nationalität eingeleitet werden. Seine rumänische Großmutter hielt sich aufgrund ihrer Nationalität und der Lage ihres Häuschens am Hang schon immer für etwas Besseres.

Mit seiner Mitschülerin Kato tritt eine Außenseiterin in Levs Leben, die wegen Vernachlässigung durch ihren alleinerziehenden Vater im Dorf ausgegrenzt wird. Als Kato ihn Jahre später mit einer Postkarte auffordert, zu ihr nach Zürich zu reisen, haben Deutschstämmige mit Geduld und „Valuta forte“ längst die Ausreise in die Bundesrepublik oder nach Österreich beantragt. Obwohl seine Mutter und sein Chef Imre ihm zuredeten, das Land zu verlassen, war Lev geblieben. Unbewusst muss er geahnt haben, dass die die gehen, die Gebliebenen in erhebliche Schwierigkeiten bringen können. Der Schlüssel, den er mit Kato austauscht, symbolisiert Dinge, die man zurücklässt, ohne zu wissen, ob man zurückkehren kann. Zürich, wo Kato als Straßenkünstlerin lebt, zeigt sich dem Besucher zunächst abweisend, nicht nur die deutsche Sprache sind Lev fremd.

Ausgehend vom Treffen mit Kato im Westen erzählt Iris Wolff zeitlich und in der Kapitelnummerierung absteigend aus Levs Leben im Ceaușescu-Regime der 80er Jahre. Die Figuren treten zunächst als unbeschriebene Blätter auf; ihre Beziehungen und Motive entfalten sich erst allmählich. An der überschaubaren Anzahl Figuren gemessen, wirkt beim Lesen das Warten auf die Verbindungen teils zu kompliziert. Die umgekehrte Erzählrichtung schärft jedoch die Aufmerksamkeit für Unausgesprochenes. Wer in einer Mangelwirtschaft alltägliche Dinge nur auf Umwegen „besorgen“ kann, gefährdet sich selbst, Beschaffer und Mitwisser. Unwissenheit kann in einer Diktatur daher lebensrettend sein.

Iris Wolff schreibt dicht, poetisch und mit beeindruckender Symbolkraft. Beziehungen, der Wald, Arbeit, Tiere, Erinnerungsstücke, alles hat seinen festen Platz im Turnus von Fortgehen, Verlassen, Bereuen und Zurückkehren.

5 stars
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!ein Lesehighlight 2024!



Klappentext:

„Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?«.“



Ich bin ganz ehrlich, ich bin ein großer Fan von Autorin Iris Wolff. Ihre Bücher sind stets besonders und ihr Schreibstil ist anders und ja, da trifft einfach das Wort „herausragend“ zu. Sie sticht stets aus der Masse und so auch mit ihrem aktuellen Buch „Lichtungen“. Was erwartet den Leser nach dem Klappentext? Eine Geschichte die mit dem Ende beginnt. Wir lesen vom Schluss bis zum Anfang. Allein das ist außergewöhnlich aber ich muss klar sagen, ich empfand es eher als Rückblicke in die Vergangenheit und dadurch nunmal mehr als passend. Die Kapitelnummerierung spielte für mich weniger eine Rolle, sondern vielmehr die Sichtweise und die Wechsel dieser zwischen den Personen. Wie gesagt, wissen wir bereits durch den Klappentext um welche Situation es geht und Wolff nimmt uns gekonnt an die Hand in diese Geschichte einzutauchen. Sicherlich muss man sich stark auf die Story konzentrieren und einlassen um den Faden nicht zu verlieren, da hier und da die Personen bzw. auch Zeiten ungenau zu definieren sind. Dennoch ist der rote Faden schnell sichtbar. Durch den sehr bildhaften Schreibstil der Autorin und ihre Schilderungen, dürfen wir tief in die Geschichte Rumäniens eintauchen aber auch in die Emotionen unserer Protagonisten. Die Beschreibungen über die Entstehung dieser Freundschaft und ihren Verlauf ist wahrlich ein Genuss. Steckt Klischee mit drin? Keineswegs. Wir werden immer mit einer gewissen Distanz zu den Personen gehalten, jede darf sich frei entwickeln und auch wenn es nach Klischee scheint, so wählt Wolff immer den richtigen Ton und das richtige Wort um dies nicht entstehen zu lassen. Die Herkunft der beiden Figuren, Lev und Kato, prägte sie fürs Leben tief und es ist eine echte Freude dieser Thematik zu folgen. „Geschuldet“ ist das der eigenen Erfahrung unserer Autorin. Somit steckt auch eine spezielle gewisse persönliche Note in dieser Geschichte. Sie schmückt dennoch die Geschichte nicht zu intensiv aus. Man könnte hier und da von minimalitischem Sprachstil sprechen bzw. von einer gewissen Kühle, dennoch tauchen wir Leser in eine pittoreske Erzählung ein, die Bilder aufkommen lässt, die Protagonisten erzählen lässt und wir einfach genießen dürfen.

Fazit: Egal ob inhaltlich oder sprachlich, diese Geschichte ist grandios und ein echtes Highlight! Iris Wolff hat ihren ganz eigenen Stil und genau das ist es, was diese Autorin so unverwechselbar macht! 5 Sterne hierfür!

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Zum Inhalt:
Ausgerechnet die von allen gemiedene Kato wird zu Lev geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und doch entsteht zwischen ihnen eine starke Verbindung, die ihnen Halt bietet. Später ist Lev immer noch in Rumänien, Kato längst im Westen und Lev bekommt nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa und dann kommt eine ganz besondere Karte aus der Schweiz.
Meine Meinung:
Es gibt Bücher, die sind einfach anders und berühren sowohl durch die Geschichte als auch durch den besonderen Schreibstil. Das hier war genau so ein Buch. Ein Buch über Freundschaft, über das Leben in einem Land, in dem das Leben alles andere als leicht ist. Zudem fand ich es sehr außergewöhnlich, dass man quasi mit dem Ende der Geschichte beginnt, das brachte eine besondere Stimmung ins Buch, was mir extrem gut gefallen. Das Buch ist sehr emotional und berührt sehr.
Fazit:
Sehr ungewöhnlich

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In einer wunderbaren Sprache nimmt uns die Autorin mit in ihre Heimat nach Rumänien. Sie stellt uns viele unterschiedliche Personen mit ihren unterschiedlichen Lebenswegen vor. Durch Beschreibungen der verschiedenen Landschaften werfen wir einen neuen Blick auf ein überraschendes Land.

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Eine schwebende Magie liegt in Iris Wolffs Worten, die Erinnerungstechnik hat mich eingesaugt in die Leben von Lev und Kato. Kapitel für Kapitel erschließt sich der Sinn, fügen sich Zusammenhänge und Sinn zusammen, beginnt man zu verstehen. Wunderschön, einzigartig. Ich bin, trotz der Tragik, verzaubert.

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Der Roman Lichtungen erzählt die Geschichte von dem Mädchen Kato und dem Jungen Lev, die beide in Rumänien leben. Das besondere an dem Roman, die Geschichte wird vom Schluss aus rückwärts erzählt. Daran musste ich mich erst gewöhnen, manches erscheint dadurch unverständlich und löst sich erst am Schluss auf.
Die Sprache von Iris Wolff hat mir sehr gut gefallen, sehr berrührend, poetisch und teilweise etwas rätselhaft. Als ich am Schluss angekommen war musste ich allerdings den Anfang nochmal lesen, sonst hätte sich mir die Geschichte nicht ganz erschlossen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen.

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In ihrer so eigenen, wunderbaren Sprache hat Iris Wolf erneut einen großartigen Roman verfasst. Absolut lesenswert!

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Der neue Roman erzählt die Geschichte von Kato und Lev oder sollte ich besser schreiben, von Lev und Kato? Die beiden kennen sich seit Kindertagen in Rumänien, die Grenzöffnungen in Europa verändern sie, ihre Lebensentwürfe und ihre Beziehung zueinander.

Iris Wolff, Jahrgang 1977, ist in Hermannstadt/Siebenbürgen geboren. Sie hat Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik & Malerei in Marburg an der Lahn studiert und lebt als freie Autorin in Freiburg im Breisgau.

„Lichtungen“ ist der erste Roman, den ich von der mehrfach ausgezeichneten Iris Wolff gelesen habe. Sie erzählt die Geschichte von Lev und Kato in einer sehr berührenden Art und Weise. Wir lernen die beiden kennen, als sie sich nach Jahren wieder treffen. Die Autorin erzählt diesen Roman chronologisch, jedoch rückwärts, so, wie wir Menschen kennen lernen. So ist manches erst verstehbar, wenn die letzte Seite gelesen ist. Iris Wolff hat eine poetische, eine wunderbare Sprache gefunden, um die Beziehung zwischen den beiden zu verdeutlichen. Was wir erfahren, ist bedeutsam, bedeutsamer jedoch empfinde ich das, was zwischen den Zeilen steht, was die Lesenden nur erahnen können.

Fazit: ein wunderbarer Roman, auf den man sich einlassen muss

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Ein wunderschönes Buch was man rückwärts liest. Es ist immer ein Abschnitt der beschreibt wieso es im vorherigen Kapitel dazu gekommen ist. Wunderbar geschrieben. Sachlich aber voller Emotionen. Bildlich. Es war sehr schön. Ich habe es genossen das Buch zu lesen. Zwar wusste man irgendwie wie es ausgeht aber man hat sich doch immer wieder gefragt wieso. Ein toller Schreibstiel.

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Lichtungen hat mir sogar besser gefallen als Die Unschärfe der Welt. Lev und Kato haben eine lange gemeinsame Geschichte, die in der Kindheit beginnt. Beides sind Außenseiter im kleinen Dorf, in dem sie leben, aber ihr Leben bewegt sich in unterschiedlichen Bahnen, nach der Öffnung der rumänischen Grenze. Kato möchte Reisen und ihren eigenen Weg gehen, während Lev in Rumänien bleibt und weiterhin im Sägewerk arbeitet.
Ein zu Herz gehendes Buch - zu gerne möchte man erfahren, wie die Geschichte weiter geht!
Ein absolutes Highlight.

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Wieder hat mich die Sprache begeistert wie auch schon bei den Vorgängern. Auch die Geschichte war interessant und besonders.

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Gesang der Amsel

Wann kommst du?, lautet der Satz, der Lev nach Zürich holt. Er wird seine Jugendfreundin Kato wiedertreffen. Schon als Kinder haben sie sich kennengelernt. Damals war Lev krank und Kato wurde an sein Krankenbett geschickt, um ihm die Aufgaben zu bringen. Gerade Kato, die von den anderen etwas schräg angesehen wurde. Doch Lev merkt schnell, Kato hat einen wachen Geist und für diese Außenseiterposition kann Lev keinen Grund finden. Aber das ist lange her. Inzwischen ist die Mauer gefallen und viele Rumänen haben sich die neue Freiheit genommen, den Westen zu erkunden, während Lev in heimatlichen Gefilden geblieben ist.

Ihre Wege führen in unterschiedliche Richtungen und möglicherweise doch irgendwann zusammen. Zumindest über die Postkarten sind sie in Verbindung geblieben. Und nun fährt Lev nach Zurüch. Wie Lichtungen ragen die Erinnerungen auf. Wie war es mit Kato? Wo war sei vor Zurüch? Und davor? Und wo war er? Wie hat sich ihre Freundschaft entwickelt? Hätte da mehr sein können? Kann da mehr sein? Hätten sie sich überhaupt kennengelernt, wenn seine Erkrankung nicht gewesen wäre? Und ihre schönen Bilder, viele davon vergänglich, weil auf die Straße gezaubert.

Erwachsenwerden im damals noch kommunistischen Rumänien. Ein Land mit einer wechselvollen Geschichte, welche sich auch in den Familienerzählungen niederschlägt. Veränderungen bringt die Wende auch in diesem etwas entlegenen Land. Lev und Kato werden als Kinder eher vom Zufall zusammengebracht. Und doch wächst eine zarte, aber unverbrüchliche Freundschaft. Aus ihren Erinnerungen und Gedanken speist sich dieser berührende Roman, der langsam zum Anfang führt. In teilweise poetischen Bildern beschreibt die Autorin die Erinnerungsinseln. Die Beschreibung als Lichtung erscheint sehr treffend. Der Gesang der Amseln, Katos ausdrucksvolle Bilder, ihre Neugier an der Welt. Dagegen Levs Heimatverbundenheit. Iris Wolf weiß wie sie ihre Leser und Leserinnen fesselt und Bilder vor ihren Augen erstehen lässt. Stimmig und schön anzuschauen ist auch das Titelbild.

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„Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand.“
Diese Lichtungen, die namensgebend sind für den neuen Roman von Iris Wolff, findet man in den neun Kapiteln, die die Geschichte von Lev und Kato erzählen. Jedes Kapitel geht ein Schritt zurück in ihrer Freundschaft und erklärt den Freiheitsdrang von Kato und die Zurückhaltung von Lev aus ihrer Lebenssituation in dem ärmlichen Dorf in Siebenbürgen vor und nach dem Mauerfall. Ihre Art, mit Sprache umzugehen, ist auch ein Lichtblick , einfach, eindringlich und sehr poetisch. Am Ende möchte man am liebsten die Kapitel von eins bis neun wieder lesen, um die Geschichte nochmal auf sich wirken zu lassen. Eine großartige Geschichte, der ich viele Leser wünsche und die ich jetzt schon fleißig empfehle.

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Vom Gehen und Bleiben…

Nachdem mir im Jahr 2020 „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Auch dieser überzeugt mit einer einzigartigen Erzählweise.

Die Hauptfiguren sind Lev und Kato, wobei die Geschichte aus Levs Sicht erzählt wird. Jedoch spielt Kato in dessen Leben aber immer wieder eine zentrale Rolle. Ihre Freundschaft beginnt, als Lev elf Jahre alt ist und für längere Zeit ans Bett gefesselt ist. Kato wird damit beauftragt, ihm regelmäßig die Hausaufgaben zu bringen. Dabei entsteht zwischen den beiden so unterschiedlichen Kindern eine enge Freundschaft, die bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Jedoch entwickeln sich ihre Lebenswege unterschiedlich: Kato zieht es hinaus in die Welt, Lev bleibt in Rumänien und hängt seinen Kindheitserinnerungen nach. Von Kato sind ihm einzig die vielen Postkarten geblieben, die sie ihm aus ganz Europa geschickt hat.

„Du hättest zurücksehen müssen, dachte er, allein um zu wissen, ob sie sich nach die umgewandt hat.“ – Seite 49, eBook

Bis eines Tages eine Karte aus Zürich kommt, mit einer einzigen Frage: Wann kommst du?“
Schafft es Lev, sich auf den Weg zu machen?

Die Antwort auf diese Frage bekommt man bereits ganz am Anfang des Romans. Denn das Besondere hier ist, dass die Autorin die Geschichte rückwärts erzählt – von den aktuellen Geschehnissen bis zurück in Levs früheste Kindheit. Die Kapitel sind ebenfalls absteigend – von neun bis eins. Somit erzählt jedes Kapitel einen besonderen Abschnitt aus Levs Leben – meist sehr berührend und mit detaillierten Momentaufnahmen.

„Wolken zogen auf, die Straße wurde dunkel.
In dieser Dunkelheit ließ sich die Distanz besser überwinden zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein, Erinnern und Vergessen.“ – Seite 31, eBook

An diese Besonderheit musste ich mich erst gewöhnen, da manche Geschehnisse und verschiedene Personen zunächst rätselhaft sind, sich aber dann, mit Blick in die Vergangenheit klären und somit ein komplettes Bild ergeben. Eine sehr interessante Leseerfahrung.

Wie schon bei ihrem Roman „Die Unschärfe der Welt“ wird bereits auf den ersten Seiten der einzigartige Schreibstil sichtbar: Atmosphärisch dicht und leicht poetisch, gleichzeitig mit einer besonderen Ruhe erzählt Iris Wolff die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft. Der Roman ist eher leise, aber detailreich und oft berührend. Ob einzelne Momentaufnahmen von Menschen, Tieren, Umgebung oder Natur – alles ist in deinem wundervollen Stil erzählt.


„In allem gab es diese Dunkelstellen, wo die Erfahrung aufhörte und die Erinnerung anfing. Etwas blieb, und etwas ging verloren, manches schon im Augenblick des Geschehens, und wie sehr man sich auch bemühte, es tauchte nie wieder auf. Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand.“ – Seite 67, eBook

Auch das Cover ist wunderschön gestaltet und sehr passend gewählt.

Mein Fazit: Ein besonderer Roman mit einem einzigartigen Erzählstil: Atmosphärisch dicht und leicht poetisch, gleichzeitig ruhig und klar erzählt Iris Wolff die Geschichte einer Freundschaft – über die Grenzen hinweg. Die Charaktere sind hier sehr gut gezeichnet. Die Geschichte wird rückwärts erzählt und ist zunächst manchmal etwas rätselhaft: Angefangen mit der Gegenwart geht es Kapitel für Kapitel zurück bis in Levs Kindheit, wo sich schließlich alles zusammenfügt. Zunächst sehr ungewohnt, aber gleichzeitig auch sehr passend zur Geschichte, die etwas episodenhaft erzählt wird. Ein wunderbares und auch besonderes Leseerlebnis.

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Eine zart-bittere Liebesgeschichte vor dem drohenden Schattenwurf von Ceaucescus Regime. Iris Wolff malt mit ihrer Sprache Bilder, die sich richtiggehend ins Herz brennen. Dadurch, dass die Geschichte rückwärts, also vom Ende her erzählt wird, ergibt sich ein spezieller Spannungsbogen. Das Weggehen, um wieder anzukommen, erlebt man als Leser*in so intensiv mit, dass es beinahe schmerzt.

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Voller Vorfreude habe ich auf das neue Buch von Iris Wolff gewartet, hatten mich doch bereits ihre Romane „Die Unschärfe der Welt“ und „So tun, als ob es regnet“ für ihre eindrückliche, poetische Sprache und ihre einfühlsame Beobachtung von Menschen und Landschaften eingenommen.
Der neue Roman „Lichtungen“ hat mich wiederum vollauf begeistert. Es liegt nicht allein an den beiden Hauptfiguren, Lev (Leonhard) und Kato, die sehr facettenreich geschildert sind und deren nicht immer einfachen Lebenswegen wir behutsam folgen. Es liegt auch an der raffinierten Konstruktion der Geschichte: Begonnen wird die Erzählung in der Gegenwart, als Lev, der Sägewerksarbeiter aus dem rumänischen Siebenbürgen, seine Kindheitsfreundin Kato in Zürich besucht, die dort als Straßenkünstlerin ihren Lebensunterhalt verdient. Warum hat sie ihm eine Karte geschrieben mit den einfachen Worten „Wann kommst du?“, warum war sie zuvor ohne ihn aufgebrochen? Was hatte ihn einst in den Wald verschlagen? Wie hatte sich ihre Freundschaft überhaupt entwickelt und welche Bewandtnis hat es mit der eigenartigen Lähmung seiner Beine und dem Unfall, auf den immer wieder angespielt wird? Kapitel um Kapitel – die übrigens in Rückwärtszählung nummeriert sind – wandern wir zurück in der Zeit. Wir lernen das Dorf von Kato und Lev kennen, wir gehen zurück bis in die Zeit der Diktatur von Ceaușescu. Wir begegnen Levs multikultureller Familie – die rumänische Vaterlinie, die siebenbürgisch-deutsche Mutterseite und den in Wien lebenden Großvater Ferry – und ihren komplizierten emotionalen Banden.
Iris Wolff erzählt in leisen, melancholischen Tönen und sehr starken Bildern. Sie lässt das komplexe soziale Gefüge Rumäniens, seine schwierige Geschichte, seine historisch-politischen Verwerfungen und ihre Folgen bis in die Gegenwart lebendig werden. Zugleich schildert sie voller Einfühlung zwei ganz besondere Charaktere, die ihre Gefühle meist durch Gesten, selten durch Worte zum Ausdruck bringen und für die das kluge Beobachten der Welt anstelle des brachialen Handelns im Vordergrund steht. Lev ist ein Mensch, der im Lauf seines jungen Lebens mit sehr vielen Verlusten umgehen musste. Vielleicht ist – am Ende – für ihn die Zeit des Wiederfindens gekommen.

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‚Manchmal kommt der Appetit beim Essen‘, lautet ein Spruch, der mir zu diesem Buch einfiel und für mich voll zutraf! War ich bei den ersten Seiten noch recht skeptisch, brauchte erst ein wenig (auch wegen der ungewohnten Art, das Geschehen rückwärts erzählt zu bekommen), so kam ich von Seite zu Seite mehr auf den Geschmack, kam der 'Appetit', und konnte es zuletzt gar nicht mehr aus der Hand legen.

Erzählt wird die Geschichte von Lev und Kato in Siebenbürgen: ihren Familien, ihren Entwicklungen, von Konstanz und Aufbruch, aber auch die Geschichte von Siebenbürgen und die Auswirkungen der kommunistischen Diktatur auf ihre Bewohner. (Aussage: ‚Diebstahl war eine Form des Widerstandes‘!)

Begeistert hat mich auch die Sprache: wunderschöne Sätze sind zu lesen wie z.B. ‚Lev kannte jenen Hochmut, der allein darauf resultierte, dass man jung war‘ (Kapitel 8) ‚Sie lebten in einer preisgegebenen Welt. Einer Welt an der Schwelle. Kato hatte es wahrgenommen, er nicht‘ (Kapitel 7) oder Lebensweisheiten wie ‚Wenn man die Schwiegereltern besucht, sollte man die Jacke anziehen müssen‘ (Kapitel 6).

Wunderschöne Szenen, wie Camil und seine Begeisterung für Amseln, die Geschichte von Khalil, dem Kater, usw. (Bei dieser Vielseitigkeit habe ich Probleme, in einer Rezension diesem Buch gerecht zu werden.) + interessante und starke Charaktere, wie z.B. Oma Bunica und Imre, der Chef von Lev, zeichnen dieses Werk aus!.

Alles in allem: das neueste Buch von Iris Wolff kann ich (nach ‚Die Unschärfe der Welt‘ und ‚So tun, als ob es regnet‘) wieder wärmstens empfehlen und vergebe die Höchstzahl an Sternen!

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“Lichtungen” von Iris Wolff

“Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen. Man begegnete ihnen nur zufällig und wusste nie, was man darin fand. Die eindrücklichsten Momente, das, was sich nicht verlor, gehörte einem nie alleine.”

”Lichtungen” ist ein besonderer Roman, der aufgrund seiner Komplexität und Vielschichtigkeit ganz viel Aufmerksamkeit und Konzentration verlangt - und es lohnt sich, denn so entdeckt man unzählige kleine Details, die zwischen den Zeilen schlummern. Ich habe einen Moment gebraucht, um mich in die Geschichte einzufinden, da diese rückwärts erzählt wird. Nach wenigen Seiten bin ich dann aber völlig in die Geschichte abgetaucht!
Lev und Kato kennen sich schon seit Kindheitstagen, wir Leser:innen lernen sie aber quasi mitten im Leben kennen. Die beiden wachsen in einem kleinen rumänischen Dorf zu Zeiten Ceaușescus auf. Als Lev als 11-jähriger nach einem Vorfall ans Bett gefesselt ist, ist es ausgerechnet die Außenseiterin Kato, die ihm die Hausaufgaben vorbeibringt und mit ihm gemeinsam lernt. Levs anfängliche Antipathie verschwindet zügig, und ehe er sich versieht, ist und bleibt Kato eine, wenn nicht die wichtigste Person in seinem Leben. Auch, als ihre Leben sich aufgrund der politischen Umbrüche in Rumänien Ende der 1980er Jahre grundlegend ändern, denn Jahre später ist Kato weit weg, im “Westen”. Lev hat keinen Grund gesehen zu gehen und ist in seinem Dorf geblieben.
Katos selbstgemalte Postkarten sind das stärkste Bindeglied zwischen den beiden. Lange haben sie sich nicht gesehen, bis auf einer von ihrer Karten plötzlich steht: “Wann kommst du?”

Ich habe schon einige Lobeshymnen hier auf Bookstagram gelesen und kann mich nur anschließen. Iris Wolffs Sprache ist einfach besonders, sehr poetisch und bildlich, irgendwie klassisch schön. Wer mich kennt, weiß, dass poetisch eigentlich das Schlagwort ist, um das ich einen riesigen Bogen mache beim Lesen, aber Iris Wolff muss ich es einfach zugestehen. Ihre Metaphern und Analogien sind einfach einzigartig! Gefühlt habe ich nur schöne Sätze markiert, etwas, was ich sonst auch kaum mache. Der Roman ist so intensiv und ruhig zugleich. Während des Lesens habe ich einen tiefen Einblick in die Geschichte des Vielvölkerstaats Rumänien erhalten und dabei realisiert, wie wenig ich darüber eigentlich weiß. Ich mag es sehr, wenn Romane mich direkt zum Weiterlernen und Hinterfragen animieren, was hier definitiv der Fall war.
Ein rundum gelungenes Buch für mich und eine große Leseempfehlung meinerseits!

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In dem Buch wird Levs Leben und speziell seine Beziehung zu Kato auf ungewöhnliche Weise erzählt. Jedes Kapitel spielt in der Vergangenheit des vorherigen. So liest man erst von Levs Leben als Erwachsener und arbeitet sich immer weiter nach früher vor, bis in seine Kindheit. Ich fand diese Erzählweise sehr interessant, da man statt vorwärts zu lesen und darauf zu warten was er neues erlebt und was als nächstes passiert, wie bei einem Film, genau andersrum Lev kennenlernt. Mir kam es vor wie bei einem Bild bei dem zwar von Anfang an das gesamte Motiv als Skizze zu erkennen ist, aber durch das die Schrittweise Erzählung der Vergangenheit immer mehr Details und Farben hinzugefügt werden, die sein Leben und Sein ausmachen.
Ich mag ebenfalls, dass einige Fragen offen bleiben, bzw vieles nicht mit allen Einzelheiten beschrieben wird, da das für mich sehr gut dne Charakter von Erinnerungen wiedergibt.

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Die Thematik des Buches fand ich sehr spannend - das Leben von Deutsch-/Österreichstämmigen, Ungarn, Rumänen usw. unter der Diktatur Ceaușescus und in den Umbruchsjahren danach, vieles davon mir als DDR-Kind vertraut, manches dann doch anders... So etwas lese ich mit viel Interesse und habe als gelungen empfunden, wie die Autorin Geschehnisse und unterschwellige Stimmungen eingefangen hat, die Repressionen einer Diktatur, die Fragen nach dem Gehen oder Bleiben in den Jahren danach, das Gelingen oder Misslingen des Wandels, das immerwährende Suchen nach Identität und Verwirklichung, Glück oder auch nur ein bisschen Schutz, heruntergebrochen auf eine Handvoll Individuen.

Leider konnte mich die Erzählweise jedoch nicht abholen. Es ist nicht der erste Roman, den ich rückwärts erzählt gelesen habe, und ich musste erneut feststellen, dass ich damit einfach nichts anfangen kann. Die Kapitel blieben für mich eine lose Szenenfolge und haben sich leider nicht zu einer stimmigen Gesamtgeschichte zusammengefügt. Daher werde ich zwar gern weitere Bücher von Iris Wolff lesen, jedoch zukünftig im Vorfeld darauf achten, wie die Geschichte erzählt wird.

Ich danke dem Verlag herzlich für das Rezensionsexemplar.

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Eine Reise durch zwei Leben

Das letzte Buch der Autorin „Die Unschärfe der Welt“ ist mir in guter Erinnerung und ich blättere manches Mal darin und bleibe immer wieder an einer besonderen Stelle hängen – und das Buch hat sehr viele besondere Stellen. So auch der neue Roman von Iris Wolff. Ein Kleinod an sprachlicher Raffinesse und an empathischen Einblicken.

„Wann kommst du?“ – so holt Kato ihren Freund aus Kindertagen raus aus Rumänien und rein in ein völlig anderes Leben. Interessant finde ich, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird und so taucht man als Leser erst im Laufe der Zeit in diese Freundschaft ein, begleitet die beiden auf ihren Wegen, die sie doch immer wieder zusammenführen. Als sich nach dem Regime von Ceaușescu die enge Welt der Diktatur öffnet und plötzlich alles weiter wird, ändern sich auch die Lebensentwürfe der beiden Protagonisten. Doch die Verbindung bleibt bestehen und während Kato quer durch Europa tingelt, bleibt Lev seiner Heimat Rumänien treu. Bis eben zu dieser einen Postkarte mit dem banalen Satz, der das Leben der beiden wieder in eine neue Richtung lenkt.

Zwischendurch sind immer wieder politische Zusammenhänge eingeflochten, aber hauptsächlich geht es um Suchen und Finden, um Poesie und Melancholie, immer wieder zusammengehalten durch das wunderbare Gefühl der Freundschaft.

Ich habe dieses Buch sehr genossen und musste manche Stellen mehrmals lesen – einfach weil sie so schön waren. Nachdem ich jetzt am Reader gelesen habe, werde ich mir auf jeden Fall das Buch auch als Print-Exemplar zulegen, denn ich möchte das Buch im Regal sehen. Das erste Highlight für 2024 und volle Leseempfehlung.

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"Wann kommst du"? Aufgrund dieser einfachen Frage treffen sich Kato und Lev nach über fünf Jahren endlich in Zürich wieder. Und beschließen einen Teil ihrer Reise zusammen zurückzulegen. Doch wo hat ihre Reise eigentlich begonnen? Vor über dreißig Jahren, in Rumänien. In der Näher der ungarischen Grenze. Und hierhin folgen wir der den beiden. In die Vergangenheit. Denn Iris Wolff erzählt ihren Roman rückwärts.

Es geht um Freiheit & Freundschaft, Liebe & das Dazugehören. Um Herkunft und Familie. Und um Erinnerung - den Lichtungen. Vor den historischen Ereignissen in Europa und Rumänien berichtet Wolff von persönlichen Geschichten. Von Aufbruch und Bleiben.

"Lichtungen" ist für mich das erste Highlight in 2024. Wolffs poetische Sätze und der ruhige Erzählstil haben das Buch für mich wieder zu einem besonderen Leseerlebnis gemacht. "Lichtungen" ist kein Buch, das man schnell nebenbei liest. Hierfür sollte man sich Zeit & Ruhe nehmen. Es lohnt sich sehr!

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Wäre es keine Leseexemplar mit diesem wunderschönen Cover, ich hätte es nicht direkt gelesen, denn der Klappentext hat mich zwar anfangs angesprochen aber trotzdem war es etwas neues für mich.
Definitiv bin ich aus meiner Komfortzone heraus gesprungen und das war es mir wert

In diesem Buch wird das Leben von Lev rückwärts erzählt. Was anfangs schwierig für mich war, da eben nach einem Kapitel die Erzählung stoppt, war später ein Leichtes. Wie sie auch zu Beginn schreibt; man lernt jemanden kennen, und wenn sich die Begegnung verstetigt, erfährt man nach und nach, was denjenigen zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist; ist es tatsächlich so. Bis zum Schluss war ich auf die Erzählungen gespannt, als säße mir jemand gegenüber und erzählt aus seinem Leben.

Sehr empfehlenswert

4 stars
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Lichtungen – Iris Wolff
Lev und Kato sind Freunde seit ihrer Kindheit in der rumänischen Provinz. Die Öffnung der europäischen Grenzen ändert alles. Kato sieht endlich die Möglichkeit ihren Freiheitsdrang zu befriedigen und hinaus in die Welt zu ziehen. Lev bleibt zurück – erst fünf Jahre später gibt es ein Wiedersehen.
Diese Geschichte hat eine interessante Erzählweise: Sie wird rückwärts erzählt. Mit jedem Kapitel springt man ein ganzes Stück in die Vergangenheit. Das ist raffiniert, denn für viele Hinweise oder Anmerkungen findet man die Erklärung erst später in der Erzählung. Außerdem ist man wirklich geneigt, nach dem Beenden des Romans einfach nochmal von vorne zu beginnen. Beim Lesen selbst habe ich diesen „Rückwärtsgang“ allerdings manches Mal als störend empfunden. Zu Beginn jedes neuen Kapitels (es sind 9) musste ich erst diese kurze Irritation überwinden und mich neu in der Zeit zurechtfinden. Es ist ungewohnt, doch wenn man einmal umdenkt, fällt auf, dass das Kennenlernen einer neuen Person auf eben dieselbe Art und Weise funktioniert. Zuerst lernt man die Person kennen, wie sie heute ist. Erst nach und nach erfährt man dann Details zu Herkunft und Vergangenheit.
Allzu einfach macht es die Autorin ihren Lesern nicht. Vieles wird nur angedeutet oder in Bildern ausgedrückt. Man muss sich als Leser viel dazudenken. Manche Passagen sind mehr Stimmung als Handlung. Im Prinzip ist es eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen zweier Leben. Eben vor dem Hintergrund der geschichtlichen Begebenheiten und Ereignisse. Gerade die Situation der Deutschen in Rumänien spielt eine große Rolle.
Abgesehen davon zeichnet Iris Wolffs Schreibstil eine wunderschöne poetische, treffsichere Sprache aus. Jeder Satz ein Genuss. Hier ein paar Beispiele vom Anfang des Romans:
„Zwischen Gestern und Morgen gab es nur eine hauchdünne Schicht.“ Seite 10
„Man ist einmal gegangen, immer ein Gehender.“ Seite 27
„Jeder Augenblick enthält alles Gewesene, und war doch immer wieder ein Neubeginn.“ Seite 34
Es ist eine tolle zarte Atmosphäre, die sich durch die Geschichte zieht.
Dieser Roman erfordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Hat man sich aber erst mal mit der besonderen Erzählweise angefreundet, erhält man eine ganz besondere, raffiniert erzählte Geschichte.
4 Sterne

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"Alles war rückwärtsgelaufen, weniger geworden, und wo sich die Zeit dehnte, verkürzte sie sich jetzt unbarmherzig."
Dieses Zitat aus "Lichtungen" von Iris Wolff klettcotta passt perfekt zu meinem Leseerlebnis mit Lev und Kato. Nicht nur, dass Iris Wolff die Geschichte rund um Lev und Kato rückwärts erzählt, auch die Seiten haben sich hintenraus viel schneller gelichtet als es mir hätte lie sein können. Ich wäre so gerne noch eine Weile bei ihnen geblieben ... Aber von vorn:

In "Lichtungen" nimmt uns Iris Wolf mit zu Kato, einer fast schon umtriebigen Strassenkünstlerin, die quer durch Europa reist, und zu Lev, der sich, im Gegensatz zu Kato, mit seiner Heimat in Rumänien fest verbunden fühlt. Doch die beiden scheinen fest miteinander verbunden. Aber wie lebt man eine Freundschaft, wenn man derlei verschiedene Wünsche in Bezug auf das eigene Leben hat? Wenn der eine nicht aus seiner Haut kann und die andere überall auf der Welt mit ihrer Kunst Menschen bereichern möchte?

Als wir den beiden das erste Mal begegnen, sind Kato und Lev auf der Fähre. Gemeinsam haben sie sich die letzten Wochen treiben lassen und die verschiedensten Städte besucht. Eigentlich möchte Lev gerne wissen wie es nun weitergeht, aber Kato kann nicht aus ihrer Haut.

"Man müsse immer bereit sein, aufzubrechen, sagte Kato, ohne von ihrer Zeichnung aufzusehen. "Auch wenn man gerade erst angekommen ist?" "Dann besonders""

Ob Lev sich damit zufrieden gibt?

Die Geschichte der beiden wirklich faszinierenden Figuren ist keine Lieesgeschichte, auch wenn das vielleicht im ersten Moment so anmuten mag. Vielmehr erfahren wir nun, warum die beiden so sind wie sie sind, oder was sie ausmacht, was sie erlebt haben. Wir lernen Stück für Stück durch ihre Augen zusehen, lernen Fragment für Fragment, wer und was sie prägt. Wir reisen gemeinsam mit ihnen zurück bis in die Kindheit.

Iris Wolff erzählt auf wunderbare und poetische Weise, wie das Leben bisher verlaufen ist. Sie widmet sich mit viel Liebe einzelnen Stationen im Leben und lässt uns soweit daran teilhaben, dass sich langsam ein Puzzle zusammensetzt, wenn auch nicht auf die herkömmliche Weise.

Doch wer jetzt erwartet, ein umfassendes Bild zu bekommen, der mag vielleicht enttäuscht sein, denn das gibt es nicht und dafür wäre der Roman auch zu kurz. Aber, so gerne ich auch noch weitere hundert Seiten gelesen hätte, manchmal ist weniger wirklich mehr und Iris Wolff schafft es perfekt, das Kopfkino ihrer Leser:innen zu zünden ohne es einzuschränken - und wenn es nicht genau das ist, was Geschichten tun sollen, dann weiß ich es auch nicht.

Wenn ihr Lev und Kato trefft, grüßt sie von mir, ich vermisse sie sehr

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Lichtungen war mein erstes Buch von Iris Wolff und ich bin sehr begeistert von ihrem Schreibstil! Die Geschichte von Lev (und Kato) fühlt sich ein bisschen verwunschen an, ein bisschen wie ein Märchen oder eine Sage. Es hat eine bestimmte Stimmung, die ich nicht wirklich beschreiben kann. Es ist außerdem das erste Buch, das ich in gelesen habe, das in Rumänien spielt und das war auch eine sehr schöne Leseerfahrung!
Die Autorin erzählt so wunderbar poetisch, so sacht und einfühlsam, von Freundschaft, von Veränderungen, vom Umbruch, von Erinnerungen, die längst vergessen sind, man kann sich einfach davontragen lassen. Dorthin, wo das Leben nicht immer einfach ist, wo die verletzten Gefühle wohnen, der Schmerz, das Ungesagte. Aber auch die Schönheit der Sprache. Ich habe es tief gefühlt. Was für ein Glück, diese Erzählkunst lesen zu dürfen.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

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Ein großartiges Buch ! Ich habe das Hörbuch direkt zweimal hintereinander gehört, um die so fein und poetisch erzählte Geschichte noch einmal zu hören und mit dem Wissen um das Ende des Buches, was ja der Anfang ist, nochmal anders zu erlben.

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Lev und Kato aus dem Maramuresch-Gebirge in Nord-Rumänien: sie kennen sich, seit sie Kinder sind und Kato Lev nach seinem Unfall unterrichten sollte. In ihrem Heimatdorf ist die Welt überschaubar, alles zum Greifen nah. Das ändert sich, als die innereuropäischen Grenzen durchlässig werden, der sogenannte "Eiserne Vorhang" fällt. Die unternehmungslustige, lebenshungrige Kato steckt Lev mit ihrer Neugier auf die Welt da draussen an und eine zeitlang tingeln sie quer durch Europa. Kato hält sie mit Gelegenheitsjobs und ihrer Straßenkunst in Bildern über Wasser. Doch dieses Leben ist nichts für Lev, er braucht Beständigkeit, ein Zuhause, obgleich er Kato schmerzlich vermisst. Als sie alleine in Zürich ankommt, schickt sie ihm eine von ihren typischen Postkarten, diesmal allerdings mit einer Frage, die einer Aufforderung gleichkommt. Lev überlegt nicht lange, nimmt sich Urlaub und sie feiern ihr Wiedersehen...
Iris Wolff schreibt eine Ode an die Freiheit, die Kunst, das Leben an sich. Die Erfahrungen, die man macht, wenn man sich treiben läßt und abseits gesellschaftlicher Normen existiert, sich eine Nische erkämpft. Das Leben als fliessendes Gewässer begreift, auf dem alles schwimmende nur eine Richtung kennt: flussabwärts.

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Eine zarte Geschichte über den Raum zwischen Freundschaft und Liebe, über Heimat und Zugehörigkeit und das Erwachsenwerden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen - gerade, dass es quasi retrospektiv erzählt wird und in der Schwebe bleibt, wie sich die Geschichte im Jetzt weiter vollziehen wird (dadurch rückt die Erzählung auch von jeglichem Kitsch ab, der sich potentiell hätte ereignen können). Die Szenen bzw. Erinnerungen, denen man folgt, hatten für mich oft etwas Flüchtiges, Tagtraumhaftes - das schafft eine besondere Atmosphäre, die mich - vielleicht mehr noch als der Plot - zum Weiterlesen verführt hat.

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Gehen oder bleiben? Eine Rückwärtsreise zur Kindheitsliebe
Kennen sie auch solche Menschen, die sich am liebsten nicht von ihrem angestammten Fleck wegbewegen - kein Bedarf für Urlaub und schon gar keine Weltreisen? Was passiert, wenn so jemand ausgerechnet eine Person liebt, die es heftig hinauszieht in die Welt?

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Lev und Kato



Deutschsein in Rumänien. Dies scheint das große Thema von Iris Wolff zu sein. So war es schon bei „Die Unschärfe der Welt“ und so ist es auch wieder bei „Lichtungen“. Kann man ja aber auch verstehen, ist doch die Autorin ebenso in Rumänien geboren und kam dann erst nach Deutschland. Sie kennt also dieses Thema. In „Lichtungen“ geht es um die Freundschaft von Lev und Kato. Eine Freundschaft, die nach mehr klingt, durchaus nach mehr hätte klingen können. Denn zwischen beiden Figuren ist auch mehr, dennoch spielt auch der Freiheitsdrang, insbesondere bei Kato eine große Rolle. Sprachlich ist auch dieses neue Buch der Autorin Iris Wolff wieder wunderschön. Erzählt wird es rückwärts und in Abschnitten, die zeitlich auch immer etwas auseinander liegen. So wirkt es etwas zerrissen. Dennoch entfacht Iris Wolff natürlich wieder eine immense Tiefe. Aber sie kommt hier in „Lichtungen“ nicht an die von mir empfundene Tiefe von „Die Unschärfe der Welt“ heran. Aber ich kann gar nicht sagen woran dies genau liegt. Denn auch „Die Unschärfe der Welt“ bestand aus Kapiteln, die nicht unbedingt zeitlich aneinander anknüpften. Und mit Lev und Kato sind auch Underdog-Figuren in „Lichtungen“ zentral stehend. Auch dies müsste mich anzünden. Tut es nur irgendwie nicht. „Lichtungen“ plätschert etwas dahin, ich weiß dies klingt nicht ganz so toll, die sprachliche Gestalt des Buches lässt aber auch dieses von mir empfundene Plätschern etwas sprudelnder ausfallen. Vielleicht hängt dies auch mit meiner Erwartungshaltung zusammen, die hoch war, denn „Die Unschärfe der Welt“ hatte mich lichterloh entfacht. Aber gut, so ist es nun einmal. 4 Sterne sind ja auch eine sehr gute Bewertung von mir. Denn die beiden Underdogs Lev und Kato sind liebenswert und ihre Wege interessant konstruiert. Der Roman „Lichtungen“ bietet außerdem Einblicke in eine vergangene Zeit, Einblicke in ein anderes Land und ist auch deshalb ein interessantes Buch, dem ich viele Leser wünsche.

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Was für eine wunderschöne Geschichte! Sprachlich wunderbar, fast zu kurz, ich hätte gerne noch mehr von Lev und Keto erfahren und sie begleichtet. Erste Lesehighlight 2024, ich habe es so gerne gelesen.

5 stars
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Ich liebe die Sprache von Iris Wolff. Ihr neuer Roman ist wunderbar. Man durchlebt als Leser:in die besondere Verbindung und Freundschaft der beiden Protagonist:innen Kato und Lev. Man erspürt das kommunistische Rumänien und das Leben in dieser Zeit.

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Wolffs neuer Roman „Lichtungen“ erzählt die Geschichte von Lev und Kato, die sich als Kinder im alten Rumänien während der Ceaucescu-Zeit kennen lernen und eine tiefe und besondere Freundschaft pflegen. Nach Öffnung der Grenzen zieht Kato mit ihrem Freund Tom durch ganz Europa und verdient ihren Lebensunterhalt als Straßenmalerin. Lev hingegen bleibt im Dorf in Siebenbürgen und arbeitet dort in einer Holzfällerei. Ihre Verbindung besteht fast nur noch aus Postkarten. Auf der letzten schreibt Kato: „Wann kommst du?“ Und Lev kommt!

Iris Wolff schreibt diese Geschichte einer Freundschaft und Liebe in einer ungewöhnlichen Weise. Sie beginnt mit Kapitel 9 in der Gegenwart, mit Levs Ankunft in Zürich, wo Kato auf ihn wartet, und arbeitet sich dann rückwärts zum Kapitel 1 in die Kindheit vor. Das mutet anfangs ungewohnt an, doch dann kommt die Erkenntnis: so ist das ja auch wenn Menschen sich kennen lernen! Man erfährt erst nach und nach über ihre Vergangenheit und was sie zu den Menschen gemacht hat, die sie jetzt sind. Ein überzeugender Kunstgriff!

Das Buch bringt einem das Leben in einer Diktatur, die harte Zeit während des Militärs, das Leben in Rumänien im Allgemeinen und die Armut, Ausgrenzung und innerfamiliären Probleme der Figuren auf eine spannende und unterhaltsame Art näher. Was dieses Buch in meinen Augen so besonders macht, ist die Sprache und Wolffs Einfühlungsvermögen in die Charaktere. Selbst die kleinste Nebenfigur wirkt lebendig und echt. Ein sowohl sprachlich wie inhaltlich überzeugender Roman!

5 stars
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Wieder einmal wählt Iris Wolff einen sehr speziellen Aufbau für ihren Roman. Rückwärts erzählend dringen wir mit jedem Kapitel tiefer in das Leben von Lev ein. Wie wurde er der Mensch, der er ist. Wie begann die ganz besondere Beziehung zu Kato. Kato, die nur eine Postkarte schreiben muss, auf der drei Worte stehen: "Wann kommst du?" und sofort macht Lev sich auf den Weg. Was ist es, was die beiden verbindet? Ist es Liebe? Freundschaft? Irgendetwas dazwischen?
Lichtungen... einzelne Erinnerungen... aus diesen setzt sich das Leben zusammen. Wir werden nie unser ganzes Leben erinnern. Wir werden auch nie die gleichen Erinnerungen haben wie ein anderer Mensch.
Ich liebe die poetische Sprache, die so leicht und doch auch so kraftvoll ist.
Ich liebe den Text, der genug Raum für eigene Gedanken lässt.
Ein wunderbarer Roman.

5 stars
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"Man ist, einmal gegangen, immer ein Gehender"
Ein ganz besonderes Buch, erzählt in einer ganz zärtliche Sprache


„Lichtungen“ von Iris Wolff ist ein wunderbarer Roman, zart, poetisch und herausfordernd zugleich.

Durch einzelne Episoden lernen wir die Protagonisten Lev und Kato kennen. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart, Kato trifft im Westen wieder Lev, nachdem sie mehrere Jahre getrennt waren. Ihnen verbindet eine sehr lange Freundschaft.

Die Geschichte wird rückwärts erzählt und auch die Kapitel sind umgekehrt nummeriert. Wir lernen Lev und Kato besser kennen, verstehen langsam ihre Beziehung und erleben die Atmosphäre Siebenbürgens/Rumäniens in den 80er und 90er Jahren.

Lev stammt aus einer ethnisch gemischten Familie mit deutschen und rumänischen Wurzeln. Doch er fühlt sich seinem Wohnort verbunden und möchte das Land nicht verlassen, auch wenn es andere überrascht. Kato, die schon immer eine Außenseiterin war, braucht mehr Freiheit und verlässt Rumänien so schnell wie möglich. Lev und Kato bleiben weiterhin über Postkarten in Kontakt. Bis Kato eines Tages Lev in einer Postkarte fragt, wann er kommt.

Iris Wolff erzählt die Geschichte poetisch, bildgewaltig und sehr einfühlsam. Um die besondere Atmosphäre zu schaffen, verwendet die Autorin viele Metaphern. Sehr viele Szenen werden treu genau beschrieben, manche werden nur angedeutet. Die Metaphern unterstützen das Geschehen im Buch sehr gut und geben das Gefühl, dass man alles miterleben darf.

Das Buch lässt sich in drei Hauptabschnitte unterteilen. Im ersten Abschnitt treffen wir Lev und Kato und es wird mehr über die Gegenwart erzählt. Im zweiten Abschnitt konzentriert sich die Autorin stärker auf das Leben unter dem Ceaușescu-Regime. Das Leben war nicht einfach, je älter man war, desto mehr Erfahrung hatte man. Es werden viele Dinge erwähnt, die einen großen Einfluss auf Rumänien hatten, Tschernobyl, Militärdienst, Forstarbeiten, die Kontrolle von Menschen in grauen Anzügen, die Notwendigkeit, sich von bestimmten Menschen fernzuhalten, um nicht selber unter Kontrolle zu geraten, usw. Der dritte und letzte Abschnitt beantwortet viele Fragen und klärt viele Hintergründe auf. Am Ende wird noch viel mehr über Lev erzählt.

Wenn ich zuerst dachte, es wäre ein Buch über Lev und Kato und ihre Freundschaft, wurde mir klar, dass es sich tatsächlich um ein Buch über Lev, Zugehörigkeit und die vielen Verluste handelt, die ein Mensch in einem Leben erleiden kann, und ein Buch über das, was uns Menschen am Leben halten kann.

Es gibt auch viele interessante Nebencharaktere im Buch.

Meiner Meinung nach ist Bunica eine typische Figur aus Ceausescus Rumänien. Man ist ruhig und lernt ständig, in einer Welt zu leben, in der man selten die Wahrheit erfährt. Die Wahrheit und der Stand der Dinge werden immer erst am eigenen Leib erfahren. Bunica hat viel erlebt und weiß viel mehr als man denkt. Das Leben unter Ceaușescus Regime war nicht einfach. Bunica weiß jetzt, mit welchen Menschen man den Kontakt meiden sollte, und sie weiß auch, dass man ständig überwacht wird – all das zu wissen, war eigentlich während des Ceaușescu-Regimes eine Voraussetzung. Bunica kennt die richtige Antworten und bringt Lev das auch bei.

Ferry ist eine weitere Nebenfigur, der mehr Tiefe verliehen wird. Er fühlt sich wegen Levs Unfall schuldig und ist deshalb nicht mehr so ​​präsent in Levs Leben. Ferry möchte Rumänien verlassen, weil er das Gefühl hat, woanders hinzugehören. Leider erfährt er, wie schwierig es ist, Rumänien auf einem legalen Weg zu verlassen.

Der Schreibstil ist poetisch und bildhaft, man sieht unvergessliche Bilder, die in einfachen Worten beschrieben wurden. Und doch ist das Buch insgesamt herausfordernd. Die Geschichte wird rückwärts und in einzelnen Episoden erzählt, die wie kleine Lichtungen wirken und uns immer mehr Einblick in das Leben im Rumänien der 80er und 90er Jahre geben, wo wir eine Handvoll Charaktere kennenlernen.

Dieses Buch ist keine leichte Lektüre. Durch die vielen Metaphern und das rückwärts Erzählen ist das Buch etwa anspruchsvoll aber vielleicht das ist was dem Buch viel mehr Wert gibt. Mit einer poetische und sehr zärtliche Sprache erzählt die Autorin über Gefühle wie Zugehörigkeit, Familie, Freundschaft, Verluste und das Leben selbst. Ein Buch, das sich ganz bestimmt lohnt, gelesen zu werden.

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Ein wunderschöner Roman, der mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen ist. Zuerst ist mir gleich das Cover ins Auge gefallen, ebenso der Titel und die Inhaltsbeschreibung. Beim Lesen hat das Buch alles gehalten, was es versprochen hat. Ich fand die Figuren sympathisch, den Schreibstil flüssig und die Story originell und besonders. Von mir gibt es deshalb volle Punktzahl.

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Das ist wieder eine wunderbar erzählte Geschichte von der Autorin. Eine Geschichte von Freundschaft und Liebe vom Ende her erzählt. Die Sprache ist sehr bildhaft und voll von wunderbaren Formulierungen. Die Figuren sind in ihrer ganzen Versponnenheit sehr glaubhaft und detailliert dargestellt. Und immer geht es um Heimat und Weggehen. Eine tolle Erzählerin.

4 stars
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