Ich habe keine Angst

Roman

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Erscheinungstermin 27.07.2023 | Archivierungsdatum 07.10.2023

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Zum Inhalt

Süditalien in den späten 70ern: Es ist ein drückender, flimmernder Sommer, in dem sich das Leben des neunjährigen Michele für immer verändert. Auf einem der Streifzüge durchs Dorf entdeckt er mit seinen Freunden ein altes, verfallenes Haus – in das Michele allein einsteigen soll. Was als Mutprobe beginnt, wird für den Jungen im Laufe des Sommers zum Albtraum, denn in dem Haus findet er einen am Fuß gefesselten, verwahrlosten Jungen. Michele behält seine Entdeckung für sich, füttert und pflegt den Jungen. Doch nach und nach stellt sich heraus, dass nicht nur er im Dorf ein Geheimnis zu haben scheint … 

Süditalien in den späten 70ern: Es ist ein drückender, flimmernder Sommer, in dem sich das Leben des neunjährigen Michele für immer verändert. Auf einem der Streifzüge durchs Dorf entdeckt er mit...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783961611713
PREIS 14,00 € (EUR)
SEITEN 256

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Die Kinder von Acqua Traverse bilden eine eingeschworene Gemeinschaft unter Führung von „Totenkopf“ Antonio Natale; denn der Ort besteht aus nur fünf Häusern. Im brütend heißen Sommer 1978 muss der neunjährige Michele seine kleine Schwester Maria beaufsichtigen. Aber welche Mutproben mit der Clique kann ein Junge bestehen mit einer Fünfjährigen im Schlepptau, die unbedingt bei allem dabei sein will? Nur wegen Maria verliert Michele den Wettbewerb, nur wegen ihr muss er zur Strafe in ein entlegenes Haus einsteigen – und findet dabei einen gleichaltrigen Jungen, offensichtlich schon länger angekettet in einem abgedeckten Erdloch. Michele will dem traumatisierten Jungen helfen, doch an wen könnte er sich in seinem winzigen Kosmos wenden? Er und Maria sind streng und mit körperlicher Gewalt erzogen worden, u. a. mit der Mär, dass nachts draußen ein Schwarzer Mann sein Unwesen treibt. Die Welt außerhalb des Dorfes kennt nur der Vater, der als LKW-Fahrer regelmäßig in „den Norden“ fährt, wo die Menschen weniger arm sein sollen.Je stärker die Zeit drängt, um so stärker wachsen Micheles Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der Erwachsenen. Der Schwarze Mann hält sie offenbar nicht davon ab, nachts draußen unterwegs zu sein und sich bei seinen Eltern zu treffen. Ausgerechnet Vaters Kumpel Sergio, der unheimlichste Besucher, soll mit Michele zusammen in dessen Zimmer schlafen!

Aus der Distanz von über 20 Jahren beschreibt Ammanitis Icherzähler einen Konflikt seiner Kindheit, konsequent aus der Perspektive des Neunjährigen, der allein ein Problem lösen muss und den Erwachsenen nicht trauen kann. Zu Micheles Kosmos gehören archaische Rollenbilder, die der 11-jährigen Barbara den einzig denkbaren Platz zuweisen, die Gewalt dulden und in der allein heterosexuelle Personen „ein Mann“ sein können. Ammanitis erwachsenen Leser:innen fallen die Widersprüche natürlich eher auf als dem Jungen; der Abstand zwischen Micheles Beobachtungen und seinem allmählichen Verstehen sorgen für Spannung.

Den in jeder Hinsicht engen Kosmos eines Neunjährigen beschreibt Ammaniti anschaulich und konsequent aus dessen Perspektive, nicht immer linear und damit sehr glaubwürdig. Durch Konzentration auf den winzigen Weiler und die moralischen Fragen, denen Michele sich gegenüber sieht, eine ideale Klassen- oder Literaturkreis-Lektüre.

(zuerst erschienen ital. 2001, dt. 2004)

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In diesem drückenden Sommer verändert sich das Leben des neunjährigen Michele für immer. Mit seinen Freunden findet er ein verlassenes Haus, in das er alleine einsteigen soll. Gedacht war dies als Mutprobe, doch im Laufe des Sommers wurde es für ihn zum Alptraum. Im Haus findet er einen gefesselten und verwahrlosten Jungen. Er sagt niemandem etwas davon und füttert und pflegt den Jungen. Doch er ist nicht der Einzige im Dorf der ein Geheimnis zu haben scheint. Das Lesen der Geschichte ist spannend und interessant. Man liest kein Krimi im eigentlichen Sinne. Die Geschichte wird aus der Sicht des neunjährigen Michele geschildert. Der Leser wird in diese Welt, Gedankengänge und Sprache versetzt. Das fand ich sehr gelungen. Eine Nachrichtensendung bringt Klarheit, Filippo wurde entführt. Es scheint so, dass das ganze Dorf hier involviert ist. Micheles Vater scheint einer der Anführer zu sein. Sehr empfehlenswertes Buch.

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Was für ein intensives Buch. Aus der Sicht des neunjährigen Michele erleben wir ein furchtbares Verbrechen mit. Und im Gegensatz zu ihm, ist man sich als Leser der Tragweite und dem Grauen des Vorfalls direkt von Anfang an bewusst. Niccolò Ammaniti ist es wirklich, wirklich gut gelungen die gesamte Geschichte aus der Sicht des neunjährigen glaubhaft zu erzählen. Man ist gemeinsam mit ihm erschüttert und entsetzt wenn man herausfindet wer den Jungen dort in dem Loch festhält. Man bangt mit ihm mit, dass er bitte nicht erwischt werden möge, wenn er diesen mit Nahrung und Wasser versorgt. Ahnt worauf das Ende hin zusteuert und hofft, es möge nicht passieren. 256 Seiten die es wirklich in sich haben.

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Der Roman "Ich habe keine Angst" des italienischen Autors Niccolò Ammaniti wurde vom Eisele Verlag zusammen mit "Fort von hier" neu aufgelegt. Zeitgleich erscheint auch Niccolò Ammanitis neuestes Werk "Intimleben".

Ich hatte zuvor noch nichts von Niccolò Ammaniti gelesen, der Klappentext machte mich jedoch neugierig.

Das süditalienische Örtchen Acqua Traverse mit gerade einmal vier Häusern und einer alten Villa ist Schauplatz der Geschichte und Heimat des neunjährigen Michele und seiner Familie. Der Sommer 1978 ist sengend heiß, die sechs Kinder des Dorfes vertreiben sich die Zeit. Eines Tages findet Michele beim Spielen in einem abgelegen Haus ein Loch im Boden, in dem ein gleichaltriger Junge angekettet liegt. Michele kehrt immer wieder zu dem Loch zurück, zunächst unschlüssig und überfordert, nähert er sich dem Jungen immer weiter und bringt ihm Essen und spricht mit ihm. Die Antworten sind allerdings wirr, da der Kleine offenbar schwer traumatisiert ist. Durch Zufall erfährt Michele, dass der Junge ein Entführungsopfer ist, und je mehr er über die Hintergründe erfährt, desto unglaublicher und auswegloser wird die Situation.

Ammanito zeichnet ein trostloses Bild dieses kleinen armseligen Dörfchens. Die Häuser sind heruntergekommen, alles wirkt schmutzig, es gibt nicht einmal fließend Wasser. Michele, seine kleine Schwester Maria und die Nachbarskinder sind weitgehend sich selbst überlassen, die Eltern kümmern sich wenig, Liebe und Zuwendung fehlen. Auch die Kinder gehen wenig freundschaftlich miteinander um, haben Spaß daran, sich gegenseitig zu demütigen oder ein Huhn aus Langeweile zu töten. Trotz der Sommerhitze im Buch fröstelt einen beim Lesen. Je weiter das Buch fortschreitet, desto größer wird das Grauen. Einzig Michele und in Andeutungen auch das Nachbarskind Barbara scheinen sich ihre Menschlichkeit bewahrt zu haben.

Ammaniti lässt den Protagonisten Michele rückblickend als Erwachsener die Ereignisse dieses Sommers 1978 erzählen. Vieles bleibt vage, doch als Leser*in kann man sich die Zusammenhänge erschließen. Der Autor erschafft eine düstere, beklemmende Atmosphäre, und er konterkariert die emotionale Kälte durch sentimentale Schlagertexte, etwa als der skrupellose und unberechenbare Felice abwechselnd zweistimmig "Parole, parole" trällert. Mich hat die Stimmung im Buch immer wieder an William Goldings Herr der Fliegen erinnert, das mich als Jugendliche sehr beeindruckt hat.

Wahrlich kein leichter, aber ein sehr bewegender Roman, der menschliche Abgründe aufzeigt und unbedingt lesenswert ist.

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"Ich habe keine Angst" von Niccolo Ammaniti ist ein schon etwas älteres Buch, das dieses Jahr neu aufgelegt wurde. Es kann vermutlich schon fast als moderner Klassiker gelten. Schauplatz der Ereignisse ist Süd-Italien, Ende der 1970er Jahre. Der neunjährige Michele lebt zusammen mit seiner kleinen Schwester Maria und den Eltern in einem winzigen Dorf. Eigentlich ist Dorf schon fast zu viel gesagt, denn außer der Villa seines reichen Industriellen-Freundes Salvatore gibt es nur noch eine Handvoll Häuser. Aus diesem Grund besteht aus Micheles Freundeskreis aus nur einer Handvoll Kinder, die sich mehr oder weniger zwangsweise verstehen müssen. Aktuell ist es Sommer, heiß und trocken, und Michele und seine Freunde entdecken auf einer ihrer Streiftouren durch die Gegend ein verlassenes halb verfallenes Häuschen. Doch Michele entdeckt noch viel mehr, ein abgedecktes Loch im Boden und darin ein verwahrloster, hungriger und angeketteter Junge. Michele versteht zunächst nicht was und wen er da gefunden hat und in seinem sehr eingeschränkten Lebenskosmos ist auch keine Hilfe zu finden. Ganz im Gegenteil wird die Situation immer bedrohlicher, je größer die Rolle der Erwachsenen in der Geschichte wird.

Das Buch ist auf jeden Fall sehr intensiv und lebendig und die Sichtweise von Michele lässt die Leser:innen ganz ungefiltert an dessen Emotionen teilnehmen. Trotzdem ist die Geschichte nicht einfach zu lesen, denn sie ist auch sehr grausam und rauh und oftmals abstoßend. Hoffnung und Liebe ist wenig zu finden. Von dem her kein einfaches, aber ein sehr beeindruckendes Buch.

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"Ich habe keine Angst" macht Gänsehaut. Es ergründet in welche Abgründe Menschen fallen könne ohne, dass man es erwartet. Wie schnell die Linie zwischen Gut und Böse überschritten werden kann. Wie schnell naive Kinderwelten von Erwachsenen kaputt gemacht werden.

Mit lyrischer Prosa und erschreckendem Detail berichtet Ammaniti von einem kleinen italienischen Dorf, dass mit einer einzigen Entdeckung in Aufruhr versetzt wird und deren Familien für immer zerstört werden. Unbedingt lesen.

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Niccolò Ammaniti - Ich habe keine Angst

Meinung
Der Autor hat mit großer Sorgfalt die Aktionen und Gedanken eines Kindes eingefangen, das sich in einer erwachsenen Situation befindet.
Er versetzt sich in die Denkweise eines 9-jährigen Jungen und erzählt die ganze Geschichte wie ein echter 9-Jähriger.
Ein Roman, der von Kindern aus der Sicht von Kindern erzählt, die die Welt der Erwachsenen noch nicht verstehen, die Welt, die sie nach und nach mit allen möglichen Grausamkeiten und Schrecken kennenlernen werden.
Der Autor beschreibt einfach und flüssig, aber in der Tiefe dessen, was er erzählt, ist es ganz und gar nicht einfach.
Ich habe fast von Beginn an eine Spannung in diesem Roman gespürt, die Hitze, die karge Landschaft und die kurzen Sätze haben dieses Gefühl noch verstärkt.
Für mich war es eine fesselnde Lektüre über verlorene Unschuld, denn was Michele findet, bringt ihn dazu, denjenigen zu misstrauen, denen er früher am meisten vertraut hat, sogar seinem eigenen Vater
Ein ziemlich kurzes Buch, das aber sehr zum Nachdenken anregt.

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Ich habe keine Angst - Niccolo Ammaniti

Dieser Roman des italienischen Autors wurde vom Eisele Verlag neu aufgelegt.
Die Geschichte spielt im Süditalien der 70er Jahre. Der neunjährige Michele spielt mit den Nachbarskindern auf der glühend heißen Straße und auf den Feldern. Eines Tages entdeckt Michele bei einer Mutprobe ein Erdloch, in dem ein gleichaltriger Junge festgehalten wird.
Michele denkt und handelt wie das Kind, das er eben ist. Seine Entscheidungen sind nicht immer die beste Lösung. Doch gerade diese Perspektive aus Kinderaugen machen dieses Werk zu etwas besonderem. Die kindliche Naivität und die Neigung Erklärungen in der Fantasiewelt zu finden, steigern den Schrecken noch.
Es ist ein toller Schreibstil mit dem diese eindringliche Geschichte geschrieben ist. Authentisch und atmosphärisch werden die Abgründe geschildert, die sich in diesem kleinen italienischen Dorf auftun.
Für mich ist dieser Autor auf jeden Fall eine Entdeckung!
5 Sterne

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Ammaniti nimmt uns mit in das ärmliche, südliche Italien der 70er und lässt einen 9jährigen Jungen ein schreckliches Geheimnis entdecken. Ich mochte die konsequente, kindliche Sicht und die langsame Realisierung des Protagonisten, dass Erwachsene oft nicht dass sind, was sie scheinen.

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Der 9jährige Michele macht in einem verfallenen Haus,
hinter seinem kleinen italienischen Dorf, eine erschütternde Entdeckung:
Dort ist ein Junge in einem dunklen Loch angekettet.
Michele beschließt zunächst, dass er seinen "Fund" geheimhalten will.
Er bringt dem Jungen Essen und redet mit ihm. Als er sich dann doch nach einigen Tagen
dazu entscheidet, seinen Eltern von dem Jungen zu erzählen, stellt er schockiert fest,
dass er niemandem trauen kann.

Am Anfang der Geschichte war ich irritiert, wie leichtfertig Michele mit seiner Entdeckung umgeht.
Fast hatte ich das Gefühl, er freue sich über ein neues Haustier oder Spielzeug.

Die Story aus der Sicht eines sehr naiven Kindes zu erzählen hat sich im Nachhinein jedoch als gute Idee
erwiesen. Als Leser blättert man fassungslos Seite um Seite weiter und kann nicht glauben,
welche Grausamkeiten hinter den Fassaden der Erwachsenen in Micheles Umfeld lauern.

Der Roman hat mir gut gefallen und ich werde gerne weitere Titel des Autors lesen.

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dieses Buch hat mich begeistert - konnte es nicht aus der Hand legen - der Autor hat diese berührende, tragische Geschichte um das Ereignis im Leben des neunjährigen Michele so toll erzählt. Mit den Empfindungen und Wahrnehmung des Kindes - rückwirkend berichtet - spannend und erschreckend zugleich. Volle Leseempfehlung von mir auch jeden Fall!!!

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