18 Kilometer bis Ljubljana

Roman

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Erscheinungstermin 15.08.2023 | Archivierungsdatum 26.11.2023

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Zum Inhalt

„Das Leben ist ein Sonntagnachmittag, wie Radovan sagen würde. Lang und langweilig, und nimmt ein schlimmes Ende.“


Widerwillig kehrt Marko in seine alte Heimat zurück. In Fužine, dem Vorort von Ljubljana, ist nichts mehr so, wie es war. Die Leute hängen nicht mehr in Trainingsanzügen vor dem Block ab. Die Jugendlichen beschmieren keine Aufzüge mehr und sehen jetzt aus wie brave Geklonte. Er gehört nicht mehr hierher und fühlt sich wie ein Außerirdischer. Seine Freunde sind Junkies oder zum Islam konvertiert, sein Vater hat einen Tumor und tut so, als ginge ihm das am Arsch vorbei. Nach zehn Jahren in der bosnischen Provinz bei Oma und Opa und nach einer unglücklichen Liebe zu einer abgefahrenen Muslimin versucht er dort, wo er nie zu Hause war, seinen Platz zu finden.


Ein Roman, in dem sich Lachen und Tränen mischen

„Das Leben ist ein Sonntagnachmittag, wie Radovan sagen würde. Lang und langweilig, und nimmt ein schlimmes Ende.“


Widerwillig kehrt Marko in seine alte Heimat zurück. In Fužine, dem Vorort von...


Vorab-Besprechungen

„Irre komisch, irre rasant, irre großartig!“
 taz – Die Tageszeitung, Doris Akrap

„Ein wahrhaft großes Stück europäischer Literatur.“
Bayerischer Rundfunk, Mirko Schwanitz

„Irre komisch, irre rasant, irre großartig!“
 taz – Die Tageszeitung, Doris Akrap

„Ein wahrhaft großes Stück europäischer Literatur.“
Bayerischer Rundfunk, Mirko Schwanitz


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783852568843
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 288

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Roman aus Slowenien mit eigenständigem Ton

18 Kilometer nach Ljubljana ist ein Roman von Goran Vojnovic. Er erzählt von der Perspektivlosigkeit eines jungen Mannes in seiner Heimat Slowenien.
Erzählt wird vom Icherzähler Marko in einer selbstironischen, derben Jugendsprache, die an den Rand des Erträglichen geht. Gemildert wird das durch Wortwitz. Der Autor will aber damit auch Grenzen sprengen. Eine Qualität der Sprache ist das hohe Tempo.
Trotz des Zynismus des Protagonisten macht er auch einige gute Beobachtungen.

Marko ist in Slowenien aufgewachsen, aber Sohn bosnischer Eltern. Die letzten Jahre war er in Bosnien bei den Großeltern und hatte dort eine Beziehung mit Alma, die Muslimin ist. Durchaus problematisch, da die Erinnerungen an den Krieg noch frisch sind. Zurück in Slowenien zieht Marko mit seinen Freunden rum.

18 Kilometer nach Ljubljana ist übrigens die Fortsetzung von Vojnovics Kultroman „Tschefuren raus“.



978-3-85256-884-3

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Ein hervorragender Roman für junge Erwachsene

Worum geht’s?
Um nicht ins Gefängnis zu müssen, kehrt Marko nach Fuzine in seine alte Heimat zurück. Aber dort ist nichts mehr so, wie es früher war. Nicht nur der Ort selbst hat sich verändert, auch die Leute von früher sind anders geworden. Zudem hat sein Vater einen Tumor und will sich dies nicht eingestehen. Wird Marko hier wieder Fuß fassen können?

Meine Meinung:
Der Roman „18 km bis Ljubljana“ (Folio Verlag, 08/2023) von Goran Vojnovic hat mich zuerst vom Titel und Cover her angesprochen, da meine Oma aus einem Ort in der Nähe von Ljubljana kommt und daher auch ein Teil meiner Wurzeln dort verankert sind. Und auch der Klappentext war vielversprechend. Ich habe einen Roman erwartet, der mich geistreich und mit Wortwitz unterhält. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit dem Schreibstil leider nicht so zurechtgekommen bin, da doch viel Slang und ein großer Teil Jugendsprache eingeflossen sind, die mir dann doch teils zu grob und derb war.

Wobei dieser Sprachstil gut zu Marko, dem Hauptprotagonisten, passt, der in seinen 20ern ist. In dem Roman geht es um die Perspektivlosigkeit von Marko und seinen gleichaltrigen Freunden. Um die Suche nach einem Platz im Leben. Und auch darum, wie der Aufenthalt im Häfen, dem dortigen Gefängnis, das Leben der Insassen ändert. Einige seiner Freunde und Bekannten sind in die Drogenszene abgerutscht, wie z.B. Aco. Marko selbst ging von zu Hause weg, aber war auch andernorts immer ein Fremder und musste und wollte aus mehreren Gründen wieder zurück in sein Elternhaus.

Was mir gut gefallen hat ist, wie der Familienzusammenhalt dargestellt wird. Wie wichtig Marko die Familie ist, vor allem als sein Vater krank wird. Und auch, wie der Vater mit der Krankheit umgeht und sich um seine Frau sorgt. Ebenso die Dialoge von Marko und seinem Vater, die sich um Belanglosigkeiten drehten, um nicht auf den Punkt kommen zu müssen. All dies ist realistisch und authentisch. Dann Markos Rückblicke in die Vergangenheit zu Alma, seiner ersten Liebe. Die typische Liebesbeziehung zwischen zwei Jugendlichen, real und gut beschrieben. Für mich war an dem Roman das Problem wirklich der Sprachstil; durch diesen kam die Geschichte nicht so bei mir an, wie sie das bestimmt bei Twens tun würde. Und auch den Protagonisten kam ich nicht wirklich nahe, was ich im Nachhinein schade finde, da die Geschichte in meinen Augen viel Potenzial für Emotionen und Aha-Momente hat. Daher war das Buch für mich zwar gut, für jüngere Erwachsene ist es aber sicherlich emotionaler, lustiger und zu Herzen gehender, da diese dem Hauptprotagonisten einfach näher sind. Daher eine Leseempfehlung für alle Menschen in ihren 20ern, die reden und denken wir Marko. Mich hat das Buch leider nicht ganz so mitgerissen, wie ich es mir gewünscht und vom Klappentext her erhofft habe.

Fazit:
„18 km bis Ljubljana“ von Goran Vojnovic ist ein Roman für junge Erwachsene. Der Schreibstil entspricht dem Hauptprotagonisten Marko, der in seinen 20ern ist. Der Autor schreibt so, wie Menschen in diesem Alter reden und denken und trifft damit genau deren Stil. Auch die Handlung ist spannend. Es geht darum, seinen Platz in der Welt zu finden. Es geht um Krankheit und Familienzusammenhalt und um das Fehlen einer Perspektive. Die Charaktere sind gut gewählt, lediglich der Schreibstil konnte mich nicht packen, sodass das Buch bei mir nicht so angekommen ist, wie es wohl bei jüngeren Menschen ankommt, obwohl mir die Grundzüge und die Geschichte wirklich gut gefallen haben. Aber da ich mit Markos Sprache nicht viel anfangen konnte, ging mir der Roman nicht so zu Herzen, wie es hätte sein können.

Dennoch gute 3 Sterne von mir und eine klare Leseempfehlung für alle junge Erwachsene!

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„Dejan Mirtić hat einen Kopierer“

Slowenien, das ist die Kultband Laibach, das ist die Höhle von Postojna, das sind Bled & Bohinj, Edvard Kardelj und die Lipizzaner. Aber zu Slowenien gehören auch die bosnischen Gastarbeiter(kinder), die eben keine ethnischen Slowenen sind und die oft am Rand der Gesellschaft stehen & von der Mehrheitsgesellschaft abwertend „Tschefuren“ (‚Kanaken oder Tschuschen‘) genannt werden.
In „18 Kilometer bis Ljubljana“ erzählt der Ich-Erzähler Marko Đorđić seine Geschichte. Der in Slowenien geborene Sohn bosnisch – serbischer Gastarbeiter lebt zunächst im slowenischen „Ghetto“ Fužine (bei Ljubljana), um dann bei Verwandten in Bosnien zehn Jahre lang unterzutauchen. Bei seiner Rückkehr nach Slowenien muss er feststellen, dass sein Vater an Krebs erkrankt ist und dass einer seiner besten Freunde (ein Ex-Junkie) Wahhabit geworden ist. Marko durchlebt eine existentielle Krise, der Roman ist insgesamt auch eine Nationalismus – Kritik (der Protagonist nennt etwa Albaner ironisch „Schippis“, Kroaten sind „Ustascha“.) Political Correctness darf man hier nicht erwarten (sehr erfrischend), und manche Passagen wirken auf manche Leser und Leserinnen eventuell misogyn. Basketball spielt eine große Rolle. Es wird viel geflucht, was dazu führen kann, dass man beim Lesen nach einer Zeit mental „mit den Augen rollt.“ Andererseits wirkt das Ganze immer authentisch, man glaubt wirklich, dass hier ein 28jähriger von seiner wilden Jugend berichtet. Oft ist das Ganze brüllend komisch („Er sah aus, als würde er auf Skiern springen, der Arsch.“), stellenweise aber auch anrührend und weise. Als Markos Großmutter etwa hört, dass in Fužine ein Seniorenheim gebaut wurde, graut ihr vor dem Ort, „wo sie die Alten in Heime stecken wie in ein Gefängnis.“ Marko stellt weiters fest: „Die Altersheime sind für sie der Beweis, dass die Partisanen verloren haben und dass die Menschen nicht mehr zählen, nur das Geld zählt noch.“
Bei der Lektüre des Romans kommt man ins Grübeln, man fragt sich, ob Mitteleuropa wirklich so fortschrittlich ist („Das Festnetz ist bei den Tschefuren ein Familienmitglied, wie Hunde und Katzen bei den Slowenen.“), wenn man vom wirtschaftlichen Erfolg einmal absieht. Die Geschichte gleitet aber an keiner Stelle ins Weinerliche ab. Die große Stärke des Romans ist die Figurenzeichnung, und die Geschichte ist mehr als eine „Ex-Jugo-Ballade“, ich denke, dass die story Gastarbeiterkinder oder auch Migrantenkinder allgemein berühren wird. Die deutsche Übersetzung ist stellenweise zu wörtlich (man sieht nicht etwas „aus dem Flugzeug“, sondern schon von Weitem, etwas ist glasklar. Es heisst „alles der gleiche Scheiß“ und nicht „derselbe Schwanz“(Pos.24), da im Deutschen im Gegensatz zu den meisten slawischen Sprachen die meisten Flüche eben nicht genital konnotiert sind. Es gibt im Text Austriazismen wie „Häfen“ für den Knast, das Gefängnis und „Tschick“ für die Kippe bzw. den Zigarettenstummel, ein Turzismus wird nicht ins Deutsche übersetzt, warum eigentlich, wenn man als Leser weiß, dass ein Bettlaken gemeint ist, wirkt der Text meines Erachtens etwas anders.
Bei „18 Kilometer bis Ljubljana“ handelt es sich wohl um eine Fortsetzung. Ich habe Lust bekommen, auch den ersten Band rund um das Kind von Binnenmigranten in Slowenien („Tschefuren raus!“) zu lesen.

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Fremde, Heimat, Ankommen – die Suche nach dem Platz in der Gesellschaft.

Der Ich-Erzähler Marko Dordic erzählt von seinem Versuch, in seiner alten Heimat Slowenien wieder Fuß zu fassen. Zurück aus Bosnien, wo er sonst eine Haftstrafe hätte antreten müssen, bei seinen Eltern in Fuzine, ist er sich der quälenden Perspektivlosigkeit junger Männer willkürlich ausgesetzt. Nebenbei ist sein Vater an einem Tumor erkrankt. Dieser weigert sich aber strikt, diese Diagnose anzunehmen. Marcos Eltern stammten aus Bosnien, sind somit eigentlich „Ausländer“ in Slowenien, Tschefuren. An und für sich ein Schimpfwort – und es kommt im Roman sehr oft oft.
In den Jahren, und auch durch den Balkankrieg, hat sich vieles geändert. Auch in Fuzine steht vieles auf Veränderung – nicht nur der Ort an sich, auch die Menschen haben sich verändert.
Marko erzählt von seinem Aufenthalt in Bosnien bei seinen Großeltern. Und von seiner ersten großen Liebe Alma, eine Muslimin. Alles birgt im Hintergrund Konfliktmaterial – strenger Katholizismus versus Islam – die Wunden des Krieges schwären immer noch nach.
Seine Protagonist:Innen wählte der Autor mit viel Bedacht. Sie klingen authentisch, die Dialoge sind so, wie sie sein sollten und triefen von purer Realität. Familienzusammenhalt und die Konflikte des Erwachsenwerdens sowie fehlende Zukunftsperspektiven, Gefängnisaufenthalte, Drogenkonsum, prägen die Schreibart.
Für meinen Geschmack schießt der Autor dabei übers Ziel hinaus. Die Sprache ist oftmals äußerst derb, wohl so, wie sich Zwanzigjährige wohl unterhalten. Ein Umstand, mit dem ich eigentlich gar nicht umgehen kann. Mehr als einmal wollte ich deswegen das Buch schon abbrechen.
Und dennoch will man mehr von der Geschichte wissen – Vojnovic hat meines Erachtens hier einen sehr guten Gesellschaftsroman verfasst, der sich einer gewissen Tiefe nicht entziehen kann. Realistisch und authentisch bis in die verbalen Entgleisungen hinein. Aber damit muss man Leser:In erst mal klar kommen. Dennoch schafft er es, Wut, Trauer, Hass und Liebe, Fürsorge über die Zeilen zu vermitteln.

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