Und dann verschwand die Zeit

Roman

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Erscheinungstermin 04.05.2023 | Archivierungsdatum 01.09.2023

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Zum Inhalt

Auf einer Anhöhe abseits einer kleinen Stadt am Meer liegt das High House. Dort leben Grandy und seine Enkeltochter Sally sowie Caro und ihr Halbbruder Pauly. Das Haus verfügt über ein Gezeitenbecken und eine Mühle, einen Gemüsegarten und eine Scheune voller Vorräte – die Vier sind vorerst sicher vor dem steigenden Wasser, das die Stadt zu zerstören droht. Aber wie lange noch?

Caro und ihr jüngerer Halbbruder Pauly kommen im High House an, nachdem ihr Vater und ihre Stiefmutter, zwei Umweltforscher*innen, sie aufgefordert haben, London zu verlassen, um im höher gelegenen Haus Zuflucht zu suchen. In ihrem neuen Zuhause, einem umgebauten Sommerhaus, das von Grandy und seiner Enkelin Sally betreut wird, lernen die Vier, miteinander zu leben. Doch das Leben ist anstrengend, besonders im Winter, die Vorräte sind begrenzt.  Wie lange bietet das Haus noch die erhoffte Sicherheit?

Ein atemberaubender, emotional präziser Roman über Elternschaft, Aufopferung, Liebe und das Überleben unter der Bedrohung der Auslöschung, der unter die Haut geht und zeigt, was auf dem Spiel steht.

Auf einer Anhöhe abseits einer kleinen Stadt am Meer liegt das High House. Dort leben Grandy und seine Enkeltochter Sally sowie Caro und ihr Halbbruder Pauly. Das Haus verfügt über ein Gezeitenbecken...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462001969
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 288

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein emotionaler Roman über Liebe, Aufopferung und das Überleben unter Bedrohung der Auslöschung.
Das Hight House liegt am Meer und verfügt über ein Gezeitenbecken, eine Mühle, einen Gemüsegarten und viele Vorräte. Vorerst sind seine Bewohner sicher vor dem steigenden Wasser, das die Stradt zu zerstören droht.

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Für mich ist das Buch "Und dann verschwand die Zeit" von Jessie Greengrass eine wirkliche Reise. Eine Reise in eine Zeit und eine Welt die weit weg und doch nah scheint. In dieser Welt war alles wie wir es jetzt kennen, bis die Klimaveränderungen solche Ausmaße annahmen und alles zu versinken droht.
Die Geschichte erzählt aus der Sicht von Caro, Sally und Pauly. Sie leben zusammen mit dem Großvater Grandy auf High House. Einer Zuflucht vor den steigenden Wassermassen.
Dieses Buch ist voller Melancholie und Liebe. Es macht traurig und gleichzeitig zeigt es die kleinen Glückmomente so deutlich. Dieses Buch bringt einem das Gefühl von Weltschmerz. Ein wunderschönes Buch, dessen Inhalt einem zu Grübeln gibt.
Für mich ist das Buch ein absolutes Highlight und eine klare Leseempfehlung.

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Paulys Eltern waren Journalisten und Umweltaktivisten. Erst Jahre später wird deutlich, wie akribisch seine Mutter Francesca die Zuflucht ihres einzigen Kindes nach einer globalen Umweltkatastrophe geplant hatte. Das High House auf einer Kiesbank in der Flussmündung, fernab von anderen Menschen gelegen, war völlig autark, vorausgesetzt, seine Bewohner hatten gelernt mit Wassermühle, Trinkwasserbrunnen und Kohleherd umzugehen. Der drohende Weltuntergang war schon immer Francescas Thema gewesen. Sie konnte sich darüber aufregen, dass andere Menschen in den Tag hinein lebten, während sie unermüdlich um die Welt reiste, um deren Bewohner in letzter Minute noch aufzurütteln. Als Paulys ältere Halbschwester Caroline die Verantwortung für ihren Bruder übernimmt und mit ihm ins High House flüchtet, beginnt für sie ein neues Leben, als wären die Geschwister außer Sally und ihrem Grandy auf der Landzunge die einzigen Menschen.

Präzise entsteht das Bild eines großzügigen Anwesens am Meer mit Obst- und Gemüsegarten, Wäldchen, Gezeitentümpeln am Strand und einem funktionierenden Haushalt. Sallys Großvater Grandy , der schon immer eine Art Hausmeister für das gesamte Dorf war, hat seinen drei Schülern alle Fertigkeiten beigebracht, die in dem düsteren Haus gebraucht werden. 20 Jahre später besteht das Leben allein aus der Suche Nach Nahrung und Wärme. Rückblickend wird deutlich, dass die Menschen ihre letzte Chance nicht genutzt hatten und Paulys Eltern sich und ihr privates Glück damals vergeblich opferten.

Die dystopische Geschichte einer verdrängten Klimakrise wird auf mehreren überlappenden Zeit- und Wissensebenen von drei Icherzählern entfaltet. Wie in Dystopien nicht ungewöhnlich, ließ mich die kleine Zwangsgemeinschaft darüber rätseln, wie realistisch Pauls Überleben auf die Dauer sein wird – ohne das Wissen des lebensklugen Grandy. Berührt hat mich besonders Paulys Sichtweise, der sich viel selbst erschließen muss, weil er an die Welt vor der Apokalypse nur wenig Erinnerungen hat.

Sally Greengrass‘ präziser Strich lässt unvergessliche Bilder entstehen. Ihr Blick in die Innenwelt einer Kleinfamilie vor der Folie einer gesichtslosen Außenwelt zeigt Empathie und psychologisches Geschick. Völlig anders als in ihrem spröde wirkenden „Was wir voneinander wissen“ habe ich mit diesen Figuren mitgefühlt und -gelitten. Neben der dystopischen Ebene geht es auf der Beziehungsebene um Mutterschaft, soziale Elternschaft, die Geschwisterbeziehung, sowie den gesellschaftlichen Graben zwischen Besitzenden, Wissenden und „den Anderen“.

Ein großartiger Roman.

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Das hoch gelegene Haus

Und dann verschwand die Zeit ist ein ergreifender Roman der britischen Autorin Jessie Greengrass. Der Originaltitel The High House ist aber besser. Dabei ist kein Hochhaus gemeint, sondern ein Haus, das hoch gelegen ist und daher den Protagonisten dieses Romans Schutz bietet.
Der Roman ist sehr figurengetrieben. Im High House leben zusammen und sehr isoliert die Geschwister Caro und ihr viel jüngerer Halbbruder Pauly sowie Sally und ihr Großvater „Grandy“. Sie sind wie alle in England vom extremen Wetter und Hochwasser bedroht. Das Buch ist auch darin britisch, dass andere Länder nicht betrachtet werden. Wenn London überflutet wird, sind anderer Länder vermutlich längst versunken.

Es sind sehr sympathische Figuren, aber auch mit ihren Eigenheiten. Caro ist sehr sensibel, Pauly erlebt alles sehr intensiv und Sally ist nicht selten schlecht gelaunt, da sie einen großen Teil der Verantwortung übernimmt. Meine Lieblingsfigur war der gütige Grandy. Aber eigentlich mochte ich alle, sogar sehr.

Das Buch konzentriert sich lange darauf, wie die kleine Gruppe als Gemeinschaft zusammenlebt und auf das Warten auf das kommende steigende Wasser.
Das Buch ist reich an Bildern, die vor dem inneren Auge des Lesers entstehen und an Metaphern.

Ich fühlte mich von dem Buch emotional berührt.

9783462001969

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"Und dann verschwand die Zeit" von Jessie Greengrass ist eine Dystopie der eher ruhigen Töne und hat mir gut gefallen. Pauly, Caro und Sally sind Überlebende einer verheerenden Flutkatastrophe, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel steht und die auf der ganzen Welt dramatische Auswirkungen hatte. Die Zivilisation ist wohl in Teilen zusammengebrochen, allerdings bleibt das genaue Ausmaß unklar. Zusammen leben die drei auf High House an der Küste Englands und berichten im Wechsel davon, wie sie dorthin gekommen sind, was vor der Katastrophe passiert ist und (eher andeutungsweise) wie ihr Leben nun aussieht. Dabei gibt es wenig Spannung oder Wendungen – keine Gewalt, Action oder Machtkämpfe. Die Erzählung konzentriert sich eher auf die drei Charaktere, die unterschiedlich mit den Aspekten Schuld, Verantwortung, Überlebenskampf umgehen, und sich doch irgendwie zusammenraufen müssen, um das Überleben gemeinsam zu meistern. Dabei verzichtet Jessie Greengrass aber auf extreme Kontraste zwischen den Charakteren, was zu dieser eher ruhigen Geschichte gut passt. Diese Dystopie ist anders, aber wenn man sich darauf einlässt, ist sie durchaus lohnend.

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Caro ist 14 Jahre,als sie noch einen Halbbruder bekommt,Pauly.
Die Eltern,zwei Umweltwissenschaftler,verschwinden immer wieder zu Konferenzen,überall auf der Welt, und auch um eine Art Zuflucht für den schlimmsten Umweltfall zu schaffen.High House,früher von der Familie Francescas',Caros' Bonusmutter, als Sommerhaus genutzt, wird von den Eltern so ausgerüstet,dass es fast autark funktioniert.Vor allem, um dem ansteigendem Wasser und den Sturmfluten trotzen zu können.
Als Pauly 4 ist,schickt Francesca die Kinder von London,wo die Lebensbedingungen immer schlimmer werden,nach High House.Dort treffen Caro und Pauly auf Sally und Grandy, Sallys' Großvater.Fortan leben die vier zusammen und versuchen zu überleben.
Die Geschichte wird in der 1.Person singular multiperspektivisch erzählt.Die Erzählebene wechselt von der Gegenwart in die nahe Zukunft,in der Pauly ein älterer Mann ist, und in die nahe Vergangenheit,als Pauly geboren wurde.
Es ist ein dystopischer Roman, der neben all den bedrückenden Schilderungen, viele schöne Seiten des Lebens der Zwangsgemeinschaft zeigt.
Ich fand es für mich manchmal verwirrend nachzuvollziehen,in welcher Zeit die jeweilige Erzählperson gerade war und die Sprache hat mich leider nicht mitgenommen.

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Anfangs war es schwer, herauszufinden, worum es überhaupt in diesem Roman geht. Nur langsam setzt der Leser die Bausteine zusammen, die die Autorin im Text verstreut. Nach und nach erfährt der Leser von dem Umweltforscher-Ehepaar, das ein Haus auf einer Anhöhe in der Nähe einer Küste als Zuflucht für ihre Kinder hergerichtet hat. Das Haus gibt der englischen Ausgabe ihren Titel: High House.

"Sie sagte: Wir müssen erkennen, dass dies unsere letzte Warnung ist – denn wenn wir dies nicht tun und jetzt nicht handeln, werden die Konsequenzen schlimmer sein als alles, was wir bisher erlebt haben, dann haben wir unsere Chance verpasst …" (bei 9% des eBooks)

Es gibt immer wieder Textpassagen und Aussagen, die vermuten lassen, wie die vier Hauptfiguren des Romans zusammenfanden. Bis im Laufe des Romans die Vermutung zur Gewissheit wird. Dabei ist der gewählte Erzählstil sehr spannend. Denn die Autorin wechselt immer wieder die Erzählperspektive zwischen drei Personen, wobei sich der erzählerische Anteil jeweils im Laufe des Buchs ändert. Die Handlung ist in einer nahen Zukunft angesiedelt und zieht sich über mehrere Jahre, wobei der Leser nur selten konkret weiß, wie alt die jeweilige Person gerade ist.

Zusätzlich springt die Autorin quasi im Fließtext zwischen den Zeiten hin und her und wechselt währenddessen die Erzählperspektive. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil wird so der Roman extrem spannend und zuweilen auch sehr emotional.

"Um mich herum schien die Welt zu versinken, zu erfrieren oder zu verbrennen." (bei 15% des eBooks)

Sehen so künftig die Ängste der kommenden Generation aus? Leben unsere Kinder und Kindeskinder in ständiger Angst vor einer ungewissen Zukunft?

"[…] wenn ich darüber nachdachte […], überfiel mich nacktes Entsetzen." ((gemeint ist die Zukunft, Anm. des Autors) bei 15% des eBooks)

Es finden sich im Buch immer wieder Hinweis zu unserer Lebensweise im Hier und Jetzt. Es ist ein Umstand, den schon heute viele anprangern. Wir leben auf Kosten der kommenden Generationen.

"[…] wie unglaublich verschwenderisch wir doch waren, wie achtlos." (bei 21% des eBooks)

Und irgendwann wird dieser Zeitpunkt kommen, an dem es zu spät ist. Und genau hier ist dieser Roman verortet.

"Man denkt, man hat noch Zeit. Und dann hat man plötzlich keine mehr." (bei 47% des eBooks)

Es ist eine englische Autorin, die den Roman in England verortet hat. Aber es ist überall in der westlichen Welt das Gleiche. Es ist die „Weiter-so-Mentalität“, die uns als Menschheit irgendwann das Genick brechen wird.

"Gelegentlich hatten wir Geld gespendet, wenn die Bilder schlimm genug waren, und danach einfach weitergemacht wie bisher." (bei 60% des eBooks)

Ich fand aber nicht nur die Emotionalität zwischen den Figuren sehr spannend, sondern auch die Ideen, die die Autorin hat einfließen lassen, wie es den Geflüchteten ergehen würde, die die Umweltkatastrophen überleben.

"Kein Wort für diese Jahreszeit, die mittlerweile zwischen Sommer und Herbst stattfindet". (bei 75% des eBooks)

Fazit
Am Ende hält der Leser eine Dystopie in den Händen. Und zwar eine, die ein sehr deprimierendes Licht auf (mögliche) künftige Ereignisse wirft. Das Zusammenspiel der vier Figuren, um die es im Wesentlichen in diesem Roman geht, ist sehr intensiv und geprägt von anfänglicher Skepsis und Misstrauen und vom Zusammenwachsen in dieser kleinen Gemeinschaft. Der Roman ist im positiven Sinne ungewöhnlich geschrieben und hat mich als Leser sehr emotional berührt. Er ist aber auch eine Mahnung und Warnung und zeigt, wohin eine Weiter-Politik führen wird.

Ich hoffe inständig, dass meine Kinder nicht irgendwann sagen müssen:

"Der Zug ist abgefahren". (bei 11% des eBooks)

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