BeHauptet

Als Muslimin zwischen Sicherheit und Freiheit

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Erscheinungstermin 18.08.2022 | Archivierungsdatum 01.03.2023

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Zum Inhalt

Was ist falsch daran, Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen? Ayla Işik beschreibt den schwierigen Weg einer Muslimin, die sich den Glauben bewahren, aber den patriarchalen Gesetzen der Community nicht mehr unterordnen will. Ein Buch, das die innere Zerrissenheit muslimischer Frauen in Deutschland zeigt, das erklären, versöhnen und Mut machen will. Denn Freiheit und Gehorsam widersprechen sich.
Dies ist kein Buch über das Kopftuch und doch spielt es eine große Rolle, denn oft fangen die Probleme genau dann an, wenn es als Symbol der inneren Befreiung abgelegt wird.
Ayla Işik beschreibt ihren Weg aus dem engen Korsett der muslimischen Community hin zu einem selbstbestimmten Leben. Für Frauen, die nach Freiheit streben, heißt das nicht selten, auf die Kinder zu verzichten, von den Familien und der Gemeinschaft verurteilt zu werden und finanziell vor dem Nichts zu stehen, denn oft genug fehlen Berufsausbildung und somit die finanzielle Unabhängigkeit. Warum entscheidet sich eine Ehefrau und Mutter trotzdem für die Freiheit und gegen die soziale, religiöse und finanzielle Sicherheit? Ein Buch, das exemplarisch zeigt, wie schwierig und dennoch lohnend es ist, den eigenen Weg zu gehen.

Was ist falsch daran, Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen? Ayla Işik beschreibt den schwierigen Weg einer Muslimin, die sich den Glauben bewahren, aber den patriarchalen Gesetzen der ...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462001976
PREIS 18,00 € (EUR)
SEITEN 288

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Beeindruckt hat mich schon das Coverbild. Es druckt aus, wie es Frauen aus dieser Kultur geht. Ayla Isik schildert den beschwerlichen Weg einer Muslimin, die einerseits ihren Glauben leben will, aber auf der anderen Seite den patriarchalen Gesetzen der Community entgehen will. Sie zeigt auf, wie es vielen Frauen in der westlichen Welt geht. Beim Lesen kommt die beklemmende Zerrissenheit dieser Frauen voll zum Tragen. Man merkt, dass sich Freiheit und Gehorsam nicht verbinden lassen. Eines möchte ich vorausschicken, es ist nicht eine Geschichte über die Frauen mit einem Kopftuch. Es ist viel mehr in dieser Geschichte enthalten. Die Probleme fangen da an, wenn die Frauen dieses Merkmal ablegen. Ayla Isik beschreibt ihren Weg aus dem engen Raum auszubrechen und auf vieles verzichten zu müssen, um die Freiheit zu erlangen. Für viele Frauen heiss das von der Gemeinschaft ausgestossen zu werden und mittellos dazustehen. Dieses Buch zeigt auf, dass es sich dennoch lohnt den Weg in die Freiheit zu gehen. Dieses Buch kann ich 100% empfehlen. Nach dem Lesen muss man über einiges Nachdenken.

War diese Rezension hilfreich?

Nach der Lektüre von „BeHauptet“ von Ayla Isik musste ich zunächst meine Gedanken sortieren, da mich das Buch emotional aufgewühlt hat. Ich war genervt und wütend von unwahren Erzählungen über den Islam in der Gesellschaft, von den rassistischen Erfahrungen und vor allem war ich ergriffen von der Geschichte dieser Frau.

Ayla Isik erzählt sehr ehrlich und direkt von ihrem Leben - von ihrem Wunsch, das Kopftuch abzulegen, von ihren Beziehungen und ihrer Familie, finanziellen Sorgen und ihrem Kampf gegen eine patriarchale Gesellschaft. Da ein Leben komplex und vielschichtig ist, wird im Buch auch über alle Themen berichtet, die dieser jungen (muslimischen) Mutter im Leben begegnet sind.

Anfangs hatte ich das Gefühl, dass sie die ganze Thematik um das Kopftuch krampfhaft „westlich“ darstellt - als etwas, dass sie einzwängt, dass sie ihrer Freiheit beraubt. Ich war genervt davon, dass immer mal falsche Aussagen zum Islam im Buch standen. Falsch deshalb, weil der ursprünglich religiöse Gedanke ein anderer ist, und das, was zum Teil im Buch steht, eher kulturell „gewachsen“ ist (Beispiel: muslimische Frau darf nicht arbeiten).

Aber wenn man sich fragt, was Ayla Isik dem Leser mitteilen will, wird einem schnell klar: Ja, es gibt sie - gerade die aktuellen Geschehnisse im Iran machen es deutlich. Es gibt Mädchen und Frauen, die aufgrund missverstandener Regeln, gewachsener kultureller Traditionen und patriarchaler Konstrukte den Glauben nicht mehr als etwas befreiendes erleben können. Nicht nur weit weg, auch bei uns in Deutschland, das macht uns die Autorin deutlich. Es gibt Frauen, die aufgrund ihrer Entscheidung, sich scheiden zu lassen, als schlechte Mutter verurteilt werden. Diese Frauen haben nicht nur die Trennung zu verarbeiten, sich ein neues Leben aufzubauen, sondern werden von ihrem persönlichen Umfeld auch noch ausgestoßen. Und das, liebe Leser, ist nicht islamisch.

Ich verstehe dir Autorin, wenn sie von einer religiösen Gemeinschaft in schwierigen Zeiten etwas anderes erwartet hat. In ihrer Jugend ist ihre muslimische Gruppe ihr zweites Zuhause, man stärkt sich gegenseitig, ist füreinander da. Denn das, was sie später erlebt, ist leider viel zu häufig Programm: man wird verurteilt, wenn man auch nur irgendwie anders ist oder Sachen anders macht, als die anderen. Der Glauben des anderen wird bewertet. Du trägst kein Kopftuch? Dann bist du gar nicht „so gläubig“. Du betest nicht fünfmal am Tag? Oh oh…

Dabei wird vergessen, dass es nicht unsere Aufgabe ist, den Glauben anderer zu bewerten. Es wird vergessen, dass jeder von uns Hochs und Tiefs hat, auch auf seiner spirituellen Reise. Niemand ist perfekt. Das was wir tun sollten, ist füreinander da zu sein, zuzuhören und andere Menschen nicht zu verurteilen, gerade dann, wenn sie Hilfe oder Beistand brauchen.

Ich finde das Buch lesenswert, da Ayla Isik absolut authentisch aus ihrem Leben berichtet und Mut beweist. Sie beschreibt manche Situationen so gut, dass man glaubt, es wäre eine Freundin, die ihre Geschichte erzählt. Der Moment, in dem Isik ihr Kopftuch zum ersten Mal öffentlich ablegt (Spaziergang im Wald) und nicht „beobachtet“ wird, zeigt mir eher, dass sie die Freiheit genießt, nicht ständig rassistischen Blicken ausgesetzt zu sein und wie ein „normaler Mensch“ behandelt zu werden. Das finde ich extrem traurig.

Ayla Isik weist an mehreren Stellen des Buches darauf hin, dass sie ihre persönliche Reise beschreibt. Allerdings finde ich es sehr schade, dass nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es auch Frauen gibt, die ihr Kopftuch gern und freiwillig tragen. Meine Befürchtung ist, dass viele, die dieses Buch lesen und die Verknüpfung „Kopftuch = Zwang“ verinnerlicht haben, daran noch weiter festhalten und eine Muslima mit Kopftuch nicht unvoreingenommen kennenlernen können oder wollen. Denn so schwer das Ablegen des Kopftuchs für eine Muslima ist, noch schwerer ist es in der heutigen Gesellschaft, es aus freien Stücken anzulegen, da einem dann Radikalisierung, Zwang oder Gewalt unterstellt wird. Aber: es ist Isiks persönliche Geschichte, und diese erzählt sie sehr emotional.

Noch ein Hinweis ans Lektorat: an manchen Stellen haben leider mehrere Absätze gefehlt - das fand ich sehr schade, daher gibt es von mir „nur“ 4,5 von 5 Sternen.

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