Das neunte Gemälde

Kriminalroman

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Erscheinungstermin 18.08.2022 | Archivierungsdatum 04.02.2023

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Zum Inhalt

Eine Leiche in einem Bonner Hotel. Ein geheimnisumranktes Gemälde. Und eine Spur, die den Ermittler an die Abgründe der jüngeren europäischen Geschichte führt – und an die seiner eigenen Familie. »Das neunte Gemälde« ist der erste Band einer packenden Krimireihe um den  Kunstexperten Lennard Lomberg.
Bonn im April 2016. Auf dem Weg zum Flughafen erhält Lennard Lomberg einen rätselhaften Anruf. Ein Mann namens Dupret drängt ihn, die Rückgabe eines verschollenen kubistischen Gemäldes zu organisieren, das sich unrechtmäßig im Besitz einer französischen Stiftung befinden soll. Kurz darauf wird Dupret tot in einem Bonner Hotel aufgefunden. Von dem Gemälde fehlt jede Spur. Sofort gerät Lomberg ins Visier der Kriminalrätin Sina Röhm. Ihre Ermittlungen zeigen, dass der einst von den Nazis geraubte mutmaßliche Picasso unmittelbar mit der Geschichte von Lombergs Vater verbunden sein könnte. Lomberg senior hatte sich seinerzeit vom einfachen Leutnant für Kunstschutz im besetzten Paris der 1940er bis zum Generalbundesanwalt der Bonner Republik hochgearbeitet.
Lennard Lomberg wird zum Detektiv in eigener Sache. Immer tiefer taucht er ein in die tragische Geschichte des neunten Gemäldes, und wird schließlich mit einer explosiven Wahrheit über seine Familie konfrontiert. Klar ist: Lomberg muss das Gemälde finden. Doch die sich anbahnende kunsthistorische Sensation ruft skrupellose Gegenspieler auf den Plan, die über Leichen gehen, um vor ihm an das Kunstwerk zu gelangen.

Eine Leiche in einem Bonner Hotel. Ein geheimnisumranktes Gemälde. Und eine Spur, die den Ermittler an die Abgründe der jüngeren europäischen Geschichte führt – und an die seiner eigenen Familie. ...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462003888
PREIS 17,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

„Drei Jahrzehnte war Julies Vater im Dunkel der Familiengeschichte umhergetappt, bevor ihm schließlich ein Mann namens Gilles Dupret den Weg zum Lichtschalter gewiesen hatte.“ (Zitat Pos. 4390)

Inhalt
Dr. Lennard Lomberg, ist Experte für Europäische Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts und ein international tätiger Gutachter. Am 22. April 2016 ist er auf dem Weg nach London, um ein Wertgutachten zu erstellen, als er einen Anruf erhält, in dem es um ein Gemälde geht, das ursprünglich einer jüdischen Familie in Frankreich gehörte, welche 1942 von den Nationalsozialisten enteignet wurde. Am 25. April ist Lomberg wieder zurück in Bonn, doch er hat keine Lust, Duprets Auftrag anzunehmen. Dupret bleibt hartnäckig, deutet einen Zusammenhang mit Lombergs Familie an, kommt aber nicht zum vereinbarten Treffen. Er wird tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden, das Gemälde ist verschwunden. Doch nicht nur Kriminalrätin Sina Röhm, Spezialgebiet Kunstkriminalität, ermittelt, auch Lennard Lomberg beginnt mit intensiven Recherchen, unterstützt von seiner Tochter Julie, welche die umfangreichen Unterlagen ihres 1995 verstorbenen Großvaters Ernst Lomberg sichtet. Dieser war ab 1942 als Mitglied der deutschen Wehrmacht in Paris für den Kunstsektor eingeteilt. Lomberg sucht nach dem Gemälde, vor allem aber will er aufdecken, was damals wirklich passiert ist, doch sehr einflussreiche Kreise wollen mit allen Mitteln genau dies verhindern.

Thema und Genre
Dieser Kriminalroman ist reine Fiktion, der Autor baut jedoch zeitgeschichtlich dokumentierte Fakten in seine Geschichte ein. Es geht um den internationalen Kunstmarkt, NS-Raubkunst, die sich heute noch versteckt in Privatbesitz befindet, um den Einfluss von ehemaligen NS-Mitgliedern bei der Besetzung von einflussreichen Positionen. Wichtige Themen sind Freundschaft und Familie.

Charaktere
Die einzelnen Charaktere sind sehr gut beschrieben, stimmig, und ihre Handlungen sind nachvollziehbar. Auch dort, wo es Überraschungen gibt, bleiben sie glaubhaft und realistisch.

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte führt uns, von Deutschland ausgehend, quer durch Europa nach Frankreich, Spanien und in die Schweiz. Sie nimmt ihren Anfang im Sommer 1914, den die befreundeten Künstler Picasso, Braque und Derain im gemeinsamen künstlerischen Austausch verbringen wollten. Ein weiterer Erzählstrang beginnt im besetzten Frankreich 1942/43 und führt weiter bis in das Jahr 1966. Die aktuelle Handlung spielt in einem straffen Zeitrahmen in den Monaten April bis Juni 2016. Die Handlungen werden abwechselnd, jedoch in längeren Abschnitten, erzählt. Gerade dieses von Kapitel zu Kapitel dichter werdende, mit großer Kreativität intelligent gewobene Netz aus Verbindungen, Überraschungen und logischen Konsequenzen ist sehr spannend, interessant und absolut stimmig. Es ist Fiktion, könnte jedoch durchaus tatsächlich so stattgefunden haben.

Fazit
Dieser erste Band einer neuen Serie von Kriminalromanen mit dem Kunstexperten Lennard Lomberg ist ein packendes Lesevergnügen, das begeistert, überzeugt und schon jetzt Vorfreude auf Band 2 macht.

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packender Krimi in verschiedenen Zeitebenen, wirkt gut recherchiert was die geschichtl. Fakten angeht. Spannendes Thema Kunstraub im Dritten Reich. Für anspruchsvolle LeserInnen ein guter Tipp

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Kunsthistoriker Lennard Lomberg erhält im April 2016 auf dem Flughafen Bonn einen rätselhaften Anruf: Er soll die Rückgabe eines kubistischen Gemäldes organisieren, dass sich zu Unrecht jahrzehntelang in einer renommierten Stiftung befunden haben soll. Noch bevor ein Treffen mit dem Mann, der sich Dupret nennt, zustande kommt, wird dieser tot in einem Bonner Hotel aufgefunden. Vom zu überprüfenden Gemälde fehlt jede Spur.

Dennoch ist Lombergs Neugier geweckt und er beginnt zu recherchieren. Dabei gerät er in den Fokus der Polizeirätin Sina Röhm, die mit einigen interessanten Details aus Lombergs Familiengeschichte aufwarten kann. Lomberg muss erkennen, dass sein verstorbener Vater, der Generalbundesanwalt, nicht so war, wie er von allen gesehen wurde.

Je tiefer er in die Geschichte des Vaters eintaucht, desto klarer ist, dass dieses Bild eine explosive kunsthistorische Sensation darstellt und Lennard Lomberg nicht der einzige ist, der diesem Gemälde nachjagt.

Meine Meinung:

Andreas Storm ist mit diesem auf gleich drei Zeitebenen, nämlich 1943, 1966 und 2016, spielendem Krimi eine fesselnde Geschichte rund um Raubkunst gelungen.
Die Idee hatte der Autor, wie er in einem Interview sagt, als er im Jahr 2016 über einen Artikel über die Vernichtung von „entarteter Kunst“ durch die Nazis gestolpert ist. Bei der Bilderverbrennung am Jeu de Paume im Paris des Jahres 1943 soll statt wertvoller Bilder wie jene von Picasso & Co. nur minderwertiger Plunder verbrannt worden sein. Darüber streiten Kunsthistoriker seit Jahrzehnten.

Neben Details über die offiziellen Raubzüge der Nazis erfahren wir über persönliche Bereicherung daran beteiligter Offiziere und wie sie ihnen gelang, beinahe unbehelligt nach dem Krieg wieder einflussreiche Positionen einzunehmen. Skrupellose Machtmenschen also, die ihre Seilschaften bis zu ihrem Tod (und manchmal auch darüber hinaus) pflegen.

Geschickt sind die technischen Möglichkeiten, Übermalungen und/oder Fälschungen aufzudecken, in die Story eingebunden. So lernt der Leser etwas Neues, ohne zu merken, das er etwas lernt. So mag ich das! Unterschwellige Wissensvermittlung!

Mir hat dieser Krimi, der in die Kunst eintaucht sehr gut gefallen. Provenienzforschung ist Detektivarbeit und so manches Kunstwerk, das sich heute noch in Familienbesitz befindet, könnte auf unrechtmäßige Art dorthin gekommen sein. Will man das eigentlich wissen?

Der Schreibstil ist fesselnd und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie das Buch endet. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Kunsthistoriker Lennard Lomberg.

Fazit:

Ein fesselnder, komplexer Krimi, dem ich gerne eine Leseempfehlung und 5 Sterne gebe.

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Spannender, anspruchsvoller Krimi, der die völlig unterschiedlichen Stränge: Picasso, Kunstraub zur Nazizeit, BKA der Sechzigerjahre und die Kunstszene mit allen Eitelkeiten der heutigen Zeit intelligent und geschickt zu einer schlüssigen, völlig überraschenden Geschichte zusammen flechtet.

Mir gefällt es besonders, dass man sich durch die Erzählweise unheimlich gut in die Atmosphäre jeder einzelnen zeitgeschichtlichen Phase hinein versetzen kann.
Man muss allerdings „ am Ball bleiben“, um der Geschichte immer ganz folgen zu können.
Ein bisschen enttäuschend finde ich vielleicht das Ende.

Insgesamt eine gute Empfehlung für die Liebhaber anspruchsvoller, unterhaltender Krimis.

Alles in allem macht dieser Auftaktkrimi aber auf jeden Fall gespannt auf weitere Fälle!

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Im Jahr 1914 sollen sich die Künstler Braque, Derain und Picasso und ein letztes Mal zum Malen in ihrer südfranzösischen Sommerresidenz getroffen haben – danach werden die beiden Franzosen in den 1. Weltkrieg einbezogen, und der Spanier Picasso zieht allein seiner Wege. Seine Eindrücke vom Abschied der Freunde am Bahnhof Avignon hält Picasso in einer Skizze fest, baut aber nie ein Gemälde darauf auf.
Jahre später taucht ein kubistisches Gemälde auf, das diesen Abschied der Künstler voneinander beschreibt – und es soll einen spektakulären Weg nehmen. Über die Sammlung eines bedeutenden jüdischen Mäzens, der während der NS Zeit enteignet wurde, soll das Gemälde während des 2. Weltkrieges im besetzten Paris auftauchen und der Verbrennung entarteter Kunst entgehen – und Jahrzehnte später in Privatbesitz wieder auftauchen…..
2016 nun sind wir bei Lennard Lomberg, Kunsthistoriker aus London und Bonn. Ein dubioser Anrufer braucht Expertise bei einem Gemälde, bei dem klar ist, die Provenienz scheint mindestens dubios. Und aus irgendeinem Grund scheint das Bild mit Lombergs Familiengeschichte in Zusammenhang zu stehen. Der Anrufer wird ermordet, und Lomberg beginnt zu recherchieren. Peu à peu entfaltet sich eine faszinierende Geschichte rund um das Bild, aber auch rund um Lombergs Familie, und die jüngere Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Hier wird auf 3 zeitlichen Ebenen abwechselnd erzählt, der Autor holt hier teils richtig weit aus – aber erzählt auch richtig spannend!
Wie gesagt, die eine Ebene ist 2016 angesiedelt, hier sind wir bei Lennard, der seine Ermittlungen anstellt, und dabei tatkräftig von seiner Tochter Julie und seinem Freund Peter unterstützt wird. Dann sind wir 1943 in Paris, und zwar bei Lennards Vater, der seinerzeit in der Verwaltung eingesetzt war. Bereich Kunst. Spezieller: Bereich Beutekunst. Es muss ja Ordnung herrschen, und Lomberg Senior hatte die undankbare Aufgabe, dieselbe zu katalogisieren – und gerät unschuldig in üble und traumatische Komplotte….
Die dritte Ebene spielt 1966 in der noch jungen Republik, in der die Ent-Nazifizierung bekanntermassen irgendwann aus pragmatischen Gründen ihr Ende gefunden hat, und Lomberg Senior feststellen muss, dass alte Nazi-Grössen immer noch auf guten Posten sitzen. Aber irgendwann ist die Zeit der Rache gekommen…..und immer wieder sind wir bei einem Gemälde, dass auf den Bahnhof in Avignon hindeutet…..
Also, der Autor hat hier echt viel Stoff in seinen Roman gepackt, aber einen wirklich rasanten Krimi fabriziert. Richtig gut gemacht, intelligent geplottet, und mit viel Sachverstand geschrieben. Hier erfährt man eine Menge in Bezug auf Beutekunst, aber auch in Bezug auf Geschichte. Fakt und Fiktion werden geschickt miteinander verwoben. Fand ich klasse gemacht. Kunstgeschichte und Nachkriegsgeschichte – der Autor kennt sich aus, da war Sachverstand dahinter. Mein eigenes Kunstgeschichtsstudium liegt schon eine Weile zurück, und ich fand es toll, einen Krimi mit kunsthistorischem Hintergrund zu lesen.
Ein paar Kleinigkeiten fand ich nicht so toll, ich hab nämlich eine ganze Weile gebraucht, um mit Lennard warm zu werden. Der war für mich lange Zeit Typ reicher Schnösel, weitab vom realen Leben. Genau wie sein schwerreicher Freund Peter, mit dem Privatjet inklusive. Aber ich muss sagen, es gab durchaus Entwicklungen hinzu mehr Sympathiepunkten. Vielleicht hat sich der Autor warmschreiben müssen. Die Story war von Anfang an super gemacht, die Charaktere haben sich echt Zeit gelassen, sich zu entwickeln.
Abgesehen davon: ich verteile 4,5 von 5 Sternen, und werde definitiv auch die nächsten Bände lesen; Teil 2 steht ja schon in den Startlöchern 😉. Wer einen guten Krimi mit kunsthistorischem Hintergrund sucht, sollte hier zugreifen!
Vielen Dank an Netgalley.de für das Rezensionsexemplar!!

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Es ist eine spannende Geschichte. Lomberg zu begleiten, wie er versucht hinter die Geschichte des Gemäldes zu kommen und es dazu noch zu finden, ist sehr gut erzählt. Allerdings sollte der geneigte Leser/die geneigte Leserin schon etwas affin in Kunstgeschichte sein, dann kann man der Geschichte leichter folgen. Dazu kommen noch ein paar Personen, die im Laufe ihres Lebens andere Identitäten angenommen haben, was die Sache doch erheblich verkompliziert.
Einige Menschen müssen auch ihr Leben lassen und selbst Lomberg gerät das ein oder andere Mal in Bedrängnis. Die ganze Geschichte spielt sich dazu auch noch in verschiedenen Ländern ab und es gibt ein ständiges hin und her. Daher wäre mein Rat: Lieber am Stück durchlesen und nicht allzu lange liegen lassen, denn dann verliert man hemmungslos den Anschluss und kann nochmal von vorne anfangen.
Aber wenn man sich darauf einlässt hat man einen guten und spannenden Krimi vor sich.

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Der Kunsthistoriker Lennard Lomberg soll als Experte an der Rückgabe eines mutmasslich unbekannten Picassogemäldes an die rechtmäßigen Erben mitwirken. Als der mysteriöse Kontaktmann des Besitzers in einem Hotel ermordet wird, interessiert sich das Bundeskriminalamt, aber erstaunlicherweise der Verfassungsschutz für Lomberg.
Tatsächlich führt die Geschichte des mysteriösen kubistischen Werks zurück in die 40er Jahre nach Paris, wo unterschiedliche Kunstraubgruppen der Nazis - Himmlers SS, Görings Museumsräuber und Arthur Rosenbergs Spezialtruppe - um "entartete" und sonstige Kunst balgten. Welche Rolle hat Lombergs Vater, der es nach dem Krieg bis zum Generalbundesanwalt gebracht hat, in dieser Zeitg gespielt? Der Kunsthistoriker sieht sich immer tiefer in den Sog der eigenen, unbekannten Familiengeschichte gezogen.
Andreas Storm hat einen verwinkelten, aber extrem packenden Roman geschrieben, der zugleich eine gute Einführung in das Thema "Naziraubkunst" ist.

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Ein spannender, aber auch sehr anspruchsvoller Krimi zum Thema Kunstraub im Dritten Reich. Trotz der drei Zeitebenen fällt es dem Leser leicht, den Überblick zu behalten. Allerdings verliert sich der Autor für mein Empfingen doch zu oft im Detail und in den Hintergrundgeschichten seiner Figuren, was die eigentliche Handlung ins Stocken bringt. Deshalb 1 Stern Abzug.

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"Das 9. Gemälde" von Andreas Storm

Das ist eine tolle, sehr komplizierte Geschichte einer Kausalkette aus dem Jahre 1943 bis ins Jahr 2016 mit vielen Beteiligten, unglücklichen und ums Leben gekommenen Menschen. Man muss den Autor zu dieser "gewagten Konstruktion" gratulieren.

1943 kam es im besetzten Paris zur spektakulären Verbrennung sogenannter entarteter Kunst. Zuvor wurden Bilder großer Künstler im Museum "Jeu de Paume" gesammelt, um sie später zu verbrennen. Viele zweifelten damals und auch heute daran, dass es wirklich die großen Meister waren, die verbrannt wurden oder sie durch wertlose ausgetauscht wurden, die dann in die Flammen kamen. So oder so sind an dem Tag etliche Kunstwerke von der öffentlichen Welt verschwunden, entweder ins Feuer oder in nur privat zugängliche Sammlungen.

Selbst bei der SS gab es zu diesem Zeitpunkt schon welche, die nicht (mehr) an den Endsieg glaubten und für die Zeit danach Vorsorge treffen wollten. Im Buch war einer dabei, der auf die Idee kam, acht Gemälde - so viele konnte er problemlos transportieren - vor den Flammen zu retten und über Lyon zu Kunsthändlern aus der Schweiz zu schaffen. Als er seine "Rettungsaktion" in die Tat umsetzte, fiel ihm noch ein neuntes Gemälde in die Hände, das ihn faszinierte und er schaffte insgesamt neun Bilder aus dem Museum.

Ein späterer Erbe der Bilder beabsichtigte sie wieder den wahren Besitzern oder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das tat er in Form einer Schenkung, aber mit dem Neunten gab es Schwierigkeiten, weil es völlig unbekannt oder vergessen war und der Maler Picasso hätte sein können oder es aus dessen Dunstkreis stammen konnte. So ein Bild aus dem Nichts wieder in die Welt zurückzubringen hätte weltweit riesiges Aufsehen erregt. Ein anerkannter Kunstsachverständiger, Lennard Lomberg, der über NS-Raubkunst und deren Rückerstattung promoviert hatte, wurde angesprochen, dabei zu helfen, die Transaktion möglichst diskret vorzunehmen. Ein rätselhafter Anrufer versuchte ihn zur Mithilfe zu überreden, bis hin zu einer Andeutung, dass Lomberg selbst in die Geschichte des Bildes involviert wäre. Später wurde der Anrufer tot aufgefunden. Er könnte sowohl einem Unfall als auch einem Mord zum Opfer gefallen sein. Und damit beginnt der Aufmarsch vieler unterschiedlicher Beteiligter über einen Ablauf von gut siebzig Jahren. Die Bonner Republik und die RAF und Deutschlands Herbst spielen eine Rolle. Es ist nicht leicht, dabei den übergeordneten Faden im Kopf zu behalten.

Leider wird einem das zusätzlich durch den Stil des Geschriebenen nicht erleichtert. Ich füllte mich an einigen Stellen überfordert, den Gedankengängen des Autors zu folgen. Ich habe zwar trotzdem den Überblick behalten, aber es hat mich geärgert und deshalb mein Lesevergnügen geschmälert. Was mich darüber hinaus noch stärker abgelenkt hat, war das Überschüttetwerden mit überflüssigen Randinformationen. Zum Beispiel pflegte Lomberg morgens nicht einfach nur Tee zu trinken, sondern, als sie bei Twinings "unerklärliche Lieferschwierigkeiten" hatten, mussten er und sein Gast sich mit "Twinings. Prince of Wales China Blend. Ein light Tee." zufriedengeben. Ich versichere Ihnen, der Teenotstand hatte keinerlei Einfluss auf die Aufklärung der Zusammenhänge.
Wenn man vor Filmen im Vorspann aufgeklärt wird, dass es zur Nennung von Produktnamen kommen wird, kennt man das. In diesem Buch wäre es angebracht, denn es nimmt Überhand und mich störte der Ballast an Informationen - übrigens die unter anderem erwähnte Zigarettenmarke "Sanoussi" gab es nicht, es hätte "Senoussi" heißen müssen -. Das und der Stil, den ich im Duktus des Buches "simmelesk" nennen würde. Da werden Cuvees von Wein mit allen Traubensorten erwähnt, Weingüter in Frankreich und Spanien werden aufgezählt, wie es sonst nur ein Sommelier macht, Restaurantnamen genannt, ein Handy "kündigte (per) Klingelton Sencha einen Anrufer an" - Insider wissen, das ist ein Klingelton des iPhone - und so weiter. Ein wenig hat mich das an die leicht steife, englische Art des Bond-Darstellers Roger Moore mit seinem britischen Understatement erinnert (er kommt übrigens kurz im Buch vor oder ein Doppelgänger), das zwar untertreibt, aber nicht bescheiden ist, weil es deutlich zeigt, was Oscar Wilde ungefähr mit seinem Bonmot "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack, von allem nur das Beste" mit höchstem Snobismus ausdrücken wollte. Ja, die Geschichte spielt sich in sozialen Höhen ab, von denen Unsereiner nur träumen kann.
Ich meine es mit diesen letzten Worten nicht böse, aber bei so einer ausnehmend guten Geschichte wollte ich einfach nicht durch derartige unnötige Informationen abgelenkt werden. Ich kann mir das nur so erklären, das nun der Autor keine Tee-, Wein- oder Restaurantrechnung mehr zu zahlen braucht, solange er bei den genannten Marken bleibt.
Trotzdem würde ich jedem die Lektüre empfehlen, schon allein, weil zum einen solche Eindrücke immer sehr persönlich und manchmal sogar von der Tagesform geprägt sind und zum anderen in dem Buch wirklich viele offensichtlich gut recherchierten Zusammenhänge dieser letzten siebzig Jahre europäischer und deutscher Geschichte verständlich dargestellt werden.

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Lennard Lomberg ermittelt hier in seinem ersten Fall. Der Kunstexperte wird 2016 darauf angesprochen ein Gemälde zu finden. Kurz darauf stirbt der Informant und das Gemälde ist weg. Da er selbst in das Visier der Ermittlungen gerät, muss er selbst ermitteln. Ich fand den Krimi sehr spannend und die Hintergrundinformationen zu den Kunstschätzen waren informativ und interessant. Auch die Figur des Kunstexperten fand ich charismatisch und kompetent. Der Fall an sich war spannend und der Schreibstil sehr gut. Mir hat das Buch gefallen, deshalb empfehle ich es gerne weiter.

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In diesem Buch wird eine spannende Geschichte erzählt die sich um Raubkunst dreht. Die Handlung wird in drei Ebenen erzählt 1943, 1966 und 2016. Es wird hier vermutet, dass bei der Verbrennung von Kunst in Paris nur minderwertige Kunst verbrannt wurde. Beim Lesen des Buches erfährt man so einige Details wie sich verschiedene Leute an diesen Raubzügen bereicherten. Auch wer nicht so in Kunst bewandert ist, kann dieses Buch lesen. Es ist ein Krimi der in die Kunst eintaucht und man erfährt so einiges nebenbei über die damaligen Zustände. Es ist auch so, dass sich sicher noch einige der Kunstwerke in Familienbesitz befinden, und man nicht so genau weiss wie sie dahin gelangten. Dieses Buch hat mich fasziniert und ich habe es sehr spannend gefunden. Das Buch kann ich empfehlen.

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An sich eine wirklich spannende Story, die Zeitsprünge und das Thema Kunst haben mich wirklich begeistert. Ein literarisch durchaus anspruchsvoller Kriminalroman.

Der Schreibstil ist leider nicht ganz meins, für mich kam wenig Tempo auf und manche Szenen hätte ich mir kürzer und weniger detailreich gewünscht. Auch die Figuren habe ich eher aus einer gewissen Distanz betrachtet.

Alles in allem also nicht das Meine, aber durchaus empfehlenswert für Kunden!

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Lennard Lomberg ist ein bekannter Kunstexperte vor langer Zeit hat er seine Doktorarbeit über Beutekunst geschrieben und hilft auch heute noch die Kunstwerke zu finden und dann den rechtmäßigen Besitzern zurück zu geben bzw. ihren Erben zukommen zu lassen. Ein sehr heikles und auch gefährliches Thema, denn wer gibt gerne zu das seine Vorfahren im besten Falle Diebe waren.
Nun gibt es einen geheimnisvollen Anruf, mit Andeutungen und dann nichts mehr. Nur die Polizei erscheint und stellt Fragen zu einer Person die Lennard nicht kennt und nur einmal telefoniert hat.
Durch intensive Nachforschungen in der Kunstszene stellt sich heraus das Lombergs verstörbener Vater auf irgendeine Weise involviert ist.
Die Suche nach einem ungwöhnlichen Bild und nach einem Mörder beginnt.
Das Buch ist auf drei Zeitebenen geschrieben. Die Gegenwart 2016 ist einfach zu verfolgen, die Personen sind sehr verschieden, zum ersten die Männer die zur Kunstszene gehören machen alle einen sehr elitären schon arroganten Eindruck. Sie sind sehr gut vernetzt und haben anscheinend sehr gute finanzielle Möglichkeiten. 1966 die Wirtschaftswunderjahre jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben, möglichst groß. Diese Personen sind von ihrer Art und Weise verständlicher. Dann sind wir mitten im Krieg in Paris 1943. Man könnte die Zeit als die des größten Kunstraubs aller Zeiten bezeichnen. Auch hier wollen einige etwas von diesen Werten abhaben und nicht nur für das Reich einsammeln. Diese Figuren sind ehr stereotyp beschrieben.
Insgesamt eine erstaunliche Mischung an Figuren, Handlungen und Kunst.
Ich habe noch nie soviel auf unterhaltsame und spannende Art und Weise über Kunst gelernt. Nicht nur wer, wann, was gemalt hat und wie sondern auch wie man die Bilder im Nachhinein mit hochkomplizierten Verfahren untersuchen und demnach zuordnen kann.

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