Mon Chéri und unsere demolierten Seelen

Roman

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Erscheinungstermin 10.03.2022 | Archivierungsdatum 01.11.2022

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Zum Inhalt

»Mit zwölf Jahren wurde mir schlagartig klar, dass ich nie durch Anmut überzeugen würde.« Charly Benz.

Wie gestaltet man sein Leben, wenn man zwei linke Hände, eine demolierte Seele und jede Menge Probleme hat? Eine hinreißende Tiefstaplerin, der man nicht so ganz trauen kann, führt uns durch den neuen Roman von Verena Roßbacher.

Mit unverbrüchlichem Optimismus und irre gut gelaunt strauchelt Charly Benz seit 43 Jahren durch ihr Leben. Sie arbeitet im Marketing einer Berliner Foodcompany, ernährt sich von angebrannten Croissants und bespricht ihre Beziehungsprobleme – die darin bestehen, dass sie keine Beziehung hat – mit ihrem einzigen Freund: Herr Schabowski, ein sechzigjähriger Mann, der ihre Post und Ängste sortiert. Doch als dieser eine tödliche Diagnose erhält, ihr erster Versuch einer Systemischen Familienaufstellung in einem Debakel endet und plötzlich gleich drei Männer ihr Leben gehörig durcheinanderbringen, verlässt Charly allumfassend der Mut. Den sollte sie schleunigst wiederfinden, sie ist nämlich schwanger. Sie und Schabowski beschließen, ihre Probleme proaktiv anzugehen: Sie flüchten. Und zwar nach Bad Gastein, ein ehemals mondäner Kurort im Südwesten Österreichs. In einem leerstehenden Hotel der Jahrhundertwende, das einst Charlys Vater gehörte, stellen sie fest: Man kann sich die Menschen, mit denen man verwandt ist, nicht aussuchen – seine Familie aber schon.

»Mit zwölf Jahren wurde mir schlagartig klar, dass ich nie durch Anmut überzeugen würde.« Charly Benz.

Wie gestaltet man sein Leben, wenn man zwei linke Hände, eine demolierte Seele und jede Menge...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462001198
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 512

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Großartig! Der neue Roman von Verena Roßbacher ist ein gekonnter Seiltanz zwischen Komik und Ernsthaftigkeit, zwischen Familie, Freundschaft und dem puren Leben. Die Tiefstaplerin Charly Benz, 43 Jahre, nimmt den Leser mit in ihr turbulentes, chaotisches Leben, das sie als Reinfall betrachtet, wo doch jedem schnell klar wird, dass dem nicht so ist. Ironisch, teilweise bissig und mit der Gabe sich selbst nicht so ernst zu nehmen, gerät Charlys ansonsten recht ereignisloses Leben als Marketingleiterin einer Foodcompany urplötzlich ganz schön in Fahrt. Da wären einmal die drei Männer, von denen einer der potenziellen Vater ihres noch ungeborenen Kindes sein muss und dann natürlich Herr Schabowski, Charlys Postengel. Dieser kümmert sich nicht nur um ihre Post, sondern auch um ihr Leben. Als Schabowski unheilbar an Krebs erkrankt, beginnen die beiden eine ungewöhnliche Heilungskampagne, inklusive Lachyoga, Töpfern, Meditieren und noch vieles mehr. Wunderbar erzählt Roßbacher vom Leben dieser Frau, die uns schnell ans Herz wächst und mit der wir nicht nur eine Geburt, sondern auch den Tod ihres besten Freundes erleben. Ein Buch zum Lachen und zum Weinen. Teilweise verspielt komisch und dann wieder mit Tiefgang ohne zu ernsthaft zu werden.

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Charly Benz lebt in einer Blase von Junkfood, übermäßigem Zigarettenkonsum und exzessiven Betrachtens von Serien. Soziale Kontakte pflegt sie kaum außerhalb ihrer Arbeit bei einem veganen Nahrungsmittelproduzenten, für den sie die Marketingabteilung leitet, obwohl die dort von ihr vermittelte Botschaft überhaupt nicht ihrem Lebensstil entspricht. die Ursachen für ihren destruktiven und sehr neurotischen Lebensstil liegen in ihrer Jugend, in der sie sich zum ersten Mal als extrem unattraktiv empfunden hat. Dieser Gedanke verfolgt sie in ihre freudlose Gegenwart hinein, bis eine Familienaufstellung ihr Leben grundlegend ändert.
Verena Roßbacher hat ihren heiter melancholischen Roman in einem wunderbar witzigen Stil verfasst, der mich immer wieder unwillkürlich lächeln ließ. Dabei verwendet sie beispielsweise zahlreiche, fast schräge Metaphern Komma wie zum Beispiel diese, in der Charlie eindrucksvoll ihre Grundstimmung schildert:
Mein Leben hingegen war immer verregnet, ich war ein ein Mann Orchester ohne Textsicherheit, das nach der ersten Zeile von jedem Song nur noch la la la singen konnte, ich war ein Strauß, welken Basilikums.
Solche sehr gelungenen Sentenzen begegnen allerorten in diesem sehr schönen Roman. Doch. Verena Roßbacher brilliert nicht nur auf sprachlicher Ebene. Sondern stellt der Leserin auch zahlreiche interessante, fast schräge Charaktere vor, wie zum Beispiel Herrn Schabowski, den verkrachten Juniorprofessor Mo Gabler. den Kulturredakteur Hänse und Dragaschnick den Jugendschwarm Charlies. All diese schrägen Charaktere werden liebevoll und sehr empathisch geschildert, so dass sie der Leserin im Laufe der Lektüre sehr ans Herz wachsen. Die grundlegend heiter Stimmung des Romans enthält aber auch immer wieder melancholische Aspekte in sehr gelungener Mischung. Interessant war für mich die Beziehung der Autorin zu Peter Handke und Heidegger, die immer wieder im Roman eine kleine Rolle spielten. Ein sehr schönes Buch, dem ich viele LeserInnen wünsche!

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Klapptext: Wie gestaltet man sein Leben, wenn man zwei linke Hände, eine demolierte Seele und jede Menge Probleme hat?
Fazit: Charly Benz arbeitet im Marketing einer Foodcompany in Berlin. Ihre Ernährung besteht fast nur aus angebrannten Croissants. Sie ist 43 Jahre alt geht sie durchs Leben. Die Beziehungsprobleme, wenn sie den solche hätte, bespricht sie mit Herr Schabowski. Ihr wahrer und einziger Freund und sechzig Jahre alt. Der Leser wird in eine Geschichte hineinversetzt, welche sehr interessant zu lesen ist. Herr Schabowski erhält eine tödliche Diagnose und gleich drei Männer machen ihr den Hof. Ihr Leben wird nun sehr durcheinander gebracht. Den verlassenen Mut muss sie so rasch wie möglich finden. Denn sie ist schwanger. Man liest wie die beiden ihre Probleme angehen wollen, sie flüchten. Das Hotel gehörte einst Charlys Vater. Was die beiden hier feststellen ist dem Leser sicher schon bekannt. Die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, die Familie schon. Das Lesen dieses Buche ist spannend und unterhaltsam. An manchen Stellen beginnt man Nachzudenken. Empfehle das Buch gerne weiter.

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Die Beschreibung klang interessant, ich bin leider mit dem Schreibstil nicht warmgeworden und habe abgebrochen.

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Charly Benz, 43 Jahre alt, macht „was mit Marketing“, lebt allein in Berlin und hat die Hoffnung aufgegeben, dem Mann ihrer Träume zu begegnen. Sie hat Angst, ihre Post zu öffnen und bezahlt jemanden dafür, dies für sie zu übernehmen. Herr Schabowski kümmert sich aber nicht nur um ihre Briefe; er hört ihr zu, erträgt ihre endlosen Monologe über ihr tristes Leben und bringt sie immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Anfangs hat man zusammen mit Charly den Eindruck, ihr Leben würde sich nie ändern. Sie scheint ein hoffnungsloser Fall zu sein, doch ganz langsam verschiebt sich etwas. Während sie Schabowski von ihren neuen Bekanntschaften berichtet, sitzen die beiden in diversen Arztpraxen und Ambulanzen, da Schabowski einen Untersuchungsmarathon über sich ergehen lassen muss.

Ich muss gestehen, anfangs hat mich Charly ziemlich genervt. Sie überzeichnet ihre Einsamkeit und ihr so angeblich trauriges Leben deutlich und auch, wenn sie selbst das Ganze mit einem gewissen Humor zu sehen scheint, war ich kurz davor, das Buch zur Seite zu legen. Dabei sind ihre Berichte eigentlich lustig, sie gerät immer wieder in ungewöhnliche Situationen, die teilweise zum Wegwerfen komisch sind, doch dieser Teil des Buches zieht sich ein wenig zu sehr in die Länge, aber das Durchhalten wird belohnt, denn plötzlich gibt es da nicht nur einen Mann, sondern gleich drei Männer, Charly macht eine Erbschaft und Schabowski – nun, der nimmt einen ganz besonderen Platz in diesem Roman ein.

Mein Fazit? Ein ganz besonderes Buch mit einer kauzigen und bisweilen an Bridget Jones erinnernden Hauptfigur, mit der man zusammen lacht, liebt aber auch trauert. Eine Liebeserklärung an das Leben.

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Charly Benz's Leben besteht nur aus Problemen. Die werden nicht besser, als sie eine unglückliche Diagnose erhält. Sie beschließt ihr Leben neu zu ordnen, gemeinsam mit ihrem 60jährigen Freund. Das ist unbedingt erforderlich, denn sie ist auch noch schwanger. Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Die Heldin ist liebenswert und sympathisch und mit einigen ihrer Probleme kann man sich durchaus identifizieren. Das Cover ist schön und der Schreibstil angenehm und flüssig. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann das Buch empfehlen.

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Hier wird eine ganz wundervolle Geschichte erzählt, herrlich skurril. Denn wer hätte schon von "Postangst" gehört?!
Hier wird dem Tod ein Schnippchen geschlagen, gelebt, geliebt und gelacht. Und das Ganze ist mit so viel Wortwitz und Hingabe geschrieben, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte!
Ein Buch, das einen hellen Platz im Herzen einnimmt.

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Mir hat der Stil gut gefallen, allerdings habe ich keine Kunden für dieses Buch. Der Stil ist sehr eigenwillig und ist daher nicht breit verkäuflich

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Ich habe das Buch leider abgebrochen, das ist nichts für mich. Der sehr lockere Schreibstil hat mir anfangs gut gefallen, hat mich aber schnell genervt. Ich mochte die Art der Erzählweise nicht, dass jede Kleinigkeit, die die Protagonistin tut, beschrieben wird.

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Mit viel sprachlichem Witz und Satire schildert Verena Rossbacher das verzwickte Leben der Charly Benz und ihre Strategien, die Lebenslinien in die richtigen Bahnen zu lenken. Humorvoll, witzig, einfach lustig!

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Bei diesem Buch handelt es sich um eine lustigste Liebeserklärung an das Leben mit österreichischem Humor!

Charly ist Anfang 40 und hat es von Wien nach Berlin verschlagen. Dort arbeitet sie in der Marketingabteilung veganer Müsliriegel, was allerdings so gar nicht zu ihrem eigentlichen Lebensstil passt, da sie raucht und sich von Junkfood oder von verkohlten Croissants ernährt. Sozialkontakte hat sie kaum, leidet an Prokrastination und hat panische Angst davor, ihren Briefkasten zu leeren und die Briefe zu öffnen. Ihr wichtigster Freund ist ihr Postengel, Herr Schabowski, ein älterer Herr, der leider eine sehr schlechte Diagnose erhält.

Gemeinsam beschließen sie, ihre Probleme proaktiv anzugehen. Herr Schabowsky die seiner Blase und Charly ihre durch eine Familienaufstellung wieder aufgeploppten Altlasten. Dabei lernen sie sich und ihre Seelen neu kennen. Und nicht nur das, in Charlys Chaos tauchen drei Männer, eine Schwangerschaft und eine Erbschaft auf - was will man mehr!

Dieses Buch ist ein Feuerwerk an Sprachwitz! Das Buch nimmt einen in seinen Bann, so dass man es nicht mehr weglegen möchte.

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Humorvoller Selbstfindungstrip einer sympathischen Chaotin. Mit Tiefgang und vielen großartigen Charakteren.

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Charly Benz lebt in Berlin, ist im Marketing tätig, mit ihrem Job jedoch unglücklich. Sie raucht, ernährt sich von angebrannten Croissants und leidet unter Postangst, das heißt, sie fürchtet sich davor ihre Briefe zu öffnen. Dafür hat sie ein Abo bei Herrn Schabowski, einem älteren Mann, der ihr diese gefürchtete Tätigkeit abnimmt. Außerdem ist Herr Schabowski ein guter Gesprächspartner. Charly ist eine chaotische Frau, die ein chaotisches Leben lebt und von einer Katastrophe in die andere stürzt. Dabei ist sie jedoch hinreißend liebenswert und so kommt es, dass sie plötzlich unerwartet schwanger ist und nun drei Herren als Väter in Frage kommen. Sie reist mit Herrn Schabowski (kein möglicher Vater, aber schwerkrank) zu einem alten Hotel, das ihr Vater hinterlassen hat.
Eine sehr sympathische Protagonistin und Personen drum herum, die alle ihre Probleme haben, aber hinreißend liebenswert sind. Ein Roman, der aus der Masse heraussticht.

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Es gibt Bücher, da fällt es mir total schwer, eine Rezension zu schreiben und ich schiebe es ewig lang vor mir her. Dazu gehören besonders schlechte Bücher und besonders Gute. Zu letzteren gehört dieses hier.

Charly ist 43, Single, und wohnhaft in Berlin. Ziemlich nüchtern betrachtet sie ihr Leben, was sie hat und was ihr vielleicht fehlt. Auf der Habenseite stehen:
. Ein zufriedenstellender Job im Marketing eines Start-ups für vegane Fertiggerichte,
. eine gute Beziehung zu ihrer ebenfalls in Berlin lebenden Schwester,
. eine Wohnung mit nettem Nachbarn,
. ziemlich viel trockener Humor.

Der Humor hilft ihr wunderbar auf die andere, die defizitäre Seite zu blicken. Als da wären:
. Ein kaputtes Fahrrad, das sich aber noch wunderbar zum Herumschieben der Tasche eignet,
. eine Postphobie, mit der sie aber gut leben kann, seit sie professionelle Hilfe durch Herrn Schabowski erhält, der nicht nur ihre Briefe öffnet, sondern auch ein wunderbarer Gesprächspartner ist,
. andauernde Beziehungsprobleme mit Männern.

Letzteres scheint sich zwar zu lösen, als gleich drei tolle Männer in ihr Leben treten (einer davon ihr netter Nachbar), verkompliziert dann jedoch schlagartig, als sie merkt, dass sie schwanger ist. Und das auch noch gleichzeitig mit der Nachricht einer schlimmen medizinischen Diagnose für Herrn Schabowski.

Was auf den ersten Blick wie eine seicht unterhaltende Liebesdramödie aussieht, durch die fast schon karikatureske Überzeichnung der neurotischen Hauptfigur und ihre teils slapstickartigen Erlebnisse noch verstärkt, entwickelt sich zu einer richtig klugen und tiefgehenden … äh ja, immer noch Liebesdramödie. Zum Ende hatte ich sogar einen ziemlichen Kloß im Hals. Ein bisschen resistent sollte man sein für die esoterischen Vibes, denn es kommen einige Familienaufstellungen und Meditationskurse vor, doch wenn Charly sie mit gelassenem Zynismus ertragen kann, dann können wir das auch.

Den unvoreingenommenen Leser erwartet eine lustige, aber auch zu Herzen gehende Geschichte mit skurrilen Figuren und einigen schönen Lebensweisheiten, ganz ohne Kitsch und Pathos. Für mich zählt dieses wunderbare Buch zu den Lesehighlights des Jahres.

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Cover und Titel haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Und dann Auftritt Charly Benz: ich mag qua Geburt nicht die Zielgruppe dieses Buches sein, aber dieser aberwitzige Spagat zwischen geistig mündiger Heldin, die trotz Lebensklugkeit und Selbstreflexion durch ein chaotisches und absurdes (im besten Sinne) Leben stolpert und uns mitnimmt, hat mich sofort gepackt.

Und so kam ich aus dem Lachen (und auch Weinen) gar nicht mehr raus und fühlte mich, was selten genug ist, wunderbar umarmt von diesem tollen Roman, dem ich viele Leser:innen wünsche, verdient hat er es allemal.

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Der Brief

Ihre Briefe kann sie nicht öffnen, Weihnachten verbringt sie bei Notfallessen und ihre Arbeit im Marketing einer Berliner Firma für hippe Lebensmittel macht sie gut. Allerdings klappt es bei Charlie Benz mit Beziehungen nicht so gut. Am ehesten tauscht sie sich mit ihrem Brieföffner Herrn Schabowski oder ihrer Schwester Sybille aus. Ein Brief von einem Anwalt aus Wien sorgt bei Charlie für große Aufregung. Von einem Anwalt kann nichts Gutes kommen. Charlie mag den Brief noch nicht mal zu Schabowski mitnehmen. Und dann trifft sie bei einer Familienaufstellung, die ihr helfen soll, die Probleme zu verstehen, ausgerechnet einen Schulkameraden wieder, der damals schon ihr Leben durcheinander brachte.

Mit Anfang vierzig hat Charlie Benz noch nicht ganz viel erreicht. Der Vater hat die Familie früh verlassen, ist wieder in das Leben der Kinder getreten, nur um wieder zu verschwinden. Charlies Geschwister sind auch etwas speziell. Zu dem 60jährigen Herrn Schabowski, der ihr die Briefe abnimmt und bei dem es immer einen guten Kaffee gibt, hat sich im Laufe der Zeit eine Art Freundschaft entwickelt. Und dennoch kann Charlie Schabowski nicht alles erzählen oder eher nach und nach. Ein wenig konfus ist sie schon manchmal und wenn sie mit jemandem ins Gespräch kommt, dann kann es eine Weile dauern, bis sie fertig ist.

Vielleicht hat man diesen Roman im Frühjahr im Laden gesehen und gedacht, das ist aber umfangreich. Und ist das Buch auf der Longlist des Österreichischen Buchpreises gelandet und es ergab sich die Gelegenheit, sich die Leseprobe zu Gemüte zu führen und das Interesse an dem Buch wurde dann doch geweckt. Dann ist es am Beginn so, dass man sich an Charlies konfuses Verhalten und ihren Depri-Talk gewöhnen muss. Es schleicht sich die Überlegung ein, dass der Roman möglicherweise nicht ganz der richtige ist. Doch nach und nach verlässt Charlie ihr Schneckenhaus, ihre Freundschaft vertieft sich und endlich öffnet sie den Brief. Und man merkt garnicht, wie sie und Schabowski sich einem ins Herz schleichen und man sie nicht mehr missen möchte. Es passiert dann erstaunlich viel in Charlies ereignislosem Leben und der Depri-Talk ist irgendwann nicht mehr Depri, sondern lebensbejahend, humorvoll und positiv. Nur chaotisch bleibt er, was Charlie und ihre Lieben umso sympathischer macht. Meist lohnt es sich, sich für die Bücher auf den Buchpreislisten etwas Zeit zu nehmen. Hier gewiss.

4,5 Sterne

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