Die Freiheit einer Frau

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht.
Erscheinungstermin 10.11.2021 | Archivierungsdatum 11.01.2022

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #DieFreiheiteinerFrau #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Édouard Louis erzählt in »Die Freiheit einer Frau« schonungslos und liebevoll von seiner Mutter. Die Geschichte der Befreiung einer Frau.

»Meine Mutter hat ihr ganzes Leben mit Armut und männlicher Gewalt gekämpft.« 

Eines Tages stand Édouard Louis’ Mutter einfach auf und ging. Weg aus der Gegend, weg von ihrem zweiten Mann, der wie der erste soff und sie demütigte. Édouard Louis erzählt eindringlich und gnadenlos vom Wunsch, als Kind eine andere Mutter zu haben, und vom großen Glück, sie heute als befreite und glückliche Frau zu erleben.



Édouard Louis erzählt in »Die Freiheit einer Frau« schonungslos und liebevoll von seiner Mutter. Die Geschichte der Befreiung einer Frau.

»Meine Mutter hat ihr ganzes Leben mit Armut und männlicher...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783100000644
PREIS 17,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (MOBI)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Die Freiheit einer Frau - Edouard Louis Fischer, 2021 Gebundene Ausgabe, 96 Seiten Kurzbeschreibung: Edouard Louis erzählt in »Die Freiheit einer Frau« schonungslos und liebevoll von seiner Mutter. Die Geschichte der Befreiung einer Frau. Über den Autor: Édouard Louis wurde 1991 geboren. Sein autobiographischer Debütroman »Das Ende von Eddy«, in dem er von seiner Kindheit und Flucht aus prekärsten Verhältnissen in einem nordfranzösischen Dorf erzählt, sorgte 2015 für großes Aufsehen. Das Buch wurde zu einem internationalen Bestseller und machte Louis zum literarischen Shootingstar. Sein zweiter Roman »Im Herzen der Gewalt« erschien 2016 und wird verfilmt. Édouard Louis' Bücher erscheinen in 30 Ländern. Im Sommer 2018 war er Samuel Fischer-Gastprofessor an der Freie Universität Berlin, wo er den Begriff der »konfrontativen Literatur« prägte. Zur selben Zeit adaptierte Thomas Ostermeier den Roman »Im Herzen der Gewalt« für die Schaubühne Berlin. Édouard Louis lebt in Paris. Mein Eindruck: Schmerzhaft offen schreibt Edouard Louis über sich selbst, sein gefühltes Außenseitertum schon in der Kindheit und über seine Mutter. Louis schreibt um das Leben seiner Mutter zu erklären und zu verstehen.Er schildert ihr Aufwachsen, ihre erste und zweite Ehe und über verlorene Träume. Auch die Beziehung zwischen Mutter und Sohn spielt eine Rolle. In nur 96 Seiten schafft er einiges.Das liegt auch daran, weil immer wieder schon einzelne Sätze so prägnant wie messerscharf sind, Ein autobiografischer Text, der zugleich auch Literatur ist und Edouard Louis schreibt radikal. Er hat den Mut, sehr offen zu schreiben.

War diese Rezension hilfreich?

Édouard Louis Mutter hatte mit 19 Jahren bereits ihr zweites Kind zur Welt gebracht; die Familie lebte in einfachsten Verhältnissen. Erst als Louis als Schüler nach Amiens zieht, später zum Studium nach Paris und sich damit auseinandersetzt, wer er selbst ist, kann er seine Mutter als Individuum wahrnehmen, als Frau, die vor seiner Geburt einmal glücklich gewesen sein muss. Ein frühes verwischtes Selbstporträt zeigt seine Mutter als junge Frau, er erkennt erst in diesem Foto, dass seine Mutter später nicht mehr glücklich gewesen sein kann. Weil sie Kinder hatte, harrte sie bei ihren gewalttätigen Partnern aus. Ihre Normalität waren toxische Beziehungen, die sich unmittelbar in den Partnerschaften ihrer Kinder fortsetzten. Von einem Stiefvater aus der Arbeiterschicht adoptiert, war Monique stets stolz darauf, dass sie aus der Stadt stammte und sich besser ausdrücken konnte als die Leute zwischen denen sie bis in ihre 40er Jahre lebte. Ihre gefühlte Überlegenheit schützte sie jedoch nicht vor zwei Ehen mit gewalttägigen Partnern, in denen sie Mann und Kindern den Haushalt führte und nicht als Person wahrgenommen wurde. Die Metamorphosen von Mutter und Sohn wirken in Louis Text eng miteinander verknüpft, auch wenn der Sohn offenbar wenig Erinnerungen an Erlebnisse mit ihr in früher Kindheit hat. Louis gelebte Homosexualität und seine Wahrnehmung der Mutter als Individuum werden erst möglich, als er seine Familie verlässt. Dass Louis sich als Erwachsener für seine Mutter schämt und ihre Ausdrucksweise zu verbessern sucht, wirkt wie eine späte Rache an einer trostlosen Kindheit und lässt den Autor als Bildungsaufsteiger nicht gerade sympathisch wirken. Louis kurze Biografie richtet sich u. a. in der Du-Form direkt an seine Mutter. Mir bleibt daraus besonders das Fehlen/Verdrängen der frühen Mutter-Kind-Beziehung in Erinnerung und die Erkenntnis des Autors, das in seiner Jugend ein Gespräch mit seiner Mutter über seine Homosexualität möglich gewesen wäre. Mutter und Sohn vermieden es beide …

War diese Rezension hilfreich?

Der Autor spricht durch eine harte und ehrliche Sprache über die Vergangenheit mit seiner Mutter. Obwohl das Büchlein nur wenige Seite hat, wiegt es in seinem Inhalt schwer und man erhält einen klaren Einblick in eine schwierige Vergangenheit mit gutem Ausgang. Ich würde das Buch jederzeit wieder lesen sowie auch empfehlen!

War diese Rezension hilfreich?

Der junge französische Autor Édouard Louis setzt die Erzählung seiner Familie fort. Nachdem er in „En finir avec Eddy Belleguele“ (dt. „Das Ende von Eddy“) seine eigene Geschichte erzählte, in „Histoire de la violence“ (dt. „Im Herzen der Gewalt“) eine nahezu unerträgliche Gewalteskapade ausführte, näherte er sich in „Wer hat meinen Vater umgebracht“ seinem Vater. Jetzt ist seine Mutter, die auch das Cover ziert, in „Die Freiheit einer Frau“ im Fokus. Genau jenes Bild, das er zufällig entdeckte, war auch der Auslöser für das Buch, das einmal mehr in seiner ganz eigenen literarischen Form zwischen Erzählung, Memoiren und Biografie verfasst wurde. „Sie war gedemütigt, aber sie hatte keine andere Wahl, oder sie dachte, sie hätte keine, die Grenze dazwischen ist schwer zu bestimmen, (...)“ Moniques Leben gerät früh schon auf die schiefe Bahn. Während der Ausbildung wird sie als Teenager schwanger, bekommt bald schon das zweite Kind. Sie verlässt den Vater der Kinder für einen anderen Mann, der jedoch ebenso gewalttätig und unterdrückend ist. Mit ihm folgen weitere Kinder, darunter auch Édouard. Ihr bleibt das Leben als Hausfrau und Mutter auf dem nordfranzösischen Dorf. Dass sie einmal eine lebenslustige Frau mit Träumen war, davon ist nichts mehr zu spüren. Stoisch erträgt sie das Schicksal, das ihr scheinbar zugewiesen wurde. Sie braucht Jahrzehnte, um sich zu erinnern, dass sie schon einmal geflüchtet ist und dass sie sie diese Möglichkeit wieder hätte. „Sie war sich ganz sicher, dass sie ein anderes Leben verdiente, dass es dieses Leben irgendwo gab, abstrakt gesehen, in einer virtuellen Welt, so gut wie in Reichweite, und dass ihr Leben in der wirklichen Welt eigentlich wegen eines Versehens so aussah wie es war.“ Was die Erzählungen Édouard Louis‘ auszeichnet, ist die gnadenlose Beschreibung einer unschönen Realität. Er kommt aus einem prekären Milieu, das von Gewalt und Hoffnungslosigkeit geprägt ist und eröffnet mit seinen Büchern einen Blick in diese Welt, vor der man lieber die Augen verschließen möchte. Ihm selbst ist nicht nur der soziale Aufstieg geglückt, er kann mit dem Abstand von Zeit und Raum auch das reflektieren, was er als Kind und Jugendlicher erlebt und gesehen hat und schreibt dies nieder. Auch wenn die schon bekannte endlose Spirale, die sich von Generation zu Generation wiederholt - geboren in Gewalt und Armut, den Ausweg nicht finden, den Weg der Eltern reproduzieren, selbst gewalttätig werden und mit prekären Jobs gerade so überleben – auch hier geschildert wird, erlaubt der Blick auf die Mutter doch auch einen Funken von Hoffnung. Und Versöhnung, denn der Sohn ist älter und reifer, erkennt seine eigenen Fehler gegenüber der Mutter, seine Fehleinschätzungen, die blinden Flecken, die er in jungen Jahren nicht sehen oder richtig deuten konnte. Somit wird der Bericht auf eine Reflektion über das eigene Denken und das Eingeständnis von selbst ausgeübter Gewalt, die in seinem Fall eher psychologisch denn physisch war. Eine Hommage an eine letztlich starke Frau, keine schöne Lebensgeschichte, aber eine aus dem echten Leben, das nun einmal nicht immer rosarot ist.

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: