Gänseblümchen

Eine sehr queere Geschichte

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Erscheinungstermin 25.07.2021 | Archivierungsdatum N/A

Zum Inhalt

Rick mag Blumen, Rosa und Harmonie. Für seine Mitschüler*innen ist der Fall klar – eindeutig schwul. Nur fühlt sich Rick nicht sonderlich schwul, wenn er in Gegenwart der beliebten Auri vor lauter Herzklopfen kein Wort über die Lippen bekommt. Außer Vhyn, seinem nicht-binären liebsten Menschen, weiß das allerdings keine*r, und das ist auch gut so. Auch wenn Rick gerne etwas selbstbewusster sein würde, will er vor allem eines: Ruhe und Frieden.

Als der Rebell Bo neu an seine Schule kommt, ist es damit jedoch schlagartig vorbei. Nicht nur, dass er Rick beklaut und provoziert, wo er nur kann, nein, ausgerechnet der scheint einen besonderen Draht zu Auri zu haben. Das kann doch nicht wahr sein! Als Rick sich entschließt, Bo auf den Zahn zu fühlen, überschlagen sich die Ereignisse…

Ein wunderbar queerer Young-Adult-Roman über Freundschaft, Sex, die große Liebe und was es bedeutet, seine eigene Stärke zu finden.

Rick mag Blumen, Rosa und Harmonie. Für seine Mitschüler*innen ist der Fall klar – eindeutig schwul. Nur fühlt sich Rick nicht sonderlich schwul, wenn er in Gegenwart der beliebten Auri vor lauter...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Taschenbuch
ISBN 9783982202747
PREIS 11,99 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ich habe dieses Buch geliebt. Als erstes finde ich es mega, mal ein Buch gefunden zu haben, dass das Thema LGBTQ behandelt. Davon gibt es nämlich nicht viele. Gleich mal eine kleine Kritik: Mir war es fast ein wenig zu viel LGBTQ. Die einzige Person die "normal" war, war Oma Hilde. Der Rest war entweder Pan, Bi, Schwul oder Trans. Der Schreibstil war aber sehr flüssig zu lesen, sodass man sich gut in Rick hineinversetzen konnte. Teilweise hatte ich in diesem Buch echt das Gefühl, als Außenstehende Person daneben zu stehen und das ganze zu beobachten. In Rick konnte ich mich teilweise gut hineinversetzen und mit ihm mitfühlen. In anderen Situationen gelang mir das nicht. Aber das macht den Charakter ja aus. Auch mit Bo ging es mir so. Hier hätte ich mir aber noch gewünscht, dass es ein paar Kapitel auch aus seiner Sicht gibt. Einfach um ihn und seine Gefühle besser kennenzulernen. Am Anfang der Story war ich auch noch ein wenig verwirrt, aus welcher Perspektive eigentlich erzählt wird. Dies hätte man im Vorfeld klären können. Das Ende mit dem CSD fand ich aber wieder richtig gut und es war ein gelungener Abschluss. Auch wenn ich teilweise verwirrt war, für wen Rick sich jetzt eigentlich genau interessiert. So bliebt es aber trotzdem bis zum Ende spannend. Für mich war das ein richtig gutes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der auf der Suche nach einem Buch mit dem Hauptthema LGBTQ ist.

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Diese Rezension hat meine 12 jährige Tochter geschrieben Mir hat das Buch „Gänseblümchen – eine sehr queere Geschichte“ gut gefallen. Mein Lieblingscharakter war Vhyn. Sier war mir sehr sympathisch und siene Art hat mir gefallen. Anfangs mochte ich Bo ebenfalls sehr, was sich ab zirka zwischen der Mitte und dem Ende des Buches geändert hat und im Epilog habe ich ihn dann wieder gemocht. Generell waren alle Charaktere gut geschrieben und real. Ein großer Pluspunkt war, dass nicht nur die geläufigsten Sexualitäten/ Geschlechter (schwul, lesbisch, bi, hetero, trans und cis) repräsentiert waren, sondern auch unbekanntere, wie zum Beispiel Pansexualität oder non-binäre Geschlechter, wie zum Beispiel Vhyn. Außerdem benutzt sier die Neopronomen sier/sien. Sier erklärt auch sehr gut warum sien diese Pronomen benutzt. Ich mochte den Schreibstil sehr. Zeitweise bin ich so in dieses Buch versunken, dass ich vergessen habe, dass ich gelesen habe. Die Triggerliste ist sicherlich sehr hilfreich für Menschen, die von gewissen Sachen (= z. B. Transphobie/Feindlichkeit, Zwangsouting, Misgendering / Deadnaming, …) getriggert werden.

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Der Schreibstil des Autors ist super und auch umgangssprachlich. Kein unnötiges Gefloskel. Auch die Charaktere waren mir sehr sympathisch. Was mich jedoch sehr gestört hat ist dass es für mich keinen wirklich roten Faden gab. Es gab meines Erachtens nach zuviele Handlungsstränge auf einmal. Ja, ich weiß dass Junge Erwachsene in diesem Alter sich mit vielen Gefühlen auseinander setzen müssen und ich denke dass es auch wahrscheinlich die Intention des Autors war das somit darzustellen. Jedoch mir war es zu wirr und durcheinander. Für mich las es sich eher wie ein Tagebuch. Für Jugendliche finde ich dieses Buch jedoch gut geeignet, da auch passend und zeitgemäß.

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Dieses Buch hat mich total überrascht. Es ist im Bereich LGBTQIA angesiedelt, und das ist oft in Jugendbüchern ein schwieriges Thema. Viele Bücher wollen einfach zu viel und packen so unglaublich viele queere Charaktere in ihre Bücher, dass es irgendwann einfach too much ist. Auch hier trifft man auf viele queere Charaktere, aber es passt in der Mischung sehr gut. Rick, der Protagonist, ist z.B. ein junger Mann, der das Glück hatte, bei sehr toleranten Großeltern aufzuwachsen, die ihre eigene Vorgeschichte in diesem Bereich haben. Diese Toleranz lebt er, und das sehr reflektiert und ehrlich, was man als Leser das ganze Buch über deutlich spüren kann. Er lernt im Laufe der Geschichte, dass er selbst pansexuell ist - was wirklich sehr gut erklärt wird! Sein "Lieblingsmensch" (welch eine tolle Bezeichnung für eine nicht binäre Person) ist Vhyn. Beide sind auf ihre Art sehr interessante und wirklich gut durchdachte Charaktere! In Bezug auf Vhyn lernt man als Leser auch etwas über Neopronomen - und das, ohne dass es wie eine BElehrung rüberkommt. Auch hier wieder großes Lob an den Autor! Ihm ist es wirklich gelungen, viele Informationen über queeres Leben zu geben, ohne dabei zu trocken oder zu theoretisch zu wirken. Das finde ich großartig! Ein bißchen fragwürdig finde ich das Cover. Ich fürchte, dass es nur einen kleinen Kreis junger Leser überzeugen kann, überhaupt danach zu greifen. Und das wäre wirklich schade, denn ich finde, dass dieses Buch sich wirklich lohnt!

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Eine sehr gelungene Liebesgeschichte in welcher uns der Autor zeigt, wie Bunt doch die Welt wirklich ist. LGBTQ ist für viele Leser schon verständlich, doch was bedeutet LGBTQ+? Das Plus steht für ganz viele Nuancen der Liebe und des Lebens, ist aber für viele noch sehr unübersichtlich und unverständlich. Elias Finley schafft es in seinem Roman auf sehr unterhaltsame, manchmal auch traurige und nachdenkliche Weise den Leser in diese Welt zu entführen und eintauchen zu lassen!

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Ein wirklich ungewöhnliches Buch … einerseits ziemlich viele Klischees, andererseits überrascht einen der Roman auch mit vielen ungewöhnlichen Ideen. Wie z.B. die Hauptfigur Rick, ein weißer cis Mann, fast 2 m groß, der rosa und Glitzer liebt, gerne gärtnert und ein richtiger Softie ist, obwohl er aussieht wie ein Wikinger mit langen Haaren (Männerdutt) und Bart. Das ist im ersten Moment schräg, im zweiten liebenswert. Überhaupt sind die Charaktere das tollste an dem Buch. Sie machen eine glaubwürdige Entwicklung durch und bleiben sich doch selbst treu. Der Schreibstil ist nichts Besonderes, liest sich aber gut weg. Gut fand ich die Triggerwarnung, die ausgesprochen ausführlich ist und auf jedes Kapitel eingeht. Vielleicht hätte man das ein oder andere auch so schreiben können, dass es den ein oder anderen Trigger nicht gebraucht hätte (z.B. ohne Verwendung eines Deadnames). Aber dann wäre die Geschichte nicht so dramatisch gewesen. Es ist schon gut gemacht, man merkt, dass da jemand mit Ahnung von der Szene dahintersteckt.

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Eine herrlich erfrischende und herzerwärmende Story Inhalt: Seit ewigen Zeiten ist Rick in seine Mitschülerin Auri verliebt, wagt aber nicht, es ihr zu gestehen. Nur mit seinem Lieblingsmenschen Vhyn kann er darüber reden. Als Bo neu an die Schule kommt und dieser sich scheinbar an Auri ranmacht, versucht Rick zu retten, was zu retten ist und lernt dabei eine ganze Menge Neues über sich selbst. Meine Meinung: Noch nie habe ich ein Buch mit einer solchen Vielfalt an unterschiedlichen queeren Charakteren gelesen. Man könnte denken, dass dies zu viel des Guten ist, aber nein! Es zeigt einfach nur, wie unterschiedlich Menschen sein können oder sein müssen, um glücklich zu sein. Es geht zum Beispiel um transidente, nichtbinäre, bi-, pan- und homosexuelle Menschen, um Toleranz und Akzeptanz, um Outing, um Verletzungen und um Verzeihen, um Liebe und Freundschaft. Eine herrlich lebendige Geschichte, so bunt wie das tolle Cover. Der achtzehnjährige Rick führt uns als Ich-Erzähler durch die Handlung. Ich bin ihm dabei sehr gerne gefolgt, denn er ist ein wirklich hundertprozentig sympathischer Typ, mit dem man gerne befreundet sein möchte. Anfangs noch etwas zurückhaltend und unsicher, entwickelt er sich von Seite zu Seite immer weiter und wird innerlich immer stärker. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, die schwierige Themen bearbeiten, werden hier auch viele Lösungsansätze für verschiedene Probleme aufgezeigt. Das hat mir besonders gut gefallen, denn so kann man neben guter Unterhaltung auch noch einen wirklichen Nutzen daraus ziehen.

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Hat mir sehr gut gefallen. Sehr schöne und einfühlsame Geschichte, die Wunderbar erzählt wurde. Habe ich sehr gern Gelesen.

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"Gänseblümchen" von Elias Finley ist eine ganz wundervolle und liebenswerte Geschichte über Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können und die zeigt, dass all diese Unterschiede ihre Berechtigung haben und neben- und miteinander leben können. Absolut lesenswert, nicht nur für Jugendliche!

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Thx NetGalley für die Bereitstellung des Buches für eine ehrliche Rezension In Gänseblümchen geht es vorrangig um Rick und seine Freund*innen und Klassenkamerad*innen in der Abiturstufe. Ich war positiv überrascht, dass wirklich jede Hauptperson auf ein oder andere Weise queer ist. Der Titel hat also nicht zu viel versprochen. Da das übergeordnete Thema des Buches mit Akzeptanz, Toleranz und Selbstfindung sehr weit gefasst ist, war ich sehr neugierig darauf, wie das im Speziellen aussehen würde. Rick hat mit seiner Sexualität weniger zu kämpfen als andere Jugendliche in diesem Buch, was eine sehr interessante Perspektive für einen Protagonisten in einem queeren Buch ist. Er weiß zwar noch nicht, mit welchem Buchstaben im LGBTQ+ Alphabet er sich identifiziert, aber er ist nicht gestresst, das herauszufinden. Sein Weg ist sehr positiv und mit Freude und Spaß beschrieben und ich denke, Jugendliche profitieren davon, diese positiven queeren Stories zu hören. Insbesondere, da hier auch schwierigere Themen angesprochen werden; Deadnaming, erzwungene Outings, Gewalt an queeren Menschen, etc. (Alle diese Dinge sind übrigens in einer Triggerliste am Ende des Buches getagged, wovon ich ein sehr großer Fan war, und ich hoffe, dass andere Jugendbücher damit nachziehen werden.) Rick's relativ entspannte Attitüde ist daher häufig eine wohlverdiente Pause zwischen dem ganzen heavy Kram. Vhyn, Rick's bestie, ist nichtbinär und verwendet später Neopronomen, was ich so noch nie in einem Jugendbuch gesehen habe. Der Struggle mit sienen Eltern war gut dargestellt und ich habe sehr mitgefiebert, als es ums Outing ging. Auch, dass dieser Stereotyp, dass nichtbinäre Personen eigentlich nur "women light" wären, wurde kurz aufgegriffen, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich hätte mir da noch eine tiefere Exploration gewünscht, aber das Buch kann ja nicht 500 Seiten werden. Das ist jedoch ein Grund, warum ich nicht die vollen fünf Sterne geben konnte. Man merkt, dass alle angesprochenen Themen mit sehr viel Sensibilität behandelt wurden. Leider fand ich, dass zu viel angeschnitten wurde und dann nicht genug Zeit war, alles so zu besprechen, dass es im Buch Sinn macht. Dadurch lasen sich manche Passagen etwas seltsam predigend und nicht so, als ob sich normale Jugendliche über diese Themen unterhalten würden. Mehr so wie eine Infoseite über die LGBTQ+ Community. Leider konnte ich mich mit dem Schreibstil auch generell nicht wirklich anfreunden. Ich habe nicht wirklich geglaubt, dass die Charaktere Teenager sind. Häufig klingt es leider etwas gezwungen umgangssprachlich, so als ob versucht wurde, auf Biegen und Brechen "jugendlich" zu sprechen. Trotzdem würde ich empfehlen, Gänseblümchen einmal zu lesen, bzw. einem Teenager in die Hand zu drücken. Selbst wenn es kein neuer Favorit ist, glaube ich, dass es dennoch viel gibt, was Leser hier rausholen könnten. Vor allem, die Art wie Neopronomen benutzt werden, und hier diskutiert wurden war sehr gut gemacht und schon allein deshalb, ist es imo wert, einmal reinzulesen.

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Ein wunderschön geschriebener LQBTQ+ Roman. Die Charaktere waren wunderbar beschrieben, und das Lesen hat einfach Spaß gemacht. Das Buch spricht die klassischen Jugendprobleme Liebe, Selbstfindung und die natürlich dazugehörigen Freundschaften mit einbisschen Drama dar. Trotzdem fühlt es sich nicht, wie jeder andere x-beliebige Roman an.

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Bevor ich zum Inhalt komme, kurz ein paar Worte zum Cover: So gut mir das Buch inhaltlich auch gefällt, mit dem Cover kann ich mich nur mäßig gut anfreunden. Es ist super bunt, was an sich gut zum sehr queeren Inhalt passt, jedoch wirkt es stark überladen. Durch die vielen verschiedenen, im Ton sehr kräftig leuchtenden Blumen fällt im ersten Moment gar nicht auf, dass auch die Schrift etwas viel ist. Auf den zweiten Blick fallen die drei verschiedenen Schriftarten in unterschiedlichen Größen und zum Teil verschiedenen Ausrichtungen dann aber doch auf. Positiv zu bemerken ist aber, wie gut sich das Verlagslogo einfügt. Die Handlung wird aus Ricks Perspektive wiedergegeben, Rick der gerade 19 geworden ist, zur Schule geht und nebenbei im Baumarkt arbeitet, Rick, der Blumen, Rosa und Harmonie mag, von seinen Mitschüler:innen als schwul bezeichnet wird, obwohl er sich nicht sonderlich schwul fühlt und der in Gegenwart der beliebten Auri vor lauter Herzklopfen kein Wort über die Lippen bekommt. Mit Beginn des neuen Schuljahres kommt Bo neu in den Jahrgang und er scheint es auf Rick abgesehen zu haben. Nicht nur dass er ihn beklaut und provoziert, wo er nur kann, ausgerechnet Bo scheint auch einen besonderen Draht zu Auri zu haben. Doch als Rick Bo näher kennenlernt, beginnen sich die Ereignisse zu jagen. "Gänseblümchen" ist sehr gut verständlich und vor allem nah am Hauptcharakter geschrieben. Der Schreibstil vermittelt das Gefühl, alles tatsächlich aus Ricks Gedanken heraus mit zu erleben, dadurch liest es sich zum einen sehr schnell und zum andern auch sehr emotional. Besonders gut finde ich außerdem, dass es eine sehr detaillierte Liste mit potentiellen Triggern gibt, durchgängig inklusive * gegendert wird und dass im Vorwort auf die Verwendung der Pronomen sier/sien eingegangen wird, denn genau diese Art der Kommunikation ermöglicht mehr Sensibilisierung für den respektvollen Umgang mit non-binären Menschen und Verständnis für den notwendigen Sprachwandel für mehr Repräsentation, dessen Notwendigkeit viele Menschen leider noch nicht sehen. Generell muss ich aber auch einfach sagen, dass das Buch schon allein durch die enorme Menge an queerer Repräsentation (vor allem der Teile der Community, die sonst leider viel zu oft übersehen werden) einen riesigen Pluspunkt bei mir hat. Die Entwicklung des Plots hat mich schlicht umgehauen. Durch die Liste potentieller Trigger wurde zwar schon deutlich, dass viel passiert, aber es gab so viele Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, dass es bis zum Epilog spannend und überraschend blieb. Bezeichnend hierfür ist mein Kommentar bei goodreads, als ich gerade 93% des Buches gelesen hatte: “Es sind noch 7% zu lesen und ich habe das ungute Gefühl, dass mir dieses Buch das Herz brechen wird. Ich hab so Angst um Bo. Er hat sich wie der letzte Arsch verhalten, aber er ist mir wirklich ans Herz gewachsen und ich habe irgendwie doch sehr Angst vor dem Ende des Buches.” Letztlich kann ich vor allem eins sagen: Wow. Nur wenige Bücher schaffen es, mich mit allen Emotionen abzuholen, Charaktere zu schaffen, die absolut glaubwürdig und real geschrieben sind, und dabei noch wichtige politisch-moralische Botschaften zu vermitteln. Ich habe mindestens genauso oft gelacht (ja, auch laut, sehr zur Verwirrung der Menschen um mich herum) und mich für die beschriebenen Personen gefreut wie ich auch sauer auf Rick und Bo war und mitgelitten habe, wenn die Handlung unschöne Wendungen nahm. Die beschriebene Freundschaft zwischen Rick und Vhyn ist einfach großartig (ich würde die beiden so gern mal in der Realität treffen) und die Charakterentwicklung (die ich mir für Rick noch etwas mehr gewünscht hätte) von Bo ist der Wahnsinn. Es ist so schön zu lesen, wie Vhyn und Auri über sich hinauswachsen und mit allem Mut, den es dafür leider manchmal braucht, zu sich selbst stehen. Aber nicht zuletzt sind auch die Nebencharaktere einfach cool, ich brauche bitte mehr Personen wie Ricks Großeltern in meinen Büchern! :D 5 von 5 absolut verdiente Sterne für diesen wunderbaren, queeren Young-Adult Roman, dessen Cover und Inhalt genauso unperfekt, bunt und liebenswert sind, wie das Leben.

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Den ganzen Lobeshymnen kann ich mich leider nicht anschließen, dennoch will ich erstmal mit den positiven Aspekten des Buches beginnen. Ich liebe die Diversität. Wir treffen pansexuelle und bisexuelle Charaktere, nicht-binäre und transidente. Und das in einem deutschen Buch! Meine Meinung gibt es bisher viel zu wenige deutsche queere Literatur. Auch die Tatsache das Vhyn, ein nicht-binärer Charaktere, Neopronomina benutzt habe ich so noch nie in einem deutschen Buch erlebt. Auch wenn ich anfangs über sier/sien gestolpert bin (da es hier einfach noch nicht so gebräuchlich ist wie they im Englischen) habe ich mich irgendwann daran gewöhnt. Auch war das Buch sehr Sex positiv, und hatte zudem eine Triggerliste am Ende. All das sollte man mehr in Jugendbüchern finden! Jedoch störte mich der Schreibstil. Ich fand es sehr kindlich geschrieben und teilweise schwer zu lesen, da mir vor allem Dialoge nicht immer sehr natürlich erschienen. Ich fand es auch seltsam, dass keiner der Charaktere fluchte sondern nur Worte wie "Depp" oder "Scheibenkleister" verwendete. Welche 18/19-jährigen fluchen nie? Auch die Handlung fand ich nicht allzu packend, und für die Charaktere konnte ich mich auch nicht begeistern, vor allem für die beiden Love Interests, die ich eher wahnsinnig unsympathisch fand, und von Dreiecksbeziehungen bin ich kein Fan. Gelegentlich waren ein paar Typos übersehen worden (z.B. Whatsapp-Grippe) und das Rick nicht glauben konnte, dass man auch heute noch in Ländern fürs LGBTQ+ Sein bestraft werden kann, erschien mir auch sehr unglaubwürdig. In welcher heilen Welt lebt er, vor da er doch einen schwulen Opa hat und sich eigentlich ziemlich gut mit diesen Themen auskennt? Alles in allem liebte ich die Idee dahinter, die Umsetzung jedoch war nicht meins.

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