Das Damengambit

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Erscheinungstermin 26.05.2021 | Archivierungsdatum 31.08.2021

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Zum Inhalt

Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage.

Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen...


Eine Anmerkung des Verlags

Von Netflix verfilmt – der Serien-Welterfolg mit Anya Taylor-Joy.

›Golden Globes‹ für die beste Miniserie und die beste Hauptdarstellerin.

1983 in den USA erschienen, jetzt zum ersten Mal auf Deutsch: eine literarische Entdeckung.

Von Netflix verfilmt – der Serien-Welterfolg mit Anya Taylor-Joy.

›Golden Globes‹ für die beste Miniserie und die beste Hauptdarstellerin.

1983 in den USA erschienen, jetzt zum ersten Mal auf...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257071610
PREIS 24,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Stefan Zweigs Schachnovelle hat mich als Abiturientin so sehr begeistert, dass ich damals meine Facharbeit darüber geschrieben habe, obwohl ich nicht Schach spielte - bis heute nicht. Mein Mann und meine Kinder spielen.... So viel am Rande.
Schach - der Rettungsanker in Beth früh verkorksten Leben - ist ihr einziger Halt und Ausweg aus der Perspektivlosigkeit ihres jungen Lebens im Waisenhaus. Sie verfügt über eine außergewöhnliche Schachbegabung. Leider wurde ihr, wie in den 50er Jahren in den USA in Heimen üblich, die Tablettensucht verordnet. Und so trägt sie in sich zwei konkurrierende Seelen.
Es ist faszinierend ihr intensives und sehr fokussiert kurzes Leben zu begleiten, auch als nicht Schachspieler.
Ich konnte mich kaum losreißen. Achtung Suchtgefahr

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Der Titel ist ein Netflixsuperstar. Ich habe die Serie nicht gesehen, um so tiefer konnte ich in das Buch einsteigen und es ist es wert.

Das Buch ist bereits 1983 erschienen, wirkt aber (sicher auch dank der Übersetzung) frisch und gegenwärtig.
Wie sich der Schriftsteller in die Gedankenwelt eines Kindes und dann jungen Mädchens hineindenkt, ist gr0ßartig. Die Lesenden können erraten, was das Kind nicht versteht (z.B. die Gemütsverfassung der Adoptivmutter). Es gibt viel Raum für eigene Gedanken.

Sicher würde es helfen, Schach spielen zu können. Aber auch ohne Kenntnisse im "Spiel der Könige" ist der Text ein wirkliches Vergnügen. Für mich hätte der Hauptchrakter auch Tennis spielen oder Harleys reparieren können. Wichtig ist die absolute Hingabe.

Das Buch eignet sich für Alle: Frauen, Männer, Schachbegeisterte, an den Lebensverältnissen in der Vorstadt der USA in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts interessierte, Suchtkämpfer ... WOW

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Was für ein unglaublich grandioses Buch! Obwohl ich selber nur rudimentär Schach spiele, bin ich voller Faszination eingetaucht in diese abgeschlossene Welt von Schachgenies, habe mit Beth mitgefiebert und gebangt. Eine literarische Entdeckung, die sich lohnt.

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Ein Herzensbuch, dessen Geschichte mich mit Figuren wie Mister Shaibel, Jolene, Mrs. Wheatley und ganz besonders mit Beth Harmon sehr begeistert hat. Nicht eine Minute habe ich mich gelangweilt, obwohl ich die grandiose Netflix-Serie "The Queen's Gambit" (2021) bereits kenne. Auch habe ich von Schach kaum eine Ahnung.

Doch da ist Beth - mir mittlerweile vertraut wie eine Freundin.
Wie sie als Waisenmädchen die grünen Beruhigungspillen im Heim schlucken muss und nebenbei ihre Leidenschaft für Schach entdeckt.
Beth als junge Frau, die sich in einer absoluten Männerwelt behauptet, deren elegante Angriffskombinationen und Siege ihre männlichen Partner verwirren und verunsichern. Nicht immer erhält sie einen respektvollen Glückwunsch ihres Gegners dafür. Ihrem Selbstbewusstsein schadet das nicht einen Moment.
Aber da ist auch Beth und ihre Sucht nach Alkohol und den kleinen grünen Pillen.

Dieser Roman ist im Original 1983 erschienen und er liest sich heute - fast 40 Jahre später - absolut zeitlos. Beeindruckt hat mich außerdem, dass ein männlicher Autor so elegant und mit viel Feingefühl die Geschichten verschiedenster Frauen erzählt. Egal, ob das schwarze Mädchen Jolene, die verheiratete Mrs. Wheatley oder Beth - sie alle wirken sehr authentisch. Eine unvergessliche Lektüre.

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Wenn man die Netflix-Serie geliebt hat, wird man auch das Buch, aus dem sie entstanden ist, lieben: Das Damengambit ist Storytelling vom Feinsten. Walter Tevis ist bekannt für seine Bücher über Billard, The Hustler und The Color of Money. Poolbillard und Schach haben viel gemeinsam. Beide lassen einen Spieler gegen einen anderen antreten. Jedes Spiel erfordert Geschicklichkeit und die Fähigkeit, in drei Dimensionen zu sehen, und jedes erfordert einen ruhigen und klaren Verstand.

Hätte man mir gesagt, dass ich ein Buch über Schach lesen und darin schwelgen würde, hätte ich es nicht geglaubt, aber es ist wahr. Ich war gefesselt. Obwohl ich gerade die Serie gesehen hatte, glaube ich, dass das Buch besser ist. Wir sind im Kopf von Beth Harmon. Wir bekommen zu verstehen, warum sie sich so verhält, wie sie es tut, und warum ihre Drogen- und Alkoholsucht und das Schachspiel sie so im Griff haben.

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Beth lebt als Waise in einem staatlichen Waisenhaus. Damit die Kinder wenig Arbeit machen werden täglich Beruhigungsmittel an sie verteilt. Sie ist allein unter all den Kindern. Nur der Hausmeister weckt ihr Interesse. Er spielt in seinen freien Minuten Schach im Keller. Beth schaut zu und lernt. Sie hat einen analytischen Verstand und ein extrem gutes Gedächtnis, sehr schnell lernt sie Schach spielen.
Beth ist in ihrer Einzigartigkeit eine herausragende Person. Sie will immer und überall die Kontrolle über sich und ihrer Umwelt. Schach ist ihre Sucht und ihre Hilfe bei der Kontrolle. Alles ordnet sie dem Spiel unter.
Schach dominiert auch das Buch, eigenartiger Weise ist es spannend die vielen Züge und Überlegungen welchen Spieler sie als nächstes schlagen möchte zu verfolgen. Das Buch und das Schachspiel ziehen den Leser in seinen Bann. Es ist ein ruhiges Buch mit wenigen Ereignissen. Ein Turnier in Russland ist der Höhepunkt auch für mich als Leser. Der Autor vermittelt die Atmosphäre atemloser Spannung eins zu eins.
Eine junge Frau in einer Männerwelt. Der Missbrauch an den Kindern im Waisenhaus. Alkohol und Drogen. Themen die zu der Zeit in der das Buch entstand noch nicht von großer Bedeutung waren oder erst langsam an Aufmerksamkeit gewannen.
Das Buch ist eine Perle die verschwunden war und zum Glück jetzt wieder aufgetaucht ist.

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Ein absolut herrausragender Roman, bis jetzt ist das Damengambit einer meiner Lieblingsromane des Jahres.
Das Buch ist zwar nüchtern geschrieben, wird aber auch während der Schachpartien nie langweilig oder lang.
Die Übersetzung von Gehard Meier ist gut gelungen und liest sich sehr angenehm.
Ich kann das Buch nur empfehlen.

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Nach der Miniserie auf Netflix, die mir sehr gut gefallen hat, musste ich einfach zu dem Roman "Das Damengambit" von Walter Tevis greifen, um mir noch einmal diese Geschichte vor Augen zu führen. Und ich muss sagen, das hat richtig Spass gemacht!!!

Mein Fazit: Unbedingt lesenswert!!!!

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Die kleine Elisabeth Harmon hat es wirklich nicht leicht. Sie verliert beide Eltern und landet in einem religiösen Waisenhaus. Dort sieht sie einmal zufällig zu, wie der Hausmeister eine Partie Schach spielt. Die kleine Beth ist augenblicklich fasziniert und lernt innerhalb kürzester Zeit Schach zu spielen. Es stellt sich raus, das Beth begabt ist und sehr gut spielt. Später wird sie adoptiert und hat ab dann die Möglichkeit an Turnieren zu spielen und gewinnt eins nach dem anderen.
Eine fiktive Biografie, die einem komplett in den Bann zieht.

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Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen sprachlos.

Schach war für mich immer dieses überaus strategische aber irgendwie auch langweilige Spiel in das ich nie so rein finden konnte.

Dank der Art wie das Damengambit geschrieben ist, so mitreißend und spannend denke ich plötzlich ganz anders über das Spiel.

Ganz subtil werden die Finessen des Schachs, politische Themen der 50er und 60er Jahre, das Erwachsenwerden und die Probleme dabei, als Frau in eine Männerdomäne einzudringen thematisiert und immer wieder eine neue Spannung fürs Spiel.

Hervorragender Schreibstil, toller Hauptcharakter, schön erzählt und definitiv den Bekanntheitsgrad wert, der wohl nicht zuletzt auch der erfolgreichen Serie zu verdanken ist. Eine definitive Empfehlung, auch wenn man nicht Schach spielt oder sich dafür interessiert. Im Anschluss spielt man bestimmt eine Partie.

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Ich habe keine Ahnung von Schach und werde es nie verstehen und lernen. Aber ich war von Anfang an vom Buch fasziniert. Ich wusste nicht, dass es nach der Netflix-Serie geschrieben wurde. Ich bin aber nicht neugierig auf die Serie. Das Buch ist so ergreifend, Die Personen so real und lebendig.
Ich habe die ganze Zeit mit gelitten und mitgefiebert.
Icch empfehle auf jeden Fall das Buch.

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Tatsächlich bin ich durch Verlagswerbung auf diesen Titel aufmerksam geworden - ich wusste weder von der Netflix-Serie noch war mir deutlich bewusst, dass es ein Titel aus dem letzten Jahrhundert ist :). Doch das gelungene Titelbild und die kurze Inhaltsbeschreibung haben mich neugierig gemacht .

Nach anfänglicher Zurückhaltung - mir war das Setting im Waisenhaus so trist und das Kind einer lieblosen Umwelt ausgeliefert - fand ich mich ein . Die sachliche Sprache tut dem Thema gut und die Geschichte begann, ihren Sog zu entfalten : Wird Beth diesen Verhältnissen entfliehen können ? Wird sie Freunde finden? Wird sie es schaffen, lernen zu dürfen? Wird sie der Sucht erliegen oder dagegen ankämpfen können? So habe ich zugesehen, dass ich Zeit zum Lesen fand !

Interessant fand ich das Zeitpanorama . Es wird zwar nur wenig erzählt , was in der Welt vorgeht ( Kennedy , die Verteufelung des Kommunismus), doch entfaltet sich ein Bild dieser Zeit auch durch die Beschreibungen von Kleidung, Kaufhäusern, dem Umgang zwischen Mann und Frau, dem ewigen Rauchen, der Bürgerlichkeit, der rassistischen Sichtweise und der Wichtigkeit von Schachbüchern und Zeitschriften in Abwesenheit anderer Informationsmöglichkeiten. Noch spannender wird es natürlich bei der Beschreibung Russlands .

Dazu kommt dann Beths persönliche Entwicklung und das Bangen, ob sie ihr Schicksal meistern wird und neben dem Erfolg auch Lebensglück findet. Hier wird sehr spartanisch erzählt und doch wird alles Wichtige dargestellt. Es ist sehr angenehm, dass sich der Text hier nicht in Deutungen und Erklärungen verliert - Beths Taten, Gedanken und Gefühle werden knapp dargestellt und den Rest kann ich mir als Leser erschließen. Eigentlich gibt es nur wenige Personen, die wichtig sind - und Herzlichkeit erfährt sie von niemandem - doch werden diese Charaktere gut beschrieben. Zum Ende des Buches kehrt sie mal zum Waisenhaus zurück . Diese Szenen fand ich ganz stark, da sie die Weiterentwicklung und das Erwachsenwerden zeigen.

Es gibt durchaus lange Passagen, die Schachpartien beschreiben. Da hab ich dann auch irgendwann den Titel wiedergefunden …..Diese Abschnitte sind meisterhaft ! Sie beschreiben schon genaue Figurenstellungen und das Ziehen auf bestimmte Felder , doch sehen sie auch das große Ganze und dann zusätzlich den Reiz und die Schönheit des Spiels. Man bekommt eine leise Ahnung von den komplizierten Gedankengängen und merkt auch, wie mental stark ein guter Schachspieler sein muss. Ich war nicht eine Sekunde gelangweilt, sondern habe mir im Gegensatz eine neue Welt erschlossen. Die Wortwahl macht das Spiel lebendig .

Ich kann das Buch wirklich empfehlen !

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Dass die Geschichte Basis einer Netflix-Serie ist, wusste ich nicht, ich kannte sie auch nicht – Vorteil?

In „Das Damengambit“ lernen wir Beth kennen, ein Mädchen, das im Waisenhaus lebt und dieses Leben ist nicht schön … die Kinder bekommen Pillen, um leicht handelbar zu sein und auch sonst ist das Leben kein Zuckerschlecken. Was ihr Verhängnis werden könnte, ihre Intelligenz, wird Beth‘ Glück: Sie beginnt Schach zu spielen und schlägt ausnahmslos jeden, sodass sowohl der steile Aufstieg wie auch der steile Fall programmiert scheinen …

Zunächst ist festzustellen, dass manches Buch erst durch eine „Verfilmung“ zu Bekanntheit gelangt, so auch bei diesem: Ursprünglich erschien es vor ca. 40 Jahren und erst der Serienerfolg führte nun zu einem Make-over. Doch letztlich ist die Geschichte fast zeitlos: Es geht um Sucht, Fluchten, Siege und Niederlagen, die Fähigkeit mancher Menschen, sich bzw. ihr Leben selbst und gründlich zu torpedieren, aber auch, sich einer Sache oder Leidenschaft vollständig hinzugeben. Beth, die Walter Tevis mit sehr viel Einfühlungsvermögen zeichnet, stehen einige andere Figuren zur Seite, die kaum weniger beeindruckend sind wie Jolene. Für mich war es hilfreich, die Serie nicht zu kennen, da so mehr Platz blieb, sich die Figuren vorzustellen, sich in ihre Gedankenwelt hineinzuversetzen. Allerdings eignet sich der Stoff natürlich bestens für eine Verfilmung. Einmal mehr eine dieser Perlen, die Diogenes mit schöner Regelmäßigkeit hervorbringt … sprachlich allerdings nicht ganz mein Fall.

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Walter Tevis‘ (1928-1984) Roman ist in der kurzen und logischen Sprache des Schachspiels verfasst und vermittelt die bedingungslose Leidenschaft für das Spiel, dessen Strategien und Techniken. Spürbar wird auch die beeindruckende kognitive Leistung, die Spitzenschachspieler vollbringen müssen. Zwischen den (meist in Beth‘ Kopf gespielten Schachpartien) sind Episoden aus dem Alltag der Protagonistin, aber auch einschneidende Erlebnisse, wie z.B. der Tod ihrer Adoptivmutter vor.

Der Umgang mit Erfolg oder Niederlage ist eines der zentralen Themen dieses Romans, genauso respektvoller Umgang miteinander, Freundschaft und Vertrauen zu kongenialen Begleitern in psychisch und physisch zermürbenden Situationen. „Das Damengambit“ (kein zufälliger Titel, der Ausdruck kann wie viele andere Begriffe aus der Schachwelt doppeldeutig verstanden werden), auch das bringt der Autor in seinem Roman mit Leichtigkeit unter, thematisiert den Kampf einer jungen Frau in einer männerdominierten Welt sowie Diskriminierung und Rassismus gegenüber Afroamerikaner:innen (fast 40 Jahre vor der Black Lives Matter-Bewegung, im Roman ist es Beth‘ Freundin Jolene, die deshalb Zurückweisung erfahren muss).

Die Leser:innen müssen Schach nicht beherrschen, um diesen Roman zu verstehen, denn die entsprechenden Abschnitte können auch übersprungen werden. Aber Achtung: allzu leicht könnten dabei auch einige andere spannende Gedankengänge verpasst werden, z.B. die Überlegung welche Einschüchterungstaktiken ein älterer, erfahrener und schon vielfach siegreicher Gegner wählen wird.

„Das Damengambit“ ist ein temporeicher Roman, gut übersetzt von Gerhard Meier – und als eine der wenigen Neuerscheinungen der letzten Jahre - lohnenswert ein zweites Mal gelesen zu werden (und vielleicht sogar, wie es viele Seher:innen der Romanverfilmung auf Netflix getan haben, mit Schach zu beginnen).

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Wisst Ihr, was ursprünglich eine Hängepartie ist? Nein? Dann seid Ihr vermutlich keine Schachspieler. Das macht nichts. Trotzdem werdet Ihr, wie wir, dem "Damengambit" von Walter Tevis verfallen sein. Die Netflix-Serie "Das Damengambit" gewann zwei Golden Globes, brach internationale Quotenrekorde und sorgte für eine weltweite Schacheuphorie. Kaum jemand kennt jedoch den Namen Walter Tevis, dessen 1983 erschienener Roman über ein junges Mädchen, das zur Schachgroßmeisterin aufsteigt, Vorlage für die Verfilmung war. Jetzt ist der Roman erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage. Jetzt müsst Ihr nur noch entscheiden, ob Ihr zuerst das Buch lest oder die Serie guckt. Wir haben uns für das Buch entschieden, ein kluger Schachzug! Denn in dem Roman könnt Ihr Beths Gedankengängen genau begleiten. Ihr werdet jede Partie voller Spannung verfolgen, auch wenn Ihr keine Ahnung von Schach habt. Mit diesem Hintergrund die Netflix-Serie zu schauen ist einfach genial und Ihr werdet nicht enttäuscht sein.

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Vielen Lieben Dank an Netgalley und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares. Meine Meinung ist davon nicht beeinflusst.
Ein außergewöhnliches und hoch interessantes Buch. Es entführt den Leser in die hoch komplexe und bemerkenswerte Welt des Schachs. Das, was im ersten Moment vielleicht langweilig erscheinen mag, ist in raffinierter Weise mit der Handlung verbunden und trotz der vielen unbekannten Begriffen konnte ich einfach nicht aufhören zu lesen, als ich einmal angefangen hatte. Die Geschichte ist Knall hart und ehrlich, nichts wird verschönert. Die Ehrlichkeit in Hinsicht zur Drogensucht der Protagonistin war bemerkenswert und verlieh dem Buch etwas extrem realistisches und authentisches. Die Protagonisten waren alles samt einzigartig und starke Persönlichkeiten. Dr Schreibstil war anspruchsvoll, aber keines Wegs öde sondern raffiniert und individuell. Dieses Buch ist einzigartig und bekommt von mir 4,5 Sterne. Jedem der Schach liebt und auch sonst jedem Leser der nach einer außergewöhnlichen Geschichte sucht, sei dieses Buch ans Herz zu legen.

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Beth Harmon lebt im Waisenhaus. Dort bleiben ihr zwei Möglichkeiten, sich mental über Wasser zu halten: zum einen beginnt sie schon als kleines Kind, die Beruhigungspillen des Waisenhauses zu horten um sie sie dann „zum entfliehen“ immer wieder zu schlucken - zum anderen kommt sie durch Zufall über den Hausmeister ans Schachspielen.

Dadurch wird ihr für eine große Karriere die Bahn geebnet aber der Hang zur Sucht steht ihr des Öfteren im Weg - und das nicht nur beim Schachspiel...

Sie müssen nicht Kenner des Schachs zu sein, um diesen hervorragenden Roman zu lesen, der im übrigen bereits 1983 erschien und jetzt neu aufgelegt wurde.

Gott sei Dank, denn mir hätte sonst ein Buch in meiner Lebensbibliothek gefehlt.

Bitte unbedingt lesen!

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Beth Harmon wächst im Waisenhaus auf. Dort beobachtet sie den Hausmeister beim Schachspielen und ist so hartnäckig, bis er es ihr beibringt. Neben den grünen Beruhigungspillen ist Schach das einzige, das ihr hilft dem Alltag zu entfliehen. Ihr großes Talent führt dazu, dass sie in die Welt des Profischachs einsteigen kann und schon als Kind/Jugendliche ein Turnier nach dem anderen gewinnt. Ihr Ziel ist klar – die russischen Großmeister zu besiegen.

Die Geschichte spielt in der Zeit von Präsident Eisenhower. Im Waisenhaus herrschen dispotische Regeln – unter anderem werden die Kinder mit den Beruhigungspillen ruhig gehalten. Als diese abgesetzt werden, ist es für Beth bereits zu spät. Sie ist abhängig. Ihre neue Leidenschaft für Schach kann sie zwar kurzfristig beruhigen, sie steht aber immer einen Schritt vom Abgrund entfernt.

Der Erzählstil scheint distanziert, ebenso wie Beth. Mit dem Tod ihrer Eltern lässt sie niemanden mehr richtig an sich heran. Auch wenn sie Emotionen erwähnt, scheinen diese nie ganz zu ihr durchzudringen. Wie ein Schutzschild wirkt auch ihr Talent, das sie schon sehr jung in eine Männerwelt entführt, in der nicht ihr Alter aber ihr Geschlecht eine Ausnahme sind.

Schach spielt in Beths Leben die tragende Rolle. Sie beschäftigt sich auch in Gedanken damit. So werden nicht nur ihre Partien mit einigen Details geschmückt, sondern auch ihre Überlegungen zum Schach. Wer sich damit gar nicht auskennt, wird hier wohl auf einige langatmige Passagen stoßen. Allerdings braucht man kein Schachmeister zu sein, um die Geschichte zu genießen.

Fazit: Der Leser begleitet Beth auf ihrem Weg zur Meisterschaft, wobei so manche Höhen und Tiefen mit inbegriffen sind. Am Beginn konnte mich die Geschichte fesseln, in der Mitte hatte sie einen kleinen Hänger um dann wieder anzuziehen. Alles in allem bin ich froh um die Netflixserie, die zur Neuauflage und dazu geführt hat, dass ich sie gelesen habe.

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Das war vielleicht mal ein Lesevergnügen! Die Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Der Hauptcharakter, Beth, ist nicht gerade das typisch sympathische Mädchen, aber trotzdem war sie einzigartig und super stark. Ihr Charme ist ihre "Fehlerhaftigkeit" gepaart mit einer unglaublichen Intelligenz und Ehrgeiz: Es ist ein Mix aus ihrem Hang zu grünen Pillen, ihrem Status als Waisenkind, das nie Liebe erfahren hat, und ihrer Sucht zum Schach, zur Kontrolle und zu Triumphen. Auch wenn man sich nicht mit Schach auskennt, waren die Schachpartien fesselnd und spannend beschrieben. Es gab auch genug Tiefgang in der Handlung und bei der Entwicklung von Beth. Außerdem war ich überrascht, dass manche Schicksalsschläge mich dann doch mehr berührt hatten als ich erwartet hatte.

Es war sehr unterhaltsam bis zum Ende, auch wenn der Verlauf der Geschichte etwas vorhersehbar war. Trotzdem war es ein sehr amüsantes Buch mit einprägsamen Charakteren und einer außergewöhnliche Kulisse der Schachwelt.

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Schach ist ein Spiel das mich eigentlich nie besonders interessiert hat. Ich finde es zwar einerseits faszinierend, warte aber andererseits nicht gerne darauf, dass mein Gegner erst nach langem Überlegen seinen nächsten Zug macht; meine Gedanken sind dann oft schon abgeschweift und die Partie interessiert mich nicht mehr.

Umso erstaunlicher ist es, dass dies bereits das zweite Buch über Schach ist, von dem ich absolut und uneingeschränkt begeistert bin. Das erste war Schachnovelle, welches ich lange Zeit wegen des vermeintlich langweiligen Themas nicht lesen wollte. Und jetzt das Damengambit.

Von Anfang an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Ich habe seit jeher eine Schwäche für Bücher, die in Waisenhäusern spielen. Ich leide immer mit den Kindern, die oft grausam behandelt werden. Beim Damengambit kam als erschreckende Tatsache noch Beths frühe Tablettenabhängigkeit hinzu, der später eine Alkoholabhängigkeit folgt. Gleichzeitig ist Beth aber eine unglaublich starke Person, die sich trotz aller Widrigkeiten an die Weltspitze des Schachs vorarbeitet.

Da meine Schachkenntnisse eher rudimentär sind, habe ich viele Spielzüge nicht genau verstanden. Das hat mich aber während der gesamten Lektüre kein bisschen gestört. Walter Tevis schreibt einfach derart gut und ich habe so sehr mit Beth mit gefiebert, dass mir egal war, weshalb sie jetzt gewann.

Die Netflix-Serie habe ich noch nicht gesehen, werde dies aber bald nachholen. Ich kann das Buch nur uneingeschränkt empfehlen.

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Einer der schönsten Romane überhaupt!

Walter Tevis erzählt die faszinierende Geschichte der jungen Elizabeth Harmon, die in den 50er Jahren in einem Kinderheim in den USA aufwächst. Dort werden die Mädchen regelmäßig mit Tabletten ruhig gestellt, von denen sie schließlich abhängig werden. Doch Beth entdeckt dort auch das Schachspielen für sich. Sie ist außergewöhnlich begabt und übt heimlich mit dem Hausmeister im Keller, der ihr die Spielregeln beibringt.
Beth wird immer besser beim Spiel. Sie ist ein Schach-Wunderkind.
Als sie jedoch dabei erwischt wird, wie sie im Heim Beruhigungspillen stehlen will, verbietet ihr die Heimleitung das Schachspielen.
Später wird Beth adoptiert. Ihre Stiefmutter fährt mit ihr zu Turnieren und unterstützt sie beim Schachspiel, weil sie den finanziellen Erfolg sieht, den Beth ihr einbringt. Doch zwischen den beiden wächst schließlich echte Zuneigung. Beth' Stiefmutter trinkt, und auch Beth entdeckt den Alkohol für sich.
Zwischen ihren Süchten und dem Schachspiel hin- und hergerissen, erfährt Beth Freundschaft und Liebe und kann am Schluss sogar den überragenden russischen Schachmeister schlagen, der ihr am Ende Respekt zollt für ihr geniales Spiel.

Sehr berührende Underdog-Geschichte mit einer beeindruckenden Hauptfigur. Die Schach-Austragungen werden so fesselnd und spannend geschildert wie ein Krimi. Ein unglaublich schöner Roman.

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Was für eine einzigartige Geschichte. Die junge Beth hat es nicht leicht im Leben. Überaus authentisch wird hier das auf und ab der Protagonistin dargestellt. Dem Leser wird außerdem das Schachspiel nahegebracht, welches einen hohen Stellenwert einnimmt.

Eine klasse Story die definitiv einer Verfilmung wert war!

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Ich bin ein bisschen im Zwiespalt.... spannend war es schon, ich hab es binnen weniger Tage verschlungen. Ich kann allerdings nicht genau festmachen, was mich daran so gepackt hat. Klar, der ganze Background mit dem Waisenhaus, der Tabletten- und Alkoholsucht war ziemlich spannend. Der Schachteil aber häufig zu ideal. Ich meine, es gab nur sehr wenige verlorene Partien überhaupt (was selbst für ein Wunderkind etwas übertrieben ist) und meines Wissens nach nicht ein Remis, das sie angenommen hätte (was im normalen Turnierschach so auch nicht vorkommen dürfte). Soll heißen, der Aufbau schon spannend, im Detail allerdings übertrieben und künstlich. Was dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Viele haben wegen der Verfilmung wohl mit dem Schachspielen angefangen. Ich tatsächlich wegen des Buches. Insofern : Mission completed. Schach und Matt

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Aufstieg eines Schach-Wunderkinds
Im Mittelpunkt von Walter Tevis´ Roman steht Elizabeth Harmon, genannt Beth, die als 8jährige ihre Mutter bei einem Autounfall verliert. Sie wird im Methuen-Heim in Kentucky untergebracht, wo ein strenges Regiment herrscht. Die Kinder bekommen zweimal täglich Beruhigungspillen, um sie gefügig zu machen, was nicht nur bei Beth zu früher Medikamentenabhängigkeit führt. Eines Tages sieht sie im Kellergeschoss den Hausmeister Mr Shaibel an einem Schachbrett und lässt sich von ihm die Regeln erklären. Schon bald hat er gegen das Kind keine Chance mehr. Eines Tages wird Beth beim Diebstahl der geliebten grünen Pillen erwischt und für Jahre mit Schachspielverbot bestraft. Mit 12 Jahren wird sie vom Ehepaar Wheatley adoptiert. Sie lernt jedoch kein glückliches Familienleben im trauten Heim kennen, denn Mr Wheatley verlässt die Familie kurz darauf, und Geld ist knapp. Auch in der Schule wird Beth ausgegrenzt und gemobbt. Die Dinge bessern sich erst, als sie an Schachturnieren teilnimmt und siegt und ihre unglaubliche Begabung erkannt wird.
Der Autor beschreibt den Aufstieg dieses Wunderkinds gegen alle Widernisse gekonnt und sehr interessant. Schach in den 60ern ist eine reine Männerdomäne, und Beth muss sich Anerkennung und Ruhm dadurch erkämpfen, dass sie auch im Ausland bei internationalen Turnieren siegt. Es gibt Niederlagen und Rückschläge, mit verursacht durch Beths Alkoholismus und ihre Abhängigkeit von Tranquilizern beiträgt. Bis zu Mrs Wheatleys Tod wird das Verhältnis zwischen den Beiden jedoch immer enger, wozu auch die durch die Preisgelder verbesserte finanzielle Situation und die Reisen beitragen.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, obwohl ich vom Schachspielen keine Ahnung habe. Man verfolgt auch als schachunkundiger Leser gebannt die beschriebenen Partien und bewundert die Fähigkeit der Schachgenies, sich von Hunderten von Partien jeden einzelnen Zug zu merken und im Kopf nachzuspielen, eigene Partien nachträglich zu analysieren und nach Fehlern und alternativen Spielvarianten zu suchen. Ein beeindruckender Roman.

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Ein spannendes und fesselndes Buch - auch für Nicht-Schachspieler. Es hat mich sehr berührt zu lesen, wie Elizabeth durch ihr Talent fürs Schachspielen feststellt, dass es etwas gibt, das sie kann und wie stark ihr Wille zu gewinnen ist. Auf der anderen Seite ist sie einsam und schon während ihres Aufenthaltes im Waisenhaus entwickelt sie eine Sucht nach Medikamenten und später auch nach Alkohol.
Ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen und es hat mich auch nach dem Lesen noch sehr beschäftigt.

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Nein, das ist nicht das Buch zur Serie. Walter Trevis, der Autor von "Damengambit", starb im Jahr 1984. Den Erfolg seines Romans als Netflix-Serie hat er, ebenso wie Netflix, Streaming, Serienbinging und andere Erscheinungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr erlebt. Mit seiner Hauptfigur Beth Harmon hatte er allerdings einiges gemeinsam: die Liebe zum Schach und das Suchtverhalten. Kann er gerade deshalb so nahe herankommen mit seinem Blick auf selbstzerstörerisches Verhalten, auf Pillenkonsum und Alkohol zum Frühstück?

Wer Damengambit liest, ist sicherlich im Vorteil, wenn er oder sie wenigstens Grundkenntnisse im Schachspielen hat. Ich weiß vom Spiel der Könige gerade mal so viel, dass die Dame die wichtigste Figur ist und sich auch Bauern, Türme, Springer und ein König auf dem Brett tummeln. Nein, Ahnung haben sieht anders aus.

Doch auch, wenn sich mir die Raffinesse von Schachduellen somit leider nicht voll erschließen kann, habe ich "Damengambit" sehr gerne gelesen. Denn mit Beth Harmon hat das Buch eine Protagonistin zwischen Genie und Abgrund, mit einer berührenden Geschichte und unglaublichem Ehrgeiz. Wie leicht könnte ein Autor hier in Kitsch abgleiten mit der Geschichte eines Waisenkindes, mit Pillen ruhiggestellt, das beim Hausmeister im Keller des Waisenhauses zum ersten Mal ein Schachbrett sieht und sofort von dem Spiel fasziniert ist.

Geradezu spröde, ohne jede Gefühlsduselei beschreibt Trevis den tristen Alltag im Heim, das viel zu frühe Wohlgefallen an den Pillen, die zwar irgendwann mal von den Behörden verboten werden, auf die Beth aber mittlerweile nicht mehr verzichten will. Als sie im Alter von zwölf Jahren adoptiert wird, hat das Mädchen aus Kentucky gerade mal an der örtlichen high School gespielt, doch als ihre Adoptivmutter merkt, dass Schachturniere auch erhebliche Preisgelder einbringen können, unterstützt sie Beth´s Ambitionen.

Doch so obsessiv die Begeisterung von Beth für das Schachspiel ist, so obsessiv ist auch ihr Umgang mit Beruhigungsmitteln und Alkohol. Zerstört sie ihr Potential, ehe sie es überhaupt entwickeln kann? Kann sie dem intuitiven Zugang zum Spiel eine Tiefe hinzufügen, die sie bei Begegnungen mit den Großmeistern des Spiels braucht, ganz besonders den Russen? Das amerikanische Schachtalent ist in Zeiten des Kalten Krieges plötzlich selbst eine Figur auf dem Brett der Großmächte - dabei will sie doch nur Schach spielen.

Autor Trevis schafft es, bei Beschreibung von Schachpartien und der Vorbereitung Beths auf Turniere die Partien so zu beschreiben, dass auch Schachlaien in das Spiel gezogen werden. Intelligenz, mentale Stärke und Kampfgeist machen die Begegnungen zu echten Duellen voller Spannung. Mir ist es jedenfalls schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen.

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Wie kann ein Hobby das Leben verändern?

Wie sicherlich viele, bin ich über die Serie auf das Buch aufmerksam geworden.
Gern wollte ich die Geschichte rund um Bett noch einmal nachlesen und habe mich daher für das Buch entschieden.

Wie es oft der Fall ist, weichen Buch und Serie etwas voneinander ab.
Schon die äußerliche Beschreibung bzw. das Selbstbild das sie im Buch hat passen nicht zusammen. Denn hässlich ist sie nun mit Abstand nicht!

Ansonsten habe ich die Geschichte gern gelesen. Auch wenn die Spiele ab und an doch etwa ausufernd beschrieben wurden. Als kompletter Laie habe ich da nicht viel verstanden. Für Leute, die sich da etwas auskennen aber sicher interessant zu lesen.

Alles in allem daher 4 Sterne von mir.

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Elizabeth Harmon ist acht Jahre alt als ihre Mutter stirbt. Sie muss in ein Waisenhaus umziehen. Dort werden die Kinder mit grünen Pillen ruhig gestellt und wer aufmuckt, der bekommt den Riemen zu spüren. Wie gut, dass Beth weiß, wie sie die Aufseher täuschen kann. Sie hat nämlich für sich entdeckt, wie sie dem tristen Alltag für eine Weile entfliehen kann: Schach. Es stellt sich schnell heraus, dass sie ein Naturtalent ist. Schach wird ihre Leidenschaft und mit dem Spiel kann sie mehr als „nur“ ihren Lebensunterhalt verdienen.

Dass #DasDamengambit schon vor so vielen Jahren veröffentlicht wurde, ist kaum zu glauben. Das Buch zeigt so viele aktuelle Probleme, mit denen nicht nur junge Menschen auch heute kämpfen. Sei es die Gefahr einer Tablettensucht, wenn man sich das Leben leichter machen möchte. Sei es vor Prüfungen oder als Hausfrau und Mutter, wenn Ruhe und Besonnenheit erforderlich sind. Gibt es keine Tabletten mehr, dann greift man halt zur Flasche, sprich dem „Seelentröster“ Alkohol. Ja, es gibt Menschen, die das verurteilen. Das ist aber zu einfach. Wer sich anmaßt, die Betroffenen in eine Ecke zu stellen und den Stab über sie bricht, der sollte sich zunächst ihre Beweggründe anhören. Das hat der Autor Walter Tevis wirklich sehr deutlich kommuniziert.

Das Buch erschien 1983 in USA und wurde jetzt erst ins Deutsche übersetzt. Es ist wohl der Tatsache geschuldet, dass eine Serie den Bekanntheitsgrad von #DasDamengambit sprunghaft in die Höhe schnellen ließ. Der Titel ist übrigens eine Eröffnung im Schachspiel und alle, die sich gerne damit befassen, werden in dem Buch viele Anregungen für Spielzüge finden. Aber nein, es bietet keineswegs nur für Freunde vom Schach unterhaltsame Stunden. Die Sprache ist gehoben und so lebendig, dass ich in die Story eintauchen konnte. Fünf Sterne und eine absolute Empfehlung für alle, die gehobene Literatur mögen. #NetGalleyDE

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Eines meiner liebsten Bücher in diesem Jahr und ich frage mich, warum ich nie zuvor auf dieses Buch gestoßen bin. Man kann nicht aufhören zu lesen, leidet mit Beth mit, hofft und bangt mit ihr. Auch für nicht Schachspieler ein Genuss.

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Kannst du Schachspielen?

Das Leben von Beth ist eher trist und trostlos, als sie nach dem Tod ihrer Mutter im Waisenhaus landet. Geborgenheit und Lebenslust geben ihr nur zwei Dinge, die merkwürdigen grünen Pillen und das heimliche Schachspielen mit dem Hausmeister.

Auf die Frage "Kannst du Schachspielen?" antworte ich immer "Ich weiß wie es geht und habe es schon gespielt". Bei diesem Buch ist es wohl egal, zumindest hatte ich durch meine Grundkenntnis eine gewisse Vorstellung im Kopf.

Aufmerksam auf das Buch bin ich durch die Serie geworden. Zwar kenne ich die Serie nicht, aber trotzdem bin ich neugierig geworden und weil ich immer lieber erst das Buch lese bevor ich eine Verfilmung ansehe, wollte ich hier mal einen Blick reinwerfen. Das Buch ist bereits 1983 erschienen, allerdings merkt man ihm sein Alter nicht an.

Optisch eher unauffällig entwickelt sich Beth zu einer interessanten Persönlichkeit. Als Waisenmädchen hat sie kein leichtes Leben, doch sie bekommt immer wieder Chancen und weiß sie mehr oder weniger gut zu nutzen. Beth und die Schachfiguren stehen stark im Vordergrund, dadurch weichen die anderen Figuren im Buch sehr in den Hintergrund. Dennoch haben sie genug Platz, um Beths Leben mitzugestalten.

Obwohl das Buch sehr schachlastig ist, wird es auf keiner Seite langweilig. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und werde mir vielleicht auch die Serie ansehen.

Von mir gibt es 5 Sterne.

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Ein Buch über ein Schachgenie, das vor langer Zeit schon geschrieben wurde und besondere Aufmerksamkeit verdient. Ihr Schicksal zwischen Ruhm und Drogen geht unter die Haut. Ich bin begeistert

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Die Geschichte der fiktiven Schachmeisterin Beth Harmon überzeugte als Miniserie mit Spannung, psychologischer Komplexität, genialem Kostümbild – und wurde für 18 Emmys nominiert. Im Mai ist die deutschsprachige Übersetzung des Romans erschienen.

Die Serienversion beeindruckt mit Farbpaletten, Kameraeinstellungen und vor allem Beths visueller Evolution zur Schachkönigin. Andererseits hält das Buch die psychologischen Feinheiten der Geschichte so treffsicher fest, wie es ein visuelles Medium ohne Innenperspektive einfach nicht bewerkstelligen kann.

Beths unapologetische Ambition zur Schachkarriere, ihr gewähltes Außenseitertum, die Enttäuschung in der Substanzlosigkeit von 'Frauenclubs', infolgedessen die Positionierung als einzige Frau an der Tür zum 'Männerclub' – diese Etappen führen schließlich zur intrinsischen Selbsterkenntnis und universaler Anerkennung als Meisterin ihrer Disziplin.

Beths Kampf findet nicht nur am Schachbrett, sondern auf allen Existenzebenen einer Frau innerhalb den Strukturen einer patriarchalen Gesellschaft statt.

Tevis bindet das gesamte Potential dieser Geschichte hervorragend ineinander: Die Entwicklungsgeschichte eines starken Individuums, das in jungem Alter mit Verlusttraumata und Suchverhalten konfrontiert wird, die Tücken und Hindernisse einer Existenz als überdurchschnittlich talentierte Frau in einer von Männern dominierten Sphäre, der unerwartet reizende Nervenkitzel und die unglaublich komplexen strategischen Nuancen eines Schachspiels.

"Das Damengambit" ist ein emotional kluger, psychologisch ausgefeilter, auf einer Sachebene tiefgründiger Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Elisabeth, genannt Beth, kommt mit acht Jahren in ein Waisenhaus. Der Hausmeister bringt ihr Schach bei. Darin findet sie Zerstreuung und Herausforderung. Ihre andere Leidenschaft sind die Beruhigungspillen, die die Kinder täglich erhalten. Als sie beim Diebstahl dieser Glücklichmacher erwischt wird, wird ihr das Schachspielen als Strafe untersagt.
Mit 12 Jahren wird sie adoptiert. Der Vater macht sich aus dem Staub, mit der Mutter kommt sie klar. Nun darf sie wieder Schach spielen. Sie gewinnt ein Turnier nach dem nächsten, wird US- Meisterin und spielt als einzige Frau auf diesem Niveau. Die Situation ist belastend. Doch dann entdeckt sie, dass ihre Mutter auch diese netten, grünen Pillen nimmt.
Dieses Buch erzeugt eine Spannung, die manchem Krimi guttun würde. Ich hätte nie geglaubt, dass man so interessant und mitreißend über Schach schreiben kann. Auch wenn ich keine Ahnung von Schach habe, hat mich keine Seite gelangweilt.

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Sicherlich eines meiner Highlight in diesem Frühsommer.
Beth Harmon wächst in den 50er Jahren in einem Waisenhaus auf, in dem ihr vom Hausmeister Schach beigebracht wird. Schnell entdeckt Beth ihre Faszination für das Spiel und der Hausmeister ihre außergewöhnliche Begabung. Vom Leben im Waisenhaus gebremst kann Beth erst Jahre später ihre Karriere als Schachwunderkind aufnehmen. Dann aber gewinnt sie Turnier um Turnier. Aber sie hat eine Achillesferse...
Wunderbar erzählt, mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen. Drama und Karriere um und von Beth halten sich so gut die Waage, dass man das Buch förmlich inhaliert.

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Beth kommt als Waise in ein Waisenhaus und lernt dort heimlich beim Hausmeister Schach spielen. Er erkennt recht schnell, welches Ausnahmetalent Beth besitzt und versucht sie zu fördern. Beth hat nun gegen zwei Süchte anzukämpfen: Zum einen gegen Pillensucht, verursacht durch die tägliche Gabe von Beruhigungspillen im Waisenhaus und zum anderen gegen ihre Spielsucht, denn das Schachspiel bestimmt auch ihr weiteres Leben. Beth wird adoptiert und obwohl ihre neue Familie nichts mit dem Schachspiel anfangen kann, kämpft Beth dafür dieses Spiel zu spielen…. Auch für Nichtkenner des Schachspiels ein wunderbarer Roman mit viel Atmosphäre….. Lesenswert!

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Wer denkt Schach wäre langweilig und kein Sport wird in diesem Buch eines besseren belehrt! Auch ohne mehr als die Grundzüge zu beherrschen ist es wie ein spannender Thriller zu lesen und man verfolgt jedes Spiel und Tunier von Beth gespannt und begleitet Sie auf ihren Jöhen und Tiefen! Tolles Buch und sehr zu empfehlen

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Bewegt sich meisterhaft zwischen Schönheit und Obsession für Schach und bildet insgesamt mein bisheriges Jahreshighlight!

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Eine Leselektüre, die wir nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonistin zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann.

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Ich hatte schon vieles über die Serie gehört, habe sie aber bisher nicht gesehen. Trotzdem freute ich mich, dass das Buch bei Netgalley als Rezensionsexemplar verfügbar war. Ich wollte wissen, was hinter dem "Hype" steckt. Für mich war es ein Buch, durch das ich flott durchgekommen bin, es war ein dramaturgisch gut gestalteter Schmöker. So aufregend, wie er in den Medien dargestellt wurde, fand ich den Text aber nicht.

Rezi enthält Spoiler.

Worum geht es?

Beht verliert bei einem Autounfall ihre Mutter und kommt ins Waisenhaus. Sie knüpft Kontakt zum Schwarzen Mädchen Jolene - eine zwiespältige Beziehung. Einerseits kommen die beiden gut aus und respektieren sich. Dieses Vertrauen spielt später eine wichtige Rolle. Andererseits übertritt Jolene Grenzen und kritisiert sie. Einen Ausweg aus dem streng durchgetakteten, öden Alltag, in dem die Kinder mit Beruhigungsmitteln betäubt werden, bietet sich Beth, als sie den Hausmeister beim Schachspielen beobachtet. Und dadurch entfacht eine Leidenschaft, die ihrem Leben eine Richtung gibt.

Meine Meinung

Mich hat fasziniert, dass Beth ein Wunderkind, aber bodenständig ist. Während Schachspieler, reale und fiktive, in den Medien oft als Sonderlinge dargestellt werden, die außer Schach wenig andere Themen kennen und/oder unter psychischen Krankheiten leiden, verleiht der Autor seiner Figur menschliche Züge. Beth hat ihre Periode, sie verliebt sich und hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Adoptivmutter Alma. Diese symbolisierte für mich auch Kritik am Frauenbild der 60er Jahre, in der die Hausfrau von ihrem Mann erst ignoriert, dann verlassen wird und die schließlich an einem gebrochenen Herzen (oder anderen Krankheiten) stirbt, weil sie sich nicht aufraffen konnte, ihre Wünsche zu erfüllen. Alma nutzt Beths Talent, um beider Leben zu finanzieren, aber sie ist nicht herrisch, sondern resigniert. Beth muss arbeiten, muss Partien studieren und wird auf manche Tuniere sogar von ihren Schachfreunden vorbereitet.

Das Einzige, womit sie nicht umgehen kann: dem Verlust. Im Schach und der Realität.

Die Sucht ist im Buch ein Teil der Figur, aber sie dominiert sie nur phasenweise. Beth hat, besonders bei Alkohol, eine hohe Toleranz - wenn sie konsumiert, dann benötigt sie viel, um vergessen zu können. Aber sie weiß auch, dass die Nachwirkungen der Tabletten ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und nimmt sie mit Bedacht. Einen Absturz erlebt Beth nach dem Tod Almas, weil sie traurig und überfordert ist. Sie kämpft sich aber aus diesem Tief heraus.

Beth hat wenig eigene Meinung, sie isst gern gut und weiß den Luxus, der ihr als Kind verwehrt blieb, zu schätzen. Aber sie interessiert sich nur wenig für Politik und Gesellschaft. Das Thema Feminismus wird nur erwähnt, als eine Reporterin mit ihr über Mode und Männer sprechen möchte und als Beth später erklärt, es solle keine Rolle spielen, dass sie eine Frau ist.

Letztlich zeichnet "Queen's Gambit" auch ein Portrait des Amerika der 50er und 60er Jahre - mit Fertiggerichten, Kaltem Krieg und einer beginnenden Bürgerrechtsbewegung. Und Frauen.

Auch die Spannung funktioniert im Buch: Wir verfolgen den Aufstieg unserer Heldin mit all den Spolpersteinen, sehen sie später fallen und wieder aufstehen. Bis zum versöhnlichen Ende. Das war sehr gekonnt.

Die Schachnotationen im Buch habe ich übersprungen, weil ich kein Schach spielen kann. Ich habe die Handlung trotzdem verstanden und konnte gut mitfühlen. Für mich waren sie ein Bonus-Level, denn zwischen den Zügen transportiert der Text Gefühle - sie sind mehr als eine Sachinformation, sondern stimmig eingebunden.

Fazit

"Das Damengambit" war für mich ein kleiner Glanzpunkt, weil es mit wenigen Klischees auskommt und nicht übertrieben dramatisch ist. Es zeichnet eine Frau, der ich mich gut annähern konnte, weil sie ein Genie, aber nicht "abgehoben" ist. Beth ist eine Heldin, die den Umgang mit Gefühlen lernen muss, aber sie weiß, was sie will. Ob Schach jedoch der Ausweg aus der Sucht oder das stärkere Suchtmittel ist, darüber kann man gut nachdenken.

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Dieses Buch hat mich mit dieser spannenden Geschichte und Entwicklung der jungen Protagonistin bis zur letzten Seite gefesselt.
Obwohl ich kein Schach spiele und mich nie wirklich dafür interessiert habe, ist dieses Buch sehr interessant und macht einen neugierig auf dieses Spiel oder besser gesagt Sport.

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Buchtitel: Das Damengambit
Autor: Walter Tevis
Verlag: Diogenes
ISBN: 9783257071610
Ausgabe: E-Book
Erscheinungsdatum: 26.05.2021

Inhalt:
"Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage."

Meinung:
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich das Buch gelesen habe, bevor ich die Mini-Serie auf Netflix gesehen habe und ich muss sagen, dass das im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung war.
Kommen wir aber auch schon zum Text. Dieser hat mich gleichermaßen schockiert als auch begeistert. Zwar kenne ich mich persönlich nicht sonderlich gut aus, da ich es noch nie aktiv gespielt habe, jedoch waren selbst die Passagen, in denen Schach gespielt wurde, irrsinnig interessant. An der Stelle habe ich mich immer einmal wieder gefragt, wie genau und nah an der Realität denn die Beschreibungen der Schachspiele sind. Doch auch die restliche Geschichte rund um Beth Harmon und ihren Drogen- und Alkoholkonsum, sowie auch ihre Familien- und Männergeschichten, finde ich irrsinnig gut geschrieben. An manchen Stellen musste ich wirklich hart schlucken, denn diese waren durchaus grausam. Was mich hierbei gestört hat, war der einfach so nebenbei abgehandelte Missbrauch von einer Mitbewohnerin im Waisenhaus. Dass das einfach so unter den Teppich gekehrt und fast schon als selbstverständlich im Buch behandelt wurde, fand ich durchaus heftig. Das allgemeine Spielen mit dem Frauenbild in einer Männer dominierten Welt, finde ich unglaublich gut gemacht. Selbst Beth, die eine unheimlich starke Persönlichkeit hat, zerbricht regelrecht an allem.
Generell muss ich sagen, dass ich die Protagonisten fast durchwegs unsympathisch auf mich gewirkt haben. Selbst Beth fand ich teilweise recht unmenschlich und vor allem zu erwachsen für ihr Alter, was vermutlich daran liegt, dass sie ein Wunderkind oder eher eine Hochbegabte darstellen sollte.
Der Schreibstil ist einerseits recht angenehm, aber auch anspruchsvoll, was auf jeden Fall passend für dieses Buch ist. Trotz der Tiefgründigkeit, welche durchaus auch zwischen den Zeilen vorhanden ist, habe ich das Buch aufgrund des doch lockeren Schreibstils innerhalb weniger Stunden beendet.

Fazit:
Insgesamt würde ich sagen, dass es ein wirklich schockierendes und zeitgleich gutes Buch ist, welches ich an keine LeserInnen mit schwachen Nerven weiterempfehlen würde. Für alle Anderen ist das eine glatte Leseempfehlung!

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Bisher hat mich Schach nie interessiert. Als ich ca. 8 Jahre alt war, hat mein Großvater versucht es mir bei zu bringen, ich bin kläglich gescheitert und damit war das Thema für mich gegessen. Das ein Roman, der zu sehr großen Teilen aus Schachspielbeschreibungen besteht, derart spannend sein könnte hat mich sehr überrascht, schon bei der Verfilmung hatte ich nicht erwartet so gefesselt davor zu sitzen.
Mit Beth Harmon hat Walter Tevis ein Mädchen erschaffen, die nicht die unbedingt sympatischsten Charakterzüge hat, aber in die man sich dennoch schnell verliebt. Ihr Lebensweg ist gut beschrieben, immer in sich stimmig und doch nicht vorhersehbar. Ein wunderbares Buch.

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Daten:
AutorIn: Walter Tevis
Verlag: Diogenes
ISBN: 9783257071610
Bewertung: 4 Sterne

Klappentext:
Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage.


Auf Netflix bin ich ein Star. Viele KonsumentInnen meiner Serie, führt es anschließend geradewegs zur Literatur. Meine Geschichte scheint sehr inspirierend zu sein. Ich bin Beth Harmon. Ein Waisenkind, mit einer Vorliebe für grüne Pillen und Schach. Ich mag das Waisenhaus nicht. Schach hilft mir, alles und jeden um mich herum zu vergessen. Zumindest am Tag. Nachts kann ich nicht schlafen. Nicht ohne die grünen Pillen. Ich habe keine Pille geschluckt, als mich eine der anderen Mädchen berührt hat. Ich habe es in meiner Geschichte nie thematisiert, jedoch hat sich das nicht gut angefühlt. Auch Jahre später, macht das noch etwas mit mir und man würde es heutzutage als Vergewaltigung bezeichnen. Mir wäre es lieber, man hätte das nie eingebaut oder zumindest so verfasst, dass es nicht wie eine Nichtigkeit erscheint.

In einer von Männern dominierten Welt, setzt man sich nicht von heut auf morgen durch. Ich habe Jahre damit verbracht, mir einen Ruf aufzubauen und meine Strategien zu perfektionieren. Seit ich mit Schach an Wettbewerben teilnehmen und Geld gewinnen kann, ist mir sogar meine sonst so passive Adoptivmutter eine Hilfe. Wir reisen viel. Zugegeben, ich nehme noch heute Pillen und konsumiere nicht gerade wenig Alkohol, jedoch hilft mir beides, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das mag nicht jeder gut finden, dessen bin ich mir bewusst. Meine Geschichte mag nicht für jeden etwas sein, da ich viel über Schach nachdenke, rede und meine Züge setze. Schach ist halt mein Leben und das merkt man auch, wenn man bedenkt, wie weit ich gekommen bin. Ich spiele ganz oben mit und werde bewundert. Nicht, dass das eine Rolle spielt. Ich weiß, dass ich talentiert bin. Und dennoch scheine ich nicht so talentiert zu sein, um meine Leidenschaft auszuleben und währendessen auf mich zu achten. An manchen Tagen, zerbreche ich innerlich an diesen enormen Druck und meinen Schicksalsschlägen. Schockierende Aussage von jemanden, der in der Storyline durchweg Erwachsen wirkt, richtig ? Zu erwachsen, würden manche unter euch jetzt sagen. Viele Menschen finden mich unsympathisch und lassen kein gutes Haar an mir oder meinem Umfeld. Es ist nicht meine Aufgabe, sympathisch zu sein, sondern zu gewinnen. Dafür lebe ich.

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Ich kann (leider) kein Schach spielen und die Netflix-Serie war mir nicht bekannt. Trotzdem fand ich das Buch total spannend und interessant erzählt.. Eine wirklich aussergewöhnliche Geschichte!

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"Das Damengambit" ist im Original als "The Queen's Gambit" bereits 1984 auf Englisch erschienen. Die deutsche Übersetzung des Buches hat dagegen bis dieses Jahr auf sich warten lassen. Der Auslöser dafür, dass das Buch Jahrzehnte später noch übersetzt wurde, liegt an der gleichnamigen Serienadaption, die 2020 auf Netflix erschienen ist und einen regelrechten Hype ausgelöst hat Ich selbst habe die Serie auch kurz nach ihrem Erscheinen gesehen und kannte Beth Harmons Werdegang damit bereits bevor ich das Buch nun gelesen habe. Die Serie war auch bei mir - wie vermutlich bei vielen anderen auch - erst der Grund dafür, dass ich überhaupt Interesse daran hatte, das Buch zu lesen.

Wie die offizielle Inhaltsangabe vermuten lässt, dreht sich das Buch hauptsächlich um Schach. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Protagonistin Beth Harmon, die wir zunächst noch als Kind in einem Waisenhaus kennenlernen, in dem sie erstmals dank des Hausmeisters in Berührung mit dem Schachspiel kommt, was ihr Leben für immer verändert. Im weiteren Verlauf können wir Beth dabei begleiten, wie sie nicht nur allmählich erwachsen wird, sondern auch, wie sie zu einer fast unschlagbaren Schachmeisterin ist und sich dadurch einen Namen auf der ganzen Welt macht.

Ich war (positiv) überrascht, wie sehr sich die Serienadaption an die Buchvorlage hält. Bis auf einige kleinere Veränderungen, habe ich beim Lesen nahezu jedes Mal die entsprechenden Szenen aus der Serie vor den Augen. Das hat einerseits natürlich zu einigen schönen Erinnerungen an die Serie geführt, andererseits hielt die Handlung dadurch für mich verständlicherweise keinerlei Überraschungen parat, da ich schon wusste, welche Charaktere auftauchen und ob es Beth bis zum Schluss gelingt, ihren grössten russischen Schachgegner endlich zu besiegen.

Der Schreibstil ist sehr nüchtern und emotionslos gehalten. Vermutlich hätte ich damit Mühe gehabt, wenn ich zuvor nicht die Serie gesehen hätte, denn dadurch wusste ich, dass der Erzählstil einfach absolut zu Beths Charakter passt. Durch die kurzen und einfachen Sätze liest sich das Buch sehr kurzweilig und man schreitet schnell in Beths Leben voran, das immer wieder von schweren Schicksalsschlägen und ihrer Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln (und später einem auch einem anderen Suchtmittel als Ersatz dafür) geprägt ist. Viele Szenen widmet sich natürlich auch dem Schachspiel, die manchmal sehr detailliert geschildert werden, sodass man über mehrere Abschnitte zu lesen bekommt, welche Figuren in Beths Spielen auf welches Feld gerückt werden. Als absoluter Schach-Laie konnte ich mir darunter natürlich nicht wirklich etwas bildlich darunter vorstellen, sodass die Szenen für mich persönlich eher überflüssig waren, aber gleichzeitig natürlich auch für die notwendige Authentizität gesorgt haben.

Als Kritikpunkt bleibt zu erwähnen, dass mir manchmal etwas die Tiefe gefehlt hat, denn der Autor geht über viele emotional schwierige Momente ziemlich schnell hinweg. Ich hätte mir anstelle der vielen Beschreibungen der Schachspiele manchmal etwas mehr emotionalen Tiefgang gewünscht. Das war dann auch der Grund, weshalb ich letztendlich nicht die volle Sternanzahl vergeben konnte. Insgesamt hat mich das Buch aber gut unterhalten.

Fazit:
"Das Damengambit" ist die Buchvorlage der gleichnamigen Netflix-Serie, die ich mir vor einigen Monaten begeistert angesehen habe. Die Serienadaption hält sich sehr stark an die Handlung im Buch, weshalb grosse Überraschungen beim Lesen natürlich ausgeblieben sind. Wie der Titel des Buches vermuten lässt, dreht sich die Handlung hauptsächlich um das Schachspielen, was aber durch private Momente aus dem Leben der Schach-spielenden Protagonistin dennoch interessant zum Verfolgen ist. Mir hat nur manchmal durch den eher einfachen und emotionslosen Schreibstil die Tiefe bei emotionalen schwierigen Szenen gefehlt. Aber insgesamt eine empfehlenswerte Geschichte. Die Serie hat mir aber noch einen Tick besser gefallen.

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Ein toller Schreibstil und ich hatte sofort all die schönen Gefühle wie aus der Serie wieder. Bloß das Beths Leben noch besser durchleuchtet wurde.
Man erfährt unheimlich viel über die Schachpartien und es ist wirklich verblüffend, wie präzise diese dargestellt wurden.

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Habe das Buch nur abgelesen und bin dann auf das Hörbuch umgestiegen welches mir sehr gut gefallen hat, gute Schilderungen, Flair, mitten drinnen im Schachzug

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Die achtjährige Beth Harmon lebt nach dem Unfalltod ihrer Mutter im Waisenhaus. Neben grünen Pillen gibt es für Beth nur eine wirksame Methode, dem tristen Waisenhausalltag zu entfliehen: Das Schachspiel. Gefördert durch den Hausmeister lernt sie die strategischen Züge dieses königlichen Spiels kennen, wird mit jedem Tag besser und kann bald an den ersten Wettkämpfen teilnehmen. Sie ist ein wahres Wunderkind und gewinnt ein Turnier nach dem anderen. Fast mühelos spielt sich gegen erwachsene Männer in die erste Liga und wartet sehnsüchtig darauf, dem ungeschlagenen russischen Großmeister entgegenzutreten. Doch dann drohen Alkohol und Beruhigungspillen ihre Karriere zu zerstören…

Walter Tevis hat mich mit seinem wunderbaren Schreibstil und der episodenhaften Erzählung sofort in seinen Bann gezogen. Fasziniert von Beths Stärke und Begabung, der Eleganz und Schönheit des Schachspiels, konnte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Was habe ich beim Lesen mit Beth gelitten, gefiebert und triumphiert!

Ganz klar steht Schach im Mittelpunkt und dominiert die Lektüre. Und auch wenn ich kein großer Schachfan bin, so kam doch nie Langeweile auf, ganz im Gegenteil! Detailliert werden einzelne Spielzüge, Eröffnungen und Turnierabläufe beschrieben. Ich fand es unheimlich interessant, die verschiedenen Schachvarianten und die damit zusammenhängenden Überlegungen zu verfolgen. Gekonnt vereint Tevis die faszinierende Welt des Schachs mit dem Erwachsenenwerden seiner Hauptprotagonistin. Beth ist ein ungewöhnlich begabtes Mädchen, das sich in einer Männerdomäne behaupten muss, aber auch mit alltäglichen Problemen, Selbsthass, Verlust, den Tücken der Liebe, Alkoholsucht und Tablettenmissbrauch zu kämpfen hat. Mit der geschickten Kombination aus Fachjargon und atmosphärischer Spannung lässt Tevis seine Leser*innen an den taktischen Überlegungen, Gefühlen und Reaktionen seiner Hauptfigur teilhaben und verleiht dem Roman damit eine ganz besondere Note.

„Das Damengambit“ von Walter Tevis ist kleines Meisterwerk aus dem Jahre 1983, das erst durch die Serienadaption auf Netflix wieder die verdiente Aufmerksamkeit erlangt hat! Und das ganz zu Recht, denn dieser Roman ist ein wahres Lesevergnügen, das nicht nur Schachfans begeistern wird!

Aus dem Amerikanischen von Gerhard Meier.

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konnte mich fesseln, begeistern und schockieren.

Die Geschichte selbst wurde bereits 1983 geschrieben – und erst jetzt, im Zuge der Mini-Serie „Das Damengambit“ ins Deutsche übersetzt.
Sie handelt vom Waisenkind Beth Harmon im Amerika der 1950er Jahre, die als Kind ihre Liebe und Leidenschaft zum Schach entdeckt. Ihr Talent, ihre Gabe, die sie zu einem Wunderkind macht. Ihren Werdegang.

Als Leser verfolgte ich gespannt ihren Werdegang.
Ich erhielt einen Einblick in den Waisenhausalltag der 50er Jahre, in der es z.B. tatsächlich üblich war – den Kindern Beruhigungspillen zu verabreichen – die sicher nicht nur die fiktive Beth den Grundstein für eine spätere Drogensucht legten.
Erlebte wie sich die Belustigung von Jungs und Männern allmählich in einerseits Bewunderung aber auch Angst vor ihrer Intelligenz umschlug – entsprach sie doch so gar nicht dem Frauenbild der 60er und 70er Jahre. Spürte ihre Andersartigkeit – die sie zu einer Außenseiterin machten, mit der ihre Umgebung nicht umgehen konnte. Wie ihre Beziehungen zu Männern, an ihrer Liebe zum Schach zerbrach.
Fasziniert haben mich die Eindringlichkeit und Genauigkeit das Bild der 50er, 60er und 70er Jahre getroffen wurde. Der Umgang mit Waisenkindern, ihr Heimalltag. Die damaligen Praktiken – Kinder mit Beruhigungspillen ruhig zu stellen, die sicherlich für viele Kinder zu Drogenproblemen führten. Die Erwartungen die an Beth gestellt werden, die Rolle der Frau in dieser Zeit die sie nicht erfüllt. Die Erwartungen ihrer neuen Mutter, für die sie der neue Lebensinhalt und eine lohnende Geldquelle darstellt. Die Männer die sie zwar lieben aber mit ihrer Leidenschaft für Schach nichts anzufangen wissen, und sich wieder von ihr abwenden. Die Regierung, die Kirche – die sie für ihre Zwecke einspannen will – führen sie immer wieder an Abgründe – die sie durch Drogen und Alkoholkonsum kompensiert.
Aber auch Beths Entwicklung, die sie auch heute noch, mit allen teilt die nicht den Erwartungen der Allgemeinheit entsprechen. Und es durch ihre „Andersartigkeit“ schwer haben Freunde zu finden. Der Erkenntnis, das Niederlagen – auch für die Besten – zum Leben dazugehören.

Die Schachpassagen – spannend und interessant, gaben einen Einblick in die Faszination des Spiels, die Komplexität das Können mehrere Züge vorhersehen zu können. Partien die so oder so ähnlich tatsächlich gespielt wurden.
Die Protagonisten bis auf einzelne Ausnahmen eher unsympathisch – spiegelten aber sehr deutlich den damaligen Zeitgeist – der uns Leser heute einerseits schockiert und fassungslos zurücklässt. Andererseits aber auch erkennen lässt – das sich zwar einiges getan hat – aber auch heute noch viel zu tun ist.

Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung.
Für all diejenigen, die einen Blick auf die Faszination des Schachs werfen möchten. Aber auch für all jene, die Gesellschaftsstudien lieben. Tiefgründig, ein Spiegel der Gesellschaft, schockierend aber auch fasziniernd und fesselnd.

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Beth hat nicht die besten Voraussetzungen im Leben. Den tristen Waisenhausalltag durchbricht ihre neue Leidenschaft, für die sie alles andere stehen und liegen lässt: das Schachspiel. Ein Roman über Schach hätte ich mir trocken vorgestellt, das ist "Das Damengambit" aber gar nicht. Das Ausmaß, in dem der Autor sich Spielzüge informiert und diese hier vollkommen natürlich in den Text einfließen lässt, zeugt von hohem Rechercheaufwand und einem guten Erzähltalent. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich mir vom Ende etwas mehr versprochen hätte. Man muss kein Schachliebhaber sein, um Beths Leidenschaft für das Spiel nachvollziehen zu können. Der Alltag in ihrem Waisenhaus und auch im späteren Verlauf des Buchs wird nicht kitschig, sondern lebensnah erzählt. Alles in allem ein interessanter Roman, der auch noch fast 40 Jahren nach der Ersterscheinung sehr lesenswert ist.

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Dieses Buch war ausgezeichnet. Ich verstehe nichts vom Schach und doch war es unfassbar interessant. Man hat wirklich mit Beth mitgefiebert, sich geärgert, gefreut und viel mehr.
Es geht um die damals noch sehr junge Beth welcher das Schachspielen beigebracht wird und sich als Wunderkind entpuppt. Ich habe mir noch nie so sehr gewünscht dass ein Buch niemals endet, ich glaube ich hätte noch mindestens weitere 500 Seiten lesen können.
Große Leseempfehlung!

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Ich hatte die Serie gesehen und wollte mal reinschmökern, wie sehr sich beides voneinander unterscheidet. Schon ab der ersten Seite war ich gefangen, obwohl ich den Inhalt ja schon kannte. Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und man kann Beth Harmon besser nachvollziehen als in der Serie.
Sehr lesenswert !!! Danke dafür!

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Nachdem ich die Verfilmung dieses Buches in den letzten Monaten Folge für Folge angesehen und somit die Geschichte von Beth bereits einmal voller Begeisterung und Spannung verfolgt habe, kam ich dennoch nicht darum herum, die Buchvorlage auf Netgalley anzufragen, als ich sie dort entdeckte. Zugegebenermaßen sind beide Adaptionen inhaltlich sehr nah beieinander, jedoch möchte ich diese hier nicht vergleichen, sondern mich auf das Original beschränken, obwohl mein großes Lob definitiv der Serie und deren fantastischem Cast gilt.

Was die Serie jedoch teilweise nicht vermochte, war es, Beths inneres so detailreich widerzuspiegeln wie das Buch, auch wenn wir ihre Geschichte lediglich in der Sie-Perspektive verfolgen. Seit ihrer Kindheit begleiten wir die Protagonistin bis in ihre Jugend und ihr frühes Erwachsensein, doch für Beth sieht dieses anders aus als für viele andere: Man könnte dieses Buch durchaus als Coming-of-Age bezeichnen, doch Liebhaber von Young Adult werden hier eher stutzen und unzufrieden davon gehen. Beth setzt ihren Fokus definitiv anders, doch ihre Faszination und Leidenschaft für das Schachspiel schwappt unvermittelt auf die Leserschaft über.

Beziehungen kommen dennoch nicht zu kurz – Beth hat zwar nicht viel mit Romantik am Hut und ist auf sozialer Ebene nicht die Ausgeklügelste, Freundschaften und Erfahrungen sammelt sie trotz deren ambiguen Charakters allemal. Gerade diese Vielschichtigkeit hat mich durch die Seiten getragen, vielleicht jedoch auch ein wenig das Wissen um weitere Geschehnisse, die mit bereits aus der Verfilmung bekannt waren. Unmittelbar muss ich hier einen Vergleich ziehen, denn mit meiner Kenntnis um einige Entwicklungen in der Serie erschien mir das Buch manchmal etwas flach, als würde es Szenarien starten, diese aber nicht weiterentwickeln. Figuren treten einmal auf und scheinen verheißungsvoll, haben aber im Weiteren anscheinend keine weitere Funktion. Natürlich spiegelt dies möglicherweise die Realität besser wider als meine Erwartungen, doch dadurch wirkt Beths Geschichte trotz wundervoller Abrundung am Ende etwas unausgeglichen.

Das Buch beschreibt Beth einerseits als Original und als etwas Besonderes, nicht nur in Bezug auf ihre Begabung, sondern ebenso auf ihre Umgangsformen (fragt mich nicht nach psychologischen Definitionen, aber vielleicht hat sie eine Art Inselbegabung?), zeigt jedoch zugleich wie einfach auch eine solche fokussierte und ehrgeizige Person, vielleicht auch gerade jene, mit Laster in Berührung kommen und diesen verfallen. Extrem gut hat mir gefallen, dass man in der Handlung keinen speziellen Punkt ausmachen kann, in dem Beth die Kontrolle verliert, auch wenn man die Zeichen liest und Böses ahnt. Realitätsnah rutscht die Protagonistin durch verschiedenste Einflüsse und Entscheidungen weiter ab und muss sich mit der Hilfe anderer, aber durch eigene Entschlüsse wieder aus ihrer Grube graben. Diese bestärkende und motivierende Botschaft des Buches setzt auf verschiedensten Ebenen der Erzählung an und macht es definitiv zu einem empfehlenswerten Leseerlebnis.

Fazit: Obwohl mir im Vergleich zur Serie etwas die Tiefe und Raffinesse fehlt, schreibt das Buch eine realitätsnahe, packende und motivierende Geschichte über Leidenschaft für etwas, nicht jemanden und eine besondere junge, zielstrebige Frau in einer männerdominierten Welt.

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Elisabeth verliert mit acht Jahren ihre Mutter und wächst in einem Kinderheim auf, wird schnell Klassenbeste und tablettensüchtig. Im Keller lernt sie den schachspielenden Hausmeister Mr. Shaibel und ist fasziniert von diesem Spiel, liest alle Bücher über Schach und spielt mit 16 Jahren ihre erste Weltmeisterschaft.
Es ist beeindruckend wie sich die Protagonist entwickelt, versucht von ihren Süchten, Tabletten und Alkohol, loszukommen und in der Männerwelt der Schachspieler sich Respekt verschafft.

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Die gleichnamige Netflix Serie möchte ich gerne noch sehen aber zuerst wollte ich unbedingt das Buch lesen.

Der Einstieg ins Buch fiel mir sehr leicht. Der Schreib und Erzählstil gefielen mir unglaublich gut. Walter Tevis schreibt tiefgründig und sehr einnehmend. Er schaffte es mühelos mich in den Bann der Story zu ziehen.
Bereits nach wenigen Seiten konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen.

Zunächst lernte ich die achtjährige Beth Harmon kennen. Beth lebt im Waisenhaus, sie versucht immer wieder der brutalen Realität zu entfliehen. Dazu benötigt sie zwei Dinge, ihre grünen Beruhigungspillen oder aber Schach. Bereits in ihren zarten Alter ist sie besser als erwachsene Männer. Sie ist ein Wunderkind allerdings wird sie im Waisenhaus nicht ansatzweise gefördert.
Dennoch mausert sich Beth zu der besten Schachspielerin die es jemals gegeben hat.

Das Schicksal von Beth berührte mich tief. Auch als junge Frau scheint ihr das Leben immer wieder Steine in den Weg zu legen.
Beth gibt sich kämpferisch aber sie auch immer wieder Trost im Alkohol.
Starke Selbstzweifel lassen ihr keine Ruhe.

Diese Geschichte ist wirklich etwas besonderes. Eindringlich und tiefgründig schildert Walter Tevis das Leben von Beth.

Natürlich geht es in dem Buch um Schach, das sollte man nicht vergessen. Aber auch für nicht Profis ist dieses Buch überaus lesenswert.
Die ausführlichen Schilderungen von Stellungen oder Schachzügen fand ich super spannend.

Nun bin ich natürlich sehr auf die Umsetzung der Serie gespannt. Das Buch begeistert und deshalb gibt es hier eine klare Leseempfehlung von mir.

Fazit:

Mit "Das Damengambit" gelingt Walter Tevis ein tiefgründiger und eindringlicher Roman der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

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4.5 stars

I absolutely loved "The Queen's Gambit": the writing was amazing, the chess descriptions were quite suspenseful even though I don't really play, the protagonist was intriguing and I would have loved to read more.

The ending was a surprise for me because I expected something different, but still, it felt in character and was a satisfying conclusion to Beth's story.

I can't wait to watch the Netflix series and to compare it with the novel.

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Das Leben ist (wie) Schach spielen
Das Leben von Beth Harmon ist wie ein Schachspiel: Es beginnt mit vielen Möglichkeiten, jeder Zug bietet erneut viele weitere darauf aufbauende Zugmöglichkeiten - aber einmal gesetzt, ist ein Zug nicht mehr rückgängig zu machen. Zudem weiß man nie, wie der Gegner bzw. das Schicksal sich entscheiden wird, nicht alle Züge des Gegners lassen sich vorhersehen oder forcieren. Manchmal kommt man nur über Taktik oder Umwege ans Ziel, manchmal muss man aufgeben und neu beginnen.
Das Buch beginnt mit der achtjährigen Beth, die ins Waisenhaus kommt und dort zufällig Schach vom Hausmeister lernt. Schnell stellt sich heraus, dass sie ein wahres Wunderkind zu sein scheint. Statt ihr Talent jedoch zu fördern, wird es ihr als Erziehungsmaßnahme einfach verboten. Erst Jahre später startet ihre Schachkarriere, zunächst über Umwege, jedoch stets mit demselben Ziel: Die Beste zu werden.
Der Start des Romans ist etwas befremdlich, spielt er doch in einer Zeit, als die Kinder in Waisenhäusern noch mit Drogen ruhig gestellt wurden. Nicht auszuschließen, dass dies den Grundstein für Beths späteren Hang zu Beruhigungsmitteln wurde. Das Verfolgen ihrer Karriere und wie sie sich in einer männerdominierten Welt ihren Weg nach oben kämpft ist erstaunlich, ihr Spiel durchaus brilliant. Leider bleibt ihre eigene Charakterentwicklung im Roman sehr auf der Strecke, vielmehr wirkt es, als würde sie die Erfahrungen anderer Jugendlicher wie eine to-do-Liste oder auszuprobierende Spielzüge abhaken: gemeinsamer Mädelsabend, erster Drogenrausch, erster Sex, Komasaufen... Ihre Emotionen bekommt man vielmehr indirekt über ihre Handlungen mit, dabei ist Beth alles andere als gefühlskalt, denn ihre Gegner rufen bei ihr durchaus starke Emotionen wie Angst, Hass, Neid und Unsicherheit hervor. Allerdings lässt sie nicht nur die Leser kaum an sich heran, auch die Menschen um sich herum hält sie lange auf Abstand statt Stärke in Freundschaften zu finden. Dafür bekommt man als Leser ein Übermaß an Spieltaktiken und -zügen präsentiert, welche leider nur dann wirklich Spannung beim Lesen erzeugen, wenn man selbst einen Bezug zum Schach hat. Mir hätte eine ausgewogenere Balance zwischen Spieltaktiken und Beths Emotionen besser gefallen. So blieb mir das Buch etwas zu distanziert.

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Ein grandioser Roman, den man auch nach gesehener Verfilmung gerne zur Hand nimmt! Beth Harmon, das Mädchen aus dem Waisenhaus, das sich als Ausnahmetalent im Schachspielen entpuppt, hat zwei Dinge, die sie liebt: Schachspielen und kleine grüne Beruhigungspillen, die im Waisenhaus regelmäßig an alle Kinder ausgegeben wurden. Beth spielt bald im Schachclub und in den Turnieren erwachsene Männer gegen die Wand. Sie macht eine steile Karriere, die allerdings nicht einfach ein gerader Weg nach oben ist, sondern auf dem sie mit Sucht und Selbstzerstörung zu kämpfen hat. Ein spannender, mit tollem feinem Humor erzählter Roman mit einer unvergesslichen Protagonistin!

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Hervorragende Lektüre auch für Nicht-Schach-Spieler. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, da es zeigt, dass sich eine Frau gegen alle Widerstände durchsetzen kann

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So spannend wie ein Thriller!
In "Das Damengambit" begleiten wir Beth Harmon, ein junges Mädchen, das zunächst in einem Waisenhaus aufwächst. Dort kommt sie zum ersten Mal mit Schach in Berührung. Schnell wird das Spiel zu Ihrer Leidenschaft, denn Beth versteht es wie sonst nichts auf dieser Welt.
Doch nicht nur Schach wird für sie essenziell...
Langsam werden es auch die kleinen grünen Pillen, die es im Waisenhaus für die Kinder gibt...

Die Geschichte von Beth hat mich von Anfang an fasziniert.
Als Leser begleiten wir sie von Kindheit an, bis ins Erwachsenenalter. Beth ist ein sehr eigensinniger Charakter und es ist toll in Ihre Perspektiven einzutauchen. Begeistert hat mich vor allem der schmale Grat zwischen Genie,Wahnsinn und Abhängigkeit, auf dem Beth immer wieder balanciert.
Ihre Süchte sind sehr vereinnehmend und nachvollziehbar, sowohl nach schach, als auch nach anderen Dingen...
Dieser Roman lässt sich auch lesen wenn mannoch nie Schach gespielt hat, doch spätestens danach wird man das Spiel ausprobieren wollen.

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Da ich die Serie schon sehr mochte, habe ich beschlossen, auch das Buch zu lesen und habe diese Entscheidung keine Sekunde lang bereut. Walter Tevis schreibt nüchtern und faszinierend, noch nie bin ich den Verläufen eines Brettspiels so atemlos gefolgt. Beths Lebensweg, der sie immerzu am Abgrund entlang führt, nimmt einen unheimlich mit. Ganz großartig!

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Das Buch "Das Damengambit" wurde von Walter Tevis verfasst und erschien 2021 im Diogenes Verlag.

Der Autor nimmt den Leser mit in die Welt des Schachs, erklärt Spielzüge und die Welt der Protagonistin, die ihre Lage im Waisenhaus durch Schach verbessert.
Die Wortwahl und der Sprachstil waren der Geschichte sehr zuträglich. Man konnte sich auch in die Protagonisten hineinversetzen und mit ihnen so manche Situation erleben und mitfühlen

Jeder, der Bücher abseits des Mainstream gerne liest, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

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Ich muss zugeben, ich war ein wenig skeptisch als ich das Buch zur Hand nahm. Ich habe die Netflix-Serie nicht gesehen und war daher komplett ahnungslos, wusste nur dass es um eine Schachspielerin geht und dass das Buch aus den 80ern ist. Ein männlicher Autor, der über eine weibliche Protagonoistin in einer Männerdomäne wie Schach schreibt? "Oh je" war mein erster Gedanke. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ja, stellenweise ist das Buch nicht gut gealtert, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil mir der Rest sehr gut gefallen hat. Als jemand, die selbst lange das einzige Mädchen im Schachklub war, konnte ich mich gut in Beth hineinfühlen. Auch in ihren Emotionen vor, während und nach einer Partie, die Euphorie beim Gewinnen und die Wut beim Verlieren habe ich mich wiedergefunden. Durch die teilweise sehr genaue Beschreibung der Schachpartien bekommt das Buch leider ein paar Längen, nicht jede*r hat immerhin die Fähigkeit von Beth, sich eine Partie detailgenau vor dem inneren Auge vorzustellen.

Der Aspekt der mir am besten gefallen hat waren aber die Beziehungen zu den beiden anderen, gut geschriebenen, weiblichen Charakteren und die Unterstützung, die sie von ihnen erhält. Dass ein Buch aus den 80ern den Bechdel-Test besteht, kommt nicht häufig vor und deshalb ist das ein absoluter Pluspunkt für mich.

Fazit: Für Schachspieler*innen eine Pflichtlektüre. Für alle anderen vermutlich eher nichts, weil die beschriebenen Schachpartien einen erheblichen Teil des Buches einnehmen und daher wahrscheinlich mehr für Fragezeichen im Kopf als für Spannung sorgen.

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Darauf gestoßen wurde ich, wie so viele, durch die Netflix-Serie. Ein wahrhaft wunderbares Buch, dass das fiktive Ausnahmetalent Berth Harmon in all ihren Facetten beschreibt, ihre inneren Kämpfe, ihre Zerrissenheit - und ihre Triumphe! Zum Glück hat Netflix diese literarische Vorlage so gekonnt umgesetzt - die Serie war/ist eine gute Ergänzung zur Lektüre.

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Ein tolles Buch über eine starke Frau. Allerdings wird man sich als Nichtschachspieler an der ein oder anderen Stelle etwas schwer tun. Manchmal zu ausschweifend in den Beschreibungen des Schachspiels, aber dennoch eine absolut lesenswertes Buch

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Ich liebe Schachromane. Ein Schachroman hat mich noch nie enttäuscht – und das gilt auch für "Das Damengambit", diesem wunderbaren Roman von Walter Tevis.

Das Schachspiel ist für Beth zunächst nur eine Flucht vor dem tristen Schulalltag. Der Hausmeister bringt es ihr bei. Aus eigenem Antrieb lernt sie weiter, zunächst aus Büchern, später durch erste kleine Turniere. Diese Erfolge geben ihr Selbstsicherheit und auch Unabhängigkeit. Mit Intelligenz und Zähigkeit gelingt ihr schließlich der Aufstieg in die höchsten Reihen des königlichen Spiels.

Walter Tevis' Roman ist – wie viele seiner Bücher – verfilmt worden; besser kann die Geschichte damit nicht geworden sein, schon gar nicht durch eine Serie, denn die Lektüre ist auch ohne weitere Zutat ganz großes Kino. Dieser Roman, vom Autor flott vorangetrieben, bedarf keiner ausufernder Darstellung, gerade das temporeiche Erzählen macht das Buch so unwiderstehlich, so dass man es kaum aus der Hand legen kann. Große Leseempfehlung.

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Das Damengambit ist ein tolles Buch und eine tolle Serie. Ich bin glücklich dieses Buch entdeckt zu haben.

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Ein fantastischer Roman, der eine interessante Coming-of-Age Geschichte gekonnt mit der Leidenschaft und Spannung des Schachspiels verknüpft. Beth Harmon kämpft nämlich nicht nur gegen ihre Schachgegner auf dem Brett, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen im Inneren. Wir dürfen als Lesende daran Teilhaben, wie Beth die Welt auf dem Brett wahrnimmt, deswegen verfliegen die Schachszenen im Nu und sind auch für Laien gut verständlich beschrieben. Sogar mehrere politische Themen aus den 1960er Jahren sind subtil mit eingearbeitet. Ein Glück, dass dieser Roman, ursprünglich 1983 erschienen, endlich seinen Weg ins Deutsche gefunden hat!

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Meine Meinung und Inhalt

"„Ich kann ohne die Pillen nicht schlafen.“ „Dann solltest du erst recht keine mehr bekommen.“ „Sie hätten uns die gar nicht erst geben dürfen.“ „Ich dulde keine Widerworte!“" (ZITAT)

Was für ein großartiges Buch! Ich habe zuerst die Serie geschaut und kann nur sagen, dass dieses tolle Roman ein noch viel intensiveres Erlebnis für mich bereit hielt, als es die grandiose Serie vermochte.

Tevis hat einen grandiose Schreibstil und konnte mich mit der Story rund um die junge Beth Harmon absolut fesseln. Die Entwicklungen und sozialen Hintergründe in Beths Leben sind so spannend miteinander verwoben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

"„Spielst du auch Partien im Kopf durch, wenn du allein bist? Ich meine, von vorne bis hinten?“ „Machen das nicht alle?“" (ZITAT)

Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Es geht vor allem ums Heranwachsen, um Hochmut und den tiefen Fall, natürlich. Und ums Gewinnen.



Walter Tevis (1928–1984) war ein amerikanischer Schriftsteller. Nachdem er als junger Mann im Zweiten Weltkrieg im Pazifik gedient hatte, studierte er Literatur an der University of Kentucky und arbeitete lange Jahre als Lehrer und Universitätsdozent, ehe er freier Schriftsteller wurde. Von seinen Romanen wurden mehrere hochkarätig verfilmt (›Die Haie der Großstadt‹ mit Paul Newman, ›Die Farbe des Geldes‹ mit Tom Cruise, ›Der Mann, der vom Himmel fiel‹ mit David Bowie). Nach dem weltweiten Erfolg der Netflix-Serie ›Das Damengambit‹ mit Anya Taylor-Joy wird sein Werk wiederentdeckt.

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Beth Harmon ist acht Jahre alt, als sie im Waisenhaus das Schachspielen vom Hausmeister der Einrichtung erlernt. Beth entwickelt ein unglaubliches Talent für das Spiel der Könige. Für sie ist das Spiel ein Ausweg aus den prekären Verhältnissen, in denen sie aufwuchs. Mit der Zeit wird sie immer erfolgreicher, gewinnt Turnier um Turnier und gerät in einen toxischen Kreislauf von Obsession, Sucht und Selbstzerstörung.
Das Damengambit ist eine spezielle Eröffnung im Schachspiel. Das habe ich gelernt bei der Lektüre des gleichnamigen Romans des amerikanischen Autors Walter Tevis. Die Serie auf Netflix war schon in aller Munde, als ich mich dem Buch zuwandte. Ich wollte das Geheimnis um den Hype dieser Serie auf den Grund gehen. Wie könnte das besser gehen als die Vorlage dazu, nämlich das Buch zu lesen.
Ich habe keine Ahnung von Schach und war sehr im Zweifel, ob ich mit diesem Thema überhaupt etwas anzufangen weiß. Doch die Geschichte von Beth Harmon, die Walter Tevis hier erzählt, entwickelt so einen Sog, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte.
„König, Springer, Bauer. Es herrschten solche Spannungen auf dem Brett…“
Da haben wir dieses einsame Kind im Waisenhaus, ohne Eltern, ohne Perspektive, ruhig gestellt durch die regelmäßige Gabe von Tranquilizern. Dieses Kind wird zu einer Ausnahmeerscheinung im internationalen Geschehen der Schachturniere. Das Kind wird zur jungen Frau, die Sucht neben den „little helpers“ wird verstärkt durch den unbändigen Drang zur Perfektion, dem Willen zu siegen.
Walter Tevis zeigt uns hier eine so eindrückliche Charakterstudie. Der Roman wurde schon in den 1980ern geschrieben. Kaum jemand kannte den Autor, obwohl er unter anderem für die Vorlage für den Film „Haie der Großstadt“ (verfilmt mit Paul Newman) und „The Man Who Fell To Earth" (verfilmt mit David Bowie) verantwortlich zeichnet.
Beth Harmons Lebensgeschichte wirkt so authentisch, als ob es sich um eine Biografie handeln könnte. Die Geschichte ist allerdings fiktiv, zeigt aber Merkmale der Lebensgeschichte des Autors.
„Sie hörte nicht einmal das Ticken der Uhr. Sie ließ ihren Verstand vollkommen still werden.“
Ich habe diesen Roman verschlungen, kein Nebengeräusch konnte mich davon ablenken. Meine eigenen Bilder im Kopf dazu genügen mir vollkommen. Die Verfilmung dazu kann gar nicht daran heranreichen. Bis dato habe ich daher darauf verzichtet, mir die Serie anzuschauen.

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Mit Beth Harmon hat Walter Tevis eine Protagonistin geschaffen, die man nicht mehr vergisst. In all ihrer Tragik zieht die Geschichte einen in den Bann und entwickelt einen unaufhaltsamen Sog. Sie interessieren sich nicht für Schach? Sie werden dennoch gefesselt und atemlos weiterlesen müssen, versprochen!

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Die Netflix-Verfilmung war schon sehr toll, aber das Buch hat mich noch viel mehr begeistert in seiner atmosphärischen Dichte.
Die dramatische Entwicklung des Waisenkindes Beth Harmon zur Schachmeisterin ist spannend und temporeich erzählt.

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Nachdem mich die auf dem Buch basierende Netflix-Serie restlos begeistert hat, konnte ich gar nicht anders, als dieses Buch zu lesen. Die Handlung war mir daher bekannt, ich konnte von den Entwicklungen und Wendungen nicht mehr überrascht werden. Das hat mich aber auf keiner Seite gestört.
Ich habe es zutiefst genossen in die Welt von Elisabeth Harmon einzutauchen und mit ihr vom Waisenhaus auf die großen Schachturniere der Welt zu reisen. Der Schreibstil des Autors ist so eingängig und leichg zu lesen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Beschreibungen des Schachspiels konnten mich, die absolut gar keine Ahnung davon hat, fesseln und für das Spiel interessieren.
Dieses Buch wird absolut ein Highlight und ich werde es sicher noch häufiger lesen!

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An sich ist dieses Buch eine spannende Beschreibung eines jungen Mädchens in der Welt der Schachmeister. Allerdings verliert sich der Autor zu sehr in detaillierten Ausführungen jeder einzelnen Schachpartie, was selbst für schachinteressierte Leser eine Herausforderung ist.

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"Sportsgeist interessierte sie nicht. Sie wollte spielen, und sie wollte gewinnen." (Track 5)

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Beth Harmon in einem Waisenhaus, wo die Kinder mit Pillen ruhiggestellt werden und wo ein strenges Regiment herrscht. Dort entdeckt Beth das Schachspielen, das ihr der Hausmeister des Waisenhauses beibringt.

Schnell stellt sich heraus, dass Beth ein echtes Ausnahmetalent ist. Als sie Jahre später adoptiert wird, wird sie von ihrer Adoptivmutter gefördert, nimmt an Turnieren teil und perfektioniert ihr Spiel.

Ich kenne die Serie nicht, möchte sie aber nun unbedingt anschauen, da ich das Hörbuch einfach grandios fand.

Von Anfang an ist ‚Das Damengambit‘ stimmungsvoll, und das Waisenhaus als Handlungsort wurde ebenso düster wie lebendig beschrieben, so dass man sich schnell in Beths Welt versetzen kann. Auch die Lesung von Luise Helm passt perfekt zur Geschichte, so dass der Roman ein echtes Hörerlebnis ist.

Trotz ihrer anfänglichen Ruppigkeit ist Beth eine sympathische Protagonistin, deren Komplexität fesselt und neugierig auf den Verlauf der Geschichte macht.

Beths Aufstiege und Abstiege im Leben und im Schach zu begleiten, hat mich begeistert und bewegt, dazu baut Walter Tevis eine gelungene Atmosphäre auf, die den Leser und Hörer vollkommen in die Schachwelt eintauchen lässt.

Die Beschreibung der speziellen Stimmung bei den Schachturnieren, die vielen Informationen über Schach, Schachspieler und berühmte Schachpartien und der Spannungsbogen machen ‚Das Damengambit‘ zu einem ganz besonderen Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch Wissen über Schach vermittelt und zudem die Geschichte einer beeindruckenden und faszinierenden Frau in einer Männerwelt erzählt.

Walter Tevis: Das Damengambit. Aus dem Amerikanischen von Gerhard Meier. Ungekürzt gelesen von Luise Helm. Diogenes Verlag, 2021; 14,95 Euro.

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Beth Harmon wird mit 8 Jahren Waise und ins Methuen Kinderheim gebracht. Dort werden die Kinder mit Beruhigungspillen ruhig gestellt. Beth sammelt die kleinen grünen Pillen, um dann einige auf einmal zu schlucken und stürzt sich damit in eine Tablettensucht, von der sie nie mehr loskommen wird. Sie entdeckt, dass der Hausmeister im Keller Schach spielt. Sie überredet ihn ihr dieses Spiel beizubringen. Bereits im ersten Spiel schlägt sie ihn. Sie beginnt Turniere zu spielen. Bald sitzt sie den besten Spieler gegenüber.

Eigentlich ist der Plot sehr simpel gestrickt. Dennoch wird man in die Welt von Beth Harmon hineinzogen. Es liest sich wie ein modernes Mädchen mit all den Verführungen, die ablenken.

Ich spiele kein Schach und habe nicht geringste Ahnung davon. Aber wenn sie spielt, Züge erklärt und ihre Gedanken mitteilt, habe ich das Gefühl alles über das Königsspiel zu wissen.
Nun werde ich mir noch der Serie widmen, die sehr nahe am Buch sein soll.

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Auch wenn man bisher keine Berührungspunkte mit Schach hatte, nach der Lektüre überlegt man es sich, nicht doch mal, in dieses bemerkenswerte Spiel reinzuschnuppern. Doch es ist nicht nur Schach, sondern auch die Geschichte der Waise Beth Harmon, die das Buch zu einem Pageturner macht. Faszinierend und mitreissend beschreibt Trevis alle Höhen und Tiefen ihrer Entwicklung vom Kind zur jungen Erwachsenen, ihre Naivität, Genialität, Abhängigkeit und Freundschaft.

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Ein großartiger und sehr anrührender Roman über ein außergewöhnliches Mädchen, eine außergewöhnliche junge Frau, den Walter Tevis geschrieben hat.
Obwohl ich mit Schach nicht wirklich viel zu tun habe, fesselt die Protagonistin von Beginn an. Ich bin durch die eindringliche Art des Erzählens gleich tief eingetaucht in das Leben Beth Harmons, ihre Geschichte und ihre Entwicklung in einer sehr speziellen Welt der Schachspielerinnen und -spieler.
Absolut lesenwert!

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Das Buch ist genauso aufregend und dramatisch wie die Serie! Ich würde sogar empfehlen zuerst das Buch zu lesen :)

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