Das Damengambit

Dieser Titel war ehemals bei NetGalley verfügbar und ist jetzt archiviert.

Bestellen oder kaufen Sie dieses Buch in der Verkaufsstelle Ihrer Wahl. Buchhandlung finden.

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht.
Erscheinungstermin 26.05.2021 | Archivierungsdatum 31.08.2021

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #DasDamengambit #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage.

Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen...


Eine Anmerkung des Verlags

Von Netflix verfilmt – der Serien-Welterfolg mit Anya Taylor-Joy. ›Golden Globes‹ für die beste Miniserie und die beste Hauptdarstellerin. 1983 in den USA erschienen, jetzt zum ersten Mal auf Deutsch: eine literarische Entdeckung.

Von Netflix verfilmt – der Serien-Welterfolg mit Anya Taylor-Joy. ›Golden Globes‹ für die beste Miniserie und die beste Hauptdarstellerin. 1983 in den USA erschienen, jetzt zum ersten Mal auf...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257071610
PREIS 24,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (MOBI)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Stefan Zweigs Schachnovelle hat mich als Abiturientin so sehr begeistert, dass ich damals meine Facharbeit darüber geschrieben habe, obwohl ich nicht Schach spielte - bis heute nicht. Mein Mann und meine Kinder spielen.... So viel am Rande. Schach - der Rettungsanker in Beth früh verkorksten Leben - ist ihr einziger Halt und Ausweg aus der Perspektivlosigkeit ihres jungen Lebens im Waisenhaus. Sie verfügt über eine außergewöhnliche Schachbegabung. Leider wurde ihr, wie in den 50er Jahren in den USA in Heimen üblich, die Tablettensucht verordnet. Und so trägt sie in sich zwei konkurrierende Seelen. Es ist faszinierend ihr intensives und sehr fokussiert kurzes Leben zu begleiten, auch als nicht Schachspieler. Ich konnte mich kaum losreißen. Achtung Suchtgefahr

War diese Rezension hilfreich?

Der Titel ist ein Netflixsuperstar. Ich habe die Serie nicht gesehen, um so tiefer konnte ich in das Buch einsteigen und es ist es wert. Das Buch ist bereits 1983 erschienen, wirkt aber (sicher auch dank der Übersetzung) frisch und gegenwärtig. Wie sich der Schriftsteller in die Gedankenwelt eines Kindes und dann jungen Mädchens hineindenkt, ist gr0ßartig. Die Lesenden können erraten, was das Kind nicht versteht (z.B. die Gemütsverfassung der Adoptivmutter). Es gibt viel Raum für eigene Gedanken. Sicher würde es helfen, Schach spielen zu können. Aber auch ohne Kenntnisse im "Spiel der Könige" ist der Text ein wirkliches Vergnügen. Für mich hätte der Hauptchrakter auch Tennis spielen oder Harleys reparieren können. Wichtig ist die absolute Hingabe. Das Buch eignet sich für Alle: Frauen, Männer, Schachbegeisterte, an den Lebensverältnissen in der Vorstadt der USA in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts interessierte, Suchtkämpfer ... WOW

War diese Rezension hilfreich?

Was für ein unglaublich grandioses Buch! Obwohl ich selber nur rudimentär Schach spiele, bin ich voller Faszination eingetaucht in diese abgeschlossene Welt von Schachgenies, habe mit Beth mitgefiebert und gebangt. Eine literarische Entdeckung, die sich lohnt.

War diese Rezension hilfreich?

Ein Herzensbuch, dessen Geschichte mich mit Figuren wie Mister Shaibel, Jolene, Mrs. Wheatley und ganz besonders mit Beth Harmon sehr begeistert hat. Nicht eine Minute habe ich mich gelangweilt, obwohl ich die grandiose Netflix-Serie "The Queen's Gambit" (2021) bereits kenne. Auch habe ich von Schach kaum eine Ahnung. Doch da ist Beth - mir mittlerweile vertraut wie eine Freundin. Wie sie als Waisenmädchen die grünen Beruhigungspillen im Heim schlucken muss und nebenbei ihre Leidenschaft für Schach entdeckt. Beth als junge Frau, die sich in einer absoluten Männerwelt behauptet, deren elegante Angriffskombinationen und Siege ihre männlichen Partner verwirren und verunsichern. Nicht immer erhält sie einen respektvollen Glückwunsch ihres Gegners dafür. Ihrem Selbstbewusstsein schadet das nicht einen Moment. Aber da ist auch Beth und ihre Sucht nach Alkohol und den kleinen grünen Pillen. Dieser Roman ist im Original 1983 erschienen und er liest sich heute - fast 40 Jahre später - absolut zeitlos. Beeindruckt hat mich außerdem, dass ein männlicher Autor so elegant und mit viel Feingefühl die Geschichten verschiedenster Frauen erzählt. Egal, ob das schwarze Mädchen Jolene, die verheiratete Mrs. Wheatley oder Beth - sie alle wirken sehr authentisch. Eine unvergessliche Lektüre.

War diese Rezension hilfreich?

Wenn man die Netflix-Serie geliebt hat, wird man auch das Buch, aus dem sie entstanden ist, lieben: Das Damengambit ist Storytelling vom Feinsten. Walter Tevis ist bekannt für seine Bücher über Billard, The Hustler und The Color of Money. Poolbillard und Schach haben viel gemeinsam. Beide lassen einen Spieler gegen einen anderen antreten. Jedes Spiel erfordert Geschicklichkeit und die Fähigkeit, in drei Dimensionen zu sehen, und jedes erfordert einen ruhigen und klaren Verstand. Hätte man mir gesagt, dass ich ein Buch über Schach lesen und darin schwelgen würde, hätte ich es nicht geglaubt, aber es ist wahr. Ich war gefesselt. Obwohl ich gerade die Serie gesehen hatte, glaube ich, dass das Buch besser ist. Wir sind im Kopf von Beth Harmon. Wir bekommen zu verstehen, warum sie sich so verhält, wie sie es tut, und warum ihre Drogen- und Alkoholsucht und das Schachspiel sie so im Griff haben.

War diese Rezension hilfreich?

Beth lebt als Waise in einem staatlichen Waisenhaus. Damit die Kinder wenig Arbeit machen werden täglich Beruhigungsmittel an sie verteilt. Sie ist allein unter all den Kindern. Nur der Hausmeister weckt ihr Interesse. Er spielt in seinen freien Minuten Schach im Keller. Beth schaut zu und lernt. Sie hat einen analytischen Verstand und ein extrem gutes Gedächtnis, sehr schnell lernt sie Schach spielen. Beth ist in ihrer Einzigartigkeit eine herausragende Person. Sie will immer und überall die Kontrolle über sich und ihrer Umwelt. Schach ist ihre Sucht und ihre Hilfe bei der Kontrolle. Alles ordnet sie dem Spiel unter. Schach dominiert auch das Buch, eigenartiger Weise ist es spannend die vielen Züge und Überlegungen welchen Spieler sie als nächstes schlagen möchte zu verfolgen. Das Buch und das Schachspiel ziehen den Leser in seinen Bann. Es ist ein ruhiges Buch mit wenigen Ereignissen. Ein Turnier in Russland ist der Höhepunkt auch für mich als Leser. Der Autor vermittelt die Atmosphäre atemloser Spannung eins zu eins. Eine junge Frau in einer Männerwelt. Der Missbrauch an den Kindern im Waisenhaus. Alkohol und Drogen. Themen die zu der Zeit in der das Buch entstand noch nicht von großer Bedeutung waren oder erst langsam an Aufmerksamkeit gewannen. Das Buch ist eine Perle die verschwunden war und zum Glück jetzt wieder aufgetaucht ist.

War diese Rezension hilfreich?

Beth lebt als Waise in einem staatlichen Waisenhaus. Damit die Kinder wenig Arbeit machen werden täglich Beruhigungsmittel an sie verteilt. Sie ist allein unter all den Kindern. Nur der Hausmeister weckt ihr Interesse. Er spielt in seinen freien Minuten Schach im Keller. Beth schaut zu und lernt. Sie hat einen analytischen Verstand und ein extrem gutes Gedächtnis, sehr schnell lernt sie Schach spielen. Beth ist in ihrer Einzigartigkeit eine herausragende Person. Sie will immer und überall die Kontrolle über sich und ihrer Umwelt. Schach ist ihre Sucht und ihre Hilfe bei der Kontrolle. Alles ordnet sie dem Spiel unter. Schach dominiert auch das Buch, eigenartiger Weise ist es spannend die vielen Züge und Überlegungen welchen Spieler sie als nächstes schlagen möchte zu verfolgen. Das Buch und das Schachspiel ziehen den Leser in seinen Bann. Es ist ein ruhiges Buch mit wenigen Ereignissen. Ein Turnier in Russland ist der Höhepunkt auch für mich als Leser. Der Autor vermittelt die Atmosphäre atemloser Spannung eins zu eins. Eine junge Frau in einer Männerwelt. Der Missbrauch an den Kindern im Waisenhaus. Alkohol und Drogen. Themen die zu der Zeit in der das Buch entstand noch nicht von großer Bedeutung waren oder erst langsam an Aufmerksamkeit gewannen. Das Buch ist eine Perle die verschwunden war und zum Glück jetzt wieder aufgetaucht ist.

War diese Rezension hilfreich?

Ein absolut herrausragender Roman, bis jetzt ist das Damengambit einer meiner Lieblingsromane des Jahres. Das Buch ist zwar nüchtern geschrieben, wird aber auch während der Schachpartien nie langweilig oder lang. Die Übersetzung von Gehard Meier ist gut gelungen und liest sich sehr angenehm. Ich kann das Buch nur empfehlen.

War diese Rezension hilfreich?

Nach der Miniserie auf Netflix, die mir sehr gut gefallen hat, musste ich einfach zu dem Roman "Das Damengambit" von Walter Tevis greifen, um mir noch einmal diese Geschichte vor Augen zu führen. Und ich muss sagen, das hat richtig Spass gemacht!!! Mein Fazit: Unbedingt lesenswert!!!!

War diese Rezension hilfreich?

Die kleine Elisabeth Harmon hat es wirklich nicht leicht. Sie verliert beide Eltern und landet in einem religiösen Waisenhaus. Dort sieht sie einmal zufällig zu, wie der Hausmeister eine Partie Schach spielt. Die kleine Beth ist augenblicklich fasziniert und lernt innerhalb kürzester Zeit Schach zu spielen. Es stellt sich raus, das Beth begabt ist und sehr gut spielt. Später wird sie adoptiert und hat ab dann die Möglichkeit an Turnieren zu spielen und gewinnt eins nach dem anderen. Eine fiktive Biografie, die einem komplett in den Bann zieht.

War diese Rezension hilfreich?

Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen sprachlos. Schach war für mich immer dieses überaus strategische aber irgendwie auch langweilige Spiel in das ich nie so rein finden konnte. Dank der Art wie das Damengambit geschrieben ist, so mitreißend und spannend denke ich plötzlich ganz anders über das Spiel. Ganz subtil werden die Finessen des Schachs, politische Themen der 50er und 60er Jahre, das Erwachsenwerden und die Probleme dabei, als Frau in eine Männerdomäne einzudringen thematisiert und immer wieder eine neue Spannung fürs Spiel. Hervorragender Schreibstil, toller Hauptcharakter, schön erzählt und definitiv den Bekanntheitsgrad wert, der wohl nicht zuletzt auch der erfolgreichen Serie zu verdanken ist. Eine definitive Empfehlung, auch wenn man nicht Schach spielt oder sich dafür interessiert. Im Anschluss spielt man bestimmt eine Partie.

War diese Rezension hilfreich?

Ich habe keine Ahnung von Schach und werde es nie verstehen und lernen. Aber ich war von Anfang an vom Buch fasziniert. Ich wusste nicht, dass es nach der Netflix-Serie geschrieben wurde. Ich bin aber nicht neugierig auf die Serie. Das Buch ist so ergreifend, Die Personen so real und lebendig. Ich habe die ganze Zeit mit gelitten und mitgefiebert. Icch empfehle auf jeden Fall das Buch.

War diese Rezension hilfreich?

Tatsächlich bin ich durch Verlagswerbung auf diesen Titel aufmerksam geworden - ich wusste weder von der Netflix-Serie noch war mir deutlich bewusst, dass es ein Titel aus dem letzten Jahrhundert ist :). Doch das gelungene Titelbild und die kurze Inhaltsbeschreibung haben mich neugierig gemacht . Nach anfänglicher Zurückhaltung - mir war das Setting im Waisenhaus so trist und das Kind einer lieblosen Umwelt ausgeliefert - fand ich mich ein . Die sachliche Sprache tut dem Thema gut und die Geschichte begann, ihren Sog zu entfalten : Wird Beth diesen Verhältnissen entfliehen können ? Wird sie Freunde finden? Wird sie es schaffen, lernen zu dürfen? Wird sie der Sucht erliegen oder dagegen ankämpfen können? So habe ich zugesehen, dass ich Zeit zum Lesen fand ! Interessant fand ich das Zeitpanorama . Es wird zwar nur wenig erzählt , was in der Welt vorgeht ( Kennedy , die Verteufelung des Kommunismus), doch entfaltet sich ein Bild dieser Zeit auch durch die Beschreibungen von Kleidung, Kaufhäusern, dem Umgang zwischen Mann und Frau, dem ewigen Rauchen, der Bürgerlichkeit, der rassistischen Sichtweise und der Wichtigkeit von Schachbüchern und Zeitschriften in Abwesenheit anderer Informationsmöglichkeiten. Noch spannender wird es natürlich bei der Beschreibung Russlands . Dazu kommt dann Beths persönliche Entwicklung und das Bangen, ob sie ihr Schicksal meistern wird und neben dem Erfolg auch Lebensglück findet. Hier wird sehr spartanisch erzählt und doch wird alles Wichtige dargestellt. Es ist sehr angenehm, dass sich der Text hier nicht in Deutungen und Erklärungen verliert - Beths Taten, Gedanken und Gefühle werden knapp dargestellt und den Rest kann ich mir als Leser erschließen. Eigentlich gibt es nur wenige Personen, die wichtig sind - und Herzlichkeit erfährt sie von niemandem - doch werden diese Charaktere gut beschrieben. Zum Ende des Buches kehrt sie mal zum Waisenhaus zurück . Diese Szenen fand ich ganz stark, da sie die Weiterentwicklung und das Erwachsenwerden zeigen. Es gibt durchaus lange Passagen, die Schachpartien beschreiben. Da hab ich dann auch irgendwann den Titel wiedergefunden …..Diese Abschnitte sind meisterhaft ! Sie beschreiben schon genaue Figurenstellungen und das Ziehen auf bestimmte Felder , doch sehen sie auch das große Ganze und dann zusätzlich den Reiz und die Schönheit des Spiels. Man bekommt eine leise Ahnung von den komplizierten Gedankengängen und merkt auch, wie mental stark ein guter Schachspieler sein muss. Ich war nicht eine Sekunde gelangweilt, sondern habe mir im Gegensatz eine neue Welt erschlossen. Die Wortwahl macht das Spiel lebendig . Ich kann das Buch wirklich empfehlen !

War diese Rezension hilfreich?

Dass die Geschichte Basis einer Netflix-Serie ist, wusste ich nicht, ich kannte sie auch nicht – Vorteil? In „Das Damengambit“ lernen wir Beth kennen, ein Mädchen, das im Waisenhaus lebt und dieses Leben ist nicht schön … die Kinder bekommen Pillen, um leicht handelbar zu sein und auch sonst ist das Leben kein Zuckerschlecken. Was ihr Verhängnis werden könnte, ihre Intelligenz, wird Beth‘ Glück: Sie beginnt Schach zu spielen und schlägt ausnahmslos jeden, sodass sowohl der steile Aufstieg wie auch der steile Fall programmiert scheinen … Zunächst ist festzustellen, dass manches Buch erst durch eine „Verfilmung“ zu Bekanntheit gelangt, so auch bei diesem: Ursprünglich erschien es vor ca. 40 Jahren und erst der Serienerfolg führte nun zu einem Make-over. Doch letztlich ist die Geschichte fast zeitlos: Es geht um Sucht, Fluchten, Siege und Niederlagen, die Fähigkeit mancher Menschen, sich bzw. ihr Leben selbst und gründlich zu torpedieren, aber auch, sich einer Sache oder Leidenschaft vollständig hinzugeben. Beth, die Walter Tevis mit sehr viel Einfühlungsvermögen zeichnet, stehen einige andere Figuren zur Seite, die kaum weniger beeindruckend sind wie Jolene. Für mich war es hilfreich, die Serie nicht zu kennen, da so mehr Platz blieb, sich die Figuren vorzustellen, sich in ihre Gedankenwelt hineinzuversetzen. Allerdings eignet sich der Stoff natürlich bestens für eine Verfilmung. Einmal mehr eine dieser Perlen, die Diogenes mit schöner Regelmäßigkeit hervorbringt … sprachlich allerdings nicht ganz mein Fall.

War diese Rezension hilfreich?

Walter Tevis‘ (1928-1984) Roman ist in der kurzen und logischen Sprache des Schachspiels verfasst und vermittelt die bedingungslose Leidenschaft für das Spiel, dessen Strategien und Techniken. Spürbar wird auch die beeindruckende kognitive Leistung, die Spitzenschachspieler vollbringen müssen. Zwischen den (meist in Beth‘ Kopf gespielten Schachpartien) sind Episoden aus dem Alltag der Protagonistin, aber auch einschneidende Erlebnisse, wie z.B. der Tod ihrer Adoptivmutter vor. Der Umgang mit Erfolg oder Niederlage ist eines der zentralen Themen dieses Romans, genauso respektvoller Umgang miteinander, Freundschaft und Vertrauen zu kongenialen Begleitern in psychisch und physisch zermürbenden Situationen. „Das Damengambit“ (kein zufälliger Titel, der Ausdruck kann wie viele andere Begriffe aus der Schachwelt doppeldeutig verstanden werden), auch das bringt der Autor in seinem Roman mit Leichtigkeit unter, thematisiert den Kampf einer jungen Frau in einer männerdominierten Welt sowie Diskriminierung und Rassismus gegenüber Afroamerikaner:innen (fast 40 Jahre vor der Black Lives Matter-Bewegung, im Roman ist es Beth‘ Freundin Jolene, die deshalb Zurückweisung erfahren muss). Die Leser:innen müssen Schach nicht beherrschen, um diesen Roman zu verstehen, denn die entsprechenden Abschnitte können auch übersprungen werden. Aber Achtung: allzu leicht könnten dabei auch einige andere spannende Gedankengänge verpasst werden, z.B. die Überlegung welche Einschüchterungstaktiken ein älterer, erfahrener und schon vielfach siegreicher Gegner wählen wird. „Das Damengambit“ ist ein temporeicher Roman, gut übersetzt von Gerhard Meier – und als eine der wenigen Neuerscheinungen der letzten Jahre - lohnenswert ein zweites Mal gelesen zu werden (und vielleicht sogar, wie es viele Seher:innen der Romanverfilmung auf Netflix getan haben, mit Schach zu beginnen).

War diese Rezension hilfreich?

Wisst Ihr, was ursprünglich eine Hängepartie ist? Nein? Dann seid Ihr vermutlich keine Schachspieler. Das macht nichts. Trotzdem werdet Ihr, wie wir, dem "Damengambit" von Walter Tevis verfallen sein. Die Netflix-Serie "Das Damengambit" gewann zwei Golden Globes, brach internationale Quotenrekorde und sorgte für eine weltweite Schacheuphorie. Kaum jemand kennt jedoch den Namen Walter Tevis, dessen 1983 erschienener Roman über ein junges Mädchen, das zur Schachgroßmeisterin aufsteigt, Vorlage für die Verfilmung war. Jetzt ist der Roman erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage. Jetzt müsst Ihr nur noch entscheiden, ob Ihr zuerst das Buch lest oder die Serie guckt. Wir haben uns für das Buch entschieden, ein kluger Schachzug! Denn in dem Roman könnt Ihr Beths Gedankengängen genau begleiten. Ihr werdet jede Partie voller Spannung verfolgen, auch wenn Ihr keine Ahnung von Schach habt. Mit diesem Hintergrund die Netflix-Serie zu schauen ist einfach genial und Ihr werdet nicht enttäuscht sein.

War diese Rezension hilfreich?

Vielen Lieben Dank an Netgalley und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares. Meine Meinung ist davon nicht beeinflusst. Ein außergewöhnliches und hoch interessantes Buch. Es entführt den Leser in die hoch komplexe und bemerkenswerte Welt des Schachs. Das, was im ersten Moment vielleicht langweilig erscheinen mag, ist in raffinierter Weise mit der Handlung verbunden und trotz der vielen unbekannten Begriffen konnte ich einfach nicht aufhören zu lesen, als ich einmal angefangen hatte. Die Geschichte ist Knall hart und ehrlich, nichts wird verschönert. Die Ehrlichkeit in Hinsicht zur Drogensucht der Protagonistin war bemerkenswert und verlieh dem Buch etwas extrem realistisches und authentisches. Die Protagonisten waren alles samt einzigartig und starke Persönlichkeiten. Dr Schreibstil war anspruchsvoll, aber keines Wegs öde sondern raffiniert und individuell. Dieses Buch ist einzigartig und bekommt von mir 4,5 Sterne. Jedem der Schach liebt und auch sonst jedem Leser der nach einer außergewöhnlichen Geschichte sucht, sei dieses Buch ans Herz zu legen.

War diese Rezension hilfreich?

LESEN LESEN LESEN Beth Harmon lebt im Waisenhaus. Dort bleiben ihr zwei Möglichkeiten, sich mental über Wasser zu halten: zum einen beginnt sie schon als kleines Kind, die Beruhigungspillen des Waisenhauses zu horten um sie sie dann „zum entfliehen“ immer wieder zu schlucken - zum anderen kommt sie durch Zufall über den Hausmeister ans Schachspielen. Dadurch wird ihr für eine große Karriere die Bahn geebnet aber der Hang zur Sucht steht ihr des Öfteren im Weg - und das nicht nur beim Schachspiel... Sie müssen nicht Kenner des Schachs zu sein, um diesen hervorragenden Roman zu lesen, der im übrigen bereits 1983 erschien und jetzt neu aufgelegt wurde. Gott sei Dank, denn mir hätte sonst ein Buch in meiner Lebensbibliothek gefehlt. Bitte unbedingt lesen!

War diese Rezension hilfreich?

Beth Harmon wächst im Waisenhaus auf. Dort beobachtet sie den Hausmeister beim Schachspielen und ist so hartnäckig, bis er es ihr beibringt. Neben den grünen Beruhigungspillen ist Schach das einzige, das ihr hilft dem Alltag zu entfliehen. Ihr großes Talent führt dazu, dass sie in die Welt des Profischachs einsteigen kann und schon als Kind/Jugendliche ein Turnier nach dem anderen gewinnt. Ihr Ziel ist klar – die russischen Großmeister zu besiegen. Die Geschichte spielt in der Zeit von Präsident Eisenhower. Im Waisenhaus herrschen dispotische Regeln – unter anderem werden die Kinder mit den Beruhigungspillen ruhig gehalten. Als diese abgesetzt werden, ist es für Beth bereits zu spät. Sie ist abhängig. Ihre neue Leidenschaft für Schach kann sie zwar kurzfristig beruhigen, sie steht aber immer einen Schritt vom Abgrund entfernt. Der Erzählstil scheint distanziert, ebenso wie Beth. Mit dem Tod ihrer Eltern lässt sie niemanden mehr richtig an sich heran. Auch wenn sie Emotionen erwähnt, scheinen diese nie ganz zu ihr durchzudringen. Wie ein Schutzschild wirkt auch ihr Talent, das sie schon sehr jung in eine Männerwelt entführt, in der nicht ihr Alter aber ihr Geschlecht eine Ausnahme sind. Schach spielt in Beths Leben die tragende Rolle. Sie beschäftigt sich auch in Gedanken damit. So werden nicht nur ihre Partien mit einigen Details geschmückt, sondern auch ihre Überlegungen zum Schach. Wer sich damit gar nicht auskennt, wird hier wohl auf einige langatmige Passagen stoßen. Allerdings braucht man kein Schachmeister zu sein, um die Geschichte zu genießen. Fazit: Der Leser begleitet Beth auf ihrem Weg zur Meisterschaft, wobei so manche Höhen und Tiefen mit inbegriffen sind. Am Beginn konnte mich die Geschichte fesseln, in der Mitte hatte sie einen kleinen Hänger um dann wieder anzuziehen. Alles in allem bin ich froh um die Netflixserie, die zur Neuauflage und dazu geführt hat, dass ich sie gelesen habe.

War diese Rezension hilfreich?

Das war vielleicht mal ein Lesevergnügen! Die Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Der Hauptcharakter, Beth, ist nicht gerade das typisch sympathische Mädchen, aber trotzdem war sie einzigartig und super stark. Ihr Charme ist ihre "Fehlerhaftigkeit" gepaart mit einer unglaublichen Intelligenz und Ehrgeiz: Es ist ein Mix aus ihrem Hang zu grünen Pillen, ihrem Status als Waisenkind, das nie Liebe erfahren hat, und ihrer Sucht zum Schach, zur Kontrolle und zu Triumphen. Auch wenn man sich nicht mit Schach auskennt, waren die Schachpartien fesselnd und spannend beschrieben. Es gab auch genug Tiefgang in der Handlung und bei der Entwicklung von Beth. Außerdem war ich überrascht, dass manche Schicksalsschläge mich dann doch mehr berührt hatten als ich erwartet hatte. Es war sehr unterhaltsam bis zum Ende, auch wenn der Verlauf der Geschichte etwas vorhersehbar war. Trotzdem war es ein sehr amüsantes Buch mit einprägsamen Charakteren und einer außergewöhnliche Kulisse der Schachwelt.

War diese Rezension hilfreich?

Schach ist ein Spiel das mich eigentlich nie besonders interessiert hat. Ich finde es zwar einerseits faszinierend, warte aber andererseits nicht gerne darauf, dass mein Gegner erst nach langem Überlegen seinen nächsten Zug macht; meine Gedanken sind dann oft schon abgeschweift und die Partie interessiert mich nicht mehr. Umso erstaunlicher ist es, dass dies bereits das zweite Buch über Schach ist, von dem ich absolut und uneingeschränkt begeistert bin. Das erste war Schachnovelle, welches ich lange Zeit wegen des vermeintlich langweiligen Themas nicht lesen wollte. Und jetzt das Damengambit. Von Anfang an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Ich habe seit jeher eine Schwäche für Bücher, die in Waisenhäusern spielen. Ich leide immer mit den Kindern, die oft grausam behandelt werden. Beim Damengambit kam als erschreckende Tatsache noch Beths frühe Tablettenabhängigkeit hinzu, der später eine Alkoholabhängigkeit folgt. Gleichzeitig ist Beth aber eine unglaublich starke Person, die sich trotz aller Widrigkeiten an die Weltspitze des Schachs vorarbeitet. Da meine Schachkenntnisse eher rudimentär sind, habe ich viele Spielzüge nicht genau verstanden. Das hat mich aber während der gesamten Lektüre kein bisschen gestört. Walter Tevis schreibt einfach derart gut und ich habe so sehr mit Beth mit gefiebert, dass mir egal war, weshalb sie jetzt gewann. Die Netflix-Serie habe ich noch nicht gesehen, werde dies aber bald nachholen. Ich kann das Buch nur uneingeschränkt empfehlen.

War diese Rezension hilfreich?

Einer der schönsten Romane überhaupt! Walter Tevis erzählt die faszinierende Geschichte der jungen Elizabeth Harmon, die in den 50er Jahren in einem Kinderheim in den USA aufwächst. Dort werden die Mädchen regelmäßig mit Tabletten ruhig gestellt, von denen sie schließlich abhängig werden. Doch Beth entdeckt dort auch das Schachspielen für sich. Sie ist außergewöhnlich begabt und übt heimlich mit dem Hausmeister im Keller, der ihr die Spielregeln beibringt. Beth wird immer besser beim Spiel. Sie ist ein Schach-Wunderkind. Als sie jedoch dabei erwischt wird, wie sie im Heim Beruhigungspillen stehlen will, verbietet ihr die Heimleitung das Schachspielen. Später wird Beth adoptiert. Ihre Stiefmutter fährt mit ihr zu Turnieren und unterstützt sie beim Schachspiel, weil sie den finanziellen Erfolg sieht, den Beth ihr einbringt. Doch zwischen den beiden wächst schließlich echte Zuneigung. Beth' Stiefmutter trinkt, und auch Beth entdeckt den Alkohol für sich. Zwischen ihren Süchten und dem Schachspiel hin- und hergerissen, erfährt Beth Freundschaft und Liebe und kann am Schluss sogar den überragenden russischen Schachmeister schlagen, der ihr am Ende Respekt zollt für ihr geniales Spiel. Sehr berührende Underdog-Geschichte mit einer beeindruckenden Hauptfigur. Die Schach-Austragungen werden so fesselnd und spannend geschildert wie ein Krimi. Ein unglaublich schöner Roman.

War diese Rezension hilfreich?

Was für eine einzigartige Geschichte. Die junge Beth hat es nicht leicht im Leben. Überaus authentisch wird hier das auf und ab der Protagonistin dargestellt. Dem Leser wird außerdem das Schachspiel nahegebracht, welches einen hohen Stellenwert einnimmt. Eine klasse Story die definitiv einer Verfilmung wert war!

War diese Rezension hilfreich?

Ich bin ein bisschen im Zwiespalt.... spannend war es schon, ich hab es binnen weniger Tage verschlungen. Ich kann allerdings nicht genau festmachen, was mich daran so gepackt hat. Klar, der ganze Background mit dem Waisenhaus, der Tabletten- und Alkoholsucht war ziemlich spannend. Der Schachteil aber häufig zu ideal. Ich meine, es gab nur sehr wenige verlorene Partien überhaupt (was selbst für ein Wunderkind etwas übertrieben ist) und meines Wissens nach nicht ein Remis, das sie angenommen hätte (was im normalen Turnierschach so auch nicht vorkommen dürfte). Soll heißen, der Aufbau schon spannend, im Detail allerdings übertrieben und künstlich. Was dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Viele haben wegen der Verfilmung wohl mit dem Schachspielen angefangen. Ich tatsächlich wegen des Buches. Insofern : Mission completed. Schach und Matt

War diese Rezension hilfreich?

Aufstieg eines Schach-Wunderkinds Im Mittelpunkt von Walter Tevis´ Roman steht Elizabeth Harmon, genannt Beth, die als 8jährige ihre Mutter bei einem Autounfall verliert. Sie wird im Methuen-Heim in Kentucky untergebracht, wo ein strenges Regiment herrscht. Die Kinder bekommen zweimal täglich Beruhigungspillen, um sie gefügig zu machen, was nicht nur bei Beth zu früher Medikamentenabhängigkeit führt. Eines Tages sieht sie im Kellergeschoss den Hausmeister Mr Shaibel an einem Schachbrett und lässt sich von ihm die Regeln erklären. Schon bald hat er gegen das Kind keine Chance mehr. Eines Tages wird Beth beim Diebstahl der geliebten grünen Pillen erwischt und für Jahre mit Schachspielverbot bestraft. Mit 12 Jahren wird sie vom Ehepaar Wheatley adoptiert. Sie lernt jedoch kein glückliches Familienleben im trauten Heim kennen, denn Mr Wheatley verlässt die Familie kurz darauf, und Geld ist knapp. Auch in der Schule wird Beth ausgegrenzt und gemobbt. Die Dinge bessern sich erst, als sie an Schachturnieren teilnimmt und siegt und ihre unglaubliche Begabung erkannt wird. Der Autor beschreibt den Aufstieg dieses Wunderkinds gegen alle Widernisse gekonnt und sehr interessant. Schach in den 60ern ist eine reine Männerdomäne, und Beth muss sich Anerkennung und Ruhm dadurch erkämpfen, dass sie auch im Ausland bei internationalen Turnieren siegt. Es gibt Niederlagen und Rückschläge, mit verursacht durch Beths Alkoholismus und ihre Abhängigkeit von Tranquilizern beiträgt. Bis zu Mrs Wheatleys Tod wird das Verhältnis zwischen den Beiden jedoch immer enger, wozu auch die durch die Preisgelder verbesserte finanzielle Situation und die Reisen beitragen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, obwohl ich vom Schachspielen keine Ahnung habe. Man verfolgt auch als schachunkundiger Leser gebannt die beschriebenen Partien und bewundert die Fähigkeit der Schachgenies, sich von Hunderten von Partien jeden einzelnen Zug zu merken und im Kopf nachzuspielen, eigene Partien nachträglich zu analysieren und nach Fehlern und alternativen Spielvarianten zu suchen. Ein beeindruckender Roman.

War diese Rezension hilfreich?

Ein spannendes und fesselndes Buch - auch für Nicht-Schachspieler. Es hat mich sehr berührt zu lesen, wie Elizabeth durch ihr Talent fürs Schachspielen feststellt, dass es etwas gibt, das sie kann und wie stark ihr Wille zu gewinnen ist. Auf der anderen Seite ist sie einsam und schon während ihres Aufenthaltes im Waisenhaus entwickelt sie eine Sucht nach Medikamenten und später auch nach Alkohol. Ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen und es hat mich auch nach dem Lesen noch sehr beschäftigt.

War diese Rezension hilfreich?

Nein, das ist nicht das Buch zur Serie. Walter Trevis, der Autor von "Damengambit", starb im Jahr 1984. Den Erfolg seines Romans als Netflix-Serie hat er, ebenso wie Netflix, Streaming, Serienbinging und andere Erscheinungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr erlebt. Mit seiner Hauptfigur Beth Harmon hatte er allerdings einiges gemeinsam: die Liebe zum Schach und das Suchtverhalten. Kann er gerade deshalb so nahe herankommen mit seinem Blick auf selbstzerstörerisches Verhalten, auf Pillenkonsum und Alkohol zum Frühstück? Wer Damengambit liest, ist sicherlich im Vorteil, wenn er oder sie wenigstens Grundkenntnisse im Schachspielen hat. Ich weiß vom Spiel der Könige gerade mal so viel, dass die Dame die wichtigste Figur ist und sich auch Bauern, Türme, Springer und ein König auf dem Brett tummeln. Nein, Ahnung haben sieht anders aus. Doch auch, wenn sich mir die Raffinesse von Schachduellen somit leider nicht voll erschließen kann, habe ich "Damengambit" sehr gerne gelesen. Denn mit Beth Harmon hat das Buch eine Protagonistin zwischen Genie und Abgrund, mit einer berührenden Geschichte und unglaublichem Ehrgeiz. Wie leicht könnte ein Autor hier in Kitsch abgleiten mit der Geschichte eines Waisenkindes, mit Pillen ruhiggestellt, das beim Hausmeister im Keller des Waisenhauses zum ersten Mal ein Schachbrett sieht und sofort von dem Spiel fasziniert ist. Geradezu spröde, ohne jede Gefühlsduselei beschreibt Trevis den tristen Alltag im Heim, das viel zu frühe Wohlgefallen an den Pillen, die zwar irgendwann mal von den Behörden verboten werden, auf die Beth aber mittlerweile nicht mehr verzichten will. Als sie im Alter von zwölf Jahren adoptiert wird, hat das Mädchen aus Kentucky gerade mal an der örtlichen high School gespielt, doch als ihre Adoptivmutter merkt, dass Schachturniere auch erhebliche Preisgelder einbringen können, unterstützt sie Beth´s Ambitionen. Doch so obsessiv die Begeisterung von Beth für das Schachspiel ist, so obsessiv ist auch ihr Umgang mit Beruhigungsmitteln und Alkohol. Zerstört sie ihr Potential, ehe sie es überhaupt entwickeln kann? Kann sie dem intuitiven Zugang zum Spiel eine Tiefe hinzufügen, die sie bei Begegnungen mit den Großmeistern des Spiels braucht, ganz besonders den Russen? Das amerikanische Schachtalent ist in Zeiten des Kalten Krieges plötzlich selbst eine Figur auf dem Brett der Großmächte - dabei will sie doch nur Schach spielen. Autor Trevis schafft es, bei Beschreibung von Schachpartien und der Vorbereitung Beths auf Turniere die Partien so zu beschreiben, dass auch Schachlaien in das Spiel gezogen werden. Intelligenz, mentale Stärke und Kampfgeist machen die Begegnungen zu echten Duellen voller Spannung. Mir ist es jedenfalls schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen.

War diese Rezension hilfreich?

Wie kann ein Hobby das Leben verändern? Wie sicherlich viele, bin ich über die Serie auf das Buch aufmerksam geworden. Gern wollte ich die Geschichte rund um Bett noch einmal nachlesen und habe mich daher für das Buch entschieden. Wie es oft der Fall ist, weichen Buch und Serie etwas voneinander ab. Schon die äußerliche Beschreibung bzw. das Selbstbild das sie im Buch hat passen nicht zusammen. Denn hässlich ist sie nun mit Abstand nicht! Ansonsten habe ich die Geschichte gern gelesen. Auch wenn die Spiele ab und an doch etwa ausufernd beschrieben wurden. Als kompletter Laie habe ich da nicht viel verstanden. Für Leute, die sich da etwas auskennen aber sicher interessant zu lesen. Alles in allem daher 4 Sterne von mir.

War diese Rezension hilfreich?

Elizabeth Harmon ist acht Jahre alt als ihre Mutter stirbt. Sie muss in ein Waisenhaus umziehen. Dort werden die Kinder mit grünen Pillen ruhig gestellt und wer aufmuckt, der bekommt den Riemen zu spüren. Wie gut, dass Beth weiß, wie sie die Aufseher täuschen kann. Sie hat nämlich für sich entdeckt, wie sie dem tristen Alltag für eine Weile entfliehen kann: Schach. Es stellt sich schnell heraus, dass sie ein Naturtalent ist. Schach wird ihre Leidenschaft und mit dem Spiel kann sie mehr als „nur“ ihren Lebensunterhalt verdienen. Dass #DasDamengambit schon vor so vielen Jahren veröffentlicht wurde, ist kaum zu glauben. Das Buch zeigt so viele aktuelle Probleme, mit denen nicht nur junge Menschen auch heute kämpfen. Sei es die Gefahr einer Tablettensucht, wenn man sich das Leben leichter machen möchte. Sei es vor Prüfungen oder als Hausfrau und Mutter, wenn Ruhe und Besonnenheit erforderlich sind. Gibt es keine Tabletten mehr, dann greift man halt zur Flasche, sprich dem „Seelentröster“ Alkohol. Ja, es gibt Menschen, die das verurteilen. Das ist aber zu einfach. Wer sich anmaßt, die Betroffenen in eine Ecke zu stellen und den Stab über sie bricht, der sollte sich zunächst ihre Beweggründe anhören. Das hat der Autor Walter Tevis wirklich sehr deutlich kommuniziert. Das Buch erschien 1983 in USA und wurde jetzt erst ins Deutsche übersetzt. Es ist wohl der Tatsache geschuldet, dass eine Serie den Bekanntheitsgrad von #DasDamengambit sprunghaft in die Höhe schnellen ließ. Der Titel ist übrigens eine Eröffnung im Schachspiel und alle, die sich gerne damit befassen, werden in dem Buch viele Anregungen für Spielzüge finden. Aber nein, es bietet keineswegs nur für Freunde vom Schach unterhaltsame Stunden. Die Sprache ist gehoben und so lebendig, dass ich in die Story eintauchen konnte. Fünf Sterne und eine absolute Empfehlung für alle, die gehobene Literatur mögen. #NetGalleyDE

War diese Rezension hilfreich?

Eines meiner liebsten Bücher in diesem Jahr und ich frage mich, warum ich nie zuvor auf dieses Buch gestoßen bin. Man kann nicht aufhören zu lesen, leidet mit Beth mit, hofft und bangt mit ihr. Auch für nicht Schachspieler ein Genuss.

War diese Rezension hilfreich?

Kannst du Schachspielen? Das Leben von Beth ist eher trist und trostlos, als sie nach dem Tod ihrer Mutter im Waisenhaus landet. Geborgenheit und Lebenslust geben ihr nur zwei Dinge, die merkwürdigen grünen Pillen und das heimliche Schachspielen mit dem Hausmeister. Auf die Frage "Kannst du Schachspielen?" antworte ich immer "Ich weiß wie es geht und habe es schon gespielt". Bei diesem Buch ist es wohl egal, zumindest hatte ich durch meine Grundkenntnis eine gewisse Vorstellung im Kopf. Aufmerksam auf das Buch bin ich durch die Serie geworden. Zwar kenne ich die Serie nicht, aber trotzdem bin ich neugierig geworden und weil ich immer lieber erst das Buch lese bevor ich eine Verfilmung ansehe, wollte ich hier mal einen Blick reinwerfen. Das Buch ist bereits 1983 erschienen, allerdings merkt man ihm sein Alter nicht an. Optisch eher unauffällig entwickelt sich Beth zu einer interessanten Persönlichkeit. Als Waisenmädchen hat sie kein leichtes Leben, doch sie bekommt immer wieder Chancen und weiß sie mehr oder weniger gut zu nutzen. Beth und die Schachfiguren stehen stark im Vordergrund, dadurch weichen die anderen Figuren im Buch sehr in den Hintergrund. Dennoch haben sie genug Platz, um Beths Leben mitzugestalten. Obwohl das Buch sehr schachlastig ist, wird es auf keiner Seite langweilig. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und werde mir vielleicht auch die Serie ansehen. Von mir gibt es 5 Sterne.

War diese Rezension hilfreich?

Ein Buch über ein Schachgenie, das vor langer Zeit schon geschrieben wurde und besondere Aufmerksamkeit verdient. Ihr Schicksal zwischen Ruhm und Drogen geht unter die Haut. Ich bin begeistert

War diese Rezension hilfreich?

Die Geschichte der fiktiven Schachmeisterin Beth Harmon überzeugte als Miniserie mit Spannung, psychologischer Komplexität, genialem Kostümbild – und wurde für 18 Emmys nominiert. Im Mai ist die deutschsprachige Übersetzung des Romans erschienen. Die Serienversion beeindruckt mit Farbpaletten, Kameraeinstellungen und vor allem Beths visueller Evolution zur Schachkönigin. Andererseits hält das Buch die psychologischen Feinheiten der Geschichte so treffsicher fest, wie es ein visuelles Medium ohne Innenperspektive einfach nicht bewerkstelligen kann. Beths unapologetische Ambition zur Schachkarriere, ihr gewähltes Außenseitertum, die Enttäuschung in der Substanzlosigkeit von 'Frauenclubs', infolgedessen die Positionierung als einzige Frau an der Tür zum 'Männerclub' – diese Etappen führen schließlich zur intrinsischen Selbsterkenntnis und universaler Anerkennung als Meisterin ihrer Disziplin. Beths Kampf findet nicht nur am Schachbrett, sondern auf allen Existenzebenen einer Frau innerhalb den Strukturen einer patriarchalen Gesellschaft statt. Tevis bindet das gesamte Potential dieser Geschichte hervorragend ineinander: Die Entwicklungsgeschichte eines starken Individuums, das in jungem Alter mit Verlusttraumata und Suchverhalten konfrontiert wird, die Tücken und Hindernisse einer Existenz als überdurchschnittlich talentierte Frau in einer von Männern dominierten Sphäre, der unerwartet reizende Nervenkitzel und die unglaublich komplexen strategischen Nuancen eines Schachspiels. "Das Damengambit" ist ein emotional kluger, psychologisch ausgefeilter, auf einer Sachebene tiefgründiger Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

War diese Rezension hilfreich?

Elisabeth, genannt Beth, kommt mit acht Jahren in ein Waisenhaus. Der Hausmeister bringt ihr Schach bei. Darin findet sie Zerstreuung und Herausforderung. Ihre andere Leidenschaft sind die Beruhigungspillen, die die Kinder täglich erhalten. Als sie beim Diebstahl dieser Glücklichmacher erwischt wird, wird ihr das Schachspielen als Strafe untersagt. Mit 12 Jahren wird sie adoptiert. Der Vater macht sich aus dem Staub, mit der Mutter kommt sie klar. Nun darf sie wieder Schach spielen. Sie gewinnt ein Turnier nach dem nächsten, wird US- Meisterin und spielt als einzige Frau auf diesem Niveau. Die Situation ist belastend. Doch dann entdeckt sie, dass ihre Mutter auch diese netten, grünen Pillen nimmt. Dieses Buch erzeugt eine Spannung, die manchem Krimi guttun würde. Ich hätte nie geglaubt, dass man so interessant und mitreißend über Schach schreiben kann. Auch wenn ich keine Ahnung von Schach habe, hat mich keine Seite gelangweilt.

War diese Rezension hilfreich?

Sicherlich eines meiner Highlight in diesem Frühsommer. Beth Harmon wächst in den 50er Jahren in einem Waisenhaus auf, in dem ihr vom Hausmeister Schach beigebracht wird. Schnell entdeckt Beth ihre Faszination für das Spiel und der Hausmeister ihre außergewöhnliche Begabung. Vom Leben im Waisenhaus gebremst kann Beth erst Jahre später ihre Karriere als Schachwunderkind aufnehmen. Dann aber gewinnt sie Turnier um Turnier. Aber sie hat eine Achillesferse... Wunderbar erzählt, mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen. Drama und Karriere um und von Beth halten sich so gut die Waage, dass man das Buch förmlich inhaliert.

War diese Rezension hilfreich?

Beth kommt als Waise in ein Waisenhaus und lernt dort heimlich beim Hausmeister Schach spielen. Er erkennt recht schnell, welches Ausnahmetalent Beth besitzt und versucht sie zu fördern. Beth hat nun gegen zwei Süchte anzukämpfen: Zum einen gegen Pillensucht, verursacht durch die tägliche Gabe von Beruhigungspillen im Waisenhaus und zum anderen gegen ihre Spielsucht, denn das Schachspiel bestimmt auch ihr weiteres Leben. Beth wird adoptiert und obwohl ihre neue Familie nichts mit dem Schachspiel anfangen kann, kämpft Beth dafür dieses Spiel zu spielen…. Auch für Nichtkenner des Schachspiels ein wunderbarer Roman mit viel Atmosphäre….. Lesenswert!

War diese Rezension hilfreich?

Wer denkt Schach wäre langweilig und kein Sport wird in diesem Buch eines besseren belehrt! Auch ohne mehr als die Grundzüge zu beherrschen ist es wie ein spannender Thriller zu lesen und man verfolgt jedes Spiel und Tunier von Beth gespannt und begleitet Sie auf ihren Jöhen und Tiefen! Tolles Buch und sehr zu empfehlen

War diese Rezension hilfreich?

Bewegt sich meisterhaft zwischen Schönheit und Obsession für Schach und bildet insgesamt mein bisheriges Jahreshighlight!

War diese Rezension hilfreich?

Eine Leselektüre, die wir nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonistin zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann.

War diese Rezension hilfreich?

Ich hatte schon vieles über die Serie gehört, habe sie aber bisher nicht gesehen. Trotzdem freute ich mich, dass das Buch bei Netgalley als Rezensionsexemplar verfügbar war. Ich wollte wissen, was hinter dem "Hype" steckt. Für mich war es ein Buch, durch das ich flott durchgekommen bin, es war ein dramaturgisch gut gestalteter Schmöker. So aufregend, wie er in den Medien dargestellt wurde, fand ich den Text aber nicht. Rezi enthält Spoiler. Worum geht es? Beht verliert bei einem Autounfall ihre Mutter und kommt ins Waisenhaus. Sie knüpft Kontakt zum Schwarzen Mädchen Jolene - eine zwiespältige Beziehung. Einerseits kommen die beiden gut aus und respektieren sich. Dieses Vertrauen spielt später eine wichtige Rolle. Andererseits übertritt Jolene Grenzen und kritisiert sie. Einen Ausweg aus dem streng durchgetakteten, öden Alltag, in dem die Kinder mit Beruhigungsmitteln betäubt werden, bietet sich Beth, als sie den Hausmeister beim Schachspielen beobachtet. Und dadurch entfacht eine Leidenschaft, die ihrem Leben eine Richtung gibt. Meine Meinung Mich hat fasziniert, dass Beth ein Wunderkind, aber bodenständig ist. Während Schachspieler, reale und fiktive, in den Medien oft als Sonderlinge dargestellt werden, die außer Schach wenig andere Themen kennen und/oder unter psychischen Krankheiten leiden, verleiht der Autor seiner Figur menschliche Züge. Beth hat ihre Periode, sie verliebt sich und hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Adoptivmutter Alma. Diese symbolisierte für mich auch Kritik am Frauenbild der 60er Jahre, in der die Hausfrau von ihrem Mann erst ignoriert, dann verlassen wird und die schließlich an einem gebrochenen Herzen (oder anderen Krankheiten) stirbt, weil sie sich nicht aufraffen konnte, ihre Wünsche zu erfüllen. Alma nutzt Beths Talent, um beider Leben zu finanzieren, aber sie ist nicht herrisch, sondern resigniert. Beth muss arbeiten, muss Partien studieren und wird auf manche Tuniere sogar von ihren Schachfreunden vorbereitet. Das Einzige, womit sie nicht umgehen kann: dem Verlust. Im Schach und der Realität. Die Sucht ist im Buch ein Teil der Figur, aber sie dominiert sie nur phasenweise. Beth hat, besonders bei Alkohol, eine hohe Toleranz - wenn sie konsumiert, dann benötigt sie viel, um vergessen zu können. Aber sie weiß auch, dass die Nachwirkungen der Tabletten ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und nimmt sie mit Bedacht. Einen Absturz erlebt Beth nach dem Tod Almas, weil sie traurig und überfordert ist. Sie kämpft sich aber aus diesem Tief heraus. Beth hat wenig eigene Meinung, sie isst gern gut und weiß den Luxus, der ihr als Kind verwehrt blieb, zu schätzen. Aber sie interessiert sich nur wenig für Politik und Gesellschaft. Das Thema Feminismus wird nur erwähnt, als eine Reporterin mit ihr über Mode und Männer sprechen möchte und als Beth später erklärt, es solle keine Rolle spielen, dass sie eine Frau ist. Letztlich zeichnet "Queen's Gambit" auch ein Portrait des Amerika der 50er und 60er Jahre - mit Fertiggerichten, Kaltem Krieg und einer beginnenden Bürgerrechtsbewegung. Und Frauen. Auch die Spannung funktioniert im Buch: Wir verfolgen den Aufstieg unserer Heldin mit all den Spolpersteinen, sehen sie später fallen und wieder aufstehen. Bis zum versöhnlichen Ende. Das war sehr gekonnt. Die Schachnotationen im Buch habe ich übersprungen, weil ich kein Schach spielen kann. Ich habe die Handlung trotzdem verstanden und konnte gut mitfühlen. Für mich waren sie ein Bonus-Level, denn zwischen den Zügen transportiert der Text Gefühle - sie sind mehr als eine Sachinformation, sondern stimmig eingebunden. Fazit "Das Damengambit" war für mich ein kleiner Glanzpunkt, weil es mit wenigen Klischees auskommt und nicht übertrieben dramatisch ist. Es zeichnet eine Frau, der ich mich gut annähern konnte, weil sie ein Genie, aber nicht "abgehoben" ist. Beth ist eine Heldin, die den Umgang mit Gefühlen lernen muss, aber sie weiß, was sie will. Ob Schach jedoch der Ausweg aus der Sucht oder das stärkere Suchtmittel ist, darüber kann man gut nachdenken.

War diese Rezension hilfreich?

Dieses Buch hat mich mit dieser spannenden Geschichte und Entwicklung der jungen Protagonistin bis zur letzten Seite gefesselt. Obwohl ich kein Schach spiele und mich nie wirklich dafür interessiert habe, ist dieses Buch sehr interessant und macht einen neugierig auf dieses Spiel oder besser gesagt Sport.

War diese Rezension hilfreich?

Buchtitel: Das Damengambit Autor: Walter Tevis Verlag: Diogenes ISBN: 9783257071610 Ausgabe: E-Book Erscheinungsdatum: 26.05.2021 Inhalt: "Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage." Meinung: Vorneweg möchte ich sagen, dass ich das Buch gelesen habe, bevor ich die Mini-Serie auf Netflix gesehen habe und ich muss sagen, dass das im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung war. Kommen wir aber auch schon zum Text. Dieser hat mich gleichermaßen schockiert als auch begeistert. Zwar kenne ich mich persönlich nicht sonderlich gut aus, da ich es noch nie aktiv gespielt habe, jedoch waren selbst die Passagen, in denen Schach gespielt wurde, irrsinnig interessant. An der Stelle habe ich mich immer einmal wieder gefragt, wie genau und nah an der Realität denn die Beschreibungen der Schachspiele sind. Doch auch die restliche Geschichte rund um Beth Harmon und ihren Drogen- und Alkoholkonsum, sowie auch ihre Familien- und Männergeschichten, finde ich irrsinnig gut geschrieben. An manchen Stellen musste ich wirklich hart schlucken, denn diese waren durchaus grausam. Was mich hierbei gestört hat, war der einfach so nebenbei abgehandelte Missbrauch von einer Mitbewohnerin im Waisenhaus. Dass das einfach so unter den Teppich gekehrt und fast schon als selbstverständlich im Buch behandelt wurde, fand ich durchaus heftig. Das allgemeine Spielen mit dem Frauenbild in einer Männer dominierten Welt, finde ich unglaublich gut gemacht. Selbst Beth, die eine unheimlich starke Persönlichkeit hat, zerbricht regelrecht an allem. Generell muss ich sagen, dass ich die Protagonisten fast durchwegs unsympathisch auf mich gewirkt haben. Selbst Beth fand ich teilweise recht unmenschlich und vor allem zu erwachsen für ihr Alter, was vermutlich daran liegt, dass sie ein Wunderkind oder eher eine Hochbegabte darstellen sollte. Der Schreibstil ist einerseits recht angenehm, aber auch anspruchsvoll, was auf jeden Fall passend für dieses Buch ist. Trotz der Tiefgründigkeit, welche durchaus auch zwischen den Zeilen vorhanden ist, habe ich das Buch aufgrund des doch lockeren Schreibstils innerhalb weniger Stunden beendet. Fazit: Insgesamt würde ich sagen, dass es ein wirklich schockierendes und zeitgleich gutes Buch ist, welches ich an keine LeserInnen mit schwachen Nerven weiterempfehlen würde. Für alle Anderen ist das eine glatte Leseempfehlung!

War diese Rezension hilfreich?

Bisher hat mich Schach nie interessiert. Als ich ca. 8 Jahre alt war, hat mein Großvater versucht es mir bei zu bringen, ich bin kläglich gescheitert und damit war das Thema für mich gegessen. Das ein Roman, der zu sehr großen Teilen aus Schachspielbeschreibungen besteht, derart spannend sein könnte hat mich sehr überrascht, schon bei der Verfilmung hatte ich nicht erwartet so gefesselt davor zu sitzen. Mit Beth Harmon hat Walter Tevis ein Mädchen erschaffen, die nicht die unbedingt sympatischsten Charakterzüge hat, aber in die man sich dennoch schnell verliebt. Ihr Lebensweg ist gut beschrieben, immer in sich stimmig und doch nicht vorhersehbar. Ein wunderbares Buch.

War diese Rezension hilfreich?

Daten: AutorIn: Walter Tevis Verlag: Diogenes ISBN: 9783257071610 Bewertung: 4 Sterne Klappentext: Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage. Auf Netflix bin ich ein Star. Viele KonsumentInnen meiner Serie, führt es anschließend geradewegs zur Literatur. Meine Geschichte scheint sehr inspirierend zu sein. Ich bin Beth Harmon. Ein Waisenkind, mit einer Vorliebe für grüne Pillen und Schach. Ich mag das Waisenhaus nicht. Schach hilft mir, alles und jeden um mich herum zu vergessen. Zumindest am Tag. Nachts kann ich nicht schlafen. Nicht ohne die grünen Pillen. Ich habe keine Pille geschluckt, als mich eine der anderen Mädchen berührt hat. Ich habe es in meiner Geschichte nie thematisiert, jedoch hat sich das nicht gut angefühlt. Auch Jahre später, macht das noch etwas mit mir und man würde es heutzutage als Vergewaltigung bezeichnen. Mir wäre es lieber, man hätte das nie eingebaut oder zumindest so verfasst, dass es nicht wie eine Nichtigkeit erscheint. In einer von Männern dominierten Welt, setzt man sich nicht von heut auf morgen durch. Ich habe Jahre damit verbracht, mir einen Ruf aufzubauen und meine Strategien zu perfektionieren. Seit ich mit Schach an Wettbewerben teilnehmen und Geld gewinnen kann, ist mir sogar meine sonst so passive Adoptivmutter eine Hilfe. Wir reisen viel. Zugegeben, ich nehme noch heute Pillen und konsumiere nicht gerade wenig Alkohol, jedoch hilft mir beides, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das mag nicht jeder gut finden, dessen bin ich mir bewusst. Meine Geschichte mag nicht für jeden etwas sein, da ich viel über Schach nachdenke, rede und meine Züge setze. Schach ist halt mein Leben und das merkt man auch, wenn man bedenkt, wie weit ich gekommen bin. Ich spiele ganz oben mit und werde bewundert. Nicht, dass das eine Rolle spielt. Ich weiß, dass ich talentiert bin. Und dennoch scheine ich nicht so talentiert zu sein, um meine Leidenschaft auszuleben und währendessen auf mich zu achten. An manchen Tagen, zerbreche ich innerlich an diesen enormen Druck und meinen Schicksalsschlägen. Schockierende Aussage von jemanden, der in der Storyline durchweg Erwachsen wirkt, richtig ? Zu erwachsen, würden manche unter euch jetzt sagen. Viele Menschen finden mich unsympathisch und lassen kein gutes Haar an mir oder meinem Umfeld. Es ist nicht meine Aufgabe, sympathisch zu sein, sondern zu gewinnen. Dafür lebe ich.

War diese Rezension hilfreich?

Ich kann (leider) kein Schach spielen und die Netflix-Serie war mir nicht bekannt. Trotzdem fand ich das Buch total spannend und interessant erzählt.. Eine wirklich aussergewöhnliche Geschichte!

War diese Rezension hilfreich?

Ich hab mir tatsächlich etwas anderes darunter vorgestellt, und bin so nicht wirklich in die Erzählung rein gekommen. Dennoch vielen Dank für die Möglichkeit die Geschichte lesen zu dürfen.

War diese Rezension hilfreich?

"Das Damengambit" ist im Original als "The Queen's Gambit" bereits 1984 auf Englisch erschienen. Die deutsche Übersetzung des Buches hat dagegen bis dieses Jahr auf sich warten lassen. Der Auslöser dafür, dass das Buch Jahrzehnte später noch übersetzt wurde, liegt an der gleichnamigen Serienadaption, die 2020 auf Netflix erschienen ist und einen regelrechten Hype ausgelöst hat Ich selbst habe die Serie auch kurz nach ihrem Erscheinen gesehen und kannte Beth Harmons Werdegang damit bereits bevor ich das Buch nun gelesen habe. Die Serie war auch bei mir - wie vermutlich bei vielen anderen auch - erst der Grund dafür, dass ich überhaupt Interesse daran hatte, das Buch zu lesen. Wie die offizielle Inhaltsangabe vermuten lässt, dreht sich das Buch hauptsächlich um Schach. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Protagonistin Beth Harmon, die wir zunächst noch als Kind in einem Waisenhaus kennenlernen, in dem sie erstmals dank des Hausmeisters in Berührung mit dem Schachspiel kommt, was ihr Leben für immer verändert. Im weiteren Verlauf können wir Beth dabei begleiten, wie sie nicht nur allmählich erwachsen wird, sondern auch, wie sie zu einer fast unschlagbaren Schachmeisterin ist und sich dadurch einen Namen auf der ganzen Welt macht. Ich war (positiv) überrascht, wie sehr sich die Serienadaption an die Buchvorlage hält. Bis auf einige kleinere Veränderungen, habe ich beim Lesen nahezu jedes Mal die entsprechenden Szenen aus der Serie vor den Augen. Das hat einerseits natürlich zu einigen schönen Erinnerungen an die Serie geführt, andererseits hielt die Handlung dadurch für mich verständlicherweise keinerlei Überraschungen parat, da ich schon wusste, welche Charaktere auftauchen und ob es Beth bis zum Schluss gelingt, ihren grössten russischen Schachgegner endlich zu besiegen. Der Schreibstil ist sehr nüchtern und emotionslos gehalten. Vermutlich hätte ich damit Mühe gehabt, wenn ich zuvor nicht die Serie gesehen hätte, denn dadurch wusste ich, dass der Erzählstil einfach absolut zu Beths Charakter passt. Durch die kurzen und einfachen Sätze liest sich das Buch sehr kurzweilig und man schreitet schnell in Beths Leben voran, das immer wieder von schweren Schicksalsschlägen und ihrer Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln (und später einem auch einem anderen Suchtmittel als Ersatz dafür) geprägt ist. Viele Szenen widmet sich natürlich auch dem Schachspiel, die manchmal sehr detailliert geschildert werden, sodass man über mehrere Abschnitte zu lesen bekommt, welche Figuren in Beths Spielen auf welches Feld gerückt werden. Als absoluter Schach-Laie konnte ich mir darunter natürlich nicht wirklich etwas bildlich darunter vorstellen, sodass die Szenen für mich persönlich eher überflüssig waren, aber gleichzeitig natürlich auch für die notwendige Authentizität gesorgt haben. Als Kritikpunkt bleibt zu erwähnen, dass mir manchmal etwas die Tiefe gefehlt hat, denn der Autor geht über viele emotional schwierige Momente ziemlich schnell hinweg. Ich hätte mir anstelle der vielen Beschreibungen der Schachspiele manchmal etwas mehr emotionalen Tiefgang gewünscht. Das war dann auch der Grund, weshalb ich letztendlich nicht die volle Sternanzahl vergeben konnte. Insgesamt hat mich das Buch aber gut unterhalten. Fazit: "Das Damengambit" ist die Buchvorlage der gleichnamigen Netflix-Serie, die ich mir vor einigen Monaten begeistert angesehen habe. Die Serienadaption hält sich sehr stark an die Handlung im Buch, weshalb grosse Überraschungen beim Lesen natürlich ausgeblieben sind. Wie der Titel des Buches vermuten lässt, dreht sich die Handlung hauptsächlich um das Schachspielen, was aber durch private Momente aus dem Leben der Schach-spielenden Protagonistin dennoch interessant zum Verfolgen ist. Mir hat nur manchmal durch den eher einfachen und emotionslosen Schreibstil die Tiefe bei emotionalen schwierigen Szenen gefehlt. Aber insgesamt eine empfehlenswerte Geschichte. Die Serie hat mir aber noch einen Tick besser gefallen.

War diese Rezension hilfreich?

Ein toller Schreibstil und ich hatte sofort all die schönen Gefühle wie aus der Serie wieder. Bloß das Beths Leben noch besser durchleuchtet wurde. Man erfährt unheimlich viel über die Schachpartien und es ist wirklich verblüffend, wie präzise diese dargestellt wurden.

War diese Rezension hilfreich?

Habe das Buch nur abgelesen und bin dann auf das Hörbuch umgestiegen welches mir sehr gut gefallen hat, gute Schilderungen, Flair, mitten drinnen im Schachzug

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: