Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau

Roman

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Erscheinungstermin 11.02.2021 | Archivierungsdatum 01.08.2021

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Zum Inhalt

Ausgezeichnet mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis 2021

Von der Poesie des Plattenbaus, der ersten Liebe, weißen Zwergen und blauen Riesen: Ein Debütroman voller Einfühlungsvermögen, Witz und Melancholie

Seitdem er klar denken kann, und das ist im Sommer 1994 erst seit einigen Monaten der Fall, sammelt Sascha Labude, ein etwas verträumter 13-Jähriger, einzigartige Wörter. Wie zum Beispiel Ling, ein Wort, das aus China stammt und das Geräusch beschreibt, wenn zwei Jade-Steine aneinanderschlagen. Dabei gibt es in Klein Krebslow, der Plattenbausiedlung, in der Sascha und sein bester, klavierspielender und Elton-John-verehrender Freund Sonny aufwachsen, eigentlich nur Beton und ein paar Kiesel.

Und auch sonst ist Saschas Leben relativ ereignislos, sofern man außer Acht lässt, dass das alte Land untergegangen und Saschas Vater verstummt ist, und dass die Pawelkes, die scheußlichsten Schläger der Siedlung, im selben Aufgang wohnen wie er.

Doch dann zieht Juri nach Klein Krebslow. Ein geheimnisvolles Mädchen, das alles über die Sterne und die Entstehung des Universums zu wissen scheint. Nur wo sie selbst herkommt, darüber will sie nichts erzählen. Als Sascha und Juri zufällig beobachten wie die Pawelkes den alten Irren zusammenschlagen, einen Mann, über den viele Gerüchte durch die Siedlung geistern, beginnt für die zwei ein alles verändernder Sommer, nach dem kaum noch etwas so ist wie es einmal war.

»Mit viel Einfühlungsvermögen, Witz und Melancholie erzählt Björn Stephan in seinem Debüt von der ersten Liebe und dem Aufwachsen in den Ruinen eines verschwundenen Landes. Der Held sucht nach besonderen Worten, sein Autor hat sie immer wieder gefunden.« Benedict Wells

»Ein Buch, das es schafft, gleichzeitig zeitlos und nostalgisch zu sein. Kaum hat man sich versehen, hat es sich mit seiner zärtlichen Melancholie direkt ins Herz geschlichen.« Alina Bronsky

Ausgezeichnet mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis 2021

Von der Poesie des Plattenbaus, der ersten Liebe, weißen Zwergen und blauen Riesen: Ein Debütroman voller Einfühlungsvermögen, Witz und Melancholie
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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783869712291
PREIS 22,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein außergewöhnlicher Sommer in einer Plattenbausiedlung der 90er Jahre.
Björn Stephan schreibt in einer sehr poetischen Sprache über die
Freundschaft dreier Jugendlicher, erste Liebe und ihre Träume.

Sascha sammelt einzigartige Wörter, Sonny will Musiker werden und Juri beeindruckt alle mit ihrem Wissen über das Universum.
Wenn Sie schon immer mal wissen wollten was "Mamihlapinatapai" bedeutet, wer die erste Frau im Weltall war
oder wie die Musik von Tariverdiev klingt, liegen Sie mit diesem Buch genau richtig.

All-Age-Literatur.

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Ausgehend vom Titel würde man hinter „Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau“ wohl etwas anderes erwarten als das, was Björn Stephan dann so schreibt.

Die Geschichte spielt in den 1990er Jahren in einer Plattenbausiedlung, genauer Klein Krebslow. Dort begegnen wir Sascha Labude, einem etwas eigenwilligen 13-Jährigen. Sein Leben verläuft relativ ereignislos, ist seine liebste Beschäftigung doch das sammeln einzigartiger Wörter. Befreundet ist Sascha mit Sonny, der Klavier spielt und Elton John verehrt – auch nicht so ganz „normal“ … bis auf den Stress mit den Pawelkes plätschert beider Leben so dahin. Doch damit ist es vorbei, als Juri in die Plattensiedlung zieht. Juri ist geheimnisvoll (das pflegt sie aber auch) und kennt sich mit Universum und Sternen aus und ist auch sonst so belebend. Und dann passiert eines Tages etwas, das Saschas und Juris Leben von Grund auf verändern soll.

Wie soll man das Buch abgesehen von dieser Handlungsskizze beschreiben? Am auffälligsten ist sicher die Sprache: Die ist ungewöhnlich, aber nicht, weil sie hochgradig literarisch wäre, sondern vermutlich weil der Autor sie aus dem Mund eines 13-Jährigen fließen lässt, der ungewöhnliche Wörter sammelt, also offenbar in Sprache verliebt sein muss. Der Ton ist eher melancholisch. Die Geschichte selbst reißt einen nicht zwingend vom Hocker: es geht um Jugendliche, deren triste Welt sich gerade zu wandeln scheint (schließlich spielt die Geschichte kurz nach der Wende) – und das mitten in der Pubertät, wo es darum geht, was man vom Leben erwartet, sich erstmals verliebt und sowieso alles seltsam ist. Grundvoraussetzung für eine bereichernde Lektüre: man sollte Sprache lieben – wenn man sich dann noch dafür interessiert, wie Jugendliche die Zeit kurz nach der Wende erlebten, lohnt es allemal, dem Buch eine Chance zu geben.

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Eine schöne und nostalgische Geschichte einer Jugend, verbracht in einer Plattenbausiedlung. Sascha erzählt verträumt und rührend, was alles passiert als er 13 war: sein bester Freund, den er nicht immer verstehen kann, seine Zuneigung zu Juri, die ein großes Faible zum Weltraum hat, und die Geschehnisse um Herr Reza, die Juri und ihn zuerst näher und am Ende auseinander bringen. Es ist ein großartiger Jugendroman, welcher sicherlich auch viele andere Altersklassen gefallen wird. Ich fand es wunderbar, wie die Geschichte erzählt wurde. Aus der Sicht der Jugend, unbeschwert und etwas naiv; jemand, der gerade erst versteht wie die Welt aufgebaut ist und funktioniert.
Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern aus der Sicht von Jugendlichen versucht das Buch weniger zu belehren, sondern stellt die Welt offen dar. Die kleinen Referenzen überall fand ich sehr passend gewählt und die Vergleiche fand ich großartig. Wie Herr Reza über die Gerechtigkeit sinniert. Oder wie Juri Sterne mit Menschen vergleicht. Oder wie einem bewusst wird, wie klein ein Mensch im Vergleich zum Universum ist und doch so vieles verändern kann.
Es war ein ganz toller Roman mit einem noch besseren Hauptcharakter.
Nur ein kleiner Kritikpunkt noch: Auch wenn ich die Art und Weise wie zwischen 2019 und der Vergangenheit erzählt wurde interessant fand, waren die Abschnitte von 2019 aus meiner Sicht auch etwas überflüssig, da in den Teilen von 2019 zu wenig passiert, sodass hier im Gegensatz zur Vergangenheit gefühlsmäßig nichts ausgelöst wurde.

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Björn Stephans Buch "Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau" beschreibt in sehr leisen Tönen die Beinahe-Liebesgeschichte zwischen dem Protagonisten Sascha und dem Mädchen Jenny, genannt "Juri", die eines Tages in der Plattenbausiedlung im Nirgendwo auftaucht, in der Sascha mit seiner Familie wohnt.
Besonders gefallen hat mir, die Schilderung der Personen, die in diesem Mikro-Kosmos leben, in dem jeder eine feste Rolle zu haben scheint.

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Jenni Köhn ist zur Beerdigung ihrer Mutter nach Klein Krebslow zurückgekommen. Sie muss schon länger nicht mehr in der Siedlung gewesen sein und findet in der Wohnung einen an sie adressierten Umschlag mit einem Manuskript. Jennis Jugendfreund Sascha hat im Alter von 15 Jahren die Geschichte des Sommers zwei Jahre zuvor niedergeschrieben, als Jenni kurz nach der Wende neu in seine Klasse kam. Der Physiklehrer Gröhnwald fragte damals nach dem Unterschied zwischen Wissen und Annahmen und wie man eine Annahme beweisen könnte. Kurz nach der Wende muss das eine nahezu revolutionäre Frage gewesen sein, die Gröhnwald mit dem Hinweis krönte, seine Schüler sollten nicht alles glauben, was in irgendwelchen Büchern zu lesen ist. Gröhnwalds Frage läutete einen fulminanten Vortrag der neuen Schülerin über das Weltall ein, die Lehrer und Schülern den Mund offen stehen ließ. Jenni, fasziniert vom Thema Raumfahrt, nannte sich nach Gagarin „Juri“, obwohl ihr Idol eigentlich Walentina Tereschkowa war. Juris selbstbewusster Auftritt konfrontiert Sascha damit, dass Wissensdurst nicht peinlich sein muss und offenbar auch andere Menschen für ein Thema brennen. Sascha sammelt in einem Notizbuch ungewöhnliche fremdsprachliche Wörter, für die es keine deutsche Übersetzung gibt. Er und sein bester Freund Sonny gelten in der Siedlung bisher als Luschen. Das könnte sich in Sonnys Fall bald ändern, falls er mit einem selbst komponierten Song den Wettbewerb gewinnt, auf den er sich gerade vorbereitet. Der Stadtteil Klein Krebslow versprach seinen Bewohnern einmal ungewohnten Komfort, gerät nach der Wende jedoch in eine Abwärtsspirale aus Abwanderung, Zerfall und Gewalt. Die Ernüchterung der Erwachsenen über das neue politische System wird Jüngeren erst allmählich bewusst.

Juri öffnet Sascha die Augen für die Welt außerhalb seines Kinderzimmers, als sie ihn „Herrn Reza“ vorstellt, der ein vollendet altertümliches Vokabular pflegt. Offenbar haben sich hier zwei Wörterfinder getroffen. Juri und Herr Reza bieten Sascha ein völlig neues Universum und einen anderen Blickwinkel auf Erwachsene. Die Spirale aus Resignation und Gewalt im Viertel führt schließlich zur „Monsterkatastrophe“, nach der Juri damals verschwunden ist. Während die erwachsene Juri sich durch Saschas umfangreiches Manuskript arbeitet, habe ich mich gefragt, ob es eine alternative Sichtweise auf die Ereignisse geben könnte.

Juris Besuch in ihrer alten Heimat liefert die Rahmenhandlung zu einer anrührenden Coming-of-Age-Geschichte, erzählt aus der Ichperspektive eines damals 13-Jährigen. Björn Stephans Roman überzeugt mit sensiblem Blick auf eine Jugend kurz nach der Wende und authentisch ostdeutschem Wortschatz.

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Zwar habe ich etwas Anderes erwartet, bin aber trotzdem begeistert!
Sascha, Sonny und Juri, alle um die 13, in einer typischen Plattenbausiedling der DDR sind sehr unterschiedlich und trotzdem dick befreundet. Während die Erwachsenen in ihrer Welt noch an den neuen Umständen knabbern (die DDR ist gerade Geschichte, vieles hat sich verändert, Gewissheiten werden infrage gestellt), werden die drei langsam von Kindern zu Jugendlichen. Sie werden konfrontiert mit schwierigen Familienverhältnissen, Rechtsradikalismus, aber auch der ersten Liebe und der Kraft ihrer Freundschaft.

Rückblickend erzählt Sascha in Briefform von dem einen Jahr ihrer Freundschaft und Juri, in die er damals verliebt war, liest das in der Gegenwart. Ob ihre Erinnerungen an diese sehr prägende Zeit übereinstimmen?
Die Perspektive Juris in der Gegenwart hätte etwas mehr ausgearbeitet sein dürfen, sie blieb mir doch recht fremd. Da der deutlich größere Teil aber der wunderschön erzählte Rückblick ist, mindert es das Lesevergnügen insgesamt nicht. Gut gefallen hat mir auch, daß Bilder und handschriftliche Eintragungen eingestreut wurden. Es hat mich von der Stimmung her an "Tschick" erinnert und ich kann es mir sehr gut auch für ältere Jugendliche vorstellen. Stichwort Coming-of-Age-Roman. Es ist gleichermaßen ernst wie humorvoll und ich werde es gern empfehlen!

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Ein wundervoller und poetischer Roman über den Nachhall einer vergangenen Zeit. Im Zentrum der Handlung steht Sascha, der besondere Wörter sammelt. Sein Freud Sonny ist Elton John Fan. Ihr Leben ist recht profan bis Juri in die Nachbarschaft zieht, die sich für Sterne interessiert und alles verändert. Es macht einfach Spaß das Buch zu lesen. Die Figuren sind einzigartig und sehr lebendig. Die triste Umgebung ihres Lebens sorgt gleichzeitig für einen besonderen Spirit. Der Schreibstil ist prosaisch und besonders. Auch das Cover gefällt mir. Ich bin von dem Buch hingerissen und vergebe deshalb volle Punktzahl.

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Dieses Buch wollte ich vor allem wegen der Figuren lesen. Wegen Sascha, der Wörter in einem geheimen Buch sammelt und wegen Juri, die alles über das Weltall zu wissen scheint. Erwartet habe ich eine süße Geschichte, bekommen habe ich so viel mehr!

Diese Geschichte spielt kurz nach dem Mauerfall. Sascha lebt erst seit kurzem im Westen und ist immer noch fasziniert von Cola, verschiedenen Zigarettensorten und Süßigkeiten. Normalerweise hasse ich es ja, wenn ein Autor Marken immer wieder nennt - hier wirkte das aber authentisch. Sascha ist einfach begeistert von all dem, was es jetzt in seinem Leben gibt und will zeigen, dass seine Familie dieses Zeug hat. Also würde ich das hier mal durchgehen lassen, nach dem Motto: "Ausnahmen bestätigen die Regel."

Die zwei Protagonisten sind liebevoll gestaltet. Es hat mir Spaß gemacht, sie zu begleiten. Gerade Juri ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie möchte gerne als stark gesehen werden, hat Zivilcourage und lässt sich nichts gefallen. Doch schnell wird mir als Leserin klar, dass vieles davon nur Fassade ist und Juri eigentlich ein sehr sensibler Mensch ist.
Sascha ist da anders, seine Schwächen bekommen wir von Anfang an mit. Das liegt vielleicht auch daran, dass er der Erzähler der Geschichte ist. Er hat es definitiv nicht leicht im Leben. Da sind diese Schläger, sein bester Freund Sonny, der Elton John verehrt und eigentlich nur an sich selbst denkt, und die Tatsache, dass eigentlich jeder außer ihm raus aus der Plattenbausiedlung will. Sonny, seine Eltern, auch seine neue Klassenkollegin Juri, in die sich Sascha sofort Hals über Kopf verliebt. Und dann ist da natürlich noch der Mauerfall - ein historisches Ereignis, das damals wirklich prägend gewesen sein muss.

Dieses Buch hat mich begeistert. Der Schreibstil ist wunderschön, die Figuren mit viel Liebe zum Detail gestaltet und die Geschichte selbst konnte mich fesseln. Auf jeden Fall ein großes Lob an den Autoren und den Verlag.

Mein Fazit? Klare Leseempfehlung!

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Ein Buch und eine Geschichte die mit Sprache ein Bild zeichnet, dass selbst Picasso neidisch gewesen wäre. Ich kann nicht beschreiben wie sehr ich mich in dieses Buch verliebt habe. Es hat mich ein bisschen an 'Hard Land' von Benedict Wells erinnert. Aber irgendwie ganz anders.
Viele Sätze in diesem Buch habe ich mir markiert. Sie sind so voller Großartigkeit und Weisheit, dass ich mir gewünscht habe das Buch würde nie enden.

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Sommer 1994: Sascha Labude sammelt neue und ungewöhnliche Wörter in einem braunen Notizbuch - Wörter für besondere Gefühle, für atmosphärische Stimmungen, für Erfahrungen für die es im Deutschen keinen eigenen Begriff gibt. Und zugleich sammelt der 13jährige aus der Plattenbausiedlung Klein Krebslow in der ehemaligen DDR auch tatsächlich neue Erfahrungen. Die Erfahrung, sich in ein ganz außergewöhnliches Mädchen zu verlieben, das ihm das Gefühl gibt, nicht länger "unsichtbar" zu sein. Die Erfahrung, fast den besten Freund - einen ziemlich selbstverliebten, erklärten Elton-John-Fan - zu verlieren, weil der sich in seine Musikleidenschaft zu verrennen droht. Die Erfahrung, mit den berüchtigten Schlägertypen des Viertels in Clinch zu geraten. Die Erfahrung, von einem scheinbar weltabgewandten und schrullig anmutenden älteren Mann viel Lebensweisheit zu lernen und dadurch wichtige Schritte in Richtung Selbsterkenntnis zu tun. Die Erfahrung, dass das gewohnte Lebensumfeld und die kindliche Sicherheit der vertrauten Umgebung bröckeln und zu Ende gehen.
Sascha Labude wird am Ende des Sommers einiges verstanden haben - nicht nur über sich selbst. Aber er wird mit noch größerem Staunen und vielen Fragezeichen seinen Weg weitergehen.
Ein berührender Roman, der vom Ende der Kindheit, vom Lebensalltag und dem langsamen Verfall in einer Plattensiedlung erzählt und auch von all jenen, die das "alte Land" verloren, aber im neuen Deutschland nur zum Teil eine Heimat gefunden haben.
Sensibel, melancholisch, warmherzig erzählt, mit Poesie und Gespür für den kindlich-nachdenklichen Blick eines jungen Außenseiters, der gerne dazugehören und "gesehen" werden möchte und der doch eigentlich seinen Weg allein finden muss.

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Vorab finde ich das Buchcover sehr gut gelungen! Wunderbar ansprechend. Das Buch ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von großen Träumen, vom Sich-an-einem-Ort-zu-Hause-fühlen, von Freundschaften auf verschiedene Weisen und tatsächlich vom Weltraum.

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Sascha ist ein Junge aus Klein Krebslow. Eines Tages lernt er die taffe Juri kennen. Sie ist schlau und weiß eine Menge über das Universum. Zuert kommt keiner wirklich an sie heran, doch dann entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihr und Sascha und sie erleben eine Mege zusammen.
In diesem Buch geht es nicht nur um ein paar wirklich wunderschöne Wörter die Sascha sammelt. Der Autor findet immer wieder einen Weg, den Leser mit seinem Schreibstil zu packen und ihn in eine andere Welt mitzunehmen.

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Einem Bücherwurm, Träumer , der besondere Worte sammelt,
wird durch ein astronomiebegeistertes Mädchen eine ganz neue
Welt eröffnet.
Es sind Fluchten aus der Realität, die beiden Jugendlichen
große Veränderungen bringen und sie im Gegenzug mutig machen.
Das Buch ist warmherzig, witzig, klug und auch melancholisch.

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Ein Debüt, ein Coming of Age Roman, wie sie dieses Frühjahr zahlreich erscheinen. Der fiktive Ort Klein Krebsow, eine Plattenbausiedlung, ist der Schauplatz, an dem sich vor allem das Leben des Protagonisten und 13-jährigen Ich-Erzählers Sascha abspielt, der Wörter aus fremden Sprachen sammelt. Wie z.B. onsra, das „das Gefühl beschreibt, man könne nie wieder so sehr lieben wie einst“. Mit Stolz ist die Familie im Frühjahr 1989 dort hingezogen. Fünf Jahre später ist die Siedlung nur halb fertig, denn die Wende kam dazwischen. Sascha ist mit Sonny befreundet, der Musiker werden möchte und alles dafür gibt. Sie gehen in dieselbe Klasse. Plötzlich steht Jenni, genannt Juri, im Klassenraum, eine Fremde, eine Hinzugezogene, die Sascha sofort in den Bann zieht. Juri ist schräg drauf, scheint keine Furcht vor niemandem zu haben, kennt sich vor allem mit der Entstehung des Universums aus und erklärt dies auch eindrücklich dem Mathe- und Physiklehrer und der ganzen Klasse. Und Juri ist genervt von den Brüdern Pawelkes, die den „Irren“ im Ort, Herrn Reza, verprügeln, und will ihnen eins auswischen. Frau Kletsche beobachtet das ganze Treiben der Siedlung vom Fensterbrett aus. Mit viel Witz und Melancholie verwebt der Autor klug alle diese Personen miteinander, und es gelingt ihm wie nebenbei ein Brennglas auf den Umbauprozess der Wendezeit in diese Plattenbausiedlung zu richten, fast als hätte er vom Weltraum aus dort hineingezoomt.

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Der Autor nimmt Leser*innen mit in die Kleinstadt Klein Krebslow im Jahr 1994, ein kleiner Fleck Erde in der ehemalige DDR. Die Plattenbausiedlung, in welcher der 13 jährige Romanheld und Ich-Erzähler Sascha Labude lebt, hat ihren Reiz, Wert und Charme verloren. Obwohl wenige Jahre zuvor stolz und glücklich dort eingezogen ist Sascha’s Mutter nun der Meinung, das Viertel sei nur noch ein Ort für Assis. Für Sascha ist dieser Ort jedoch sein Zuhause, wo er in einem Notizbuch seltene Worte sammelt und am liebsten Zeit mit seinem besten Freund verbringt, dem größten Elton John-Fan der Welt. Eines Tages platzt Juri in diese Welt und Sascha’s Klasse, ein besonderes Mädchen und Weltraum-Spezialistin, die seine Welt durcheinander bringt bis es schließlich zu einer großen Katastrophe kommt.

Ein Coming-of-age-Roman in der Nachwendezeit, die 90’er im Osten Deutschlands. Für mich ist die Darstellung einer reizarmen, tristen und farblosen Umgebung gelungen, ebenso wie die Zeichnung der Charaktere, besonders die Gedanken und Gefühle von Sascha mit all seinen Überlegungen und jeweiligen Handlungsmöglichkeiten. Aufgrund der Tatsache, dass ein 13 jähriger aus seinem Leben erzählt ist nicht viel an geschichtlicher Info enthalten, was mir persönlich nicht gefehlt hat, denn alleine Beschreibungen und Begriffe reichten aus um mich in diese Zeit zu schicken.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, der leichte Ton passt für mich sehr gut zum Helden des Romans und die liebenswerten Eigenarten und -schaften der Personen finde ich gelungen. Kreativ, bisweilen etwas schnörkelig, interessante Figuren und ein Buch für angenehme Lesestunden.

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Zur Zeit lese ich Coming-of-Age-Romane wahnsinnig gerne. Nach Wells und Arenz jetzt Stephan. Und auch hier bin ich wieder hocherfreut. Denn der Autor findet ganz eigene Töne. Diesmal in einer Plattenbausiedlung Anfang der 90ger. Die Wiedervereinigung steckt allen Erwachsenen noch in den Gliedern, nichts ist so schön, wie sie es sich ausgemalt hatten. Mitten drin die neue Generation. Teenager, die Lust aufs Leben haben. Die sich nach Freiheit und dem Unbekannten sehnen. Und an den Ketten des Alten zerren. Dort trifft Sascha auf die unbändige Juri. Und während er eher der stille Kopfmensch mit der Lust an schönen Worten ist, zieht das Mädchen ihn mit in ein Abenteuer vom Erwachsenwerden und heraus aus dem Alltagstrott und der Depression des Vaters.

Ein wunderbarer Roman - kraftvoll und still zugleich. Voll schöner Sprachbilder und Menschen, die man nicht so schnell vergisst. Ich habe das Buch sehr genossen. Der tolle Titel und das Cover haben nicht zu viel versprochen.

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Die Nachwendezeit in der früheren DDR wird aus der Sicht des Jungen Sascha beschrieben. Er erkennt die Widersprüche in den Handlungen und den Aussagen der Erwachsenen- und schafft sich eine eigene, spannende Welt. Sehr schön ist seine Sammlung besonderer Worte. Als Leser lernt man nebenher viel Neues dazu. Ein Roman, der interessante Personen und Handlungsstränge aufweist - und den man gerne liest.

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Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau zeigt die Geschichte von Sascha auf, welcher in jungen Jahren mit seinen Eltern aus der ehemaligen DDR in die BRD übersiedelt. In einem besonderen Sommer lernt Wäsche nicht nur eine Menge über das Universum, sondern auch über die Liebe und das Leben allgemein.

die Geschichte verläuft sehr ruhig, schon beinahe melancholisch. Ich würde das Buch als Coming-of-Age-Roman deklarieren, da alle wichtigen Aspekte des Älterwerdens bzw. Erwachsenwerdes aufgezeigt werden. Ein Großteil der Geschichte handelt von Freundschaft (Saschas bester Freund Sonny welcher durch seine Eigenarten für den ein oder anderen Lacher sorgt - oder auch Juri, die "Neue" welche neu in die Klasse der beiden Jungs kommt) und auch der Sehnsucht danach, dem Plattenbau irgendwann zu entkommen, um großes zu erreichen bzw. zu bewirken.

Ein sehr angenehmes, ruhiges Buch, welches für jegliche Altersgruppen geeignet ist. Der Schreibstil ist auch sehr toll. Von jugendlichem Slang bis hin zu wahrlich tiefgründigen Aussagen ist alles dabei. Gerade das und die vielschichtigen Charaktere machen "Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau" zu einem schönen modernen Märchen inmitten des Plattenbaus.

Eine absolute Leseempfehlung von mir!

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Wem in diesem Frühjahr das Buch von Benedict Wells "Hard Land" gefallen hat, der wird bestimmt auch dieses Buch mögen. Es spielt nicht in Amerika, sondern 1994 in Ostdeutschland. Und der Hauptakteur ist somit mal einer, der seine Kindheit in der ehemaligen DDR verbracht hat und inmitten von Plattenbau und Nachwendezeit seine Pubertät erlebt. Ein Coming of Age Roman. Es geht um die Verlierer der Wende, um Menschen, die den Anschluss verloren haben. Ein Junge, der einzigartige Wörter sammelt, die es so nur in der jeweiligen Sprache gibt. Ein Mädchen mit dem Namen Juri, die alles über den Weltraum weiss. Ein Freund, der Musiker werden will. Ein älterer Mann aus dem Iran, Herr Reza, der von der Plattenbau- Schlägertruppe drangsaliert wird. Die Geschichte eines Sommers, in dem diese Menschen zusammenkommen. Ich fand es ,als in Westdeutschland Großgewordene interessant, mal eine Geschichte aus ostdeutscher Sicht erzählt zu bekommen.

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Bei diesem Buch haben zunächst der Titel und das Cover mein Interesse geweckt und als der Klappentext dann auch noch nach meinem Geschmack klang, habe ich es auf die Leseliste gesetzt.
Der Schreibstil von Björn Stephan hat mir gut gefallen. Der Autor schreibt flüssig und atmosphärisch, was mir gut gefallen hat. Teilweise erzählt der Autor beinahe poetisch und die Stimmung ist oftmals deutlich oder auch unterschwellig melancholisch. Ich habe mit dem Protagonisten mitgefiebert und mitgefühlt und mochte die Art wie Herr Stephan hier die erste Liebe beschreibt.

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