Kinderspiel - Die Fesseln der Vergangenheit

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Erscheinungstermin 01.07.2019 | Archivierungsdatum 26.07.2019

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Zum Inhalt

Ein jahrzehntealter Mordfall, ein verschwundenes Mädchen und eine Familie, die eisern schweigt. In diesem Psychothriller kämpfen Profiler Tobi Miller und Chefinspektor Bruno Horvath gegen die Zeit und für das Leben eines jungen Mädchens. 


Wien, 2017. Der Profiler Tobi Miller kehrt nach Jahren in den USA in seine Heimatstadt zurück. Kurz darauf verschwindet ein Mädchen, das Ilona, Tobis bester Freundin aus Kindertagen, auf gespenstische Art und Weise ähnelt. Ilona verschwand ebenfalls, als sie sieben Jahre alt war, und Tobi war damals der Letzte, der sie lebend sah. Gemeinsam mit Chefinspektor Bruno Horvath beginnt der Profiler zu ermitteln und stößt bei den Familienangehörigen der beiden Mädchen auf eine Mauer des Schweigens. Wer ermordete Ilona? Und wer steckt hinter dem aktuellen Verbrechen? Die Ermittlungen fördern schließlich ein Familiendrama zutage, das auf einem Gutshof in Ostpreußen im Winter 1945 seinen Lauf nahm und dessen Folgen bis in die Gegenwart hinein reichen. Tobi Miller und Chefinspektor Bruno Horvath führen in diesem Verwirrspiel einen Kampf gegen die Zeit und gegen den Tod … 

Ein jahrzehntealter Mordfall, ein verschwundenes Mädchen und eine Familie, die eisern schweigt. In diesem Psychothriller kämpfen Profiler Tobi Miller und Chefinspektor Bruno Horvath gegen die Zeit...


Eine Anmerkung des Verlags

Michael Seitz, Jahrgang 1976, hat seine Kindheit und Jugend in München und im ländlichen Niederbayern verbracht. Schon als Kind wollte er Schriftsteller werden und hielt an diesem Traum fest. Der Autor lebt seit 2005 in Wien. Er schreibt vorwiegend historische Romane und Gegenwartskrimis. Das ostbayerische Literaturmagazin Lichttung schrieb über seine Krimi-Reihe rund um den kauzig-sympathischen Ermittler Falco Brunner: "Michael Seitz hat mit Falco Brunner einen Protagonisten geschaffen, in dessen Gefühlswelt sich der Leser gut hineinversetzen kann, mit dem er mitleiden und dessen Gefühle und Handlungen er nachvollziehen kann ..." (Ausgabe 01/2019). Seitz genießt es, mit seiner Frau und seinen beiden Kindern durch Wien zu flanieren und in Buchgeschäften zu schmökern. Die Familie besitzt einen Kater namens »Mizzi«. Seitz wird von der Literaturagentin Lianne Kolf vertreten. »Man muss schon verrückt sein, wenn man Schriftsteller werden will!«, so Seitz’ Lebensmotto.

Michael Seitz, Jahrgang 1976, hat seine Kindheit und Jugend in München und im ländlichen Niederbayern verbracht. Schon als Kind wollte er Schriftsteller werden und hielt an diesem Traum fest. Der...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE E-Book
ISBN 9783426445761
PREIS 1,99 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Auch wenn ein Mordfall schon viele Jahre zurück liegt, so gibt es immer Menschen, die es noch beschäftigt. Die Familie und Freunde bleiben zurück mit Trauer, Wut, Unglaube oder den quälenden Fragen, was nur wirklich passiert ist. So ergeht es auch Tobias Miller, der im Alter von sieben Jahren seine beste Freundin verloren hat. Es konnte nie geklärt werden, was wirklich mit Ilona passiert ist, an ein Überleben des Mädchens glaubt jedoch schon lange keiner mehr. Nach über 30 Jahren verschwindet nun ein kleines Kind, das Ilona zum Verwechseln ähnlich sieht. Geht nun alles von Neuem los? Was steckt hinter den mysteriösen Vorfällen und wieso wirkt es, als wüssten einige viel mehr, als sie zugeben wollen? Für Tobias, der inzwischen Psychologe und Profiler ist, und Chefinspektor Bruno Horvath beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der unzählige Fragen und Rätsel aufwirft. Der Schreibstil von Michael Seitz hat mir gut gefallen. Man wird von Beginn an mitgenommen, es gibt immer wieder sehr temporeiche Passagen, Momente, in denen es zwar ruhiger scheint, man aber trotzdem viel erfährt, was mit dem dramatischen Geschehen zu tun hat, bevor dann wieder Abschnitte kommen, in denen es ziemlich grausam wird. Das Buch teilt sich in unterschiedliche Handlungsstränge auf. Zum einen gibt es die Rückblenden in unterschiedliche Jahre der Vergangenheit, die einem sowohl das Verschwinden von Ilona näher bringen, als auch eine Zeit beleuchten, die weit vor ihrer Geburt liegt. Nach und nach fügt sich zusammen, wieso man diese Abstecher in die Vergangenheit macht und erkennt, was dort schon alles für „Grundsteine“ gelegt wurden, die auf das aktuelle Geschehen Einfluss haben. Auf der anderen Seite begleitet man verschiedene Personen aus der Gegenwart, die auf unterschiedliche Weise an den Ereignissen beteiligt sind. In den Passagen, in denen man Tobias begleitet, wird die Handlung aus der Ich-Perspektive geschildert. So erhält man einen sehr intensiven Eindruck von dem Profiler, der einige Jahre in den USA verbracht und dort in einem Todestrakt als Psychologe gearbeitet hat. Schon allein diese Vorstellung bereitet ein wenig Gänsehaut, denn man kann sich wohl deutlich schönere Arbeitsfelder vorstellen. Die Zeit hat ihn geprägt und immer wieder blickt er darauf zurück, zieht Schlüsse daraus. Tobias ist alles andere als mit sich im reinen, was ihn zu einem interessanten, facettenreichen Protagonisten macht. Die anderen Abschnitte aus der Gegenwart werden von einem personalen Erzähler übernommen und geben damit die Möglichkeit, die unterschiedlichen Stränge, die parallel zueinander bzw. überlappend verlaufen, auch begleiten zu können. Obwohl auch in Tobias Anwesenheit schon viel passiert, sie einige düstere Geheimnisse aufdecken und ganz langsam dem Rätsel auf die Spur kommen, sind die wirklich brutalen, erschreckenden Momente eher die, die ihm zunächst entgehen. Die Fülle an Intrigen, Geheimnissen, Psychopaten und Rachegedanken ist enorm und lässt die Handlung nie zum Stocken kommen. Dennoch gab es einen Moment, in dem ich mir gewünscht hätte, dass zusätzlich die Spannung oben gehalten worden wäre, in dem dort nicht verraten worden wäre, wer hinter den zu diesem Zeitpunkt passierenden Grausamkeiten steckt. Auch wenn es der Gesamthandlung nicht direkt schadet, fand ich es etwas schade, dass man an der Stelle einen Teil der Anspannung raus genommen hat. Es hätte das Finale noch ein wenig imposanter machen können und zusätzlich den Effekt beim Leser verstärken, dass man unbedingt wissen möchte, wer hinter allem steckt und sich eigentlich auch davor fürchtet, es zu erfahren. Die Handlung ist recht komplex und durch die unterschiedlichen Zeitebenen kommen noch mehr Zusammenhänge zu Tage, als man zunächst wohl vermuten würde. In manchen Passagen hat mir die „Gänsehautstimmung“ dann aber doch etwas gefehlt. Interessant zu verfolgen war die Geschichte jedoch zu jeder Zeit. Zwischendurch wird man in die Irre geführt, bevor sich dann weitere Puzzleteile ergeben, die die Wahrheit offenbaren. Fazit Ein spannender, größtenteils temporeicher Thriller, der mir gut gefallen hat. Besonders schön war die Komplexität der Handlung, die weit in die Vergangenheit reicht und noch viel mehr Zusammenhänge und düstere Geheimnisse zu Tage fördert, als man es sonst oft liest. Die Abgründe der menschlichen Seele sind unendlich und manchmal nicht unbedingt zu verstehen. In dieser Geschichte kommen zahlreiche Tiefen und Abgründe zusammen, die im Zusammenspiel für ziemliches Chaos, Brutalität und Psychoterror sorgen. Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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Ein richtig cooler Klappentext, der so richtig Lust auf diesen Psychothriller gemacht hat.Auch der Einstieg gelang mühelos und ich war gleich mal begeistert von Tobi Miller und seiner Art. Die kleine Ilona ist vor vielen Jahren verschwunden und ihr Mord nie aufgeklärt. Tobi war früher ihr bester Freund und leidet noch heute unter ihrem Verlust. Jetzt, als Tobi wieder in seiner Heimat ist, verschwindet erneut ein kleines Mädchen, mit der Familie des Mädchens ist Tobi befreundet. Schnell beginnt die Suche nach der kleinen und auch der Mord an Ilona will nach all den Jahren endlich aufgeklärt werden. Gleichzeitig liest man hin und wieder eine kleine Geschichte von früher, aus Kriegszeiten. Ganz schnell wird klar, dass sämtliche Protagonisten so ihre Geheimnisse haben, allerdings schweigt jeder oder sagt nie die ganze Wahrheit. Ich habe dieser düstere Spannung geliebt, allerdings bin ich außer mit Tobi, sonst mit keinem der Protagonisten so richtig warmgeworden und konnte so auch mit keinem so wirklich mitfühlen. Das Lesen hat allerdings trotzdem eine Menge Spaß gemacht, denn die Ereignisse überschlagen sich am laufenden Band, irgendwas ist immer passiert und das hat richtig Spaß gemacht. Die losen Fäden fügen sich nach und nach zusammen und der Autor hält noch einige Überraschungen für den Leser bereit. Auch das Ende hat es noch einmal in sich und für mich sind nach der letzten Seite keine Fragen mehr offen geblieben. Eine klare Leseempfehlung von mir.

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Die Vergangenheit Das Cover ist klasse und hat mich direkt angesprochen und neugierig gemacht. Auch der Klappentext hat mich überzeugt und ich war gespannt auf dieses Buch von Michael Seitz. Klappentext: Ein jahrzehntealter Mordfall, ein verschwundenes Mädchen und eine Familie, die eisern schweigt. In diesem Psychothriller kämpfen Profiler Tobi Miller und Chefinspektor Bruno Horvath gegen die Zeit und für das Leben eines jungen Mädchens. Wien, 2017. Der Profiler Tobi Miller kehrt nach Jahren in den USA in seine Heimatstadt zurück. Kurz darauf verschwindet ein Mädchen, das Ilona, Tobis bester Freundin aus Kindertagen, auf gespenstische Art und Weise ähnelt. Ilona verschwand ebenfalls, als sie sieben Jahre alt war, und Tobi war damals der Letzte, der sie lebend sah. Gemeinsam mit Chefinspektor Bruno Horvath beginnt der Profiler zu ermitteln und stößt bei den Familienangehörigen der beiden Mädchen auf eine Mauer des Schweigens. Wer ermordete Ilona? Und wer steckt hinter dem aktuellen Verbrechen? Die Ermittlungen fördern schließlich ein Familiendrama zutage, das auf einem Gutshof in Ostpreußen im Winter 1945 seinen Lauf nahm und dessen Folgen bis in die Gegenwart hinein reichen. Tobi Miller und Chefinspektor Bruno Horvath führen in diesem Verwirrspiel einen Kampf gegen die Zeit und gegen den Tod … Ein Cold Case und ein aktueller Kriminalfall treffen in diesem Psychothriller der Extraklasse aufeinander! Die Spannung ist von Anfang an unglaublich hoch und schon nach wenigen Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht und was noch alles passiert bis zum Schluss. Die handelnden Personen sind gut beschrieben und ich konnte mich alles, auch die Orte der Handlung, gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Der Schreibstil ist flüssig und auch die unterschiedlichen Handlungsstränge sind interessant und erhöhen die Spannung des Buches. Für mich eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne für diesen Thriller, bei dem ich mehrfach Gänsehaut hatte beim Lesen und der mich sehr spannend unterhalten konnte.

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Sehr sehr sehr spannend, großartige Story und wirklich gut durchdacht. Man legt ihn nicht mehr so schnell aus der Hand. Wunderbar.

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Aus dem Klappentext Wer ermordete Ilona? Und wer steckt hinter dem aktuellen Verbrechen? Die Ermittlungen fördern schließlich ein Familiendrama zutage, das auf einem Gutshof in Ostpreußen im Winter 1945 seinen Lauf nahm und dessen Folgen bis in die Gegenwart hinein reichen. Tobi Miller und Chefinspektor Bruno Horvath führen in diesem Verwirrspiel einen Kampf gegen die Zeit und gegen den Tod... Wer dieses Buch liest, braucht starke Nerven. Ich habe mehr als einmal eine Auszeit gebraucht, um durchatmen zu können. Das Buch ist spannend und verstörend zu gleich. Der Leser taucht immer wieder gemeinsam, mit den Protagonisten, in die Tiefen ihrer zerstörten und gequälten Seelen ab. Der Autor hat es geschafft, von Anfang an eine Spannung aufzubauen, Finten zu legen, verschiedene Handlungsstränge zu konstruieren , die sich am Schluß zu einem Finale finden, mit dem ich so nicht gerechnet habe. Sehr interessant fand ich dabei die Zeitreise ins Jahr 1945, in der aller Übels Anfang liegt. Ebenso möchte ich die Einblicke in die Arbeit von Tobi in der Todeszelle erwähnen. Sehr informativ und beklemmend. Die sehr gute Ausarbeitung der Hauptprotagonisten haben ein Übriges dazu beigetragen, das ein wirklich guter Thriller entstanden ist, den ich gerne gelesen habe und mit 4 Sternen weiterempfehlen kann.

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Heute schreibe ich eine Rezi aus dem wunderschönen Rom! Es ist total großartig hier, auch wenn mich die Hitze plagt! Aber auch an die Hitze werde ich mich wohl bald gewöhnen und wenigstens scheint die Sonnencreme mehr oder weniger gut zu wirken. So, jetzt aber ab zum eigentlichen Thema dieses Posts: Das Buch "Kinderspiel". Beginnen wir mit der Hauptfigur. Tobi war mir zu Beginn nicht so sympathisch, später dafür umso mehr. Er ist Profiler, Katzenliebhaber, süchtig nach Snickers, Nasenspray und seinem Kaffee Americano. Er ist nicht wirklich begeistert davon, wieder in Wien zu sein: Mit seiner Familie kommt er nicht wirklich zurecht, der Snickers hier schmeckt einfach nicht so gut und alles erinnert ihn an Ilona. Total klar, dass er die Füße nicht stillhalten wird, wenn ein Mädchen verschwindet, dass ihr total ähnlich sieht und noch dazu ihre Nichte ist! Die Geschichte selbst war in Ordnung. Stellenweise ganz spannend, aber nicht mehr. Die Auflösung fand ich gut durchdacht. Gerade zu Beginn konnte ich nur sehr wenig mit den Kapiteln aus 1945 anfangen. Ich konnte mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, wie das mit dem Rest der Geschichte zusammenhängt. Von dem her: Respekt dafür, dass der Autor es geschafft hat, das mit dem Rest der Geschichte zu verbinden. [Spoiler - wirklich schlimme Spoiler!] Einige der Figuren in diesem Buch, sind einfach nur wahnsinnig. Ich finde, dass die Darstellung des Wahns gut gelungen ist. Die Handlungen dieser Figuren wurden dadurch nachvollziehbar, dass ihre Gedanken zumindest mehr oder weniger nachvollziehbar wurden. Mein Fazit? Netter Thriller für Zwischendurch. Lässt sich leicht lesen, ist auch großteils ganz spannend, mein neues Lieblingsbuch wird das aber nicht.

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Profiler Tobi Miller kehrt nach Jahren in den USA in seine Heimat Wien zurück. Kaum da, verschwindet ein Mädchen, welches Ilona, seiner besten Freundin aus Kindestagen ähnelt. Ilona ist verschwunden als sie 7 Jahre alt war. Tobi Miller versucht nun gemeinsam mit Chefinspektor Bruno Horvath schnellstmöglich den alten Fall zu lösen und vor allem das verschwundene Mädchen zu finden. Anfangs habe ich mich etwas schwer mit dem übergewichtigen Tobi Miller getan und bin nur langsam in die Geschichte gekommen. Mit dem Verschwinden der Tochter von seinem Freund nimmt der Thriller Fahrt auf und bleibt spannend bis zum Schluß. Ein altes Familiendrama, das im Winter 1945 begann, reicht bis in die Gegenwart hinein. Stück für Stück wird der Mordfall Ilona gelöst und man kann als Leser schön mitkombinieren. Man verwirft Theorien, verdächtigt viele und tappt doch bis fast zum Ende im Dunkeln. Sehr gut werden die alten und neuen Handlungsstränge miteinander verbunden und auch die Auflösung ist sehr schlüssig. Ein gut gemachter Thriller mit viel Spannung, einer interessanten Story, jede Menge Abgründe, aber leider mit eher weniger sympathischen Ermittler. Hier ging mir das ewige Thematisieren des Übergewichts und der Sehnsucht nach Schokoriegeln etwas auf die Nerven. Fazit: Wer Thriller und Rückblenden in Vergangenheit mag und starke Nerven hat, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten.

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Tobi(as) Miller kehrt nach Jahren des selbst gewählten Exils aus den USA nach Wien zurück. Er hat in den USA als Gefängnispsychiater vor allem mit zum Tode verurteilten gearbeitet. In seiner Heimatstadt Wien soll er als „Profiler“ der Polizei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Doch bevor es zu dieser Anstellung kommt, überfallen ihn die Dämonen der Vergangenheit: Florentina Wagner, die Nichte seiner Jugendfreundin Ilona, die als 7-jährige spurlos verschwunden ist, ist plötzlich aus dem elterlichen Haus abgängig. Tobi hat ein déjà-vu-Erlebnis und ist ohne sein Zutun mitten in den Ermittlungen von Chefinspektor Bruno Horvath, der ihn ja als Profiler haben will. Aufgrund seiner emotionalen Nähe zur Familie Wagner, kann Miller seine gewohnte Professionalität nicht ausspielen und gerät selbst unter der Verdacht. Letztendlich müssen Tobi Miller und Bruno Horvath tief in die Vergangenheit der Familie eintauchen, um dem streng gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit beginnt und endet in einem Showdown, der ganz anders ist, als der Leser erwartet. Meine Meinung: Autor Michael Seitz hat ein Faible für komplexe Täter-/Opferbeziehungen. Viele Handlungsstränge, die weit in die Vergangenheit reichen, erfordern ein genaues Lesen sowie zuvor ein genaues Formulieren. Manchmal wünschte ich, der Autor hätte die eine oder andere Szene nur angedeutet. Diesmal konfrontiert uns Michael Seitz mit erschreckenden Erlebnissen in der Kindheit verschiedener Mitglieder der Familie Wagner. Manchmal ist es schwer zu sagen, wer Opfer, wer Täter ist. Denn häufig sind die Täter von heute, die Opfer von gestern. Wieder spielen das Kinderheim am Wilhelminenberg und das psychiatrische Krankenhaus „Am Steinhof“ eine prägende Rolle. Auch der der Wiener Psychiater Dr. Heinrich Gross, der unter den Nazis grauenvolle Versuche mit Kindern, die in seiner Obhut waren, anstellte, geistert durch die Seiten. Autor Michael Seitz weiß wovon er schreibt, ist er doch im Brotberuf im psychosozialen Dienst beschäftigt. Solche und ähnliche Vorkommnisse sind sein tägliches Brot. Die Handlung spielt sich auf mehreren Zeitebenen, die einst im Ostpreußen von 1945 ihren Ausgang genommen haben. Die Rückblenden auf frühere Ereignisse lassen zwar einen Zusammenhang mit dem aktuellen Verschwinden von Florentina erahnen, was allerdings wirklich dahinter steckt, enthüllt sich dem Leser erst spät. Verwirrend sind die Beziehungen der Täter, Opfer und Zeugen untereinander, die sie vor der Polizei nicht offen legen. Manchmal wechseln sogar die Rollen. Der Einsatz von widersprüchlichen Verhalten, undurchsichtigen Verdächtigen und falschen Fährten, halten die Spannung recht hoch. Hin und wieder hätte ich mir eine kurze Ruhepause gewünscht, um das Gelesene einzuordnen. Chefinspektor Bruno Horvath ist kein gänzlich unbekannter. In den Krimis rund um den Privatermittler Falco Brunner ist Horvath derjenige, der Falco die Frau ausspannt. Auch Falco darf hier in diesem Buch einen kurzen Auftritt haben, wenn auch nur als Abwesender: Tobi wird in Falcos Wohnung untergebracht, als die Situation in der Familie Wagner zu eskalieren droht. Diesmal bin ich mit den Charakteren nicht ganz zu Rande gekommen. So richtig sympathisch ist mir in diesen Familien niemand, auch Tobi Miller nicht, Bruno Horvath vielleicht. Fazit: Dieser Psycho-Thriller ist nichts für schwache Nerven und mir an manchen Stellen sogar ein wenig zu viel. Daher gibt es diesmal nur knappe 4 Sterne.

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Kinderspiel - Fesseln der Vergangenheit, ein Psychothriller, der in drei Zeitebenen spielt. Tobi Miller, ein östereichischer Profiler, der - um Abstand zu seiner Familie zu finden - lange in amerikanischen Gefängnissen gearbeitet hat, bekommt eine Stelle in Wien angeboten. Vorübergehend quartiert er sich bei seinem Kindheitsfreund ein , dessen Schwester als kleines Mädchen verschwand. Er muss sich sowohl seiner eigenen Vergangenheit stellen wie auch der seines Freundes. Das mit dem Verschwinden des kleinen Mädchens einherggehende Trauma hat Tobias in Kummerspeck gepackt und seine Schwester schwer psychisch geschädigt. Der neue Fall, in den er förmlich hineingezogen wird, führt ihn sowohl in seine eigene Kindheit, wie auch durch die Alzheimererkrankung des Vaters seines Freundes in die Kriegs- und Nachkriegszeit. Welche Erinnerung ist real? Kann er seinem alten Freud trauen? Der eigenen Schwester? Das überraschende Ende lässt auf einen neuen Band schließen. Lesenswert.

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