Der Turm der blauen Pferde

Kriminalroman

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Erscheinungstermin 14.02.2019 | Archivierungsdatum 07.03.2019

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Zum Inhalt

Ein packender Krimi um eines der legendärsten verschollenen Gemälde der Kunstgeschichte: Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc. Der Start einer neuen Reihe von Krimipreisträger Bernhard Jaumann. Auf der Jagd nach Mördern, Fälschern und verschollenen Meisterwerken begibt sich die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz auf Spurensuche.

Zwei Jungs entdecken in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in einem verlassenen Tunnel einen Zug, randvoll mit Kunstschätzen. Vor allem das Gemälde mit den geheimnisvollen blauen Pferden fasziniert sie – doch dann kommt es zur Katastrophe. Und Franz Marcs Der Turm der blauen Pferde verschwindet für immer. Oder ...? Sprung in die Gegenwart: Die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz erhält einen neuen Auftrag. Marcs legendäres Gemälde, von den Nazis zur »entarteten Kunst« erklärt und anschließend in Görings Privatbesitz gewandert, soll wieder aufgetaucht sein. Ein steinreicher, kunstsammelnder Industrieller behauptet, das Bild auf verschlungenen Wegen von einem Unbekannten gekauft zu haben. Handelt es sich wirklich um das Original? Es wäre eine Weltsensation.Das Team der Detektei beginnt zu ermitteln. Rupert von Schleewitz, Klara Ivanovic und Max Müller führen nicht nur äußerst unterschiedliche Privatleben – von Töchtern in Teenagerkrisen über unvorsichtige Affären mit Verdächtigen bis zu einem Vater, der als alternder Aktionskünstler in der bayerischen Provinz für mächtig Ärger sorgt –, sie haben auch sehr individuelle Ermittlungsmethoden. Schnell geraten die drei Detektive in ein Gewirr aus Fälschungen, mysteriösen Todesfällen und einem hollywoodreifen Kunstdiebstahl. Und plötzlich scheint es ein halbes Dutzend Exemplare des Turms der blauen Pferde zu geben. Welches ist das echte Gemälde? Oder ist das Original vielleicht gar nicht dabei? Die Grenzen zwischen Authentizität und perfektem Imitat verschwimmen ...

Ein packender Krimi um eines der legendärsten verschollenen Gemälde der Kunstgeschichte: Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc. Der Start einer neuen Reihe von Krimipreisträger Bernhard Jaumann...


Eine Anmerkung des Verlags

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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783869711416
PREIS 15,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Historischer Hintergrund:

Dieser Krimi rankt sich rund um das gleichnamige Bild des deutschen Malers Franz Marc. Marc, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist, hat dieses Bild 1913 gemalt. Es ist als bekanntestes Werk des Expressionisten, das seit der Machtübernahme der Nazis als „Entartete Kunst“ gilt. 1937 wird es von Hermann Göring konfisziert und dessen Kunstsammlung einverleibt. Danach verliert sich seine Spur. Das Bild ist bis heute verschollen.

Inhalt:

Die Münchner Detektei Schleewitz, die sich auf Provenienznachweise von Kunstobjekten spezialisiert hat, erhält den Auftrag, die Herkunft des plötzlich wiederaufgetauchten Gemäldes von Franz Marc, zu dokumentieren. Immerhin soll das Gemälde ja seit 1945 verschollen sein.

Das Team, bestehend aus Inhaber Rupert von Schleewitz, der Kunsthistorikerin Klara Ivanovic und Recherche-As Max Müller gehen mit Verve den Spuren nach. Dabei entdecken sie, dass es noch ein zweites, völlig identes Bild der blauen Pferde gibt. Welches ist nun das Original? Oder sind beides Fälschungen?

Auf der Jagd nach Beweisen für die Echtheit oder Fälschung geraten die Mitarbeiter der Detektei in allerlei gefährliche und manchmal auch skurrile Situationen.

Meine Meinung:

Die Idee zu diesem Krimi finde ich grandios. Die Umsetzung halte ich nicht ganz so perfekt gelungen.

Gut ist die Besessenheit des Schraubenfabrikanten, der eine Menge Geld für das Bild bezahlt hat, dargestellt, zu beweisen, dass es sich um das lange verschollene Bild handelt.

Genauso intensiv ist der vierzehnjährige Hitlerjunge Ludwig getroffen, der sich unsterblich in das Bild verliebt und dafür tötet. Diese Leidenschaft ist beinahe schon krankhaft, aber glaubhaft.
Die Rückblicke, u.a. nach 1945, lassen die Leser vermuten, wie und wohin das Bild verschwinden hätte können. Hier lässt der Autor den Lesern Raum für eigene Spekulationen.

Nicht so gut haben mir die Einblicke in die Privatleben der Detektive gefallen. Vor allem jenes von Max Müller halt ich für zu üppig ausformuliert. Denn, ob seine Töchter Monique oder Madeleine heißen, Ballett tanzen oder nicht, ein Sudelbuch schreiben oder nicht, ist für Krimihandlung völlig unerheblich. Das hätte getrost kürzer dargestellt werden können.
Klara Ivanovic‘ Familiengeschichte wiederum hat durch die Präsenz ihres Vaters, der sich als Performance-Künstler sieht, immerhin einen Bezug zur Kunst(szene). Ihn hatte ich kurz als Drahtzieher der Entführung des Bildes in Verdacht.

Und da ist dann noch Rupert von Schleewitz, der sich, gegen seine übliche Art Hals über Kopf in eine junge Frau verliebt, die sich als eine ganz andere entpuppt.

In der Auflösung sind dann die losen Enden der „Bildergeschichte“ zu einem überraschenden Abschluss zusammengeführt.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und stellenweise humorvoll bis ironisch. Die Kunstszene und ihre oft völlig absurden Preisvorstellungen kommen manchmal nicht so gut weg.

Die eine oder andere unerwartete Wendung sowie die Überraschung zum Schluss, bereiten den Lesern Vergnügen. Wissenswerte Informationen aus der Welt der Künstler und Kunst werden subtil und unterschwellig vermittelt.

Fazit:

Ein interessanter Krimi, der als Auftakt einer neuen Reihe gedacht ist. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Dieser Kunstkrimi macht gute Laune. Eher eine Schnitzeljagd als viel Mord und Totschlag(wenn dies natürlich auch geschieht), bringt das Buch den Leser dazu, sich über den Kunstmarkt und seine Auswüchse Gedanken zu machen. Was macht ein Bild eigentlich wertvoll und einzigartig und wer hat darüber die Deutungshoheit? Nach der Lektüre bekam ich Lust, mich einmal mit Franz Marc und seinem Schaffen auseinanderzusetzen.

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Vielschichtige Ermittlungen in der Künstlerszene

„ Der Turm der blauen Pferde“ von Bernhard Jaumann, erschienen im Verlag Kiepenheuer &Witsch, ist der erste Fall der Kunstdetektei Schleewitz. Ein Industrieller vom Starnberger See, der mit Schrauben reich geworden ist, wünscht sich einen Provinienznachweis für das von ihm kürzlich erworbene Gemälde „Der Turm der blauen Pferde“ von Franz Marc. Dieser Nachweis dient dazu die Echtheit eines Werkes zu dokumentieren und Fälschungen aufzudecken. Dadurch erhöht sich der Wert eines Werkes auf dem Kunstmarkt ungemein.
Das Original ist seit 1945 verschollen. Sein letzter Besitzer war Hermann Göring. Das Buch erzählt auf zwei Zeitschienen die fiktive Fortsetzung der Geschichte des berühmten Gemäldes, wie sie sich möglicherweise zugetragen hat.

Die erste Ebene verfolgt das Schicksal des Bildes vom Mai 1945, als es auf einem Zug in einem Tunnel in Bayern von zwei Buben entdeckt wurde, bis in die Gegenwart.
Auf der anderen Ebene recherchieren die Mitarbeiter der Kunstdetektei nach dem Verbleib des Bildes seit seiner möglichen letzten Sichtung in Berlin-Wannsee nach Kriegsende. Rupert von Schleewitz und seine beiden Mitarbeitet Klara und Max sind blitzgescheite Spezialisten auf ihren Gebieten und bringen Erstaunliches zu Tage. Theorie und Wahrheit liegen dicht beinander und der Leser kann durch die verschiedenen zeitlichen Ebenen die Recherchen gut verfolgen und werten.

Aufgelockert werden die manchmal etwas zu theoretischen Ermittlungen, durch reichhaltige Informationen zum bunten und phantasievollen Privatleben der Ermittler, die nicht unterschiedlicher sein können. Ein vielschichtiges Kaleidoskop von gut geschilderten und teilweise skurrilen Charakteren lernt der Leser kennen. Satiren auf den Kunstbetrieb werden manchmal zum Selbstzweck und drängen die Untersuchungen in den Hintergrund, wenn es beispielsweise um Klaras Vater und seine Kunstaktionen, die er immer wieder filmisch dokumentiert, geht. Auch verschwimmen beim Chef der Detektei die Suche nach dem Gemälde mit der Suche nach einer flüchtigen Bekannten. Immer wieder muss Klara eingreifen und ihn auf Spur bringen.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und humorvoll. Unerwartete Wendungen und Überraschungen bereiten Lesevergnügen. Wissenswerte Informationen werden mit leichter Hand vermittelt.
Beide Handlungsstränge werden mit einem überzeugenden Ende zusammen geführt und der Leser kann beurteilen, ob die Detektei ihren Auftrag erfüllt hat.

Für mich war das interessante Finale nachvollziehbar und die erfundene Geschichte über das berühmte Bild nicht abwegig. Manchmal schreibt die Realität die besten Geschichten, wie auch im Fall Gurlitt, der ebenfalls zitiert wurde.
Ich freue mich auf weitere Fälle der Kunstdetektei und gebe eine Leseempfehlung für alle, die einen satirischen Kunstkrimi lesen möchten.

Das Rezensionsexemplar wurde mir dankenswerter Weise von NetGalley zur Verfügung gestellt und hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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Zuerst die Realität: "Der Turm der blauen Pferde" von Franz Marc gilt seit Ende des 2. Weltkrieges als verschollen. Die Spur verliert sich, nachdem Hermann Göring das Gemälde für seine Privatsammlung aus der Ausstellung "Entartete Kunst" entwendet haben soll.
Nun zu der fiktiven Geschichte: Die Story spielt in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Die vergangenen Ereignisse, die immer wieder gut eingegliedert werden, erzählen von dem Schicksal des Bildes bis in die heutige Zeit. Die Geschichte beginnt mit 2 Jungen, die im Mai 1945 in Berchtesgaden das Gemälde in einem Zug voller Kunstwerke gefunden haben. Einer von den beiden hat das Bild mit nach Hause genommen, und es wurde innerhalb seiner Familie von Generation zu Generation weiter vererbt.
Ein reicher Industrieller, der das Gemälde von einem Mann für 3 Mio. Euro gekauft hat, beauftragt die Kunstdetektei Schleewitz damit, die Provenienz nachzuweisen, die die Echtheit bestätigen, und den Wert des Bildes verfielfachen würde. Allerdings kann bei einer Untersuchung des Gemäldes durch Experten eine Fälschung nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden. Die Mitarbeiter der Detektei begeben sich auf die Suche, und landen nach vielen Recherchen in Berchtesgaden, wo sie die ersten wichtigen Anhaltspunkte finden, die Hinweise auf den Verbleib des Bildes geben können. Während der Ermittlungen werden sie immer wieder durch Ereignisse in ihrem Privatleben abgelenkt, die noch für Überraschungen sorgen werden. Die Nachforschungen werden dadurch erschwert, dass weitere perfekte originalgetreue Fälschungen auftauchen.

Der Autor sorgt mit den Rückblicken in die Vergangenheit, den vielen unerwarteten und überraschenden Wendungen dafür, dass es von Anfang bis Ende spannend bleibt.
Es hat mir Spaß gemacht, den Protagonisten durch die Geschichte zu folgen, wie sie verschiedene Ermittlungsergebnisse wie ein Puzzle zusammensetzen, und durch falsche Hinweise auch schon mal in einer Sackgasse landen, und wieder von vorne anfangen müssen.
Das Buch ist kurzweilig und gut geschrieben, mit einer sehr interessanten und lesenswerten Geschichte. Besonders der raffiniert ausgedachte Schluß hat mir sehr gut gefallen.

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Tricks und Täuschungen in der Kunstszene

Mit dem Kriminalroman "Der Turm der blauen Pferde" begibt sich Glauser-Preisträger Bernhard Jaumann in die Kunstszene.
Das berühmte gleichnamige Gemälde Franz Marcs gilt seit 1945 als verschollen. Nun behauptet Kunstsammler Egon Schwarzer das Original angekauft zu haben und beauftragt die kleine Münchner Kunstdetektei von Schleewitz herauszufinden, wo sich das Bild die letzten 70 Jahre befand.
Es folgt eine Spurensuche mit Tricks und Täuschungen allendhalben. In eingeschobenen, kürzeren Kapiteln begleitet der Leser das Bild und seine Wirkung auf die jeweiligen aktuellen Besitzer, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Menschen kommen gewaltsam zu Tode und familiäre Spannungen umtreiben Archivar Max aus der Detektei. Dies erzählt Jaumann mit dem nötigen Ernst. Auf die Kunstwelt schaut er auch mit humorvoller Ironie.

Bernhard Jaumann hat es geschafft, mit "Der Turm der blauen Pferde"
„[…] Geschichten [zu] erfinden, die elegant über das hinwegsegelten, was man so Wahrheit nannte.“

Mir hat es Spaß gemacht, diesen Kriminalroman zu lesen.

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Bild gesucht

Rupert von Schleewitz bewegt sich in erlesenen Kreisen, da kann man ein von, auch wenn es nur ein Namensbestandteil ist, ganz gut gebrauchen. Mit den Mitarbeitern seiner Detektei hat er es sich zur Aufgabe gemacht, nach verschwundenen Kunstwerken zu suchen und deren Weg in der Welt darzustellen. Der neue Auftrag ist besonders brisant. Einem Gönner ist „Der Turm der blauen Pferde“, gemalt von Franz Marc und verschwunden nach dem zweiten Weltkrieg, angeboten worden. Rupert, Klara und Max sollen nun herausfinden, wo das Bild nach seinem Verschwinden versteckt war, durch welche Hände es gegangen ist und alles Weitere, wodurch die Echtheit bestätigt werden könnte.

Schon während der Lektüre wird man neugierig, inwieweit der Ansatz zu diesem Buch der Phantasie des Autors entsprungen ist. Durch eine einfache Recherche kann man in Erfahrung bringen, dass das bekannte Bild des berühmten und leider viel zu früh im ersten Weltkrieg dahingerafften Malers tatsächlich nicht auffindbar ist. Daraus lässt sich wie der Autor zeigt eine spannende Geschichte ersinnen. Die Detektive selbst angefixt von der Möglichkeit, das echte Bild vor sich zu haben, machen sich alsbald auf die Suche nach der Wahrheit. Diese gebärdet sich allerdings widerspenstiger als erwartet. So einfach lässt sich nicht klären, wieso das Bild dem reichen Industriellen angeboten wurde.

Hat man ein gewisses Interesse an der Kunstwelt des frühen letzten Jahrhunderts, wird man diesem Plot sicherlich so einiges abgewinnen können. Was könnte es Fesselnderes geben als die Herkunft eines wieder aufgetauchten Schatzes zu klären. Zwar geraten manche Handlungen der Detektive etwas hölzern und nicht immer wird die Motivation für einige Aktionen klar, aber insgesamt wurde eine tolle Idee mit intelligenten Twists bereichert. Als Start einer neuen Reihe ist dieser Roman sehr gelungen. Er entführt in die Welt der Kunst, in der es sicher noch etliche Geheimnisse zu entdecken gibt. Und wenn man durch die Lektüre seinen Horizont erweitert, vielleicht das Werk eines Künstlers für sich entdeckt, so hat das eigene Leben eine kleine neue Facette erhalten.

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Bernhard Jaumann - Der Turm der blauen Pferde

Der Turm der blauen Pferde ist wohl eines der bekanntesten Gemälde des deutschen Expressionisten Franz Marc. Berühmt nicht allein deshalb, weil es seit 1937 als verschollen gilt. Damals wurde es von den Nazis zur „entarteten Kunst“ erklärt und beschlagnahmt. Danach verlor sich jede Spur. So viel ist an dem Roman von Bernhard Jaumann historisch belegt.
Und jetzt ist es wieder da. Ein Sammler hat das Gemälde von einem Unbekannten gekauft und möchte nun von der Münchner Detektei Schleewitz einen Echtheitsnachweis. Die Detektei hat sich auf Provenienznachweise spezialisiert und soll den Verbleib des Bildes seit 1945 erforschen.
Und so macht sich außer Rupert von Schleewitz noch die Kunsthistorikerin Klara Ivanovic an die Ermittlungen, unterstützt vom Archivar und Rechercheur Max Müller.
Insgesamt ist es ein psychologisch interessantes Werk über Besessenheit in verschiedenen Ausprägungen. Angefangen von den beiden Hitlerjungen, die 1945 das Bild finden (einerseits besessen von der Vorstellung, das Reich zu retten, dann aber wird Ludwig vom Gemälde so in seinen Bann gezogen, dass den Rest seines Lebens nichts anderes mehr wirklich wichtig ist), bis hin zum Schraubenfabrikanten Egon Schwarzer, der das Bild unbedingt besitzen will und dafür drei Millionen Euro bezahlt.
Das Buch ist flüssig und zum Teil spannend geschrieben, mit Sprachwitz und Ironie gewürzt und manche Wendungen sind einfach nur so überraschend, dass sie völlig absurd sind, aber zu 100 Prozent konnte es mich nicht fesseln. Das lag vermutlich an den Längen, über das das Buch sich zum Teil quält und die den Leser manchmal etwas ratlos zurücklassen. Natürlich haben die Hauptcharaktere ein Privatleben, aber vielleicht müsste es nicht so ausgeschmückt ausgewalzt werden? Im Vergleich zu den familiären Problemen von Detektei-Mitarbeiter Max Müller, sind Szenen mit Klaras Vater ein echter Beitrag zur Handlung, denn der an Parkinson erkrankte Aktions-Künstler führt zum Teil einerseits die Kunstwelt ad absurdum, durch ihn erfuhr ich aber viel Interessantes. Und ich habe auf jeden Fall auf dem Gebiet der (Kunst-) Geschichte einiges dazugelernt.

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Auf zwei Ebenen aufgebaut, nähert sich der - auch als Kunstkrimi zu bezeichnende - Roman der Gegenwart. Mai 1945, Kriegsende. Zwei Jungen suchen die Wunderwaffe der Nationalsozialisten in einem aufgelassenen Stollen. Dann wären sie stark. Sperrholzplatten werden aufgebrochen und „ein Scheißgemälde“ wird sichtbar. „Da hatte jemand ein blaues Pferd gemalt.“ Was den den einen Burschen (sein Leben lang) fasziniert, ist für den anderen „entartet“. Ein Ikone der modernen Kunst, „Der Turm der blauen Pferde“ das Werk, das Franz Marc 1913 geschaffen hat. Nahezu Jeder, hat dieses Bild schon irgendwo gesehen, z.B. auf einer Postkarte oder einem Kalenderblatt. Und nur er, Ludwig Raithmeier, kann es beschützen. Und dabei schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück.
Die zweite Erzählstrang beginnt 2017 am Starnberger See. Der Industrielle Schwarzer hat die auf Provenienzforschung spezialisierte Kunstdetektei Schleewitz beauftragt die Herkuft des Bildes und somit seine Echtheit zu prüfen. Handelt es bei dem von Schwarzer um 3 Millionen Euro gekauften Bild tatsächlich um das Original?
Die Idee, keine kriminal-polizeilichen Ermittler den Fall lösen zu lassen ist geschickt gewählt. Die Vermisste bzw. das Entführungsopfer ist schließlich kein Mensch, sondern ein Meisterwerk des Expressionismus. Ist die Sensation in der Kunstszene perfekt? Das verschollene Bild wieder aufgetaucht?
Highnoon für den Entführungsfall der blauen Pferde – auf einer Farm mit den Namen blue horses. Namibia 2018. Was Kunst wert ist? „Sie [Anm.:Ludwig Raithmeier jun.] haben das Bild vernichtet, in dem sie es perfekt vervielfältigt haben.“
Spannende Lektüre für Krimi- und Kunstfans.

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Gelungener Kunstkrimi
Im Mittelpunkt dieses Krimis steht das Gemälde "Der Turm der blauen Pferde" von Franz Marc. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, einmal zu Ende des Zweiten Weltkrieges, als zwei Jungen das Bild entdecken, das unter den Nationalsozialisten als entartete Kunst kategorisiert wurde. Kurz darauf verschwindet das Bild jedoch für immer. Soweit zu den historischen Fakten. Doch was wäre, wenn das Gemälde wieder auftauschen würde? Darum geht es in dieser Geschichte, denn die zweite Ebene spielt in der Gegenwart und dort geht es um die Detektei von Schleewitz, die sich auf Kunst spezialisiert hat.
Eine gelungene Geschichte um was-wäre-wenn, eine Art Schnitzeljagd, ein weltberühmtes Gemälde und mit Rupert, Klara und Max sind dem Autor interessante Charaktere gelungen. Gab es zwei identische Gemälde? Handelt es sich um eine Fälschung? Ein spannender Krimi, mal ein etwas anderer Schwerpunkt.

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Die Faszination der Kunst verborgen in einer spannenden Geschichte

Die Geschichte um das verschollene Gemälde von Franz Marc "Der Turm der blauen Pferde" ist ein wahrer Pageturner, der auch Laien die verborgenen Wunder der Kunst offenbart.

Die Ermittler der Kunstdetektei von Schleewitz werden beauftragt die Spuren des Bildes zu untersuchen und geraten dabei in absonderliche und gar gefährliche Situationen.
Können sie wirklich den Verbleib es Bildes rekonstruieren?

Dem Autor ist ein richtiges Stück "Krimikunst" gelungen.
Mit sympatischen clever agierenden Protagonisten und einer Geschichte die dem Leser spannend und facettenreich einen Einblick in die Welt der Kunst bietet.
Ein toller Einstieg in eine neue Krimireihe

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Kunst kann vieles sein.
Betörend, verheißungsvoll, bildend, aufrührerisch und manchmal klebt auch das sprichwörtliche Blut an den Bildern.
Rupert von Schleewitz wird mit seiner Kunstdetektei beauftragt, die Provenienz eines Bildes zu prüfen. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Gemälde, sondern um das seit dem zweiten Weltkrieg verschollene Gemälde "Der Turm der blauen Pferde" von Franz Marc. Verschiedene Spuren wiesen zum einen auf Berlin als letzten Ort, an dem das Bild gesichtet wurde. Zum anderen gibt es die Vermutung, dass das Bild mit anderen Gemälden aus einem Zug im Berchtesgadener Land von der dortigen Bevölkerung geplündert wurde. Rupert und seine Angestellten Klara und Max bemühen sich bei ihren Ermittlungen nicht von Macht und Geld blenden zu lassen und nicht der gefälligsten Spur aufzusitzen, denn jeder der Beteiligten hat seine Gründe den Detektiven zumindest einen Teil der Wahrheit zu verheimlichen. So ist es kaum verwunderlich, dass erst viele Bilder begutachtet werden und Expertisen gemacht werden müssen, bis man schlussendlich feststellt, dass alles doch ganz anders war.

Einen Krimi fernab seines eigentlichen Wirkungskreises zu konzipieren und diesen so spannend zu schreiben, dass der Leser nur so durch die Seiten fliegt, das ist eine wahre Kunst.
Der Autor mischt in seinem Krimi, den Mythos um das Gemälde mit realen historischen Fakten, unterfütterte diese mit künstlerischem Fachwissen und bietet dem Leser gleichzeitig eine Aussicht, wie es hätte gewesen sein können.
Die Geschichte gliedert sich in zwei Erzählstränge und nimmt den Leser dabei in die verschiedenen Zeiten und auch an die unterschiedlichen Orte mit, denn bei diesem Buch lernt man soviel über Kunst und den Umgang mit Kunst, wie man es bei einem üblichen Krimi nicht erwarten würde.

Eine wunderschöne, dadurch aber eine sehr spezielle Form eines außergewöhnlichen Kunstkrimis, der zugleich der Auftakt einer Serie um die Kunstdetektei von Schleewitz darstellt.
Ein Krimi, der soviel mehr bietet, als die klassische Krimihandlung, dass ich direkt um zweiten Band greifen möchte.

5 von 5 Leinwänden

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