Die Schlange von Essex

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Erscheinungstermin 29.09.2017 | Archivierungsdatum 06.10.2017

Zum Inhalt

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen. Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman - noch vor allem anderen - von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt." Ein wundervoller Roman über das Leben, die Liebe und den Glauben, über Wissenschaft und Religion, Geheimnisse und die komplizierten und unerwarteten Wandlungen des menschlichen Herzens. So gut, dass die Seiten von innen heraus leuchten." Helen MacDonald "Wäre der große viktorianische Roman gemeinsam von Charles Dickens und Bram Stoker geschrieben worden, hätte er es wohl vollbracht, Die Schlange von Essex übertreffen zu können? Sarah Perry schreibt sich mit diesem Roman in die Riege der besten zeitgenössischen Autoren Englands." John Burnside "Die wunderbarste Protagonistin seit Elizabeth Bennet in Stolz und Vorurteil" Washington Post "Einer der unvergesslichsten historischen Romane der letzten zehn Jahre." Sunday Times "Sie werden dieses Jahr keinen besseren Roman finden." Waterstones, Buch des Jahres 2016

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin...


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AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783847900306
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

England im Jahr 1893: Nach dem Krebstod ihres Mannes Michael verlässt Cora Seaborne die britische Hauptstadt London, um mit ihrem Sohn Francis und dem Kindermädchen Martha in den Küstenort Aldwinter zu reisen. Die Witwe ist Naturwissenschaftlerin und eine Anhängerin der Thesen von Charles Darwin. Sie hört von der Geschichte um die ominöse Schlange von Essex, die dort gesehen wurde. Ihr Interesse ist geweckt, denn sie hofft auf eine wissenschaftliche Sensation. Doch sie gerät dort auch mit Pfarrer William Ransome aneinander. Obwohl beide in ihren Meinungen grundverschieden sind, fühlen sie sich stark zueinander hingezogen… Mit „Die Schlange von Essex“ ist Sarah Perry ein preisgekrönter, ungewöhnlicher Roman gelungen. Meine Meinung: Mich hat der Roman schon nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen, sodass ich das Buch nur ungern zur Seite legen wollte. Das liegt unter anderem daran, dass die Geschichte sprachlich meisterhaft umgesetzt wurde. Sehr eindringlich und lebhaft sind die Beschreibungen, teilweise sogar poetisch. Durch schöne Sprachbilder entsteht viel Stimmung und Atmosphäre. Trotz der anspruchsvollen Sprache ist der Erzählstil flüssig und angenehm, sodass mein Lesefluss nicht ins Stocken geriet. Die Handlung beginnt im Januar und setzt sich im Folgenden in den weiteren Monaten des Jahres fort. Dies drückt sich in der Aufteilung der Hauptkapitel aus. Anders als vermutet geht es in der Geschichte nicht nur um die Protagonisten Cora und Will. Immer wieder springt die Erzählperspektive auch auf die anderen, teils ziemlich speziellen Charaktere, die sehr detailliert geschildert werden und deren Innenleben für mich gut vorstellbar wurde. Durch diesen Umstand entstehen zudem mehrere Handlungsstränge, was die Geschichte für mich reizvoll gemacht hat. Wer eine seichte, reine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Kunstvoll wird das Thema Liebe mit anderen Lebensbereichen wie Glaube und Wissenschaft verwoben. Auch weitere gesellschaftliche Aspekte der viktorianischen Zeit in England tauchen auf, was für mich sehr interessant und teilweise auch lehrreich war. Positiv hervorzuheben ist meiner Ansicht nach außerdem das sehr hübsche Cover. Gut gefallen hat mir auch, dass der englische Titel 1:1 übersetzt und somit übernommen wurde. Mein Fazit: „Die Schlange von Essex“ ist sicherlich ein historischer Roman, der polarisiert und vom Leser einiges fordert. Zwar hatte ich anfangs andere Erwartungen an die Geschichte. Mich allerdings konnte das Buch von Sarah Perry mit seiner toller Sprache und seiner Tiefgründigkeit absolut begeistern.

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Dieses Buch ist eine wundevolle Freundschafts/Liebesgeschichte die im Viktorianischen Zeitalter spielt. Alle Figuren sind liebevoll beschrieben und man leidet, liebt und kämpft mit Ihnen. Ich habe die meiste Zeit mit einem lächeln auf dem Gesicht diesen Roman verfolgt und ich werde Ihn mit vergnüngen noch vielen lesern empfehlen!

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Ich muss zugeben, ich war sehr neugierig auf dieses hochgelobte Buch aus England. Einerseits, weil ich sehr gerne britische Bücher lese, vor allen Dingen, wenn ihre Geschichten in einem historischen oder fantastischen Setting spielen. Und so musste natürlich auch Sarah Perrys "Die Schlange von Essex" von mir gelesen werden.  Und das Buch hat mich in keiner Zeile enttäuscht, denn die „Die Schlange von Essex“ brilliert durch ihre fabelhafte und stets auf den Punkt treffende, fast schon magische Sprache. Das Buch entwickelte einen Sog und ich kam einfach nicht mehr raus aus dieser tollen Geschichte. Das Buch ist ein Fest der Sinne, eine Ode an die Kraft der Sprache und die Magie der Worte. Alleine das Leseerlebnis ist es wert, dieses Buch zu lesen.  Und darum geht es: Cora Seaborne ist eine unkonventionelle Frau und  lebt nach dem Tod ihres Mannes gemeinsam mit ihrem Sohn und dessen Kindermädchen Martha alleine. Sie trägt liebend gerne Hosen (!), macht sich nicht so viele Gedanken über ihr Äußeres, ist sehr unabhängig und geht ihren wissenschaftlichen Interessen nach - sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit. Die drei reisen nach Colchester, um nach dem Tod von Coras Mann erst einmal Abstand zu gewinnen.  Cora ist Anhängerin der Fossiliensammlerin Mary Anning und macht sich auch auf die Suche nach Fossilien - gekleidet in einem übergroßen Herrenmantel und mit schlammverkrusteten Stiefeln - erregt sich doch einiges Aufsehen in dem kleinen Ort. Cora und Martha sind zwar sehr unterschiedlich, doch in ihrem Charakter sehr interessant dargestellt und sehr liebenswert. Auch die anderen Personen - allesamt ungewöhnlich, etwas merkwürdig - werden wie Außenseiter geschildert und sind genau deshalb - wegen ihrer Ecken und Kanten - so liebenswert, echt, lebendig und authentisch. Wer mag schon immer von perfekten Menschen lesen (wie dies z. B. in Liebesromanen meist der Fall ist ;-)).  Auf Einladung ihres Freundes Charles Ambrose reist sie schließlich nach Aldwinter und lernt den weltoffenen Pfarrer William Ransome nebst Frau Stella und deren Kinder kennen. Glaube und Aberglaube beherrschen die Menschen dort und als eine Schlange, ein wahres Monstrum, nach fast 200 Jahren wieder auftaucht und für Missernten, Tod und allem möglichen schuld ist, sind die Menschen in Aufruhr. Auch der Pfarrer ist gegen diesen Aberglauben machtlos.  Es geht also wie meistens um die großen Themen der Menschheit: Glaube, Liebe und technische Errungenschaften/Fortschritt/Wissenschaft. Hier scheiden sich viele Geister und auch im Buch ist es interessant zu lesen, wie unterschiedlich die einzelnen Menschen zu diesen Themen denken. Leider erwartet die Autorin jedoch, dass wir Leser uns viel auf der 2. Ebene - also zwischen den Zeilen - bewegen. Auch die Glaubensdiskussionen zwischen der freiheitsliebenden Cora und dem Pfarrer finden nicht immer direkt im Buch statt, sondern werden in Briefen vorgetragen. Und das erahnen zwischen den Zeilen kann nicht jeder, vor allen Dingen möchte man ja als Leser konkret verstehen und auch wissen, wie die Autorin bestimmte Dinge sieht und auch wie sie die Geschichte darbieten möchte. Ungeduldige Menschen werden das Buch vermutlich spätestens dann abbrechen. Dennoch lohnt es sich, das zeitgenössische Werk zu lesen. Denn die Geschichte Englands zu dieser Zeit liest sich sehr interessant und lebendig. Achtung: Das Buch setzt ein gewisses Maß an Geduld voraus - wer eher schnell unterhalten werden möchte und 1000 Leichen in einem Buch braucht oder sich nicht mit allen Sinnen auf ein Buch einlassen kann, der sollte das Buch lieber nicht lesen. Ich mag diese langsamen, bild- und sprachgewaltigen Historienschmöker sehr gerne, weil ich Sprache sehr liebe und es auch sehr schätze, wenn Autoren so lebendig und tiefgründig schreiben können.  Fazit: Ein wunderbarer, brillant geschriebener, viktorianischer, sehr britischer und anmutiger, eleganter Roman über eine starke und faszinierende Frau, eingebunden in ein herrliches, historisches und sehr anziehendes Setting. Fantastisch! Bitte unbedingt lesen, alleine die Atmosphäre des Buches ist es wert, in dieses Buch einzutauchen! Wer jedoch Action liebt, der wird mit diesem eher gemächlichen Buch nichts anfangen können. Eine Meditation in Buchform für Menschen, die Sprache lieben und sich gerne in detailreichen Sprachbildern unterhalten und genießen möchte genau das Richtige ;-)!

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Gesamteindruck: Was für ein Cover, was für ein Buch! Wo fange ich an, wo höre ich auf? Diese Geschichte ist verstörend, tiefgründig und dennoch teilweise für mich sehr grenzwertig. Sie ist schonungslos, irgendwie skurril und trotzdem konnte ich sie nicht aus der Hand legen. Sarah Perry hat einen sehr eindrücklichen und symbolreichen Schreibstil. Sehr authentisch vermittelt sie mit ihren Worten nicht nur die Bilder, sondern auch die damals vorherrschende Stimmung. Man hat das Gefühl, ein Teil der Geschichte zu sein, die Dinge, die sie erzählt, nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen, zu schmecken – zu erleben. Die Handlung besteht aus verschiedenen Metaebenen, die, je nachdem, wer dieses Buch liest, unterschiedlich wirken. Philosophie, Glauben, Wissenschaft – so viele Betrachtungsmöglichkeiten, die mich nachhaltig beschäftigen, weil man, je länger man darüber nachdenkt, noch so viele kleine Details entdeckt. Der Roman wird sehr kontrovers besprochen – die einen lieben es, die anderen finden keinen Zugang. Ich verstehe beide Seiten, denn man muss sich auf dieses literarische Erlebnis einlassen. Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob mir das gelingen wird, denn die Abfolgen sind schnell, während den Szenen gibt es immer wieder Blickwechsel, als würde eine Kamera einen speziellen Moment betrachten und dann, unabhängig von der Distanz, die zwischen den einzelnen Figuren liegt, gibt es eine Art Bestandsaufnahme, was die einzelnen Protagonisten genau in diesem Moment erleben. Neben den beiden Hauptprotagonisten Cora und William gibt es eine Fülle an weiteren Handelnden, von denen einer seltsamer als der andere ist. Ich weiß, diese Aussage ist sehr anmaßend, aber sie haben irgendwie alle – vorsichtig gesagt – ihre Eigenheiten und Probleme (normalerweise würde ich das anders nennen :-) ) Und genau diese speziellen Charaktere und ihr Handeln machen aus dieser Story etwas Besonderes – ob das jetzt gut ist oder nicht, ob es einem gefällt oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Mir waren manche Szenen zu hart, manches hat mich geekelt, manches erschien mir geschmacklos, und dennoch konnte ich nicht wegsehen, mich dem entziehen. Ich wollte, nein, musste erfahren, wie es weitergeht, wie es endet. Mein Fazit: Dieser Roman spaltet die Gemüter, absolut verständlich. Mich hat er fasziniert, mitgerissen, zum Nachdenken angeregt. Er hat mir verschiedene Blickwinkel eröffnet, von denen manche wirklich schwer (für mich zumindest) zu ertragen waren, aber ich konnte es nicht weglegen. Hut ab, Sarah Perry, für diesen unglaublichen Einblick in eine Welt, die sich mir so noch nie gezeigt hat. Im Buch gibt es eine Szene, in der es in einem Gespräch um ein Wort geht, das in der gleichen Schreibweise, bei gleicher Aussprache, komplett gegensätzliche Bedeutung haben kann: geteilt. Und ich denke, es ist sehr zutreffend und beschreibt diesen unglaublichen (auch so ein Wort) Roman recht gut, denn über „Die Schlange von Essex“ gibt es geteilte Meinungen – die einen teilen sie die anderen teilt es :-) Mir hat es gefallen, auch wenn ich immer wieder gefordert wurde, aber ich denke, ihr müsst für euch entscheiden, ob es etwas für euch ist oder nicht.

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Cora Seaborne ist noch eine junge Frau, als ihr Mann im Jahr 1893 stirbt. Sie reist zusammen mit ihrem Sohn Francis und dem Kindermädchen Martha nach Essex, um ihre Gedanken zu sortieren. Cora ist begeistert von den Naturwissenschaften, was damals für Frauen nicht unbedingt schicklich war. Die Leute dort erzählen sich von „Der Schlange von Essex“, einem mythischen Wesen, das dort sein Unwesen treiben soll und Menschen und Vieh angreift. Cora hofft darauf, es könnte ein urzeitliches Wesen sein. Bei ihren Nachforschungen lernt sie den Pfarrer William Ransome und seine Familie kennen. Cora und der Pfarrer sind ständig anderer Meinung und doch fasziniert voneinander. Ich lese nicht oft historische Romane, aber „Die Schlange von Essex“ mochte ich sehr. Cora ist ihrer Zeit voraus, sie sieht es nicht ein, dass sie als Frau ihre Zeit damit verbringen soll, sich hübsch zu machen, wenn sie sie doch genauso gut ihren Studien widmen könnte. Die Charaktere im Buch ist alle sehr leicht verschroben, genau wie ich es mag. Es kommt auch noch ein Arzt vor, Luke, der seiner Zeit ebenfalls voraus ist und gerne Operationen durchführt, die zu dieser Zeit noch keiner gewagt hat. Luke ist sehr interessant und dabei aber höchst unsympathisch! Und Francis, Coras Sohn, ist auch sehr speziell. Heute würde er wahrscheinlich die Diagnose „Autist“ bekommen, aber damals galt er nur als seltsam. Und Martha, die einerseits Cora treu ergeben ist, aber anderseits auch aufmüpfig ist und für die Rechte der Armen kämpft. Das Zusammenspiel dieser ganzen Charaktere macht das Buch so wunderbar. Dazu kommt noch ein leiser, feiner Humor. Und eine ganz poetische Sprache. Besonders schön sind die Briefe, die die Personen sich schreiben. Ich habe mich immer sehr auf die Briefe gefreut. Ganz am Anfang habe ich ein wenig gebraucht, um in das Buch reinzukommen. Aber dann hat es mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Ein toller Schmöker! Ich kann es sehr empfehlen, nicht nur an Fans von historischen Romanen.

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Dieses Buch ist mit Sicherheit eines der Highlights des Jahres. Sarah Perrys Schreibstil ist sehr literarisch und dicht, die erzählerischen Perspektiven und Ebenen ergänzen wundervoll die mystische Storyline. Die vielen historischen Details und Kenntnisse der Wissenschaft aus der viktorianischen Zeit machen diesen Roman zu einer wahrhaft besonderen Lektüre. Ein ungewöhnliches Buch mit ungewöhnlichen Protagonisten, das intelligent geschrieben und literarisch wertvoll ist. Es berührt – vor allem auch durch die Briefe, die zwischen den Kapiteln stehen und dem Leser Einblicke in jeden der Charaktere geben – aber auch durch die wunderbaren Dialoge. Es ist schwer, in Worte zu fassen, was dieses Buch alles leistet. Es unterhält, amüsiert, überrascht und bildet. Insgesamt sehr zu empfehlen.

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Darwinismus im viktorianischen Zeitalter Ein fesselnder Roman aus der viktorianischen Epoche, der einem ein neues Bild der damaligen Verhältnisse vermittelt. Er zeigt die verschiedenen Gesellschaftsschichten zu dieser Zeit und ihre Probleme, den Konflikt zwischen neuzeitlichen Denkweisen wie dem Darwinismus und dem Glauben, aber auch die Faszination für Absonderlichkeiten der Natur. Wer glaubt, die Frauen damals wären nur zierendes Beiwerk ihrer Männer gewesen, wird hier eines besseren belehrt. Erzählt wird im Roman die Geschichte der jungen Witwe Cora, die nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem Sohn und einer Freundin von London weg aufs Land nach Essex zieht, um dort Fossilien zu sammeln. Als sie von der Legende der Schlange von Essex hört und sich auf der Suche nach ihr macht, lernt die den Landpfarrer Will und seine Familie kennen. Hier prallen nun zwei widersprüchliche Lebensweisen aufeinander. Auf der einen Seite die unabhängige Cora, erfüllt von revolutionärem Gedankengut wie zum Beispiel dem Darwinismus, auf der anderen Seite die konservative Familie mit tiefen religiösen Grundsätzen. Sarah Perry gelingt es, einem sowohl die wunderbare Landschaft von Essex bildlich vor Augen zu führen, man meint sogar die verschiedenen beschrieben Gerüche wahrnehmen zu können. Besonders hat mir gefallen, dass hier nicht nur ein Frauenbild beschrieben wurde, sondern die gesamte Bandbreite von der sanften und genügsamen Ehefrau bis zum revolutionären Mannweib im Roman einen Platz findet. Die Sprache des Romans ist nicht nur in Dialogen der damaligen blumigen Ausdrucksweise angepasst. Dies machte das Lesen auf den ersten Seiten etwas ungewohnt, erreicht aber dann, dass sich komplett in diese Zeit versetzt fühlt. Wer historische Romane mag, wird dieses Buch auf jeden Fall lieben.

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