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Inter alia
Roman. Von der Autorin des Bestsellers »Prima facie«
mit Katharina Martl (Übersetzer*in); Anne Flückiger (Übersetzer*in)
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Erscheinungstermin 15.09.2026 | Archivierungsdatum 05.10.2026
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Zum Inhalt
Tagsüber flößt Richterin Jessica Parks Sexualstraftätern – und ihren Anwälten – in London Respekt ein. Fall für Fall entlarvt sie, wie Männer die Gesetze zugunsten von Männern auslegen. Abends ist...
Eine Anmerkung des Verlags
Bitte veröffentlichen Sie außerhalb dieser Plattform keine Rezensionen vor dem ET (15.09.2026).
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783910372832 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 71 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Claudia M, Rezensent*in
Ein Roman, den jeder lesen sollte!
Im Zentrum des Romans steht die feministische Richterin Jessica Parks, die Sexualstraftaten verhandelt. Sie setzt sich sehr für die Opfer und gegen Vergewaltigungsmythen ein. Als ihr 18-jähriger Sohn Harry, der während seiner Kindheit und Jugend Mobbing ausgesetzt war, unter dem Verdacht steht, ein Mädchen vergewaltigt zu haben,
stürzt das die ganze Familie in eine Krise.
Es geht um die Überforderung von Frauen aufgrund der Doppelbelastung von Familie und Beruf; von den Schuldgefühlen, wenn Frau meint, beidem nicht gerecht zu werden. Es geht darum, dass auch wenn viele Männer sich inzwischen mehr im Haushalt und an der Erziehung beteiligen, immer noch ein Großteil der Care-Arbeit den Frauen zufällt. Es geht um die leider immer noch bestehende Benachteiligung von Frauen im Berufsleben. Darum wie Frauen und Männer gleicher Qualifikation sich in einer Ehe zueinander positionieren. Wie man es schafft, junge Männer für diese Themen zu sensibilisieren, um eine positive Veränderung herbeizuführen. Wie es um die eigene Moral steht, wenn man selbst betroffen ist.
Das Buch ist spannend geschrieben; ich habe es an einem Tag weggelesen. Einzig hat mich manchmal der Umgang von Jessica mit ihrem erwachsenen Sohn irritiert.
Eine absolute Leseempfehlung!
Cornelia D, Buchhändler*in
Jess ist Richterin, und würde gerne das von Männern geprägte Rechtssystem revolutionieren. Vielleicht geht sie deshalb besonders
streng und mit viel Empathie bei Vergewaltigungsfällen vor, wie im Falle Drake, der mit 18 Jahren eine Gleichaltrige vergewaltigte,
während das Opfer bewusstlos war, und darüber hinaus Videoaufnahmen von der Tat machte. Einwände des Anwalts bezüglich der
aufreizenden Kleidung des Opfers machen sie wütend; an ihrem Gericht lässt sie keine Vergewaltigungsmythen zu.
Jess ist nicht nur Richterin mit einem sehr hohen Arbeitspensum, sie ist auch die Ehefrau von Michael, und Mutter des 18 jährigen Harry.
Auch wenn sich Michael im Haushalt um vieles kümmert, er macht immer nur die Hälfte, und sie hat das Gefühl, ihr ganzes Leben drehe
sich nur um die Bedürfnisse anderer.
Als Harry beschuldigt wird, ein Mädchen vergewaltigt zu haben glaubt sie an falsche Anschuldigungen, und die absolute Unschuld
ihres Sohnes. Doch es tauchen immer mehr Beweise auf, die gegen ihn sprechen.
In Rückblicken erfährt man von Jess, wie mühsam ihre Karriere war. Als Frau immer besser sein zu müssen, dazu der ewige Spagat
zwischen Familie und Beruf.
Sie berichtet auch von dem kleinen Harry und ihrer überbeschützenden Art. Und wenn sich Jess fragt, was sie in der Erziehung falsch
gemacht habe, hier liefert sie selbst die Beweise.
Fassungslos macht mich beispielsweise die Situation, in der sie den 12 jährigen Sohn beschuldigt, einen Porno auf seinem Laptop
anzusehen. Ihre ständige Übergriffigkeit und Überfürsorge sind verantwortlich für seine Unselbstständigkeit. Mit 18 hilft sie ihm noch
bei seinen Hausaufgaben und legt ihm seine Kleidung raus.
Suzie Miller hat mit Jess einen komplexen Charakter geschaffen, das Bild der überforderten, berufstätigen Mutter, die alles gleichzeitig
ist: erfolgreich und hilflos.
Ein super spannender, feministischer Roman, der sehr viel zu sagen hat
Wenn die eigene Überzeugung plötzlich auf die Probe gestellt wird
Der Roman hat mich vor allem mit seinem moralischen Konflikt gepackt. Jessica Parks ist Richterin und setzt sich dafür ein, dass Betroffenen sexualisierter Gewalt geglaubt wird. Und dann wird ausgerechnet ihr eigener Sohn der Vergewaltigung beschuldigt. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt: Wie würde ich reagieren, wenn es mein eigenes Kind wäre? Kann ich an meinen Überzeugungen festhalten, wenn plötzlich der Mensch auf der anderen Seite steht, den ich liebe und beschützen möchte? Gerade als Vater fand ich diese Frage ziemlich schwer auszuhalten. Besonders stark ist für mich, dass es keine bequeme Distanz gibt. Über solche Fälle lässt sich leicht grundsätzlich sprechen. Sobald die eigene Familie betroffen ist, geraten Gewissheiten ins Wanken. Jessicas Zerrissenheit zwischen Richterin und Mutter konnte ich deshalb sehr gut nachvollziehen.Nicht alles hat mich gleichermaßen überzeugt, und manche Zuspitzung war mir etwas zu deutlich gesetzt. Trotzdem hat mich das Buch immer wieder gezwungen, meine eigene Position zu hinterfragen. „Inter alia“ hat mich nicht mit einer einfachen Antwort zurückgelassen. Viel stärker blieb bei mir die unangenehme Frage hängen: Würde ich noch genauso über Schuld, Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit denken, wenn mein eigener Sohn auf der Anklagebank säße? Genau deshalb hat mich das Buch beschäftigt.
Junge, was ein Ritt!
Ein wirklich sehr sehr gutes Buch, auch wenn die Mutterschaft und der Feminismus an einigen Stellen überstrapaziert wird.
Die Konstellation finde ich über die Maßen gut gewählt, Eltern beide in der Justiz und der Sohn soll ein Verbrechen begangen haben, welches im Kontrast zu allem steht, wofür die Mutter einsteht und kämpft.
Diese Zerissenheit mit allem lässt sich SO gut nachvollziehen, auch wenn die Rückblenden zum damals für meinen Geschmack eigentlich nicht nötig waren, sie sollen nur das Mutter-Kind-Band zeigen - und natürlich die Überlastung, die noch viel von den Müttern alleine getragen wird. Und wie selbstverständlich das beiderseits so ist.
Mit dem Ende bin ich nicht ganz so glücklich (u.a. auch mit der Wiedererkennung im Park, das ist ein bischen drüber) aber das ändert nicht die Großartigkeit des Romans.
Rezensent*in 2001989
Wichtige Themen
Nach "Prima facie" greift Suzie Miller in "Inter alia" wieder wichtige & aktuelle Themen auf: Es geht um Feminismus, Mutterschaft, Doppelbelastung von Job & Familie, Rollenverständnis zwischen Mann & Frau, Überforderung und Moral.
Obwohl die Geschichte sich langsam entwickelt und es einige Rückblicke in Harry's Kindheit gibt, war ich von der ersten Seite an gefesselt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Suzie Miller kann einfach schreiben: bildlich, klar & ausdrucksstark. Die Charaktere sind glaubhaft. Besonders Jessica war in Handeln & Gefühlen authentisch dargestellt und ich konnte mich gut in sie einfühlen - auch wenn sie mir nicht immer sympathisch war.
Eine große Leseempfehlung für alle, die Romane mögen, die zum Hinterfragen & Diskutieren einladen.
Rezensent*in 2042432
Ein wirklich tolles und gleichzeitig teilweise schwer auszuhaltendes Buch. Bei manchen Gedanken von Jessica musste ich beim Lesen tatsächlich erst einmal tief durchatmen, weil mich so vieles daran aufgeregt hat. Vor allem die Art, wie Frauen klein gehalten werden und sich teilweise selbst kleinmachen, weil sie Angst haben anzuecken oder nicht den Erwartungen zu entsprechen, fand ich sehr eindringlich dargestellt.
Auch die Beziehung zwischen Jessica und ihrem Sohn wirkte auf mich sehr realistisch. Ihre Angst, als berufstätige Mutter nicht genug zu sein, wird dabei sehr nachvollziehbar beschrieben. Gleichzeitig ist ihr persönlicher Konflikt besonders spannend, weil sie als Richterin eigentlich für ihre Überzeugungen einsteht, aber plötzlich selbst mit einem Fall konfrontiert wird, der sie als Mutter ganz anders fordert.
Auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Vergewaltigung fand ich sehr fesselnd. Gerade Jessicas innerer Konflikt und die Frage, wie sie mit den Aussagen ihres Sohnes und ihren eigenen Überzeugungen umgehen soll, machen die Geschichte sehr spannend.
Dazu hat mir auch der Schreibstil gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig, ohne dass die schwierigen Themen dabei oberflächlich behandelt werden. Insgesamt eine Geschichte, die mich mehrfach richtig wütend gemacht hat, mich aber gerade deshalb sehr beschäftigt hat.
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