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Meistens bleibt ja die Frau zu Hause
Storys. Ausgezeichnet mit dem International Booker Prize 2025
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Erscheinungstermin 18.08.2026 | Archivierungsdatum 05.10.2026
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Zum Inhalt
12 Frauen gegen das Patriarchat. In ihren Storys, die über drei Jahrzehnte hinweg entstanden sind, feiert Banu Mushtaq die kleinen, alltäglichen Arten weiblichen Widerstands. Die Kulisse: ein von...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783910372818 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 17 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 2042432
Ein wirklich tolles Buch, das mich vor allem durch seine vielen unterschiedlichen Geschichten überzeugt hat. Besonders interessant fand ich, dass hier die Perspektive einer Minderheit sichtbar gemacht wird und man dadurch auch viel über die kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe erfährt.
Jede der zwölf Geschichten erzählt auf ihre eigene Weise von weiblichem Widerstand und davon, wie Frauen sich in einer von Patriarchat, Klassismus und religiösen Machtstrukturen geprägten Gesellschaft behaupten müssen. Dabei hat jede Geschichte ihre eigene Moral, ohne dass diese einem einfach vorgegeben wird – vielmehr ergibt sie sich ganz natürlich aus dem Erlebten der Figuren.
Besonders gut gefallen hat mir der Humor. Trotz der teilweise wirklich schweren und bedrückenden Themen sind die Geschichten oft unglaublich witzig, pointiert und teilweise fast schon satirisch. Gerade diese Mischung macht das Buch für mich so besonders: Man ist wütend über die Ungerechtigkeiten und muss im nächsten Moment über die Schlagfertigkeit oder den absurden Umgang der Figuren damit lachen.
Rezensent*in 2159672
Zwölf Geschichten, entstanden über drei Jahrzehnte hinweg, klein im Umfang und enorm in ihrer Wirkung. Sie spielen in muslimischen Gemeinschaften Südindiens, in Küchen, Hinterhöfen und Moscheevorräumen — und sie erzählen von Frauen und Männern, deren Handlungsspielraum von Familie, Nachbarschaft und der Auslegung der Religion bestimmt wird.
Mushtaq, selbst Anwältin und Aktivistin, seziert dabei mit bemerkenswerter Präzision soziale Missstände ihres Landes. Klassismus zieht sich als roter Faden durch den Band: Wer arm ist, hat schlechtere Karten vor jeder Instanz, und wer arm *und* Frau ist, hat oft überhaupt keine. Korruption, finanzielle Abhängigkeit, Streit um Mitgift und Erbe — über all dies wird erzählt, aus der Mitte des Alltags heraus.
Die eigentliche Stärke des Bandes liegt für mich aber in seinem feministischen Blick, und zwar in einem, der sich wohltuend von vielen aktuellen feministischen Büchern unterscheidet. Mushtaq stellt eine Frage, die einen beim Lesen nicht mehr loslässt: Was bleibt einer Frau, wenn ihr die Gesellschaft kaum Rechte zugesteht? Welche Formen des Protests sind noch möglich, wenn Scheidung und öffentliche Rede versperrt sind und eigenes Geld zu verdienen zwar möglich, aber sozial geächtet ist? Ihre Figuren finden darauf ganz unterschiedliche Antworten — und manchmal eben auch gar keine. Dass Mushtaq auch das aushält, ohne in Trostpflaster zu flüchten, macht die Geschichten so eindringlich.
Besonders hoch rechne ich der Autorin an, wie differenziert sie mit Religion umgeht. Es wäre leicht gewesen, den Islam zum Schuldigen zu erklären. Mushtaq tut das an keiner Stelle. Stattdessen wird mit großer Klarheit sichtbar, dass es oftmals Männer sind, die eine Religion so zurechtdrehen, dass am Ende für sie selbst das günstigste Szenario herauskommt. Ebenso wenig ist das Buch männerfeindlich: Es gibt Geschichten, in denen sich Frauen falsch verhalten, egoistisch, hart, und Strukturen, unter denen sie selbst leiden, aufrecht erhaltend. Dies verleiht dem Kurzgeschichtenband großen Tiefgang.
Ein Wort zur Übersetzung: Katrin Binder lässt zahlreiche Begriffe unübersetzt stehen, und das ist eine kluge Entscheidung. Man liest sich in diese Wörter hinein, erschließt sie aus dem Kontext und taucht dadurch viel tiefer in die geschilderte Lebenswelt ein, als es jede eingedeutschte Variante erlaubt hätte. Ich habe über den Alltag muslimischer Frauen in Indien und über indische Kultur insgesamt sehr viel gelernt. Mein einziger — kleiner — Kritikpunkt betrifft die Platzierung: Das Glossar ist im Nachwort etwas versteckt. Ein Hinweis zu Beginn oder ein eigener, klar ausgewiesener Anhang hätte das Nachschlagen deutlich erleichtert.
Als Lehrerin nehme ich außerdem mit: Mehrere dieser Erzählungen eignen sich hervorragend für den Unterricht, für eine interkulturelle Textarbeit, die über den westlichen Erfahrungshorizont hinausgeht.
Eine absolute Leseempfehlung — für alle, die Lust auf eine feministische Stimme haben, die man so noch nicht gehört hat. Fünf von fünf Sternen.
Rezensent*in 2130967
⭐⭐⭐⭐☆ (4/5 Sterne)
Meistens bleibt ja die Frau zuhause hat mich vor allem durch die vielen unterschiedlichen Frauenstimmen und ihre sehr persönlichen Geschichten berührt. Manche Erzählungen haben mich mehr getroffen als andere, aber gerade diese Vielfalt fand ich spannend. Es geht um Familie, Erwartungen, Ehe und die Rolle der Frau – oft leise erzählt, aber mit Themen, die noch lange nachwirken. Nicht jede Geschichte konnte mich gleichermaßen abholen, insgesamt aber eine interessante und wichtige Lektüre.
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