Bitte melden Sie sich an, um Ihr wertvolles Feedback zu geben.
Jetzt anmelden oder registrieren.
Frankie und Freddie
Loggen Sie sich ein oder erstellen Sie einen Account, um zu sehen, ob dieser Titel zum Anfragen verfügbar ist.
Bestellen oder kaufen Sie dieses Buch in der Verkaufsstelle Ihrer Wahl. Buchhandlung finden.
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.
1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 03.09.2026 | Archivierungsdatum 31.05.2027
Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #FrankieundFreddie #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps
Zum Inhalt
Zwei Brüder, Frankie und Freddie Lehmann. Eine verlorene Tasche. Schnee. Und das Hin und Her der Himmelsmacht.
Frankie und Freddie Lehmann, zwei Brüder aus Bremen, in Westberlin, im Jahr 1980. Während der eine seit Wochen damit beschäftigt ist, in Kreuzberg Fuß zu fassen, will der andere weiterziehen nach New York, musste aber erst einmal am Kudamm im Probandenhotel wohnen und als Versuchskaninchen für Antidepressiva herhalten. Jetzt, einen Tag vor Heiligabend, hat er Angst vor Menschen, kann nicht mehr U-Bahn fahren und verliert eine wichtige Tasche.
Sven Regener schickt die beiden auf eine Odyssee durch eine Stadt zwischen den Welten, einen Ort von Spaß und Kälte, Trotz und Anarchie, Resignation und Überlebenswillen. Ein Roman über Brüder, Aufbrüche und plötzliche Liebe - klug, poetisch, warmherzig und sehr sehr lustig.
Zwei Brüder, Frankie und Freddie Lehmann. Eine verlorene Tasche. Schnee. Und das Hin und Her der Himmelsmacht.
Frankie und Freddie Lehmann, zwei Brüder aus Bremen, in Westberlin, im Jahr 1980. Während...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783869713199 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 288 |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Inge H, Rezensent*in
Ein Tag vor Heilig Abend
Frankie und Freddie, dieser Roman ist so ein typischer Sven Regener Roman. Mit seinem Schwung ist es wieder eine rasende Geschichte, die nur ein paar Tage umfasst-
Der Roman spielt um 1980 in Berlin.
Frank macht sich Sorgen um seinen Bruder Freddie. Der hat in der Klinik seinen Pass und den Flugschein nach New York vergessen. Freddie mag nicht U-Bahn fahren, so soll Frank ihn im Schneegestöber durch Berlin kutschieren. Im Auto kappeln sie sich kräftig.
Dann gibt es eine Odyssee durch Berlin.
Das ist wieder ein lockerer Roman, den ich gerne weiter empfehle.
Renate B, Buchhändler*in
Freddy (Manfred) lebt schon länger in Berlin. Sein Bruder Frankie (Frank) muss seinen Bruder in Berlin suchen,. Der will weiter nach New York ziehen,
während Frankie versucht in Berlin Fuß zu fassen. Freddy hat sich u.a. das Geld für New York verdient, indem er Antidepressiv getestet hat und plötzlich Ängste entwickelt. Beide Brüder müssen sich neu finden in Berlin, der eine, weil er plötzlich eine andere Sicht auf Berlin entwickelt und der andere, weil er Berlin kennenlernt. Regener Leserinnen und Leser des "Herrn Lehmann" werden nicht enttäuscht. Ebenso so kluge und humorvolle Betrachtungen auf das Leben und Treiben Berlin, es stimmt wieder alles. Unbedingte Leseempfehlung für Regener Lesende und alle die es noch werden wollen.
Frankie wachsen die Dinge mal wieder über den Kopf: Er ist ein bisschen verliebt in Chrissie, seine Mutter ruft ständig an und jetzt muss er seinen Bruder auch noch mit dem Schneemobil vom "Pillenprojekt" abholen. Und das ist erst der Anfang.
Nach einigen Jahren Durststrecke, endlich ein Wiedersehen mit den Gebrüdern Lehmann, mit Karl, H.R. und allen anderen. Wie gewohnt verbindet Sven Regener absurde Situationen und aberwitzige Dialoge mit geschichtlichem Fachwissen und philosophischen Gedankengängen. Toll!
Buchhändler*in 1323428
Ich bin grundsätzlich ein Fan von Sven Regeners Erzählstil. Auch dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Brüder Frankie und Freddie sind, gemeinsam mit Freunden, auf einer Odyssee durch das verschneite, vorweihnachtliche Berlin, um Freddies Tasche zu finden, die er im Hotel vergessen hat und, die ein Kumpel mitgenommen hat. Freddies Unterlagen sind darin, ohne die er nicht nach New York kann, was er geplant hat und wofür er an Medikamententests teilgenommen hat. Frankie hadert derweil mit seinen Gefühlen zu Chrissie, einer Mitbewohnerin. Und so kommen auf ihrem Trip diverse Befindlichkeiten zutage. Mit feinem Humor und seinem tollen Sinn für Zwischenmenschliches hat Sven Regener ein absolut unterhaltsames und allzu menschliches Kleinod geschaffen.
Claudia F, Beschäftigte*r in der Buchbranche
‚Frankie und Freddie‘, ein Wiedersehen mit Frank Lehmann, der mir als Leserin schon vor über 20 Jahren ans Herz gewachsen ist. Erneut findet er sich in merkwürdigen Situationen wieder und erneut geht er mit seiner unnachahmlichen Art mit diesen um. Die Dialoge fand ich teilweise etwas drüber, aber das tut dem Ganzen nicht weh. Eine sehr amüsante Geschichte, ein tolles Wiedersehen mit tollen Charaktere.
Sehr gerne werde ich diesen Roman weiterempfehlen.
Buchhändler*in 1209150
Ein echter Regener – das ist es, was man bekommt. Und eigentlich weiß man damit auch ziemlich genau, worauf man sich einlässt. Nachdem mich *Glitterschnitter* noch sehr begeistert hat, war *Frankie und Freddie* für mich leider eine ziemlich zähe Angelegenheit. Die Figuren, der Humor, die Sprache – alles ist da, und trotzdem wollte bei mir diesmal kein Funke überspringen. Ich fand es stellenweise schlicht langweilig und hatte nicht das Gefühl, wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Vielleicht ist die Regener-Welt für mich auserzählt. Vielleicht lag es an mir oder einfach am falschen Zeitpunkt. Ich weiß es nicht. Aber leider hat mir die Lektüre diesmal überhaupt keinen Spaß gemacht und ich war am Ende vor allem froh, als ich das Buch zuklappen konnte. Schade!
Elisabeth T, Buchhändler*in
Habe dieses Buch parallel zum Hörbuch gelesen. Ich liebe Regeners Sprache, die es schafft der Banalität des Alltags eine unglaubliche Bedeutung zu verleihen. Ich mag die Dynamik zwischen den Brüdern und der gesamten WG.
Empfehle das Buch auf jeden Fall an alle weiter! Allerdings lege ich Menschen, die Hörbücher mögen, dieses ans Herz. Gelesen durch Sven Regener selbst, gewinnt die Geschichte hier nochmal sehr viel dazu, wenn man ihm beim Erzählen zuhören kann!
Antje W, Buchhändler*in
Frankie ist wieder da. Es ist Dezember 1980 und Frankie will seinen Bruder Freddie aus einem Hotel am Kudamm abholen. Natürlich springt das Auto nicht an und Karl kutschiert Frankie durch das verschneite Westberlin. Wir verfolgen Frankie auf seinem Weg zum Hotel und durch halb Berlin, weil Freddie seine Tasche vergessen hat. Darin ist das Flugticket nach NYC und der Reisepass. Zwischendurch begegnen wir vielen Figuren aus dem Herr Lehmann-Kosmos und lauschen den absurden Dialogen.
Sehr kurzweilig und witzig, weil man sich mit Herrn Lehmann einfach wohlfühlen muss. Man braucht nicht wirklich Vorwissen, aber es macht schon mehr Spaß, wenn die anderen Bände schon bekannt sind. Große Leseempfehlung wie auch Hörempfehlung!
Die beiden Lehmänner, Frank und Freddie, ein Tag vor Heiligabend 1980. Der Verlag nennt es eine Odyssee, und der Klappentext verspricht nicht zu viel. Die Brüder fahren mit der U8 durch den Hades, begegnen Skylla und Charybdis in Kreuzberg und die Crew wächst und schrumpft ohne erkennbaren Grund. „Lasst ihr mich dann rein?" – „Ja easy", fertig, neues Besatzungsmitglied an Bord.
Die Irrfahrt durch Westberlin gestaltet sich als Verkehrsproblem mit endloser U-Bahn- und Adressenlogistik, Hallesches Tor, Kudamm, Kreuzberg, Wedding. Erzählt wird das in Sätzen, die mäandrieren wie Franks Gedankenfluss und in Dialogen, die von der eigenen Suada mitgerissen werden, bis irgendwo zwischen Beleidigungs-Pingpong und Mordkomplott die beste Kapitalismuskritik des Buches fällt – von der Apothekerin.
Sie hat ja recht: Franks Weltbild ist Schadensbegrenzung mit gelegentlichen Glücksmomenten. Letzteres definiert sich dann auch, sehr in der Tradition der griechischen Epen, als Abwesenheit von Katastrophen: kein Knallgas, kein brennendes Auto, super gelaufen.
Dass ich die Geschichte voller Braunkohlesmog und Glatteis bei 30 Grad im Schatten gelesen habe, passte am Ende sogar: Heiligabend-Panik und verlorene Taschen im Schneeräumfahrzeug wirken im Hochsommer wie aus einem Paralleluniversum. Westberlin 1980 war ebenfalls eins.
Beschäftigte*r in der Buchbranche 1937917
Was für ein herrlich schräger und unterhaltsamer Roman!
Sven Regener schafft es einmal mehr, aus einem eigentlich ziemlich kleinen Chaos eine wunderbar turbulente Geschichte zu machen.
Frankie und Freddie sind zwei Figuren, bei denen man einfach gerne dabei ist – gerade weil ihre Beziehung so liebevoll, kompliziert und gleichzeitig sehr komisch ist.
Besonders die Dialoge haben mir großen Spaß gemacht: trocken, absurd, manchmal völlig abschweifend und dabei unglaublich pointiert.
Dazu kommt dieses ganz besondere West-Berlin der frühen 80er-Jahre, das Regener sehr lebendig und ohne nostalgische Verklärung beschreibt.
Ich mochte auch die Mischung aus Humor und den leiseren, melancholischen Momenten.
Hinter dem ganzen Durcheinander steckt nämlich eine ziemlich berührende Geschichte über Brüder, Abschied, Freundschaft und Aufbruch.
Und natürlich sorgt die verlorene Tasche dafür, dass die beiden einmal quer durch Berlin unterwegs sind – herrlich chaotisch.
Für mich ein typischer Regener und gleichzeitig ein richtig schönes Wiedersehen mit dem Lehmann-Kosmos.
Fynn B, Rezensent*in
Vielleicht hat Sven Regener mit FRANKIE UND FREDDIE den besten Teil seines nun sieben-bändigen Lehmann-Zyklus vorgelegt.
Das Leben ist absurd in diesem Westberlin Anfang der 80er. Jeder Dialog eine kafkaeske Hölle, ein Abgrund, der sich nie wieder schließen wird. Jedes Wort wird wiederholt, gedreht, diskutiert, bis signifie und signifiant so weit entfernt sind wie SO36 von Westdeutschland.
Doch Regener erzählt von diesen Spinnern mit großer Liebe, den Kern des Romans bildet die komplizierte Beziehung der beiden Brüder Frank und Manfred, die im Laufe der knapp 300 Seiten auf ihre Weise erwachsen werden.
Natürlich möchte ich noch mindestens 10 weitere Bände aus dem Café Einfall lesen (es dauert ja auch noch 10 Jahre bis zu den Ereignissen von HERR LEHMANN), doch schafft Regener im letzen Kapitel dieses grandiosen Buches so einen schönen Zirkelschluss, so eine befriedigende Subsumierung nicht nur seiner Prosa, sondern seines gesamten künstlerischen Schaffens, dass ich auch nicht böse währe, wenn Frank, Karl, Chrissie und Co. nun alleine weiter durch die Welt taumeln.
Eigentlich ist Sven Regener (nicht nur deutschsprachigen) Musikliebhabern als Frontmann, Gitarrist, Trompeter und Texter der Berliner Rockband Element of Crime bekannt, doch seit seinem 2001 veröffentlichten Debütroman „Herr Lehmann“ sorgt Regener auch in der Literaturszene für Furore. Seither hat Regener nicht nur weitere Romane (u.a. mit Musiker-Kollege Andreas Dorau) und das Essay „Zwischen Depression und Witzelsucht. Humor in der Literatur“ veröffentlicht, sondern auch die Geschichte von Frank Lehmann und seiner Welt weitergesponnen. Mit „Frankie und Freddie“ präsentiert Regener nun den schon siebten Roman der Reihe.
Wir befinden uns am Vorweihnachtstag des Jahres 1980 im geteilten Berlin. Bevor sein älterer Bruder Manfred, den alle nur Frankie nennen, nach New York abreist, um dort sein Stipendium an der Kunsthochschule wahrzunehmen, will Frank(ie) noch Weihnachten mit ihm feiern. Doch das Wiedersehen gestaltet sich schwierig. In Kreuzberg muss Frankie feststellen, dass sein Bruder in einem Probandenhotel an einem Test mit Antidepressiva teilnahm. Ein wenig hinüber scheint er noch zu sein, denn Freddie hat Angst vor Menschen und kann nicht mehr U-Bahn fahren. Also will sein Bruder ihn mit dem alten Kadett, den ihm sein Bruder überlassen hat, am Kudamm abholen. Blöd nur, dass die Karre nicht anspringt. Stattdessen rein in die Kastenente, mit der Karl Schmidt den Winterdienst in verschiedenen Straßenzügen verrichtet. Tatsächlich schneit es in Berlin gar nicht wenig. Und so beginnt eine wilde Odyssee durch das von der Mauer getrennte Berlin, denn Freddie hat seine Tasche mit den Reiseunterlagen unter der Matratze in seinem Hotel vergessen. Offenbar ist der Saxofonspieler Artsy Fartsy damit unterwegs. Während der Schnitzeljagd muss Chrissie, in die sich Frankie verguckt hat, nicht nur mit einem Grippemittel aufgepäppelt werden, sondern auch die Batterie des Autos ausgetauscht werden. Über allem steht schließlich noch die Frage im Raum, ob die Lehmann-Brüder nicht doch Weihnachten bei ihren Eltern in Bremen verbringen sollten…
„Er machte einen fröhlichen Eindruck, es war überhaupt erstaunlich, fand Frank, wie sehr sein Bruder sich von dem ganzen Probandenkram erholt zu haben schien, eben noch ,Ich kann nicht U-Bahn fahren!‘ und Angstattacken oder was immer das war, außerdem wirres Gerede und einen auf hilflos machen und jetzt schon Frankie alter Fuchs und Freddie voll ein der Lage gewachsener Oberchecker, wie es aussah, ein unerwartetes Wiedersehen mit dem alten Angeber- und Kunstfuzzi-Freddie, dachte Frank etwas angefressen, der andere Freddie, den er in den letzten Wochen immer wieder am Kudamm besucht hatte, war ihm in der Rückschau lieber, der hätte ihn ruhig noch ein bisschen erhalten bleiben können, eigentlich übel, dachte Frank, dass man so denkt, irgendwie selbstsüchtig, dass man sich den angeschlagenen Freddie zurückwünscht, dachte er, aber so war es nun mal und morgen kann man ja wieder selbstlos sein, dachte er, morgen ist ja Weihnachten…“
An den besonderen Regener-Humor dürfte sich das interessierte Publikum bereits seit den frühen Romanen gewöhnt haben. Den gibt es in „Frankie und Freddie“ nämlich in Reinkultur. Endlose Sätze, die vor allem Frankies wilde Gedankengänge auszudrücken versuchen, erfordern schon eine gewisse Konzentration, doch zum Glück werden die oft nicht zielführenden inneren Monologe regelmäßig durch die sehr lebendigen und komischen Dialoge aufgepeppt, die den eigentlichen Reiz der Geschichte ausmachen. Darüber hinaus bietet der wilde Trip der Lehman-Crew auch einen nostalgischen Blick auf das Berlin der 1980er Jahre mit den vielen Geister-U-Bahnhöfen. Vor allem aber ist der überschaubar lange Roman eine ebenso witzige wie einfühlsame Geschichte über Freunde, Familie und Kollegen und die Art, wie man offen miteinander umgeht und sich weiterhin in die Augen sehen kann.
Es ist kurz vor Heiligabend in West-Berlin 1980 – und Sven Regener entführt uns erneut in den wunderbaren Kosmos rund um seinen bekannten Protagonisten „Herr Lehmann“. Manfred Lehmann, den in Bremen alle Manni nannten, in Berlin aber Freddi, hat an einem „Pillenprojekt“ teilgenommen – heißt: Er hat im Rahmen einer Medikamentenstudie Psychopharmaka unter kontrollierten Bedingungen geschluckt, das Projekt endet am 23.12. Und Frank Lehmann muss ausgerechnet an dem Tag, an dem es in Berlin anfängt, heftig zu schneien, sein geliebtes Kreuzberg verlassen, um seinen Bruder am Kudamm abzuholen. Und zwar mit dem Opel Kadett, den sein Bruder ihm geschenkt hat. Aber da man in West-Berlin eigentlich gar kein Auto benötigt, ist beim ersten Startversuch, die Batterie natürlich leer. Die U-Bahn ist keine Alternative, denn Frank will es seinem Bruder, der noch unter dem Einfluss der Psychomedikamente steht, nicht zumuten, sich in den vollen Zügen durch Berlin zu bewegen. Und so wird schon die Anreise zum Kudamm zur Odyssee. Dort angekommen wird es aber auch nicht besser: Eine Tasche mit wichtigen Dokumenten geht verloren, die Mitbewohnerin (in die Frank sich verguckt hat) ist erkältet, alle wollen noch Pläne schmieden für Weihnachten und überhaupt – es entwickelt sich eine Story, die vor skurrilen Begebenheiten nur so strotzt. Im Mittelpunkt das Brüderpaar Frankie und Freddie, dazu nach das ebenfalls bekannte Café Einfall, Berlin als geteilte Mauerstadt und so viel Wortwitz und Aberwitzige Situationen, wie nur Sven Regener es schafft, zwischen zwei Buchdeckel zu packen. Für mich mal wieder ein absolutes Lesevergnügen – kurzweilig und kaum aus der Hand zu legen. Daher sehr gerne die volle Punktzahl = fünf von fünf Sterne.
Ein ganz großer Spaß! Ich habe mich sehr gefreut, die guten Bekannten aus den Vorgängerbüchern wiederzutreffen und bin ihnen gerne ins Berlin von 1980 gefolgt. In dem Jahr war ich selbst auch in Berlin und konnte im Buch die Zeit und die Orte wieder riechen und hören.
Einfach genial die Dialoge, ich habe zeitweise laut kichernd auf der Couch gelegen. Dabei wird es aber nicht albern, sondern im Gegenteil: Vor allem die Beziehung der beiden Brüder wird hier durchaus ernsthaft gezeigt. Auch wenn man es nicht als Hörbuch hört, die Stimme von Sven Regener ist immer präsent. Ich freue mich jetzt schon auf eine hoffentlich kommende Fortsetzung.
Vielen Dank, dass ich es vorab lesen durfte!
Rezension bei Amazon folgt, sobald das möglich ist.
Frank Lehmann hat sich 1980 in Berlin als Dauergast bei seinem älteren Bruder Freddie eingerichtet und dessen WG-Zimmer samt Schulden und Job im Café Einfall übernommen. Beide verbindet der ungeklärte Besitz eines Opel Kadetts, der verschenkt, aber nicht umgemeldet wurde. Schließlich gibt man in Berlin ungern seinen Parkplatz auf, hat man einmal einen gefunden. 1980 zog man nach Berlin, um den Wehrdienst zu umgehen, Kunst zu studieren oder schlicht einige hundert Kilometer zwischen sich und zu neugierige Eltern zu legen. Ein Überraschungsbesuch auf dem Landweg setzte voraus, dass man für den Transit durch die DDR rechtzeitig einen Reisepass beantragt hatte.
Wie der erste Schnee kommt Weihnachten wieder einmal überraschend, so dass am Tag vor Heiligabend die Dinge um die Brüder und ihr Umfeld eskalieren. Freddie hatte als Versuchsperson an einer Medikamentenstudie teilgenommen und sieht verheerend schlecht aus. Man könnte sich fragen, ob er als Gesunder oder als Patient mit psychiatrischer Diagnose an der Studie teilgenommen hat. Sein WG-Mitbewohner Karl Schmidt (aus Glitterschnitter) realisiert, dass sein totsicherer Job zum Schneeräumen vor Mietshäusern nur Freude bringt, solange es nicht schneit. Mitbewohnerin Chrissie wird krank, noch ehe sie sich entschieden hat, wo sie Weihnachten verbringt – und Freddie gerät in übelsten Stress als sein kleines Täschchen verschwindet. Die Jagd nach der Tasche kreuzt eine Art Rundtanz um das Thema Weihnachten. Familie Lehmann und Franks Mitbewohner spielen das Spiel: wer sich zuerst bewegt und zusagt, wo er oder sie Weihnachten verbringen will, hat verloren. Hinterher will es dann niemand gewesen sein. So ist bis zuletzt offen, ob F&F bei ihren Eltern in Bremen feiern werden, wer die kranke Chrissie pflegt und wer sich erfolgreich durch Arbeit aus dem Thema Weihnachten herauswinden wird – schließlich muss das Café Einfall für Weihnachtsflüchtige geöffnet bleiben.
Fazit
Zu Beginn wirken die Brüder Lehmann und ihr kleines Rudel dezent untüchtig für eine Großstadt mit Faltplan und Geister-U-Bahnhöfen. Als Weihnachten jedoch mit Riesenschritten anmarschiert, hat mir die Geschichte riesigen Spaß bereitet. Sven Regener bietet eine Hommage an Berlin als Fluchtpunkt vor elterlichen Ansprüchen samt loderndem Bruderkonflikt der Lehmanns. Wer sich noch voller Notalgie daran erinnert, warum man in den 80ern Markstücke anhauchte, kann hier zugreifen.
---
Serieninfo:
nach dem Erscheinen der Romane (Band 7 von 7)
nach der Chronologie der Ereignisse (Band 3 von 7).
Rezensent*in 1259525
Sehr warmherzige und spannende Geschichte
Die Geschichte spielt im Jahr 1980 in Westberlin. Es geht um Frankie und Freddie, die eigentlich aus Bremen sind. Die beiden sind sich über ihre Zukunft überhaupt nicht einig. Der eine versucht in Kreuzberg Fuß zu fassen und der andere möchte nach New York weiterziehen, muss aber erstmal am Kudamm im Probandenhotel wohnen und als Versuchskaninchen für Antidepressiva herhalten. Am Tag vor Weihnachten hat er große Angst vor Menschen, kann nicht mehr U-Bahn fahren und verliert eine wichtige Tasche. Das führt die beiden quer durch die ganze Stadt an ganz verschiedene Orte.
Das war mein erstes Buch von Sven Regener und ich hatte sehr schöne Lesestunden mit der Geschichte, obwohl ich sonst eher ganz ernste Geschichten lese. Aber mir hat diese Mischung aus Ernst und Unterhaltung sehr gut gefallen und ich höre auch gerne die Musik von Element of Crime. In diesem Sinne vergebe ich sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Das ist meine persönliche, warme und leicht melancholische Bemerkung zu dieser packenden Geschichte. Was mich an diesem Roman sofort faszinierte, ist dieses Gefühl, dass zwei Brüder durch eine Stadt taumeln, die selbst nicht weiss, wohin sie gehört. Westberlin 1980 ein Ort zwischen Trotz und Müdigkeit, zwischen Aufbruch und Abgrund. Frankie, der versucht, in Kreuzberg Wurzeln zu schlagen, wirkt für mich wie jemand, der sich an der Welt festhält, indem er sie Stück für Stück erkundet. Freddie dagegen ist ein flackerndes Licht, voller Sehnsucht nach New York, aber gefangen im Probandenhotel, in Medikamenten, in einer Angst, die ihm die U-Bahn und die Menschen nimmt. Die verlorene Tasche ist für mich mehr als ein Gegenstand. Sie ist ein Symbol für all das, was Freddie nicht festhalten kann. Stabilität, Mut, vielleicht sogar sich selbst. Und Frankie, der ihm hinterherläuft durch Schnee, Kälte und dieses seltsame Westberliner Zwielicht, zeigt eine Brüderlichkeit, die nicht laut ist, sondern leise, stoisch, fast zärtlich. Sven Regener erzählt diese Odyssee mit einer Mischung aus Humor und Wehmut, die mich immer wieder innehalten lässt. Die Stadt wird zum dritten Bruder, anarchisch, schroff, aber voller unerwarteter Wärme. Zwischen Kneipen, Hinterhöfen und Schneematsch entsteht ein Roman über Aufbrüche, über das Scheitern an sich selbst und über die Liebe, die manchmal genau dann auftaucht, wenn man sie nicht sucht. Ein Buch, das lacht, friert und tröstet oft gleichzeitig.