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Kaskaden
Roman - "Ein starkes Debüt." Der SPIEGEL
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Erscheinungstermin 15.07.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
»Diese Autorin aus Hamburg ist anders als andere – da kommt was auf uns zu.« Hamburger Abendblatt
Wenn Jojo ihre Herkunft einfach ausradieren könnte, würde sie es tun. Zwar hat sie das Vorstadtgrau weit hinter sich gelassen, doch an der Uni hat sie trotzdem ständig Angst, jemand könnte herausfinden, dass sie nicht hierhergehört. Einzig die Arbeit im Labor gibt ihr Halt. Als Jakob in ihr Leben tritt, findet Jojo zu einer neuen Leichtigkeit. Doch dann erhält sie ein Lebenszeichen ihrer ehemals besten Freundin, und plötzlich ist alles wieder da: die Jahre mit Yara, mit der sie mehr Zeit verbrachte als mit ihren eigenen Eltern. Die auf jeden Spruch eine Erwiderung parat hatte. Und die von einem Tag auf den anderen verschwand, obwohl sie doch gemeinsam ausbrechen wollten aus der Vorstadt. Voller Klugheit und doch federleicht erzählt Louise K. Böhm die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Ein elektrisierender Roman über Herkunft und Zugehörigkeit – mit zwei Heldinnen, die man nicht wieder vergisst.
»Kein simples Coming-of-Age. ›Kaskaden‹ ist ein Buch über Schuld und Vergessen. (...) Und weil Böhm [ihre Figur] Jojo weder entschuldigt noch verurteilt, sondern sie im Schwebezustand zwischen Schuld und Selbstschutz belässt, gewinnt der Roman seine größte literarische Spannung (...) Sie erzählt mit einer Stimme, die so direkt, so ungeschönt und so präzise rhythmisiert ist, dass man sich fragt, warum nicht mehr Gegenwartsliteratur so klingt.« SWR Kultur »Was dieses Buch so besonders macht, sind die gesellschaftlichen Themen, die es anspricht: Klassizismus, Bafög-Struggle und psychische Belastungen. Böhm verleiht dem Roman eine große Authentizität und trifft den Sprachgebrauch einer ganzen Generation. Wer den atmosphärischen Schreibstil von Caroline Wahl mag, wird wahrscheinlich an ›Kaskaden‹ Gefallen finden.« m94.5 Uniradio Bayern - Fettgedruckt (Literaturmagazin) »›Kaskaden‹ hat mich gut unterhalten. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind besonders spannend, denn die romantische Liebe ist für Jojo nicht die Lösung für all ihre Probleme, sondern eben nur eine wichtige unter vielen wichtigen Beziehungen ist. Das habe ich als sehr bestärkend und auch dem Zeitgeist entsprechend gelesen.« Deutschlandfunk Kultur »Ein Buch über Freundinnenschaft als Lebenslinie: ›Kaskaden‹ erzählt messerscharf und zärtlich davon, wie tief dieses Band gehen kann.« Eva Pramschüfer »Dieses Buch zeigt so deutlich, wie Freundschaft die tiefste Form von Liebe sein kann: leise, kompliziert und prägend fürs ganze Leben.« Maria Popov
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Eine Anmerkung des Verlags
Das Debüt des Jahres: Ein elektrisierender Roman über eine prägende, alles einnehmende Freundschaft, die alle Kategorien sprengt.
Marketing-Plan
Mehrstufige, große Marketingkampagne für das Debüt des neuen Erzähltalents Louise K. Böhm.
Mehrstufige, große Marketingkampagne für das Debüt des neuen Erzähltalents Louise K. Böhm.
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783328605249 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
| SEITEN | 288 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 25 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Wow - was in diesem Buch alles drin steckt!
Herkunft, Freundschaft, Selbstliebe, Selbsthass, Zwänge, Loslassen, Vertrauen, seinen Platz finden.
Die ich-Perspektive hatte so eine große Sogwirkung auf mich, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich hab's echt gefühlt!
Lisa S, Buchhändler*in
Was für ein fantastisches Debüt! Mir hat die Thematik der Freundinnenschaft sehr gefallen wie sie in dem Buch dargestellt wurde. Sehr realitisch und mitfühlend. Tiefgründig und zugleich locker zu lesen bei dem Schreibstil.
Buchhändler*in 2130890
*Kaskaden* ist ein stiller, aber unglaublich eindringlicher Roman über Freundschaft, soziale Herkunft und das schwierige Gefühl, irgendwo dazwischen festzustecken. Louise K. Böhm erzählt mit einer einfühlsamen, nahbaren Sprache von den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens und davon, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt. Besonders die Beziehung zwischen Jojo und Yara hat mich berührt, weil sie so ehrlich und vielschichtig wirkt. Ein kluges Debüt, das nicht laut sein muss, um lange nachzuhallen.
Annalena B, Buchhändler*in
Kaskaden ist für mich eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Die Geschichte rund um die Studentin Jojo hat mich stark in meine eigene Uni-Zeit zurückversetzt. Zwischen zerbrochenen und komplizierten Freundschaften, dem Finden einer zweiten Familie, Uni-, Geld- und Prüfungsstress und Verliebtsein. Louise Böhms Schreibstil ist ausgeklügelt, nahbar und spiegelt das Innenleben der Protagonistin unfassbar gut wider. Die verschiedenen Probleme, die gleichzeitig auf Jojo einzuprasseln scheinen, sind stark miteinander verflochten, was meiner Meinung nach perfekt die Zeit Anfang 20 repräsentiert, in der man noch nicht weiß, wer man sein möchte und erst langsam herausfindet, warum man sich so verhält, fühlt und selbst sieht, wie man es eben tut. Ein wundervoller Debütroman!
Ayleen B, Buchhändler*in
Es hat mir gefallen, aber irgendwie auch nicht. Ich war super neugierig was zwischen Jojo und Yara passiert ist und Jojo hat alles so in die Länge gezogen, weil sie einfach nicht aus sich raus kam. Sclussendlich hab ich das Buch ja doch beendet und fand es ganz nett.
Ola F, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Über Netgalley gelesen. Danke an Netgalley und den Verlag!
Kaskaden war leider persönlich nicht ganz mein Buch.
Die Sprache ist zugänglich. Die Wortwahl ist eher rau & direkt, was ich sehr mag und auch hier mochte.
Manchmal hat mir das Buch Vibes eines Poetry-Slam-Textes gegeben. Das Poetische hat sich für mich aber nicht immer natürlich angefühlt, hat zu sehr herausgestochen für meinen Geschmack. Die Wiederholungen, was bestimmte Formulierungen anging, waren bis zu einem gewissen Grad sicher Absicht, aber das hat für mich nicht so sehr gepasst. Es war ein Auf und Ab beim Lesen.
Ich fand keinen guten Zugang zur Hauptfigur (was grundsätzlich ja aber auch gut zu dieser Hauptfigur passt).
Ich fand die Figuren auch trotzdem größtenteils likeable, auch wenn mir Alexis ein kleines Rätsel blieb. Jojo zeigt, wie viele Gleichzeitigkeiten, Teil eines Menschenlebens sein können.
(Außerdem ab und an ganz kleine Fleabag-Vibes.🫶🏾 Toll.)
Was ich sehr gut fand und doll gefühlt hab war das Thema Klassismus.. Bzw. Arbeiter*innenkind in akademischem Umfeld. Wie es sich als Studi ohne reiche Eltern so lebt, welche Sorgen und Überlegungen man hat. Wie fremd sich das alles anfühlt. Das ist so ein wichtiges und unterrepräsentiertes Thema! Das war gut umgesetzt und der Struggle sehr real dargestellt.
Allerdings mag ich den Trope gar nicht, dass ein Mann oder ein Love-Interest Grund dafür ist, wieder ins Leben zu finden. (Verienfacht ausgedrückt).. Ich glaube, die Liebesgeschichte war mir zu viel und ich hatte sie auch durch die vorherige Bewerbung des Buchs mit Fokus auf Freund*innenschaft überhaupt nicht erwartet.
Also… es ist nicht ganz mein Buch. Es gab aber auch Sachen, die mir sehr gut gefallen haben! Es ist empfehlenswert, besonders für Menschen, die u.a. New Adult- und Coming-of-Age-Bücher lesen und sich mehr Substanz und mehr feministische Figuren dabei wünschen.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, ohne eindimensional zu sein, die Figuren sind interessant und vor allem die Ich-Erzählerin zieht einen in ihre Perspektive. Ich konnte mich gut in die Zeit des Studiums zurückversetzen und die jugendliche Orientierungslosigkeit war gut nachvollziehbar. Trotzdem hat es sich für mich auch etwas gezogen und die große Enthüllung am Ende war weniger eindrucksvoll als erwartet. Trotzdem für die Zielgruppe ein gutes Buch!
Anne Madeleine M, Buchhändler*in
Jojo ist im ersten Master Semester. Ihr Bafög-Bescheid fehlt und durch eine DVD von ihrer ehemaligen besten Freundin wird eine Vergangenheit aufgerüttelt, die sie gerne im letzten Eck ihres Kopfes verdrängt gelassen hätte. Jojo kommt aus schwierigen Verhältnissen und lebt unter Menschen, bei denen einiges viel einfacher scheint. Studium, Zahlungen, Beziehungen und manchmal auch einfach das Am-Leben-sein. Mit kunstvoller, aber dennoch präziser Sprache schreibt Louise K. Böhm über Klassismus, Freundschaft und wie man aus einem tiefen Loch wieder zu sich selbst finden kann.
Es hat sehr lange gebraucht, bis ich in das Buch reingefunden habe. Die Sprache habe ich von Anfang an geliebt, aber zur Protagonistin konnte ich einfach keinen Zugang finden. Außerdem erschienen mir die Unterhaltungen zwischen Jojo und Jakob immer so künstlich, so aufgesetzt. In einem Maße klischeehaft, dass es nicht süß und nicht ironisch war, einfach anorganisch. Es wirkte für mich, als wäre das die typische Stellung von Außenseiterin und dem beliebten, coolen Typen, der sich dann nur noch für sie interessiert. Weil sie so anders ist als alle anderen. Doch das Buch hat es doch noch geschafft, mich zu packen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen und mitzufühlen - auf einmal fand ich mich in einem Sog.
Ich muss hier ganz ehrlich sein: es hat das Tief von Jojo gebraucht, damit mir die Augen geöffnet werden konnten. Erst ein deutlicher reality check hat bewirken können, dass ich den Zugang zu ihr finde. Wenn sie darüber nachdenkt, dass ihre Mitbewohnerin Melle mit Riesentrampolin und e-bikes aufgewachsen ist, während ihre Wände zigarettenvergilbt und ihr Hof eine Müllhalde war. Dass ein Einkauf bei Edeka für sie die reinste Form von Reichtum darstellt - und kein normaler Supermarkt. Ja, ich habe mich erst angegriffen gefühlt und gedacht „ach komm, die Annas und Lenas können doch auch nichts dafür, wie sie geboren sind, sie sind mit ihrem 5€ Cappuccino nicht deine Feinde“. Aber sie - wir - können ein Leben führen, von dem Jojo nur träumen kann. Und das darf sie verzweifelt und wütend machen. Man muss sich seines Privilegs bewusst sein, das kann (und soll) unbequem sein.
Die Sprache selbst ist für Leser meiner Generation zunächst ungewöhnlich. Der Plot und die sprachlichen Bilder sowie die differenzierten Einblicke in das Gefühlsleben der Protagonistin sind jedoch fesselnd und großartig gelungen
Schwaaz Vere B, Buchhändler*in
Jugend und Adoleszenz sind nicht die einfachsten Lebensabschnitte - und ein Buch darüber zu schreiben, dass so tief eintaucht in die zwischenmenschlichen Seiten des Brauchens und Gebrauchtwerdens - Freundschaft als verlässlicher Halt? Oder nur eine Stütze auf dem Weg zur Selbst-Stärkung? ein toller Roman - ein „Must-Read“ - unbedingt
Nadine D, Buchhändler*in
Man liebt und leidet mit bei diesem Roman und fühlt sich oft auch an die eigene Jugend/Studienenzeit erinnert. Es macht Spaß zu lesen, ist toll gesshrieben voll kluger Metaphern/Gedanken und trotzdem wird der Roman mir wahrscheinlich nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben, weil die Geschichte, gefühlt, so alltäglich ist.
Die junge Jo-Jo leidet an vielem was sie kompensiert durch Abwehr selbst gutgemeinterHilfen. Das BAföG kommt seit Monaten nicht, im Labor der Uni fühlt sie sich wohl. Erst spät dröselt sich ihre Verspannung der von ihr verstoßenen Beziehung auf, ihre geduldigen Mitmenschen heben sie immer wieder auf. Ich habe mitgelitten.
Rezensent*in 1518830
Manche Bücher erzählen eine Geschichte. Andere fühlen sich an wie ein Echo, das noch lange nach dem Zuklappen nachhallt. Kaskaden von Louise K. Böhm gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.
Im Mittelpunkt steht Jojo, die Molekularbiologie studiert und versucht, sich in einem Leben zurechtzufinden, das sie sich hart erarbeitet hat. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und trägt die Unsicherheit ihrer Herkunft ständig mit sich. Während das Labor ihr Struktur und Sicherheit gibt, holen sie Erinnerungen an ihre ehemalige beste Freundin Yara immer wieder ein. Als sie nach der Beerdigung von Yaras Vater eine DVD überreicht bekommt, beginnt sie sich mit einer Vergangenheit auseinanderzusetzen, die sie nie wirklich hinter sich gelassen hat. Nach und nach entfaltet sich die Geschichte einer tiefen Freundschaft, die ebenso prägend wie schmerzhaft war.
Louise K. Böhm gelingt mit ihrem Debüt etwas Beeindruckendes: Sie schreibt über Klassismus, soziale Herkunft, Scham, Verlust und Identität, ohne dabei jemals belehrend zu wirken. Stattdessen entsteht ein Roman, der leise erzählt ist und gerade dadurch eine enorme Wucht entwickelt. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie authentisch Jojo als Figur gezeichnet wurde. Ihre Gedanken kreisen, sie hinterfragt sich ständig, sucht nach Halt und versucht gleichzeitig, ihren Platz in einer Welt zu finden, in der sie sich nie selbstverständlich zugehörig fühlt.
Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Mal poetisch und zart, dann wieder rau, direkt und beinahe atemlos. Die Sprache spiegelt Jojos Gedankenwelt perfekt wider und macht ihre innere Zerrissenheit greifbar. Manche Passagen lesen sich wie ein Gedankenstrom, der einen völlig in den Bann zieht. Dadurch entsteht eine intensive Nähe zur Protagonistin, die mich emotional sehr berührt hat.
Besonders gelungen fand ich, dass der Roman keine einfachen Antworten liefert. Er zeigt, wie lange Herkunft nachwirken kann, wie tief Freundschaften einen prägen und dass manche Wunden auch Jahre später noch nicht vollständig verheilt sind. Gleichzeitig erzählt Kaskaden vom Erwachsenwerden, von der Suche nach Zugehörigkeit und davon, wie schwer es sein kann, sich von der eigenen Vergangenheit zu lösen.
Kaskaden ist kein lauter Roman. Er lebt von seinen Zwischentönen, seinen Beobachtungen und den vielen unausgesprochenen Gefühlen. Genau das macht ihn so besonders. Dieses Buch fordert Aufmerksamkeit, schenkt seinen Leserinnen und Lesern dafür aber eine Geschichte, die lange im Kopf bleibt.
Für mich ist Louise K. Böhm ein beeindruckendes neues Talent der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ein sensibles, kluges und sprachlich starkes Debüt über Freundschaft, soziale Ungleichheit und die Frage, ob wir unserer Herkunft jemals wirklich entkommen können.
Vom Verlorensein
Ich fand die Stimmung im Buch so ein bisschen beklemmend. Muss ehrlich gestehen- so als Sommerread nicht unbedingt mein Fall, ich glaube für dieses Buch muss man echt in der passenden Laune sein. Man merkt einfach sehr, wie belastend und angespannt für Jojo die Situation ist und für mich war das so ein richtiger Downer.
Liebe das ja, wenn Bücher ihre Emotionen gut auf den Leser übertragen, aber jetzt im Sommer waren die Melancholie und Wut so ein bisschen ein Moodkill. Das Geheimnis und Bangen, um die DVD und dieses absolute Aufschieben sie sich anzusehen und damit auseinanderzusetzen, hab ich irgendwie nicht nachvollziehen können. Bin mir auch nicht sicher, ob ich die Message dahinter verstanden habe.
Cool fand ich, dass Jojo diesen naturwissenschaftlichen Background bekommen hat. Und auch die etwas unkonventionelle Lovestory mit Jakob hat mir gut gefallen. Generell mochte ich Jakob richtig gern.
Hab das Buch vor allem in der Hoffnung zu Ende gelesen, dass es ein Happy End geben könnte. Und tatsächlich habe das Ende als Hoffnungsschimmer empfunden und fand es nicht nur versöhnlich, sondern auch wie einen echten Neuanfang für Jojo. War storytechnisch etwas unkonventioneller, aber nicht schlecht geplottet. Hat mich einfach nur nicht in der passenden Stimmung erwischt.
Linda R, Rezensent*in
,,Kasakaden'' von Louise K. Böhm ist ein gelungener Debütroman, der vom Verlust der ersten ,,ultimative Freundschaft'' erzählt und der Art und Weise, wie man spätere, auch romantische, Beziehungen an diesen Erfahrungen misst.
Rezensent*in 1830382
„Kaskaden“ ist der Debütroman von Louise K. Böhm. In der Geschichte geht es um Jojo, die Biologie studiert und mit ihrer Freundin in einer WG lebt. Keime und gewisse Aspekte ihrer Vergangenheit versetzen sie in Aufruhr - Geldsorgen, soziale Ungleichheit, eine frühere Freundschaft, eine gewisse DVD, Zweifel, Vertrauensfragen und ein Date beschäftigen sie.
Das war eine eindrückliche Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Der Schreibstil ist direkt und ungeschönt, dabei nah und authentisch. Es liest sich wie mitten aus dem Leben. Jojo ist mit so mancher Herausforderung beschäftigt. Zunächst musste ich erstmal in die Geschichte hereinfinden, dann hat eine kleine Sogwirkung eingesetzt und ich wollte erfahren, wie es Jojo weiter ergeht und was es mit ihrer Vergangenheit auf sich hat. Das Tempo ist eher gediegen und es geht um einige tiefere Themen wie Freundschaft und Herkunft.
Eine interessant Geschichte, nur leider hat sie mich nicht ganz gepackt.
Ich bin mit der Hauptcharakterin nicht si warm geworden, obwohl es sich gut las.
Mal schauen was sonst noch aus ihrer Feder kommt.
Und dann gibt es Menschen wie mich: die Zwischentöne. Die, die nirgendwo reinpassen
Louise K. Böhms Protagonistin Jojo würde ihre Herkunft am liebsten verleugnen. Obwohl sie es aus der Vorstadt an eine Kleinstadt-Uni geschafft hat und Molekularbiologie studiert, kommt sie sich oft fehl am Platz vor.
„Die Erstis […] malen sich aus, wie sich ihr Leben mit dem Unibeginn fundamental ändern wird. Ihr Tag beginnt mit dem teuren Müsli von Edeka, einer Portion Selbstzweifeln und einem Telefonat mit Mama. Irgendwann, nach der ersten Uniwoche, stellen sie enttäuscht fest, dass sie immer noch die gleichen Menschen sind wie vorher. Dass die Mittelmäßigkeit in ihre DNA eingraviert ist wie ein schlechtes Tattoo. Dann gibt es ihre Gegenstücke. Die Stars dieses Ökosystems. Schlaghosen, Glitzer im Gesicht, jedes Wochenende drei Partys, unter der Woche Vernissagen, Kurzfilmfestivals, Initiativentreffen, Sport. Sie sind ja so lebendig. Sie sind ja so glücklich. Vielleicht hätte ich auch eine von ihnen sein können, wenn die Dinge nicht so gekommen wären, wie sie gekommen sind.
Und dann gibt es Menschen wie mich: die Zwischentöne. Die, die nirgendwo reinpassen.“
Eigentlich wollte Jojos beste Freundin Yara nach dem Abitur gemeinsam mit ihr die graue Hochhaussiedlung verlassen. Stattdessen ist Yara damals ohne Erklärung verschwunden. Seitdem hat Jojo starke Probleme, jemandem zu vertrauen. Mit ihrer WG-Mitbewohnerin Melle verbindet sie zwar eine zarte Freundschaft, doch wirklich öffnen kann Jojo sich nicht. Nur die strengen Regeln im Labor sowie fast zwanghafte Desinfektionsrituale geben ihr Halt. „Das Labor ist eine Parallelwelt. Ich mag die völlige Ruhe, die Milchglasfolie an den Scheiben, die Notfallpläne und Piktogramme über dem Waschbecken. Mag, dass alles Regeln hat. Dass jeder Handgriff einem Protokoll folgt, und wenn ich es verkacke, bin nur ich schuld.“
Als sie Jakob, einen Tutor, kennenlernt, erscheint das Leben wieder leichter. Doch eine geheimnisvolle DVD, die ihr Yaras Mutter zukommen lässt, lassen die alten Wunden und Erinnerungen wieder hochkommen …
„‘Ich denke oft an die Leben, die ich nie leben werde. Ich mag es, mir vorzustellen, dass andere Versionen von mir existieren.“
‚Und für welches Leben würdest du dich entscheiden, wenn du die freie Wahl hättest?“
Für das Leben, in dem Yara noch bei mir ist.“
Louise K. Böhms Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. In Jojo und ihre Klassenscham konnte ich mich sehr gut einfühlen. Besonders die Momente, wenn ihr Geldmangel und ihre Herkuft ihr Steine in den Weg werfen, waren unfassbar intensiv.
„Eine Mail von der neuen Tutorin mit fünf Ausrufezeichen im Betreff, darin ein Buch für die Modulprüfung. Verpflichtend. […] Mir wird schwarz vor Augen. 159 Euro für ein Buch, das sind sieben vegane Pizzen in dem neuen Restaurant, das sind 106 Filterkaffees beim Ranzkiosk, 88 Packungen Spirelli (die günstigen), 26 Monate Spotify mit Studirabatt, 13 Jahre lang Zugang zu öffentlichen Bibliotheken. Ein Drittel Monatsmiete.
[…] Und wie ich da kauere vor dem Kühlschrank, mich abstütze am Getränkefach, immer mit der Angst im Rücken, von Melle entdeckt zu werden, denn wie erklärt man das jemandem, der nicht mit Aldi-Prospekten Lesen gelernt hat.
Ich könnte es ihr sagen. Natürlich. Ich könnte sagen: Mein BAföG-Bescheid ist noch nicht da und die beim Amt gehen nie ans Telefon und das Kindergeld reicht nicht und meine Eltern können nicht helfen und ich rutsche immer weiter in den Dispo und ich habe kein Geld für den Wocheneinkauf und ich muss eigentlich dieses Buch kaufen, sonst falle ich durch die Prüfung, und wenn ich durch die Prüfung falle, muss ich ein Jahr länger machen, und wenn ich ein Jahr länger machen muss, kriege ich kein BAföG mehr, und wenn ich kein BAföG mehr kriege, muss ich arbeiten gehen, und wenn ich arbeiten gehen muss, habe ich keine Zeit mehr zum Lernen und schaffe den Master nicht. Aber was würde das bringen, außer diese heiße Scham, jedes Mal, wenn sie mich ansieht. Mit neuen Augen, unter denen ich plötzlich nicht mehr Jojo, ihre Mitbewohnerin und Freundin bin, sondern Jojo aus dem Block, Jojo mit den Bürgergeldeltern. Wahrscheinlich würde sie so was sagen wie: Hä, also no offense, aber so was weiß man doch vor dem Studium, Maus. Vielleicht würde sie mich aus der Wohnung schmeißen, weil sie Angst hätte, dass ich die Miete nicht mehr zahle. Und was dann.“
Auch der Aufbau der Geschichte mit Rückblicken in die Vergangenheit war rundum gelungen; erst zum Ende hin setzt sich nach und nach zusammen, was damals passiert ist.
„Kaskaden“ ist ein berührender Coming-of-Age-Roman über Herkunft, soziale Ungleicheiten, Freund*innenschaft bzw. toxische Beziehungen – und über den Mut, nach vorne zu schauen.
Vielen Dank an die Penguin Random House Verlagsgruppe & an NetGalley für das digitale Rezensionsexemplar! 📚💚
Rezensent*in 2141504
Ich habe den Debütroman „Kaskaden“ von Louise K. Böhm unheimlich gerne gelesen. Eines der besten Debütromane in diesem Jahr!
In der Geschichte geht es um eine junge Frau namens Jojo. Sie studiert im Master Biologie in einer Kleinstadt und lebt mit einer Freundin in einer WG. Sie kann sich am besten entspannen, wenn sie im Labor steht und pipettiert. Es geht um viele Themen: Unsicherheiten, Studium, Zukunftsängste, Liebeskummer und Geldsorgen. Können es sich nur Menschen mit einem familiären Backround leisten, an die Uni zu gehen und zu studieren?
Was ich hier wirklich hervorheben möchte, ist die Darstellung der Hauptfigur. Sie ist so authentisch, so realistisch. Ehrlich gesagt, für ein Debütroman eine enorme Leistung. Man ist sofort in einem Lesefluss. Die Sprache ist toll, zum Teil poetisch.
Fazit: Ein sprachlich und inhaltlich überzeugender Debütroman! Ich kann ihn jedem ans Herz legen! Fantastisch!
Amy K, Rezensent*in
Eine Geschichte, die leise beginnt und lange nachhallt
Kaskaden ist kein Roman, der mit großen Wendungen oder viel Drama überzeugen möchte. Stattdessen erzählt Louise K. Böhm eine Geschichte, die sich langsam entfaltet und gerade dadurch so eindringlich wirkt. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, dass hier weniger die Handlung als vielmehr die Figuren und ihre Emotionen im Mittelpunkt stehen und genau das hat mich schnell in den Bann gezogen.
Jojo war für mich eine unglaublich greifbare Protagonistin. Ihre Zweifel, die ständige Angst, nicht dazuzugehören, und der Spagat zwischen ihrer Herkunft und ihrem heutigen Leben haben sich sehr authentisch angefühlt. Besonders die Freundschaft zu Yara hat mich berührt. Sie wird mit all ihren schönen, komplizierten und schmerzhaften Seiten erzählt und zeigt, wie sehr Beziehungen einen Menschen prägen können, selbst dann, wenn sie längst vorbei sind.
Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich Themen wie Herkunft, soziale Ungleichheit und das Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen, in die Geschichte eingebunden werden. Nichts wirkt belehrend, stattdessen entwickelt sich vieles ganz natürlich aus den Figuren und ihren Erfahrungen. Gerade dadurch haben mich viele Gedanken aus dem Buch noch lange nach dem Lesen beschäftigt.
Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist bildhaft und oft fast poetisch, ohne dabei künstlich zu wirken. Manche Passagen wollte ich direkt noch einmal lesen, weil sie so treffend formuliert waren. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte bewusst Zeit und erzählt eher leise. Wer einen temporeichen Roman erwartet, braucht vielleicht etwas Geduld. Für mich hat dieses entschleunigte Erzählen aber perfekt zur Geschichte gepasst.
Kaskaden ist für mich ein Roman, der nicht durch große Überraschungen überzeugt, sondern durch seine Figuren, seine Sprache und die vielen kleinen Momente dazwischen. Wer Geschichten mag, die emotional nachwirken, wichtige gesellschaftliche Themen aufgreifen und dabei ganz nah an ihren Figuren bleiben, sollte diesem Buch unbedingt eine Chance geben. Mich hat es auf eine stille, aber sehr nachhaltige Weise beeindruckt.
Joulina W, Rezensent*in
Kaskaden ist ein beeindruckendes Debüt, das mit seiner ruhigen Intensität und sprachlichen Präzision lange nachhallt. Die Figuren wirken unglaublich echt, ihre Beziehungen sind vielschichtig und voller unausgesprochener Gefühle. Dieses Buch nimmt sich Zeit – und genau das macht es so besonders.
Ich war von der Atmosphäre und den feinen Beobachtungen völlig gefesselt. Ein Roman, der nicht laut sein muss, um tief zu berühren. 5 von 5 Sternen.
Isabelle M, Buchhändler*in
Louise K. Böhms Kaskaden ist ein sprachlich außergewöhnlicher Roman über die zerstörerische Kraft einer Freundschaft, die längst zur emotionalen Abhängigkeit geworden ist. Mit großer Sensibilität zeigt Böhm, wie die enge Bindung zwischen zwei Jugendlichen die Protagonistin immer stärker vereinnahmt und ihre eigene Identität zu verschlingen droht. Gerade in einer Zeit, in der viel über toxische Beziehungen gesprochen wird, erweitert der Roman den Blick auf die oft unterschätzte Dynamik manipulativer Freundschaften. Poetisch, eindringlich und atmosphärisch dicht erzählt, bleibt Kaskaden mir auf jeden Fall noch lange nach der letzten Seite im Gedächtnis.
Buchhändler*in 2024334
Sehr ehrlich und ungeschönt nimmt die Autorin uns mit in das Leben einer jungen Frau zwischen Geldsorgen, Selbstfindung und einem Trauma aus der Vergangenheit, welches bis heute ihre Beziehungen beeinträchtigt.
Wo andere Autorinnen über Klasse schreiben wollten, hat es Louise Böhm brillant geschafft und damit ein Buch vorgelegt, das sich andere als Beispiel nehmen sollten.
Sprachlich vereint es alltägliches und literarisches so geschickt, dass ich förmlich durch das Buch geflogen bin. Die Charaktere mit ihren Ecken und Kanten sind liebenswert wie gute Freund*innen und fühlen sich an wie Personen, die man an der nächsten Straßenecke treffen könnte. Absolute Leseempfehlung und großes Kompliment für ein so gelungenes Debüt.
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