Und jetzt queer!
Lesen jenseits der Norm
von Bianca-Maria Braunshofer; Marlon Brand; Tobi Schiller
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Erscheinungstermin 03.03.2026 | Archivierungsdatum 05.06.2026
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Zum Inhalt
Drei Autor:innen zeigen uns, wie vielfältig Literatur sein kann – jenseits des klassischen Kanons.
Lesen öffnet uns die Welt. In guten Geschichten erfahren wir etwas über uns selbst und die vielfältigen Formen des Lebens. Literatur kann eine Behausung sein, eine offene Frage, ein Möglichkeitsraum außerhalb des eigenen Alltags. Warum zeigt uns der klassische Kanon dann trotzdem nur einen kleinen Teil der Welt? Warum wird uns in Schule und Feuilleton oft eine Norm vermittelt, die es weder in der Welt noch in der Literatur gibt? Warum spiegelt sich die Vielfalt queerer Identitäten und Lebenswelten so wenig in der Wahrnehmung von Literatur? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Bianca Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller schon lange. In ihrem Buch befassen sie sich intensiv mit queerer Literatur und zeigen, dass sie schon immer Teil der Literaturgeschichte gewesen ist. Ihr Lesen und Schreiben ist eine Einladung, die ganze Vielfalt des Lesens zu erkennen.
Mit Glossar und vielen Lektüretipps – von Chinelo Okparanta bis Stefan Zweig, von Torrey Peters bis Audre Lorde, von Sappho bis Kim de l’Horizon.
Drei Autor:innen zeigen uns, wie vielfältig Literatur sein kann – jenseits des klassischen Kanons...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783701183968 |
| PREIS | 25,00 € (EUR) |
| SEITEN | 240 |
Links
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Pia E, Buchhändler*in
Super recherchiert und reflektiert bietet dieses Buch Infos rund um queere Literatur. Es erklärt, warum jede:r queer lesen sollte und unterstützt das durch viele coole Buchtipps. Aber auch Verlage werden vorgestellt, die sich schon seit langer Zeit für mehr Sichtbarkeit einsetzen und Autor:innen eine Plattform bieten. Macht euch also bereit, euren SUB zu vergrößern!! Mir hat's richtig gut gefallen!!!
Für „Und jetzt queer! Lesen jenseits der Norm“ haben drei leidenschaftliche Bücherwürmer eine Wundertüte voller Leseanregungen zusammengetragen: Bianca-Maria Braunshofer, Co-Gründerin der Wiener Buchhandlung o*books, Marlon Brand, der als @booksaregayasfuck seit 2017 auf Instagram über queere Literatur schreibt und Tobi Schiller, der gemeinsam mit Marlon Brand den Literatur-Newsletter „Queerer Kanon?“ herausgibt. Die farbenprächtigen Illustrationen sind von El Boum aus Berlin.
„Und jetzt queer!“ ist eine Einladung zu einem Streifzug durch die queere Literatur und fühlt sich an wie der Moment der Verbundenheit, der zwischen Leser*innen von queeren Büchern im öffentlichen Raum entstehen kann.
Allein während des Schreibens an „Und jetzt queer!“ beobachteten die Autor*innen erschreckende Entwicklungen: der brutale Anstieg queerfeindlicher Übergriffe in Deutschland, Wolfram Weimers Gender-Verbot in seiner Behörde, die verschärfte politische Rhetorik gegenüber queeren Menschen seit dem Einzug der rechtsextremen AfD, die unzähligen, zutiefst menschenfeindlichen Debatten in den Medien, die trans Menschen ihre Existenz absprechen und vieles mehr.
Umso wichtiger ist es für uns alle, egal ob queer oder nicht-queer, queere Perspektiven zu erkunden.
Wie weit queere Perspektiven in der Geschichte zurückreichen, das zeigen Braunshofer, Brand und Schiller in gut lesbaren, zum Teil interviewartig angelegten Beiträgen. Schon bei Ovid wurden binäre Geschlechtsauffassungen in Frage gestellt.
Es finden sich kurze, kritische Essays zur Degradierung von queerer Literatur, der ständig eine Nabelschau unterstellt wird, zu erfolgreichen Titeln wie „Ein wenig Leben“, ein Bestseller, dessen Aneignung und Auslassung betrachtet werden muss.
Tolle Leseanregungen beinhaltet „Und jetzt queer!“ für unterschiedlichste Genres, Kinder- und Jugendliteratur wird dabei zu meiner großen Freude nicht ausgelassen.
Frischen Lektürewind ins Klassenzimmer für mehr Leselust bringen die zahlreichen Informationen und Tipps für Lehrkräfte.
Ich werde dieses Buch Buchhändler*innen, Lehrer*innen, Verleger*innen und natürlich Leser*innen ganz generell empfehlen. Bibliodiversität für alle <3!
Ich bin zwar mit anderen Erwartungen an dieses Buch gegangen, aber es war trotzdem keine Enttäuschung.
Wer mehr über die Geschichte queerer Literatur wissen möchte und dabei den ein oder anderen Tipp abstauben möchte, ist hier goldrichtig.
Die einzelnen Essays, die auch quer und unabhängig voneinander gelesen werden können, sind zugänglich geschrieben und enthalten viel Wissenswertes.
Womit ich nicht in dem Ausmaß gerechnet habe, ist der Fokus auf die aktuelle politische Lage, auch in anderen Ländern, auf banned books und auf Diskriminierung früher und heute. Ich wollte mich intensiv mit queerer Literatur auseinandersetzen und nicht in Depressionen versinken... aber ich verstehe auch, dass es vielleicht nötig ist, das alles so umfangreich zu benennen.
Besonders gefallen haben mir die Abschnitte zu Kinder- und Jugendliteratur sowie Fantasy und Sci-Fi. Letzteres ist eben genau meins und ich finde, da hätte man noch so viel mehr sagen und empfehlen können.
Leider liegt der Fokus stattdessen etwas zu sehr auf Klassikern und Literary Fiction - zwei Genres mit denen ich nicht so viel anfangen kann. Man bekommt auch den Eindruck, dass die Autor*innen da nicht so ganz aus ihrer akademischen Haut können.
Komplett gefehlt haben dafür queerer Horror und Romance. Dabei gibt es da so viel, vor allem im englischsprachigen Raum! Und zumindest bei Romance kriegt man dann auch das so viel gewünschte Happy End, das ist da nämlich Standard.
Ich lese seit über 10 Jahren viel queer und darf mir ein Sternchen in mein Heft eintragen: ich kannte die meisten der erwähnten Bücher und Autor*innen.
Trotzdem habe ich bei der literarischen Weltreise noch was gelernt und musste mir Leerstellen eingestehen.
Alles in allem ein wirklich wichtiges und gutes Buch, auch wenn ich mir persönlich einen anderen Fokus gewünscht hätte. Aber das ist einfach Geschmackssache.
Und jetzt queer ist ein unglaublich wichtiges, starkes und zugleich sehr zugängliches Buch, das aufklärt, bestärkt und zum Nachdenken anregt 🏳️🌈💜
Mit viel Klarheit und Einfühlungsvermögen erklärt das Buch verschiedene Begriffe, Identitäten und Erfahrungen aus der queeren Community – ohne kompliziert oder belehrend zu wirken. Stattdessen fühlt es sich eher an wie ein offenes Gespräch, das Verständnis schafft und Barrieren abbaut.
Besonders gelungen ist, dass hier nicht nur Fakten vermittelt werden, sondern auch echte Lebensrealitäten sichtbar gemacht werden. Dadurch wirkt alles nahbar, respektvoll und gleichzeitig empowernd.
Was mir besonders gefallen hat: Das Buch gibt Raum für Vielfalt und zeigt, wie unterschiedlich queere Identitäten sein können – ohne Schubladen, sondern mit viel Offenheit und Wertschätzung.
Alessandra L, Buchhändler*in
Ich habe zwar nur für eine Recherche in das Buch geschaut, aber die Aufteilung war sehr übersichtlich und ich habe viele interessante Infos aus verschiedenen Kapiteln entnehmen können. Außerdem ist allein schon das Cover sehr gut gelungen und auch die Themenauswahl nischig, aber eben auch super wichtig und notwendig.
David Lenn L, Buchhändler*in
"Und jetzt Queer" ist eine sehr schöne Sammlung von Essay, die sich mit verschiedenen Aspekten von queerer Literatur beschäftigen. Durch die drei Autor*innen sind sich die Texte sehr unterschiedlich - was für mich Vor- und Nachteile hat. Einige Texte fand ich wirklich großartig (so beginnt das Buch zum Beispiel mit einer wunderbaren Einleitung), bei anderen sehe ich noch etwas Luft nach oben (vor allem hat mich das Kapitel über queere Schullektüre inhaltlich etwas enttäuscht). Alles in allem ist das Buch aber auch jeden Fall lesenswert. Eine Einladung zum queer lesen. Für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Sexualität und Buchgeschmack.
Und jetzt queer! von Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller
Das Buch beschäftigt sich mit queeren Lebensrealitäten und vermittelt grundlegendes Wissen rund um Begriffe, Identitäten und gesellschaftliche Zusammenhänge. Dabei geht es unter anderem um sexuelle Orientierung, geschlechtliche Vielfalt und die Frage, wie queere Perspektiven im Alltag sichtbarer und verständlicher werden können.
Ich fand den Zugang insgesamt sehr klar und niedrigschwellig. Viele Themen werden so aufbereitet, dass man auch ohne Vorwissen gut folgen kann. Gerade die Struktur hat mir geholfen, mich schnell zurechtzufinden und einzelne Aspekte besser einzuordnen.
Was mir besonders aufgefallen ist, ist der Fokus auf Aufklärung und Verständlichkeit. Es geht nicht darum, möglichst komplex zu sein, sondern darum, Wissen zugänglich zu machen und Begriffe sauber zu erklären. Das hat für mich gut funktioniert, weil es Orientierung gibt, ohne zu überfordern.
Gleichzeitig hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, dass Themen eher angerissen als vertieft werden. Das passt zum Anspruch, einen Überblick zu geben, aber ich hätte mir hier und da etwas mehr Tiefe gewünscht.
Insgesamt ist es für mich ein informatives Buch, das Grundlagen vermittelt und dazu beiträgt, queere Perspektiven besser zu verstehen, ohne dabei unnötig kompliziert zu werden.
★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Que(e)rbeet für alle: Für mehr Vielfalt beim Lesen
„Und jetzt queer!“ von Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller ist ein umfassendes und schön (mit farbenfrohen Illustrationen von Jasmina El Bouamraoui) gestaltetes Sachbuch über queere Literatur. Thematisch werden hier sowohl die Definition als auch die Geschichte der queeren Literatur, die verschiedenen Genres, Autor*innen und Verlage abgedeckt. Die Autor*innen gehen der Frage nach, weshalb der klassische Literaturkanon nur einen Bruchteil der Weltliteratur abbildet, und sie zeigen auf, dass queeres Schreiben und queere Autor*innen schon immer fester Bestandteil der Literaturgeschichte waren.
Sehr interessant fand ich auch, dass das Buch einen starken Fokus auf die aktuelle politische Lage weltweit legt sowie auf „banned books“ sowie Diskriminierung damals und heute.
„Mehr als ein Comeback müssen wir Zensur als eine historische Konstante verstehen. Lange bevor der Buchdruck Wissen allmählich demokratisierte, entschieden wenige Machthaber darüber, was gelesen werden durfte. Die Katholische Kirche hat seit jeher versucht, bestimmte Sachverhalte oder Erzählungen nicht an die breite Bevölkerung durchdringen zu lassen.
Von Gelehrten oder Priestern – jene also, die Lesen und Schreiben erlernen durften – ging die Deutungshoheit aus. Und das bedeutete Macht. Bücher spielten eine entscheidende Rolle dabei, diese zu untergraben. Der Buchdruck sorgte dafür, dass wissenschaftliche Schriften von immer mehr Menschen gelesen werden konnten. Dadurch wurde die klerikale Weltordnung zunehmend infrage gestellt. Um sich nicht noch angreifbarer zu machen, begannen meist mächtige Männer bereits im 16. Jahrhundert Bücher zu verbieten.
Eines der folgenreichsten Verbote versammelte der Index Librorium Prohibitori kurz Index Romanus. Dieser listete all jene Werke, die nach Ansicht der Kirche ihre Macht zu schwächen drohten – und hielt sich bis 1965. Heute existiert dieser Index nicht mehr; die langen Listen verbotener Bücher tragen nun neue Namen. Die Logik bleibt dieselbe: Was nicht in das Weltbild der jeweiligen Regierungen und Mächtigen passt, muss verschwinden. Je autoritärer ein Staat, desto länger ist die Liste der verbotenen Bücher.“
Die vorgestellten queeren Genres trafen nicht alle meinen persönlichen Lesegeschmack; sehr positiv fand ich aber auf jeden Fall das Kapitel über queere Kinder- und Jugendliteratur. Gerade im Bereich der Schullektüren besteht hier ein großer Bedarf an moderneren, vielfältigeren Leselisten!
Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar, eine ausführliche Literaturliste und hilfreiche Weblinks.
„Die Frage, warum nicht-queere Menschen queere Literatur lesen sollten, amüsiert und frustriert mich gleichermaßen. Die Antworten darauf sind offensichtlich und vielfältig. Andersherum gefragt: Welche Gründe könnte es geben, keine queere Literatur zu lesen? Wenn wir Queerness als ein Spektrum menschlicher Realität begreifen, wieso sollten wir uns ausgerechnet damit nicht beschäftigen wollen? Warum sollte unsere menschliche Neugierde hier ein Ende finden? Fürchten wir etwa, uns mit den Figuren nicht identifizieren zu können? Ich halte das für ein fadenscheiniges Argument. Immerhin können wir uns mit allen möglichen Fabelwesen oder Superheld*innen identifizieren, ebenso wie mit Normalsterblichen, die plötzlich Großes vollbringen. In der Regel haben unsere gewöhnlichen Leben wenig mit diesen Geschichten gemeinsam. Dank der Kraft der Fiktion und unserer Imagination können wir uns trotzdem in ihnen verlieren. Ich wiederhole: Weshalb sollten wir uns nicht auch mit queeren Menschen identifizieren können?“
„Und jetzt queer!“ ist ein Buch, das ich allen Lesenden empfehlen möchte – ein tolles Nachschlagewerk und eine Einladung an alle, die ganze Vielfalt der Literatur kennenzulernen!
„Wie in diesem Buch hoffentlich deutlich wird, ist queere Literatur mehr als ein bestimmtes Thema, nicht nur eine Perspektive oder ein Genre. Queerness ist eine offene Bewegung. Sie bedeutet ein Hinterfragen von Normen und die Suche nach Freiheiten, die unser Leben bereichern können. Und davon können wir alle profitieren – auch nicht-queere Menschen.“
Vielen Dank an den Leykam Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚
Rezensent*in 1863493
Mit "Und jetzt queer! Lesen jenseits der Norm" (erschienen im Leykam Verlag) führen Marlon Brand, Bianca-Maria Braunshofer und Tobi Schiller durch die Geschichte und Vielfalt der queeren Literatur. Dabei ermöglichen sie in ihren jeweiligen Aufsätzen einen niederschwelligen Zugang zu den Themen. Die jeweiligen Essays können auch unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.
Die Herangehensweise und die jeweiligen Schreibstile der drei Autor*innen unterscheiden sich, was die Lektüre jedoch insgesamt abwechlsungsreich macht und eine unerwartete Perspektivvielfalt mitbringt.
Neben der queeren Literaturgeschichte stehen die politische Situation (Zensur) und die sozialgesellschaftliche Stellung (damals wie heute) im Fokus. Am Beispiel diverser Buchgenres gehen die Autor*innen der Frage nach, was queere Literatur ausmacht, denn Queerness in der Literatur begegnet uns oft, ohne dass wir sie als solche erkennen.
Das Buch gibt dabei einen umfassenden, aber natürlich nicht vollständigen, Überblick derer Bücher, die Identitäten abseits der Heteronormativität thematisieren.
Mein Fazit: Schön illustriertes Sachbuch und ein interessanter Wegweiser, der einen guten Überblick gibt.
Ein Glossar sowie eine umfangreiche Übersicht mit Lektüre- und Linktipps am Ende des Buches ermöglichen Interessierten eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema.
Ich gebe daher 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung für interessierte queere Menschen ebenso, wie insbesondere auch für alle, die neugierig auf die queere Literaturvielfalt sind.
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