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Buchcover für Gelb, auch ein schöner Gedanke

Gelb, auch ein schöner Gedanke

Roman

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Erscheinungstermin 12.02.2026 | Archivierungsdatum 31.08.2026


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Zum Inhalt

»Was du hier für einen zärtlichen Krach geschaffen hast!« Saša Stanišić

Ein wunderbares Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation, mal zärtlich und poetisch, mal wütend, humorvoll und sehr direkt erzählt mit einer überraschenden Wendung, die das Ende eines Lebens und unseren Umgang damit in ein völlig neues und unbekanntes Licht rückt.

Georg stirbt, und das schon viel zu lange. Während Ruth ihren Mann selbstvergessen zu Hause pflegt und sich darüber von ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lea entfremdet, möchte die endlich Normalität und ungebremst ein jugendliches Leben führen. Ruth und Lea brauchen sich, driften aber immer weiter voneinander weg. Und dann passiert etwas mit Georg, mit dem keiner gerechnet hat.

»Das Moos tröstet, der Vater wiehert, das Sterben ist nicht Abschied, sondern Verwandlung, und wer pflegt denn bitte einen fremden Mann mit langen pinken Fingernägeln?! Willkommen, Nefeli Kavouras, in der deutschsprachigen Literatur, ja, was du hier für einen zärtlichen Krach geschaffen hast!« Saša Stanišić

»Was du hier für einen zärtlichen Krach geschaffen hast!« Saša Stanišić

Ein wunderbares Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation, mal zärtlich und...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462008708
PREIS 23,00 € (EUR)
SEITEN 240

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

2 stars
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Mit „Gelb, auch ein schöner Gedanke" legt Nefeli Kavouras ihr Debüt vor – ein Roman über Sterben, Pflege und eine Familie im Ausnahmezustand.

Georg stirbt, und das schon viel zu lange .
Der Roman erzählt aus zwei Perspektiven: Ruth, die sich der Pflege ihres Mannes völlig hingibt, und ihre Tochter Lea, die einfach nur Teenager sein will. Mutter und Tochter brauchen einander, driften aber auseinander .

Ich wollte dieses Buch wirklich lieben – etwas, das zwischen all den großen Frühjahrserscheinungen hell erstrahlt. Aber Ruth hat mich von den ersten Seiten an so sehr genervt, dass ich nach wenigen Kapiteln abgebrochen habe. Ihre Figur wirkt derart überzeichnet unsympathisch, dass ich sie am liebsten schon im Krankenhausflur geschüttelt hätte. Dazu kommt ein Schreibstil, der einen besonderen Sound anstrebt, diesen aber nicht durchhalten kann. Sätze werden mit „, und ..." verlängert, als wären es schlechte Wandtattoos – nicht wirklich schön und ganz sicher unnötig. Der Lesefluss stolpert, wo er eigentlich fließen sollte. Vielleicht entwickelt sich Ruth im Verlauf, vielleicht gewinnt der Stil an Sicherheit – das kann ich nicht beurteilen. Für mich war der Einstieg zu holprig, um dranzubleiben.

Wer sperrige Figuren und "experimentellen" Stil schätzt, findet hier vielleicht seinen Roman – für mich war es kein Match.

2 stars
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Anfangs hat mich einfach die herzzerreißende Geschichte gebannt, dann fand ich den Mutter-Tochter-Konflikt spannend. Als dann der Wendepunkt kam, war ich völlig baff. Literarisch sehr ansprechend, toll!

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Welch außerordentliche
Uberraschung wurde mir heute damit geschenkt. Innerhalb eines Tages habe ich diese Geschichte gelesen. Sie ist einfach. Georg liegt im Sterben. Seine Frau Ruth und Lea die
16 Jährige Tochter lassen ihn vom Krankenhaus wieder nachhause verlegen. Doch der Tod kommt auf seltsame Weise. Mutter und Tochter finden keinen Weg miteinander Georgs Sterben zu ertragen und kreisen nur um sich selbst.
Wie die Autorin mit ihrem Debüt und den Themen Tod und Sterben umgeht ist ungewöhnlich und ganz eigen. Auf dem Klappentext steht zärtlich, poetisch. Stimmt. Zitat: „Ich merke: ein Ziehen, ein Schubsen, aber nie das Loslassen.
Lasst mich los aber bleibt ein Weilchen." Ein eigentümliches, seltsames Ding ist dieses Buch.

4 stars
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Sofort war in in dieser Geschichte drin und konnte den Zwiespalt, den Streit, die unterschiedlichen Vorstellungen der Mutter Ruth und ihrer Tochter Lea sehr gut nachempfinden. Der Ehemann Georg und Vater seit Jahren ein Pflegefall, er wird sterben. Die Mutter, die sich ausschließlich um ihren Mann kümmert und auch von der Tochter Dankbarkeit, Unterstützung und Verständnis erwartet. Und die Tochter, die einfach nur leben und jung sein will.
Sprachlich finde ich es großartig, allerdings fremdel ich mit dem Twist in der Mitte des Buches, der doch ungewöhnlich ist und den Umgang der beiden Frauen mit dem Sterbendenden total verändert. Vielleicht hat es diese radikale Veränderung gebraucht, sehr gut lesbar blieb es auch dabei. Für mich gibt es deshalb in der Bewertung doch einen Abzug, weil ich befürchte, dass nicht jeder damit etwas anfangen kann.

4 stars
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Tolle Idee, aber ein unerwartetes Ende

„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kafouras ist mir durch einen Artikel in einer Zeitung aufgefallen. Darin hieß es „Literatur mit Kraft, Originalität, gedanklicher Tiefe: Nefeli Kavouras erzählt in ihrem magischen Debüt vom Sterben, von Müttern und Töchtern“ (Hamburger Abendblatt vom 10. Februar 2026). Das hörte sich so schön an, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Nefeli Kavouras erzählt ihre Geschichte immer abwechselnd aus der Sicht der Mutter und der Tochter. Ruth, die Mutter, kümmert sich seit einigen Jahren fast nur noch um ihren sterbenden Ehemann, mit dem die sich in der Zwischenzeit nicht einmal mehr unterhalten kann. An was er langsam dahinsiecht, wird nicht näher erläutert. Dadurch verliert sie ihre Tochter Lea, die in der Pubertät steckt, fast komplett aus den Augen. Das Mädchen sucht sich daher einen Freund, der sie anstatt ihrer Eltern lieb hat. Und damit bekommt sie auch eine neue Familie.

Mir hat dieser Wechsel zwischen der Seite der Mutter und der Seite der Tochter gut gefallen. Beide wirkten authentisch und dem Alter angemessen. Ich konnte auch verstehen, dass die Mutter sich immer weiter zurückzieht und ihren Gedanken nachhängt.

Doch dann ändert sich die Geschichte ganz plötzlich und unerwartet. Das Wort „magisch“ aus dem Zitat vom Hamburger Abendblatt hätte ich wohl anders verstehen sollen! Und seit jenen Twist habe ich das Buch zwar weiter gerne gelesen, aber mich gefragt, was der Twist sollte. Ich war verwirrt und habe mich gefragt, ob ich da vielleicht einfach eine Metapher nicht richtig verstanden habe. Aber dem scheint nicht so zu sein. Vielleicht ist es einfach eine andere Art mit dem Tod umzugehen!?

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Berührender Roman übers Pflegen und Sterben


„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefis Kavouras ist ein wirklich berührender, intensiver Roman.

Ruth pflegt zuhause ihren Mann Georg, der seit Jahren schwer krank ist. Doch das Sterben zieht sich dahin. Unter dieser Ausnahmesituation leidet auch die 15jährige Tochter Lea sehr.
In wechselnden Kapiteln fühlen wir mit Mutter und Tochter mit.

Ruth hat ihre Arbeit schon lange aufgegeben und verliert sich während der Dauerpflege ihres Mannes immer mehr selbst: „Pflegejahre sind Jahre ohne Details. Alles wird im Groben zusammengehalten, für mehr reicht es nicht.“

Die Kapitel, in denen sie von den täglichen An- und Überforderungen beim Pflegen, beim Warten auf das Sterben ihres Mannes erzählt, haben mich sehr bewegt:

„Ich pflege, bis ich fertig gepflegt habe, und dann sitze ich da und langweile mich neben meinem Mann, bis es wieder etwas zu tun gibt und ich weiterpflegen kann.
Ich fange wieder an, ihm vorzulesen. Das tat ich lange nicht, mir kam es so mühselig vor, und meistens schlief er eh ein. Aber jetzt, wo er gar nicht mehr redet, wo jegliche Kommunikation einfach verschollen ist, muss ich diesen leeren Raum füllen, auch für mich. Ich lese ihm die Zeitung vor, und Georg guckt ins Nichts, ich lese Romananfänge vor, aber sie langweilen mich, und Georg guckt weiter ins Nichts, also höre ich auf zu lesen, mein Mund ist trocken, ich frage mich, wie sich Georg fühlt. Da ist keine Regung, und trotzdem sind da die körperlichen Veränderungen. Ich kann gar nicht sagen, wann es genau anfing, dass er immer und immer weniger wurde. Aber in diesem Prozess des Wenigerwerdens passiert so viel.
Seine Haare wachsen schneller, oder mir fällt es schneller auf. Ich rasiere täglich seine Bartstoppeln, weißer Schaum, ganz sachte. Ich denke an Baiser, niemand backt mir Kuchen. Wenn jemand Geburtstag hat, gibt es Kuchen, aber wenn der eigene Ehemann einem wegstirbt, gibt es gar nichts.“

„Es ist ein heißer Sommertag, als ich realisiere, dass er sterben wird. Das heißt aber nicht, dass ich es akzeptiere.
[....]
Sterben sieht so aus:
Ich schaue ihm beim körperlichen Abbau zu. Wie er schmaler und auch kleiner wird. Wie seine Haut an Farbe verliert. Grau sieht er aus, als wäre er schon eine Statue im Museum. Niemand wird für meinen Mann eine Statue errichten, ich denke jetzt schon an sein Grab. Ich lausche seiner Atmung, sie klingt nicht mehr menschlich, Georg muss noch seinen Sterberhythmus finden. Ich beobachte das Heben und Senken seiner Brust, das zeigt uns, dass er lebt, dass irgendwas von ihm noch da ist. Manchmal öffnet er die Augen, aber nie schaut er mich an. Kein Gespräch ist mehr möglich. Auch keine Gesprächsfetzen. Mir fällt ein, wie im Supermarkt eine ältere Frau zu einer anderen Frau mal sagte: ‚Mein Mann, der ist nur noch Gemüse, liegt im Bett, kann nichts, sagt nichts‘, und ich bin nun eine dieser Frauen.“

Auch Leas Hilflosigkeit und Überforderung sind deutlich spürbar:
„Ich denke seit Jahren täglich an Papas Tod, er begleitet mich schweigend und manchmal lachend und manchmal schon fast sehnsüchtig auf all meinen Wegen, das Wasser kocht und ich denke mir, jetzt könnte es so weit sein, und ich gehe zur Schule und ich trinke Kaffee und ich gehe wandern und ich stehe an der Bushaltestelle und ich warte auf den Bus und eigentlich warte ich immer nur auf Papas Tod, und dann kommt der Bus und ich frage mich, was wäre, wenn es, ja, jetzt, ja, in drei Minuten, passieren würde, aber es passiert nicht, seit Jahren passiert nichts, aber ich habe das Gefühl, genau zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn es passiert.“

Wie allein und verloren Mutter und Tochter sind, ist schwer zu ertragen:
„‘Brauchst du noch was?‘, fragt sie und guckt mich noch nicht einmal an.
Ich bräuchte so viel, aber wo fange ich da an, und darf ich in so einem Ausnahmezustand überhaupt etwas brauchen? Aber immer sind wir im Ausnahmezustand, nie hört das auf, bald bin ich erwachsen, und meine ganze Jugend über begleitet mich das Sterben meines Vaters.“

Bis etwa zur Hälfte des Romans war ich absolut begeistert: So heftig und schonungslos, schmerzhaft und berührend!
Doch dann kann eine kafkaeske Wendung (mehr sage ich nicht dazu), mit der ich irgendwie nicht umgehen konnte. Nichts gegen Kafka, aber hier fand ich das irgendwie nicht passend. Oder es hat mich einfach überfordert?
Jedenfalls tat ich mir dann etwas schwer mit dem Verlauf der Geschichte. Erst gegen Ende hin fand ich dann wieder hinein. Und der Schreibstil von Nefis Kavouras hat mich auf jeden Fall sehr begeistert!

Da mir die unerwartete Wendung leider nicht so gefallen hat, vergebe ich final „nur“ 4 von 5 Sternen, aber dennoch eine unbedingte Leseempfehlung: Ein Roman, der sich auf so empathische Weise mit unbequemen Themen wie Pflegen und Sterben beschäftigt, ist auf jeden Fall lesenswert.

Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Dieses Buch ist ein einziger, zärtlicher Aufruhr ein Krach. Aber einer, der im Herzen nachhallt, nicht in den Ohren. Was mich sofort gepackt hat, ist die schonungslose Nähe, mit der Nefeli Kavouras von Ruth und Lea erzählt. Zwei Menschen, die sich brauchen, aber vor lauter Schmerz und Erschöpfung kaum noch zueinanderfinden. Ruths unendliche Hingabe an ihren sterbenden Mann hat mich tief bewegt. Dieses langsame, quälende Sterben, das sich über Jahre zieht, frisst nicht nur Georg auf, sondern auch sie selbst. Und mittendrin Lea, fünfzehn, voller Sehnsucht nach Normalität, nach Leben, nach Leichtigkeit. Ich habe so sehr mit ihr gefühlt dieses schlechte Gewissen, das man nicht haben sollte, aber doch hat, wenn man einfach nur jung sein will. Was mich am meisten berührt hat, ist die Art, wie der Roman zeigt, dass Liebe manchmal zu gross wird, zu schwer, zu fordernd. Und wie schnell Nähe in Distanz kippen kann, wenn der Alltag nur noch aus Pflege, Angst und Müdigkeit besteht. Dann kommt diese Wendung, die alles verschiebt, nicht laut, nicht spektakulär, sondern wie ein Licht, das plötzlich aus einer anderen Richtung fällt. Für mich ist dieses Buch ein leiser, mutiger Blick auf das, was wir einander schulden, was wir einander geben können und was wir manchmal loslassen müssen. Die Geschichte blieb einige Zeit noch im Herzen haften. Ein Buch das man lesen sollte.

4 stars
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4 stars

Sehr emotional und düster erzählt die Nefeli Kavouras aus den Perspektiven von Ruth (Ehefrau und Mutter) und Lea (Tochter) vom Sterbeprozess des Ehemannes und Vaters Georg. Erzählt ihr doch nicht nur traurigdavon, wie Georg immer mehr abbaut, sondern auch, die Mutter und Tochter die Verbindung zueinander verlieren und jede für sich leidet. Die Mutter, die nicht loslassen kann und den Vater selbst, als die Ärzte ihn nur noch Palliativ behandeln können, weiter pflegen möchte. Die Tochter, die schon seit ihrer Kindheit mit der Krankheit und dem bevorstehenden Tod ihres Vaters klarkommen muss und sich fast schon vor dem kranken Vater ekelt. Die beiden leben aneinander vorbei, sind mit sich selbst beschäftigt.
Mir gefällt dies sehr emotionale und doch sehr traurige Erzählweise, mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Leider finde ich das letzte Drittel eher grotesk, es soll wohl kafkaesk anmuten, ist jedoch eher befremdlich. Auch der Titel, der im Buch genau in diesem Wortlaut einmal vorkommt, erschließt sich mir nicht so recht.

4 stars
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Der Debütroman „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kavouras ist ein literarischer Ausnahmezustand – zärtlich und schroff, poetisch und direkt, traurig und von überraschender Komik durchzogen. Ein Buch, das sich dem Sterben widmet und dabei radikal vom Leben erzählt.

Georg stirbt. Und er stirbt schon viel zu lange. Seine Frau Ruth holt ihn aus dem Krankenhaus nach Hause, um ihn dort zu pflegen – hingebungsvoll, kompromisslos, selbstvergessen. Während sie ganz in ihrer Rolle als Pflegende aufgeht, verliert sie zunehmend den Kontakt zu ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lea. Lea hingegen will nichts weiter, als ein normales Leben führen: Freundinnen treffen, sich verlieben, Teenager sein. Doch wie soll das gehen, wenn der Tod im Wohnzimmer liegt?

Der Roman erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Ruth und Lea. Die Kapitelüberschriften wirken zunächst beiläufig, entfalten jedoch eine enorme emotionale Wucht. Denn zwischen Alltag, Pflegeplänen und jugendlicher Wut legt Kavouras die Nerven ihrer Figuren frei. Mutter und Tochter brauchen einander – und verfehlen sich doch immer wieder.

Was diesen Roman so besonders macht, ist sein Ton. Kavouras schreibt mit einer eigentümlichen Mischung aus Lakonie und Poesie. Ihre Sprache ist manchmal kantig, manchmal beinahe schwebend, dann wieder schnoddrig und überraschend komisch. Sie scheut weder Überforderung noch Hässlichkeit noch egoistische Gedanken. Wenn Lea denkt, es wäre einfacher, wenn der Vater endlich tot wäre, tut das weh – gerade weil es so ehrlich ist.

Und dann kommt dieser Wendepunkt in der Mitte des Romans. Ein radikaler, unerwarteter Bruch, der irritiert und alles verschiebt. Kavouras zwingt ihre Leserinnen und Leser dazu, den Blick auf den Sterbenden neu zu justieren. Was ist ein Mensch, wenn er nicht mehr ganz da, aber auch noch nicht fort ist? Was bedeutet Würde? Was bedeutet Verwandlung? Und wie sehr bestimmen gesellschaftliche Erwartungen unseren Umgang mit dem Tod?

Dieser erzählerische Kniff ist gewagt – und er geht auf. Aus der beklemmenden Enge des Pflegealltags entsteht plötzlich ein neuer Denkraum. Während Ruth mit Ablehnung reagiert, öffnet sich Lea. Ausgerechnet sie findet einen Zugang zu ihrem Vater, der jenseits von Angst und Pflicht liegt. Dadurch verschiebt sich nicht nur der Blick auf Georg, sondern auch auf die Mutter-Tochter-Beziehung.

„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ ist kein gefälliger Roman. Er kann sperrig sein, intensiv, stellenweise kaum auszuhalten. Doch gerade darin liegt seine Größe. Kavouras gelingt es, Humor im Angesicht des Todes aufscheinen zu lassen, ohne die Tragik zu relativieren. Sie schreibt über Pflege, Überforderung, Wut, Liebe und die Frage, wer wir sind, wenn ein Mensch, der uns definiert hat, verschwindet.

Dieses Debüt ist mutig, eigenständig und atmosphärisch dicht. Ein Roman, der verstört und tröstet zugleich – und der lange nachhallt. Grandios, weil er etwas wagt. Und weil er es schafft.

5 stars
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Ein Buch mit einem großartigen Thema, tollem Schreibstil welches flüssig zu lesen ist. Die Autorin hat ein spannendes Werk geschrieben. Mir und dem Team persönlich erschien der Plotttwist mit dem Pferd nicht stimmig. Daher haben wir uns dagegen entschieden das Buch in unser Sortiment aufzunehmen. Die Art wie die Autorin schreibt und die Geschichte aufbaut ist sehr positiv aufgefallen.

3 stars
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Ein starkes Debut. Das Sterben zum Thema zu machen, möchte man das Lesen? In diesem Fall war ich sehr überrascht wie klar ich das nach der Lektüre mit "ja" beantworten kann. Dieses völlig absurde Schicksal, das uns allen gemein ist auf so herrlich skurile Weise zu erzählen, halte ich schlussendlich für die einzig plausible Lösung. Ist das noch mein Mann / Vater der dort liegt oder nicht wirklich längst ein anderes, fremdes Wesen? Die Tochter- Mutterperspektive fand ich auch eine sehr tolle Wahl. Ich fand beide Frauenfiguren richtig stark erzählt. Ich bin mit vielen Fragen zurückgeblieben, aber das empfinde ich als sehr positiv.

4 stars
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Ein bewegendes, zartes Buch zum Thema Sterben. Wir begleiten Mutter und Tochter im Wechsel in ihrem normalen Tagesablauf. Während der Ehemann/ Vater stirbt, geht das Leben der beiden Frauen weiter. Die Mutter trifft sich mit einem ehemaligen Liebhaber und die Tochter wird langsam erwachsen. Ein positives Buch, das Mut macht, manchmal fast komisch anmutet und garantiert nicht auf die Tränendrüse drückt. Für Leser, die kürzlich einen lieben Menschen verloren haben, ist dieses Buch auf eine fröhliche Art versöhnlich.

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Ruth pflegt seit Jahren ihren sterbenskranken Ehemann. Georg ist immer weniger da, genauso wie die Tochter Lea. Diese entfremdet sich noch mehr von ihrer Mutter und versucht mit dem Druck Zuhause und dem jahrelangen nicht-sterben des Vaters zu verarbeiten. Wir beobachten Mutter und Tochter bei dem Versuch mit der Ausnahmesituation umzugehen sowie herauszufinden was wirklich im Leben zählt. Gespickt wird die Geschichte mit Erzählungen über Georg, mit dem im Laufe des Romans etwas wundersames geschieht und den Perspektivwechsel der Protagonistinnen forciert. Die Autorin schafft es der Leserschaft zwei sehr unterschiedliche Charaktere darzustellen, die sich eigentlich sehr ähnlich sind, es aber erstmal nicht erkennen können. Nefeli Kavouras nutzt einen leichten, fluiden Sprachstil, welcher aber in der Lage ist, einem kleine Stich oder aber auch kleine Pflaster auf das Herz zu kleben wie zB "Wenn jemand Geburtstag hat, gibt es Kuchen, aber wenn der eigene Ehemann einem wegstirbt, gibt es gar nichts. "(S75/76) Oder"Ich kann mir gar nicht vorstellen dass so etwas Leichtes einmal ein Leben in sich trug. Ein Leben muss doch Gewicht haben." (S140)
Die Autorin verpackt den Schmerz und die Sehnsucht, nach sich selbst, einem anderen Leben oder auch dem alten Leben mit sanften Worten in einer klaren Darstellung. Gezielt seziert sie die Bedürfnisse und Wünsche einer Ehefrau und einem jungen Mädchen welche eine lange Zeit ihres Lebens von einem trauernden Umstand umgeben sind. Die Realität einer pflegenden Person oder, wie Ruth es nennt, eine "Mitsterbende" wird durch die dauerhafte Aufgabe der Pflege und dem zusätzlichen Verzicht auf das bisherige Leben sowie der Vereinsamung im Roman skizziert. Der Ausbruch und Entfremdung von Lea von ihrer Mutter in das normale Leben einer Heranwachsenden, ohne Warten auf den Tod stellt die andere Seite des Romans dar.
Nefeli Kavouras nimmt die Leserschaft mit auf eine emotionale Reise der ambivalenten Gedanken der Familie eines Sterbenden. Große Empfehlung!

5 stars
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„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ ist ein absolut außergewöhnliches Buch, das mich gleichermaßen berührt und verstört hat.

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Sehr stimmungsvoll und stimmig, schöne berührende Gedanken und gut erzählt aus allen Perspektiven. Ich bin sehr gespannt mich über dieses Buch mit anderen auszutauschen und zu hören, wie die Verwandlung zum Pferd interpretiert wird.

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Georg stirbt. Dies ist die Prämisse des Buches, und sie wird sich auch nicht ändern. Es wird keine übernatürliche, unerwartete Heilung geben, kein Hollywood-Happy-End, kein Actionfeuerwerk.

Denn die Geschichte, die Nefeli Kavouras erzählt, handelt nur bedingt von Georg. Er ist Ehemann und Vater und damit der Hintergrund, vor dem die Leser*innen Ehefrau und Mutter Ruth und Tochter Lea kennenlernen. Sie leben schon seit Jahren mit dem sterbenden Georg zusammen, der immer weniger und immer passiver wird. Währenddessen entfremden sich Ruth und Lea voneinander. Die eine hält verzweifelt an Erinnerungen und Routinen fest, die andere sucht Wege, um auszubrechen und ein normales Leben zu führen.

Es geht um Nähe und Distanz, Sorge und Liebe, Wut und Resignation, Pflicht und Verantwortung, Familie und Individualismus, Erwachsenwerden und Loslassen, um die erste Liebe und um eine Liebe dazwischen. Es geht darum, sich jemandem nahe zu fühlen und sich vor ihm zu ekeln. Es geht um Körper und unser Verständnis von Substanz, Leben, Sterben und Tod.

Nefeli Kavouras hat eine gefühlvolle Geschichte mit überraschender Entwicklung erdacht, die sie sprachlich beeindruckend erzählt. Die Kapitel sind kurz, aber intensiv. Die Perspektive wechselt zwischen Mutter und Tochter hin und her. Kavouras erschafft Stimmungen und Details mit schlichten und schönen Sätzen.

Durch die verblüffende Wendung bietet die Autorin sehr viel Raum für Interpretation: Man kann denken an einen spontanen Genrewechsel, an magischen Realismus, an eine mögliche Allegorie …

Diese Lektüre ist außergewöhnlich und absolut empfehlenswert!

5 stars
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Nefeli Kavouras hat eine ganz besondere Geschichte geschrieben. Es geht um den Tod, vor allem jedoch das Sterben, was bei manchen Krankheiten sehr lange alle Personen beschäftigt. Ihr Ton und der Twist im Buch sind großartig. Sehr zu empfehlen

4 stars
4 stars
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